Reisebuchungsportale: Darauf müssen Sie achten

Wer sich seine Reise selbst zusammenstellen möchte, findet auf Online-Buchungsportalen unzählige Angebote: Sei es für Flüge, Mietwagen, Hotels oder Privatunterkünfte. Aber nicht immer sind Online-Buchungsportale die beste beste Wahl. So besteht die Gefahr, dass Sie durch unübersichtliche Preise, irreführende Bewertungen oder künstlichen Zeitdruck ausgetrickst werden. Gibt es Probleme bei der Buchung oder Mängel bei der Reise, ist es gelegentlich unklar, an wen man sich wenden muss.

Buchungsportale: Wer ist mein Ansprechpartner?

Nur bei Problemen in Zusammenhang mit dem Buchungsprozess ist der Betreiber des Buchungsportals verantwortlich und Ihr Ansprechpartner. Dessen Anschrift sollten Sie auf der Webseite im Impressum finden.

Stimmt hingegen etwas mit der gebuchten Reiseleistung nicht, ist zum Beispiel der Flug verspätet oder die gemietete Unterkunft total verschmutzt, ist das in aller Regel nicht Sache des Betreibers der Plattform. Stattdessen müssen Sie sich an denjenigen wenden, mit dem Sie den Vertrag über die Reiseleistung geschlossen haben.

Bei Mängeln in der Privatunterkunft wäre dies der Vermieter. Das gilt selbst dann, wenn Sie über das Buchungsportal bezahlt haben.

Preissuchmaschinen: Das machen Vergleichsportale

Die Preise für dieselbe Leistung können auf verschiedenen Plattformen sehr unterschiedlich sein. In solchen Fällen können Vergleichsportale wie trivago oder momondo weiterhelfen. Diese halten nach den günstigsten Preisen Ausschau, indem sie vor allem die Angebote auf den Buchungsportalen durchstöbern.

So können Reisende Auskunft darüber erhalten, wo beispielsweise ein bestimmtes Hotel am günstigsten gebucht werden kann.

Wichtig in diesem Zusammenhang: Auf Vergleichsportalen kann keine Buchung vorgenommen werden, sondern von dort wird lediglich an ein Buchungsportal oder den Anbieter weitergeleitet.

Tipps für die Buchung auf einem Online-Portal

  • Nehmen Sie sich Zeit. Lesen und rechnen Sie alles in Ruhe durch.
  • Lassen Sie sich nicht künstlich unter Druck setzen. Häufig üben Anbieter künstlichen Druck auf ihre Kunden aus, zum Beispiel: "Nur noch 3 Sitzplätze verfügbar". Dadurch soll der Anschein erweckt werden, dass Sie sofort zuschlagen müssen.
  • Folgen Sie nicht blind der Empfehlung des Portals. Die am Anfang aufgelisteten Angebote sind nicht unbedingt die beste Wahl. Gern werden weit oben Angebote mit sogenannten Affiliate-Links platziert (Angebote mit Vermittlungsprovision).
  • Vergleichen Sie die Preise. Kleine Details können über den Preis entscheiden. Bei einem Flug könnte dies die Abflugzeit sein, beim Mietwagen die (Sonder-) Ausstattung oder beim Hotel die Frage, unter welchen Bedingungen der Kunde kostenlos stornieren kann. Achten Sie außerdem auf Zusatzkosten. Auch Zusatzleistungen, können sich auf den Reisepreis auswirken. Vergleichen Sie am besten die Preise auf unterschiedlichen Plattformen und informieren Sie sich auch direkt beim Anbieter oder dem örtlichen Reisebüro. Die Preise könnten dort sogar günstiger sein.
  • Gefahr der Falschbewertung. Bedenken Sie: Positive Rezensionen können gekauft werden und dienen so der Täuschung. Ob eine Bewertung ehrlich und glaubwürdig ist, lässt sich nur schwer erkennen. Vertrauen Sie Ihrem Gefühl und seien Sie kritisch.
  • Löschen Sie Cookies. Die verwendeten Endgeräte oder Browser können zu unterschiedlichen Produkten und Preisen führen. Deshalb lohnt es sich den Browserverlauf zu löschen und den Ingkognito- oder Privat-Modus des Broweser zu aktivieren.
  • Vermeiden Sie Doppelbuchungen. Wurde der Buchungsvorgang abgebrochen oder hat sich dieser aufgehängt, sollten Sie auf keinen Fall sofort nochmals buchen. Warten Sie stattdessen erst einmal ab oder setzen Sie sich mit dem Buchungsportal in Verbindung. Gelegentlich kommt die E-Mail mit der Buchungsbestätigung verspätet. Schauen Sie auch in den Spam-Ordner.

Wichtig

Bei Reiseleistungen gibt es kein 14-tägiges Widerrufsrecht.

Buchungsportale für private Unterkünfte und Ferienwohnungen

Ferienwohnungen und Ferienhäuser zu mieten, ist sehr beliebt. Doch immer wieder werden Fälle von Mietbetrug bekannt. Wir erklären Ihnen, worauf Sie achten müssen.

Auf der Suche nach vertrauenswürdigen Angeboten

  • Werfen Sie einen Blick in die Bewertungen und die Beschreibung der Unterkunft. Vertrauen schaffen auch viele Fotos.
  • Meiden Sie Schnäppchen, wenn Sie die komplette Miete oder eine hohe Kaution lange im Voraus zahlen sollen.  
  • Seien Sie vorsichtig, wenn eine spottbillige Wohnung traumhaft liegt und luxuriös eingerichtet ist.

Bei Zweifeln:

  1. Kann die Adresse stimmen, gibt es dort ein Wohnhaus? → Geben Sie die Adresse bei Google Earth ein.
  2. Ist bereits irgendwo vor dem Angebot gewarnt worden? → Kopieren Sie den Anzeigentext und geben Sie ihn in die Suchmaschine.
  3. Sind die Fotos echt? → Nutzen Sie die umgekehrte Bildersuche bei Google. Betrüger verwenden gern dieselben Fotos für verschiedene Angebote. 

Wenn Sie bereits Kontakt zum Vermieter haben:

  • Achten Sie darauf, dass die Buchung und alles andere nur über die Plattform stattfinden. Das gilt vor allem für das Bezahlen! 
  • Lassen Sie sich auf keinen Fall darauf ein, wenn Sie das Geld mit Western Union oder MoneyGram versenden sollen. Denn so lässt sich verschleiern, wohin das Geld  wirklich geht.
  • Klären Sie, wie Sie an die Schlüssel kommen. Spielen Sie nicht mit, wenn die Übergabe z. B. auf einem Parkplatz erfolgen soll, oder der Schlüssel an Sie gegen Bargeld mit der Post verschickt werden soll.  

Tipps für's Bezahlen der Unterkunft auf Buchungsportalen

  1. Bezahlen Sie nur über das Buchungsportal
  2. Zahlen Sie bestenfalls mit Lastschrift oder Kreditkarte
  3. Auch PayPal und paydirekt gelten als sichere Bezahlsysteme
  4. Vermeiden Sie Sofortüberweisungen und Bargeldtransfers (z. B. Western Union).

Wenn der Gast die Unterkunft storniert

Je nach Stornierungsbedingungen und Zeitpunkt der Absage wird der Gastgeber Stornierungskosten verlangen. Dies gilt auch bei Krankheit. Eine rechtzeitig vorher abgeschlossene Reiseversicherung hilft. Ersparte Aufwendungen, z. B. für Reinigung oder anderweitige Vermietung der Unterkunft (was in der Praxis nicht immer leicht herauszufinden ist), müssen verrechnet werden.

Der Gast sollte damit rechnen, dass die bei der Buchung gezahlten Servicegebühren nicht erstattet werden. Hinzu kommt, dass einige Online-Portale bei Stornierung zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr verlangen.

Wenn der Vermieter die Unterkunft storniert

Die Plattformen informieren darüber, was zu tun ist, wenn der Vermieter die Unterkunft nicht mehr zur Verfügung stellt. Üblicherweise erhält der Gast über die Plattform eine vollständige Erstattung und Hilfe bei der Suche nach einer Ersatzunterkunft. Auch was Mehrkosten für die Ersatzunterkunft betrifft, zeigen sich Portale in einigen Fällen kulant.


Für Mieter und Vermieter gilt – die Stornierung muss über die Plattform erfolgen.


Mängel der Privatunterkunft

Nicht nur Schimmel, Ungeziefer oder verschmutzte Zimmer können Mängel sein. Es gilt: Was versprochen wurde, muss eingehalten werden. Fordern Sie den Vermieter schriftlich (z. B. per E-Mail oder WhatsApp) zur Mängelbeseitigung auf. Auch dem Vermittlungsportal sind die Mängel zu melden. Machen Sie Fotos.

Wenn während der Mietzeit was kaputtgeht, gilt ebenfalls: Fotos/Videos machen. Gastgeber und Plattform kontaktieren. Nicht warten, bis die Reise vorbei ist. Schriftlich die Behebung des Schadens verlangen. Beseitigt der Vermieter den Mangel nicht, haben Sie das Recht, die Miete zu kürzen. Fordern Sie zu viel gezahltes Geld zurück. 

Schadensfall und Haftung

Wer schuldhaft einen Schaden an der Mietwohnung verursacht, haftet dafür. Das ist beim Mieten einer Ferienwohnung nicht anders als im Hotel. Empfehlenswert ist eine private Haftpflichtversicherung, die für die Schäden einsteht. Prüfen Sie vor der Reise, ob Ihre Haftpflichtversicherung solche Fälle abdeckt. Wenn nicht, sollten Sie einen erweiterten Versicherungsschutz oder eine separate Police bei einer anderen Versicherung abschließen. Wichtig: Informieren Sie im Schadensfall immer den Vermieter.

Beweislage bei Schäden

Machen Sie mit dem Vermieter ein Übergabeprotokoll. So haben Sie etwas in der Hand, wenn er Sie für Schäden verantwortlich macht, die Sie nicht begangen haben. Übrigens: inwieweit Ansprüche und Forderungen berechtigt sind, prüft die Haftpflichtversicherung.

Schäden durch Vermieter

Wenn Sie zu Schaden kommen oder verletzt werden, etwa durch eine lockere Tür, die aus den Angeln bricht, haftet der Gastgeber in jedem Fall.