Online-Zahlungsdienstleister

Lesezeit: 10 Minuten

Wer online etwas bezahlen möchte, hat es immer häufiger mit Zahlungsdienstleistern im EU-Ausland wie PayPal, Klarna, Amazon Pay oder Paysafe zu tun.

Manchmal entscheiden sich Verbraucher ganz bewusst für die Nutzung eines Dienstleisters, denn diese bieten oft Zusatzleistungen: Kauf auf Rechnung, Ratenzahlung oder Käuferschutz.

Der Vorteil für den Verkäufer: er bekommt das Geld ohne Verzögerung direkt vom Zahlungsdienstleister. Indem die Zahlungsdienstleister den Kaufpreis an den Verkäufer vorstrecken, schützt sich dieser vor ausbleibenden Zahlungen seiner Kunden.

Was genau tun Zahlungsdienstleister und welche Vorteile bieten sie?

Online-Zahlungsdienstleister übernehmen die Abwicklung der Zahlung. So soll das Bezahlen im Internet für Käufer und Verkäufer einfacher und sicherer ablaufen.

Vorteile:

  • Ihre Konto- und Kreditkartendaten werden nur einmal an den Zahlungsdienstleister übermittelt und nicht an jeden einzelnen Händler bei dem Sie einkaufen. Sie als Kunde sehen danach wie gewohnt eine Abbuchung von Ihrem Girokonto oder Ihrer Kreditkarte. Alternativ können Sie auch ein Geld-Guthaben auf Ihr Konto bei den Zahlungsdienstleistern laden und damit Ihre Einkäufe bezahlen.
  • Anders als bei einer Banküberweisung, die online einen und am Bankschalter bis zu zwei Bankarbeitstage dauern darf, erhält der Verkäufer direkt eine Zahlungsbestätigung. Die Ware wird im Anschluss unverzüglich versendet.
  • Die großen Zahlungsdienstleister werden von vielen Webshops in ganz Europa akzeptiert. Dies erleichtert das grenzübergreifende Einkaufen.

Online-Zahlungsdienstleister bieten außerdem in der Regel folgende Zusatzleistungen an:

  • Käuferschutz,
  • Ratenzahlung,
  • Vorstrecken des Kaufpreises an den Verkäufer,
  • Prüfung der Zahlungsfähigkeit des Käufers.

Wie viel kostet mich das?

Die Nutzung der gängigen Zahlungsdienstleister ist für Käufer, die in Euro zahlen, in der Regel kostenlos.

Der Online-Händler kann sich aber auch anders entscheiden und Zusatzkosten berechnen. Dies ist zulässig (Urteil des BGH vom 25.03.2021 - I ZR 203/19).

Auch bei Zahlungen in anderen Währungen als Euro fallen oft Gebühren für die Währungsumrechnung an. Prüfen Sie dies, bevor Sie eine Zahlung auslösen.

Kann ich frei entscheiden, ob und welchen Zahlungsdienstleister ich nutze?

Selbstverständlich müssen Sie keinen Zahlungsdienstleister nutzen.

Umgekehrt können Sie für eine Zahlung nur dann einen bestimmten Zahlungsdienstleister nutzen, wenn der Online-Händler diesen als konkrete Bezahlmethode anbietet.

Benötige ich ein Kundenkonto?

Häufig müssen Sie sich zunächst beim jeweiligen Zahlungsdienstleister registrieren und Ihre Bankdaten oder eine Kreditkarte hinterlegen. Sie erhalten dann ein virtuelles Konto.

Einige Dienstleister bieten Ihnen aber auch die Möglichkeit, als Gast zu zahlen (sog. „Gastzahlungen“). Ein Nutzerkonto muss dann nicht eröffnet werden.

Gibt es einen Käuferschutz?

Sollten Probleme mit dem Verkäufer auftreten, z. B. die Ware nicht geliefert werden, bieten einige Zahlungsdienstleister ihren Kunden einen Käuferschutz an.

Dieser Service wird jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft. So müssen Sie etwa innerhalb einer bestimmten Frist reklamieren. Nur dann bekommen Sie für bezahlte, aber nicht gelieferte Ware eine Erstattung. Auch bestimmte Arten von Transaktionen (z. B. Zahlungen für bestimmte Produkte wie Fahrzeuge, Gold, Finanzprodukte oder Glücksspiel) sind ausgenommen.

Lesen Sie sich die Bedingungen rund um den Käuferschutz also aufmerksam durch.

Wichtig:

Auch wenn der Zahlungsdienstleister den Käuferschutz ablehnt, stehen Ihnen nach wie vor EU-weit uneingeschränkt Ihre gesetzlichen Rechte gegenüber dem Verkäufer zu, wie das Widerrufsrecht oder die Gewährleistungsrechte (bei fehlerhafter Ware).

Die Zahlungsdienstleister haben keine offizielle Entscheidungsbefugnis wie z. B. ein Richter, sondern entscheiden in standardisierten Verfahren und ausschließlich anhand der von ihnen selbst festgelegten Kriterien.

Kann ich in Raten zahlen?

Ja, dieser Service wird von den meisten Zahlungsdienstleistern angeboten.
Der Anbieter streckt den gesamten Kaufpreis vor und Sie zahlen ihm diesen in mehreren Raten zurück. Wenn Sie sich für Ratenzahlungen entscheiden, prüft der Dienstleister zunächst Ihre Kreditwürdigkeit (z. B. bei einer Wirtschaftsauskunftei wie der „Schufa“).

Achtung:

Die Möglichkeit der Ratenzahlung wird in der Regel nicht kostenlos angeboten. Neben einer einmaligen Gebühr kommen Verzugszinsen hinzu, falls Sie die vereinbarte Summe nicht pünktlich zurückzahlen.

Sind meine Daten geschützt?

Wenn Sie über ein virtuelles Konto bei einem Zahlungsdienstleister verfügen, müssen Sie keine sensiblen Bankdaten mehr an jeden Shop übermitteln bei dem Sie einkaufen. Dies ist ein wesentlicher Vorteil.

Bei Zahlungen werden dann in der Regel nur noch eine E-Mail-Adresse, ein Passwort sowie ein weiteres Sicherheitsmerkmal, wie z. B. eine TAN-Nummer benötigt.

Ein Nachteil ist hingegen, dass Zahlungsanbieter Informationen zu Ihrem Einkaufsverhalten sammeln und analysieren können. So werden Sie zum gläsernen Kunden.

Mögliche Nachteile


Trotz Widerrufs wird die Summe nicht angepasst

Sie bestellen online mehrere Produkte. Eines davon gefällt Ihnen nicht und Sie schicken es im Rahmen Ihres Widerrufsrechts an den Verkäufer zurück.

Nun sollte der Verkäufer dem Zahlungsdienstleister melden, dass die Summe die Sie schulden, sich um den Preis des zurückgesendeten Produktes verringert hat.

In der Praxis passiert dies aber oft nicht und Sie haben große Mühe den Zahlungsdienstleister als Dritten im Bunde davon zu überzeugen, dass Sie die Ware tatsächlich zurückgesendet haben.

 

Betrug über Bezahlmöglichkeit „Geld an Freunde und Familie senden“

Ein von privaten Verkäufern aber auch Betrügern gerne angewendeter Trick ist, dass sie Käufer bitten, über die Bezahlmöglichkeit „Geld an Freunde und Familie senden“ zu zahlen, um so die Gebühren für den Zahlungsdienstleister zu sparen.

Lassen Sie sich nur darauf ein, wenn Ihnen bewusst ist, dass Sie dann keinen Käuferschutz genießen.

Wird die Ware nicht geliefert oder existiert diese sogar nicht, ist das Geld trotzdem weg.
 

Ausspähen Ihrer Zugangsdaten („Phishing“)

Das Vorgehen: In E-Mails werden Sie unter einem Vorwand gebeten, sich in Ihren Account einzuloggen und Ihren Kontostand zu überprüfen oder Ihre Daten zu bestätigen.

Die E-Mail vermittelt den Eindruck, dass sie vom Zahlungsdienstleister stammt. Tatsächlich haben Betrüger sie verschickt.

Klicken Sie in solchen E-Mails auf keine Links. Ansonsten werden Sie auf externe Internetseiten weitergeleitet, die den offiziellen Seiten des Zahlungsdienstleisters verblüffend ähneln.

In Wirklichkeit handelt es sich aber um gefälschte Seiten, die nur dazu dienen, Ihre Log-in-Daten abzufangen. Anschließend nehmen die Täter dann Zahlungen zu Ihren Lasten vor.

Tipp:

Geben Sie zum Einloggen in Ihr Konto die Internetseite des Zahlungsdienstleisters immer von Hand in Ihren Browser ein. Nutzen Sie hierzu keine Suchmaschinen.
 

Übersicht über Zahlungsdienstleister und deren Angebote