Hilfe, mein Toaster brennt! Der europäische Verbraucher-Podcast

Bist Du schon mal verreist? Hast Du schon mal etwas eingekauft?

Wir vermuten ganz stark ja. Und machen für Dich diesen Podcast!

Was tun, wenn mein frisch gekaufter Toaster kaputt geht? Wenn die Online-Bestellung nie ankommt? Bekomme ich Geld zurück, wenn mein Zug ausfällt? 

Wir sind Nina & Jonas und erklären Dir europäischen Verbraucherschutz einfach & verständlich.

Podcast-Teaser: Das erwartet Dich





[00:00:00] Jonas: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von "Hilfe, mein Toaster brennt!", dem Verbraucher-Podcast, den du dir unbedingt anhören solltest mit Nina und mir. Wir geben dir heute ganz viele Tipps mit auf den Weg, wie du deinen Osterurlaub zum Beispiel buchen kannst. Da gibt's ein bisschen was zu beachten. Dafür haben wir heute Sabine hier. deswegen unbedingt dranbleiben, wenn du jetzt noch last Minute verreisen willst und let's go.

[00:00:20] Intro-Musik

[00:00:32] Jonas: Einen wunderschönen guten Morgen, Nina und Sabine. Schön, dass ihr wieder da seid. 

[00:00:36] Nina: Ja, Sabine. Du bist, ich sag's einfach nochmal, Juristin bei uns hier im Europäischen Verbraucherzentrum. Du hast ja das Thema auch angeregt, weil du meintest, es ist völlig undurchsichtig. Was hilft mit jetzt eigentlich bei einer Reise, wenn ich zum Beispiel Corona habe und die dann gar nicht machen kann, meine Reise.

[00:00:57] Jonas: Wie ist das denn jetzt, wenn ich eine Reiserücktrittsversicherung hab. Hilft die mir in dem Fall, wenn irgendwas passiert, oder wie funktioniert das genau?

[00:01:04] Sabine: Ganz wichtig ist, dass man überhaupt erstmal in die AGB schaut und die Versicherungsbedingungen. Was hat man da erstmal abgeschlossen? In Corona-Zeiten neigt man jetzt ein bisschen dazu, alles auf die Reiserücktrittskostenversicherung zu schieben. Also auch eine Corona-Versicherung. Aber umgekehrt auch, gibt es auch Versicherungen, die auch bei Corona greifen, und die greifen dann aber eigentlich gar nicht mehr bei anderen Erkrankungen. Das heißt, am Ende sieht das so aus, dass ich möglicherweise ein Zusatzpaket brauche. Ich kaufe eine normale Reiserücktritts- und Abbruchversicherung und buche mir dann extra nochmal einen Coronaschutz dazu. Das können wir gleich nochmal im Einzelnen besprechen. Aber es gibt auch Anbieter, gerade im Pauschalreise-Bereich, die auch schon so ein Paket mit inklusive haben. Ich hab jetzt gesehen bei mir selbst. mir fällt‘s gerade ein, dass ich ein Hotel gebucht habe, auch über den gleichen Anbieter. Da war der Schutz auch mit inklusive. Da brauche ich mich selber nicht drum zu kümmern um den Coronaschutz. 

[00:01:59] Nina: Der war inklusive. Kannst du das nochmal erzählen? Wie ward das bei der bei der Buchung? Stand da dann irgendwie dabei, Sie müssen sich keine Sorgen machen, falls Sie an Corona erkranken. 

[00:02:07] Sabine: Also es ist so, ich habe eine Jahrespolice. Eine normale Reiserücktrittsversicherung und -abbruchversicherung. Die greift aber nicht bei Corona. Also wenn ich jetzt eine neue Reise buche, müsste ich für jede einzelne Reise dort nochmal extra ein Zusatzpaket extra für Corona abschließen. Das ist nicht teuer, das kostet ein paar Euro. Bei der Reise, von der ich gerade gesprochen habe, die eine Pauschalreise, eine Hotelübernachtung, war das für mich ganz deutlich ersichtlich. Der Anbieter wirbt auch damit, dass es funktioniert. Und es war für mich überhaupt kein Problem, das zu erkennen. 

[00:02:39] Nina: Ich hab vor, jetzt über Ostern zu meinen Eltern zu fahren. Ich hab mir dafür einen Zug gebucht und ich hab schon im Hinterkopf: Was ist jetzt, wenn ich kurz davor mich testen lassen und Corona-positiv bin und dann nicht zu meinen Eltern fahren kann. Und das war ein ganz schön teures Zugticket. Wie gehe ich da genau vor bei meiner Reise? 

[00:03:02] Sabine: Generell ist es immer wichtig, überhaupt eine Reiserücktrittversicherung zu haben oder eine Reiseabbruchversicherung. Man kann ja auch irgendeine andere Erkrankung bekommen. Ich bin neulich mal gestürzt auf dem Bahnhof. Dann konnte ich einfach nicht mehr reisen. Da greift meine normale Rücktrittsversicherung. Die muss ich 30 Tage vor Abschluss meiner Reise buchen. Also wenn du jetzt ein Zugticket kaufst, Nina. Entweder du buchst es mit dem Zugticket zusammen die Reiserücktrittsversicherung und -abbruchversicherung.

[00:03:26] Nina: Das wäre meine nächste Frage: Die würde dann auch nur für diese eine Reise gelten?

[00:03:30] Sabine: Oder du buchst eine Jahrespolice. 

[00:03:32] Nina: Aber bei einem anderen Anbieter? Also das mache ich jetzt nicht in einem Rutsch auf der Seite, sagen wir mal, jetzt der Deutschen Bahn, sondern da muss ich mir extra...?

[00:03:39] Sabine: Nein, da gibt’s Vergleichsportale, da kannst du dir einen guten Überblick verschaffen, was für Anbieter es überhaupt auf dem Markt gibt. Die einzelnen, was du auch möchtest. Du kannst einen Reisepreis eingeben. So pro Reise 500, 1.000, 1.500 Euro. Und dann kannst du das gut vergleichen. Das musst du nicht über den Reiseanbieter selber machen. Oftmals werden da nur Einmal-Policen angeboten, die sind dann vielleicht auch ein bisschen zu teuer. Also das machst du extra. Und 30 Tage vor Reise kannst du das gesondert buchen oder du buchst es zusammen mit deiner Reise am gleichen Tag. Du musst aber auf jeden Fall gucken, ob der Corona-Schutz dann inklusive ist. Es gibt Reiseversicherungen, da ist es bereits mit drin. Dann hast du alles mitabgedeckt. Aber es gibt tatsächlich immer noch viele, wo es nicht enthalten ist. Dann buchst du extra zu deiner Reise. Dazu zählt auch ein normales Zugticket oder auch eine normale Hotelübernachtung einen extra Coronaschutz. Das sind ein paar Euro. Aber man merkt das dann auf jeden Fall, wenn man die Erkrankung bekommen hat, was da für Kosten auf einen zukommen können. 

[00:04:37] Jonas: Das wäre jetzt auch meine Frage gewesen. Ich wäre da auch ein bisschen naiver rangegangen, weil ich hätte auch gedacht, dass meine normale Reiserücktrittversicherung mich in jedem Fall absichert. Also egal, ob ich jetzt Corona hab oder ob irgendwie ich verhindert bin, dass ich nicht mehr reisen kann. Also heißt, man muss wirklich für Corona noch ein Extrapaket dazu machen, wenn deine aktuelle Reiserücktrittsversicherung das nicht abdeckt. 

[00:04:58] Sabine: Das liegt an dem Begriff Pandemie. Also wenn die Reiseversicherung eine Pandemie ausschließt, dann ist eben Corona, was eben als Pandemie eingestuft wurde, nicht versichert. 

[00:05:08] Nina: Und da ist dann weder versichert, dass ich erkranke, noch die Tatsache, dass in meinem Reiseland zum Beispiel die Inzidenz super hoch ist und ich deswegen nicht mehr hinreisen möchte. Das fällt alles unter diesen Pandemieausschluss?

[00:05:23] Sabine: Da muss man unterscheiden. Abgesichert bist du immer nur als reisende Person. Also du, Nina, du wirst krank, dann bist du versichert. Was in dem Land los ist und ob du dann einfach vielleicht einfach nicht mehr reisen wolltest oder so, das ist generell nicht versicherbar. Dass ich einfach Angst vor Ansteckung habe oder Umstände drum herum kannst du nicht absichern. Du musst tatsächlich erkranken. 

[00:05:45] Jonas: Du bist ja jemand, der gerne und sehr viel verreist. Was würdest du denn jetzt dem Hörer, der Hörerin empfehlen, wie sie am besten so eine Reise buchen sollte. Worauf muss ich wirklich achten? Sollte ich wirklich langfristig buchen oder sollte ich kurzfristig buchen. Gibt's da was, wo man auf jeden Fall drauf achten sollte?

[00:06:01] Sabine: Die Dinge haben sich ein bisschen geändert. Viele Anbieter erlauben doch noch eine kostenlose Stornierung oder günstige Stornierung bis kurz vor Reiseantritt. Das war in den letzten Jahren noch ein bisschen anders. Da saß man gerade bei Pauschalreisen oft auf relativ großen Stornokosten. Das ist jetzt doch deutlich freundlicher. Generell aber immer auch mein Tipp und so buche ich auch selbst ganz unabhängig von Reiseversicherungen aller Art. Ich buche Hotels, die ich möglichst noch am gleichen Tag stornieren kann. 

[00:06:28] Nina: Ohne, dass ich einen Grund angeben muss. 

[00:06:29] Sabine: Ohne einen Grund, einfach, weil ich sie stornieren kann. Ich mache kurz vorher dann immer noch einen Coronatest. Dann gucke ich, kann ich fahren oder nicht. Oder einen Tag vorher reicht ja auch. Bahntickets nicht mehr der Supersparpreis, sondern vielleicht nur noch den Sparpreis. Da kostet mich das 10 Euro. Die Stornierungsgebühr. Über den Rest krieg ich dann einen Gutschein. Zum Beispiel von der Deutschen Bahn. Ansonsten ich selber hab eine Reiserücktritts- und abbruchversicherung. Man weiß nie, was kommt. Es kann alles Mögliche passieren und das muss gar nicht Corona sein. Es kann immer irgendwas passieren. Auch ganz unabhängig von Krankheiten. Man weiß nicht, was auf Arbeit ist oder ein anderes Problem. Es gibst so viele versicherbare Umstände, die man einfach nicht so vor Augen hat, die plötzlich eintreten können. Wichtig ist nur, dass es ein unvorhersehbares Ereignis ist. Wenn ich jetzt eine chronische Krankheit habe oder ich weiß, dass eine Krankheit besteht, dann kann ich das nicht mehr versichern. Es muss wirklich unvorhersehbar gewesen sein oder eben eine akute Verschlimmerung, die nicht vorhersehbar war. Die Abbruchversicherung natürlich auch ganz wichtig, weil es kann ja auch was vor Ort passieren. Dann nützt mir die Reiserücktrittsversicherung nichts mehr, sondern ich brauche dann eine Versicherung, die dann eingreift.  Und ich selber habe auch immer den Coronaschutz. Gerade im Moment. Man weiß es nicht, wenn man symptomlos bleibt, kann man trotzdem nicht einfach weiter Urlaub machen, kommt in Quarantäne und da können Kosten auf einen zukommen, die dann selber getragen werden müssen je nach Infektionsschutzgesetz des Landes. Aber die müssen halt auch erstmal irgendwie gezahlt werden und das übernehmen dann diese Versicherungen. 

[00:07:55] Nina: Sabine, du hast mir vor der Aufnahme erzählt, dass du bei deinen letzten Buchungen das Gefühl hattest, das ist so ein Dschungel an Versicherungsmöglichkeiten und dass du selber kaum durchgeblickt hast und wenn du als Juristin das schon sagst, muss ich sagen, weiß ich nicht, ob ich dann da so ohne Weiteres das Richtige auswählen würde. Vielleicht kannst du nochmal auf so Fallstricke eingehen, denen man da so begegnen kann?

[00:08:21] Sabine: Genau das ist ja auch der Grund, warum ich mich freue, dass wir heute über das Thema mal kurz sprechen können. Das wir vielleicht einfach mal erklären, was einen da so erwartet. An sich ist es gar nicht mehr so schwer, wenn man es dann mal gehört hat oder sich ein bisschen reingelesen hat. Aber man hat ja nicht immer die Zeit, sich alles so durchzulesen. Deswegen mal ganz kurz zusammengefasst: Was kann das Problem sein? Zum Beispiel du hast jetzt deine Reiseversicherung für deine Reise zu Ostern. Hast jetzt über einen Makler abgeschlossen, einen Versicherungsmakler bei einer Versicherungsgesellschaft. Jetzt möchtest du den Coronaschutz mitdazubuchen. Dann kann es sein, dass dein Reisevermittler das überhaupt gar nicht anbietet, deine Reiseversicherung das nicht inklusive hat. Das heißt, du musst es zusätzlich abschließen. Was hab ich dann gemacht? Ich hab dann die Reiseversicherung einfach angeschrieben. Ist das jetzt in Ordnung, dass ich das direkt über die abschließe? Weil eine extra Reiseversicherung, die Corona mit inklusive har, das konnte ich nicht buchen. Ich brauchte nur den Corona-Zusatzschutz. Und da hab ich dann die Reiseversicherung angeschrieben und die haben dann gesagt Ok, wir werden es notieren. Und dann habe ich das direkt über die gebucht. Das Problem war hier die Zwischenschaltung des Maklers, der es nicht im Angebot hatte. 

[00:09:24] Jonas: Jetzt gibt's ja auch noch viele Anbieter, die sagen wir mal, damit werben, dass eben so eine Vertrauensgarantie und Coronaschutz. Kann man sowas ernst nehmen oder sollte man sich wirklich vorher informieren. Alles korrekt durchlesen, wie du gesagt hast, und eher auf eine Reiserücktrittsversicherung zurückgreifen, die eben so einen Coronaschutz anbietet. Oder wie würdest du da vorgehen?

[00:09:45] Sabine: Ich selber finde das schon ganz beruhigend, wenn ein bekannter Reiseanbieter mir sagt, dass der Coronaschutz inklusive ist. Ich finde, da kann man nichts falsch machen, wenn man das nimmt. Und wenn dann die Preise für die Reise auch noch entsprechend sind, also da kann man auch mal vergleichen. Nicht, dass dann auf einmal die Reise selber unverhältnismäßig teuer wird. AB zu lesen, Versicherungsbedingungen empfiehlt sich immer. Es kann ja zum Beispiel sein, dass so eine Coronaversicherung nur greift, die ich bei der Reise gebucht habe, wenn das Land noch nicht Hochinzidenzgebiet ist. Man muss wissen, was da drinstand und man muss auch wissen, was man dann tut. Also angenommen es ist jetzt der Versicherungsfall vor Ort eingetreten, da sich einfach dann notieren oder mitnehmen, dass ich weiß, wie ich mich dann verhalten soll. Und dass ich dann vor Ort nicht erst rumsuche, wo ich vielleicht schon in Quarantäne bin und das alles vielleicht nicht mehr funktioniert. Aber so wie ich das jetzt überblickt habe, gibt es ja immer auch diese Merkblätter oder so ganz übersichtliche Blätter, wo das nochmal zusammengefasst ist. Wichtig ist nicht nur die dann lesen. Sondern wirklich in die echten, die größeren Texte nochmal reinlesen. Da steht dann oftmals noch ein bisschen mehr. Und bei Fragen, wenn man irgendwas zum Beispiel nicht versteht, kann man uns ja einfach auch mal fragen. Einfach mal E-Mail an uns oder andere Einrichtungen, die dann in dem Fall helfen. Weil oftmals versteht man einfach nicht, was dasteht. Ich gebe zu, ich musste auch länger suchen, ehe ich dann mein Paket zusammen hatte. Und ich hab das nicht zum ersten Mal gemacht. Da hat das schon ein bisschen gedauert.

[00:11:08] Nina: Uns erreichst du übrigens über die URL evz.de. Und da über den gelben Button, wo "kostenlose Hilfe" steht. Und darüber kannst du uns kontaktieren und vielleicht landet deine Anfrage dann genau bei Sabine. 

[00:11:22] Jonas: Wenn wir das jetzt vielleicht nochmal ganz kurz zusammenfassen, einfach damit der Zuhörer, die Zuhörerin nochmal so eine kleine Checkliste hat. Was sind denn die Punkte, wo du sagst, da auf jeden Fall aufpassen und so auf jeden Fall vorgehen, damit es am Ende keine bösen Überraschungen gibt. 

[00:11:36] Sabine: Punkt eins, flexibel buchen. Einfach alles das buchen, was ich irgendwie kurz vorher noch umbuchen kann oder kostenlos oder kostengünstig stornieren kann. Das gilt sowohl für die Reiseart als auch für die Unterkunft. Das zweite ist irgendwie eine Reiserücktritts- / abbruchversicherung zu haben. Und zwar generell Gepäck empfiehlt sich auch, weil erfahrungsgemäß da auch viel schiefgehen kann und es nur begrenz Ersatz bei den Airlines gibt. Und das dritte noch. Schauen, wie ist es um Corona bestellt. Also da einfach nochmal gucken, ob Coronaschutz inklusive ist, denn man weiß einfach nicht, was mit einem passiert. Ich finde, die paar Euro kann man in die Hand nehmen. Und das sind wirklich vier, fünf, sechs Euro, die man zusätzlich für die Reise nochmal drauflegt. Auf jeden Fall unter 10. Das sollte man auf jeden Fall sich überlegen. Und Punkt vier: Rechtzeitig buchen. Ne Reiserücktritts- /abbruchversicherung, die kann man bis 30 Tage vor der Reise buchen. Oder zusammen mit der Reise, wenn man zu einem späteren Zeitpunkt bucht. 

[00:12:43] Jonas: Dann hoffen wir, dass all diese Tipps dir bei deiner nächsten Urlaubsbuchung helfen. 

[00:12:48] Nina: Und dass du, natürlich, erst gar nicht krank wirst und das alles gar nicht brauchst. Aber für den Fall wärst du dann abgesichert. 

[00:12:55] Jonas: Auch vielen Dank an dich Sabine für deine Expertise. Es hat wie immer viel Spaß gemacht. 

[00:12:57] Sabine: Gern.

[00:12:58] Jonas: Danke an Nina. Und danke an dich fürs Zuhören. 

[00:13:02] Nina: Danke an Jonas hat jetzt keiner gesagt. Das ist natürlich auch sehr wichtig.

[00:13:06] Sabine: Ich wollte es sagen. Danke an euch!

[00:13:08] Jonas: Und dann freuen wir uns, wenn du nächstes Mal wieder reinhörst und in diesem Sinne: Schöne Feiertage und bis bald!

[00:00:00] Nina: Herzlich willkommen zu einer brandneuen Folge von "Hilfe, mein Toaster brennt!". Kaufst du gerne gebrauchte Kleidung ein? Zum Beispiel online auf so einem Portal wie Vinted? Dann bist du hier heute absolut richtig. Wir klären nämlich ein bisschen auf, was gilt eigentlich auf diesen Portalen? Was passiert zum Beispiel, wenn ich was einkaufe und das Kleidungsstück kommt nie bei mir an? Und ja, was muss ich da sonst noch alles wissen? Das erklärt uns heute Madeline, unser Gast.

[00:00:29] Intro-Musik

[00:00:41] Nina: Halli hallo ihr zwei. Madeline. Und Jonas

[00:00:44] Jonas: Hallo!

[00:00:44] Madeline: Hi!

[00:00:45] Nina: Madeline, du bist Juristin bei uns im EVZ.

[00:00:48] Jonas: Wer hätte es gedacht.

[00:00:49] Madeline: Genau.

[00:00:49] Nina: Wie die meisten Gäste von uns. Willkommen in dieser Podcast-Folge. Du kennst dich nicht nur juristisch gesehen aus mit Vinted zum Beispiel. Sondern du kaufst auch selber gerne Second-Hand und verkaufst. Ist das richtig?

[00:01:05] Madeline: Ja, seit einiger Zeit habe ich damit angefangen, Second-Hand online zu verkaufen und zu kaufen und generell habe ich eigentlich gute Erfahrungen damit gemacht.

[00:01:16] Jonas: Ich bin ja jetzt überhaupt nicht so der Second-Hand Käufer muss ich zugeben. Aber was muss ich beachten, wenn ich da jetzt über so eine Seite einkaufe? Habe ich da bestimmte Rechte oder entfallen da irgendwelche Recht? Weil es ist ja eigentlich ein Privatkauf. Also zwischen einer Privatperson und einer Privatperson. Habe ich da jetzt die gleichen Rechte, wie wenn ich da jetzt ganz normal online einkaufen würde?

[00:01:34] Madeline: Genau das ist der große Unterschied. Wenn man jetzt online auf einer Webseite von einer Kleidermarke etwas kauft oder auf einem Online-Shop, einem professionellen, dann hat man zum Beispiel ein Widerrufsrecht ein 14-tägiges und das hat man bei einer Privatperson eben nicht. Bei den Plattformen, die so Second-Hand Shops sind. Da werden ja meistens von Privaten die Kleidungsstücke auf dieser Plattform, die zwar, die Plattform an sich ist professionell, aber der Verkäufer und den Kauf den man dann tätigt, den tut man ja nicht mit der Plattform tatsächlich abwickeln, sondern über die Plattform mit der anderen Privatperson, die die Kleidungsstücke verkauft. Da ha man also keinen Widerruf. Das bedeutet, dass, wenn die Ware einem nicht gefällt, aber ist wie beschrieben, dann kann man es nicht ohne irgendeinen Grund zurückschicken.

[00:02:24] Nina: Wie man das sonst kennt vom Online-Shopping, dass man da meistens es einfach zurückschicken kann.

[00:02:27] Madelin: Genau. Und die Gewährleistung kann auch ausgeschlossen werden.

[00:02:33] Nina: Was ist nochmal Gewährleistung?

[00:02:33] Madeline: Genau (lacht). War klar. Genau, Gewährleistung ist, wenn die Ware irgendwie ein Sachmangel auftaucht und man die im Normalfall gegenüber einem professionellen Verkäufer repariert oder ausgetauscht haben wollen würde. Das kann man als Privatverkäuferin oder -verkäufer ausschließen. Aber es muss ausgeschlossen werden tatsächlich. Was Anderes gilt, wenn die Ware nicht ist, wie beschrieben. Also wenn da steht, da ist kein Loch drin und die ist komplett mangelfrei und dann kommt da ein zerrissener Stofffetzen bei einem an, das ist dann etwas anders. Das ist dann arglistige Täuschung und da hat man im Prinzip auch Rechte.

[00:03:09] Jonas: Heißt also, auch wenn ich mi jetzt ein T-Shirt kaufen wollen würde und es ist mir zu klein. Dann kann ich nicht einfach sagen, tut mir leid, es passt mir nicht, ich würd's gerne wieder zurückgeben. Sondern dann, gekauft ist gekauft.

[00:03:20] Madeline: Ja, wenn dann zum Beispiel draufsteht Größe 36. Und der Verkäufer oder die Verkäuferin haben schon angegeben, das ist Größe 36. Dann hast du genau das bekommen, was du gekauft hast und dann kannst du dagegen nichts machen, wenn's kleiner ausfällt oder überraschenderweise nicht passt.

[00:03:37] Nina: Was würdest du da für einen Tipp geben? Also dann sollte man wahrscheinlich einfach nochmal genau nachfragen und dem Verkäufer eine Nachricht schreiben, wie es so ausfällt oder ob er die Maße nochmal durchgeben kann oder wie macht man das am besten?

[00:03:49] Madeline: Ja, auf jeden Fall vor dem Kauf würde ich immer empfehlen, die Möglichkeit von Zusatzfragen zu nutzen. Also diese Plattformen, die bieten einen Chat an, wo man den ersten Kontakt herstellt mit dem Verkäufer oder der Verkäuferin. Und da kann man nach Ausmessungen fragen, da kann man nochmal Zusatzfragen stellen, wie das Produkt eher ausfällt, ob man mal ein Tragebild haben kann oder so. Kleiner Tipp auch: Bevor man etwas kauft, immer auch die Bewertungen anzuschauen. Nochmal auch ins Profil des Verkäufers oder der Verkäuferin zu gehen. Da schauen, was schreiben die denn da so rein? Zum Beispiel, ob die Gewährleistung ausgeschlossen wird.

[00:04:24] Jonas: Muss das angegeben sein? Also muss der Verkäufer das angeben, dass er die Gewährleistung ausschließt?

[00:04:30] Madeline: Ja.

[00:04:31] Jonas: Heißt, wenn er es nicht machen würde, hätte ich den Anspruch auf Gewährleistung?

[00:04:34] Madeline: Ja, im Prinzip schon. Ich sag hier immer im Prinzip, weil in der Praxis ist es gerade bei Second-Hand Mode ja oftmals so, dass man irgendwie für zehn Euro ein T-Shirt kauft und wenn dann Probleme auftreten, dann gehen die meisten nicht vor ein Gericht oder leiten keinen Prozess ein. Und deswegen: In der Theorie, vom Gesetz her, hat man dann Rechte. Wie weit man bereit ist, zu gehen, um diese durchzusetzen, ist dann die zweite Frage.

[00:04:58] Nina: Wir haben ja auch schon mal eine Folge gemacht zum Thema ich verkaufe meine eigenen Second Hand Sachen auf einer Plattform. Die können wir natürlich auch nochmal gerne verlinken. Und da klären wir auch genau solche Fragen. Was sollte ich da eigentlich alles reinschreiben in die Produktbeschreibung, damit nicht irgendjemand irgendwas von mir verlangen kann im Nachhinein.

[00:05:14] Madeline: Und in der praktischen Hinsicht auch steht in dieser Beschreibung im Profil meistens auch drin, ob das ein tierfreier Haushalt ist, ob es ein Raucherhaushalt ist.

[00:05:27] Nina: Eine Freundin hat mir letztens erklärt, was Waschpeeling ist.

[00:05:29] Jonas: Was ist das?

[00:05:31] Nina: Das wusste ich vorher nicht. Weißt du nicht, was das ist, Jonas?

[00:05:33] Jonas: Waschpeeling ist doch Peeling für die Haut, oder?

[00:05:35] Madeline: Ja, könnte auch. Auch. Aber bei Kleidung...

[00:05:38] Jonas: Du lachst. Warum lachst du mich aus?

[00:05:40] Nina: Ich wusste es vorher auch nicht! (Lachen) Bitte, Madeline, ich wusste wirklich lange nicht, was das ist.

[00:05:46] Madeline: Das ist so bei Wollprodukten, wenn die halt häufiger trägt und wäscht, dann tun sich so kleine.... wie nennt man das?

[00:05:51] Nina: Das wird so ein bisschen rau und so, ähm...

[00:05:54] Madeline: So Fusel, so Fusselbällchen tun sich dann da drauf formen.

[00:05:58] Jonas: Das heißt Waschpeeling?

[00:05:59] Madeline: Ja. Dafür gibt’s doch auch so Bürstchen und so und die kann man doch auch so weg...

[00:06:02] Jonas: Ich hab keine Ahnung.

[00:06:03] Nina: Grüße gehen raus an Isi, die mir dieses Wort beigebracht hat. (Lachen)

[00:06:08] Jonas: Hab ich auch was gelernt.

[00:06:09] Madeline: Und da steht dann vielleicht auch drin "leichtes Peeling vorhanden" und sowas. Aber noch völlig in Ordnung und mangelfrei, also...

[00:06:16] Jonas: Jetzt hast du ja gesagt, dass du selbst sehr häufig Second-Hand einkaufst. Sind dir da irgendwie mal Probleme aufgetreten? Oder bist du mal irgendwie betrogen worden von einem Anbieter, der dir dann was ganz Falsches geschickt hat? Oder was gar nicht der Beschreibung entsprochen hat?

[00:06:30] Madeline: Mir ist tatsächlich einmal was passiert. Ich hab einen, es war ein Jumpsuit, glaube ich, bestellt, und der hatte dann hinten einen Mangel. Also der war nicht teuer und ich glaube, ich hatte die Bewertung sogar schon geschrieben, weil der Mangel war mir nicht aufgefallen. Und ich muss sagen, da habe ich aber auch nicht Hilfe von der Plattform gesucht und den Verkäufer oder die Verkäuferin auch nicht kontaktiert, sondern hab’s einfach selber kurz repariert, weil ich nähen kann. Deswegen ist das jetzt nicht das passendste Beispiel. Aber es kommt schon vor.

[00:07:02] Jonas: Und was würdest du jemandem raten, dem sowas passiert? Also das er jetzt was gekauft hat und dann im Nachhinein sieht, da ist irgendwie ein Loch drin oder da ist ein Fleck drin, der vorher nicht angegeben wurde. Wende ich mich an die Plattform oder den Verkäufer?

[00:07:12] Madeline: Es kommt drauf an, Überraschend. (lacht)

[00:07:14] Jonas: Ich liebe diese Antwort. (lacht)

[00:07:16] Madeline: Ja, wie immer ist Vorsicht immer besser wie Nachsicht. Die Plattformen bieten da ja meistens eine Unterstützung, eine Möglichkeit an. So eine gewisse Art Käuferschutz. Deswegen, bevor man sich eine Plattform aussucht, auf der man verkaufen oder kaufen möchte, ist unser Tipp immer: Die AGB lesen. Ich weiß, ich weiß. 

[00:07:33] Jonas: Das tut doch kein Mensch.

[00:07:34] Madeline: Ich weiß, es ist ein langer Text.

[00:07:35] Jonas: Das ist ja auch nicht mal wirklich verständlich, oder?

[00:07:38] Madeline: Also, wenn ihr mal lebensmüde seid. Nein, wenn ihr mal reinschaut, dann merkt ihr, da gibt's auch Überschriften. Wenn man sagt, AFB lesen, meint man auch nicht von A bis Z alle 15 Seiten da sich geben. Sondern...

[00:07:52] Nina: Viele haben vielleicht auch Angst, dass sie es gar nicht verstehen.

[00:07:53] Madeline: Genau.

[00:07:54] Jonas: Und die sind ja auch gar nicht wirklich ersichtlich. Also natürlich sind die ersichtlich, aber du setzt einen Haken, aber keiner klickt auf die AGBs drauf, also ganz ehrlich?

[00:08:01] Madeline: Na ja, also gerade bei sowas, wo man dann mit Privatverkauf weniger abgesichert ist, dann kann es sich schon durchaus lohnen, bevor man anfängt, da zu kaufen und zu verkaufen, wie auch immer, zumindest so zu überfliegen: Welche Überschriften könnten interessant sein? Problemfall, Streitigkeiten, Käuferschutz. Und da den Absatz zu lesen und zu schauen: Verstehe ich den? Verstehe ich den nicht? Viele Plattformen bieten das dann noch vereinfacht irgendwo an in den FAQs oder so, wo man nochmal lesen kann: Vor was bin ich genau abgesichert? Was bedeutet das eigentlich? Und wann ist das überhaupt anwendbar? In welchem Fall greift dieser Schutz? Und auch, ob er kostenpflichtig ist. Weil das ist ja auch noch ein Thema. Das kann durchaus auch kostenpflichtig sein. Das sicherste, wenn man etwas kauft, auf so einer Plattform. Wenn man sich informiert hat, wie dieser Käuferschutz funktioniert, wann der gegeben ist, ist natürlich das sinnvollste, ihn zu nutzen. Dann, wenn möglich, vielleicht einen Zahlungsdienstleiser für die Zahlung mit Käuferschutz auch zu nutzen.

[00:08:58] Jonas: Ganz kurz, Zahlungsdienstleister ist?

[00:09:00] Madeline: Ah, das ist sowas, das sind diese...

[00:09:04] Nina: Paypal, Klarna, diese...

[00:09:06] Madeline: Du sagst es. Genau. Die noch einen zusätzlichen Schutz...

[00:09:08] Nina: Wenn nach der Zahlart gefragt wird. Also dann würdest du sagen, das ist eine eher schlaue Wahl?

[00:09:15] Madeline: Ja, weil da ist zumindest noch irgendeine Form von Schutz. Wenn man jetzt zum Beispiel einfach überweisen würde, dann kann man niemanden einschalten, um das Geld zurückzuholen. Die Bank kann das Geld auch nicht zurückholen. Wenn man bei einem Unternehmen einkauft, dann kann man meistens noch mit einer Kreditkarte zahlen, wo man dann eine Chargeback-Möglichkeit hat.

[00:09:32] Jonas: Das geht da gar nicht?

[00:09:33] Madeline: Bei der Überweisung nicht. Und die meisten privaten Verkäufer nehmen auch keine Kreditkarte.

[00:09:38] Jonas: Ah, die nehmen keine? Ah, das wäre jetzt meine... Die nehmen keine Kreditkarte, OK.

[00:09:41] Madeline: Deswegen, was bleibt dann? Gar nicht so viel. Deswegen ist der Käuferschutz in irgendeiner Form. Sei es von der Plattform, sei es vom Zahlungsdienstleister, schon wichtig, damit man da irgendwie noch eine dritte Partei hat, die im Zweifel eingreifen kann. Und dann, bitte, bitte, immer versicherter Versand mit Sendungsverfolgung. Oder aber man sagt, dieses Top möchte ich jetzt irgendwie haben, das kostet aber irgendwie nur fünf Euro mit dem Versand, da lohnt es sich für mich gar nicht. Der versicherte Versand kostet das doppelte nochmal drauf. Die Bewertungen des Verkäufers oder der Verkäuferin sind auch gut. Ich hab da Vertrauen. Wir haben schon geschrieben. Das möchte ich eigentlich so probieren. Das kann man im Prinzip auch, das lassen die meisten Plattformen auch im Prinzip zu. Auch da steht alles in den AGB, aber gut (lacht), anderes Thema. Kann man natürlich machen, aber man muss mit der Gefahr leben, dass, wenn man da Geld überwiesen hat, und dann keinen versicherten Versand hat, wenn die Ware nicht ankommt, wenn irgendetwas schiefgeht, dann ist man auf die Freundlichkeit uns das Vertrauen der Verkäuferin oder des Verkäufers angewiesen. Weil dann hat man ja überhaupt keinen Nachweis. Dann kann man nichts nachweisen.

[00:10:41] Nina: Im schlimmsten Fall hätte ich in dem Fall ja jetzt fünf Euro verloren. Das heißt, das Risiko hält sich jetzt in Grenzen.

[00:10:49] Madeline: Das muss jeder genau für sich entscheiden, welches Risiko bin ich bereit, einzugehen. Wo ist meine Schwelle. Also, gerade bei so Markenklamotten und bei Designerkleidung. Hier auch bitte immer Echtheitszertifikate, Originalrechnungen, wenn es um höherpreisige und wirklich Original-Kleidung geht. Und natürlich versicherter Versand mit Sendungsverfolgung.

[00:11:09] Jonas: Wie ist es, wenn es jetzt ein Problem geben sollte und du kriegst auch Recht von der Plattform. Wer trägt dann die Rücksendekosten? Muss ich das als Käufer oder muss das der Verkäufer bzw. die Verkäuferin dann übernehmen?

[00:11:21] Madeline: Werde ich gehauen, wenn ich "es kommt drauf an" sage? (lacht).

[00:11:24] Nina: Ich wusste es (lacht). Es steht vermutlich auch in en AGB?

[00:11:28] Madeline: Es steht in den AGB und es kommt darauf an. Ja, also es wird darauf ankommen, wer in Anführungsstrichen Schuld hat. Oftmals sind die tatsächlich auch vom Käufer zu tragen. Was man aber dazu noch sagen muss: Wenn Streitigkeiten vorkommen und man die Möglichkeit hat, irgendwie, sei es Zahlungsdienstleister, sei es Plattform, Bescheid zu sagen. Bitte so schnell wie möglich. Also in den AGB stehen oft Fristen und die können sehr kurz ausfallen. Also hier kommt es auch darauf an, dass man sehr schnell meldet: Hier gibt es ein Problem. Bitte, ich brauche Hilfe.

[00:12:01] Nina: Also sollte man, wenn das Kleidungsstück da ist, es auch sofort angucken und überprüfen, gehe ich mal davon aus. Was ist jetzt, wenn es gar nicht erst bei mir ankommt? Und der Verkäufer behauptet steif und fest, ne ne, ich hab's ja geschickt und das kann ja nicht sein. Ich steh aber da und habe nichts bekommen. Was mache ich dann?

[00:12:19] Madeline: Da ist dann wieder der versicherte Versand mit der Sendungsverfolgung total wichtig. Weil man sehen kann auf der Rechnung, also auf dieser Sendungsverfolgung, was schiefgelaufen ist. Ob es überhaupt abgeschickt wurde. Weil wenn man ungesicherten Versand bei der Post holt, dann bekommt man ja quasi eine kleine Rechnung, einen kleinen Zettel, eine kleine Quittung. Aber da steht nicht, welches Paket es war, wohin es adressiert war, wohin es sollte. Das heißt, im Prinzip könnte man da alles und nichts kaufen und hat dann so eine Quittung. Die sagt nicht viel aus. Bei der Sendungsverfolgung weiß man wirklich, dieses Paket von diesem Absender, an diese Adresse, wurde dann und dann verschickt und ist nicht angekommen. Wurde zurückgeschickt, was nicht alles passieren kann. Aber dann hat man zumindest einen Nachweis.

[00:13:00] Nina: Jonas, ich finde, du solltest dir einen Second-Hand Poncho kaufen. (lacht)

[00:13:05] Jonas: Hat den Hintergrund, dass ich hier gerade mit einem Poncho sitze.

[00:13:08] Nina: Und er steht dir auch sehr gut. Da sitz da gerade als handloses, armloses Poncho-Wesen.

[00:13:11] Jonas: Ich bin wie so eine Schildköte hier eingekuschelt. (lacht) Mir ist heute ein bisschen kalt.

[00:13:16] Madeline: Sieht süß aus.

[00:13:16] Nina: Aber das wär doch was, oder?

[00:13:18] Jonas: Hä?

[00:13:19] Nina: So Second-Hand.

[00:13:20] Jonas: Ja, also es ist echt bequem, muss ich sagen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen. Aber danke an Bianca, die Direktorin vom EVZ Frankreich, die mir hier ausgeholfen hat. Ist kuschelig.

[00:13:32] Nina: Madeline, haben wir noch einen Tipp vergessen? Was würdest du noch raten, um so das Risiko einfach gering zu halten? Hier sei jetzt auch nochmal gesagt, du meintest es ja auch eingangs: Meistens geht ja auch alles gut. Es ist jetzt nicht so, dass man davon ausgehen muss, dass es immer irgendwie schief läuft der Privatkauf. Aber gibt's noch was, das du unbedingt raten würdest?

[00:13:53] Jonas: Oder gibt es irgendwelche bekannten Betrugsmaschen, die man über solche Plattformen gerne mal macht? Hast du da mal was mitbekommen aus der alltäglichen Arbeit hier?

[00:14:02] Madeline: Ehrlich gesagt haben wir gar nicht so viele Fälle in dem Bereich, was ja auch ein gutes Zeichen ist. An sich finden wir es auch super, dass sich sowas etabliert, weil Second-Hand bedeutet immer auch Nachhaltigkeit und das ist ja auch ein wichtiges Thema und super gut. Inzwischen ist es durchaus bekannt, dass die Modeindustrie und gerade diese Fast Fashion ja auch wirklich in der Umwelt ihren Niederschlag findet. Gleichzeitig wird man ständig überflutet von neuen Modeerscheinungen und Kleidungsstücken und hat ja auch manchmal Lust, sich was Neues einfach zu kaufen. Deswegen ist Second-Hand eine gute Option. Wir sehen das einfach eigentlich als gute Alternative, als nachhaltige Alternative. Aber damit es auch wirklich nachhaltig ist, muss es Freude machen, muss man darauf Lust haben. Damit man Lust darauf hat und Freude daran hat, da muss alles gutgehen. Und deswegen ist Vorsicht besser als Nachsicht. Und deswegen muss man sich am besten im Vorfeld informieren, damit auch nachher alles gut läuft und alle Freude daran haben.

[00:15:00] Jonas: Das sind doch schöne abschließende Worte. Dann man doch gar nicht besser zusammenfassen.

[00:15:02] Nina: Finde ich auch. Vielen Dank für diese ganzen Tipps!

[00:15:06] Jonas: Danke, ja.

[00:15:07] Madeline: Danke.

[00:15:08] Jonas: Vielleicht kaufe ich auch mal bei Vinted ein oder so oder bei einem anderen Anbieter.

[00:15:11] Madeline: Danke für die Einladung.

[00:15:12] Nina: Solltest du mal ausprobieren. Wie immer, wenn du jemanden kennst, der über Vinted oder andere Plattformen Second-Hand kauft, dann schicke diese Folge sehr gerne weiter.

[00:15:23] Jonas: Gerne auch einen Kommentar dalassen. Daumen nach oben. Wir freuen uns über jegliches Feedback.

[00:15:28] Nina: Wir haben auch eine Mailadresse. Die heißt podcast@evz.de. Darüber erreichst du Jonas und mich.

[00:15:35] Jonas: In diesem Sinne wünschen wir noch einen schönen Tag. Abend. Wann auch immer du dir die Folge anhörst. Und wir freuen uns, wenn du nächstes Mal wieder reinhörst. Bis dann!

[00:00:00] Jonas: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von „Hilfe, mein Toaster brennt!“. Schön, dass Du wieder eingeschaltet hast. Heute geht es um das Thema: Online-Glücksspiel. Hast Du vielleicht selbst schon mal bei einer Lotterie mitgemacht, Online-Poker gespielt? Dann gibt es jetzt einiges zu beachten. Wir haben heute nämlich einen Gast eingeladen, die Felicitas. Und die erzählt uns heute, ob Online-Glücksspiel in Deutschland überhaupt legal ist und, was es für strafrechtliche Konsequenzen haben kann, wenn man bei illegalem Glücksspiel mitmacht.

[00:00:23] Intro-Musik

[00:00:33] Nina: Hallo Jonas und hallo Felicitas.

[00:00:36] Felicitas: Hallo! (lacht)

[00:00:37] Jonas: Hallöchen!

[00:00:38] Nina: Felicitas, Du bist auch – wer hätte es gedacht – Juristin beim EVZ (Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland).

[00:00:42] Felicitas: Das bin ich, ja.

[00:00:44] Nina: Und bist heute unser Gast. Und ihr beide vor allem, ne, Jonas und Felicitas, habt Euch ganz schön mit dem Thema: Online-Glücksspiel beschäftigt.

[00:00:52] Jonas: Ja. Ich habe letztes Jahr schon ein bisschen dazu mal mir angeeignet gehabt, weil es mich einfach interessiert hat. Und war doch überrascht, dass ich selbst vielleicht sogar schon mal bei einem illegalen Glücksspielanbieter gespielt habe, was ich aber nicht wusste.

[00:01:05] Nina: Das ist ja schon mal mega interessant. Also das heißt, das kann Dir passieren? Okay. Also. Gut. Jetzt ganz vornweg mal die grundsätzliche Frage natürlich: Ist Online-Glücksspiel, ist es legal oder ist es illegal?

[00:01:17] Felicitas: Da kann ich jetzt nur die geliebte juristische Antwort geben: Es kommt darauf an (lacht).

[00:01:21] Nina: Wir sollten echt ein Phrasen-Schwein einführen.

[00:01:26] Felicitas: Ja, auf jeden Fall (lacht). Es ist so, Du brauchst eine Lizenz für Glücksspiel. Und in Deutschland brauchst Du eine deutsche Lizenz, um Online-Glücksspiel anbieten zu können. Und nur dann ist es auch legal. Seit letztem Jahr gibt es den neuen Glücksspielstaatsvertrag 2021 und danach kann Glücksspiel jetzt in Deutschland zugelassen werden, aber, wie gesagt, nur mit deutscher Lizenz. Ansonsten, die ganzen Angebote, die schon vorher bestanden, die man im Internet finden kann, sind in Deutschland jedenfalls nicht legal.

[00:01:54] Jonas: Also ich muss persönlich mal sagen, ich habe mich da ja ein bisschen eingelesen. Es ist für den Verbraucher echt kompliziert durchzuchecken, was ist jetzt eigentlich erlaubt? Was ist nicht erlaubt? Das ist so meine persönliche Erfahrung. Weil es gibt ja Online-Lotterien, es gibt Online-Sportwetten, es gibt Online-Pferdewetten, Online-Casino, Online-Poker und so weiter und so fort. Und wie soll man denn da jetzt als „Normalo“ verstehen, wann ist es legal und wann ist es illegal? Weil die bieten ja dann meistens ihren Service an und sagen: Hey, ich habe eine EU-Lizenz.

[00:02:21] Felicitas: Die Seite ist auf Deutsch in der Regel.

[00:02:23] Jonas: Genau, die Seite ist auf Deutsch. Dann sei die Lizenz jetzt aus Malta oder aus Zypern. Wie soll man denn als Verbraucher oder als Verbraucherin checken, dass es sich jetzt gerade um legales oder illegales Glücksspiel handelt?

[00:02:34] Felicitas: Ganz praktisch finde ich gut, wenn Du auf die Webseite gehst und erst mal ganz nach unten scrollst. Da steht dann meistens der Hinweis, wo das Unternehmen sitzt und was für eine Lizenz, die selbst überhaupt angeben, dass sie haben. Da findet man dann ganz oft die Nummer aus Malta, wie Du gesagt hast zum Beispiel oder Zypern. Sonst Curacao gibt es auch. Das sind Lizenzen, die in Deutschland nicht gelten. Wenn ich jetzt da unten keinen Hinweis finde oder wenn ich mich extern versichern möchte, dann gucke ich auf die White-List. Die wird vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt rausgegeben. Da stehen alle Glücksspiel-Lizenzen, die in Deutschland nach deutschem Recht vergeben wurden, drauf. Nach Kategorien geordnet auch. Also, Du kannst ganz einfach schauen, okay, ich will jetzt nach Casino schauen. Dann schaue ich da in diese Liste. Und wenn die Webseite da nicht draufsteht, dann ist es in Deutschland nicht zugelassen. 

[00:03:24] Nina: Diese White-List verlinken wir natürlich. Aber verstehe ich das jetzt richtig. Das heißt, selbst wenn die Glücksspiel-Webseite behauptet: „Ja ja. Wir haben eine EU-Lizenz. Alles gut“. Ist das einfach falsch? Ist es trotzdem illegal dann?

[00:03:37] Felicitas: Es gibt keine EU-Lizenz in diesem Sinne. Es gibt jeweils nur nationale Lizenzen. Die gelten dann erst mal in dem Land. Worauf sich oft berufen wird ist, dass es in Europa ja die sogenannte Dienstleistungsfreiheit gibt. Also, dass ich mich als Unternehmen in jedem EU-Land niederlassen kann und da Niederlassungen haben kann. Man muss aber dazu sagen, dass natürlich weiter nationales Recht gilt für die Dienstleistungen, die ich anbiete. Und in Deutschland, nach der höchsten Rechtssprechung auch, gelten diese Lizenzen dann nicht weiter, weil es eben in Deutschland verboten ist. 

[00:04:08] Jonas: Und, und wie würde das jetzt konkret aussehen, wenn ich jetzt bei einem illegalen Anbieter spielen würde? Würde ich mich da irgendwie strafbar machen? Oder könnte das irgendwelche Konsequenzen nach sich ziehen?

[00:04:17] Felicitas: Es handelt sich, wenn ich keine Lizenz habe, um sogenanntes unerlaubtes Glücksspiel. Das nennen wir jetzt illegal, weil das vielleicht bisschen verständlicher ist als unerlaubtes Glücksspiel. Das Anbieten davon ist strafbar erst mal, aber auch die Teilnahme. Das heißt, grundsätzlich mache ich mich strafbar, wenn ich wusste, dass es sich um unerlaubtes Glücksspiel handelt. Das ist dann natürlich eine Nachweis-Frage. Das ist ein dehnbarer Begriff.

[00:04:39] Nina: Wenn ich sogar so weit gegangen bin, dass ich das nachgelesen habe mit der Lizenz und dann steht dann was von der EU-Lizenz, was Du ja gerade meintest eigentlich Quatsch ist. Aber dann, ja, könnte ich ja argumentieren, ich habe mich ja informiert und ich habe das dann halt gutwillig geglaubt, was da stand. Also dann würde ich mich da gar nicht so schuldig fühlen, oder?

[00:04:57] Felicitas: Es ist auch natürlich immer die Frage, wird das verfolgt? Hat eine Staatsanwaltschaft Interesse daran, das zu verfolgen? Kann mir das nachgewiesen werden und so weiter. Grundsätzlich ist es aber strafbar. Insofern sollte man es einfach bleiben lassen (lacht).

[00:05:09] Jonas: Wir hatten jetzt im Vorgespräch schon mal so ein bisschen gequatscht gehabt und das fand ich ganz interessant. In einem Fall hat eine Person gespielt gehabt und hat 80.000 Euro gewonnen, hast Du gesagt. Hat die ihr Geld bekommen?

[00:05:21] Felicitas: Jein, sag ich jetzt mal, ne. Also, Du hast natürlich das Problem, wenn Du illegal spielst, dass Du kein unbedingtes Recht darauf hast, dass Dir Gewinne auch ausgezahlt werden. In dem Fall hatte die Frau 80.000 Euro gewonnen und hat die tatsächlich auch überwiesen bekommen. Dann hat sie erst einmal Post von ihrer Sparkasse bekommen, wo denn dieses Geld herkommt. Und das bringt einen natürlich in Erklärungsnot dann. Klar habe ich gewonnen. Ist aus Verbrauchersicht jetzt auch erst einmal legitim. Es ist aber natürlich trotzdem in Deutschland illegales Glücksspiel gewesen. Entsprechend ist es grundsätzlich Schwarzgeld, dass nach dem Geldwäschegesetz gemeldet werden muss von meiner Sparkasse und erst mal eingefroren wird.

[00:06:01] Jonas: Also heißt, sie hat die 80.000 Euro auf dem Konto und kann eigentlich gar nix damit anfangen. Und muss sich halt auch noch erklären, wo sie das Geld herhat.

[00:06:09] Felicitas: Genau! Also, das kann einen in ganz blöde Schwierigkeiten bringen. Wie der Fall ausgegangen ist, kann ich jetzt nichts dazu sagen. Wir haben dann weiter verwiesen an Steuerberater, Strafrechtsanwalt.

[00:06:19] Nina: Das geht ja dann auch über den Verbraucherschutz hinaus.

[00:06:21] Felicitas: Genau. Das geht über den Verbraucherschutz hinaus. Nur im ersten Moment, ja.

[00:06:25] Nina: Und was hat das, einfach aus Neugierde, mit diesen Ländern Malta, Zypern auf sich? Da ist es einfach einfacher so eine Lizenz zu bekommen?

[00:06:32] Felicitas: Genau, ja. Du hast natürlich als Volkswirtschaft sag ich jetzt mal Interesse daran Unternehmen vielleicht anzulocken, denen Du günstige Bedingungen anbietest. Und insofern sitzen, sitzt ein großer Teil der Glücksspielanbieter auf Malta und hat eben diese maltesischen Lizenzen, wo es auch verschiedene Abstufungen gibt, die wohl relativ einfach zu bekommen sind. Manche maltesischen Unternehmen haben auch deutsche Lizenzen. Also, das kommt auch vor.

[00:06:58] Nina: Das wäre dann in Ordnung?

[00:06:59] Felicitas: Genau! Das ist dann in Ordnung. Die stehen dann auch in der White-List drin. Da steht die Seite, die zugelassen ist. Und wenn die zum Beispiel eine „.de-Domain“ betreiben, dann kann ich da legal spielen.

[00:07:10] Jonas: Ich fand das auch interessant, sorry, dass ich Dich unterbreche Nina. Du wolltest gerade ansetzen. Du hast ja jetzt diese White-List erwähnt. Wir haben da auch mal durchgeschaut. Es ist wirklich überraschend zu sehen, dass eigentlich. Oder nicht eigentlich. Das eigentlich kann man eigentlich streichen (lacht). Sondern, dass Online-Poker beziehungsweise Online-Casino in Deutschland bisher illegal ist, weil es einfach keinen Anbieter in dieser Liste gibt.

[00:07:30] Felicitas: Genau! Und bis Juni letzten Jahres war es ja grundsätzlich illegal. Da konnte es nicht zugelassen werden. Insofern ist das nicht unbedingt verwunderlich, dass bisher keine Lizenzen da ausgestellt wurden, weil die Anträge erst mal gestellt werden müssen. Weil die Behörde erst einmal aufgebaut werden muss, tatsächlich. Und insofern hängen diese ganzen Verfahren noch oder die Unternehmen haben vielleicht auch kein Interesse daran, überhaupt so eine Lizenz zu beantragen, weil die ja auch an viele Bedingungen geknüpft ist.

[00:07:55] Nina: Und was ist jetzt, also wir hatten die Frau, die einiges Geld gewonnen hat. Ich stelle mir das eher so vor, dass man in der Praxis ja doch meistens eher Geld verliert, als welches zu gewinnen. Was ist jetzt, wenn ich Geld verloren habe und mich dann darauf berufen möchte, ach dieses Angebot hätte es ja gar nicht geben dürfen. Das ist ja gar nicht legal. Kann ich dann, das, was ich verloren habe, zurückfordern? Habe ich da irgendwelche Ansprüche? 

[00:08:19] Felicitas: Das fragen uns viele Verbraucher. Wir kriegen da viele Anfragen dazu. Wenn das Glücksspiel illegal war, dann habe ich keinen wirksamen Vertrag geschlossen. Ich habe grundsätzlich den Anspruch darauf, dass das mir zurückgegeben wird. Außergerichtlich kommen wir da in der Regel nicht weiter. Es ist auch nicht ganz so einfach in manchen Fällen, wenn Du zum Beispiel, wie wir es jetzt vorhin gesagt haben, wenn ich mich strafbar gemacht habe, weil ich wusste, dass das Angebot illegal ist. Dann war ich ja nicht gutgläubig, so. Dann kann man auch sagen, na gut, darauf kannst Du Dich jetzt aber nicht berufen, weil Du eben wusstest, worauf Du Dich eingelassen hast. Also bestehen in manchen Fällen Rückforderungsansprüche, wenn ich das eben nicht wusste, wenn es sich um einen illegalen Anbieter gehandelt hat. Die kann man versuchen gerichtlich durchzusetzen, das ist aber auch unter den Gerichten noch nicht abschließend, die sind sich nicht einig, sag ich jetzt mal. Also, manche sagen auch: „Na ja, Du beförderst damit ja das illegale Glücksspiel, indem Du den Leuten sozusagen die Möglichkeit gibst umsonst Geld zu verlieren und das dann zurückzubekommen“. Insofern möchte man das nicht unterstützen aus diesen Erwägungsgründen, aber viele Gerichte sagen auch, dass es diesen Anspruch gibt.

[00:09:24] Nina: Können wir denn dann Verbrauchern eigentlich helfen? Oder Felicitas, was würdest Du Verbrauchern raten? Grundsätzlich kann man sich ja uns wenden, wenn man ein Problem mit einem Unternehmen in einem anderen EU-Ausland hat. Und wenn ich jetzt mit so einer, ja, mit so einem Glücksspielanbieter auf Malta ein Problem habe, kann man sich dann an uns wenden? Können wir da konkret was tun, oder was würdest Du empfehlen? 

[00:09:44] Felicitas: Natürlich kann man sich an uns wenden. Wir prüfen dann erst mal, ob die genannten Voraussetzungen bestehen. Wir geben auch Rechts-Auskünfte, was dann den konkreten Fall angeht. Wir teilen die Fälle auch mit Malta oder mit dem jeweiligen Anbieter-Land.

[00:09:56] Nina: Also mit unseren Kollegen, die in dem Land sitzen und dann noch mal genauer oder das nationale Recht kennen und auch auf der Landessprache kommunizieren können.

[00:10:03] Felicitas: Genau. Und die treten auch in Kontakt mit den Anbietern. In den meisten Fällen kommen wir da nicht zu einer gütlichen Einigung, aber die Möglichkeit besteht natürlich immer, dass das doch mal der Fall wäre. Ich glaube, es gab jetzt tatsächlich auch mal einen Fall, wo erstattet wurde.

[00:10:19] Jonas: Jetzt haben wir vorhin über Online-Glücksspiel gesprochen beziehungsweise über Sportwetten etc. Wie ist es denn mit Online-Lotterien? Gibt es da irgendwie Einschränkungen? Muss ich da auf irgendwas achten, oder sind die grundsätzlich legal?

[00:10:33] Felicitas: Also auch bei den Lotterien sollte ich auf die White-List schauen, wenn ich mir nicht sicher bin. Was viel vorkommt oder was wir beobachten, was den Verbrauchern auch Problemen bereitet oder auch Personen, die in meinem Bekanntenkreis sind, zum Beispiel, dass es Anbieter gibt, wo Du denkst, Du spielst Lotto online, aber tust Du gar nicht, sondern Du gibst eine Wette auf Lotto ab sozusagen.

[00:10:55] Nina: Ach, krass! Weil, also bei Lotto, denkt man ja, das spielt mein Opa seit Jahren, da denkt man, da ist ja nichts Schlimmes dran. Oder, eigentlich?

[00:11:04] Felicitas: Die Lotterie, die ich offline spiele, wo ich mein Tippschein abgebe am Schalter, das ist alles zugelassen. Kannst Du auch in der White-List finden. Was es aber auch gibt, sind Zweit-Anbieter, die sich da sozusagen dranhängen. Also, da steht, Du spielst "Lotto 6aus49" oder "Eurojackpot" oder sonstiges. In Wirklichkeit gibst Du aber eine Wette ab, wie das Lotto ausgehen wird. Und entsprechend wird dann gequotelt und Du bist halt bei einem Buchmacher letztlich gelandet. Dieses Angebot ist illegal in Deutschland. Du hast grundsätzlich keinen Anspruch darauf, dass Deine Gewinne ausgezahlt werden. Auch wenn das in vielen Fällen passieren mag, sollte man vielleicht doch Abstand nehmen davon.

[00:11:42] Jonas: Ja, das ist das, was ich auch eingangs erwähnt hatte. Ich hatte auch mal bei so einem Anbieter gespielt. Wie Du vorhin gesagt hattest: deutsche Seite, sah alles seriös aus. Ich hab halt gedacht: "Ja, gut. Okay. Spiele ich halt ganz normal Lotto und hab halt gedacht, ist halt ein bisschen entspannter". Bis ich dann hier in den Recherchen darauf aufmerksam geworden bin, dass das, was ich gemacht habe, eigentlich illegal war und das ist ja dann auch der Punkt. Ich hab gedacht: "Okay, das sieht seriös aus. Das ist deutsch. Wenn es illegal wäre, würde es ja auch nicht in Deutschland angeboten werden".

[00:12:05] Felicitas: Genau! Aber diese Seiten sind auch so gestaltet, dass das ganz schwer zu erkennen ist. Also, da steht dann: "Ja, spielen Sie hier mit" oder was auch häufig vorkommt bei der Weihnachtslotterie in Spanien "El Gordo". Da steht dann: "Ja, kaufen Sie ein Hundertstel Los. Gibt's nur bei uns! Da kannst Du auch aus Deutschland mitspielen". Was aber tatsächlich nicht der Fall ist. Also, Du kaufst kein Los in dieser Lotterie. Es ist nur bewusst irreführend gemacht. Also, es ist wichtig, dass man Bescheid weiß, dass es so etwas überhaupt gibt. Und dann kann man das auch erkennen, denke ich. Wenn Du dann noch mal genau liest, was steht denn in der Beschreibung von dem Angebot? Oder im Zweifel sogar: Was steht in den AGB? Da steht dann so etwas wie: "Sie geben eine Wette, einen Tipp oder sonst etwas auf das Ergebnis einer Lotterie ab". Und in den Fällen, das sind dann die sogenannten Zweitlotterien oder schwarze Lotterien wird das auch genannt, die in Deutschland nicht legal sind und die man entsprechend nicht wahrnehmen sollte.

[00:13:00] Nina: Wir verlinken Dir auch noch mal ein FAQ, das ihr beide sogar zusammen mit noch anderen Kollegen und Kolleginnen erstellt habt. Ne, Jonas und Felicitas. Und da kannst Du das auch alles noch mal nachlesen. Die Tipps, die wir hier so geben. Hast Du noch einen abschließenden Tipp, Felicitas? Also, Du hast ja auch schon einige Hinweise jetzt gegeben. Würdest Du einem Online-Glücksspieler, -spielerin noch etwas raten?

[00:13:24] Felicitas: Na ja, also was ich schon eingangs gesagt habe. Check die White-List, schaue in die AGB. Ansonsten schau, ob Dein Glücksspielverhalten gut ist für Dich, für Dein Leben. Habe ich noch die Kontrolle darüber. Das ist natürlich auch immer wichtig. Und sonst, bei den legalen Anbietern spielen und die Verluste gering halten (lacht).

[00:13:45] Nina: Das ist natürlich auch wichtig zu sagen. Klar, wir näheren uns dem Thema jetzt hier heute aus Verbraucherschutzsicht, weil das unser Thema ist. Glücksspielsucht ist natürlich noch mal was ganz was anderes. Da können wir vielleicht auch noch mal einfach einen Link mit reinpacken, Jonas. Oder? Falls sich jemand dazu noch mehr informieren möchte.

[00:13:59] Jonas: Genau. Da haben wir einen Link, der heißt: "Check Dein Spiel". Da kann man dann wie so einen kleinen Fragebogen ausfüllen und der wertet dann aus, ob Du ein Risiko hast oder einen Drang zur Spielsucht, oder nicht? Also da sollte man dann auch entsprechend, vielleicht wie Du gesagt hast, Felicitas, sein Spielverhalten einfach noch überdenken oder auch hinterfragen, regelmäßig hinterfragen und sich gegebenenfalls auch Limits setzen, dass man nicht über seine Verhältnisse spielt.

[00:14:23] Nina: Wie immer, ich sage es am Ende total gerne: Wenn Du jemanden kennst, der Online-Glücksspiel macht, dann schicke dem oder derjenigen diese Folge doch gerne weiter. Und ansonsten freuen wir uns darauf, wenn wir uns das nächste Mal wieder hören. Und danke an Felicitas.

[00:14:37] Jonas: Danke an Felicitas. 

[00:14:38] Felicitas: Danke auch (lacht).

[00:00:00] Nina: Hallo zu "Hilfe, mein Toaster brennt!". Heute haben Jonas und ich für dich ein kleines Reise-Update. Ja, es ist immer noch Pandemie. Das ist leider so. Wir wollen nochmal ein paar Tipps geben, was man da momentan beim Reisen eigentlich so beachten muss. Hinzu kommt, dass Russland die Ukraine angreift. Ja, schreckliche News derzeit. die uns umgeben. Was ist jetzt, wenn ich ausgerechnet in eines oder über eines dieser Länder fliegen wollte. Mein Flug vielleicht ausfällt oder umgeleitet wird. Was muss ich generell momentan in dieser Situation beachten. Was muss ich derzeit beachten, wenn ich in Europa reisen möchte. Das gibt's heute bei uns mit Pauline, unserem Gast.

[00:00:49] Intro-Musik

[00:01:01] Jonas: Ja, auch ein schönes Hallo von mir. Schön, dass du da bist, Pauline.

[00:01:05] Pauline: Ja, ich bin schon wieder dabei.

[00:01:07] Jonas: Nina hat's ja auch gerade eben angesprochen. Heute ein bisschen was Ernsteres. Was natürlich schrecklich ist. Nicht nur für Europa, sondern weltweit, was da passiert gerade. Ja, ich würde jetzt nur mal kurz ein bisschen so die Sachen einordnen. Der Luftraum über allen EU-Staaten wurde für alle Flugzeuge gesperrt. Das soll jetzt erstmal für die nächsten drei Monate gelten. Je nach dem, was dann eben noch alles auf uns zukommt. Beziehungswiese wie sich die Situation dort entwickelt. Umgekehrt hat Russland den Luftraum für einige europäische Airlines gesperrt. Viele haben auch von vorne herein gesagt, sie versuchen jetzt, diese Gebiete vorsorglich zu umfliegen. so dass gar nicht mehr über Russland geflogen wird. Das betrifft eben viele Flüge, die in den asiatischen Raum gehen. Jetzt eben umgeleitet werden oder eventuell sogar annulliert werden. Pauline, worauf muss ich mich denn jetzt einstellen in dieser Situation, wenn ich wirklich so einen Flug gebucht habe, der Richtung Osten geht.

[00:02:12] Pauline: Ich schätze mal, dass sehr viele Flugstornierungen auf uns zukommen. Ich glaube es wurden jetzt auch schon einige Verbindungen gestrichen. Ich habe schon Nachrichten gesehen davon. Umleitungen können passieren. Ich gehe davon aus, dass uns auch in den nächsten Wochen und Monaten noch einige Verbraucheranfragen damit beschäftigen werden.

[00:02:32] Nina: Wie sollte ich denn konkret reagieren? Kann ich zum Beispiel davon ausgehen, dass mich die Fluggesellschaft darüber informiert? Muss ich mich eigenständig darüber informieren? Wie bekomme ich überhaupt die Information, dass der Flug jetzt ganz normal geht oder ob es da Änderungen gibt.

[00:02:49] Pauline: Auf jeden Fall mich informieren, das würde ich immer als Tipp geben. Das werdet ihr heute in diesem Podcast wahrscheinlich auch sehr häufig hören, diesen Satz. Selbst eigenständig nachschauen, auch wenn man normalerweise per Mail von der Fluggesellschaft informiert wird, ob der Flug ausfällt oder verspätet abfliegt oder ob ein Alternativflug angeboten wird. All das kommt normalerweise per Mail. Aber wir hatten auch schon Fälle gesehen, wo das aus irgendeinem Grund nicht passiert ist. Technisches Problem, keine Ahnung. Dann ist es immer gut, vorsorglich nochmal nachzuschauen und sich selbst zu informieren, ob der Flug auch geht.

[00:03:29] Nina: Heißt konkret auf die Webseite der Airline zu gehen?>

[00:03:30] Pauline: Genau.

[00:03:31] Nina: Wir haben vorhin kurz den Check gemacht bei der Lufthansa zum Beispiel gibt's dort schon gleich auf der Startseite.

[00:03:37] Pauline: Auch mal schauen, was sagt das Auswärtige Amt zu meinem Reiseland, wenn ich vielleicht wirklich als Zielland eines der Länder hab, die betroffen sind. Das kann auch hilfreiche Informationen geben, ob es da überhaupt Flüge gibt. Wenn meine Airline vielleicht noch gar nicht so schnell war und mich noch nicht informiert hat.

[00:03:54] Jonas: Auf was muss ich mich denn jetzt einstellen, wenn ich Passagier bin und ich hab jetzt eine Reise in den asiatischen Raum geplant gehabt. Und sag jetzt von mir aus: Ah, ich hab jetzt ein bisschen ein ungutes Gefühl im Magen. Ich weiß nicht, ob ich jetzt fliegen soll oder nicht. Eben aufgrund der angespannten Situation. Kann ich dann einfach meinen Flug stornieren oder geht das nicht so einfach, wie man sich das vorstellt.

[00:04:15] Pauline: Man kann sicher den Flug stornieren, aber man muss vorher den Blick in die Stornierungsbedingungen werfen. Je nachdem, was man für einen Tarif gebucht hat, kann das entweder gar keine Stornierungsgebühren kosten oder man kann vielleicht auch gar kein Geld zurückbekommen. Wobei mir natürlich immer einfällt, wenn ein Flug nicht angetreten wird, sind eigentlich immer die ungenutzten Steuern und Gebühren von der Airline zurückzuzahlen. Egal, ob ich jetzt einen flexiblen Tarif gebucht habe oder nicht. Dass mindestens muss immer zurückgezahlt werden.

[00:04:44] Jonas: Heißt du würdest auch eher empfehlen, dass man ein flexibles Ticket kaufen sollte. Grundsätzlich jetzt in dieser aktuellen Situation, nicht nur mit dem Krieg in der Ukraine? Eben auch aufgrund von Corona, weil sich da immer wieder was ändern kann?

[00:04:56] Pauline: Ja, aber auch da muss man genau immer in die Bedingungen gucken. Wie gesagt, wir werden euch heute sehr oft sagen, dass ihr genau lesen müsst, ob nicht vielleicht genau eine Ausnahme besteht. Da nochmal gucken, wann genau kann ich stornieren oder in welchen Fällen kann ich kostenfrei stornieren? Wie lange? Manchmal ist das auch zeitlich abhängig bis zu so und so viele Tage vorher oder ab so und so vielen Tagen vorher. Also da muss man ganz genau schauen.

[00:05:20] Nina: Reine Angst davor, in eine bestimmte Richtung jetzt zu reisen, über zum Beispiel Russland jetzt nach Asien zu reisen, reicht jetzt nicht, damit ich mein Geld einfach wiederbekomme.

[00:05:30] Pauline: Nein.

00:05:31] Nina: Das erinnert mich auch, den Tipp hast du oder deinen Kolleg:innen, habt ihr uns ja auch schon gegeben mit Corona. Also die reine Angst vor einer Ansteckung, weil in dem Land, in das ich reisen möchte, vielleiht gerade die Inzidenz besonders hoch ist, das reicht meistens nicht. Also man sollte nicht davon ausgehen, dass ich mit diesem Argument dann einfach mein Geld zurückbekommen kann.>

[00:05:49] Pauline: Ganz genau so ist es ja. Nur weil ich Angst habe, in dieses Land zu reisen, kann ich nicht kostenfrei stornieren.

[00:05:58] Jonas: Wie sieht es dann jetzt mit möglichen Preisanpassungen aus? Wie gesagt, die Flüge fliegen jetzt nicht mehr über Russland. Versuchen eben den Süden Russlands zu nehmen. Heißt, über die Türkei. Was natürlich auch heißt, dass man mit längeren Flugzeiten rechnen muss. Kann die Airline da im Nachhinein den Preis noch erhöhen?

[00:06:15] Pauline: Das kann sie nur dann, wenn sie eine entsprechende Klausel in den Beförderungsbedingungen hat. Das ist aber bei den allerwenigsten Airlines der Fall. Also mir wäre jetzt erstmal keiner bewusst. Das heißt natürlich nicht, dass es nicht sowas gibt. Aber erstmal muss das im Vertrag stehen. Sonst können die das nicht einfach so ändern.

[00:06:33] Jonas: Heißt die AGB genau durchlesen.

[00:06:35] Pauline: Genau.

[00:06:35] Nina: Hier kommt der Satz wieder.

[00:06:36] Jonas: Ist da irgendwie eine Preiserhöhungsklausel drin. Ich weiß nicht, wie das juristisch.

[00:06:43] Pauline: Veränderungsklausel. Ist kein fester Begriff.

[00:06:46] Jonas: Also genau durchlesen auch hier der Tipp. Sich genau informieren, ob das, was ich gebucht habe, irgendwie, ob sich da die Preise ändern können oder nicht.

[00:06:54] Nina: Und was ist, wenn die Airline von sich aus den Flug absagt? Weil die vielleicht eben keine andere Route wählen können. Oder egal, aus irgendeinem anderen Grund jetzt entscheiden, dass mein Flug jetzt generell flachfällt. Dann bekomme ich aber schon Geld zurück? Oder wie ist das dann?

[00:07:08] Pauline: Genau, wenn die Airline den Flug storniert, dann ist das anders. Dann muss die das Geld komplett zurückzahlen, was du für den Flug gezahlt hast. Steuern und Gebühren, das hatte ich ja schon gesagt, sind sowieso immer zurückzuzahlen. Aber Achtung, wenn du über einen Vermittler gebucht hast, kann es sein, dass du die Vermittlungsgebühren nicht zurückbekommst.

[00:07:25] Nina: Vermittler, kannst du das nochmal erklären, weil einem das vielleicht nicht immer bewusst ist: Was das genau ist, wie das nochmal funktioniert?

[00:07:32] Pauline: Viele Leute suchen ja den Flug nicht direkt über die Webseite der Airline, sondern die suchen bei solchen Portalen, wo man Flüge vergleichen kann. Dann wird ja der billigste Flug angezeigt. Und oft bucht man dann bei Vermittlern. Weil man nicht direkt über die Airline bucht, sondern auf der Webseite von einem anderen Unternehmen.

[00:07:51] Jonas: Wie ist es, wenn ich jetzt nur den Flug bezahlt habe über die Airline. Beziehungsweise wie ist es, wenn ich jetzt als Pauschalreisender, der jetzt den Flug plus Hotel hat, an wen wende ich mich da, wenn es Probleme gibt mit den Flugzeiten, Flugänderung oder Flugannullierung?

[00:08:06] Pauline: Ja, das ist jetzt nochmal eine ganz andere Frage, weil bei Vermittler ist auch nur der Flug gebucht. Bei einer Pauschalreise da habe ich dann wieder zwei Reiseleistungen zusammen gebucht. Bei dem Vermittler ist es so, dass es einfach nur nochmal so eine Zwischenperson ist, die mir das vermittelt, den Flug. Ich könnte den Flug genauso gut auch auf der Webseite buchen von der Airline. Bei der Pauschalreise ist das wie gesagt ein bisschen anders. Wo ich da buche, das ist auch mein Reiseveranstalter. Manche Vermittler vermitteln gleichzeitig Pauschalreisen und einfache Flugreisen. Wenn ich da eine Pauschalreise gebucht habe, dann ist immer noch der Vermittler mein Reiseveranstalter und Ansprechpartner. Bei der Flugbuchung über den Vermittler ist eigentlich die Fluggesellschaft verpflichtet, wenn die den Flug annulliert, den Flug zurückzuzahlen.

[00:08:59] Jonas: Wenn du selbst einen Flug gebucht hast, immer direkt an die Airline. Aber wenn du es eben über einen Reiseveranstalter geplant hast mit einer Pauschalreise, dann an den Reiseveranstalter wenden.

[00:09:08] Pauline: Genau richtig.

[00:09:09] Nina: Jonas, du hast es ja gesagt, also Pauschalreise ist ja immer: Ich habe zwei Leistungen in irgendeiner Form in einem Paket, sag ich jetzt mal. Zum Beispiel eben Flug und Hotel. Und ich bekomm dann immer diesen Pauschalreiseschein? Daran erkenne ich das? Weil manchen ist das vielleicht auch gar nicht bewusst, dass sie eine Pauschalreise gebucht haben, auch wenn es im rechtlichen Sinne eine ist.

[00:09:29] Pauline: Und umgekehrt. Sie denken, sie haben eine gebucht und denken, die gleichen Regeln gelten. Aber es gelten eben nicht die gleichen Regeln für eine Pauschalreise wie für eine Flugbuchung.

[00:09:39] Nina: Da wende ich mich an den Veranstalter mit diesen ganzen Fragen dazu, ob ich jetzt überhaupt noch reisen kann.

[00:09:44] Pauline: Ja. Und beim Vermittler ist es so, wenn ich über einen Vermittler gebucht habe, muss ich mich in erster Linie an die Airline wenden. Manchmal kommen dabei Probleme auf, weil dann die Airline auf den Vermittler verweist und umgekehrt. Das ist manchmal schwierig. Deshalb würde ich immer empfehlen: Wenn man jetzt noch einen Flug buchen möchte, um sowas zu vermeiden, würde ich lieber gucken, ob über die Airline direkt ein Flug mit ähnlichen Preisen oder Bedingungen zu finden ist.

[00:10:13] Jonas: Und was würdest du grundsätzlich für einen Tipp geben? Macht es mehr Sinn, eine Individualreise zu buchen oder eine Pauschalreise? Gibt's da einen Unterschied, was die Recht anbelangt?

[00:10:20] Pauline: Ja, da gibt's Unterschiede, was die Rechte angeht. Ich würde jetzt aber nicht sagen, dass eine ist besser als das andere. Es kommt immer darauf an, wie man reisen möchte. Bei der Pauschalreise ist man eben relativ daran gebunden, was vorher vereinbart wurde. Andere Leute reisen aber lieber so, dass sie unterwegs schon schnell etwas umändern können, von einem Hotel zum anderen fahren, sich spontan entscheiden können, ob sie an dem Ort bleiben möchten noch ein paar Tage oder nicht und das ist bei der Pauschaleise sehr sehr viel schwieriger.

[00:10:50] Jonas: Ich hätte da auch noch eine kurze Frage. Wir haben jetzt viel über Flugreisen Richtung asiatischer Raum angesprochen. Wie sieht es da aus mit den EU-Flugastrechten? Gelten die da auch? Oder ist das außerhalb der EU und deswegen ist das eingeschränkt?

[00:11:04] Pauline: Die Fluggastrechteverordnung von der EU gibt Anspruch zum einen auf eine Ausgleichszahlung. Und zum anderen auf die Erstattung des Flugpreises, wenn der Flug annulliert wird oder eine bestimme Zeit verspätet wird. Also es sind zwei verschiedene Dinge. Die Ausgleichszahlung wäre im Hinblick auf en asiatischen Raum wahrscheinlich nicht fällig. Weil Krieg und Krisen jeglicher Art zu den außergewöhnlichen Umständen zählen. Außergewöhnliche Umstände sorgen dafür, dass die Airline keine Ausgleichzahlung leisten muss. Aber das heißt nicht, dass sie nicht auch den Flugpreis erstatten muss. Wo das jetzt gilt, das ist immer dann der Fall, wenn die Airline in Europa sitzt und man aus einem anderen Drittland in die EU einreist. Oder, wenn man aus der EU startet, egal, wo die Airline sitzt.

[00:11:53] Nina: Und es gibt auch noch diese Regelung, dass man Anspruch hat manchmal auf Essen, Getränke auf Telefonate. Vielleicht erfahre ich nämlich erst am Flughafen selber, dass mein Flug ausfallen musste.

[00:12:07] Pauline: Richtig. Oder sogar, wenn ich schon beim Umstieg bin und ich bin schon eine Teilstrecke geflogen. Kann auch passieren. Und dann habe ich Anspruch auf eine Unterkunft, auf zwei Telefongespräche, auf meine Verpflegung.

[00:12:19] Nina: Das verlinken wir natürlich auch alles nochmal in den Show Notes, diese Regeln. Und Pauline, du hast mich vor dem Gespräch darauf aufmerksam gemacht. Wir haben ja immer noch diese Pandemie im Gange, die so gewisse Einreiseregelungen fordert. Manchmal muss ich einen Test machen, muss einen gewissen Impfstatus haben. Wenn jetzt meine Reiseroute aufgrund einer Krise, eines Krieges geändert wird, vielleicht gelten dann ja auf einmal ganz andere Einreiseregelungen, weil ich einen ganz anderen Zwischenstopp habe.

[00:12:50] Pauline: Genau, wenn die Route geändert wird, ich muss mich immer noch informieren und regelmäßig informieren: Wo lande ich eigentlich zwischendurch und welche Regeln gelten da? Gilt da für den Transit was Anderes? Muss ich vielleicht einen Extratest machen? Was brauche ich für Nachweise? Das sollte man gut im Blick behalten. Und dafür sollte man sich immer informieren beim Auswärtigen Amt zum einen, auf den Reisehinweise. Und ansonsten gibt es auch immer noch das Re-open EU, wenn man innerhalb der EU umsteigt oder reist.

[00:13:23] Nina: Das ist eine App oder eine Webseite, glaube ich.

[00:13:26] Jonas: Ich kenn's als Webseite.

[00:13:29] Pauline: Das ist sehr sehr gut, weil da kannst du genau deine Reiseroute innerhalb der EU planen und dann wird die angezeigt, welche Regeln zu beachten sind.

[00:13:38] Nina: Hast du einen abschließenden Tipp, Pauline, den wir jetzt vergessen haben? Irgendwas, das man unbedingt noch beachten sollte momentan?

[00:13:45] Pauline: Ich glaube, ich habe alle gesagt, aber wirklich regelmäßig informieren ist das einzige, was ich immer wieder nur wiederholen kann. Auch kurz vor der Reise, während der Reise immer wieder nachschauen, welche Regeln gelten. Die können sich ja wirklich sehr schnell ändern.

[00:14:02] Nina: Vielen Dank für diese ganzen Infos von dir heute. Wir haben auch vorher auch drüber diskutiert. Es ist natürlich kein politischer Podcast bei uns hier. Ich hoffe wir konnten dir aus Verbraucherschutz-Sicht ein paar Fragen klären, die man, ja, vielleicht momentan hat.

[00:14:18] Jonas: Man merkt glaube ich auch, wir sind alle so ein bisschen überfordert von der Situation. Ich meine, wir haben alle mitbekommen, was da letzten Donnerstag schlimmes passiert ist. Man kann nur hoffen, dass es ein gutes Ende findet, dass es bald aufhört, dieser schreckliche und unnötige Krieg.

[00:14:38] Pauline: Ich hoffe auch, dass wir das Thema in angemessener Weise behandelt haben, auch wenn es bei uns mehr um die Hinweise geht, was ihr beachten müsst beim Reisen. Auch wenn vielleicht vielen von uns jetzt gerade nicht nach Reisen ist. Aber es gibt vielleicht den ein oder anderen, der keine andere Möglichkeit hat und reisen muss oder möchte. Und für den sind wir natürlich trotzdem da.

[00:15:00] Jonas: Wir hoffen, dass dir diese Folge trotzdem gefallen hat. Wenn ja, dann schicke uns doch gerne einen Kommentar, like den Podcast oder leite ihn weiter...>

[00:15:08] Nina: ... an Freunde, Familie, die vorhaben, zu reisen.>

[00:15:12] Jonas: Ja und wir können eigentlich nur sagen: Bleibt gesund, passt auf euch auf und wir freuen uns, wenn ihr nächstes Mal wieder reinschaltet.

[00:15:19] Nina: Ganz genau. Bis sehr bald!

[00:00:00] Nina: Hallo und willkommen zu einer neuen Folge von "Hilfe, mein Toaster brennt!". Wie würdest du reagieren, wenn du eine SMS bekommst, in der steht: Du sollst hunderte Euro zahlen für Telefonsex, den du angeblich genutzt hast. Dies Masche, die kommt tatsächlich immer mal wieder bei uns rein. Jonas und ich wollen dir heute Tipps geben, wie du dich dagegen wehren kannst. Vor allem erklären wir auch, warum es gar nicht so wichtig ist, ob du den Dienst jetzt eigentlich tatsächlich genutzt hast oder ob du da gar nie angerufen hast. 

[00:00:30] Intro-Musik

[00:00:45] [Jonas und Nina lachen]

[00:00:47] Jonas: Nina und ich machen gerade voll den Blick-Battle [lacht].

[00:00:50] Nina: Ich hab verloren!

[00:00:52] Jonas: Wir wussten nicht, wer anfangen soll. Nina hat angefangen zu lachen, also darfst du anfangen.

[00:00:56] Nina: Damn it. Ha, OK. Hallo, Jonas! [lacht]

[00:00:57] Jonas: Hallo, Nina! [lacht]

[00:00:59] Nina: Erzähl mal, heute geht's ja um Telefonsex. 

[00:01:02] Jonas: Genau. Ist eine momentan große Anzahl an Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich da bei uns melden. Und zwar, du hast es gesagt, es geht um angeblichen Telefonsex, denn man genutzt haben soll. Die Firmen sind meistens aus Tschechien. Und da bekommst du schöne saftige Rechnungen. Mittlerweile nicht mal mehr nur per Brief, sondern auch per WhatsApp oder per SMS. Aber wie machen die das, Nina? Warum kommen die irgendwie an unsere Daten? Oder muss man den Dienst wirklich genutzt haben, um sowas zu bekommen?

[00:01:31] Nina: Das ist eine der ganz großen Fragen. Wieso landen die ausgerechnet bei mir? Das ist tatsächlich schwer nachzuvollziehen. Aber an sich kann es wirklich jeden treffen. Und in diesen Schreiben eben einfach behauptet, ja, du hast da angerufenen an dem und dem Datum. Es wird sogar relativ präzise so genannt. Hier kommt die Rechnung für die Nutzung der Telefonsex-Hotline. Da steht dann auch ein Datum, manchmal die Dauer. Manchmal noch die Nummer, mit der man da angerufen hat. Das ist dann vielleicht auch wirklich meine Nummer. Ja, wie geht man damit um? Muss ich da jetzt zahlen? Der Menschenverstand sagt ja so, wenn ich das nicht genutzt habe, dann ne, natürlich nicht.

[00:02:08] Jonas: Ja also ich als Nicht-Jurist würde jetzt einfach sagen, das sind einfach Betrüger. Punkt, aus, fertig. Also wir haben da teilweise gesehen, wir haben ja ein bisschen uns informiert, recherchiert, dass da für eine Gesprächsminute schon 90 Euro verlangt wird. Und das ist ja überhaupt nicht im Verhältnis. 

[00:02:22] Nina: Selbst, wenn, muss man natürlich aufgeklärt werden. Es muss ja irgendwie ersichtlich sein, wie die Preistabelle da so ist. Ich kann nicht einfach für irgendwas berechnet werden.

[00:02:34] Jonas: Das eigentliche Problem ist, das fängt meistens so bei 90 Euro an. Kann aber bis so 400, 500 Euro gehen. Das Problem ist, dass diese Unternehmen immer wieder ihre Namen ändern. Wir haben hier zwei bekannte, das sind Phonemax und Mediascape, das sind so die bekanntesten. Aber es gibt da so viele Unternehmen mittlerweile. Wir aktualisieren das immer auf unserer Webseite. Da könnt ihr gerne mal draufschauen. Aber das Problem ist eben: Wie gehe ich damit um, wenn ich so eine Mahnung bekommen habe? Soll ich dann einfach blind bezahlen?

[00:03:01] Nina: Der Tipp von unseren Juristen und Juristinnen ist: Also bezahlen auf keinen Fall. Was ich nicht genutzt habe, zahle ich nicht. Und wenn ich auch nur es habe anklingeln lassen, kann man mir auch nicht einfach 90 Euro berechnen. Und wenn ich Telefonsex genutzt habe und, wie du meintest, vielleicht ein paar Minuten lang, kann auch nicht einfach so eine Riesensumme von mir verlangt werden. Was man aber schon tun sollte, ist, da schriftlich widersprechen. Heißt, da hinschreiben, ich habe das nicht genutzt, ich widerspreche dieser Forderung. Was du da genau schreiben kannst, dazu haben wir ein Musterscheiben auf unserer Webseite, auf evz.de, das verlinken wir natürlich auch nochmal. Das kannst du einfach nehmen, copy & paste in eine Mail reinmachen, wenn da eine E-Mail-Adresse angegeben ist oder als Brief an die Adresse schicken oder an die SMS antworten. Somit kannst du schriftlich dann immer belegen, dass du da wirklich aktiv geäußert hast: Ne, war ich nicht.

[00:04:04] Jonas: Das wichtigste ist auch, man darf sich da nicht unter Druck setzen lassen. Das ist, glaube ich, der Punkt, dass man auch nicht bezahlen soll. Ich denke, das sind so die zwei wichtigsten Punkte. Weil da kommen schon sehr aggressive Mahnschreiben rein. Also die drohen auch damit, dass sie irgendwann dein angebliches Vergehen leaken wollen und das öffentlich machen wollen. Viele Leute haben dann natürlich Angst und denken sich: Ok, dann bezahle ich lieber und hoffentlich lassen die mich dann in Ruhe. Aber wir können da nicht pauschal sagen: Jo, wenn du bezahlst, lassen die dich in Ruhe. Es kann sein, dass es dann noch viel schlimmer wird. Weil sie wissen: Ok, der ist zahlungswillig, da machen wir einfach weiter. Deswegen auf gar keinen Fall bezahlen. Die Tipps nutzen, die Nina auf jeden Fall gesagt hat, widerrufen, und wenn‘s gar nicht anders geht, zu uns kommen. 

[00:04:48] Nina: Wir haben von einem Verbraucher auch eine SMS weitergeleitet bekommen. Wenn man hetzt weiß, dass das eine Betrugsmasche ist, ist das fast schon wieder witzig. Weil da stand dann drin: Telefonsex macht Spaß, aber nur, wenn man dafür auch bezahlt. 

[00:05:00] Jonas: Und dann kam die Rechnung: 450 Euro. Ja, macht Spaß.

[00:05:03] Nina: Da waren dann noch dabei so Verzugszinsen. Es sieht schon irgendwie so aus, ne, so und so viel Euro kostet die Dienstleistung, so und so viel kommt jetzt an Verzugszinsen hinzu. Vermutlich ist einfach alles nur erfunden, diese ganzen Posten? Also es ist halt auch überhaupt nicht nachvollziehbar, woher jetzt diese ganzen Preise kommen. 

[00:05:24] Jonas: Ja und auch da, ein seriöses Inkasso-Unternehmen würde dir niemals irgendwie Druck machen, dass du jetzt sofort bezahlen musst, weil es sonst vor Gericht geht. Auch nicht in diesem Rhythmus, dass du so gefühlt alle zwei Wochen ein Schreiben bekommst, deswegen nochmal der Tipp: Einfach nicht bezahlen, auf jeden Fall widersprechen, aber du musst dir keine Sorgen machen. Selbst wenn du den Dienst in Anspruch genommen hast und du wurdest nicht richtig aufgeklärt über die Kosten, lieber nicht zahlen und sich an uns wenden, bevor man bezahlt und dann vielleicht weiter von denen belästigt wird. 

[00:05:54] Nina: Dass, wenn du eben selber schon mal versucht hast, da hinzuschreiben, und du dann doch immer weiter noch belästigt wirst, dass kann natürlich sein. Auch wenn du da schon widersprochen hast, können weitere Mahnungen, weitere Rechnungen, weitere inkasso-Schreiben kommen. Das kann sein. Da brauchst du echt einen harten Panzer, um das aushalten zu können, weil der Druck immer höher wird. Dann kannst du dich natürlich auch an uns wenden, ans Europäische Verbraucherzentrum. Den Kontakt-Link, den machen wird auch nochmal in die Show Notes. Dann gucken sich das unsere Juristen hier an und unsere Juristinnen. Und die können dir da vielleicht doch nochmal einen Tipp geben oder dich auch nochmal beruhigen. Weil das psychologisch einfach so das schwierige da dran ist.

[00:06:33] Jonas: Ich stell mir das auch unangenehm vor, du hast einen Partner oder eine Partnerin und dann kriegst du irgendwie eine SMS und dann steht drin: Du hast angeblich Telefonsex in Anspruch genommen und musst dafür jetzt 500 Euro bezahlen.

[00:06:46] Nina: Das ist ja auch kein Zufall, oder? Auch mit diesen Potenzpillen. Diese Masche hatten wir ja mal in einer anderen Folge. Wer spricht denn da auch gerne drüber?

[00:06:55] Jonas: Das ist einfach unangenehm.

[00:06:58] Nina: Es sind wohl auch ältere Menschen betroffen. Vielleicht betrifft es auch deine Großeltern zum Beispiel. Ich glaube, gerade die Generation ist etwas weniger internetaffin oder hat schnell mal den Eindruck: Mist, ich hab da ja doch mal meine Nummer, meine Daten eingetragen oder ich hab da ja mal wo angerufen und hatte die falsche Nummer und vielleicht war das das dann. Man kann sich schon auch relativ schnell schuldig fühlen, glaube ich. So Mist, ich hab mich da mal vertan.

[00:07:29] Jonas: Deswegen: Falls du jemanden kennst oder es dir sogar selbst passiert ist, dann gerne die Folge wieder teilen. Das war eigentlich nur so eine kleine Update-Folge heute. Wir wollten über eine aktuelle Betrugsmasche informieren. 

[00:07:41] Nina: Unbedingt ein Abo dalassen, weil dann wirst du immer informiert über aktuelle Maschen. 

[00:07:45] Jonas: Und immer gerne mal auf unserer Webseite vorbeischauen, da haben wir auch unter der Rubrik "Vorsicht Falle" ein paar Infos. Guck da gerne mal vorbei. In diesem Sinne wünschen wir noch einen schönen Tag und bis zum nächsten Mal!

[00:07:54] Nina: Mach‘s gut!

[00:00:00] Jonas: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge: "Hilfe, mein Toaster brennt!". Schön, dass Du wieder eingeschaltet hast. Heute haben Nina und ich eine abschließende Folge zu unserem Plüsch-Einhorn, was wir bestellt haben und was leider nie angekommen ist. Wir haben da eine Menge Geld für bezahlt. Haben alles Möglich gemacht. Wollten unser Geld zurückholen. Das hat alles nicht geklappt. Dafür haben wir uns heute Hilfe geholt und zwar die liebe Pauline. Die wird uns heute erklären, was wir noch für Möglichkeiten haben und wenn Du wissen willst, wie das ausgegangen ist, dann unbedingt dran bleiben.

[00:00:25] Intro-Musik

[00:00:35] Nina: Hallo, Pauline.

[00:00:37] Pauline: Hallo.

[00:00:38] Nina: Cool, dass du heute mit dabei bist.

[00:01:26] Pauline: Ja, danke.

[00:00:41] Jonas: Ich hab auch gesehen, der Jingle hat die sehr gut gut gefallen. Du warst im Beat mit dabei.

[00:00:43] Pauline: Ja, ich liebe den.

[00:00:47] Nina: Pauline ist Juristin bei uns hier im EVZ, dem Europäischen Verbraucherzentrzum. Meistens haben wir hier ja Juristen von uns zu Gast. Wenn Jonas und ich alleine nicht weiterkommen. Das ist heute mal wieder so ein Fall.

[00:01:00] Jonas: Ich habe es eingangs gesagt: Wir haben ein Einhorn bestellt. Und es ist nicht angekommen.

[00:01:04] Nina: Es ging los in der Folge: "Hilfe, meine Kuscheldecke stinkt!" 

[00:01:08] Paunline: (lacht)

[00:01:09] Nina: Da ging es um das Thema Dropshipping. Was das ist, das erfährst Du also in dieser Folge. Wir haben bei einem Shop bestellt, wo wir davon ausgehen, dass er Dropshipping macht. Das ist quasi, der hat die Ware gar nicht auf Lager.

[00:01:22] Jonas: Und bestellt die irgendwo anders. 

[00:01:24] Nina: Genau! Und ja, wir wollten mal gucken, wie das läuft so in der Realität, weil wir dann schon gehört haben von Verbrauchern, dass die Qualität oft nicht so gut ist von den Produkten. Und, dass es sehr lange Lieferzeiten geben kann. Ich habe am 10. Juni 2021, ich habe gerade eben nochmal nachgeschaut, da habe ich bestellt. 

[00:01:47] Jonas: 40 Euro hat uns das gekostet. In UK (Anm. der Redaktion: Großbritannien) haben wir bestellt.

[00:01:50] Nina: Jetzt ist Januar 2022 und wir haben es immer noch nicht bekommen. Schon ein bisschen traurig. Also es sollte ein Plüsch-Einhorn sein, das rosa ist und Licht macht. Kurios war auch noch, dass aus irgendeinem Grund, mir ein paar Cent mehr als der Endbetrag auf meiner Bestellbestätigung abgezogen wurde auf meinem Konto. Was wir bis heute nicht wissen, warum. Also wir haben da auch hingeschrieben natürlich und mehrmals nachgefragt: "Wo ist eigentlich das Einhorn?" und "Warum wurde mir da eigentlich mehr abgezogen?" und die haben uns nie geantwortet. 

[00:02:23] Jonas: Und deswegen haben wir uns Pauline geholt, weil wir haben uns gesagt: "Pauline, was können wir tun?"

[00:02:29] Pauline: Das ist ein Fall für Dich (lacht)!

[00:02:32] Jonas: Wir haben 40 Euro ausgegeben. Wir haben leider nichts bekommen. Wir haben unser Chargeback-Verfahren, also, dass Du den Betrag von deiner Kreditkarte zurückbuchen lassen kannst, haben wir verstreichen lassen die Frist.

[00:02:42] Nina: Ja, das haben wir irgendwie verpennt. Die Bank hatte ich mal angefragt

[00:02:46] Jonas: Aber da war es schon zu spät. Wir haben jetzt nicht unbedingt Lust vor Gericht zu gehen wegen 40 Euro. Was kann ich da tun?

[00:02:50] Nina: Aber ich will mein Einhorn!

[00:02:53] Pauline: Also das Einhorn,... ich denke da stehen die Chancen sehr sehr schlecht, dass noch ankommen soll. Man könnte natürlich auch noch darauf bestehen, aber es sieht schlecht aus. Also darauf zu bestehen könnte ziemlich schwierig werden. Allerdings auch das Geld zurückzubekommen sieht auch nicht ganz so einfach aus. 

[00:03:15] Nina: Neeeeeeeein. 

[00:03:16] Jonas: Dann schuldet mir Nina 20 Euro.

[00:03:17] Nina: Mist! Auch noch...

[00:03:20] Pauline: Weil ihr ja nach dem Brexit nicht nur gekauft habt, sondern der auch nich dazwischen gekommen ist.

[00:03:27] Nina: Laut Webseite sitzt der Shop nämlich in UK.

[00:03:30] Pauline: Ja, und da das durchzusetzen ist recht schwierig inzwischen. Das war vorher einfacher. Natürlich bleibt euch noch immer der Weg über das EVZ, also über uns.

[00:03:42] Jonas: Ein bisschen Eigenwerbung schadet nie (lacht).

[00:03:44] Pauline: Ja, in dem Fall ist es tatsächlich in vielen Fällen, wenn es um Großbritannien geht, eine gute Möglichkeit oder eine der wenigen, die noch bleiben. Da auch die, wenn man doch vor Gericht gehen wollte, da die europäischen Verfahren nicht mehr gehen. Das Chargeback hätte ich euch empfohlen, aber das war leider schon zu spät.

[00:04:04] Nina: Wir verlinken euch trotzdem nochmal den Artikel, wie das genau funktioniert das Chargeback. Wie ich da was zurückbuchen kann und in welchen Fällen. Und wenn Du da schnell bist, kann das auch echt funktionieren und eine super Lösung sein.

[00:04:14] Pauline: Da muss man nämlich schnell sein. Das ist ganz wichtig. Ja, ansonsten würde ich, wenn ich so einen Fall auf dem Tisch habe, als erstes auch noch an einen möglichen Betrugsversuch denken. Dass vielleicht da jemand etwas verkauft und das stimmt alles gar nicht. Der hat vielleicht diese Dinge gar nicht und behauptet, er kann euch das verkaufen. Und ja, am Ende steht ihr ohne alles da und habt nur das Geld bezahlt. Da bleibt natürlich immer nur der Weg zur Polizei, wenn man das vermutet. Auch wenn das relativ aussichtslos sein kann. Das kann aber auch sehr wichtig für das Chargeback sein manchmal.

[00:04:47] Jonas: Also braucht man da einen Nachweis, dass da irgendwie was betrügerisches oder irgendwie was nicht ganz funktioniert hat?

[00:04:53] Pauline: Das kann sein, ja. 

[00:04:55] Jonas: Ok. Das wusste ich nicht

[00:04:56] Pauline: Nicht immer, aber ist möglich. Kommt immer auf die Fallkonstelation an. Worum geht es genau. In so einem Fall könnte das schon sein. 

[00:05:05] Jonas: Was könnten wir jetzt konkret so in unserem Fall jetzt machen? Ich meine, wir haben alles versucht und du hattest vorhin gemeint als UK (Anm. der Redaktion: Großbritannien) noch in der EU war, wäre es einfacher gegangen. Was bedeutet das?

[00:05:15] Pauline: Das vielleicht auch Schlichtungsverfahren möglich gewesen wären, die jetzt nicht mehr zur Verfügung stehen, weil vieles auch an die EU gebunden war, dass das Verbraucher aus der EU sind.

[00:05:27] Nina: Zum Thema "Schlichtung" haben wir übrigens auch schon mal Folgen gemacht. Da kannst Du dann auch nochmal nachhören, was das genau ist und wie das funktioniert.

[00:05:34] Pauline: Also das wäre auch eine häufig kostenfreie Möglichkeit, irgendwas durchzusetzen oder Druck auszuüben auf den Unternehmer. Also in eurem Fall: Dadurch, dass der Brexit schon durch ist, würde ich nur noch auf die gerichtlichen Möglichkeiten gehen und eben das EVZ in eurem Fall.

[00:05:55] Jonas: Jetzt sagst du, gerichtlich. Ich stelle mir da vor, du brauchst wahrscheinlich einen Anwalt? Ich denke die wenigsten können sich selbst vor Gericht vertreten. Steht das im Verhältnis? Ich meine wir haben jetzt 40 Euro ausgegeben und dann auf der anderen Seite die Anwaltskosten?

[00:06:07] Nina: Also ich muss da jetzt ganz ehrlich sagen, ich würde da wahrscheinlich nicht mal auf die Idee kommen. Also ich würde es für mich verbuchen unter: Echt blöd gelaufen. 40 Euro verloren halt, ne?!

[00:06:16] Pauline: Es ist tatsächlich aus meiner Sicht auch so, dass man da natürlich abwägen muss: Ist mir das jetzt wert, da nochmal Geld reinzustecken? Wie sagt mein Kollege immer so gern: Gutes Geld dem schlechten hinterherwerfen.

[00:06:32] Nina: Welcher Kollege von uns sagt so was?

[00:06:34] Pauline: Das sagt der André! (lacht) Muss man sich echt gut überlegen. Natürlich vor Gericht, wenn man dann Recht bekommt, dann ist das in den meisten Fällen so, dass auch Anwaltskosten wieder zurückgezahlt werden müssten.

[00:06:45] Jonas: Aber Du musst ja trotzdem erst in Vorleistung gehen.

[00:06:48] Pauline: Dafür muss man aber erstmal Recht bekommen. Und dann muss man aucht die...

[00:06:53] Jonas: Die Zeit vielleicht auch mitrbingen? Weil so ein Gerichtsverfahren kann ja, also bis es mal dazu kommt vergeht ja auch nochmal ein bisschen Zeit.

[00:06:59] Pauline: Es dauert sehr, sehr lange und es kann ja auch immer sein, dass das Unternehmen vielleicht Pleite geht in der Zwischenzeit oder bereits Pleite ist. Und auch dann kriegt man das Geld einfach nicht wieder. Auch wenn man einen Anspruch darauf hat, aber wo nichts ist kann man auch nichts holen.

[00:07:15] Nina: Ah, ich glaube, dass würde ich tatsächlich nur machen, wenn ich so aus Prinzip da was durchsetzen möchte. Oder wenn ich einfach überzeugt davon bin, dass das eine unfaire Sache ist, die hier passiert. Aber für den Wert sonst auf gar keinen Fall für 40 Euro.

[00:07:31] Pauline: Also in manchen Branchen gibt es auch Aufsichtsbehörden, die Unternehmen überwachen in gewisser Weise. Und wenn da gehäuft Probleme auftreten, dann auch tätig werden. Bußgelder verhängen beispielsweise, wenn Unternehmen häufig Gesetze missachten und einfach nicht ausführen.

[00:07:50] Nina: Kann ich das aktiv melden, wenn ich da so einen Verdacht habe oder denke, da sollte mal jemandem auf die Finger geklopft werden?

[00:07:58] Pauline: Das geht, aber wie gesagt, in bestimmten Branchen, zum Beispiel jetzt bei euerm Einhorn habe ich keine gefunden. 

[00:08:06] Nina: Die Einhorn-Plüsch-Branche (lacht).

[00:08:08] Pauline: Also Online-Handel oder sowas so eine Branche, da eine Aufsichtsbehörde zu finden, ist mir nicht gelungen.

[00:08:14] Jonas: Aber da gibt es doch auch eine Seite von so einer österreichischen Firma: Watch-List Internet glaube ich? Die machen doch relativ, die monitoren betrügerische Shops und aktualisieren das auch immer regelmäßig.

[00:08:26] Pauline: Sowas kann man natürlich auch machen, aber all das hilft eher in Zukunft andere Verbraucher in Zukunft zu warnen. Auch die Aufsichtsbehörden setzen nicht Deinen Anspruch durch. Also die sagen nicht: Hey, Nina hat ein Einhorn bestellt und möchte ihr Geld zurück, weil sie es nie bekommen hat. Sondern die sagen: Hey, Unternehmen! Du hast nicht die Gesetze beachtet und hier, bezahle ein Bußgeld. Aber das Bußgeld geht ja auch nicht an Nina, sondern das geht an den Staat. Und das soll ja nur Druck ausüben, dass die Unternehmen dann in Zukunft das umsetzen.

[00:09:06] Nina: Wenn wir schon beim Warnen sind, es ist tatsächlich noch was, das ich machen würde. Dass ich mich erkundige, ob andere User ähnliche Erfahrungen gemacht haben mit dem Shop. Und, dass ich dann vielleicht auch darunter kommentiere und meinen Fall beschreibe in der Hoffnung, dass ich anderen Kommentaren à la TrustPilot, dass ich aus den anderen Kommentaren irgendwie eine Lösung für mich rausfiltern kann. Vielleicht hat ja noch jemand eine Idee. Das und das gemacht, so und so eine E-Mail geschrieben oder so und dann hat das geklappt.

[00:09:36] Pauline: Also das bleibt dann eigentlich nur noch und dann kann man das als Lehrgeld verbuchen. Es ist sehr sehr schade, aber häufig ist das so. Leider ist diese Spanne von Geld, die die Leute bereit sind aufzuwenden für ein Gerichtsverfahren zum Beispiel oder für einen Anwalt. Da gibt es eine große Differenz ab welcher Schwelle man das überhaupt macht. Also ab welcher Schwelle bin ich bereit einen Anwalt einzuschalten oder vor Gericht zu ziehen. Das ist bei 40 Euro in der Regel nicht der Fall.

[00:10:09] Jonas: Mhm, aber Du hattest jetzt vorhin noch gesagt, wenn UK (Anm. der Redaktion: Großbritannien) in der EU drinnen wäre, hätte man noch die Möglichkeit von zwei Verfahren oder irgendwie hattest du was gesagt. Also wie ist das jetzt, wenn ich jetzt zum Beispiel bei einem italienischen Mode-Shop was gekauft habe, da hat irgendwie was nicht geklappt. Was hätte ich dann in dem Fall machen können? Oder wenn wir jetzt das Einhorn bei einem italienischen Shop gekauft hätte?

[00:10:27] Pauline: Da kann man ein europäisches Verfahren einleiten. Entweder ein Mahnverfahren oder ein sogenanntes Verfahren für geringfügige Forderungen. Das soll einfach nur bedeuten, dass das eine Deckelung gibt. Das kann nicht mehr als 5.000 Euro sein, die man da einfordert. Geringfügig ist also schon mal relativ (lacht). Und diese Verfahren, abhängig vom Land, wo man klagen muss, können sogar kostenlos sein. Ich weiß in Spanien zum Beispiel sind diese Verfahren kostenlos. Ich glaube in Frankreich auch.

[00:11:03] Nina: Muss ich immer im Land klagen, wo der Shop sitzt? Ist das die Regel?

[00:11:08] Pauline: Das ist eine Regel, die fast immer gilt. Man kann manchmal aber auch noch woanders klagen. Das kommt sehr auf den Fall an und ist sehr spezifisch. Muss man sich den Fall angucken. Das kann man gar nicht so pauschal sagen, dann und dann geht das immer, sondern ganz genau gucken. Es ist in aller Regel so, dass man auf jeden Fall in dem Land des Unternehmers klagen kann.

[00:11:34] Jonas: Also es muss immer grenzüberschreitend sein bei diesen Verfahren?

[00:11:37] Pauline: Genau! Bei diesen Verfahren muss es immer ein grenzüberschreitender Fall sein innerhalb der EU. Wobei auch, aufgepasst, Dänemark da nicht dabei ist.

[00:11:48] Jonas: (lacht)

[00:11:50] Pauline: Also wer jetzt denkt, sein Ferienhaus da gab es ein Problem. Da ist es nicht so einfach.

[00:11:56] Jonas: Ok.

[00:11:57] Nina: Wie diese Verfahren im Einzelnen ablaufen das verlinken wir euch auch nochmal. Wir haben uns dagegen entschieden das in so einem Audioformat komplett aufzuschlüsseln, was man da Schritt für Schritt tun muss. Das würde jetzt glaube ich einfach den Rahmen sprengen. Das kannst Du aber dort nachlesen. Zusammengefasst heißen diese Verfahren: vereinfachte Gerichtsverfahren. Aber sind die wirklich so einfach, Pauline, weil klingt trotzdem kompliziert. 

[00:12:19] Pauline: Ja. Klagen ist nie einfach (lacht), weder in Deutschland selbst. Selbst wenn man jetzt einen Fall hat, wo man sagt, ich könnte sogar in Deutschland klagen. Auch das wäre nicht unbedingt einfach.

[00:12:32] Jonas: Braucht man dafür einen Anwalt? Für diese Verfahren?

[00:12:34] Pauline: Nein, also grundsätzlich ist das so, dass Du da keinen Anwalt brauchst. Man kann einen nehmen, braucht man aber nicht. Die Sache ist die, vereinfacht heißt: Klar, im Ausland klagen ist aber noch schwieriger als in Deutschland. Normalerweise.

[00:12:52] Nina: Wegen den Sprachbarrieren?

[00:12:54] Pauline: Sprachbarrieren, auch die Verfahren können komplett anders sein. Wo muss ich da hin? Das weiß man meistens nicht. Und diese Verfahren sorgen dafür, dass man ein Formular hat und trotz allem muss man das in der Landessprache ausfüllen. Also wenn ich jetzt in Spanien klagen möchte, muss ich das auf Spanisch ausfüllen.

[00:13:12] Nina: Nichts leichter als das. Was heißt Einhorn auf Spanisch? Das weißt Du bestimmt, Pauline.

[00:13:16] Pauline: Unicornio (lacht).

[00:13:19] Jonas: Hätten wir auch drauf kommen können (lacht).

[00:13:20] Nina: (lacht).

[00:13:20] Pauline (lacht).

[00:13:24] Nina: Wenn man jetzt nicht zufällig wie Du Spanisch spricht, dann wird das schon relativ schwierig denke ich mal.

[00:13:29] Pauline: Es ist aber immer noch einfacher als wenn man eine normale Klage in Spanien machen müsste, weil man sich ja die Formulare, die auf allen EU-Sprachen vorhanden sind, einfach nebeneinander legen kann und zumindest solche Sachen, Name, Anschrift etc. kann ich einfach abgleichen und das sieht genauso aus. Es ist nur übersetzt und das Einzige, was ich vielleicht ein bisschen genauer schauen muss, ob da jemanden kennt, der die Sprache spricht. Oder, ob man einen Übersetzer benutzt. Sei es online oder einen richtigen Übersetzer, der das gelernt hat. Ist der Teil, wo man erklären muss, was ist eben passiert. Ansonsten ist das Verfahren eben auch deshalb vereinfacht, weil man nicht vor Ort sein muss unbedingt. Es ist größtenteils ein schriftliches Verfahren. 

[00:14:16] Jonas: Ok. Und wenn es dann zur Verhandlung kommt, findet die dann online statt oder?!

[00:14:21] Pauline: Grundsätzlich soll es keine Verhandlung geben.

[00:14:23] Jonas: Es soll gar keine Verhandlung geben, ok.

[00:14:25] Pauline: Ja, deswegen ist das auch nur für eben diese Fälle, wo eben keine so große Summe verhältnismäßig da ist. Und wo man das so vielleicht regeln kann. Es soll alles auf Papier geregelt werden.

[00:14:35] Nina: Ah, das wird auf Papier alles geregelt?

[00:14:38] Pauline: Es soll alles auf Papier geregelt werden.

[00:14:41] Jonas: Aber das bezieht sich jetzt nicht nur auf Einkaufen. Also es geht jetzt nicht nur darum, dass man jetzt nur mit einem Online-Shop Probleme hat, sondern auch bei Reisen.

[00:14:46] Pauline: Genau.

[00:14:47] Jonas: Kannst du ja auch diese Small-Claim oder das EU-Mahnverfahren einleiten?

[00:14:50] Pauline: Genau. Das geht bei allen Ansprüchen. Da gibt es eigentlich keine Begrenzung. Beim Mahnverfahren muss man aufpassen, da geht es nur bei Geldforderungen. Ansonsten gibt's da bei dem Small-Claim-Verfahren, dem sogenannten Verfahren für geringfügige Forderungen, keine Einschränkung. Also Schadensersatzforderung, Online-Shop ein Problem ist aufgetreten oder mein Händler repariert meine Ware nicht obwohl ich einen Anspruch darauf habe, weil die kaputt gegangen ist.

[00:15:20] Nina: Wenn ich jetzt aber nicht vor Gericht gehen will, aber es auch nicht einfach auf mir sitzen lassen will, dann kann man sich natürlich auch an uns, an das EVZ wenden. Und dann würde der Fall ja vielleicht sogar genau bei dir, Pauline, landen, wenn uns jemand schreibt mit so einem Einhornfall oder ähnlichem. Kannst Du uns nochmal erklären, wann man sich an uns wenden und wie würdest Du jetzt umgehen mit so einem Fall?

[00:15:45] Pauline: An uns kann man sich immer dann wenden, wenn es ein grenzüberschreitender Fall ist. Wenn Du Dir als Verbraucher etwas gekauft hast oder eine Reise gebucht hast bei einem Händler, der im EU-Ausland sitzt. Also in einem anderen EU-Land oder Norwegen oder Island oder im Moment auch noch Großbritannien.

[00:16:04] Nina: Genau. Also das heißt, deswegen könnte ich mit meinem Einhornfall jetzt

[00:16:07] Pauline: Genau, könntest Du jetzt zu uns kommen und wir könnten uns das anschauen. Wir würden dann von Dir haben wollen eine Erklärung, was passiert ist und Unterlagen dazu. 

[00:16:19] Nina: Also die Rechnung denke ich mal.

[00:16:20] Pauline: Richtig. Bestellbestätigung. Was hast Du schon unternommen. Also auch Deine Mails an den Unternehmer sind ganz wichtig, weil das EVZ kann nur dann tätig werden, wenn Ihr das schon versucht habt vorher selbst zu lösen. Und abgesehen vom EVZ könnte man bei einem anderen EU-Land, wenn es jetzt nicht Großbritannien ist, auch noch überlegen, ob es noch eine Schlichtungsstelle gibt. Also in anderen EU-Ländern eine Schlichtungsstelle einzuschalten. Das kann man immer auch überlegen.

[00:16:52] Nina: Wir haben da so ein Online-Formular auf unserer Webseite, da kann man sein Fall eben beschreiben und, wie du eben meintest, die Dokumente hochladen. Und sagen wir mal der landet jetzt bei Dir auf dem Schreibtisch, wie würdest Du da jetzt herangehen?

[00:17:07] Pauline: Ja, also ich würde mir erstmal alle Dokumente anschauen. Auch die Beschreibung, was passiert ist. Wenn ich Fragen habe, stelle ich meine Rückfrage an den Verbraucher und dann würde ich den Fall an das jeweilige EVZ in dem Land des Händlers schicken. Dieses EVZ würde dann sich das auch nochmal alles angucken und prüfen und gucken, ob da ein Anspruch besteht. Manchmal kann das nämlich anders sein.

[00:17:35] Nina: Weil die das Recht aus dem Land besser kennen.

[00:17:36] Pauline: Richtig. 

[00:17:37] Nina: Weil die, die Sprache verstehen. Mit dem Händler kommunizieren können, besser als vielleicht wir das könnten.

[00:17:41] Pauline: Richtig. Dann würden die, wenn alles in Ordnung ist, den Unternehmer kontaktieren. Und im besten Fall kommen wir dann zu einer Lösung für den Verbraucher.

[00:17:51] Nina: Hey, alles klar. Ich füll das sofort aus (lacht). Das ist übrigens kostenlos.

[00:17:59] Pauline: Ja. Viele Schlichtungsverfahren sind auch kostenlos. Nicht alle, aber viele. Und auch wenn man sich erst für die eine oder die andere Methode oder erst für das EVZ beispielsweise entscheidet. Das ist die gängigere Variante, kann man hinterher immer noch sich an eine Schlichtungsstelle wenden, wenn das Ergebnis nicht gut war.

[00:18:20] Nina: Auf meine letzten Mails hat ja das Unternehmen, wir haben den Namen ja auch schon mal gesagt. Also kann ich's jetzt auch nochmal sagen: Schnappi Deal heißt das Unternehmen. Da haben die ja überhaupt nicht darauf reagiert und haben sich tot gestellt. Was würdest Du denn da anders machen als ich, weil die würden Dir ja dann vielleicht auch nicht antworten?

[00:18:37] Pauline: Manchmal hilft das, wenn einfach schon drüber steht Europäisches Verbraucherzentrum oder das eben unterschrieben wird von jemandem, der dann auch seine Funktion darstellt als Jurist. Und auch in der Landessprache die dann kontaktiert als wenn man in seiner eigenen Sprache hinschreibt. Das kann durchaus einen Unterschied ausmachen.

[00:19:01] Nina: War auch eine Frage, die wir uns gestellt haben, ne Jonas? Der Shop war komplett auf Deutsch. Und deswegen haben wir jetzt natürlicherweise also die erste Mail auf Deutsch geschrieben.

[00:19:10] Jonas: Und dann haben wir es aber auch zweisprachig extra gemacht.

[00:19:13] Nina: Die zweite Mail war dann zweisprachig, weil wir uns dachten, dann kann einfach niemand behaupten, er hätte das nicht verstanden.

[00:19:18] Pauline: Manchmal ist der Kundenservice ja auch gar nicht in der Sprache vorhanden. Die haben zwar jemanden bezahlt, die Webseite zu übersetzen und auch die Bestellbestätigung entsprechend in der Sprache zu gestalten, aber der Kundenservice spricht nur sehr sehr schlecht deutsch.

[00:19:21] Nina: Wenn's nur daran liegt finde ich es aber auch krass eine Mail einfach so zu ignorieren, nur weil ich die Sprache nicht verstehe (lacht). Aber wir vermuten, das Problem liegt etwas tiefer.

[00:19:25] Pauline: Ich denke in dem Fall liegt es nicht daran, dass man euch nicht versteht, sondern das man euch nicht verstehen will oder nichts weiter wissen will davon. 

[00:19:51] Nina: Und Juliane, die auch schon mal hier im Podcast war, und auch eine Kollegin von uns, die hatte auch schon mal einen Fall mit diesem Unternehmen. Und da kam die Decke, also das war eben die Folge: "Hilfe, meine Kuscheldecke stinkt!", die kam zwar stinkend an, aber sie kam an. Auch zu spät, aber sie kam an. Das hätte ich eigentlich immer gehofft, dass das noch kommt.

[00:20:10] Pauline: Schade. Ich hatte auch immer...ich war gespannt. Ich hab's immer verfolgt eure Podcasts und hab mich immer gefragt, was ist aus dem Einhorn geworden.

[00:20:20] Nina: Und ich setze jetzt auch so ein bisschen auf Murphy's Law, weil jetzt wo wir es ja gerade so abschließen, wette ich, dass morgen das Paket dabei ist. Hoffentlich.

[00:20:29] Pauline: Wir drücken die Daumen (lacht).

[00:20:30] Nina: Das heißt, ich schicke jetzt Dir nochmal meinen Fall, Pauline. Aber wenn Du da nix machen kannst, dann

[00:20:38] Pauline: Dann ist's vorbei (lacht).

[00:20:41] Nina: Ok, wir müssen jetzt noch einen fröhlicheres Ende finden (lacht).

[00:20:43] Pauline: (lacht). Ihr könnt ja noch ein..., wie sagt man zu diesem Croudfunding (lacht).

[00:20:50] Jonas: Ah, stimmt. Das ist ja eine richtig gute Idee. Spendet uns 40 Euro.

[00:20:54] Nina: (lacht).

[00:20:55] Jonas: Damit wir nochmal versuchen noch ein Einhorn zu kaufen.

[00:20:59] Pauline: Auf einem anderen Shop (lacht).

[00:21:00] Jonas: Ja, auf einem anderen Shop. Es wäre eigentlich unser Studio-Maskottchen geworden. Studiomaskottchen oder Büro-Maskottchen. Eins von beiden.

[00:21:08] Pauline: Naja, das war der Test.

[00:21:10] Nina: Wir hoffen, dass Dir diese ganzen Möglichkeiten, die Du hast, dass wir Dir da neue vorstellen konnten und die Du vielleicht noch nicht kanntest. Und, dass die Dir vielleicht sogar weiterhelfen, wenn Du auch so einen Fall hast wie wir. Und ja, jetzt weiß ich nicht mehr, wo ich damit hin wollte (lacht).

[00:21:27] Pauline: (lacht).

[00:21:28] Jonas: Du wolltest den schönen Abschluss machen und sagen: "Bitte teile doch diese Folge. Wenn Du jemanden kennst, der Probleme hatte oder wenn Du vielleicht selbst schon mal Probleme hattest. Probleme, Streitigkeiten mit einem Unternehmen hattest, dann...

[00:21:42] Nina: Pauline hört sich jede Art von Problemen....NEIN (lacht).

[00:21:44] Jonas: (lacht).

[00:21:44] Pauline (lacht).

[00:21:46] Jonas: Oh je, das musst Du rausschneiden (lacht).

[00:21:47] Nina: Bitte nicht (lacht).

[00:21:49] Jonas: In diesem Sinne. Vielen Dank für's Zuhören und bis zum nächsten Mal.

[00:21:51] Nina: Und danke an Pauline.

[00:21:52] Jonas: Ja, stimmt. Danke an Pauline.

[00:21:53] Pauline: Gerne (lacht).

[00:00:00] Nina: Herzlich willkommen zur allerersten Folge von "Hilfe, mein Toaster brennt!" im neuen Jahr, im Jahr 2022, yeahy. Der Jonas ist wieder mit dabei. Hallo, Jonas!

[00:00:10] Jonas: Huhu!

[00:00:10] Nina: Und heute haben wir auch noch einen Gast, den wir euch gleich vorstellen. Heute geht es bei uns um das Thema: Second-Hand im Netz verkaufen. Vielleicht hast du ja ein paar Sachen, die du auf Vinted gestellt hast, Kleidung. Oder Elektrogeräte oder andere Sachen auf sowas wie Ebay Kleinanzeigen. Wir wollen euch da ein paar Tipps geben. Ja, wann gilt das eigentlich als Privatverkauf? Wann ist es schon gewerblich? Was ändert sich dadurch? Bin ich da jetzt eigentlich komplett dafür verantwortlich? Was ist denn, wenn ich was verschicke und das kommt gar nicht beim Käufer an. Ist das dann meine Schuld? Und streicht die Plattform immer eine Gebühr ein zum Beispiel und ich bekomm gar nicht den ganzen Betrag. Darum geht's heute. Viel Spaß in dieser Folge.

[00:00:50] Intro-Musik

[00:01:06] Jonas: Hallöchen auch von mit noch ein schönes 2022! Vielleicht auch nochmal kurz vorweg: Sorry, dass wir so lange im Winterschlaf waren. Wir hatten ein bisschen technische Probleme. Wir haben eigentlich was vorproduziert gehabt, aber irgendwie hat das nicht ganz so geklappt, Nina, ne? Leider.

[00:01:20] Nina: Ne es war ein bisschen so ein Fail.

[00:01:23] Jonas: Ja und vielleicht auch noch ein Hallo an unseren Gast, den Patrick.

[00:01:26] Patrick: Hallo!

[00:01:27] Jonas: Du warst ja schonmal bei uns in der Folge, wo es um das Thema mit Kreditkartenzahlung ging. Heute geht's wieder um das Thema kaufen. Nina hat's schon gesagt gehabt.

[00:01:37] Nina: Verkaufen, bitte!

[00:01:38] Jonas: Ja aber du kannst es ja auch, ja. Gebrauchte Sachen kaufen. Ähm genau. Sowas wie Ebay Kleinanzeigen, Vinted, du hattest es ja angesprochen, Nina. Worauf muss ich jetzt acht, wenn ich privat etwas verkaufe. Da bist du ja unser heutiger Experte. Was würdest du denn raten, wenn du so eine Gebrauchtware über so eine Plattform verkaufen wollen würdest.

[00:01:57] Patrick: Na ja, zunächst einmal brauche ich was, was ich loswerden will. Und sind Online-Plattformen überhaupt das richtige Medium, um meine Sachen jetzt hier zu verkaufen. Also was habe ich erstmal so im Keller gefunden? Hat da jemand Interesse daran? Ist es mir den Aufwand jetzt wert, das Ganze zu machen. Natürlich spielen da auch rein rechtliche Fragen wie, wenn ich jetzt viel auf einmal verkaufe oder vielleicht doch einen ordentlichen Schnitt damit mache, ob ich dann vielleiht als gewerblicher Kunde gewertet werde. Was ich da beachten muss.

[00:02:25] Nina: Hier haben wir jetzt auch schon einige Themen hier zusammen. Du meintest: Lohnt sich das überhaupt, das weiterzuverkaufen? Wie finde ich das raus?

[00:02:36] Patrick: Wenn das Ganze jetzt einen Wert von 20 Euro neu hatte, dann hat das jetzt vielleicht gebraucht einen Wert von 5. Lohnt es sich da überhaupt, da diese ganze Arbeit reinzustecken? Oder anderes Beispiel: Es ist was Großes und Sperriges. Ich hab so einen alten Kirschholz-Schrank irgendwo im Keller stehen, den ich loswerden will. Der vielleicht auch einiges wert ist oder mal wert war. Wie kriege ich den überhaupt zum Interessenten hin. Dan natürlich auch die rechtlichen Fragen, die da mitreinspielen. Wie darf ich mein Angebot da überhaupt gestalten? Was darf ich überhaupt verkaufen?

[00:03:03] Jonas: Das wäre jetzt auch meine Frage gewesen. Was darf ich denn überhaupt alles verkaufen? Kann ich irgendwie meine Fußball-Trikots, meine Schmucksammlung, keine Ahnung, kann ich meine getragene Badehose verkaufen? Gibt's da irgendwie eine Grenze? Oder gibt's bestimme Artikel, die man einfach nicht verkaufen darf?

[00:03:19] Patrick: Also das klassische Beispiel ist natürlich irgendwelche Waffen, die man geerbt hat, die auf dem Speicher liegen. Oder generell illegale Sachen, die man nicht verkaufen darf. Also Medikamente, Drogen usw. Das sollte natürlich jedem klar sein, das darf man nicht verkaufen. Dann gibt's auch Sachen wie Pelze oder Tropenhölzer, die einfach nicht gehandelt werden dürfen. Auch nicht, wenn man das legal erworben hat.

[00:03:42] Jonas: Und wie ist das jetzt, wenn ich zum Beispiel ein Veranstaltungsticket gekauft hab und mir sag: Ist jetzt vielleicht doch nicht so mein Ding oder ich hab keine Zeit. Kann ich das dann verkaufen, Konzerttickets, Fußballtickets?

[00:03:51] Patrick: Das ist so ein Graubereich. Bei Tickets ist es so eine Sache. Das kann verboten sein. Kann aber auch erlaubt sein. Um dem Ganzen vorbeiweg zu greifen, ist es bei den meisten Plattformen vorne herein ausgeschlossen. Eben in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, wenn man diese Plattform nutzen will, dass man solche Artikel dort nicht verkaufen soll bzw. gar nicht darf.

[00:04:09] Nina: Du hast es vorhin schon ein bisschen angedeutet. Ich hab mir immer gedacht: Solange ich auf so einer Plattform unterwegs bin, wie eben Ebay Kleinanzeigen, dieser Amazon Marketplace, Vinted, wie auch immer, ist es ein Privatverkauf. Aber es kann auch sein, dass ich da ins Gewerbliche rutsche ohne es zu merken, oder? Also worauf muss ich da achten?

[00:04:29] Patrick: Also es ist ja so, dass man als gewerblicher Verkäufer wie mehr beachten muss als eine Privatperson. Man muss da dann im Zweifel für die Gewährleistung einstehen. Man haftet für den Versand zum Verkäufer hin. Und deswegen gibt es natürlich auch einige schwarze Schafe, sage ich mal, die sagen: Wir verkaufen die ganzen Sachen nur privat.

[00:04:46] Jonas: Darf ich zur einhaken: Du hast gesagt, man haftet für die Gewährleistung. Was heißt das genau?

[00:04:50] Patrick: Wenn man jetzt eine Sache als Händler verkauft, dann hat man dafür einzustehen, dass auch diese Sache frei von Mängeln ist. Das gilt auch für gebrauchte Sachen, wovon wir ja meistens jetzt hier reden, wenn man privat was weiterverkauft.

[00:05:02] Nina: Das heißt, wenn ich im Laden oder online was kaufe und das geht dann kaputt, dann kann ich mich da wieder hinwenden und sagen: Hey, es it kaputt gegangen.

[00:05:11] Patrick: Also dieser klassische Satz von einem Verkäufer, der sagt "gekauft wie gesehen. Kein Anspruch auf Gewährleistung, keine Rücknahme". Das kann man machen, wenn man Sachen privat verkauft, das kann man aber nicht...

[00:05:18] Nina: Diesem Satz hab ich noch nie gehört. Hast du das schonmal gehört, Jonas?

[00:05:22] Jonas: Absolut nicht.

[00:05:23] Patrick: Dann hast du noch nie ein Auto gekauft, wo es dann heißt "gekauft wie gesehen und keine Rücknahme". Und wenn man dann jetzt zwei Wochen später kommt und sagt, der Motor ist explodiert, dann könnte man beim Händler sagen, das ist jetzt ein Fall von Gewährleistung. Das ist wohl relativ klar, dass bereits beim Kauf da irgendwo ein Mangel angelegt war im Motor. Wenn man es allerdings privat verkauft hat, dann ist man da raus. Dann kann man sagen: Ne, also davon hab ich nichts gewusst. Natürlich darf man auch nicht den Mangel kennen und verschweigen. Aber wenn man davon nichts gewusst hat und nach zwei Monaten geht sdas jetzt einfach kaputt, weil es halt einfach mal so ist, dann ist man als Privatverkäufer da raus.

[00:05:54] Nina: Man hat als gewerblicher Verkäufer natürlich viel mehr Pflichten, die ich als Privatverkäufer, würde ich jetzt mal behaupten, ja gar nicht haben will. Wie sorge ich dafür, dass ich nicht aus Versehen ein gewerblicher Verkäufer werde?

[00:06:07] Patrick: Dass man eben gar nicht erst in diese Situation hineinkommt, dass man eben als Händler angesehen wird, gibts ein paar Sachen, die man eben beachten soll. Als Händler kann man gelten, wenn man eben viele Sachen verkauft innerhalb eines kürzeren Zeitraums.

[00:06:20] Nina: Heißt? Wie viel in welchem Zeitraum?

[00:06:23] Patrick: Ja das...

[00:06:24] Jonas: Kann man nicht sagen.

[00:06:24] Patrick: Ist sehr sehr sehr dehnbar. Wenn ich jetzt natürlich tausendmal eine CD in einem Monat verkaufe, dann bin ich gewerblicher Händler, dann reicht das allein schon aufgrund der Masse. Wenn ich jetzt zum Beispiel meine Garage ausmiste, dann hab ich da vielleicht noch einen alten Satz Reifen, den ich einstelle. Dann habe ich da vielleicht noch irgendwie einen Wagenheber. Das sind unterschiedliche Waren und es us auch immer nur ein Produkt von einem. Wenn ich jetzt natürlich in meinem Keller hier hundert Reifen liegen habe und die nach und nach alle jetzt bei Ebay Kleinanzeige einstelle, dann ist der Verdacht schon näher, dass es hier auch gewerblich ist. Aber wer hat so viel davon zu Hause rumliegen?

[00:06:58] Jonas: Was ist jetzt, wenn ich was verkauft hab und ich muss das liefern und es geht auf dem Lieferweg kaputt. Du hast schöne Biergläser noch gehabt von deinen Großeltern, die du nicht mehr brauchst und möchtest die noch zu Geld mache. Verschickst die dann an jemanden, der vielleicht Biergläser sammelt und die gehen unterwegs kaputt. Musst du dann dafür aufkommen für den Schaden? Oder wie ist das geregelt?

[00:07:20] Patrick: Das ist auch ein wichtiger Unterschied zwischen dem Privatverkauf und dem Verkauf als Händler. Als Privatverkäufer, wenn man die Sache der Post übergeben hat, eingepackt hat, dann ist man in der Regel aus der Sache raus. Wenn die jetzt irgendwie unterwegs kaputt geht, dann ist das das Problem des Käufers. Das kann man als Händler nicht machen. Da muss man wirklich dafür Sorge tragen, dass die Ware auch unbeschädigt beim Käufer ankommt. Selbst wenn unterwegs das jetzt mutwillig durch irgendwelche Leute zerstört wird auf dem Versandweg, dann hafte ich als Händler immer noch dafür. Jetzt die Frage, ob man dann lieber zum Abholen macht oder die Sache verschicken soll, das ist dann auch wieder eine Frage des Preises bzw. des eigenen Aufwands, den man betreiben will. Haftungsmäßig ist man als Privatperson raus, aber man muss die Sache natürlich auch ordnungsgemäß verpacken.

[00:08:07] Nina: Die ganzen Infos gib‘ts natürlich auch auf der Webseite der E-Commerce-Verbindungsstelle. Die machen wir natürlich in die Show Notes. Und da hab ich gelesen, dass man. also ich komm jetzt zum Thema Produktbeschreibungen. Wie beschreibe ich das Produkt? Und da gebt ihr den Tipp, dass man einen Satz hinzufügen sollte, um, auf juristisch heißt das "die Mängelhaftung auszuschließen" oder so. Echt jetzt? Wusste ich nicht. Macht das irgendjemand?

[00:08:31] Patrick: Das machen ganz schön viele Leute. Meistens sind die Formulierungen so ein bisschen nicht ganz korrekt. Aber drunter schreiben natürlich alle, dass sie keine Gewährleistung übernehmen wollen oder dass sie für Mängel an der Sache nicht einstehen wollen.

[00:08:40] Nina: Könnt ihr einfach copy & paste von unserem Artikel nehmen, oder?

[00:08:47] Jonas: Und geht auch nur als Privatverkäufer hast du gesagt, ne?

[00:08:49] Patrick: Genau. Also zumindest ist es dann rechtlich wirksam. Darunterschreiben kanns jeder, aber... Deswegen versucht man ja vielleicht im Nachhinein zu drehen und sagen, das hat der zwar daruntergeschrieben, aber aufgrund der Menge, die die Person verkauft hat, ist das keine Privatperson, sondern ein Händler gewesen. Deswegen gilt dieser Satz nicht.

[00:09:05] Nina: Und kannst du nochmal erklären: Warum ist es gut, wenn ich das darunterschreibe?

[00:09:08] Patrick: Weil der gesetzliche Grundfall eben sagt, dass es diese Gewährleistung immer gibt, muss ich aktiv was tun. Ich muss dem Vertragspartner sagen, dass das, was im Vertrag steht, bei unserem Vertrag nicht gilt.

[00:09:17] Jonas: Heißt, wenn ich es vergesse, muss ich, wenn das Produkt einen Schaden hat, dafür aufkommen?

[00:09:22] Patrick: Genau.

[00:09:23] Jonas: Nochmal um auf Ninas Frage zurückzukommen: die Produktbeschreibung. Wie ist das jetzt, wenn ich ein Angebot finde, ich such mir ein neues Handy und ich hab jetzt keine Lust, mir ein neues für 1.000 Euro zu kaufen, sondern ich möchte was Günstiges, was Gutes. Und der Verkäufer schreibt da jetzt rein, das ist wie neu, das ist perfekt. Und dann kommts an und es hat eine kostenlose Spiderman-App mit dabei. Also dein Display ist zerkratzt. Die Kanten sind abgekratzt, weil es schon fünfmal auf den Boden gefallen ist. Was hab ich dafür Rechte?

[00:09:51] Patrick: Dann hat man natürlich wieder Rechte. Also in dem Fall, wo das Produkt jetzt einfach falsch beschrieben wurde bzw. wo auch offensichtlich die Unwahrheit gesagt wurde, da kann man natürlich dann vom Vertrag zurücktreten bzw. den Vertrag auch anfechten wegen Täuschung und den Vertrag rückabwickeln. Selbst wenn der Satz drinsteht, dass man für Schäden keine Gewährleistung übernehmen will. Weil dann ist es jetzt ja hier was, das tatsächlich objektiv bekannt ist und wo einfach die Unwahrheit gesagt wurde. Das darf man natürlich nicht. Wo ich gemeint habe mit dem Ausschluss der Gewährleistung, das gilt nur für Sachen, die man nicht weiß, die versteckt sind, die sich auch noch gar nicht gezeigt haben. Wenn ich von vorne herein weiß, dass das, was ich verkaufe, Schrott ist, dann darf ich auch nicht sagen: Funktioniert einwandfrei.

[00:10:30] Nina: Sollte ich dann am besten immer einen Screenshot von der Anzeige machen? Weil die kann ja dann entfernt werden und die kann ich dann ja gar nicht mehr zeigen im Nachhinein, dass das als neu beworben wurde das Handy, obwohl ich Schrott bekommen hab. Oder wie mach ich das?

[00:10:42] Patrick: Es kommt ja immer auf die Situation an. Wenn die Ware jetzt nicht so ist, wie das beschrieben wurde, wie ich das auch hätte erwarten dürfen, wenn da steht neuwertig oder so, und es ist einfach nicht neuwertig, dann kann ich die zurückgeben. Das heißt der erste Schritt ist, ich wende mich an den Verkäufer und sag: Du hast jetzt hier so ein bisschen geflunkert...

[00:10:56] Nina: Das wollte ich auch noch fragen. Also nicht an die Plattform wenden, sondern wirklich an den Verkäufer.

[00:11:02] Patrick: Der, der mir die Sache geschickt hat, der das Angebot eingestellt hat, an den wende ich mich und das ist erstmal der erste Schritt. Und sag hier: Wie soll ich‘s zurückschicken? Gib dir eine Frist von 5 Tagen und der zweite dann, wenn da nichts zurückkommt und wenn mein Zahlungsmittel das erlaubt...

[00:11:17] Jonas: Da muss ich kur einhaken. Um sich einfach auch selbst abzusichern, am besten wahrscheinlich keine Sofortüberweisung. Weil die kannst du ja nicht zurückbuchen lassen, sobald sie beim Empfänger auf dem Konto angekommen ist. Dann wahrscheinlich am besten Paypal und Kreditkarte. Oder was würdest du empfehlen? 

[00:11:31] Patrick: Das ist jetzt wieder so eine Frage. Bin ich jetzt der Verkäufer. Dann muss ich natürlich schauen: Wie sichere ich mich vor unseriösen Käufern ab? Das kann ja auch sein, dass wenn ich jetzt solche Sachen wie Paypal oder Kreditkarte anbiete oder am Ende noch Nachnahme: Dass ich die Ware rausschicke und bekomm nie das Geld. Als Käufer natürlich schaue ich auf solche Sachen wie ich möchte ein möglichst sicheres Zahlungsmittel haben. Oder aber, um ganz sicher zu gehen, es ist ein Privatverkauf zwischen zwei Privatpersonen. Ich gehe mal davon aus, die meisten werden sich da auch nicht übern Tisch ziehen lassen wollen. Dann wäre jetzt auch die Möglichkeit zur Abholung. Also ich gehe da vorbei, schaue mir die Sache an, schaue, was das für ein Typ ist und dann sehe ich ja auch, was ich gleich mitnehme und dann wird das eine klassische Bargeldtransaktion Geld gegen Ware und dann ist eigentlich auch gut.

[00:12:14] Jonas: So hab ich das am Wochenende gemacht. Wir haben nämlich Stühle... ne einen Tisch haben wir verkauft. Da kam auch die Dame vorbei, hat sich’s angeschaut, wollte nochmal kurz erklärt haben, wie man das nochmal zusammenbaut, weil wir für den Transport die Beine abgemacht haben. Wo wir dann Tisch gegen Bares ausgetauscht haben.

[00:12:34] Nina: Und das hat auch alles funktioniert?

[00:12:35] Jonas: Alles problemlos funktioniert!

[00:12:37] Nina: Und Jonas, hast du das Geld, du hast es eben bar bekommen, hast du es komplett behalten denke ich? Wie läuft das, manchmal gibt's auch eine Gebühr an die Plattform. Muss ich davon ausgehen? Und wie viel muss ich da abtreten?

[00:12:48] Jonas: Also da es Bargeldtransfer war, hat die Plattform davon natürlich nichts mitbekommen. Also wir haben halt jetzt das Angebot runtergenommen von der Seite. Wie das jetzt woanders ist. Da weiß Patrick wahrscheinlich mehr als ich.

[00:13:00] Patrick: Es gibt unterschiedliche Arten von Plattformen. Das was du ja da hattest ist ja das französische Ebay Kleinanzeigen gewesen. Das ist ja nichts anderes als das schwarze Brett im Supermarkt, da hänge ich...

[00:13:09] Nina: Leboncoin heißt das.

[00:13:11] Patrick: Leboncoin genau. Da hänge ich einfach mein Angebot hin. Drunter ist dann noch die Telefonnummer, wenn Interesse besteht, dann melden sie sich. Also das kostet in der Regel nichts. Es gibt aber auch Plattformen, die mehr Service bieten. Die vielleicht auch den Zahlungsverkehr abwickeln für einen. Es gibt auch Plattformen, wo man einfach die Ware hinschickt, die bewerten das Ganze, sagen, das ist soundso viel wert, wir würden das zu dem und dem Preis verkaufen.

[00:13:34] Nina: Das kennt man ja bei so Bücher- / DVD-Verkäufen. Ich nenn den Titel oder gebe die ISBN-Nummer ein und dann bekomme ich einen Vorschlag, wie viel das Wert ist. Da übernehmen die also einen Einschätz-Service für mich.

[00:13:49] Patrick: Entweder das oder sie sagen gleich, du kannst es an uns also an die Plattform verkaufen und wir machen damit dann was wir wollen. Also so ein Großhandels-Ankäufer, wo man sagen kann. Ich hab dieses Buch. Und die sagen dann "gebe ich dir 20 Cent für" und dann tust du deine ganze Bibliothek abscannen und am Schluss kommen dann 25 Euro raus und dann sagt du entweder, das ist OK oder auch nicht. Da ist ja der Unterschied, ich habe eigentlich far keien Arbeit damit. Ich verkaufe das dann direkt an die Plattform oder die Plattform übernimmt diesen ganzen Kontakt mit dem Käufer und auch die Zahlungsabwicklung. Und das kostet dann natürlich entsprechend mehr, je mehr Service von der Plattform erbracht wird. Bei diesen Leboncoin oder Ebay Kleinanzeigen, wo ich einfach nur meine Anzeige reinstelle und dann selber ja auch die ganze Arbeit mach: Ich muss das Produkt beschreiben, ich muss schauen, dass ich da jetzt unter den ganzen Leuten, die sich bei mir melden, einen vertrauenswürdigen Käufer finde. Ich hab den ganzen Ärger dann im Zweifel. Also auch diese ganzen unschönen Erlebnisse, die man dann hat, die hat man natürlich eher, wenn man diesen ganzen Verkaufsprozess selber gestaltet. Dafür bleibt dann am Schluss natürlich auch mehr von dem Gewinn. Im Zweifel natürlich auch alles. Also da kriegt die Plattform dann auch nichts.

[00:14:53] Nina: Genau da bei Momox und Co. da bekomme ich logischerweise nicht besonders viel pro Buch, weil die das natürlich weiterverkaufen und auch daran gewinnen möchten.

[00:15:04] Jonas. Darf ich nochmal kurz bei den Produktbeschreibungen einsteigen bzw. meine letzte Frage dazu ist: Wie ist das mit Bildrechten? Wenn ich jetzt sage, OK, ich habe keine Lust, selber Bilder zu machen, kann ich mir dann einfach Bilder aus dem Netz ziehen oder gibts da Probleme mit dem Urheberrecht?

[00:15:17] Patrick: Die kurze Antwort ist nein. Das sollte man, wenn man sich nicht auskennt, tunlichst vermeiden. Einfach nur selber ein Foto von dem Produkt machen, das man selber verkaufen will. Einfach mit dem Handy schnell fotografieren. Vielleicht auch noch ein bisschen schön in Szene setzen, damit es nicht ganz so billig aussieht. Aber keinesfalls irgendwelche fremden Fotos nehmen und noch weniger Fotos aus dem Internet, wo man nicht weiß, wo die herkommen und wer da Bildrechte hat.

[00:15:38] Nina: Ich muss sagen, dass meine Privatverläufe auch immer ziemlich gut gelaufen sind. Ich hab zum Beispiel mal eine Sporttasche weiterverkauft oder einen Rucksack. Das hat die Person dann auch jeweils abgeholt und hat mir das Geld bar gegeben. Ich hätte jetzt aber schon Bedenken, wenn jetzt der Andere einfach nicht zahlt. Wenn ich das zum Beispiel verschicke, online verschicke, und dann bekomme ich aber das Geld nicht. Kann ich mich da absichern?

[00:16:05] Patrick: Da kann man sich ganz einfach absichern, indem man, gerade bei solchen privaten Onlineverkäufen, nur gegen Vorkasse Sachen verkauft.

[00:16:13] Nina: Und gibt es da eine Möglichkeit, dass ich mich eben gegen nervige Nachrichten schützen kann. Manchmal bekomme ich dann ja auch Nachrichten, die gar nichts damit zu tun haben mit dem Produkt. Den Fall hatte ich leider auch schon. Die auch nicht sehr angenehm dann sind. Im schlimmsten Fall kann das ja sogar in Betrug umschwappen, dass ich da wirklich mit einem Betrüger zu tun hab. Kann ich mich da schützen?

[00:16:39] Patrick: Grundsätzlich gilt auch da, man sollte nicht so viele persönliche Daten von sich preisgeben. Also die eigene Adresse angeben und die eigene Telefonnummer auch nicht. Dann sollte man sich auch so eine Spam-Wegwerf-Mailadresse besorgen, die man dann angibt und nur dann, wenn sich das konkretisiert hat und man das Gefühl hat, man hat jetzt hier einen ernsthaft interessierten Interessenten, der das Ding auch kaufen will oder abholen will. Dann erst weitere persönliche Daten rausrücken. Nicht von vorne herein in der Anzeige, weil dann sieht das natürlich jeder und dann steigt natürlich auch die Gefahr, dass man unschöne Bekanntschaften macht.

[00:17:13] Jonas: Jetzt haben wir relativ viele Infos gehabt. Kannst du so in einer Minute nochmal die wichtigsten Punkte runtersagen? So ne Checkliste?

[00:17:20] Nina: Ne Minute? 20 Sekunden!

[00:17:22] Jonas: Oder 20 Sekunden. Was sind so für dich die wichtigsten Punkte, wenn man das so nochmal zusammengefasst aufarbeiten möchte?

[00:17:30] Patrick: Erstmal schauen, was man hat. Will man das überhaupt online verkaufen? Ost es dafür geeignet? Dann sich mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Plattform vertraut machen. Darf ich die Sache da verkaufen? Wie funktioniert das da mit der Abwicklung? Mit der Zahlung? Und dann, wenn ich das eingestellt habe, darauf achten, dass ich die Ware wahrheitsgemäß beschreibe, paar schöne Fotos mache, aber keine fremden Fotos verwende. Auch keine fremden Beschreibungen vom Hersteller zum Beispiel, sondern, dass ich das selber formuliere. Und nicht so viele persönliche Daten herausgeben am Anfang und wenn ich dann einen Käufer gefunden habe, dass ich dann auch nicht vom vorgegebenen Prozedere abweiche. Wenn ich Vorkasse vereinbart habe und der Käufer hat gesagt, er möchte die Ware haben, dann sich nicht irgendwie darauf einlassen: Ich schicke einen Bekannten vorbei, der holt sich die Sache dann ab und gibt das Geld in bar oder solche Sachen. Dass man sich dann an die vorgegebene Abwicklung hält, die dann auch von der Plattform meistens vorgegeben wird. Die Plattform selber ist natürlich die erste, der bekannt ist, wenn es irgendwelche Betrugsmaschen gibt und durch die AGBs und den Verlauf, den die vorgeben, versucht die Platform natürlich auch solche Sachen zu verhindern.  Betrugsfälle passieren eben dann, wenn man sich nicht an die Vorgaben der Plattform hält, sondern nebendran irgendwie das Ganze abwickelt...

[00:18:47] Jonas: Doch eine Minute.

[00:18:49] Nina: Ja, ich merks.

[00:18:53] Patrick: ... sollte es auch relativ klappen. Und vielleicht nicht ganz so hochwertige Sachen. Dass wenn es dann doch mal schiefgeht, dass sich der Verlust im Rahmen hält. Sollte ja auch noch Spaß machen.

[00:19:00] Nina: Das ist doch ein super Stichwort. Das war jetzt auch eine super Zusammenfassung. Wir wollen jetzt auch nicht, dass das so klingt, als wäre das alles super kompliziert. Auch im Sinne der Nachhaltigkeit ist es natürlich eine tolle Sache, privat weiterzuverkaufen oder ich denke mir auch immer wieder, dass ich mal schauen sollte, ob es das auch gebraucht gibt, was ich mir neu anschaffen möchte. Es hat einfach so viele Vorteile. Man spart sich Geld und es landet dann nicht auf dem Müll.

[00:19:25] Patrick: Vielleicht lernt man dann auch nette Leute kennen, die sich die Sachen abholen.

[00:19:28] Nina: Ja, wer weiß!

[00:19:31] Jonas: Wir haben den Tisch gekauft, die Dame hat sich sehr darüber gefreut.

[00:19:43] Nina: Und du hattest ein nettes Erlebnis.

[00:19:45] Jonas: Ja.

[00:19:48] Nina: Patrick, was ist das nächste, was du online stellst?

[00:19:51] Patrick: Ich? Online? Ich hab einen Fahrrad-Anhänger, den ich loswerden will. Aber da bin ich mir noch nicht sicher, ob ich den online einstellen will, weil da der ist relativ groß.

[00:20:06] Jonas: Oder zum Selbstabholen.

[00:20:07] Patrick: Oder zum Selbstabholen. Das Problem ist, das ist typengerecht für ein gewisses Fahrzeug. Das heißt, man müsste jemanden finden, der tatsächlich auch dieses Fahrzeug hat und auch so einen Fahrrad-Anhänger haben will. Insofern weiß ich noch nicht so genau, was ich damit mache.

[00:20:23] Nina: Wenn du jemanden kennst, der alle möglichen Dinge online verkauft, dann schick derjenigen Person doch diese Folge.

[00:20:31] Jonas: Ja, vielen Dank, Patrick, für deine Zeit. War ein sehr interessantes Gespräch. Ich habe echt viel mitgenommen. Und wir freuen uns, wenn du dich nächstes Mal wieder dazu entscheidest, bei uns reinzuhören. Und bis zum nächsten Mal.

[00:20:42] Nina: Mach's gut!

[00:00:00] Jonas: Hallo und schön, dass Du wieder eingeschaltet hast zu einer neuen Folge von "Hilfe, mein Toaster brennt!". Ich hab es ja in der letzten Folge beziehungsweise Ende letzter Folge schon Mal anklingen lassen. Heute geht es um das Thema, Du hast zum Beispiel ein iPhone gekauft oder ein Tablet und auf einmal waren in Deinem Paket Steine oder Teelichter drin? Was es damit auf sich hat und wie Du Dich davor schützen kannst, dass erzählen Dir heute Nina und ich. Und wir freuen uns, dass Du wieder dabei bist.

[00:00:22] Intro-Musik

[00:00:37] Jonas: Nina, heute geht es um das Thema: ich habe etwas bestellt. Wie kann denn der Folgename heißen: "Hilfe, in meinem Paket sind Steine?"

[00:00:47] Nina: (Lacht). Steine, statt iPhone.

[00:00:48] Jonas: Steine, statt iPhone.

[00:00:49] Nina: Irgendwie sowas. Müssen wir uns noch überlegen. Wir überlegen uns die Titel immer hinterher.

[00:00:53] Jonas: Natürlich machen wir uns jetzt auch gerade lustig. Für diejenigen, denen das passiert ist, ist es natürlich sehr oder extrem ärgerlich. Was haben wir denn heute mitgebracht, Nina?

[00:01:01] Nina: Wir haben uns gerade mit unseren Juristen und Juristinnen unterhalten, die uns eben erklärt haben, sie bekommen immer mehr Fälle rein bei denen Menschen bei einem bekannten Versandhändler... Ja, ihr wisst schon wen ich meine.

[00:01:18] Jonas: Und man muss da manchmal an den Urwald auch denken.

[00:01:20] Nina: Da haben Leute bestellt und dann meistens hochwertige Elektronikartikel. Und es kam irgendwas völlig anderes aber an. Wo genau in dieser Lieferkette zwischen Händler und es kommt bei mir zuhause an das schiefgegangen ist, wissen wir nicht. Aber es ist jetzt auch nicht wichtig, sondern wir wollen Dir Tipps geben, wie Du damit umgehen kannst. 

[00:01:40] Jonas: Ja, und dafür haben wir eine Best-of-Liste.

[00:01:42] Nina: Erstmal das Best-of, genau.

[00:01:43] Jonas: Erstmal das Best-of. Also wir haben hier zum einen...

[00:01:46] Nina: Alles Fälle, die bei uns tatsächlich eingegangen sind und die unsere Jurist*innen bearbeiten.

[00:01:50] Jonas: Hier zum Beispiel: ich fange mal an mit einer GeForce RTX 3090. Nur damit man sich das vorstellen kann, die kostet aktuell.

[00:01:57] Nina: Was ist das, bitte?

[00:01:58] Jonas: Es ist eine Grafikkarte, die so ungefähr bei 3.000 Euro liegt. Hätte ich mich auch gefreut, wenn ich die hätte. Aber nicht in dem Fall, weil in dem Paket lagen nur Steine drin.

[00:02:11] Nina: Andrea, die bei uns hier arbeitet, hat uns das Foto gezeigt, das sie zu dem Fall geschickt bekommen hat. Die Steine waren noch in so diesem Papier, in so Plastikschutzfolie eingewickelt.

[00:02:22] Jonas: Immerhin. Dass den Steinen auch nichts passiert.

[00:02:24] Nina: Ist ja auch fast das Gleiche.

[00:02:25] Jonas: Dann haben wir noch: Anstatt einem Samsung Galaxy Tablett gab es Teelichter.

[00:02:29] Nina: Eine ausgelaufene Soße, irgendwie so ne Majo-Soßen-Packung, statt einem Apple iPhone.

[00:02:35] Jonas: Und dann haben wir noch anstatt einer tollen Canon-Kamera gab es Protein-Pulver.

[00:02:40] Nina: Oder: statt einem Smartphone eine Powerbank. Oder: statt einem MacBook eine kaputte Powerbank.

[00:02:47] Jonas: Wie Du siehst oder wie Du hörst: Es ist wirklich hauptsächlich, handelt es sich da meist um wirklich teure Elektronikartikel. Die Pakete haben meistens von außen keinen Schaden gehabt. Also man muss wirklich sagen, das kam problemlos an beziehungsweise nicht kaputt an. Aber als man dann eben das Paket geöffnet hat, dann hat man sich natürlich, dann sind erstmal die Fragezeichen in den Kopf geschossen. Wie kann ich denn jetzt so was oder kann ich so was überhaupt verhindern, Nina?

[00:03:12] Nina: Also wir geben da ganz klar Tipps und zwar: Mach quasi so eine Art unpacking heißt das, oder?

[00:03:19] Jonas: Ja, Unboxing.

[00:03:21] Nina: Unboxing! Das Wort habe ich gesucht. Unboxing. Genau, heißt es ja auf Influencer-Sprache. Mache Fotos oder filme sogar, wie Du das Paket aufmachst. Klar, man könnte jetzt natürlich auch behaupten Du hast das geöffnet und den PC rausgenommen und dann Steine reingelegt. Aber es ist immer gut, einfach irgendwas in der Hand zu haben.

[00:03:40] Jonas: Oder, was eine Alternative zum Filmen ist, Du machst das Paket einfach mit jemandem der mit Dir im Raum ist auf. Bei Dir zuhause, wenn Du Bruder, Schwester, Ehepartner, Ehepartnerin, wie auch immer. Holst Du Dir einfach sozusagen einen Zeugen sag ich jetzt mal mit dazu und dann packt ihr einfach zusammen das Paket aus. Dann hast Du eben, wenn es hart auf hart kommt, auch einen Zeugen, der sagen kann: "Jo, dann sind nur Steine oder Teelichter oder eine versaute Soße drin gewesen".

[00:04:05] Nina: Noch was: Du kannst es auch wiegen. Also manchmal, wenn das bei Dir ankommt, vielleicht spürst Du schon so ein bisschen: "Ey, da kann nicht das drin sein, was ich bestellt habe." Weil so eine Soße, ja gut, ich glaub da wurden schon immer Dinge ausgesucht in unseren Fällen, die unegfähr das Gleiche wiegen. Ja, aber wenn Dir das schon so komisch vorkommt, dann lege es doch auf die Waage und mach davon ein Foto bevor Du das Paket aufmachst. Dann kannst Du nämlich da schon sagen, das hat nicht ganz gepasst.

[00:04:28] Jonas: Und was mach ich jetzt eigentlich in so einer Situation? Ich meine, Du hast da jetzt viel Geld ausgegeben. Selbst wenn es jetzt ein Paket ist, das nicht so viel gekostet hat. Du erwartest ja Deine Ware, also die Leistung, die Du bezahlt hast. Was mache ich in so einer Situation. Kann ich das einfach zurückschicken und dann hoffe ich? Okay, ich kann ja 14 Tage widerrufen und bekomme halt mein Geld zurück.

[00:04:44] Nina: Auf keinen Fall einfach zurückschicken. Kontaktiere sofort den Händler. Also da, wo Du es gekauft hast. Schreib da sofort eine E-Mail hin. Mail ist immer gut, weil dann ist es auch schriftlich und Du hast einen Nachweis, dass Du dahin geschrieben hast. Und wenn Du eben diese Beweise hast, wie Dein Video oder Dein Foto, kannst Du das gleich beilegen und kannst so immerhin beweisen, dass da eben Steine, statt einem iPhone drin waren. Also erstmal den Händler anschreiben. Im blödesten Fall klappt das nicht. Er reagiert gar nicht oder er sagt: "Quatsch, da können wir nix machen."

[00:05:15] Jonas: Oder er sagt vielleicht auch: "Wir haben es Dir geschickt."

[00:05:17] Nina: Genau. Vielleicht hat der Händler, kann irgendwie beweisen, dass es bei ihm ja rausgegangen ist das Produkt. Das ist dann richtig blöd. Da gibt es aber noch eine super Möglichkeit. Da kannst Du Dich nämlich an uns wenden.
[00:05:27] Jonas: #Werbung

[00:05:29] Nina: Also an das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland. Wir helfen immer dann, wenn das Unternehmen in einem anderen Land sitzt. Also dieses Unternehmen mit "A" am Anfang und Dschungel, sitzt in Luxemburg. Da können wir sehr oft helfen. Oder wenn Du eben in einem anderen EU-Land etwas bestellt hast und da so ein Problem in der Art hast, dann kannst Du Dich an uns wenden. Wir verlinken Dir unser Kontaktformular und dann können wir natürlich auch unser bestes tun, um Dir zu helfen. Also unsere Juristen. Jetzt nicht speziell Jonas und ich (lacht).

[00:05:56] Jonas: Ja, ich glaube wir können da nicht viel machen (lacht).

[00:05:58] Nina: Wir reden eher so.

[00:05:59] Jonas: Wir reden einfach nur. Genau. Habe ich irgendwas vergessen?

[00:06:03] Nina: Sagen wir mal Du bestellst ganz regulär was. Und Du weißt ja, wenn Du online was bestellst, hast Du in den aller allermeisten Fällen zwei Wochen Zeit, um die Meinung zu ändern und das einfach wieder zurückzuschicken.

[00:06:15] Jonas: Auf juristisch: Widerrufsrecht.

[00:06:17] Nina: Genau. Auch dazu haben wir schon mal eine Folge gemacht. Was ist jetzt, wenn Du das zurückschickst ordnungsgemäß und dann behauptet das Unternehmen im Nachhinein: Ja, da war ja gar nichts drin in dem Paket oder es war was falsches drin. Auch da sagen wir: Mache am besten ein Foto davon, wie Du Dein Paket zusammenpackst. Was da alles drin ist. Was Du alles reingemacht hast. Und auch bei der Post, wenn Du es da dann aufgibst, lass Dir immer unbedingt diesen Stempel oder irgendeinen Nachweis geben. 

[00:06:44] Jonas: Ja, vielleicht kennst Du jemanden, dem vielleicht sowas passiert ist. Dann gerne immer die Folge weiterleiten. Vielleicht ist es auch Dir selbst passiert. Dann kannst Du uns natürlich auch immer gerne schreiben an: podcast@evz.de. Und ansonsten wünschen wir eine schöne Vorweihnachtszeit, viel Erfolg beim Shoppen und bis zum nächsten Mal.

[00:00:00] Nina: Willkommen zu einer neuen Folge von "Hilfe, mein Toaster brennt!", unserem europäischem Verbraucher-Podcast. Es ist Winter, es ist kalt, zumindest hier in Kehl / Straßburg ist auch nicht so tolles Wetter. Und Corona geht mal wieder völlig ab. Es gibt also keinen besseren Moment, um sich zu Hause einzukuscheln und mal wieder den Lieblingsfilm zu schauen und so richtig Serie zu suchten. Ich glaube fast jeder von uns hat mittlerweile ein Streaming-Abo. Ums Thema Streaming geht's auch heute in unserer Folge. Ja, ist es jetzt eigentlich legal, wenn ich auf nicht so ganz offiziellen Plattformen mir mal einen Film angucke? Und kann ich mein Abo jetzt eigentlich mit in den Urlaub nehmen? Was ändert sich dann, wenn ich in einem anderen Land bin? All das erfährst du hier bei uns heute in dieser Folge. Hör gerne rein. 

[00:00:51] Intro-Musik

[00:01:03] Nina: Jonas ist natürlich wieder mit dabei. Hallo Jonas! Was guckst du zurzeit so zu Hause?

[00:01:10] Jonas: Ich habe angefangen mit der FC Bayern-Doku auf Amazon Prime. 

[00:01:15] Nina: Ah, du hast also Amazon Prime. 

[00:01:16] Jonas: Ich habe Amazon Prime. Und ich gucke gerade nebenbei noch Arcane, das habe ich jetzt angefangen. Diese neue Serie von League of Legends. Und ansonsten hab ich immer mal wieder so, ja, Weihnachtsfilme. Ich guck gerne Harry Potter zu Weihnachtszeit. 

[00:01:28] Nina: Oh ja.

[00:01:29] Jonas: Was guckst du denn? Guckst du auch?

[00:01:31] Nina: Ja. Also Harry Potter auf jeden Fall. Also eigentlich das ganze Jahr, aber...

[00:01:35] Jonas: Harry Potter ist so mein Weihnachtsding. Wenn Weihnachten ist, ich stress immer alle, ich will unbedingt Harry Potter angucken. Und Herr der Ringe guck ich auch immer gern in der Weihnachtszeit. Ist irgendwie so schön kuschlig. Du bist zu Hause auf dem Sofa. Und dann immer diese Kindheitserinnerungen.

[00:01:50] Nina: Guckt eigentlich noch irgendjemand kinox.to und diese ähnlichen Seiten? Guckt man das überhaupt noch? Seit ich meine Abos hier hab, also ich bin bei Netflix zum Beispiel... 

[00:02:03] Jonas: Ich muss gestehen, ich habe glaube ich jeden Streaming-Dienst, den es gibt. Ich bin bei Netflix, Disney Plus...

[00:02:07] Nina: Wie suchst du dann aus, was du angucken willst? Mich überfordert das, muss ich sagen.

[00:02:11] Jonas: Das Gute ist ja, dass manchmal bist du fertig mit deiner Serie und dann kommt die Staffel erstmal nicht mehr gefühlt zwei Jahre lang, weil sie wieder eine neue produzieren müssen und dann gucke ich in der Zwischenzeit wieder auf der anderen Online-Plattform weiter. Und so wechsle ich dann immer ab. Ich warte zum Beispiel auf Netflix auf der Witcher. Auf Disney Plus warte ich auf The Mandalorian. Und dann kann ich immer so zwischendrin switchen. Und Fußball natürlich, ne. Fußball und Sport. 

[00:02:34] Nina: Ist natürlich umso besser für dich, dass du das so machst. Weil mit diesen nicht so ganz offiziellen Portalen, lange Zeit war es ja doch eine Grauzone. Also kann ich da jetzt auch zur Rechenschaft gezogen werden, weil ich das streame und gucke auf diesen Portalen? Ne, das sind ja Raubkopien. 

[00:02:54] Jonas: Man erkennt das ja immer gut. Der EuGH hat glaube ich vor ein paar Jahren mal ein Urteil gefällt. Dann ist eben nicht mehr dieser Grauzonen-Bereich gewesen, sondern dann ist klargeworden: Wenn man sich illegal irgendwo auf einer Plattform aufhält und einen Film schaut oder irgendwas streamt, dann macht man sich strafbar. Wenn du jetzt nur so eine Seite ansteuerst und dich mal so umgucken willst, was es für Filme gibt, dann ist es noch nicht strafbar. Sobald du diesen Dienst in Anspruch nimmst, dann machst du dich eben entsprechend strafbar. Das ist jetzt kein Graubereich mehr. Ich kenne das auch noch aus meiner Jugendzeit. Ich bin auch gerne mal auf solchen Seiten unterwegs gewesen. Aber da ist jetzt wie gesagt seit ein paar Jahren....

[00:03:29] Nina: Seit 2017 ist das entschieden worden. Und es zählt auch schon als Ure...woah, woah... langes Wort. Das zählt auch schon als Urheberrechtsverletzung, wenn ich das streame, auch wenn ich den Film nicht zur Verfügung stelle.  

[00:03:43] Jonas: Genau und man erkennt solche Seiten meistens daran, dass sie die neuesten Kinofilme anbieten.  Weil sind wir mal ganz ehrlich: Klar mittlerweile kommen teilweise auch große Kinofilme, aber eben auf großen Plattformen dann eben auch nach einem Monat oder so raus.

[00:03:56] Nina: Zahlungspflichtigen Plattformen. Das ist ja hier der große Unterschied, ne. Wenn ich dafür nicht zahlen muss, dann skeptisch sein. Und dann ist vielleicht auch noch der neueste Kinofilm gleich verfügbar. Ja...

[00:04:06] Jonas: Und meistens auch noch in einer, also, man kennt das ja. Wenn man mal auf so einer Seite ist und sich das angeschaut hat, dann sieht man zwar den neuesten Kinofilm, aber der ist dann eben von der Leinwand abgefilmt. Dann kann man davon ausgehen, dass es sich dabei um ein illegales Angebot handelt. Und da macht man sich eben strafbar. Was auch sehr teuer werden kann. 

[00:04:23] Nina: Also mach das nicht und berufe dich dann doch lieber auf die zahlungspflichtigen Anbieter, die wir ja alle kennen. Es gibt ja einige. Da musst du nichts befürchten.  Und da ist alles in Ordnung.

[00:04:35] Jonas: Jetzt ist natürlich die Frage: Wie erkenne ich noch so einen unseriösen Online-Anbieter? Da gibt's einige schwarze Schafe, die auch gerne mal in eine Abofalle locken. Dazu haben wir schon mal einen Podcast gemacht. Folge 3. Wir sind jetzt mittlerweile schon bei glaube ich Folge 25? 26? Ich weiß es schon gar nicht mehr. Ziemlich weit am Anfang da ging's um das Thema Potenzpillen und Abofallen. Da können wir gerne mal verlinken. Da erklären wir, wie man so Abofallen erkennt. Aber man erkennt sowas immer ganz gut, so eine Seite: Es gibt kein Impressum. Wir predigen das immer wieder. Es ist langweilig. Aber guckt euch einfach mal auf der Seite um: Gibt es ein Impressum? Wer ist eigentlich der Inhaber dieser Seite? Wo befindet der sich? Wenn sich so eine Seite natürlich irgendwo in der Karibikinsel oder irgendwo am Piep der Welt aufhält, dann...

[00:05:22] Nina: Wenn das der Firmensitz ist, dann mh... Genau, sagen wir mal du surfst so durchs Netz und suchst vielleicht einen bestimmten Film und triffst dann auf ein Streaming-Portal, von dem du noch nie gehört hast. Dann check auf jeden Fall all diese Sachen erstmal ab. Nicht, dass es was Illegales ist.

[00:05:36] Jonas: Und auch was wir eben angesprochen hatten: Wenn es eben schon der neueste Kinofilm ist und du merkst, OK, jetzt James Bond. Gerade vor einer Woche im Kino gekommen und der ist jetzt schon auf einer Online-Plattform abrufbar. Dann handelt es sich in den meisten Fällen um eiben ein illegales Angebot.

[00:05:51] Nina: Du kannst auch mal nach Kommentaren und Erfahrungen suchen, die vielleicht schon andere User im Netz gemacht haben. Achtung, das kann auch gefälscht sein. Guck mal, ob die dir einigermaßen authentisch vorkommen. Wenn du irgendwo liest: Auf gar keinen Fall, ist Abzocke, dann ja. Dann ist's ja eh schon klar.

[00:06:07] Jonas: Und wir hatten auch gerade eben angesprochen, dass es illegal ist. Nina, was kostet denn sowas?

[00:06:12] Nina: Pro Verfahren, also, wenn ich jetzt erwischt werde, ich habe illegal was gestreamt, mir online angeguckt, dann kann das pro Verfahren schon mal 150 Euro kosten. Diese Zahl kursiert auch so im Netz. Allerdings kann es sein, dass es nicht dabeibleibt. Es können noch Schadensersatzforderungen hinzukommen. Und zwar 5 bis 10 Euro pro Stream. Kann sich natürlich auch ganz schön aufsummieren, wenn ich da mehrere Sachen geguckt habe. Und eventuell, und das wird richtig teuer, Anwaltskosten der Gegenseite. 

[00:06:44] Jonas: Was macht man jetzt, wenn man so eine Abmahnung bekommt? Wie geht man damit um?

[00:06:46] Nina: Erstmal, das ist das allerwichtigste, prüfen, ob diese Abmahnung überhaupt echt ist. Denn es könnte auch hier wieder ein Betrüger sein, der einfach behauptet, ich hätte da irgendwie gestreamt. Auf unserer Webseite haben wir die Kategorie "Vorsicht Falle", die verlinken wir auch. Es gibt so viele Maschen: Es gibt auch, du hättest angeblich eine Sexhotline genutzt, du hättest angeblich einen Wahrsagerdienst genutzt und jetzt sollst du zahlen. Das gibt's auch mit Streaming. Und manche, die fallen halt drauf rein und zahlen und somit funktioniert das ganze Konstrukt. Also erstmal prüfen: Habe ich das wirklich getan? Kann es wirklich ich sein? Zum Beispiel kannst du die IP-Adresse prüfen, mit der du angeblich was Illegales geguckt haben sollst. Ist es wirklich meine IP-Adresse? Oder ist es irgendeine andere?

[00:07:37] Jonas: Und natürlich auch immer einfach rechtlich absichern lassen. Sich einfach irgendwo mal einen Rat einholen. Rechtlichen Rat einholen, ob das wirklich alles rechtens ist, was da so in dieser Mahnung drinsteht. Was man auf gar keinen Fall machen sollte: Nicht bezahlen. Weil wenn man bezahlt, dann kann das so ausgelegt werden, dass das ein Schuldeingeständnis ist. Das heißt, wenn du dann nochmal erwischt werden solltest, dann wird's richtig teuer. Dann bleibt‘s nicht bei diesen 5 bis 10 Euro pro Stream und den 150 Euro pro Verfahren dann wird's nämlich richtig teuer. Deswegen immer prüfen lassen. Nicht ignorieren. Und rechtlichen Rat einholen und keinesfalls im Voraus bezahlen.  

[00:08:13] Nina: Genau nicht ignorieren, wenn manchmal ist es erforderlich, dass du da auch schriftlich widersprichst. Da solltest du dich eben beraten lassen. Und andererseits nicht blind zahlen so nach dem Motto "Ach, komm, dann lassen die mich in Ruhe, dann hab ich das los". Ne ne, eben, weil das könnte falsch interpretiert werden. 

[00:08:29] Jonas: Wir haben dazu auch eine Broschüre von unseren Kollegen aus Wien, Grüße gehen raus, zum Thema Streaming. Die würden wir auch einfach mal reinpacken. Und da könnt ihr auch gern nochmal einlesen.

[00:08:39] Nina: Genau das ist eine super ausführliche informative Broschüre, die heißt Safer Streaming vom Europäischen Verbraucherzentrum Österreich. Die können wir echt nur empfehlen. 

[00:08:48] Jonas: Und wie sieht das jetzt aus? Ich hab jetzt einen kostenpflichtigen legalen Online-Stream ein Abo gemacht. Wie sieht das jetzt eigentlich aus, wenn ich verreisen möchte? Kann ich das überall nutzen? Uneingeschränkt nutzen? Kommen da irgendwelche Hindernisse auf mich zu? Nina hat's ja anfangs angesprochen. Ich geh mal davon aus, dass ein Großteil von uns irgendwo ein Abo haben wird. Und bestimmt auch schon mal ins Ausland gegangen ist und gesagt hat, keine Ahnung, oh ich fliege irgendwo hin in den Urlaub. Ich möcht mir ein paar Videos, ein paar Filme, Serien in die Bibliothek runterladen, dass ich für den Flug ein bisschen Unterhaltung habe.

[00:09:18] Nina: Oder auf Geschäftsreise will ich dann abends entspannt was gucken können.

[00:09:22] Jonas: Wie sieht es dann aus? Kann ich dann uneingeschränkt mein Abo nutzen? Oder kommen da irgendwelche Hindernisse auf mich zu?

[00:09:27] Nina: Das Stichwort heißt: Portabilität von Online-Inhalten. Diese Online-Portabilität besagt, dass ich innerhalb der EU meine zahlungspflichtigen meine zahlungspflichtigen Streaming-Dienste auch kurzzeitig so wie ich es gewohnt bin zu Hause auch in anderen Ländern nutzen kann. So die Theorie.

[00:09:48] Jonas: Die Praktis. Äh, die Praktis. Die Prakt... ah, ich kann kein Deutsch mehr. Die Praxis sieht natürlich ein bisschen anders aus. 

[00:09:54] Nina: Wir haben ja vorhin über Harry Potter gesprochen. Jetzt kommt meine Harry Potter-Geschichte, ich habe sie Jonas schon erzählt. Vergangenes Weihnachten war das, also ich wohne in Frankreich, Jonas übrigens auch. Da war auf meinem Netflix auf einmal Harry Potter verfügbar und ich hab mich so gefreut und wollte das gucken zu Weihnachten. Dann bin ich über Weihnachten zu meiner Familie nach Deutschland gefahren und wollte weitergucken und die Filme waren weg und das war ziemlich tragisch, weil ich mich echt darauf gefreut hatte, das weiterschauen zu können. Und dann dachte ich mir: Ja, was is'n jetzt hier mit der Online-Portabilität? Schneit ja wohl nicht zu funktionieren.

[00:10:28] Jonas: Ja, vor allem, du zahlst ja dafür.  

[00:10:29] Nina: Es ist, ähm, schwierig. Also wir haben auch mit unseren EVZ-Juristen gesprochen. Es ist gar nicht so leicht so leicht, rauszufinden, warum das so ist. Also Netflix, falls ihr eine Antwort darauf habt.

[00:10:41] Jonas: Man muss ja auch sagen, es ist nicht immer unbedingt schlecht, weil dann hast au vielleicht auch bisschen so ein regionales Angebot aus dem jeweiligen Land und kannst mal neue Filme sehen. Ich denke es gibt sowohl Positives als auch Negatives. Aber ich kann's verstehen: Wenn ich mir einen Film in die Bibliothek geladen habe und ich den dann nicht sehen kann, weil ich mich irgendwo anders aufhalte, aber davon ausgegangen bin, dass ich ihn angucken kann, dann ist das natürlich doof. Was man da aber machen kann, Nina. Du könntest den Flugmodus reinhauen und kannst dann nämlich weitergucken. Weil dann erkennt der nicht, dass du dich im Ausland aufhältst. 

[00:11:12] Nina: Ah, das vorher schon mir runterladen, hm...

[00:11:14] Jonas: Dann den Flugmodus reinmachen und dann bist du auf der sicheren Seite. 

[00:11:17] Nina: Das stimmt natürlich. Viele Leute arbeiten sicher auch mit einem VPN Client. Der ja, das beschreibe ich jetzt technisch wahrscheinlich inkorrekt, aber der dann ja so tut als wäre meine IP-Adresse aus einem bestimmten Land und so kann ich ein bisschen tricksen. Machen sicher auch viele, um das einfach zu umgehen und dann stellt man sich die Frage gar nicht. 

[00:11:35] Jonas: Aber auch da muss man aufpassen, weil wenn Netflix einen da erwischen sollte, kann es auch unter Umständen dazu kommen, dass man komplett gesperrt wird. 

[00:11:42] Nina: Das wäre echt der worst case, genau, dass ich komplett ausgeschlossen werde. Das dürfen sie natürlich auch festlegen als Hausregeln, so Dienste, Netflix oder andere, dass man eigentlich keinen VPN nutzen darf. Das dürfen sie natürlich festlegen. Eine Ausnahme muss man noch sagen: Also nicht zahlungspflichtige, also die des öffentlich-rechtlichen Fernsehens oder Rundfunks zum Beispiel. Also Angebote von ARD, ZDF und so weiter. Die sind nicht verpflichtet, dass sie mir in anderen Ländern auch ihr Angebot zur Verfügung stellen. Das hatte ich auch schon öfter, dass halt dann angezeigt wird: Dieser Inhalt ist in ihrem Land nicht verfügbar. Das ist in Ordnung, das dürfen die tatsächlich. Aber wenn ich dafür zahle muss ich eigentlich mein Angebot zumindest kurzzeitig auch für meinen Urlaub in ein anderes Land in der EU mitnehmen können. Eigentlich.

[00:12:31] Jonas: Vielleicht hattet ihr selbst schon mal Probleme mit eurem Online-Streaming? Dann lasst es uns immer gerne wissen.

[00:12:37] Nina: Oder habt eine Antwort auf diese Online-Portabilitäts-Frage.

[00:12:40] Jonas: Dann schreibt uns doch gerne an podcast@evz.de. Ansonsten packen wir natürlich alles Informative wieder in die Show Notes. 

[00:12:47] Nina: Oder Weihnachtsfilmideen nehme ich auch gerne. 

[00:12:49] Jonas: Oh ja, Weihnachtsfilmideen hätten wir auch Bock. Also wenn du uns schreiben könntest, was so deine Weihnachtsfilme sind: Gerne rein in die Kommentare. Ich find’s' immer lustig, das muss ich noch sagen: Love is actually, ich kannte den Film vorher nicht bis mir ein...

[00:13:01] Nina: Ach das ist der, wo so mehrere Liebesgeschichten sich abwechseln? Ist das der?

[00:13:05] Jonas: Ja genau das ist der. Aber wenn du dann von einem Franzosen hörst: Loff is aktschuali. Ne, Loff aktschuali [mit französischem Akzent]. Und ich wusste überhaupt nicht, von was für einem Film die Rede ist, dann weißt du, di bist in Frankreich angekommen. Ne, auch ein cooler Film. Kann ich auch empfehlen. Schöner Weihnachtsfilm und ähm...

[00:13:19] Nina: Arri Potär [mit französischem Akzent].

[00:13:20] Jonas: Arri Potär [mit französischem Akzent]. Und ich hab noch einen kleinen Ausblick auf unsere nächste Folge. Da geht's um Pakete. Und zwar geht's da um eine neue Abzock-Masche, die wir beobachten. Da bekommen Verbraucherinnen und Verbraucher nicht das, was sie bestellt haben, da sind zum Beispiel Laptops, Handys, was auch immer bestellt worden und im Paket waren aber nur Steine. 

[00:13:42] Nina: Dudumm.

[00:13:44] Jonas: Warum das so ist, das erfährst du in der nächsten Folge.

[00:13:47] Nina: Und was du tun kannst vor allem. 

[00:13:48] Jonas: Exacetement. Bis dann, ciao!

[00:00:00] Jonas: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge: „Hilfe, mein Toaster brennt!“. Heute geht es um das Thema „Black Friday“. Sind Black-Friday-Deals wirklich günstiger? Und gibt’s Alternativen zu dem Konsumrausch, an dem jeder versucht das beste Schnäppchen zu schlagen. Das beantworten dir heute Nina und ich. Und wir freuen uns, dass du wieder am Start bist.

[00:00:17] Intro-Musik

[00:00:29] Jonas: Nina, wie sieht’s bei dir eigentlich aus. Hast Du schon alle Weihnachtsgeschenke gekauft?

[00:00:33] Nina: Schon? Hallo, es ist Ende November, nicht mal Ende November! Ich habe noch kein einziges Weihnachtsgeschenk. Und du?

[00:00:40] Jonas: Nö. Aber jetzt steht ja bald Black Friday vor der Tür. Am 26. November ist es wieder so weit. Und dann geht es wieder los mit der Schnäppchenjagd.

[00:00:48] Nina: Man hört ja auch schon überall so ein bisschen: Cyber Week und sieht die Angebote. Also ich habe das Gefühl, dieses Jahr fliegen die mir gerade so entgegen alle und sind unübersehbarer denn je.

[00:01:02] Jonas: Ja, und Nina und ich haben uns gedacht, wir machen mal eine Podcast-Folge zum Thema „Black Friday“, weil es wird ja immer so gegeben: „Wow, 50 Prozent Rabatt auf die UVP (unverbindliche Preisangabe). Und haste nicht gesehen. Und alle möglichen Mega-Deals, wo man sich denkt: Da muss ich zuschlagen, sonst verpasse ich was. Aber, das sind nicht alles wirklich gute Deals.

[00:01:21] Nina: Wenn man auf die Webseiten geht, dann ist das da oben oft schon der gelb, rosa – weiß ich nicht was – blinkende Banner, der sagt: „Nur jetzt am Black Friday“. „Oder um den Black Friday gibt es Minus 60 Prozent“. Das lädt ja schon ziemlich ein dazu, dass man das doch schnell noch mitnimmt. 

[00:01:40] Jonas: Genau, das meiste oder das größte Problem daran ist eigentlich, das Thema „UVP“. Also, das ist nicht das Problem, aber 

[00:01:45] Nina: Also „unverbindliche Preisempfehlung“.

[00:01:47] Jonas: Genau, die unverbindliche Preisempfehlung. Die ist meistens sowieso ein bisschen höher als es dann im Markt tatsächlich ausgestellt wird das Produkt. Also gehen wir jetzt mal davon aus, Du willst Dir ein Handy kaufen und dann steht UVP: 1500 Euro. Aber der eigentliche Marktpreis liegt deutlich darunter, so bei 1200 Euro oder 1100 Euro, was immer noch super viel Geld ist. Aber darauf beziehen sich eben die meisten Rabatte, auf die unverbindliche Preisempfehlung, was dann gar nicht so realistisch ist.

[00:02:11] Nina: Das heißt, immer genau nachgucken oder nachforschen, worauf bezieht sich jetzt diese Angabe von Minus 60, Minus 70 Prozent. Ja, wie war da der Ausgangspreis. Da ist natürlich ein super Tipp: im Idealfall weißt Du vielleicht schon ein bisschen länger, dass Du dieses Handy oder genau dieses Produkt gerne haben möchtest und dann kannst Du den Preis natürlich über einen längeren Zeitraum beobachten.

[00:02:35] Jonas: Da gibt es dann sogenannte Preisvergleichsportale. Da kannst Du einfach das Produkt eingeben, kannst es beobachten. Wie ist so die Preisentwicklung über die letzten Monate, Wochen gewesen. Und da kann man eigentlich auch so am besten mit einschätzen, ist das jetzt ein wirklich guter Deal, den ich da abschließe. Natürlich möchten wir den Black Friday jetzt nicht schlechtreden, ich selbst kaufe auch immer gerne mal wieder ein. Man muss sich einfach nur im Klaren sein, dass nicht wirklich jedes Schnäppchen oder nicht jedes angegebene Schnäppchen auch ein wirklicher Deal ist, wo man gut Geld sparen kann.

[00:03:03] Nina: Den Link zu diesem Preisvergleichsportal, Du hast es Dir gedacht, den machen wir natürlich in die Shownotes. Was war denn so ein richtig, richtig guter Deal, Jonas, den Du mal gemacht hast an einem Black Friday.

[00:03:13] Jonas: Also ich habe mir erst letztens einen PC zusammengestellt und da hatte ich mithilfe von einem Freund, der hat mir auch die ganzen Preisvergleichsportale gesagt. Und der hat mir dann immer zugeschickt: „Hey Jonas, jetzt musst Du es kaufen. Jetzt ist es gerade voll günstig“. Da habe ich schon paar gute Schnäppchen gemacht.

[00:03:29] Nina: Da hattest Du ja dann fast so einen Hintermann, der für Dich mit beobachtet hat. Richtig gut.

[00:03:33] Jonas: Genau. Der hat mir so Live-Ticker mäßig immer zugesteckt: „Oh Jonas, jetzt musst Du kaufen“. Und dann war ich immer so schnell dahinter -brrr- schnell kaufen. Das ist auch das Gute daran. Es gibt Deals nicht nur am Black Friday, ne? Die gibt es über das gesamte Jahr verteilt. Das ist so ein gutes Beispiel. Ich habe da echt einige Euros mit gespart, dadurch dass ich mir gesagt habe: „Okay, ich habe keinen Zeitstress. Ich weiß, was ich für meinen PC brauche“. Du hast es ja schon gesagt, am besten weiß man schon vorher, was man haben will. Und das ging dann über 1, 2, 3, 4 Monate und haben uns ganz entspannt meinen PC zusammengestellt. Und ich habe da echt, echt gut Geld gespart.

[00:04:03] Nina: Kein Zeitstress sich machen, ist auch so ein Ding. Es kann sich wirklich lohnen mal bis nach Weihnachten zu warten. Wenn man jetzt seine Geschenke wirklich am Black Friday einkaufen will, na ja, wie wäre es mit einem Gutschein. Das wäre so eine Idee. Das ist eine Alternative. Ich schenke der Person einen Gutschein dafür und nach Weihnachten kann sich die Person dann für vielleicht einen viel besseren Preis das gewünschte Produkt kaufen.

[00:04:27] Jonas: Genau, weil jetzt muss man auch anmerken, jetzt ist die Weihnachtssaison. Jeder von uns bekommt wahrscheinlich oder ein Großteil von uns wir Weihnachtsgeld vielleicht noch bekommen.

[00:04:33] Nina: Katsching (lacht)!

[00:04:34] Jonas: Katsching (lacht)! Und, äh, ja, dann, dann sind halt alle auch...

[00:04:38] Nina: Fröhlich wird eingekauft.

[00:04:40] Jonas: Du hast ja echt einen Kaufreiz-Überfluss. Egal, wo Du bist. Überall ist Black Monday, äh Black Friday, Cyber Monday. Und da das Angebot und hier. Es ist ja bekanntlich so das Einläuten der Weihnachtssaison mit dem Black Friday. Wie Du gesagt hast. Da muss man einfach sich nicht diesen Stress machen. Klar, man muss irgendwie ein Weihnachtsgeschenk irgendwann Mal kaufen, aber Du hast ja gerade eben gesagt ein Gutschein tut es im besten Fall auch. Oder man sagt halt, einen besseren Deal gibt es nach Weihnachten oder sogar nach Black Friday.

[00:05:06] Nina: Auch eine Sache, die man machen kann ist, sich eine Einkaufsliste zu schreiben bzw. eine Wunschliste. Da könnte man sogar noch verschiedene Prioritäten festlegen, was man wirklich ganz unbedingt braucht und was man auch auf später verschieben könnte. Bei mir steht demnächst wieder der Gang zu Ikea und Konsorten an. Da ist es sehr wichtig, sich eine genaue Liste zu machen (lacht).

[00:05:30] Jonas: Sonst kommt man nachher mit mehr raus!

[00:05:30] Nina: Sonst artet es völlig aus.

[00:05:32] Jonas: Das artet komplett aus!

[00:05:33] Nina: Egal, ob Black Friday oder nicht! Es ist gefährlich (lacht).

[00:05:37] Jonas: Ne, da hast Du recht. Ich nutze auch gerne Wunschlisten-Funktionen, weil Du einfach alles im Überblick behalten kannst. Du kannst immer gucken, ah, das ist jetzt günstiger geworden. Sonst artet das ganz schnell aus.

[00:05:48] Nina: Eine Freundin hat mir mal den Tipp gegeben, dass sie das bei Kleidung oft so macht, dass sie sich online ihren Warenkorb zusammenstellt und den dann nicht immer kauft. Also sie hat bemerkt, dass sie manchmal so das Shopping-Bedürfnis schon dadurch befriedigt ist, dass sie sich da jetzt umgeguckt hat und sich Teile ausgesucht hat. Und dann lässt sie es mal so einen Tag liegen und am nächsten Tag will sie es dann schon gar nicht mehr so dringend haben und könnte vielleicht auch was sein.

[00:06:14] Jonas: Ja! Worauf man auch achten sollte, wenn man sich allgemein im Internet bewegt: Man sollte auf die Zahlungsarten achten. Also ein ganz kritisches Indiz dafür, dass es sich um einen Fake-Shop handeln könnte ist, wenn nur Vorkasse, also Vorauskasse angeboten wird. Heißt, Du möchtest was kaufen und der Verkäufer, die Verkäuferin verlangt von dir, dass Du in Vorleistung trittst und erst bezahlst und dann erst die Ware verschickt wird. Wenn es nur diese eine Zahlungsmöglichkeit auf der Webseite gibt, dann lieber die Finger weglassen und sich nach einer alternativen Plattform umschauen.

[00:06:42] Nina: Unsere Juristen sagen immer: „Erst die Ware, dann das Geld“. Da haben sie natürlich absolut recht. Damit hat man weniger Risiko.

[00:06:49] Jonas: Da bietet sich zum Beispiel eben mit Kreditkarte an. Da kann man ein Chargeback-Verfahren machen. Heißt, man kann das Geld zurückbuchen, wenn irgendwie was nicht geklappt hat. Überweisung auch gefährlich, kann man nämlich nicht mehr zurückbuchen, wenn sie überwiesen worden ist auf das Empfängerkonto. Und am besten natürlich auf Rechnung. Machen nicht mehr viele oder bieten nicht mehr viele an, aber wenn es die Möglichkeit gibt ist das eigentlich so das sicherste, was man machen kann als Verbraucher*in. Ansonsten Nina, wir haben es ja schon angesprochen, Black Friday ist ja schon so ein kleiner Konsumrausch, ne? Das ist ja so, jeder hat Bock einzukaufen, den besten Deal zu bekommen.

[00:07:21] Nina: Ich finde, es ist auch echt schwierig. Wir sind doch alles intelligente Menschen, aber ich finde des ist schon auch oft schwierig, sich dem zu entziehen.

[00:07:27] Jonas: Das ist voll der Gruppenzwang.

[00:07:30] Nina: Auch jeder weiß doch, dass es psychologisch sehr gut funktioniert, wenn da steht: „Nur noch fünf Artikel übrig“.

[00:07:35] Jonas: Oder: „Drei Leute gucken sich denselben Artikel gerade an“. Und Du denkst Dir: „Oh, ich will den aber auch haben“.

[00:07:39] Nina: Trotzdem, ja. Löst das einfach so sehr das Gefühl in einem aus, dass man da jetzt was verpasst, wenn man das nicht kauft.

[00:07:46] Jonas: Was, was gibt es denn für Alternativen, wenn man jetzt sagt: Ok, Black Friday ist schon ein bisschen Überfluss. Brauche ich wirklich so viele Sachen?

[00:07:51] Nina: Ja, Thema, Retouren. Bei Retouren: Die Transportwege, die dort anfallen, das Verpackungsmaterial. Es ist aus Umweltsicht natürlich nicht ideal. Da gibt es die altbewährten Tricks, wie: bestell nur die Größe, die Du hast. Also, nicht sich fünf Größen oder Farben zum Probieren bestellen. Vielleicht doch lieber ein bisschen mehr Zeit investieren in der Produktbeschreibung. In den Kommentaren genau nachlesen, was Dir gefällt. 

[00:08:22] Jonas: Den Black Friday gibt es ja mittlerweile auch nicht mehr nur online, sondern auch der Einzelhandel ist verstärkt darauf umgestiegen. Einfach vielleicht mal beim Laden um die Ecke gucken, ob es vielleicht nicht dasselbe Produkt oder dasselbe Kleidungsteil im Laden um die Ecke gibt.

[00:08:34] Nina: Absolut!

[00:08:35] Jonas: Anprobieren und dann spart man sich eben auch diese Transportkosten.

[00:08:38] Nina: Genau! Oder online die Größentabellen nutzen, um so unnötige Retouren einfach zu vermeiden.

[00:08:43] Jonas: In dem Zusammenhang haben ja auch einige Einzelhändler so einen Gegenentwurf zum Black Friday erfunden oder geschaffen. Das gehen wir jetzt gleich mal darauf ein. Vielleicht zuerst mal zum Green Sunday. Willst Du den kurz erklären? Was ist das? Oder soll ich weiter machen?

[00:08:57] Nina: Green Sunday. Manchmal heißt er auch Green Friday. Da wird sich auf nachhaltige Shopping-Alternativen konzentriert.

[00:09:05] Jonas: Genau. Heißt: Gebrauchtwaren, die im Fokus stehen. Da gibt es einige große Online-Marktplätze, sage ich jetzt mal, die sich dann eben auf die Fahne geschrieben haben: Warum muss es denn immer neu sein? Gut aufbereitete Gebrauchtwaren, deren Lebenszyklus sich dann eben auch dadurch verlängert, kann ja genauso gut sein. Muss ja nicht immer neu sein.

[00:09:23] Nina: Klar ist auch das Marketing, aber da einfach mal gucken, was steckt hinter der Fassade. Es können echt auch gute Initiativen mit dabei sein.

[00:09:31] Jonas: Genau. Einfach mal das Thema Spielkonsolen. Die sind super teuer. Oder Smartphones. Warum nicht ein Second-Hand-Produkt kaufen, was vielleicht noch mal eine Revision bekommen hat. Was noch mal komplett neu aufbereitet wurde. Bevor ich dann so, keine Ahnung, 1000 Euro, 1200 Euro – natürlich jeder, wie er machen möchte – aber das ist eben so eine Alternative, die man eben da sich mit anschauen kann. So ein Pendant dazu ist der Buyback Friday. Das ist von einem großen Möbelhersteller, der eben auch sagt: Ok, verkauft doch eure alten Möbelstücke einfach an uns zurück, wenn ihr sie nicht mehr haben wollt. Und die verkaufen sie dann wieder. Also es geht auch so in diese Schiene Gebrauchtwaren im Fokus. Und, was ich auch sehr sympathisch fand, war der Buy Nothing Day. Wie er schon sagt: also kauft doch einfach gar nichts oder überdenke doch einfach mal das Konsumverhalten. Brauche ich wirklich so viele Sachen? 

[00:10:16] Nina: Und sich ganz bewusst auf keinen einzigen Black-Friday-Deal eingehen. Und höchstwahrscheinlich wird man feststellen, dass man das trotzdem überlebt hat und es einem gar nicht so schlecht damit geht. Es gibt auch die Möglichkeit Co2-Emissionen beim Onlinekauf zu kompensieren. Da empfehlen wir immer: Nicht jede Initiative macht Sinn oder ist total seriös. Auch da muss man wahrscheinlich ein bisschen Zeit in eine Recherche investieren und nachgucken, was für ein Projekt dahintersteht. Und wenn man das gut findet, kann man das Häkchen setzen bei der Kompensation und dann durch ein paar Cents meistens oder durch einen kleinen Betrag auch ein bisschen was Gutes tun.

[00:10:52] Jonas: Genau. Wie man vielleicht auch noch ein bisschen sparen kann ist: Man muss ja nicht immer zu sich nach Hause verschicken lassen. Wir sind häufig arbeiten oder sind nicht vor Ort. Dann kommt der Paketzusteller vielleicht 1–2 Mal vorbei. Versucht es vielleicht noch an den Nachbarn auszuliefern, der dann auch nicht da ist. Deswegen kann man da auch sagen, vielleicht an eine Packstation schicken lassen, weil da kommt es ja auf jeden Fall an.

[00:11:00] Nina: Dann werden mehrere Pakete an die gleiche Adresse gebracht. Es sind weniger Fahrtwege nötig. Beim Thema Rückschicken. Widerruf, wie das im rechtlichen Sinne heißt, dazu haben wir eine ganze Folge mal gemacht. Also wenn Du wissen willst, wie Du da genau vorgehen musst, um ein Paket, das Du bekommen hast, um ein Produkt wieder zurückzuschicken, dann höre Dir gerne diese Folge an. Die verlinken wir natürlich auch. Und wenn Du beim Black Friday etwas kaufst und das ist leider kaputt und Du stellst das erst zu Hause fest, dann kannst Du auch da natürlich was tun und hast Rechte. Und kannst unter Umständen ein neues Produkt verlangen. Und wie das genau geht, das erfährst Du auch in einer Folge, die wir auch verlinken.

[00:11:47] Jonas: In diesem Sinne wünschen wir euch ein schönes, nachhaltiges Shoppingerlebnis. Vielleicht kriegt ja der ein oder andere einen super coolen Deal. Danke fürs zuhören.

[00:11:55] Nina: Gutes Shoppen oder extra auch nicht shoppen vielleicht (lacht).

[00:12:00] Jonas: Ciao (lacht).

[00:00:00] Nina: Hallo zu dieser Folge von "Hilfe, mein Toaster brennt!". Hast du dir schon mal überlegt vielleicht nach dem Schulabschluss in Kroatien Straßenkatzen aufzulesen oder in Costa Rica Kinder zu unterrichten. All solche Angebote gibt's im Rahmen von Freiwilligenarbeit. An sich ist der Gedanke natürlich super ehrenwert und es ist echt eine gute Sache, zu reisen und dabei etwas Gutes tun zu wollen. Wir wollen heute aber auch so ein bisschen beleuchten, was da dran problematisch sein kann udn warum nicht alle Anbieter unbedingt empfehlenswert sind. Hör unbedingt rein!

[00:00:34] Intro-Musik

[00:00:43] Nina: Neben meinem Podcast-Buddy Jonas, der natürlich wieder dabei ist, ist heute bei uns mit im Studio die Mareike. Hallo, Mareike!  

[00:00:51] Mareike: Hi, Nina!

[00:00:52] Nina: Du hast dich da ganz schön eingelesen in das Thema und wirst uns da echt viel dazu sagen können. Jetzt ein Begriff, den müssen wir gleich am Anfang aufbringen: Voluntourismus oder Volunteer Tourism. Das hört man sehr oft in Zusammenhang mit diesem Thema Freiwilligenarbeit und was daran so kritisch sein kann. Was ist das eigentlich genau? Was bedeutet das?

[00:01:12] Mareike: Also Voluntourismus ist eine Mischform aus Volunteering, also Freiwilligenarbeit, und Tourism, also dem Reisen. Und das ist also so eine Mischform aus diesen beiden Sachen. Eigentlich steht nichts so wirklich im Vordergrund, gefühlt. Also soll nicht stehen. Im Endeffekt: Man geht in Urlaub und tut was Gutes. 

[00:01:32] Jonas: OK, ich bin jetzt noch so aus einer etwas älteren Generation. Ich hab noch meinen Zivi gemacht. Ich kenn noch den Bundesfreiwilligendienst. Was ist denn jetzt der Unterschied zwischen Bundesfreiwilligendienst und dem Volunteering? Ich muss zugeben, bis vor einer Stunde, ich hatte keine Ahnung, was das ist bis ich mich da so ein bisschen eingelesen hab. Aber was ist denn da jetzt genau der Unterschied zwischen den beiden Formen von sozialer Freiwilligendienst?

[00:01:53] Mareike: Der Bundesfreiwilligendienst, das ist ja auf eine längere Zeit angelegt schon erstmal. Das beginnt bei sechs Monaten und geht bis zu zwei Jahre. Und der Voluntourism ist ja wie gesagt eher so ein bisschen Urlaub, was Gutes tun. Das heißt das kann auch schon ab einem Tag losgehen, kann zwei Wochen dauern. Kann natürlich auch darüber hinausgehen. Aber im Endeffekt ist es sozusagen eine Urlaubsreise und in dem Sinne halt auch so kurz wie ein Urlaub.

[00:02:18] Jonas: Also Nina hat ja vorhin mal so einen kleinen Test gemacht und hat sich mal angemeldet. Und dann hab ich auch gesehen, dass die zwar nicht selbst aktiv auf ihrer Seite sagen, dass es eine Urlaubsreise ist. Aber in den Vertragsbedingungen stand dann drin, dass man eine Pauschalreise gebucht hat. Und die Preise waren auch relativ knackig. Das hat schon ein paar tausend Euro gekostet. Und bei dem ein oder anderen war sogar nicht mal der Hin- und Rückflug mit drin. Worauf muss ich denn bei sowas achten, wenn ich mir sowas aussuche. Gibt es vielleicht irgendeinen Knackpunkt, wo man sich sagen könnte: Macht das Sinn, sowas kommerzielles zu buchen? Oder sollte ich, ja, auf sowas staatlich geprüftes oder staatlich gefördertes zurückgreifen?  

[00:02:57] Mareike: Ja wie du schon sagst, staatlich geprüft, das ist ja auch schonmal so ein Punkt, wo man wirklich auch sagen kann beim Bundesfreiwilligendienst zum Beispiel ist es so, da gibt es Standards. Gesetzliche Standards, die müssen eingehalten werden. Und nur, wenn die von diesen Organisationen praktisch eingehalten werden, dann sind die halt so zertifiziert in dem Sinne. Und bei diesen kommerziellen Anbietern, da legen die das einfach fest. Wer kann dort hingehen als Volunteer? Wie lange eben das ganze stattfindet. Und welche Vorkenntnisse man zum Beispiel auch haben muss. 

[00:03:27] Nina: Den Unterschied, dessen sollte man sich einfach bewusst sein. Dass es eben staatliche Angebote gibt. Aber auch kommerzielle Anbieter. Ich mein, dass es die gibt, ist ja klar. Sobald da das Bedürfnis irgendwie da ist, dass Leute gerne reisen und da auch auf der eise etwas Gutes tun, wird es die geben, diese Anbieter. Also wir haben uns mehrere davon angeschaut. Und bei dem einen habe ich eben mal so getan, als würde ich mich da anmelden wollen und zwar für Beach Cleaning in Bilbao. Beach Cleaning in Spanien. Hab so getan, als würde ich mich anmelden. Da kosten jetzt zum Beispiel... jetzt muss ich den Preis hier finden. Für zwei Wochen habe ich mich angemeldet. Nein, eine Woche. Und dann steht da zwei Verlängerungswochen. Ich hab ein Einzelzimmer angeklickt. Und da bin ich bei 1.800 Euro. Also allein vom Preis her: Da komme ich auch günstiger drei Wochen nach Spanien, oder nicht?

[00:04:20] Mareike: Auf jeden Fall. Und das ist halt auch so die nächste Geschichte. Dass man halt auch überhaupt nicht weiß, wohin fließt das Geld. Geht das in irgendwelche wirklich guten Organisationen dort, geht das an die Leute dort? Wen es auch zum Beispiel darum geht, dass man zum Beispiel Kindern Unterricht erteilt oder so. Geht das dann wirklich dort in diese Häuser? In diese Schulen? Oder wohin fließt das Geld? Das ist ja für uns schon sehr viel Geld. Und wenn man daran denkt, dass es ja wirklich um ärmere Länder geht, hauptsächlich. Das ist halt wirklich ein Hammer für die eigentlich. Und für diese kommerziellen Anbieter. Und wo das dann hingeht, dass ist überhaupt nicht transparent. Das kann man halt auch nirgendwo wirklich einsehen. 

[00:04:57] Jonas: Ja ich war auch ein bisschen überrascht. Nina, du hast mir vorhin gesagt: Du hast so eine Husky-Tour gesehen. Und da stand dann in dem Programm drin: Du bist für die Tierpflege zuständig. Du bist der Touri-Guide. Und du darfst die Scheiße eigentlich wegputzen im Zwinger. Wenn man’s so gut auf Deutsch sagt. Also ich mein für zweitausend Euro. Das ist halt echt eine knackige Summe. Wie du gesagt hast, da macht's ja eigentlich mehr Sinn, vielleicht auch was vor Ort zu suchen. Also hier vor Ort bei sich zu Hause lokal irgendwie zu helfen. Ich hab das Prinzip von diesen Freiwilligendiensten, die man bezahlen muss, noch nicht ganz so verstanden. 

[00:05:31] Mareike: Ist halt auch nicht wirklich so verständlich. Um ehrlich zu sein. in vielen Fällen. 

[00:05:34] Nina: Ich muss auch sagen: Ich glaube mein Nach-dem-Schulabschluss-Ich wäre da total darauf angesprungen. Also muss ich auf jeden Fall zugeben. Ich hatte mich da auch wirklich erkundigt und hätte voll gerne sowas gemacht. Ich hätte damals gerne Farmarbeit in Kanada gemacht, weil ich gerne mit Bauernhoftieren und mit Pferden arbeiten wollte. Hier sind's jetzt Huskys. Aber das stimmt schon. Wenn man da so liest: Pflege des Zwingers. Ja, was ist denn da, wenn ich vor Ort wirklich nur irgendwelche Zwinger muss? Und von den Bildern her. Da ist auch ein schönes Bild dabei. Da hat man das Gefühl, ich werde den ganze Tag mit den Hunden kuscheln. Aber ich hab da ja gar keine Garantie, dass es wirklich so ist. Wenn ich den Vertrag abschließe mit diesem Anbieter. Oder, Mareike?

[00:06:20] Mareike: Ja, man weiß schon gar nicht wirklich, mit wem man diesen Vertrag abschließt. Oftmals sind’s halt Vermittler-Webseiten, die dann sagen: Wir kooperieren mit diesen und jenen Organisationen. Aber mit wem das dann abgeschlossen wird, ist oftmals gar nicht wirklich ersichtlich. Das ist auch juristisch gesehen sehr schwierig, wenn dann irgendwas falsch läuft, was ja auch öfter der Fall ist. Was heißt, öfter der Fall ist? Kann passieren. Und dann möchte man halt auch wissen: An wen kann man sich da wenden?

[00:06:46] Nina: Bisschen hab ich so den Eindruck, dass dieses "was Gutes tun" verwendet wird, um dem Ganzen so einen positiven Deckmantel zu geben. Wenn ich das buche, tue ich in jedem Fall was Gutes und das Geld ist es auf jeden Fall wert, weil es ist ja eine gute Sache. Aber wir haben jetzt mal hinter die Kulissen geguckt und waren eben erstaunt, was wir da so alles gefunden haben. 

[00:07:07] Jonas: Mareike, wo siehst du jetzt eigentlich so die größten Probleme beim Voluntourism?

[00:07:11] Mareike: Also wie ich vorher schon gemeint habe, ist vor allem auch die kurze Aufenthaltsdauer problematisch. Vor allem, wenn es um die Arbeit mit Kindern geht, die dann Bezugspersonen verlieren wieder. Wenn es zum Beispiel im Waisenhäuser geht, wo man dann wirklich nur für ein paar Wochen hingeht. Die haben dann eh schon Probleme mit Bezugspersonen. Dass sie halt irgendwie Bezugspersonen verloren haben. Und dann passiert das halt wieder. Das ist vor allem da sehr schlecht. 

[00:07:36] Nina: Und wir haben ja bei der Recherche gesehen, das kommt ja als total flexibles Programm an sich daher. Manchmal habe ich vielleicht auch kein halbes Jahr oder ganzes Jahr Zeit, möchte mich aber engagieren. Und dann sagt mir das vielleicht sofort zu. Weil ich denke, ich kann hier zwei Wochen, kann spontan auf drei, vier, fünf Wochen verlängern. Aber klar, sollte man auf jeden Fall bedenken, ob das überhaupt Sinn macht, nur so kurz zu bleiben.

[00:07:56] Mareike: Ja und, was auch die Frage ist: Macht das wirklich Sinn, wenn ich als Freiwilliger irgendwo hingehe und den Leuten vor Ort die Arbeit wegnehme. Wie gut ist das denn dann wirklich? Das ist so ein weiteres Problem, was da besteht in dem Rahmen. 

[00:08:13] Jonas: Wenn jetzt aber der Zuhörer für sich entscheidet oder die Zuhörerin: Ich will das aber machen, ich sehe da ein gutes Projekt, das sagt mir zu. Das sieht seriös aus. Was würdest du den Leuten mit auf den Weg geben? Gibt's da irgendwie eine Checkliste, wo man schauen kann: Daran kann man sich orientieren.  Vielleicht auch so ein bisschen die Aspekte, die du gesagt hast, dass man da auch wirklich was Nachhaltiges liefert und nicht Arbeitskräften vor Ort die Arbeit wegnimmt. Oder wie du gesagt hast: Wenn man in so ein Waisenhaus geht, dass man da eben auch eine Bezugsperson für Kinder wird, dass man da nicht sofort wegbricht. Gibt's da eine Checkliste, wo man sich so ein bisschen dran orientieren kann?

[00:08:46] Mareike: Ja, man könnte am Anfang zum Beispiel schauen: Was verlangen die an Vorkenntnissen von den Leuten, wenn ich jetzt zum Beispiel in ein Waisenhaus gehe? Schauen die dann auch wirklich drauf, dass ich auch wirklich mit Kindern arbeiten kann und möchte? Und dass die dann halt auch verlangen, dass man einen Lebenslauf mitschickt oder ein Motivationsschreiben. Und da auch wirklich erst das Ganze abchecken, wie die Person wirklich ist, bevor sie einem dieses Angebot wirklich verkaufen als Reise, was es ja dann im Endeffekt oft ist.

[00:09:14] Nina: Wenn ich da kurz einhaken darf: Bei dieser Testanmeldung, die ich mir mal angeguckt habe. Da haben wir ja dann gesehen, dass ich da eine Bestätigungsmail bekommen habe. Also ich musste klicken auf "hier verbindlich anmelden" zu dem Beach Cleaning war es, glaube ich, ne? Und dann habe ich diese Bestätigungsmail bekommen. Und da hieß es dann, ich solle jetzt meinen Lebenslauf und mein Motivationsschreiben schicken. Und in zwei Wochen soll ich dann die erste Anzahlung machen. Wo wir uns dann gefragt haben: Na ja, das klingt ja jetzt schon, als hätte ich gebucht und müsste demnächst eben die Anzahlung leisten. Steht das da jetzt nur so pro forma mit dem Lebenslauf und dem Motivationsschreiben, um mir das Gefühl zu geben, ich hätte ich da wirklich hin beworben auf das Projekt? Oder checken mich die dann wirklich nochmal ab? Das ist absolut intransparent.

[00:09:57] Mareike: Ja, dann sollte man natürlich auch darauf achten und auch in den AGBs dann nachschauen: Wer ist mein Vertragspartner? Welche Leistungen muss ich erbringen? Welche Leistungen werden mir erbracht? Wo genau zum Beispiel werde ich untergebracht? Was bekomme ich zu essen? Wie oft? Und solche Geschichten. Was ja auch wichtig ist, wenn man dann dort ist, auch wenn's vielleicht nur zwei Wochen sind, will man dann ja doch auch wissen, was man für seine 2000 Euro zum Teil bekommt. Ja und was mache ich dort genau? Also dann auch richtig nachfragen so: Muss ich jetzt da zwei Stunden am Tag arbeiten? Arbeite ich acht Stunden? Das macht ja schon auch einen großen Unterschied. Vor allem, weil ja auch die Reise mit im Vordergrund steht. Und wenn ich acht Stunden arbeite und Stall ausmiste, weiß ich nicht, ob ich dann noch so viel Urlaubsfreude genießen kann.

[00:10:43] Nina: Bei einem Projekt haben wir noch gesehen, ich glaub das war tatsächlich Kinderbetreuung in Ghana. Da stand zwar gelistet, was nicht mit drin ist in den Leistungen, also zum Beispiel Hin- und Rückflug, was ja auch nochmal eine ganz schöne Summe ausmacht. Das sollte man dann auf jeden Fall miteinkalkulieren. Und da stand auch, dass der Transfer zum Projekt nicht dabei ist. Wo ich mich dann sofort gefragt habe: Na ja, ich kenne mich vor Ort ja überhaupt nicht aus. Wie soll ich denn da hinkommen? Das muss man auf jeden Fall vorher klären.

[00:11:10] Mareike: Ich hab sogar einmal gelesen, dass wirklich Leute vor Ort waren und gemeint haben, sie tun da was Gutes und im Endeffekt standen sie dann mehr oder weniger rum, weil es eigentlich gar keine Arbeit gab dort. Natürlich für kommerzielle Anbieter ist es natürlich von Interesse, dass sie diese teuren Reisen dann auch verkaufen. Es ist natürlich nicht immer so, aber zum Teil wird dann nicht mal drauf geachtet, ob diese Arbeit überhaupt benötigt wird. Und man geht dort hin, vielleicht ein bisschen blauäugig und denkt so: Yeahy, ich kann jetzt endlich mal was Gutes tun. Und dann steht man da im Endeffekt rum. Das ist natürlich auch nicht unbedingt das, was man dann haben möchte. Wenn ich auch wieder darauf verweisen darf: Es sind ja auch sehr teure Reisen, die da verkauft werden. 

[00:11:52] Jonas: Wir wollen natürlich auch nicht alles verteufeln, was wir jetzt hier gerade angesprochen haben. Wir wollten einfach nochmal so ein bisschen sensibilisieren, dass es eben auch Alternativen gibt wie vielleicht vor Ort bei sich zu Hause, vielleicht in der eigenen Gemeinde und in der eigenen Stadt. Wir setzen euch auch nochmal den Link in die Show Notes zur offiziellen Seite vom Bundesfreiwilligendienst. Dann gibt's auch noch die Alternative vom Europäischen Freiwilligendienst. Das packen wir euch auch in die Beschreibung. Dass man da eben auch sagen kann: Es soll ja so einen nachhaltigen Aspekt haben und ob das dann wirklich nachhaltig ist, so weit zu fliegen und so viel Geld auszugeben und dann am Ende vielleicht doch nur blöd rumzustehen in der Pampa oder irgendwo, weil es eigentlich gar keine Arbeit gibt. Ob das dann sinnvoll ist? Deswegen packen wir euch das alles wie immer in die Show Notes. Vielen Dank an dich Mareike. Du hast das super gemacht. Vielen Dank für die tollen Antworten. 

[00:12:35] Mareike: Dankeschön.

[00:12:36] Jonas: Und natürlich auch an Buddy Nina, die wieder super durch die Show geleitet hat. Und in diesem Sinne: Falls du irgendwie Anregungen, Kritik hast oder vielleicht sogar selbst mal eine Erfahrung gemacht hast bei so einem Anbieter, dann lass es uns gerne wissen unter podcast@evz.de. Und in diesem Sinne: Bis zum nächsten Mal!

[00:00:00] Nina: Willkommen zu einer neuen Folge "Hilfe, mein Toaster brennt!". Hast du schon mal online was eingekauft? Bestimmt. Ist da vielleicht schon mal was schiefgegangen: Es kam nicht das richtige Teil oder es kam in einer anderen Farbe oder es gab ein Problem mit dem Händler. Ja, wenn ich online ein Problem habe, dass ich mich dann auch online beschweren kann, das wäre doch mal cool. Und das gibt's sogar. Und mehr zu diesem Thema erzählt uns heute Jakob, unser Gast.

[00:00:28] Intro-Musik

[00:00:38] Jonas: Auch von mir ein Hallöchen und natürlich auch ein hallo an unseren Gast Jakob. Halli hallo.

[00:00:43] Jakob: Halli hallo.

[00:00:44] Jonas: Du bist Jurist bei uns und du bist für die OS-Plattform zuständig. Was ist denn überhaupt die OS-Plattform?

[00:00:53] Jakob: Das OS steht für Online-Streitbeilegung. Das ist eine Plattform der EU-Kommission, die sie geschaffen hat vor fünf, sechs Jahren. Und da sollten alle Verbraucher Zugang zu haben, die online was einkaufen. Der Grundgedanke war, wie Nina eben schon gesagt hat: Wer online was einkauft, der soll sich online auch beschweren können. Deshalb hat die EU-Kommission diese Plattform gegründet. Und das ist eine Beschwerde-Plattform. Da kann jeder Verbraucher, der Ärger mit einem Online-Händler hat, seine Beschwerde einreichen. Und das kann er auf zwei Wegen tun. Einerseits kann er ein direktes Gesprächsersuchen mit dem Unternehmen machen. Also er klärt dann nochmal über die Plattform mit dem Unternehmen bilateral, ob man den Fall lösen könnte. Oder aber er legt eine Beschwerde ein und möchte die weiterreichen an eine Schlichtungsstelle. 

[00:01:38] Jonas: Ihr selbst seid jetzt aber nicht die Schlichtungsstelle?

[00:01:41] Jakob: Nein wir sind selbst nicht die Schlichtungsstelle. 

[00:01:43] Jonas: Ihr seid so eine Art Lotse? Ihr sagt dem Verbraucher, der Verbraucherin: Ihr könnt euch an die Stelle wenden oder eben an die Stelle wenden.

[00:01:51] Jakob: Ganz genau, ja. Also auf der hohen See der Schlichtungs-Landschaften da sind wir der Lotse und sagen dem Verbraucher, an welche diese über 400 Schlichtungsstellen, die es gibt an der EU, an die er sich wenden muss oder auch andere Möglichkeiten, wie er seine Rechtsstreitigkeit lösen könnte. 

[00:02:08] Nina: Wenn du nochmal nachhören möchtest, was Schlichtung genau ist, dann empfehlen wir die eine Folge, die wir schon mal ausgestrahlt haben. Die machen wir dir auch in die Show Notes. Und auch den Link zur Kontaktstelle, den packen wir dir natürlich in die Show Notes. So, Jakob, also ich hab jetzt online was gekauft und dann hab ich eben so ein Problem wie sagen wir mal es kam irgendwie das Teil in der falschen Farbe an. Und dann werde ich ja wahrscheinlich erstmal das Unternehmen kontaktieren. Aber schwierig wird’s ja dann, wenn die nicht antworten oder wenn da nichts mehr kommt. Dann bin ich ja doch relativ verloren. Kann ich denn dann schon mich an euch wenden? Oder was mach ich da als nächstes?

[00:02:44] Jakob: Selbstverständlich. Also jedes Unternehmen ist verpflichtet, den Link zu der Plattform auf seiner Seite zu schalten. Es gibt auch Abmahn-Kanzleien, die nichts anderes machen als die Unternehmen daran zu erinnern, dass dieser Link gesetzt werden muss. Also man findet den eigentlich auf jeder Seite des Online-Händlers und...

[00:03:01] Nina: Man kann auch mal ins Impressum gehen und das sogar nachlesen, wenn man da mal neugierig ist.

[00:03:04] Jakob: Genau. Und über diesen Link kommt man dann auf die Plattform und da kann man sich von Anfang an beschweren. Und das Unternehmen ist dann angehalten, darauf zu reagieren. 

[00:03:13] Jonas: So jetzt stelle ich mir das so vor: Ich hab jetzt ein Problem mit einem Unternehmen. Keine Ahnung, aus Italien. Ich selbst spreche jetzt kein Italienisch. Wie reiche ich jetzt da meine Schlichtungs-Beschwerde, kann man das so nennen? Wie reiche ich die da ein? Weil ich kann ja kein Italienisch als Verbraucher. 

[00:03:30] Jakob: Das ist der große Vorteil dieser Plattform. Die ist im Sinne der EU gegründet worden. Das heißt jeder Verbraucher in der EU soll gleichermaßen Zugang zu dieser Plattform haben und das auch in seiner Muttersprache. Und deshalb kann man als Deutscher gegen ein italienisches Unternehmen einfach seine Beschwerde auf Deutsch da einreichen und die Plattform übersetzt das dann automatisch. Und die Plattform übersetzt nicht nur die Beschwerde, sondern auch alle Dokumente, die man mit dazu einreicht.

[00:03:58] Nina: Also wenn man jetzt auch eine Rechnung hat oder sowas. Das kann das Tool mir dann einfach übersetzen?

[00:04:05] Jakob: Genau. Also vorausgesetzt es ist eine PDF- oder Word-Datei. Was nicht funktioniert sind Screenshots. Screenshots, das schafft das System nicht. Das müsste man dann quasi extrahieren und nochmal... aber an sich funktioniert alles. Alle Dokumente, die man sich übersetzen lassen möchte, kann man da einreichen und das Tool macht das automatisch und datenschutzkonform. Also es wird nicht extrahiert. Das bleibt in diesem geschlossenen System der Plattform und die Übersetzung findet dann nicht über die Plattform statt. Also es wird nie irgendwie in Google Translate eingegeben oder sonst ein vielleicht problematisches Übersetzungstool aus Sicht des Datenschutzes.

[00:04:38] Jonas: Dann natürlich auch noch die wichtigste Frage aus Sicht der Verbraucher:innen: Was kostet mich das? 

[00:04:43] Jakob: Das ist Gott sei Dank kostenlos für alle Verbraucher in der EU. Das direkte Gesprächsersuchen sowieso. Das macht man ja mit dem Unternehmen aus. Und die Schlichtung danach ist in der Regel aus kostenlos für den Verbraucher. 

[00:04:56] Nina: Man muss vielleicht auch nochmal klarstellen: Also eure Kontaktstelle, ihr seid hier bei uns im Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland angesiedelt. Du mit deinem Team ihr sitzt hier mit uns allen zusammen in den Büroräumen. Und wir haben ja auch schon öfter mal in den Folgen angesprochen: Wenn du ein Problem hast mit einem Händler in einem anderen EU-Land, dann kannst du dich an uns wenden. Ja, wann wendet man sich denn jetzt an eure Kontaktstelle? Und wann wendet man sich an das EVZ? Also was sind da so die Unterschiede?

[00:05:22] Jakob: Wie auch das EVZ besteht unser Team aus Juristen und wir beraten zu dieser ODR-Plattform und die ODR-Plattform ist aber schon eine Plattform, die dem Unternehmen eine zweite Chance geben soll. Sie soll dem Unternehmen quasi, das online Sachen verkauft hat, dem Verbraucher, der die Sachen online eingekauft hat, online die Möglichkeit geben, den Fall doch noch zu lösen. Wenn er das nicht möchte oder nicht tut, dann empfehlen wir die Weiterleitung zu einer Schlichtungsstelle oder wir verweisen auch wieder ans EVZ Deutschland, wo dann quasi ein Verbraucher-Anwalt den Fall übernimmt und den Verbraucher dann berät und den Fall auch in seinem Sinne bearbeitet. 

[00:05:57] Nina: Das fällt mir jetzt gerade wieder auf und also ich denke nochmal zurück. Als ich angefangen habe, hier zu arbeiten, fand ich das immer super kompliziert und ich hab wirklich lange gebraucht, um zu unterscheiden, wer macht was? Welche Verbraucher-Anlaufstelle macht was? Das ist auch echt nicht so einfach zu verstehen. Aber andererseits ist es doch auch toll, dass es so viele kostenlose Angebote gibt für alle Verbraucherinnen und Verbraucher, die da manchmal einfach richtig verloren sind und ich glaube das ist uns fast allen schon mal passiert, dass wir da alleine einfach nicht weitergekommen sind gegen einen Händler. Eben wir ihr gesagt habt, gerade, wenn der auch noch eine andere Sprache spricht. Was ist jetzt Jakob, wenn sich jemand an euch wendet, dem ihr vielleicht gar nicht helfen könnt? Den verweist ihr dann ja bestimmt auch auf einen anderen Ansprechpartner. Falls man sich da mal täuschen sollte in diesem Dschungel an Verbraucherstellen?  

[00:06:44] Jakob: Richtig. Also bei uns wird kein Verbraucher im Regen stehengelassen. Wenn der sich an uns wendet, dann kriegt er Rechtsberatung von uns. Also das da sitzen Juristen bei uns in der Kontaktstelle, die die Fälle aufarbeiten und dann auch gegebenenfalls an die richtige Stelle verweisen. 

[00:06:59] Nina: Also ich kann eigentlich nichts falsch machen?

[00:07:00] Jakob: Ne, wenn du dich an uns wendest, ist immer richtig.

[00:07:02] Nina: Hast du noch einen praktischen Tipp für uns, wie ich mit dieser Plattform umgehe? Wie ich die benutze?

[00:07:09] Jakob: Die Plattform ist manchmal etwas kompliziert. Vor allem ist für den Verbraucher manchmal nur schwer zu verstehen, dass er, wenn er eine Beschwerde einreicht, dass die nicht automatisch bearbeitet wird, sondern es liegt immer am Unternehmen quasi dem zuzustimmen. Also wenn das Unternehmen nicht kooperationsbereit ist, dann wird auch über die Plattform nichts geschehen. Aber die Plattform gibt so einen offiziellen Rahmen. Was viele Unternehmen dazu bewegt, den Fall doch nochmal anzuschauen. Also oft läuft das über den Kundenservice. Und dann wird das über den Kundenservice abgewickelt und dann ist die Sache erledigt. Wenn das über die Plattform dann nochmal reinkommt, gibt das dem Ganzen so einen offiziellen Rahmen. Das steht die EU-Kommission dahinter und die Unternehmen gehen das nochmal anders an. Die gucken sich den Fall dann doch nochmal an und bearbeiten den in der Regel doch erneut und auch wissend, dass der Verbraucher sich da schon informiert hat und mit der Kontaktstelle im Hintergrund, die mit Juristen bestückt ist, durchaus über seine Rechte Bescheid weiß. So kann er dann quasi Kosten vermeiden, bevor die Sache jetzt vor Gericht geht und Gerichtskosten und Anwaltskosten bedeutet. 

[00:08:09] Nina: Damit sich jetzt nochmal möglichst viele Leute angesprochen fühlen, weil ich finde, das ist wirklich eine tolle Einrichtung, was sind so die Top 5 Fälle, die bei euch eingehen. Also bei welchen konkreten Fällen könnt ihr helfen?

[00:08:21] Jakob: Also wir haben viele Fälle mit Zahlungsvermittlern, Zahlungsanbietern, die in Schweden sitzen, sagen wir mal so. Und wo allein das Konstrukt der Zahlung ein bisschen kompliziert ist. Viele glauben, sie kaufen etwas bei einem Händler und dann ist da dieser Zahlungsdienstleister dazwischengeschaltet und dann weiß man nicht mehr so genau, wer jetzt Ansprechpartner ist. Und alleine um das zu entwirren, sind wir ganz hilfreich. Und das gleiche gilt auch bei Fluggesellschaften. Bucht man einen Flug auf irgendeiner Internetseite und sieht dann nur diesen Link zur ODR-Plattform oder OS-Plattform, wo man dann weiß: OK, da kann ich mich beschweren. Und wir entwirren dann das ganze Geflecht dahinter. Der Vermittler, die Fluggesellschaft und manchmal sind auch mehrere Vermittler dazwischengeschaltet und der Verbraucher weiß gar nicht, an wen er sich überhaupt wenden muss. Und das können wir auflösen und dann auch die Rechtsberatung dazu leisten. 

[00:09:14] Jonas: Gibt's da irgendwie eine Höchstgrenze, wo man sagt, bis dahin lohnt sich das, sich an euch zu wenden? Oder würdest du grundsätzlich jedem, der irgendwie Probleme hatte online, empfehlen, sich an die Kontaktstelle einfach mal zu wenden, um einfach mal zu erfahren, was kann ich überhaupt machen?

[00:09:29] Jakob: Also sich an uns zu wenden ist immer eine gute Idee und da gibt's auch keine Grenze. Wenn jetzt natürlich jemand eine Streitigkeit über 100.000 Euro hat, dann sollte man sich schon fragen, warum der nicht vielleicht das Geld in die Hand nimmt und einen Anwalt besucht. Aber er kann natürlich sich vorher an uns wenden und wir klären den dann auf und würden dann aber auch sagen: Bei der Summe würde ich ihnen dann doch empfehlen, den Rechtsweg einzuschlagen, weil die Unternehmen sich vielleicht nicht sehr kooperationsbereit zeigen. Wenn die sagen, ich überweise ihnen morgen 100.00 Euro, ist kein Problem. Aber das wissen unsere Juristen hier und man kann sich immer an uns wenden. Das ist immer eine gute Idee. Man wird immer geholfen.

[00:10:03] Nina: Einzige Ausnahme ist, wenn ich jetzt im Laden was kaufe, so in real life. Also ihr helft bei Online-Problemen.

[00:10:11] Jakob: Genau. Also der Grundgedanke ist wie gesagt: Man soll online was einkaufen können und sich online auch beschweren können. Das gilt nur für Online-Geschäfte.

[00:10:18] Nina: Wenn du mal ein Problem hast mit was, das du im Laden in einem anderen EU-Land gekauft hast, dann kannst du natürlich immer noch zum EVZ kommen. 

[00:10:26] Jakob: Genau. Und da würden wir auch hinverweisen.

[00:10:28] Nina: Ist ja Wahnsinn. Wir sind ja alle vernetzt, befreundet und tauschen uns da natürlich aus. Vielen Dank, Jakob, dass du uns deine Arbeit heute nähergebracht hast. Wenn dir diese Folge geholfen hat, wenn du sie interessant fandst, dann empfiehl sie gerne weiter. Vielleicht kennst du ja jemanden, der genau so ein Online-Problem hat, wo er sich gerne online beschweren und dagegen vorgehen möchte. Wir freuen uns natürlich auch über Bewertungen, zu, Beispiel bei Apple Podcasts. Und wir freuen uns vor allem, wenn du in der nächsten Folge wieder reinhörst. Mach‘s gut und bis dann!

[00:00:00] Nina: Willkommen zu einer neuen Folge von „Hilfe, mein Toaster brennt!“. Bei uns hier, im Europäischen Verbraucherzentrum, da schniefen und hüsteln und schnupfen alle so ein bisschen rum. Ich erspare Euch jetzt den Corona-Kommentar. Ihr wisst schon, was ich meine. Also die Herbsterkältung geht total bei uns rum. Passend dazu haben wir uns gedacht, wir machen mal was zum Thema Gesundheit. Genauer gesagt: Gesundheit auf Reisen. Was ist denn, wenn ich im Urlaub am Strand in einen Seeigel trete? Kann ich in einem anderen Land dann einfach zum Arzt gehen? Muss ich da was zahlen?  Ich hoffe natürlich, dass Dir das nicht passiert. Falls es doch mal vorkommt, dann bekommst Du heute Tipps, wie Du da eigentlich so vorgehen kannst.

[00:00:44] Intro-Musik

[00:00:56] Nina: Heute musst Du übrigens mit mir vorliebnehmen. Der Jonas, der ist leider nicht da. Der organisiert seinen Umzug und hat einige Tage frei. Sei ihm absolut gegönnt. Beim nächsten Mal ist er dann auch versprochen wieder dabei. Aber ich habe mir schon Verstärkung geholt. Und zwar ist heute André hier. Hallo, André.

[00:01:15] André: Hallo, Nina.

[00:01:17] Nina: Du bist hier Jurist bei uns im EVZ (Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland). Und wie geht es Dir so gesundheitlich?

[00:01:22] André: Ja, mich hat es zum Glück noch nicht erwischt. Ich trinke jeden Abend einen heißen Cistustee. Der hält hoffentlich gesund.

[00:01:29] Nina: Ah, das hilft, okay? Das sollte ich auch mal probieren. Gleich mal die erste Frage an Dich, André. Ich habe es schon andeuten lassen. Sagen wir mal, ich bin um Urlaub. Ich bin in Spanien, in Griechenland vielleicht am Strand und trete dann in so einen doofen Seeigel. Was gilt denn da jetzt im anderen Land. Kann ich da einfach zum Arzt gehen?

[00:01:49] André: Ja, also wenn Du in Deutschland gesetzlich versichert bist, dann kannst Du Dich in Spanien jetzt genauso behandeln lassen, wie jemand, der in Spanien auch regulär versichert ist. Das läuft dann so ab: Du gehst zum Arzt, zeigst Deine europäische Krankenversicherungskarte vor und dann wirst Du dort behandelt, wie jemand, der in Spanien regulär versichert ist. Da springt dann eine aushelfende spanische Krankenversicherung ein. Über die wird alles abgewickelt und die holt sich dann das Geld von Deiner deutschen Krankenversicherung zurück. Das ist die Theorie. In der Praxis sieht es dann leider immer wieder so aus, oder häufig zumindest, dass der Arzt eben dann doch nicht Deine Krankenversicherungskarte sehen will, sondern Deine Kreditkarte, dass Du eben in Vorleistung trittst.  

[00:02:37] Nina: Dass ich blechen muss. Ah ja! Okay!

[00:02:40] André: Genau. Und dann musst Du Dir eben später das Geld von Deiner eigenen Krankenversicherung zurückholen.

[00:02:46] Nina: Auf dieser europäischen Krankenversicherungskarte gehen wir jetzt gleich auch noch mal ein bisschen näher ein. Ich schiebe kurz ein Beispiel rein. Ich hatte wirklich genau das. Also ich wohne, … wir sitzen hier in der Grenzregion mit dem EVZ zwischen Deutschland und Frankreich. Ich wohne in Frankreich und bin dann dort einmal zum Arzt gegangen, schön mit meiner europäischen Krankenversicherungskarte, und dachte mir: „Da kann ja nichts schiefgehen! Die zeige ich vor und alles wird gut.“ Und ganz genau so war es. Ich sollte dann zahlen und da hieß es nur so: „Na ja, das müssen Sie mit Ihrer eigenen Krankenkasse irgendwie ausmachen!“. Also zunächst noch mal zu dieser Karte. Was ist das genau, André? Und wie bekomme ich die?

[00:03:21] André: Also auf der europäischen Krankenversicherungskarte, kurz EHIC (englisch: European Health Insurance Card), die bescheinigt, dass Du in Deutschland gesetzlich versichert bist. Du hast ja eine deutsche Krankenversicherungskarte und die europäische Krankenversicherungskarte befindet sich auf der Rückseite.

[00:03:37] Nina: Können wir ja sogar den Check machen. Ich habe nämlich meine Krankenversicherungskarte mal mitgenommen. Also tatsächlich, da stehen halt vorne meine Daten drauf. Und wenn ich die jetzt umdrehe, dann ist da so ein blauer Hintergrund und es ist dieses Symbol drauf mit den Europasternen und DE, das Kürzel für Deutschland steht drauf. Und auch wirklich europäische Krankenversicherungskarte steht da direkt so dort. Hat das jeder oder habe ich die jetzt zufällig einfach hintendrauf?

[00:04:04] André: Die sollte wirklich jeder haben, der in Deutschland gesetzlich versichert ist. Wenn irgendjemand die zufälligerweise nicht haben sollte, dann auf jeden Fall vor dem Urlaub noch mal mit der Krankenversicherung sprechen und die EHIC anfordern.

[00:04:19] Nina: Und was ist, wenn ich privat versichert bin, weil Du jetzt das gesetzlich betont hast?

[00:04:23] André: Da ist es wieder anders. Da gibt es die EHIC nicht. Da regeln die Versicherungsbedingungen, was man tun muss, wenn man sich im Ausland behandeln lassen möchte. Dann besser vor der Reise noch mal Rücksprache mit der Versicherung halten, wie mich dann am besten verhalte.

[00:04:39] Nina: Und wenn wir jetzt noch mal bei diesem Fall bleiben: Ich verletze mich beim Urlaub am Strand oder beim Wandern und dann sagt mir der Arzt vor Ort: „Nein, Sie müssen zahlen“. Was mach ich dann danach? Sollte ich da bestimmte Dokumente anfordern? Was brauche ich, um danach bei meiner Krankenkasse wieder Geld zurückzubekommen?

[00:04:59] André: Also, auf jeden Fall sollte man alle Dokumente behalten und dann möglichst schnell mit der Krankenkasse Rücksprache halten. Die Dokumente dort einreichen und die Erstattung fordern. Das ist manchmal etwas komplizierter, nämlich bei diesen Notfallbehandlungen. Dann wird Dich die Krankenversicherung fragen: „Wünschst Du eine Erstattung nach den Sätzen des Behandlungslandes oder nach deutschen Sätzen?“. Und da ist man als Verbraucher in aller Regel überfordert. Man weiß ja nicht, wo komme ich jetzt besser bei weg. Welche Krankenversicherung zahlt mehr? In dem Fall, es gibt leider keine Tabelle, wo man die Tarife vergleichen kann. Möglicherweise kann da die nationale Kontaktstelle für die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung Tipps geben. Aber wie gesagt, im Idealfall wäre es sogar so, dass man gar nicht in Vorleistung treten muss, sondern dass eine ausländische, aushelfende Krankenversicherung einspringt, die alles für Dich regeln würde. Es gibt auch die Möglichkeit alternativ, wenn man doch erst in Vorleistung treten muss, dass man dann die Erstattung nicht bei der eigenen Krankenversicherung beantragt, sondern bei einer aushelfenden. Bei der aushelfenden Krankenversicherung, aber da ist natürlich die Schwierigkeit, man weiß nicht welche Krankenkasse da einspringt und wie hoch der Erstattungssatz ist. Aber da kann möglicherweise auch wieder die nationale Kontaktstelle für grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung Tipps geben.

[00:06:20] Nina: Die findet man ja unter: eu-patienten.de. Richtig?

[00:06:24] André: Genau.

[00:06:25] Nina: Und das verlinken wir Euch natürlich in den Shownotes. Was ich mich jetzt noch fragen würde, kriege ich mein ganzes Geld zurück? Kann ich davon ausgehen oder bekomme ich da sowieso immer nur einen Teil zurück?

[00:06:35] André: Das ist schwierig. Also es hängt davon ab, wenn Du jetzt eine Erstattung nach deutschen Sätzen nehmen würdest, dann würdest Du genau das zurückbekommen, was Du auch bei einer Behandlung in Deutschland zurückbekommst. Was da die Krankenkasse übernehmen würde. In Deutschland gibt es ja auch Behandlungen, die die Krankenkasse nur teilweise übernimmt. Und genauso ist es auch bei …

[00:06:54] Nina: Aber einfach mal nicht davon ausgehen, dass ich 100 Prozent zurückbekomme, sondern es könnte auch ein Teilbetrag sein von meinen Ausgaben, dass ich die nur zurückbekomme.

[00:07:03] André: Genau! Richtig. Es kann auch sein, dass noch Verwaltungskosten abgezogen werden.

[00:07:08] Nina: Macht es eigentlich einen Unterschied, ob ich privat verreise oder auf Geschäftsreise bin? Gelten da unterschiedliche Regelungen?

[00:07:16] André: Ja, da gibt es Unterschiede. Man sollte trotzdem die EHIC mitnehmen. Aber wenn man dann krank wird, dann auf jeden Fall auch dem Arbeitgeber Bescheid geben. Der Arbeitgeber hat nämlich eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Arbeitnehmern und der muss auch die Rückreise organisieren. Und man sollte auch die Krankenversicherung informieren. Nämlich die Erstattung, die Kostenübernahme, die erfolgt zum Teil anders. Gerade bei einer sogenannten Arbeitnehmerentsendung, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer ins Ausland schickt. Da werden dann zum Teil auch spezielle Formulare benötigt und zum Teil muss der Arbeitgeber die Behandlungskosten vorstecken. Das hängt dann vom jeweiligen Fall ab. Also merken: den Arbeitgeber informieren und die Krankenversicherung.

[00:08:01] Nina: Eine Unterscheidung müssen wir noch machen. Wir haben jetzt die Beispiele oder das Beispiel, das wir hatten, zum Beispiel eben der Seeigel. Das ist ja ein Notfall. Da muss ich auf jeden Fall notfallmäßig sofort behandelt werden. Demgegenüber stehen ja geplante Behandlungen. Also ich könnte ja sagen, zum Beispiel ich finde, es gibt in einem anderen EU-Land, im Nachbarland ein besseres Angebot. Deswegen möchte ich meine geplante Zahnbehandlung, wo ich schon weiß seit ein paar Monaten, dass ich die machen muss. Die möchte ich lieber in einem anderen Land machen. Übernimmt das meine Krankenkasse? Läuft das auch so grenzüberschreitend? Wie ist es da?

[00:08:37] André: Das ist komplizierter bei den geplanten Behandlungen. Die Frage ist da immer, wie Du auch gesagt hast, werden die Kosten übernommen? Und die zweite Frage auch: Muss die Behandlung vorher genehmigt werden? Bei einfachen ambulanten Behandlungen, für die man auch in Deutschland keine Genehmigung braucht, ist das einfach. Da kann man sich, kannst Du Dich auch ins Ausland begeben und Dich behandeln lassen. Da musst Du die Kosten dann aber vorstrecken und die Erstattung dann später bei Deiner Krankenversicherung fordern und bekommst dann das zurück, was die Krankenversicherung auch in Deutschland übernehmen würde. Schwierig wird es dann bei Behandlungen, für die Du auch in Deutschland eine Genehmigung benötigen würdest, zum Beispiel bei einem Krankenhausbesuch oder bei einer Zahnbehandlung. Da benötigst Du erst mal die Genehmigung von Deiner Krankenkasse. Du musst die Genehmigung beantragen. Da gibt es ein Formular. Das ist das Formular S2. Wenn Du die Genehmigung bekommen hast, dann kannst Du Dich im Ausland behandeln lassen. Bei Zahnbehandlungen ist es noch mal etwas komplizierter.

[00:09:34] Nina: Habe ich ja genau das komplizierteste Beispiel gewählt?

[00:09:34] André: Ja, da benötigst Du einen Heil- und Kostenplan. Den würdest Du nämlich auch in Deutschland benötigen müssen, wenn es um Zahnersatz geht. Der ausländische Arzt, der müsste diesen Heil- und Kostenplan in deutscher Sprache anfertigen und den reichst Du dann bei Deiner Krankenkasse ein und die prüft das. Und es ist ja auch nicht immer klar, ist das ein seriöses Angebot. In Deutschland, da gibt es eine Initiative für ärztliche Zweitmeinungen. An die kannst Du Dich wenden und dann erst mal eine Zweitmeinung einholen.

[00:10:06] Nina: Werden wir natürlich auch verlinken. Diese Infos sind vielleicht besonders interessant für Dich oder könnten interessant für Dich sein, wenn Du in einer Grenzregion wohnst, wo vielleicht das nächste Krankenhaus im anderen Land sogar näher ist oder Du einfach weißt, dass es dort interessantere Angebote gibt, die Du gerne wahrnehmen würdest. Wir denken natürlich auch, dass es auch Nachschautermine gibt, nach den allermeisten Operationen und Eingriffen. Und da sollte man sich natürlich auch überlegen, ob man da überhaupt die Möglichkeit hat wieder in das Krankenhaus zu fahren und ob es nicht vielleicht doch einfacher ist unterm Strich, das im eigenen Land zu machen. Das muss man einfach für sich durchspielen. Und wie Du sagst, bei der Krankenkasse nachfragen ist immer gut. André, jetzt sagen wir mal, ich hatte vor meiner Reise schon so ein bisschen den Eindruck, dass ich krank werden könnte und habe mir vielleicht sogar noch ein Rezept von meinem Arzt mitgenommen für ein Medikament. Kann ich das jetzt einfach so auch in meinem Urlaubsland, in einem anderen EU-Land, einlösen oder geht das gar nicht?

[00:11:04] André: Das geht. Das ist allerdings komplizierter. Da musst Du, wenn Du das Rezept einlöst, erst mal alles selber bezahlen und dann später die Erstattung von Deiner Krankenversicherung fordern. Es gibt natürlich auch den umgekehrten Fall. Du wirst dann im Urlaub krank, Du gehst zum Arzt, bekommst ein Rezept, löst das aber nicht gleich ein, sondern Du löst es in Deutschland ein bei einer Apotheke. Da musst Du auch erst mal alles selber bezahlen und die Erstattung von der Krankenversicherung fordern. Hinzu kommt dann häufig noch das Problem, das Sprachproblem, dass der Apotheker vielleicht nicht versteht, was auf dem Rezept draufsteht. Und ein weiterer Punkt: Die Medikamente, die es in den unterschiedlichen EU-Mitgliedstaaten gibt, das sind nicht immer die gleichen. Also wenn Du dann in einer deutschen Apotheke bist, die haben vielleicht nicht das Medikament, das Dir verschrieben worden ist.

[00:11:55] Nina: Also vielleicht doch eine Reiseapotheke mitnehmen von vornherein?

[00:11:58] André: Ja, das oder wenn Du da ein Rezept bekommen hast, dass Du das auch gleich in einer Apotheke im Behandlungsland einlöst.

[00:12:06] Nina: Noch eine wichtige Frage: Reicht denn die Krankenversicherung, die ich so ganz normal habe, reicht die eigentlich aus oder sollte ich, wenn ich viel in anderen Ländern bin, da noch zusätzlich was abschließen?

[00:12:19] André: Wie Du gesagt hast, Du solltest auf jeden Fall die EHIC dabei haben, die europäische Krankenversicherungskarte. Dann solltest Du noch über eine Reisekrankenversicherung nachdenken. Es ist ja so, wenn Du im Ausland bei einem Notfall behandelt wirst, wirst Du genauso behandelt wie ein Patient, der dort regulär versichert ist. Beispielsweise in Italien, wie ein Patient, der in Italien versichert ist. Das ist häufig, in bestimmten Ländern wird weniger übernommen. Und den Differenzbetrag, den wird die Reisekrankenversicherung dann übernehmen. Und auch ein wichtiger Punkt, wenn es um den Rücktransport geht. Wenn Du nicht in der Lage bist allein zurückzureisen. Das wäre auch ein Fall.

[00:12:57] Nina: Das sollte man in den Bedingungen nachlesen. Richtig? Bevor man so eine Versicherung zusätzlich abschließt. Diesen Punkt und worauf muss ich da genau achten? Was sollte da stehen?

[00:13:06] André: Eben, dass die Reisekrankenversicherung diese Kosten übernimmt, wenn Du es wünschst. In anderen Fällen ist es so, dass die Reisekrankenversicherung die Rücktransportkosten nur dann bezahlt, wenn sie es selber für vertretbar hält.

[00:13:19] Nina: Und da ist natürlich viel Auslegespielraum denke ich mal.

[00:13:23] André: Ja, genau. Deshalb auf jeden Fall vergleichen und sich die Konditionen gut durchlesen.

[00:13:29] Nina: Hintergrund ist ja der, dass wenn ich im Urlaub mich verletzen sollte, sagen wir mal, dann möchte ich das vielleicht lieber zu Hause auskurieren und mich erholen und nicht in dem anderen Land bleiben müssen. Man muss ja dann auch irgendwo unterkommen. Da können ja auch noch einige zusätzliche Kosten auf einen zukommen.

[00:13:45] André: Genau. Darum geht es.

[00:13:47] Nina: Ein Punkt ist noch sehr speziell. Da geht es darum, wenn ich zum Beispiel in den Bergen unterwegs bin, Skifahrer bin, Wanderer bin. Was da sehr teuer werden kann, ist, wenn ich da stürzen sollte, mir was Schlimmes passieren sollte und der Hubschrauber kommen muss. Kann ich das irgendwie vermeiden, dass ich da total viel zahlen muss. Das geht ja in, also das sind ja, das können ja Zehntausende von Euro sein.

[00:14:09] André: Das ist richtig. Also so ein Hubschrauberflug, der ist richtig teuer. Das sind so 50 Euro pro Flugminute. Wie Du gesagt hast, da können schon mal so 10.000 Euro zusammenkommen und das übernimmt die Krankenkasse nicht immer. Da wird unterschieden, ob das ein Rettungseinsatz war oder ein Bergungseinsatz. Also so ein Rettungseinsatz, ein Hubschraubereinsatz wäre, wenn jemand einen Unfall auf der Autobahn hat und der Hubschrauber kommt. Das wird in der Regel übernommen. Allerdings wenn man in den Bergen verunglückt an einer sehr abgelegenen Stelle, wo auch kein Krankenwagen hinkommt, dann ist das häufig ein Bergungseinsatz und das übernehmen die meisten Krankenkassen nicht. Da sollte man vorher über eine Unfallversicherung nachdenken. Aber auch wichtig, vorher die Konditionen durchlesen, ob die das im Zweifel dann, wenn’s dann darauf ankommt, auch übernimmt.

[00:14:57] Nina: André. Hast Du noch einen Gesundheits-Tipp, den Du jetzt noch nicht losgeworden bist?

[00:15:01] André: Man sollte sich vor Antritt der Reise erkundigen, wo am Urlaubsort eine Arztpraxis ist, die dem öffentlichen Gesundheitssystem angeschlossen ist. Nämlich gerade in besonders bekannten und renommierten Urlaubsorten da gibt es sehr viele Privatpraxen. Wenn man bei einem Unfall dort hingeht, dann kann es mit der Kostenübernahme doch schwieriger sein. Das läuft meistens nur bei Praxen und Krankenhäusern, die auch dem öffentlichen Gesundheitsbereich angeschlossen sind.

[00:15:33] Nina: Wir hoffen natürlich, dass Dir auf Deiner nächsten Reise nichts passiert. Aber falls doch, dann haben wir Dir hoffentlich ein paar gute Tipps geben können. Wenn Du jemanden kennst, der auch so ein bisschen rum schnieft und schnupft, dann empfiehl demjenigen doch Andre's Tee. Wie heißt der noch mal?

[00:15:49] André: Ein Cistustee.

[00:15:50] Nina: Cistustee. Oder empfiehl derjenigen Person doch diese Podcastfolge. Fragen, Kritik, Anregungen, Feedback wie immer sehr gerne an podcast@evz.de. Wir freuen uns auf Dich beim nächsten Mal und ja, bleib gesund vor allem. Und Du auch, André.

[00:16:07] André: Danke gleichfalls.

[00:00:00] Jonas: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge bei "Hilfe, mein Toaster brennt!". Es ist lange her, dass wir mal wieder im Büro gesessen haben. Wir haben ja jetzt viele Folgen vorproduziert. Schön, dass Nina mal wieder am Start ist. Sie hatte jetzt viel Urlaub. Und heute geht's um das Thema: Wie buche ich denn am besten mein Zugticket? Oder was für Tipps gibt's da? Nina ist da eine große Bahnfahrerin. Die kann uns da ganz ganz viel zu erzählen. Deswegen dranbleiben und bis gleich.

[00:00:22] Intro-Musik

[00:00:36] Jonas: Nina, schön, dass du wieder da bist. Du hattest jetzt lange Urlaub. Wir haben uns immer wieder mal zwischendurch gesehen. Wir haben sehr viel vorproduziert. aber jetzt bist du endlich mal wieder bei uns im Büro und wir haben endlich mal wieder unseren Podcast-Tag. 

[00:00:48] Nina: Die Frage ist finde ich eher, warum hast du eigentlich keinen Urlaub, sach ma.

[00:00:51] Jonas: Weil ich's kann. 

[00:00:52] Nina: Du Arbeitstier.

[00:00:53] Jonas: Ja natürlich. Schaffe, schaffe, Häusle baue.

[00:00:55] Nina: Und ich hab gleich noch eine Frage. Jonas, warum fährst du eigentlich nicht so gern Bahn. 

[00:01:01] Jonas: Ich fahr gerne Bahn. Nur ich hab ein Auto und das ist manchmal einfach ein bisschen entspannter und schneller. Hab ich das Gefühl zumindest.

[00:01:10] Nina: Genau und für alle Autofahrer, die da noch so ein paar. Es gibt ja schon so diese Argumente: Ich muss so viel umsteigen, das nervt mich.

[00:01:21] Jonas: Oder die Bahn hat Verspätung. 

[00:01:23] Nina: Und für all diese Leute haben wir jetzt heute einfach mal so ein paar Profitipps, wie es echt easy und einfach ist, Zug zu fahren und dabei vielleicht sogar Geld zu sparen. 

[00:01:32] Jonas: Mit welchem Punkt wollen wir denn am besten anfangen?

[00:01:34] Nina: Wir haben uns gerade auch mit Sabine unterhalten, einer Juristin hier bei uns im Haus, die auch super viel mit dem Zug fährt. Und einen Tipp, den sag ich jetzt gleich mal vorne weg, den fand ich richtig gut. Und zwar meinte sie, dass wenn sie Tickets buchen will, dann recherchiert sie erstmal so ein bisschen und spielt zum Beispiel ein bisschen rum mit der Umstiegszeit. Das ist ja so eine Option. Ich glaube das wird vielleicht nicht sofort im Menu, wenn man auf die Seite der Bahn geht, wird das nicht sofort angezeigt. Aber, ich glaube, spätestens, wenn man auf "mehr Optionen" geht, kann ich da eingeben: ich hätte gerne eine längere Umstiegszeit. Und dann werden einem manchmal ganz andere Strecken angezeigt, die vielleicht viel entspannter sind und du hast einen Umstieg weniger. Vielleicht kommst du später an, OK, aber wenn die Fahrt dafür entspannter ist, kann sich das echt lohnen und auch der Preis kann sich da manchmal ändern. 

[00:02:22] Jonas: Ja ich kenn das, wenn wir zum Beispiel vom Geschäft aus eine Betriebsreise haben oder irgendwo hinmüssen von der Arbeit. Wir haben da früher nicht so oft drauf geachtet: Wie viel Umsteigezeit habe ich eigentlich? Dann kommste halt am Bahngleis an, der Zug hat vielleicht schon ein paar Minuten Verspätung und dann musst du erstmal noch zum anderen Bahngleis rennen oder sowas. Das ist ja sehr unterschätzt, weil manchmal steht dann da, wenn du dir ein Ticket buchst: Umsteigezeit zehn Minuten. aber das kann, je nach Größe des Bahnhofs, super knackig werden.   

[00:02:49] Nina: Also wenn das so ein bisschen stresst beim Bahnfahren, der kann das einfach von vorne herein schonmal ausschließen und sich mehr Zeit selbst fürs Umsteigen geben. Dann kann man auch noch rumspielen: Man kann manchmal einen Zwischenhalt eingeben. Klar, oft wird einfach nur die einfachste und schnellste Strecke zwischen A und B ausgeworfen. Dann kann ich erstens schonmal, hab ich jetzt gerade auch in der App nochmal gesehen, den Haken rausmachen bei "schnellste Verbindungen anzeigen". Dann krieg ich schonmal auch ganz andere Strecken vorgeschlagen, die vielleicht ganz interessant sein können. Und ich kann sogar eine Stadt oder einen Bahnhof als Zwischenhalt eingeben, vielleicht will ich da bewusst hin. Oder will mir einfach mal angucken, wie sich dadurch der Preis der Fahrt und meine Strecke verändert. Es gibt übrigens auch ganz coole Vergleichsportale.   

[00:03:32] Jonas: Ja, das hatte ich auch gerade im Kopf. 

[00:03:34] Nina: Genau, da warst du auch gerade drauf, Jonas, glaube ich. Da kann ich mir einfach mal anzeigen lassen, welche Alternativen es gibt. Auch, ob Fernbusse auf der Strecke fahren. Und ich jetzt weiß ich nicht, zum Beispiel nach Belgien fahren möchte oder, nach Österreich, nach Italien. Dann kann ich mir einfach mal auch die italienische Bahngesellschaft, auf die Seite gehen, oder auf die belgische und so weiter. Vielleicht haben die ja sogar interessantere Preise im Moment als die Deutschen.

[00:03:57] Jonas: Ja, ich denk, da ist auch das Stichwort, was du angesprochen hattest, Preise vergleichen, super gut. Natürlich gibt es solche Vergleichsportale, wo man gucken kann. Also ich habe jetzt vorhin mal spaßeshalber eine Fahrt nach Zürich geguckt. Da ist der Ticketpreis zwar relativ gleich. Relativ identisch gewesen, aber Fernbus ist natürlich auch immer ein bisschen länger. Weil es können Staus sein und der Fernbus ist logischerweise ein bisschen langsamer als der Zug. Das ist wirklich sehr gut. Aber eben auch, wie du gerade gesagt hast, einfach mal mit der nationalen Bahngesellschaft vergleichen. Natürlich macht es immer Sinn, für Reisen aus Deutschland auch mal bei der Deutschen Bahn zu gucken, aber es macht immer Sinn auch zu vergleichen. OK, wie teuer ist es jetzt zum Beispiel, wenn ich in Frankreich mit der SNCF buchen würde oder wie auch immer. Also das ist ein wichtiger Punkt: Immer Preise vergleichen. Weil nur weil dir die eine Seite sagt, es ist günstig, heißt das nicht, dass es nicht noch günstiger gehen kann.

[00:04:47] Nina: Jonas und ich kommen wieder mit unserem Frankreich-Beispiel. Wir wohnen ja beide in Frankreich. Klar, da nehmen wir schon öfter mal Züge der SNCF. Da hatte Sabine auch gerade noch erwähnt: Es gibt zum Beispiel in Frankreich manche Züge, eine halbe Stunde vorher sollte ich da schon dort sein. Das ist man vielleicht nicht gewohnt aus Deutschland, aber da sollte man einfach kurz nachgucken oder sich informieren: Wie viel früher sollte ich da sein, wann muss ich da einsteigen?

[00:05:10] Jonas: Was ich jetzt auch bei der Recherche super interessant fand: In Frankreich, je nach dem, mit welchem Zug du fährst, hast du auch nur eine gewisse Gepäckanzahl, die man mitnehmen darf. 

[00:05:18] Nina: Es kann zumindest sein, ja.

[00:05:20] Jonas: Wir Deutschen sind da ja sehr verwöhnt. Wenn wir in die Bahn steigen, dann nehmen wir einfach alle Koffer mit, die wir haben.  

[00:05:24] Nina: Hier noch'n Wandschrank mitgenommen.

[00:05:26] Jonas: Genau. Halbe Wohnung eingepackt. Und wenn du dann aber in Frankreich unterwegs bist, dann, wie gesagt, kann das natürlich sehr teuer werden. Ich glaube bis zu zwanzig Euro, wenn sie dann merken, OK, du hast ein Gepäckstück zu viel mitgenommen. Wenn du es vorher buchst, glaube ich, fünf Euro. Wenn du halt dann direkt am Bahngleis bist, wird's halt zwanzig Euro.

[00:05:41] Nina: Wenn mein Zugticket nur zwanzig Euro gekostet hat, dann ist das schon sehr ärgerlich, wenn ich da noch was draufpacken muss. 

[00:05:47] Jonas: Aber das ist auch wie gesagt von Bahngesellschaft zu Bahngesellschaft immer unterschiedlich. Deswegen immer mal reinschauen in die Vertragsbedingungen: Was darf ich eigentlich mitnehmen?

[00:05:55] Nina: Nächster Stressfaktor, den ich oft höre: Ja, was ist dann, wenn Verspätung ist und ich meinen Anschluss verpasse, was mache ich denn dann? Dann brauche ich wieder ein neues Ticket. Nein. Es ist nämlich so, dass ab dem Zeitpunkt, wo eine Verspätung von zwanzig Minuten absehbar ist, gilt die Zugbindung nicht mehr. Und sagen wir mal, mein erster Zug hat jetzt Verspätung und den zweiten habe ich dadurch nicht erreicht. Dann kann ich einfach einen anderen Zug nehmen, der mich an mein Ziel bringt. Das ist natürlich super gut zu wissen. Muss ich gestehen, wusste ich früher auch nicht unbedingt und dachte immer: Ich muss es mir jetzt entweder umschreiben lassen oder ein neues Ticket kaufen. Aber ne, man kann da ja zum Beispiel im ersten Zug schon in der App nachgucken, welche alternativen Strecken gibt es denn jetzt eigentlich und dann einen anderen Zug nehmen.

[00:06:38] Jonas: Vielleicht auch noch eine wichtige Info: Es kommt natürlich auch immer darauf an, was bist du für ein Typ. Wie reist du gerne? Hast du lieber Flexibilität? Oder sparst du lieber am Zugticket? Du fährst relativ oft nach Paris, ne? Hast du da ein Flexi-Ticket oder guckst du eher so auf den Preis oder?

[00:06:55] Nina: Ich hab immer feste Tickets, ja, weil ich da oft das Wochenende verbringe. Und ich weiß meine Arbeitszeiten und ich weiß dann, dass ich den auch bekomme, den Zug. Also da ist es mir nicht so wichtig, flexibel zu sein. Da will ich einfach nur günstig fahren.

[00:07:08] Jonas: Aber auch da ist halt wichtig, wenn du jetzt weißt, du hast eine feste Reise, dann macht es natürlich Sinn, wenn du eine feste Zugbindung hast. Das kann dann natürlich auch günstiger sein. Weil wenn man flexibel sein will, ist das immer ein bisschen teurer. Da ist dann eben auch die Überlegung, mal vergleichen, je nach dem, was deine Reisepräferenz ist, ob di eher so Richtung Sparpreis gehen willst oder ob auch ein Interrail für dich in Frage kommen könnte. Da ist einfach wichtig: Was ist für dich persönlich ein wichtigerer Aspekt: Willst du halt flexibel sein oder willst du gucken, dass du relativ günstig und flexibel an dein Ziel kommst. 

[00:07:40] Nina: Noch ein Flexibilitätstipp von Sabine war: Dass man die Hinfahrt und die Rückfahrt, da kann es manchmal Sinn machen, das getrennt zu buchen. In diesen Suchmasken wird mir das ja oft zusammen sofort angeboten. Hier ich geb meinen Startbahnhof ein, meinen Zielbahnhof und für die Rückfahrt ist es dann halt andersrum. Aber vielleicht weiß ich ja, ich möchte an dem Tag losfahren und weiß noch nicht genau, wann ich zurückmöchte. Und wenn ich das Ticket einzeln hab, kann es einfacher sein, das zu stornieren oder ich hab dann vielleicht auch nur einmal Stornogebühren. Kann man sich einfach mal vorher durchlesen, wie das so geregelt ist. Vielleicht buche ich dann lieber zwei einzelne Tickets. 

[00:08:15] Jonas: Hast du noch Tipps? 

[00:08:16] Nina: Mit der Verspätung haben wir ja schon gesagt, ich kann dann einen anderen Zug nehmen. Und ab 60 Minuten Verspätung, also ab einer Stunde, kann ich 25 Prozent des Ticketpreises zurückverlangen. Das muss man aktiv machen. Wird einem jetzt natürlich keiner hinterhertrage das Geld. Aber ich kann entweder schon direkt im Zug bei der Deutschen Bahn zum Beispiel nach dem Fahrgastrechte-Formular fragen. Ich kann das aber genauso auch online abrufen und trage dann ein, wo hatte ich Verspätung und so weiter. Hier ist der Tipp: Notier dir, wann du an deinem Zielbahnhof wirklich letztlich angekommen bist. Mach sogar ein Foto von deiner Uhr, mach einen Screenshot von deinem Handy. Dann kannst du das einfach genauso in das Formular dann eintragen. Das gilt übrigens, was ich jetzt gerade sage, überall in Europa. Also auch, wenn du in Belgien, sonst wo, hatte ich gerade das Beispiel, Italien, Verspätung hast, du bekommst da Geld zurück. Ab 120 Minuten gibt es sogar 50 Prozent des Fahrpreises zurück.

[00:09:13] Jonas: Und wenn du mehr wissen willst zu deinen Bahnfahrgastrechten in Europa, dann werden wir nochmal eine gesonderte Folge machen, wo wir auch nochmal bisschen auf das Rechtliche eingehen. Also was gilt auch zum Beispiel, wenn Streik ist oder, wenn Unwetter ist und dein Zug ist nicht gefahren oder ist ausgefallen. Also da geben wir dann nochmal ein bisschen mehr Infos zu deinen Bahnfahrgastrechten. 

[00:09:31] Nina: Ein letzter Tipp: Guck dir doch auch mal Nachtzüge an. Dadurch kann man sich manchmal eine Übernachtung sparen und man kommt quasi schlafend an sein Reiseziel, oft auch quer durch Europa. Kann praktisch sein. ja, kann man sich mal angucken. 

[00:09:45] Jonas: Und kann auch eine gute Alternative zum Flugzeug sein. Weil wenn du abends fährst und morgens ankommst, dann bist du meistens direkt mitten in der Innenstadt und musst nicht erst noch vom Flughafen aus irgendwie mit dem Zug, Taxi oder sonst irgendwie in die Innenstadt reinfahren. 

[00:09:59] Nina: Kennst du einen Autofahrer, der noch ein bisschen zögerlich ist beim Zugfahren, weil er sich das kompliziert vorstellt? Dann schick dem- oder derjenigen doch unsere Folge. 

[00:10:08] Jonas: Und in diesem Sinne würde ich sagen bis zum nächsten Mal. Schön, dass du reingehört hast. Ciao, ciao. 

[00:10:11] Nina: Und gutes Zugfahren! Tut tut oder so.

[00:10:14] Jonas: Tschu tschuu!

[00:00:00] Nina: Hallo zu dieser neuen Folge von "Hilfe, mein Toaster brennt!". In der letzten Folge haben wir dir Tipps gegeben, wie du entspannt und günstig Zugtickets buchen kannst. Heute geht's wieder ums Bahnfahren. Mit dabei ist Sabine. Die hat ganz schön viel Praxiserfahrung und ist viel mit dem Zug in Europa unterwegs. Sie weiß auch, was da so schiefgehen kann und erklärt uns alles, was du machen kannst, wenn dein Zug ausfällt, Verspätung hat. Und vor allem: Wann du da Geld zurückbekommst.

[00:00:26] Intro Musik

[00:00:40] Jonas: Hallo Sabine, schön, dass du wieder da bist. Wie geht's dir denn?

[00:00:42] Sabine: Hallo Nina, hallo Jonas. Ich freu mich, dass ich wieder mit dabei sein darf. Ich komme gerade von einer Reise und habe auch schon wieder die nächsten sozusagen im Sack. Hab schon wieder die Tickets auf meinem Handy und bin schon wieder auf dem Sprung und warte darauf, dass ich wieder losfahren kann.

[00:00:55] Jonas: Auf dem Sprung mit dem Zug oder...?

[00:00:56] Sabine: Natürlich mit dem Zug. Genau, das passt richtig gut und da habe ich euch so ein paar Dinge mitgebracht.

[00:01:03] Jonas: Dann würde ich gleich mal die erste Frage stellen, die , denke ich, die meisten Leute interessiert: Bekomme ich mein Geld zurück, wenn der Zug Verspätung hat und wenn ja, wie bekomme ich das zurück?

[00:01:12] Sabine: Also um Geld zurückzubekommen wäre jetzt erstmal die Frage Nummer eins: Habe ich ein Ticket für meine komplette Reise oder habe ich meine Reise gestückelt? Wenn ich sie gestückelt hab, wird es immer ein bisschen schwierig. Also hier schon mal Tipp Nummer eins: Immer darauf achten, wenn ich von A nach B reisen will, dann sollte auch auf meinem Ticket diese Reise komplett enthalten sein. Und dann kommt es darauf an, wie viel Verspätung habe ich? Und im Allgemeinen gibt's da schon ein bisschen was zurück.

[00:01:33] Nina: Dann gibt's ja das berühmte ab 60 Minuten Verspätung gibt's 25 Prozent des Ticketpreises zurück, also wenn ich an meinem Zielbahnhof eine Stunde später ankomme als eigentlich es laut meinem Ticket geplant war. Und ab 120 Minuten, also ab zwei Stunden, kann man sogar 50 Prozent des Ticketpreises zurückbekommen. Das funktioniert über das berühmte Fahrgastrechte-Formular. Übrigens sogar überall in Europa. Ich hab das selber auch schon erlebt, dass meine Züge Verspätung hatten und das war dann oft so: Entweder ist schon ein Schaffner, eine Schaffnerin durchgelaufen und hat dieses Formular verteilt. Man kann sich das auch online holen, muss man aber auch runterladen oder sich ausdrucken, ausfüllen und dann entweder an irgendeinem Bahnhof abgeben. Oder einschicken. Bei der SNCF, bei der französischen Bahngesellschaft, geht das komplett digital. Ich geb einfach meine Reservierungsnummer ein. Ich hatte natürlich auch schon Verspätung mit der SNCF, ne. War aber super easy. Da ist auch noch wichtig, egal ob Frankreich, Deutschland oder wo auch immer. Das Fahrticket sich aufheben und eine Kopie muss man meistens dann noch von seinem Bahnticket beilegen. 

[00:02:41] Sabine: Genau, Nina, dann hast du eigentlich das Wesentliche schon jetzt erzählt. Also es sind vor allem EU-Bahngastrechte, die uns hier allem zur Verfügung stehen und Verspätung 60, 120 Minuten. Beim ICE-Sprinter übrigens schon ab 30 Minuten. Es gibt aber auch immer die Möglichkeit, die Fahrt gar nicht anzutreten. Oder sie anzutreten und sie unterwegs abzubrechen, weil die Reise insgesamt sinnlos geworden ist. Da kriege ich ja das Geld dann erstattet und da habe ich dann auch noch das Recht, zum Ausgangsbahnhof zurückzufahren. Und die meisten Leute wollen ja von A nach B dann reisen. Deswegen ist natürlich hier die Entschädigung für die Verspätung die wichtigere Frage.

[00:03:15] Jonas: Du hast eingangs erwähnt, dass du auf Reisen gewesen bist. Hat denn das alles so problemlos geklappt?

[00:03:21] Sabine: Sehr oft klappt das nicht so gut. Also ich bin jetzt schon dran gewöhnt, dass irgendwas immer irgendwie passiert. Ich habs auch tatsächlich geschafft in so Ereignisse zu kommen wie Streik und auch Sturm. Wo dann natürlich die Fragen ganz besonders wichtig werden: Wie komme ich jetzt überhaupt erstmal nach Hause. Und dann hinterher: Wie kriege ich jetzt mein Geld zurück. 

[00:03:37] Jonas: Und wie komme ich da nach Hause, wenn gestreikt wird?

[00:03:40] Sabine: Beim Streik wars jetzt gar nicht so schlimm. Mein Zug hatte recht wenig Verspätung. Allerdings bin ich nicht mit dem ursprünglich gebuchten Zug gefahren. Ich habe meinen Zug gestrichen. Ich kam an dem Tag aus Dänemark oder wollte aus Dänemark reisen. Da sind Teilstrecken ausgefallen und da hatte ich jetzt die Möglichkeit, mir das Ticket erstatten zu lassen. Der Antrag läuft jetzt im Moment noch. Ich warte also hier auf mein Geld. Das wäre jetzt so Rechte für die Fahrgäste. Da aber der Tipp: Auch immer genau gucken, was die Deutsche Bahn genau vorgibt. Also die informiert da auch. Und dann natürlich sich immer informieren und das dann auch in Anspruch nehmen. Ich bin dann aus Dänemark mit dem Bus gefahren zu meinem nächsten Reiseziel und von dort auch nicht mit meinem gebuchten Ticket, weil ja der letzte zurückliegende Streik sehr lange ging. ich bin dann mit einem Ersatzzug gefahren und hab mir für diesen auch eine extra Reservierung besorgt. Das ist auch wichtig, das man hier nämlich überhaupt nicht mehr damit rechnen kann, dass man hier überhaupt mit dem Zug nach Hause kommt. Weil der Zug so voll war, dass teilweise Fahrgäste auch gar nicht mehr mitgenommen wurden. Und das ist auch was, das man im Hinterkopf behalten muss. Dass man gar keinen Zug mehr bekommt. Man muss mit sehr viel Verspätung insgesamt rechnen.

[00:04:45] Jonas: Ihr zwei seid ja die absoluten Pros was Bahnfahren angeht. Da kann ich mich überhaupt nicht dazuzählen. Also ich mach‘s auch hin und wieder aber nicht so oft wie ihr beide. Wie kann ich mir das jetzt vorstellen, wenn mein Zug ausfällt bei so einem Streik? Kann ich dann einfach in jeden Zug einsteigen, in den ich einsteigen will, der in meine Richtung fährt? Oder muss man da vorher was abgeklärt haben. Weil du hast gesagt, du bist zum Beispiel in den Bus gestiegen und bist weitergefahren. Kann ich das einfach so machen und dann er Bahn oder wem auch immer das in Rechnung stellen? 

[00:05:08] Sabine: Also hier musst du unterscheiden, Jonas, ob es ein Streik ist oder ob ein Zug jetzt in dem Fall ausgefallen ist. Also beim Streik galten einfach ganz besondere Bedingungen. Da hat die Bahn ja für einen gewissen Zeitraum die Tickets flexibel gemacht. Also auch die Supersparpreise waren nicht mehr zuggebunden. Mit dem Bus ist es so, dass ich mich letztlich für die Busfahrt entschieden habe und mein Ticket ja habe erstatten lassen. Insofern da kriege ich jetzt kein Geld für den Bus zurück, sondern für mein ursprünglich gebuchtes Ticket. Was du jetzt vielleicht auch meinst: Du hast jetzt einen Zug gebucht und der fällt jetzt aus. Da gibt‘s die klassischen Bahngastrechte. Dass ich entweder die Zugfahrt gar nicht antrete, dass ich dann halt das Ticket erstattet bekomme. Und dann einfach eine andere Weiterfahrt mir nehme. Man kann dann natürlich auch mal nachfragen am Schalter. Das ist sowieso immer gut. Irgendwen frage, einen Schalter oder einen Bahnmitarbeiter. Aber bei Online-Buchungen ganz besonders gut: Die Bahn informiert dann auch einen. Da kann man dieses Häkchen ankreuzen, dass man informiert werden möchte über Störungen auf der Strecke. Und dann wird auch schon gleich der Link mitgegeben: Ihre Alternative. Und dann kannst du dir gleich die alternative Reise zusammenstellen und mit dem Zug kannst du dann auch fahren. 

[00:06:18] Nina: Das finde ich ist ein guter Tipp und das funktioniert auch in der Praxis soweit ganz gut. Man kann natürlich auch einfach in die App gehen und natürlich selber, wenn man in einem Zug sitzt und merkt, ja der hat Verspätung, dann kann man natürlich gleich parallel nachgucken, welche anderen Zügen würden denn da sonst noch so fahren, wie könnte ich sonst noch an mein Ziel kommen. Und einen Tipp hattest du ja auch noch. Das haben wir vorhin besprochen. Wenn Streik ist, empfiehlst du auch, einfach mal auf die Seite der Bahn zu gehen und dort zu gucken, was da angeboten wird. Oft wird man ja direkt dann weitergeleitet und es sind Links gesetzt eben auf diese Formulare eben, wenn man sein Ticket dann annullieren möchte oder den Zug wechseln möchte. 

[00:06:57] Sabine: Also das ist da ganz wichtig. Gerade bei Streik. Immer auf dem Laufenden bleiben und auch da gibt's einfach viel mehr Regelungen der deutschen Bahn. Viel mehr Angebote als jetzt beim normalen klassischen Zugausfall. Das kann man gar nicht so jetzt miteinander vergleichen. Verspätung ist übrigens bei beiden immer das gleiche. Wenn ich da einfach, egal ob mit oder ohne Streik, zu spät zu Hause ankomme, dann hab ich einfach die Bahngastrechte. Ab 60 Minuten oder 120. Dann kann ich die Entschädigung zumindest im Moment noch geltend machen. Das wird sich in Zukunft aller Voraussicht nach ändern.

[00:07:27] Nina: Was ändert sich da genau?

[00:07:29] Sabine: Ab 2023 muss man hier mit Einschränkungen rechnen. Dass Fahrgäste für außergewöhnliche Umstände. Das sind außergewöhnliche Umstände, ne, so Unwetter, Streiks, dann keine Entschädigung mehr bekommt. Muss man aber nochmal genauer hinschauen, was heißt das eigentlich, außergewöhnliche Umstände. Streik zum Beispiel wird nicht dazuzählen. Aber so Unwetter, mit denen man nicht rechnen musste. Normale Wetterbedingungen, die jetzt zu der Jahreszeit anfallen, das zählt auch nicht dazu. Also da muss man nochmal genau schauen, was das im Einzelnen heißt. Allerdings die Bahngastrechte werden hier ein bisschen verschlechtert.

[00:08:05] Nina: Beim Fliegen ist es ja sogar schon so, dass bei diesen außergewöhnlichen Umständen, wie du gesagt hast, dass man da nicht unbedingt Geld zurückbekommt. Ja, das war bisher auf jeden Fall ein großer Vorteil für Verbraucher, für Bahnreisende, die eben den Zug nehmen. 

[00:08:18] Sabine: Genau, Nina, du hast es angesprochen. Also beim Fliegen sieht man ja auch immer, was heißt das jetzt eigentlich genau. Was sind die außergewöhnlichen Umstände und die Frage, konnte das Verkehrsunternehmen das verhindern. Aber das ist ein langes Feld. Da kann man nochmal einen eigenen Podcast drüber machen. 

[00:08:31] Susanne: Und wie ist es jetzt, wenn ich mit einem Zug fahr und ich bleib irgendwo, keine Ahnung, in der Walachei, Zug fällt aus, ich bin irgendwie nachts um 11 gestrandet. Was mache ich da?

[00:08:42] Sabine: Ja also erstmal hoffen wir, dass das dir nicht passiert, Jonas. 

[00:08:44] Jonas: Hoffe ich auch.

[00:08:45] Sabine: Und da vielleicht auch schon mal bei der Buchung drauf achten, dass man so eine Verbindung gar nicht erst bucht. Also immer eine Verbindung schon mal sich suchen, wo man vielleicht nicht die letzte Verbindung mit auf dem Ticket stehen hat. So nach dem Motto: Wenn der Zug ausfällt jetzt, dann habe ich vielleicht noch einen nächsten. Also da schon mal vorsorglich bisschen schauen, was kann man machen. Wenn man jetzt auf dem Feld stehen bleibt, muss die Bahn einen natürlich an einen Bahnhof bringen. Also man muss da jetzt nicht auf dem Feld übernachten. Wenn man jetzt am Bahnhof stehen bleibt und es ist die letzte Verbindung und gerade die Zeit zwischen 0 und 5 Uhr ist hier sehr kritisch zu sehen. Da fährt ja fast nichts mehr. Da gibt's dann so Ansprüche wie Taxifahrten, Hotelübernachtung, die Fahrt zum Hotel. Aber da auch der Tipp: Nicht auf eigene Faust buchen. Manchmal wird man von der Bahn zugewiesen. Das muss man aber vorher klären. Muss man mit jemandem sprechen. Irgendeinem Bahn-Mitarbeiter. Idealerweise gibt es noch einen Schalter, der irgendwo geöffnet ist. Das habe ich letztes Jahr erlebt bei meiner Sturmfahrt aus Tschechien nach Hause bin ich in diesen großen Sturm gekommen, wo wirklich alles ausgefallen war. Man muss dann mit Wartezeiten rechnen. Die Schlange am Schalter war sehr lang.

[00:09:53] Jonas: Das hört sich in der Theorie ja alles relativ entspannt an. Also Nina hat‘s vorhin gesagt, 60 Minuten kriegst du 25 Prozent vom Ticketpreis. Ab zwei Stunden sind dann schon fünfzig Prozent. Du sagst, wenn der Zug ausfällt oder Streik ist, hast du einen Anspruch, dass du nach Hause zurückkommst zumindest. Wenn es relativ spät wird, kannst du dir ein Hotel buchen oder bekommst eins von der Bahn zugewiesen. Wie ist das jetzt in der Praxis? Ist das wirklich so leicht?

[00:10:20] Sabine: Also ich finde schon, dass es auch in der Praxis recht gut umsetzbar ist. Ich hab ganz gute Erfahrungen. Ich krieg das auch relativ schnell erstattet. Übrigens, wenn man da Probleme hat, gibt es Schlichtungsmöglichkeiten. In der Praxis lässt sich das gar nicht so immer gut anwenden. Das stimmt, Jonas. Ich hab da in meiner Erinnerung genau meine Sturmfahrt von Tschechien nach Hause. Da hätte ich zwar bestimmte Rechte gehabt. Die konnte ich aber so gar nicht richtig nutzen, weil ich aus dem Ausland kam. Hier war die Empfehlung, nicht die Reise anzutreten. Ja, wie hätte ich das machen sollen? Jetzt noch einen Tag dort bleiben? Das habe ich nicht gemacht. Ich hab mich also gewagt, in den Zug zu setzen. In Tschechien wurde dann der Ersatz gestellt mit dem Bus. Wir kamen also nach Deutschland. Also deswegen auch nicht auf eigene Faust buchen, sondern oftmals wird das schon einem zur Verfügung gestellt. Und ich hab dann spontan in Frankfurt mir ein Hotelzimmer genommen. Das habe ich selbst entschieden, weil ich einfach jetzt auch nicht mehr weiterfahren wollte. War mir einfach dann zu viel. Ich hab aber hier das Geld nicht bekommen, weil es nicht die letzte Verbindung war und ich hätte noch weiterfahren können. Ich bin unterwegs ein Stück mit dem Bus gefahren, der auf der Strecke stand und der uns mitgenommen hat. Das habe ich erstattet bekommen und natürlich die Verspätung selbst. Aber die Hotelübernachtung jetzt nicht.  

[00:11:32] Nina: Also nicht einfach blind davon ausgehen, das wird erstattet, ich buche jetzt einfach das Hotelzimmer oder nehme mein Taxi, sondern vorher klären, was ich wirklich zurückbekommen kann. 

[00:11:43] Sabine: Das ist ganz wichtig. Erstmal nachfragen, ob man wirklich jetzt keine Verbindung mehr hat und ob die Deutsche Bahn oder welches Unternehmen jetzt gerade betroffen ist, da nicht schon Ausgleichmöglichkeiten geschaffen hat.

[00:11:55] Nina: Sabine, du hast gerade Schlichtung erwähnt. Du glaube du meinst damit die SÖP. Das ist ein super Ansprechpartner, wenn man Probleme mit öffentlichem Nahverkehr hat. Da kann man sich dorthin wenden. Und, ihr wisst das ja mittlerweile, wir das EVZ Deutschland, wir helfen immer, wenn das Unternehmen in einem anderen EU-Land sitzt. Also zum Beispiel, sollte mit der SNCF, die wir schon erwähnt haben, oder mit einer anderen Eisenbahngesellschaft in einem anderen Land mal was schiefgehen, dann kannst du auf jeden Fall zu uns kommen. Die ganzen Infos, die wir dir heute hier liefern, die verlinken wir auch auf jeden Fall wieder in den Shownotes. 

[00:12:25] Sabine: Und einen ganz wichtigen Punkt habe ich noch. Man kann natürlich einen Flug verpassen. Ich möchte jetzt irgendwo hinfahren mit meinem Zug, weil ich jetzt irgendwo dann dort in Urlaub fliegen möchte. Oder ich reise zu einem andren Bahnhof, wo ich dann den Mietwagen bestellt habe. Wenn ich da zu spät komme, dann habe ich keine Ansprüche.

[00:12:45] Nina: Und deine nächste Bahnfahrt, Sabine, wohin geht die denn? Was hast du geplant?

[00:12:50] Sabine: Meine nächste Bahnreise geht erst nach Metz und von dort nach Paris und ich fahre mit der SNCF. Diesmal mit dem französischen Bahnunternehmen. Die Rückreise übrigens mit dem Bus. Mal sehen, was da auf mich wartet. 

[00:13:00] Nina: Ah spannend, dann wünschen wir dir eine sehr gute Fahrt. 

[00:13:04] Jonas: Ja, von mir auch viel Spaß in Metz und Paris. Lass es dir gut gehen. Schön, dass du heute wieder dagewesen bist. Und falls du noch Anregungen hast, Ideen oder du eine Frage hast zu dem Thema Bahn, dann schreib uns doch gerne an podcast@evz.de. Natürlich freuen wir uns auch, wenn du uns ein Like dalässt und kommentierst. Das hilft uns und natürlich auch dem Algorithmus, dass wir besser sichtbar sind. In diesem Sinne vielen Dank fürs Reinhören und bis zum nächsten Mal!
 

[00:00:00] Nina: Hallo zu einer neuen Folge von "Hilfe, mein Toaster brennt!". Heute geht's in der Folge um einen Espresso-Kocher, den wir hier im Büro haben und der leider kaputt gegangen ist und wo wir dann versucht haben, einen neuen zu bekommen. Wie das ausgegangen ist und wie Schlichtung bei zum Beispiel genau solchen Fällen helfen kann, was Schlichtung überhaupt ist, das erfährst du heute.

[00:00:21] Intro-Musik

[00:00:30] Jonas: Schön, das du wieder eigeschalten hast und heute haben wir einen Gast von extern. Der Felix Braun ist bei uns. Schön, dass du da bist!

[00:00:38] Felix: Hallo, freut mich auch sehr.

[00:00:40] Jonas: Du bist Leiter der Universalschlichtungsstelle des Bundes. Was genau ist das? Kannst du das mal vielleicht ganz kurz vorstellen, damit der Zuhörer weiß, was ihr genau macht.

[00:00:50] Felix: Also ganz grob ist es so: Viele Verbraucherprobleme sind ja zu gering vom Streitwert oder zu lästig, dass man dafür zu Gericht gehen würde, was man natürlich immer kann.  Das vorab, wir sehen uns auch gar nicht als Konkurrenz zum Gericht, sondern einfach was anderes komplementär. Und das soll ermöglichen, dass die Parteien selbst eine Lösung finden können unter unserer Anleitung. Regelmäßig machen wir auch Vorschläge dazu. Und wir haben es ja kurz im Anspieler gehört. Auch so Fälle wie mit der Espresso-Maschine, ich weiß jetzt nicht, wie teuer die war, da kommen wir ja vielleicht noch drauf zu sprechen. Aber da könnte man sich ja schon vorstellen, dass die Espresso-Maschine, wenn das jetzt nicht das Profi-Teil für 10.000 Euro war, einen Streitwert hart, wo man sich doch sehr gut überlegt, ob man dafür jetzt vor Gericht geht. Und da sind wir genau beim Thema. Ich bin selbst Jurist. Von daher, für mich ist es eigentlich, ich hab das ja gelernt, gar nicht so schwer, vor Gericht zu gehen und ich würd's nicht machen, wenn ich so einen Espressomaschinen-Fall hätte, es sei denn, es ist die 10.000 Euro Espressomaschine, weil mir das auch zu schade für meine Lebenszeit ist. Und auch für mich als Jurist ist es mit vielen Formalismen behaftet vor Gericht zu gehen. Dann gibt es meistens Termine, dann muss ich mir erst einen Termin freimachen und Schlichtung ist sehr niedrigschwellig. Also da kann man einfach in der Mittagspause mal auf seinem Smartphone unser Online-Formular ausfüllen und sagen, was passiert ist in eigenen Worten. Man wird eigentlich durch das Formular an die Hand genommen, sein Problem in laienverständlicher Weise zu schildern und ja, entweder wir kommen dann wieder auf die Verbraucher zurück. Natürlich auch auf die Verbraucherin. Und fragen, ja, da müssen wir jetzt aber noch ein bisschen mehr wissen, um das dem Unternehmen bekannt zu geben. Wenn alles klar ist, geben wir das dem Unternehmen bekannt, sagen das ist der Problemstand und besteht Interesse an einer Schlichtung. Weil das muss man auch wissen: Bei Gericht, wenn man verklagt wird, muss man teilnehmen am Gerichtsverfahren. Schlichtung ist freiwillig. Und das ist auch ein bisschen die Krux, um das auch nicht zu verheimlichen. Es ist noch viel zu wenig bekannt und viele denken aus Unkenntnis, was das ist, nehmen dann nicht teil. Und auch, weil es für Unternehmen etwas kostst. Für Verbraucher ist es aber kostenlos. Auch ein großer Vorteil: Man hat gar kein Kostenrisiko als Verbraucher. 

[00:02:50] Jonas: Du hast jetzt schon Schlichtung gesagt. Also ich kenn Schlichtung nur früher vom Schulhof. Der Streitschlichter. Kann man das so mit euch vergleichen? Seid ihr dann irgendwie so ein dritter Neutraler, der dann vermittelt auf gut Deutsch?

[00:03:01] Felix: Typische Juristen-Antwort: Es kommt darauf an. Also ja und nein. Aber das ist genau das Problem. Jeder hat so ein ungefähres Bild im Kopf, was aber eigentlich zu unzutreffend ist, weil auf dem Schulhof, ich kenn das auch, da war das so: Ja, jetzt vertragt euch mal und gut ist. Bei uns ist das so: Ähnlich wie bei Gericht gibt’s eine vollständige, tiefgreifende juristische Analyse, die sich, genau, also da wird auch sehr hoher Aufwand betrieben in der juristischen Analyse, auch wenn der Streitwert gering ist. Ja, das ist auch eine Besonderheit von uns. Und aufbauend auf der juristischen Analyse, die erstmal die beiden Streitparteien auf Augenhöhe bringt. So ist die rechtliche Lage. Und dann ist wieder Raum für Lösungen, die entweder genau der rechtlichen Lage entsprechen können. Also zum Beispiel bei einem Gewährleistungsfall. Das Gerät kommt zurück und Verbraucher erhalten ihr Geld zurück. Das kann eine Lösung sein. Es kann aber auch Fälle geben wir zum Beispiel man hat einen Kühlschrank mit einer Delle geliefert bekommen. Stellen wir uns mal vor, wir haben den hier aus Kehl in Hamburg bestellt. Jetzt ist das Ding schon mal quer durch die Republik gereist. Lohnt sich das wegen einer Mini-Delle den zurückzuschicken? Von Nachhaltigkeits-Aspekten wollen wir jetzt mal gar nicht reden, das ist auch nicht mein Thema. Aber dann können wir eben vorschlagen: Ja, eigentlich bestünde schon ein Anspruch auf Austausch, aber vielleicht kitzeln wir aus den Parteien ja raus, dass es den Verbrauchern eigentlich auch total egal ist, nur dass sie halt verständlicherweise nicht einsehen, für einen leicht defektes Gerät den vollen Preis zu zahlen. Und dann können wir sagen: Die Rechtslage ist so und so Eigentlich Gerät zurück, Geld zurück. Aber hier schlagen wir vor: Gerät bleibt in Kehl beim Kunden und dafür gibt’s noch einen Gutschein für den nächsten Einkauf bei dem Händler. Dann hat man ja auch noch einen netten Twist drin, dass die Geschäftsbeziehung weitergeht. Und wie gesagt, keiner muss Scheu haben vor genauen juristischen Termini. Auch in unserem Online-Antragsformular versuchen wir das auch ein bisschen sprachlich zu triggern. Nach dem Motto: Ja, erzähl uns mal, was passiert ist und erzähl uns mal in ganz einfachen Worte, was du willst. 

[00:04:41] Nina: Übrigens dieses Online-Formular, das packen wir euch natürlich in die Show Notes, damit ihr da gleich mal draufgehen und euren Fall eintragen könnt, wenn euch denn genau sowas passiert ist. Für mich klang es jetzt schon so ein bisschen als wärst du so ein Schulhof-Schlichter, der steht zwischen dem Kunden oder dem Verbraucher oder wie auch immer und dem Unternehmen und du versuchst da, ja, so eine Lösung zu finden für die beiden. 

[00:05:05] Felix: Deshalb meine ich auch ja und nein und kommt drauf an nach der Frage, ob da stimmt. Also genau, was uns mit dem Schulhof-Schlichter ein: Wir sind total neutral. Was usn nicht eint: Wir machen das halt wirklich mit harten juristischen Fakten. 

[00:05:16] Nina: Genau, also du versuchst jetzt nicht für den Kunden den großen Vorteil rauszuboxen. Du guckst dir den Fall an und bewertest dann neutral, wem steht da jetzt was zu, wer muss handeln, bekomme ich ein neues Produkt, bekomme ich einen neuen Kühlschrank, bekomme ich die Delle ausgebessert.

[00:05:29] Felix: Ganz genau, das ist auch wieder die Parallele zu dem Schulhof-Schlichter. Der Schulhof-Schlichter wäre ja auch sehr schlecht, wenn er sagen würde: Der Jonas ist aber mein Freund und deshalb, liebe Nina, bittest du den jetzt um Entschuldigung. Sehr schlechte Schlichtung. Sondern ich muss ja beide Parteien hören und sagen: Warum habt ihr denn gestritten? Und dann muss ich irgendwie eine Lösung finden und sagen: OK, jeder geht vielleicht mal einen Schritt zurück, jeder hat da vielleicht Fehler gemacht. Oder wenn nur einer einen Fehler gemacht hat, muss ich das der anderen Partei erklären und sagen: Dumm gelaufen, aber bitte in Zukunft nicht mehr. Siehst du das ein?  

[00:06:00] Nina: Jonas und ich wir arbeiten ja beim Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland. Da sind wir jetzt gleich so ein bisschen bei einem Unterschied, weil wir im EVZ, wir setzen uns für den Verbraucher ein. Wir haben da einen anderen Ansatz als ihr. Beide sind wir natürlich Anlaufstellen für Verbraucher. Das ist ein ergänzendes Ganzes. Wie siehst du das? Wir vermitteln ja auch gegenseitig Verbraucher an unsere Stellen. Wir sitzen auch übrigens beide in Kehl in der Nähe von Straßburg genau gegenüber. Also wir sind Nachbarn. 

[00:06:30] Felix: Absolut, also ich sehe das auch da wieder ähnlich wie beim Gericht. Es ist einfach komplementär und wir sind ja auch von Gesetzes wegen zuständig für Verbraucher aus ganz Europa. Nur wir können ja nicht alle Amtssprachen der EU, ja. Und das ist eine immense Hilfe durch die Europäischen Verbraucherzentren, die uns den Fall ja erstmal sprachlich, aber vielleicht auch partiell rechtlich aufarbeiten können mit Besonderheiten des ausländischen Rechts. Könnten wir so nicht gewährleisten ganz alleine. Und deshalb ist das sehr schön, ja. Aber natürlich könnt auch ihr von Europäischen Verbraucherzentrum, weiß ich ja auch, vermitteln zwischen den Parteien nur macht ihr das natürlich nicht in vollständiger verbriefter Neutralität, sondern habt schon so einen kleinen Consumer Touch. Also wenn ich mich eher mit dem Gericht vergleichen würde, würde ich euch eher mit Verbraucheranwälten vergleichen.

[00:07:11] Jonas. Vielleicht mal ganz konkret: Wann kann sich der Zuhörer, die Zuhörerin an euch wenden? Und wann würdest du sagen macht es vielleicht keinen Sinn, sich an die Schlichtungsstelle zu wenden? Oder macht es grundsätzlich immer Sinn, sich an die Schlichtungsstelle zu wenden? Weil du ja auch gesagt hast, ihr vermittelt natürlich dann an die entsprechenden Stellen?

[00:07:27] Felix: Also man muss ja auch sagen das ist noch ein relativ neues Konzept. Wenn man das mal rechtshistorisch sieht. Also Gericht gibt’s schon seit hunderten, hunderte, hunderten Jahren. Schlichtung gibt’s noch nicht so lange. Das Verbraucherstreitbeilegungsgesetz gibt es zwar schon seit 2016, aber wir sind historisch recht jung. Und deshalb wissen eben viele nicht genau, was das ist. Da würde ich auch alle, die jetzt zuhören, mal davor in Anführungszeichen warnen. Ich finde das natürlich trotzdem toll, Anträge bei uns zu stellen. Aber man muss sich klar sein, das Verfahren ist ja freiwillig für beide Parteien. Und es gibt leider immer noch sehr viele Unternehmen, die von vorne herein sagen, wir machen nicht mit und wir sind zu keiner Lösung bereit. Um das mal ein bisschen mit Zahlen zu unterfüttern. Man hat die Chance, wenn man einen Antrag bei uns stellt, zu 25 Prozent zu einer Lösung zu kommen. Das dann aber auch sehr schnell und informell. Und man hat einen Aufwand, wurde ich sagen, von 5 bis 30 Minuten, um einen Antrag zu stellen. Also deshalb würde ich sagen: Es lohnt sich auf jeden Fall. Unterschied zu euch ist auch wir sind ja in deutsch-deutschen Fällen zuständig, also nicht nur grenzüberschreitend. Auch da wieder ein kleiner Unterschied. Und, ja, natürlich wir haben auf unserer Webseite eine Wegweise-Rubrik, wo man auch gerne mal als Verbraucher selbst gucken kann, welche Schlichtungsstellen gibt es denn noch? Vielleicht haben die ja schon einige gehört da gibt’s die SÖP, die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr, Versicherungsombudsmann. Wenn einem das aber alles zu blöd ist, kann man aber auch einfach einen Antrag bei uns stellen und wir haben nämlich eine offizielle Lotsenfunktion. Nämlich dass wir nicht nur einfach sagen Nö, wir sind nicht zuständig und machen das nicht, sondern wir ermitteln, wer zuständig ist. Und das ist gar nicht so einfach manchmal. Zum Beispiel im Bankenbereich gibt es mehr als zehn Schlichtungsstellen mit sehr speziellen Zuständigkeiten. Also es hängt nicht nur davon ab, bei was für einer Bank bin ich, sondern auch was für ein Finanzprodukt ist das. Und trotzdem haben wir noch immer einen Restauffangbereich. Also da sieht man mal, da ist es wirklich schwierig und selbst wir sind mit solchen Fällen manchmal drei Wochen beschäftigt bis wir mit den anderen Schlichtungsstellen geklärt haben, wer's macht. Aber da auch wieder unser sehr serviceorientiertes Konzept: Also nicht einfach sagen, nö, wir machen es schon mal nicht. Sondern uns wirklich die Mühe machen: Wer macht's? Und zielgenau dahin verweisen, nachdem klar ist, dass die Kollegen es dann auch machen. 

[00:09:26] Nina: Jetzt hab ich gleich zwei Fragen an dich. Und zwar erstens: Wenn ich euch kontaktiere über das Formular, das du erwähnt hast und das wir eben auch verlinken, außer der Beschreibung, was muss ich da noch dranhängen? Was muss ich alles haben, um von euch ebenso eine rechtliche Einschätzung bekommen zu können? Und das zweite: Du hast ja angesprochen Schlichtung ist freiwillig, nicht alle Unternehmen nehmen teil und du hast von diesem deutsch-deutsch gesprochen. Also kann das irgendwie selber rausfinden oder vorher nachschauen, ob der Händler, bei dem ich was gekauft habe zum Beispiel, ob der da überhaupt mitmacht. 

[00:09:57] Felix: Ja, sehr guter Punkt, Nina. Es gibt auch Informationspflichten, die in diesem Verbraucherstreitbeilegungsgesetz vorgesehen sind. Und alle Händler, zumindest ab einer bestimmten Beschäftigtenzahl, die liegt bei 10, müssen in den AGB und im Impressum angeben, inwiefern sie bereit sind, an Schlichtung teilzunehmen. Das heißt die dürfen auch reinschreiben nein. Machen auch manche. Ich würde aber auch da sagen aus der Erfahrung, es kann sich trotzdem lohnen, einen Antrag bei uns zu stellen, weil oft wurde das mal 2017 entscheiden, als die Infopflichten in Kraft traten, und daran erinnern die sich gar nicht und vielleicht genau in dem Fall sind die doch dran interessiert, mal an einer Schlichtung teilzunehmen. Haben wir also wirklich auch erlebt. 

[00:10:34] Nina: Aber muss ich jetzt zum Beispiel, ganz konkret gesagt, muss ich jetzt die Rechnung von meinem Espressokocher dranhängen oder was braucht ihr alles?

[00:10:40] Felix: Also du musst nicht, aber du darfst. Aber im Zweifel fragen wir auch nach. Also man kann mit diesem Formular wirklich sehr locker umgehen. Aber natürlich ist es schön, da was dranzuhängen. Es gibt auch eine Upload-Funktion wie zum Beispiel für ein Foto von der Rechnung. Das geht dann auch ganz schnell mit dem Smartphone ein Foto gemacht von der Rechnung. Muss auch nicht super gescannt sein. Es reicht aber zum Beispiel auch, wenn wir die Kundennummer haben. Also man muss nur versuchen ein bisschen, das fragen wir übrigens auch in dem Formular ab, ich nenne das immer die Laien mitnehmen auf eine juristische Reise. Weil man denkt ja vielleicht nicht dran und sagt hey, meine Espressomaschine ist kaputt, ich will die zurück, das ist das und das Unternehmen. Und für Juristen ist ganz klar, na ja, man müsste mal sagen wann wurde die gekauft, wo wurde die gekauft, welche Bestellnummer gab es etc. etc. und das fragen wir schon systematisch ab. Es sind aber keine Pflichtfelder. aber natürlich sehr schön. Und wir fragen auch nach, wenn das nicht ist, denn man muss ja verstehen, große Unternehmen, die können das oft gar nicht zuordnen, wenn die nur deinen Namen haben. Also wenn man einen originellen Nachnamen hat, dann mag das vielleicht noch irgendwie gehen bei einem kleinen Händler. Wenn man aber einen Namen hat wie ich, Braun, da gibt's halt wirklich sehr sehr viele. Da ist es schon besser, wenn man noch ein paar Kriterien dazu hat. 

[00:11:37] Jonas: Das ist lustig, weil du hattest das jetzt gerade angesprochen. Ihr seid da relativ entspannt sag ich jetzt mal in Anführungsstrichen was eben diese Beweismittel oder die Anhänge, die man eben euch noch mitschicken muss. Weil wir hatten ja, Nina hats vorhin gesagt, wir hatten eine Espressomaschine. Hat, glaube ich, 36 Euro gekostet und die hat angefangen auf unserer Induktionsplatte zu tanzen. Die hat Rodeo gemacht, ist im Kreis rumgedreht, hat rumgewirbelt. Und du hattest es gerade angesprochen, es macht dann durchaus schon Sinn das Unternehmen auch zu kontaktieren und zu sagen hey, wir haben da ein defektes Gerät, kann man sich da irgendwie einig werden, kriegt man da ein Ersatzgerät. Wir haben das dann tatsächlich auch gemacht. Wir haben ein Video eingesendet, haben eine neue Cafetiera bekommen, die jetzt auch nicht mehr im Kreis dreht, sondern ganz normal Espresso kocht. Aber vielleicht nochmal kurz, um auf den Punkt zurückzukommen: Du hattest gesagt Verbraucherinnen und Verbraucher können Schlichtung immer kostenlos machen. Also kommen da nicht irgendwie noch Rechnungen oder irgendwelche Kosten auf. Auch nicht, wenn man euch kontaktiert oder etc.

[00:12:28] Felix: Es ist komplett kostenlos. Bis auf eigene Portokosten, die man hat. Wir haben jetzt immer viel über online geredet, wir wollen aber auch mal nicht die Nonliner vergessen und man kann das zum Beispiel auch einfach auf einer Postkarte machen, das erleben wir auch. Also eine Postkarte reicht. Natürlich werden wir in der Regel, weil eine Postkarte ist ja doch klein, ein paar Rückfragen dann haben. Aber das reicht schonmal als erster Kontakt.

[00:12:47] Jonas: Du hattest auch vorhin gemeint, ihr braucht manchmal bis zu drei Wochen bis ihr eigentlich wisst, wer ist denn jetzt überhaupt zuständig. Wie lange muss man als Verbraucher als Verbraucherin damit rechnen, wie lange so ein kompletter Schlichtungsprozess dauert in der Regel, ungefähr, pi mal Daumen, kannst du das sagen?

[00:13:01] Felix: Auch da zur Beruhigung, in 90 Prozent der Fälle wissen wir schon am Tag selbst, dass wir zuständig sind. Das sind eher wirklich so Exotenfälle, wo wir da drei Wochen brauchen, um die Zuständigkeit zu ermitteln. Tja und dann hängt‘s ein bisschen von den Parteien ab. Das ist eigentlich schön, dass die Frage draufkommt, weil es ist ja ein sogenanntes kontradiktorisches Verfahren. Das heißt, die Parteien tauschen so lange Stellungnahmen aus, bis mal alles auf dem Tisch ist. Und da können wir auch Techniken aus der Mediation verwenden, da sogenannte Loopen. Dass wir auch mal paraphrasieren und sagen, wenn sich jemand zum Beispiel, ja nicht hundert Prozent klar ausdrückt, dass wir sagen, sie meinten jetzt doch das und das. Und so kommen wir langsam zu der Geschichte, die passiert ist und wenn die für uns klar ist, dann kommen wir in die Phase, wo wir den Schlichtungsvorschlag machen können. Das kann sehr sehr schnell gehen. Also zum Beispiel einfacher Online-Fall, wo es um Widerruf geht und wir dann auch direkt per Anhängen in dem Formular Bestellungen mitbekommen, Postversand-Belege und so weiter. Dann können wir eigentlich schon nach ein paar Stunden sagen, ja, Widerrufs-Voraussetzungen sind gegeben. Bitte Stellungnahme, lieber Unternehmer. Und wenn der Unternehmer sagt, ne, stimmt auch alles so, dann kann der Fall sofort gemacht werden und ist nach 24 Stunden fertig. Kommt auch selten vor. Aber ich würde mal sagen so im Schnitt kann man vielleicht so mit anderthalb Monaten rechnen, also auch bei komplizierteren Fällen. Und wir haben auch sehr komplizierte. Zum Beispiel auch den Bereich Wohnen und Pflegevertragsgesetz also mal durchaus eine ernstere Geschichte. Dafür sind wir auch zuständig. 

[00:14:20] Nina: Kannst du da ein Beispiel geben, worum geht's dann da?

[00:14:22] Felix: Das kann zum Beispiel um verkappte mietrechtliche Probleme gehen. Man sitzt im Altersheim und eine Wand schimmelt. Dann stellen sich einfach zivilrechtliche Fragen: Kann ich hier mindern? Es kann aber auch bei den spezielleren Betreuungsleistungen Mängel geben. 

[00:14:36] Nina: Oder wenn wir schon dabei sind, genau, einfach um so die Bandbreite nochmal aufzuzeigen, wann man sich an euch wenden kann. Weil wir haben jetzt von einem Espressokocher gesprochen, jetzt hattest du das Mietbeispiel. Kannst du noch so zwei, drei Sachen in den Raum werfen, damit jeder versteht, wann man sich an euch wenden kann.

[00:14:52] Felix: Ja, das stimmt also wirklich so typische Einkäufe des täglichen Lebens finde ich sehr interessant, weil die sind ja oft auch nicht so teuer. Das heißt, man würde gar nicht zu Gericht gehen. 

[00:15:00] Nina: Und ganz oft, also muss ich auch zugeben, hab ich mir das Ding auch einfach neu gekauft oder hab nie irgendwas gemacht und ich glaube, es geht total vielen so.

[00:15:09] Felix: Das ist ja manchmal auch gar nicht nett für die Händler, weil dann kriegen die halt eine schlechte Bewertung und werden die nie mehr los. Deshalb kann auch ein Interesse für die sein: Besser mal schön geschlichtet und dann sind alle wieder zufrieden. Ja, Handwerksdienstleistungen können sein. Wir haben auch schonmal einen lustigen Fall gehabt. Da hatte sich jemand ein durchaus teures Gebrauchtfahrzeug im Internet bestellt. Der Kunde war aber Profi-Musiker und für den war ganz ganz wichtig eine, ich sag jetzt nicht die Marke, aber wirklich eine Highend-Anlage drin zu haben und das war kaufentscheidend und war auch in der Anzeige so drin und dann wurde der Wagen geliefert und es war immer noch eine gute Stereo-Anlage drin, würde uns wahrscheinlich reichen, aber halt für Profimusiker. Der hat gesagt, ne, ich hör da nicht die Finessen raus, das brauche ich aber auf der Fahrt. Also war wirklich kaufentscheidend, gibt auch Rechtsprechung dazu. Es ab mal einen Fall, dr wurde auch vor Gericht entschieden, da hat, glaube ich, eine Ärztin einen SUV bestellt einen sehr teuren. Die war aber Raucherin und die hatte extra einen Aschenbecher bestellt. Muss man ja heute dazu bestellen. Und der war nicht drin und dann hatten wir ein Auto in der Gerichtsentscheidung und knapp 100.000 Euro und das sollte aber zurückgegeben werden wegen diesem Aschenbecher und im Endeffekt lief das auch ungefähr so. Das heißt, auch da wieder Komplementarität zu Gericht. Wir brauchen auch durchaus wegweisende Gerichtsentscheidung. Also, die wir auch durchanalysieren. Und hier zum Beispiel auch den Fall übertragen konnten und sagen na ja, also so wie das geschildert war und diese Stereoanlage die hatte auch wirklich im Verhältnis, also die normale Anlage hat einen Wert von 2.000 Euro Aufpreis und diese sehr spezielle von 10.000. Da kann man schon sagen, das ist entscheidend. Tja und dann war die Frage, kann man das jetzt irgendwie rückrüsten oder macht man eine Minderung und wie ist die dann zu berechnen. 

[00:16:43] Nina: Ich versteh das jetzt ein bisschen so und du wirst mir sagen, ob das so richtig ist. Ich habe jetzt diesen Espressokocher der breakdanct zu Haus oder das Auto mit der falschen Musikanlage, wie auch immer. Als erstes gehe ich natürlich zum Verkäufer, den direkten Weg zu demjenigen, der mir das Teil verkauft hat. Und wenn ich da nicht weiterkomme, dann kann ich zu euch gehen?

[00:17:01] Felix: Das kann man gar nicht genug betonen, weil sonst würden wir es ablehnen. Sonst ist das eine Sackgasse. Übrigens steht aber auch in unserem Formular. Es gibt ein Pflichtfeld, wo es heißt, ja, wann war der letzte Kontakt und was wurde da gemacht.  

[00:17:10] Nina: Also wie bei uns beim EVZ. Wie gesagt, wir sind dann, können helfen, wenn der Händler in einem anderen EU-Land sitzt. Und wenn man da alleine nicht weiterkommt und es aber versucht hat, dann kann man sich jederzeit an uns wenden. 

[00:17:20] Felix: Man muss das auch mal aus Sicht der Steuerzahler sehen. Wir sind ja auch mit Steuergeldern bezahlt. Und den kleinen Aufwand, es mal selbst zu versuchen mit einer Beschwerde das ist ja auch nicht...

[00:17:28] Nina: Genau, mal ins Impressum gehen, sich die Mailadresse raussuchen, da hinschreiben.

[00:17:33] Felix: Und dafür ist es dann auch kostenlos, ja.

[00:17:36] Nina: Ich hab noch eine letzte Frage. Außer Jonas hat noch eine? Und zwar: Manchmal hat man als Kunde vielleicht ein anderes Gerechtigkeitsempfinden. Also wenn unser Espressokocher nicht funktioniert, dann hätten wir gerne einen neuen. Damit hatten wir auch ganz gute Chancen und haben auch einen neuen bekommen. Was ist, wen eure Analyse nicht das hergibt, was der Verbraucher gerne hätte. Sind die Leute da frustriert? Wie gehst du damit um?

[00:18:05] Felix: Also in aller Transparenz wir erfassen das nicht, diese subjektive Zufriedenheit. Aber man kriegt das ja manchmal trotzdem mit durch Stellungnahmen und das haben wir auch schon mitgekriegt, dass viele einfach glücklich sind, erstmal zu wissen, sie sind nicht über den Tisch gezogen worden. Also ich glaube das ist auch sowas tief menschliches. Man hat nicht Lust, irgendwie für dumm gehalten zu werden. Und wenn wir erklären, es ist schade jetzt, dass es kaputt ist, aber es ist nun mal nach jeder Gewährleistungs- und Garantiezeit, dann ist das halt vielleicht auch so. Und wenn dann der Händler vielleicht noch ein kleines Kulanzangebot macht, dann wird das zum Beispiel auch, werden das die Verbraucher sehr sehr sehr viel mehr schätzen können und sagen: Acht wie toll! Eigentlich hatte ich gar keinen Anspruch, aber der hat mir ja sogar was angeboten.

[00:18:43] Nina: Übrigens Thema Gewährleistung, was du gerade erwähnt hast, dazu gibt's auch eine Folge von uns, die wir dir natürlich auch verlinken. 

[00:18:48] Jonas: Ich find’s auch also super spannend. Seitdem wir hier arbeiten Nina und ich, betonen wir das immer wieder. Bevor wir hier beim EVZ Deutschland angefangen haben zu arbeiten: Wir kannten diese ganzen Angebote, die Verbraucher in Deutschland eigentlich haben, überhaupt nicht. Also ich kannte weder das EVZ Deutschland noch wusste ich, was Schlichtung ist. Deswegen wenn ihr Probleme habt oder wenn du Probleme hast oder jemand in deinem Bekanntenkreis, dann gerne die Folge auch weiter teilen oder einfach mal ansprechen, hey, da gibt's aber was, das ist Schlichtung, das kostet dich nichts. Und dann kannst du dich entweder, wie gesagt, an die Universalschlichtungsstelle oder, wenn's grenzüberschreitend ist, ans EVZ Deutschland wenden. 

[00:19:21] Nina: Vielen Dank, Felix, dass du uns erklärt hast, was du und dein Team, was ihr macht und was Schlichtung ist. Ich hoffe, du hörst auch beim nächsten Mal wieder rein bei uns. Wir freuen uns sehr auf dich und bis bald.
 

[00:00:00] Jonas: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge: Hilfe, mein Toaster brennt! Wir haben ja in der letzten Folge eigentlich angekündigt, dass es um das Thema Schlichtung geht. Tut es leider nicht. Wir haben uns überlegt, wir schieben ein kurzes Sonderspecial ein. Und zwar geht es um unser Einhorn, was wir damals bestellt haben. Da hat sich ein bisschen was getan bzw. es hat sich nichts getan und es kam immer noch nicht an. Aber Nina hat sich so ein bisschen erkundigt und hat ihrer Bank geschrieben und jetzt sind wir so in den letzten Zügen und versuchen noch einmal das letzte rauszuholen, dass es vielleicht doch noch kommt. Aber da wird sie uns gleich Rede und Antwort stehen. Deswegen dran bleiben und bis gleich.

[00:00:37] Intro

[00:00:47] Jonas: Ja, wir haben es gerade eben schon angesprochen. Es geht um unsere Bestellung. Wir haben ein Kuscheltier bestellt, was immer noch nicht angekommen ist. Wir haben damals schon ein bisschen Zweifel gehabt und haben uns gedacht, vielleicht handelt es sich um eine Dropshipping-Seite. Was das genau ist, dass kannst Du Dir in unseren vorherigen Folgen anhören. Und zwar in Folge 8: Hilfe, meine Kuscheldecke stinkt! Da erzählen wir ein bisschen, was Dropshipping überhaupt ist, wie man das erkennen kann. Und auch in unserer Folge: Hilfe, mein Einhorn ist noch nicht da! Da kriegst Du ein kurzes Update, was bisher geschehen ist. Jetzt geht es aber um den aktuellen Stand, Nina. Wie sieht's aus? Wo ist das Geld bzw. was ist mit Deinem Einhorn?

[00:01:26] Nina: Es ist immer noch nicht da. Du hast es schon gesagt. Am 10. Juni haben wir das Einhorn bestellt. 

[00:01:34] Jonas: Was jetzt schon eine gute Weile her ist, ne? Es sind glaube ich schon acht Wochen oder so was.

[00:01:38] Nina: Richtig. Und wir haben es eben auf einer Seite bestellt, da gehen wir mal davon aus, dass da Dropshipping dahintersteckt. Was an sich nicht schlecht ist, aber es kann auch mit Nachteilen für den Käufer verbunden sein. Wir haben uns jetzt auch dazu entschieden, dass wir ein Name-Dropping machen.

[00:01:56] Jonas: Boom!

[00:01:57] Nina: Wo haben wir es bestellt?

[00:01:58] Jonas: Bei Schnappi-Deals.

[00:02:00] Nina: Schnappi-Deal.

[00:02:01] Jonas: Ah! Schnappi-Deal. Ich dachte Schnappi-Deals.

[00:02:03] Nina: Und Achtung! Man bekommt sehr leicht einen Ohr-Wurm von...

[00:02:06] Jonas: Schni-Schna-Schnappi. #Copyright

[00:02:09] Nina: *lacht* Auf ein Mal haben alle im Büro Schni-Schna-Schnappi gesungen.

[00:02:14] Jonas: Nee, aber jetzt sag mal, was ist denn da passiert? Wir haben das bestellt. Ganz normal, ne? Wir können ja mal auf die Seite gehen und so einen Real-Life-Check machen.

[00:02:24] Nina: Ich rufe die Seite noch mal auf. Das ist eine gute Idee.

[00:02:26] Jonas: Was ist denn da jetzt grade am Start? Damals war es ja im Angebot. Es wurde uns gesagt, wir haben 50 Prozent gespart, aber nur noch heute.

[00:02:35] Nina: Und am nächsten Tag hieß es auch noch mal "Nur heute ist es günstiger". Und am nächsten Tag hieß es das auch noch mal. Okay, jetzt habe ich die Seite offen. Schnappi-Deal. Also es ist noch da.

[00:02:48] Jonas: Das Einhorn ist noch da. Zumindest auf der Webseite.

[00:02:50] Nina: Unser Plüsch-Einhorn. Ich klick da mal drauf. Hey, also wieder: "Angebot endet heute. 39,99 Euro statt 79,99 Euro".

[00:03:03] Jonas: Das stand damals glaube ich auch schon da, ne? Haben wir uns gefreut, dass wir ein Schnäppchen machen, aber von dem haben wir bis jetzt noch nichts gespürt. Und wie ist das jetzt? Du hast denen geschrieben.

[00:03:13] Nina: Wir haben denen einmal geschrieben, richtig. Und gefragt. Da waren ja zwei Dinge. Erstens haben wir gefragt: "Wann kommt das denn", weil nie ein Lieferdatum angegeben wurde. Und das Zweite war, mir wurde die Summe schon abgezogen - natürlich.

[00:03:27] Jonas: Na klar. Das war natürlich sofort weg.

[00:03:29] Nina: Und statt den 39,99 Euro wurden mir aber 70 Cent mehr abgezogen.

[00:03:35] Jonas: Ja, irgendwas mit 40 oder 41 Euro.

[00:03:38] Nina: Also kein enormer Unterschied, aber es ist ja trotzdem ein bisschen intransparent, dass da einfach eine andere Summe abgezogen wird. Also das darf eigentlich nicht sein und wir wissen jetzt nicht, also da stand dabei Steuern 0 Euro und Versand 0 Euro. Also das kann es halt eigentlich nicht sein. Oder hat es irgendwie mit dem Umrechnungskurs zu tun? Denn wenn man mal ins Impressum von Schnappi geht, dann sitzen die nämlich nicht in Deutschland zumindest. Die sitzen in UK (Vereinigtes Königreich).

[00:04:06] Jonas: Haben aber auch eine Postanschrift in den USA soweit ich weiß, ne?

[00:04:10] Nina: Wenn man mal in die Widerrufsbelehrung geht, kann ich jetzt auch mal draufgehen. Also unten im Footer gibt es ein Widerrufsrecht. Da wird dann angegeben, wenn man also widerruft. Zum Widerruf haben wir auch schon eine Folge gemacht. Die kannst Du Dir natürlich auch sehr gerne anhören. Da geht es um das Recht eine online gekaufte Ware zurückschicken zu können. Und dann steht dann auf der Seite jetzt, dass man die Ware an eine Adresse in den USA zurückschicken soll. Auf eigene Kosten steht jetzt hier. Das sollte man vorher immer nachgucken, wie das bei Online-Shops geregelt ist. Das dürfen die nämlich sagen mit der Rücksendung auf eigene Kosten. Und wenn des jetzt in die USA gehen soll, ist das halt schon relativ teuer wahrscheinlich.

[00:04:53] Jonas: Also ich zahl glaube ich für Pakete für meine Schwester, die in den USA lebt, zahlen wir glaube ich um die 50 Euro. 

[00:04:59] Nina: Ah! Also mehr als unser Einhorn. 

[00:05:01] Jonas: Mehr als das Einhorn wert ist. Aber wir haben auch immer so große Pakete. Da sind immer alle möglichen Sachen drin. Aber ja, die sind relativ teuer die Versandkosten in die USA.

[00:05:10] Nina: Eine Möglichkeit wäre jetzt gewesen, dass wir ein Chargeback machen. Das ist eine Rückbuchung. Das geht deswegen, weil wir das mit Kreditkarte bezahlt haben. Bei anderen Bezahlmethoden würde das jetzt nicht gehen. Ich habe einfach mal jetzt, weil das meine Kreditkarte war, habe ich jetzt einfach mal meine Bank angeschrieben und gesagt, ich habe was gekauft. Und es könnte ein unseriöser Shop sein. Ist es da möglich ein Chargeback zu machen. Ich habe die Antwort vor mir. Fand ich nämlich ganz interessant. Da hieß es, "um welche Buchung handelt es sich? Grundsätzlich ist eine Bearbeitungsfrist von acht Wochen möglich". Also ich habe acht Wochen Zeit, um so ein Chargeback, so eine Rückbuchung zu veranlassen. Hier steht noch dabei: "Meistens muss noch ein Versuch zur Klärung über eine E-Mail oder Ähnliches nachgewiesen werden". Da wir ja schon hingeschrieben haben und da nie eine Antwort kam, denke ich würde das durchgehen. Und dann steht noch dabei: "Sollte die Zahlung betrügerisch sein, dann sind die Chancen auf Ersattung gut". *lacht* Jetzt haben wir die Frist leider überschritten *lacht*. Aber ich fand es gut, dass die Bank sofort reagiert hat und wir haben hier ja ein Experiment. Deswegen wollen wir ja noch ein bisschen gucken, was so passiert. Im Echtfall hätte ich dann wahrscheinlich angerufen und gesagt, was muss ich tun? Was muss ich einreichen? Hier, bitte. Zurückbuchen.

[00:04:06] Jonas: Genau. Und was wir jetzt gemacht haben. Den wie vielten haben wir den heute?

[00:06:39] Nina: Den 19.08.

[00:06:40] Jonas: Den 19., sorry. Wir haben den 19.08. heute. Nina hat jetzt vor drei Tagen noch mal eine E-Mail geschickt an Schnappi-Deal. 

[00:06:46] Nina: Mit Juliane zusammen, die ihr auch in der Kuscheldecke-Folge hört.

[00:06:50] Jonas: Genau. Und da hast Du jetzt geschrieben: "Liebes Team von Schnappi-Deal, leider habe ich auf meine E-Mail vom 22. Juni keine Antwort von Ihnen erhalten. Die von mir bestellte Ware, ein Sternschein-Kumpel, wurde immer noch nicht geliefert. Hiermit fordere ich Sie auf, mir die Ware endlich zu liefern und mir bis zum 31.08.2021 mitzuteilen, ob diese bereits abgeschickt wurde und wann diese ankommt. Sollte ich von Ihnen bis dahin wieder keine Antwort erhalten, fordere ich mein Geld zurück". Also, was Du jetzt gemacht hast ist mehr oder weniger, Du hast denen eine Frist gesetzt, dass sie bis zum 31.08. liefern sollen. Und wenn das nicht der Fall ist haben wir so was wie, wie hat es vorhin Juliane gesagt, das ist vom Vertrag zurücktreten.

[00:07:29] Nina: Genau. Wir hätten jetzt noch diese zwei Möglichkeiten, dass wir einen Rücktritt machen. Also, dass wir den Kaufvertrag komplett ungeschehen machen. Das wäre eine Sache.

[00:07:42] Jonas: Der Vorteil davon ist, wenn wir jetzt vom Vertrag zurücktreten oder so eine Rücktrittserklärung machen, dann sparen wir uns die Rücksendekosten. Falls die jetzt vielleicht doch auf die Idee kommen das zu schicken. Weil wenn Du nur das Widerrufsrecht in Anspruch nimmst

[00:07:55] Nina: Genau. Also dieses Recht, dass ich was online gekauftes zurückschicken darf, dann kommt das mit den eigenen Portokosten. Und bei dem Vertragsrücktritt könnte man so argumentieren, dass wir unseren Teil des Vertrags erfüllt haben. Nämlich die Summe zu bezahlen, aber Schnappi-Deal hat den Teil nicht erfüllt. Und da sie es jetzt schon relativ lange nicht erfüllt haben, könnte man quasi so argumentieren, da wurden nicht beide Seiten erfüllt.

[00:08:21] Jonas: Ja! Wir sind gespannt, was mit unserem Geld bzw. was mit unserem Einhorn passiert. Wir wollten es ja eigentlich sehen.

[00:08:27] Nina: Ja, genau! Wir würden es gerne bekommen damit wir euch auch berichten können, wie die Qualität ist von dem Artikel. Das hat uns ja auch interessiert.

[00:08:37] Jonas: Wir hoffen, dass die sich jetzt vielleicht irgendwann mal melden. Vielleicht hat es ja noch ein positives Ende.

[00:08:42] Nina: Und eine Befürchtung habe ich noch. Wenn wir jetzt das mit dem Rücktritt machen oder ein Widerruf machen, dann könnte es natürlich auch wieder sein, dass die gar nicht reagieren. Weil sie ja jetzt schon auf zwei E-Mails nicht reagiert haben. Ah die zweite E-Mail haben wir übrigens auch auf Englisch formuliert. Wir haben genau den gleichen Text einfach nur noch mal auf Englisch geschrieben, damit man auch nie so argumentieren könnte, dass das nicht verstanden wurde da vor Ort von dem Kundendienst oder wer auch immer das bekommt.

[00:09:11] Jonas: Ja, stimmt. Habe ich jetzt aber nicht auf Englisch vorgelesen, aber untendrunter ist noch mal die übersetzte Version.

[00:09:16] Nina: Könnte natürlich sein, dass wenn sich das Unternehmen tot stellt, was soll man denn da machen? Das wäre halt der Vorteil vom Chargeback gewesen. Da hätte ich das Geld einfach wieder drauf. Aber Juliane hat uns auch noch mal den Rat gegeben, nervig sein kann sich auszahlen. 

[00:09:32] Jonas: Ja.

[00:09:33] Nina: Also doch noch mal hinschreiben, und noch mal hinschreiben.

[00:09:36] Jonas: Und sagen, wir wollen unser Einhorn haben. Unser Büro-Maskottchen.

[00:09:40] Nina: Ja!

[00:09:41] Jonas: Ja. Cool! So viel dazu. Das war jetzt nur eine kurze Update-Folge. Nur damit Du Bescheid weißt, wir sind da immer noch dran und hoffen wie gesagt immer noch, dass unser Einhorn kommt.

[00:09:52] Nina: Erst mal warten wir jetzt Ende August, wie wir es angekündigt haben, mal noch ab. Wenn Du diese Folge hörst, ist die Frist wahrscheinlich schon verstrichen, bis die ausgestrahlt ist. Aber wir werden euch auch sobald etwas passiert wieder ein Update geben natürlich. In der nächsten Folge geht's dann wirklich, wie es eigentlich versprochen war, um Schlichtung und das ist auch ein super spannendes Thema. Hört unbedingt rein.

[00:10:14] Jonas: Genau. Da haben wir auch einen externen Gast, den Felix Braun. Das können wir vielleicht schon mal ankündigen, von der Universalschlichtungsstelle des Bundes. Die sitzen genau gegenüber von uns. Deswegen auf jeden Fall einschalten. Ist eine coole Alternative, wenn man ein Problem hat im Online-Bereich. Aber da möchten wir jetzt nicht zu viel verraten. Deswegen unbedingt nächste Woche reinschalten und bis dann. Ciao!

[00:00:00] Nina: Hallo zu einer neuen Folge: Hilfe, mein Toaster brennt! Heute geht es bei uns um das Thema Gaming. Genauer gesagt, um Perma-Bans. Also um Accountsperrungen beim Gaming. Ich hab mir ehrlicherweise die Frage noch nie gestellt, aber eigentlich finde ich das total logisch. Denn ein Spiel ist ja wie ein ganz normales anderes Produkt, das ich kaufe. Und wenn ich dann keinen Zugang mehr zu meinem Spiel habe, dann ist eben die Frage: Habe ich irgendwelche Rechte? Kann ich das Rückgängig machen? Was kann ich da tun? Und das wollen wir heute klären.

[00:00:36] Intro

[00:00:49] Nina: Wie immer ist natürlich der Jonas mit dabei und wir haben heute auch noch einen Gast eingeladen. Der Alex. Hallo Alex.

[00:00:56] Alex: Hi, Nina.

[00:00:57] Nina: Auch Alex ist Jurist bei uns beim EVZ und auch Gamer. Richtig?

[00:01:04] Alex: Ja, seit vielen Jahren.

[00:01:06] Nina: Und jetzt wäre meine erste Frage an euch beide gleich mal: Wurdet ihr eigentlich schon mal bei einem Spiel gesperrt?

[00:01:15] Alex: Bisher nicht. Nee, tatsächlich.

[00:01:17] Jonas: Ich bisher auch noch nicht. Wir sind aufrichtige Zocker.

[00:01:21] Alex: Das sowieso.

[00:01:22] Nina: Aufrichtig. Also, da deutet ihr ja jetzt schon ein bisschen was an. Wie kann denn das überhaupt so weit kommen, dass ich bei einem Spiel, das ich ja eigentlich mal gekauft habe oder wo ich mir einen Account angelegt habe, dass ich dann da nicht mehr reinkomme? Also, dass ich da gesperrt werde. Wann kann das überhauppt passieren?

[00:01:37] Alex: In den meisten Fällen ist es eben so, dass dem irgendein Verstoß zugrunde liegt. Also in der Regel ein Verstoß gegen die Bedingungen, dei das Spiel hat. Jedes Spiel, was ich spiele, hat ja Nutzungsbedingungen. Die kennt man. Das sind diese sehr langen Texte, die keiner liest. Die man wegklickt, wenn man sich das erste mal anmeldet.

[00:01:54] Nina: Finde ich super, dass ein Jurist das so sagt (lacht). Ganz ehrlich! So ist es wirklich.

[00:01:59] Alex: Es ist in der Praxis natürlich so. Relevant wird es immer dann, wenn es Probleme gibt. In dem Fall, wenn ich jetzt gesperrt werde. Weil meistens hat das den Hintergrund, dass man irgendwas gemacht hat, was man laut diesen Bedingungen nicht machen darf.

[00:02:10] Nina: Zum Beispiel?

[00:02:12] Alex: Zum Beispiel Leute, die sich wiederholt, sei es bei Text-Chats oder Voice-Chats unangemessen verhalten. Die andere Spieler beleidigen, die unangemessene Sprache benutzen. Solche Dinge zum Beispiel, die eben zu Verwarnungen oder Sperrungen von Accounts führen können.

[00:02:29] Nina: Was spielt ihr denn beide so? Einfach um mal da voll einzutauchen. Könnt ihr mal so ein paar Beispiele geben?

[00:02:36] Alex: Ich spiele seit vielen Jahren, viele kennen das wahrscheinlich, StarCraft. Und von aktuelleren Spielen ein bisschen auch noch im Battle-Royale-Fieber. Ich spiele aber tatsächlich lieber Apex Legends.

[00:02:50] Jonas: Ich spiele momentan auf der Playstation. Ich bin momentan aber eher mit den Sportspielen, wie Pro Evolution Soccer. Ein bisschen GTA und habe eine lange Zeit Red Dead Redemption gespielt. Und die Freundin zockt natürlich Sims (lacht). Und da ist jetzt eben auch die Frage: Was ist, wenn ich jetzt zum Beispiel Sims spiele? Viele, die ich kenne sind in dem Spiel, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und zu bauen. Ist es da erlaubt Cheats einzugeben, um sich ein bisschen Money zu holen oder kann das auch schon zu einer Account-Sperre führen?

[00:03:23] Alex: Da muss man ein bisschen differenzieren. Also das klassische cheaten, das man kennt, sind Dinge, die im Programm schon angelegt sind. Sims ist ein Beispiel dafür, wo das Spiel selbst einfach schon gewisse Befehle hat mit denen man sich Vorteile verschafften kann. Das ist in der Regel unproblematisch. Einfach deswegen, weil das quasi auch von den Programmieren selbst im Programm schon enthalten ist. Und in der Regel auch nur Spiele, die man eben alleine spielt wirklich beinhalten. Was anderes ist es, um mal auf das Beispiel Red Dead Redemption zu kommen, wenn ich mir wirklich in Multiplayer-Spielen Vorteile verschaffe. In der Regel indem ich externe Programme benutze. Das ist dann etwas, was eben nicht mehr erlaubt ist.

[00:03:56] Nina: Ok. Ich habe ja so ein bisschen die Dummie-Rolle in der heutigen Folge muss ich ganz ehrlich zugeben. Also ein Cheat weiß ich, was das ist. Aber können wir trotzdem noch mal für alle erklären: Was ist ein Cheat? So eine Mini-Definition?

[00:04:11] Alex: Das klassische, was man kennt ist, man gibt irgendein Wort ein, irgendeine Tastenkombination. Die älteren Spieler kennen es vielleicht zum Beispiel noch, den Konami Code. Das sind Dinge, die im Programm selbst angelegt sind. Das heißt, die Programmierer selbst haben das eingebaut. Teilweise auch zu Testzwecken oder teilweise auch um Spielern, die beispielsweise bei Sims eher kreativ sind oder kreativ sein wollen, einfach das zu ermöglichen. Wie gesagt, das ist in der Regel unproblematisch, weil es eben im Spiel angelegt ist und nur Spiele betrifft, die ich alleine spiele. Das moderene, was man hat, ist gerade bei Multiplayer-Titeln, wie zum Beispiel GTA Online oder Red Dead Redemption Online, Call of Duty. Da ist es so, dass es mittlerweile externe Programme gibt, die angeboten werden. Teilweise auch verkauft werden von Anbietern, mit denen ich mir dann im Verhältnis zu anderen Spielern, wenn ich online spiele, illegalle Vorteile oder unerlaubte Vorteile verschaffen kann. Und das ist dann eben das problematische.

[00:05:02] Nina: Weil dann nicht mehr meine Fähigkeiten als Spieler zählen, sondern weil ich mir dann einen Vorteil verschafft habe. Wenn ich jetzt cheate, ist dann mein Account sofort gesperrt oder wie läuft das dann?

[00:05:16] Alex: Hängt tatsächlich von den langen Texten, die keiner liest ab und letztlich auch vom einzelnen Anbieter. Meistens, wenn ich solche Programme wirklich nutze und in Multiplayern cheate führt es in der Regel dazu, wenn ich entdeckt werde, dass der Account sofort gesperrt wird und in der Regel auch dauerhaft. Manche Anbieter arbeiten mit so einer Art Stufensystem, die beim ersten Verstoß erst mal eine Verwarnung, zum Beispiel eine temporäre Sperre für einen Monat vergeben. Verbunden mit dem Hinweis, dass wenn das beim nächsten Mal noch mal vorkommt nicht mehr nur einen Monat gesperrt wird, sondern wirklich dauerhaft.

[00:05:47] Nina: Und wenn mir das jetzt passiert, kann ich da dagegen was tun? Und was kann ich dagegen tun?

[00:05:53] Alex: Man sollte natürlich einfach nicht auf solche Programme zurückgreifen. Das ist jetzt mal das Eine. Was es natürlich auch immer mal wieder geben kann ist, dass es zu Fehlern kommt, zum Beispiel weil die Anbieter ihrerseits automatische Software einsetzen, die solche Dinge erkennen soll. Und die eben auch fehlerhaft sein kann. Und teilweise auch mal Accounts gesperrt werden, die vielleicht zu Unrecht gesperrt werden.

[00:06:13] Jonas: Wir haben ja auch viele Anbieter oder Spielentwickler und Publisher, die aus Europa kommen. Wie ist das denn jetzt, wenn mein Account gesperrt wurde? Es gibt ja Spieler, die Summen ausgeben. World of Warcraft ist zum Beispiel so ein Spiel. Wie ist dasm wenn ich da so Unsummen von Geld reingesteckt habe und mein Account wurde gesperrt? Kann ich dann da irgendwas machen oder sieht es dann schlecht aus?

[00:06:37] Alex: Man kann natürlich was machen. Der erste Schritt ist sowieso immer, sich ans Unternehmen zu wenden. Also an den Support, den das Unternehmen anbietet. Und man zumindest mal eine Erklärung verlangt, warum man überhaupt gesperrt worden ist. Denn oftmals ist es so, man bekommt diese Sperre. Wird informiert, der Account ist gesperrt worden und weiß in den meisten Fällen erst einmal nicht, warum denn genau.

[00:06:57] Nina: Wir betonen das ja immer ganz gerne mit den anderen EU-Ländern, weil wir im EVZ sind eben darauf spezialisiert. Wir helfen Dir, wenn Du ein Problem hast mit einem Unternehnem, dass in einem anderen EU-Land sitzt. So, den Fall bei einer Accountsperre könnte das genau so sein. Kann man sich dann auch an uns wenden, Alex? Und können wir da helfen?

[00:07:17] Alex: Mann kann sich natürlich an uns wenden und wir werden dann auch tätig und versuchen dann auch Lösungen zu finden mit dem Unternehmen. Wir können die Unternehmen anschreiben oder auch die Ansprechpartner in den Unternehmen, um im ersten Schritt einmal zu versuchen eine Erklärung zu bekommen: Was ist der genaue Hintergrund? Was wird dem Spieler detailliert vorgeworfen? Und dann kann man eben auch, wenn man weiß, was der konkrete Vorwurf ist, dann kann man sich das anschauen und sagen: Wie kann man dagegen vorgehen? Kann man dagegen vorgehen? Dann kann man diese Vorwürfe auch entkräften.

[00:07:50] Nina: Aber wenn die Accountsperre jetzt total berechtigt ist, dann können wir auch nicht mehr viel machen, oder?

[00:07:56] Alex: Ja, das bringt uns wieder zu unserem Anfang zurück. Man sollte eben ein aufrichtiger Spieler sein und eben nicht auf solche Programme zurückgreifen. Insbesondere auch, das muss man auf der anderen Seite natürlich auch sehen, auch aus meiner Erfahrung mit den Unternehmen, die natürlich auch Möglichkeiten haben das zu kontrollieren, es auch nachzuverfolgen. Und wenn jetzt ein Account auffällig ist oder gemeldet wird, dann eben auch zu prüfen, was ist da tatsächlich abgelaufen. Das heißt, man kann vieles dann einfach nachvollziehen.

[00:08:21] Jonas: Kannst Du uns anhand eines Beispiels mal genau erklären, wie das ungefähr aussieht. Wir hatten vorhin vor der Folge mal kurz davon gesprochen. Du hattest einen Fall letztens. Da wurde einem Spieler vorgeworfen, dass er gecheatet hat. Wie kann man sich das vorstellen? Was genau können sich die Unternehmen da herausziehen?

[00:08:37] Alex: In dem Fall war es so, dass ich Kontakt hatte mit dem Ansprechpartner aus dem Unternehmen. Und das Unternehmen konnte zum Beispiel darlegen, dass das Nutzungsverhalten so ein Muster aufzeigt, das nicht zu einer natürlichen Person passt. Beispiel wäre hier, Du hast mal World of Warcraft erwähnt, das wären solche Programme, die bestimmte Handlungen immer wieder ausführen. Das die Rohstoffe farmen, Gold farmen etc. Und da gibt es eben Verhaltensmuster, die einfach darauf hindeuten, dass das kein Mensch mehr ist. Jemand der fünf Tage die Woche 24 Stunden lang an einer Stelle steht und irgendwie Ressourcen abbaut, da wird halt klar, dass das ein Programm sein muss und kein normaler Mensch mehr. Weil ein Mensch muss mal schlafen, er muss essen, er muss mal aufs Klo. Und das sind einfach Dinge, wo man als Unternehmen nachvollziehen kann: Ok, da muss eine Software dahinterstecken.

[00:09:25] Nina: Kann man den eigentlich auch andere Spieler verpfeifen, wenn ich das Gefühl habe ein anderer Spieler cheatet?

[00:09:31] Alex: In den meisten Spielen schon. Also viele Spiele haben ein Meldesystem in irgendeiner Form, wo man dann auch andere Spieler melden kann, wenn man das Gefühl hat derjenige nutzt jetzt unerlaubte Software. Der erschießt mich in einem Shooter zum Beispiel durch Wände oder er hat in einem Rollenspiel auffällig viele Ressourcen. Oder aber auch wenn ich Spieler habe, wir hatten vorhin das Beispiel, die andere Spieler im Chat beleidigen. Auch das kann man melden. Und, was dann auch bei wiederholten Meldungen zu einer Untersuchung durch das Unternehmen führt.

[00:09:59] Jonas: Ja, Du hattest es schon gesagt, wir hatten es jetzt schon mit Accountsperren. Und wenn man eben viel Geld ausgegeben hat, dass das Geld halt futsch ist. Man sollte sich deswegen auch immer im Klaren sein, wenn man Geld ausgibt und ein Unternehmen seinen Spielservice einstellt, die Server einstellt und man nicht mehr spielen kann, dann ist das Geld natürlich futsch. Das ist weg. Darüber muss man sich einfach im Klaren sein, dass wenn man Online-Spiele zockt, die jenachdem wie gefragt sie noch sind oder ob es dann ein neues Spiel gibt, wie lange solche Server eben aufrechterhalten werden. Deswegen immer überlegen, ist es mir das wirklich wert, so viel Geld auszugeben bevor man dann hunderte oder tausende von Euro, so Fälle haben wir ja leider auch, ausgibt und dann am Ende nichts mehr davon hat. In diesem Sinne vielen Dank euch zwei. An Dich Nina und an Alex. Schön, dass Du dabei gewesen bist.

[00:10:44] Alex: Ja, danke, danke.

[00:10:45] Jonas: Wenn Dir die Folge gefallen hat, dann freuen wir uns natürlich immer über eine positive Bewertung bei Apple Podcast oder auf Youtube. Und wir packen natürlich alles, was wir heute wieder gesagt haben unten in die Shownotes. Ansonsten, wenn Du jemanden hast, der vielleicht schon mal von einer Accountsperre betroffen war oder wenn Du selbst von einer Accountsperre betroffen warst, dann schreib uns gerne an: podcast@evz.de. Und in der nächsten Folge geht es um das Thema Schlichtung. Was ist Schlichtung? Und was ist der Unterschied zwischen Verbraucherschutz und Schlichtung? Wenn Dich das interessiert, dann gerne nächste Woche wieder einschalten und bis dahin. Tschüss.

[00:00:00] Jonas: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge: "Hilfe, mein Toaster brennt!" Heute geht es um das Thema: Jugendschutz bei Videospielen. Ende August ist bei den meisten Spielerinnen und Spielern nämlich ganz fett, rot markiert, weil dann findet die weltweit größte Messe für Computer- & Videospiele statt: die Gamescom. Da werden wieder ganz, ganz viele neue Spiele forgestellt und bekannt gegeben und der ein oder andere wird sich fragen: Ok, aber wie weiß ich, ob ein Spiel für mein Kind oder mich selbst überhaupt geeignet ist? Dafür haben wir uns einen Experten bzw. eine Expertin eingeladen auf die ich mich ganz besonders freue. Das ist nämlich eine kleine Premiere hier bei uns im Podcast. Und Madeline ist auch wieder mit am Start. Deswegen unbedingt dranbleiben und reinhören.

[00:00:42] Intro

[00:00:55] Jonas: So, wir haben es ja anfangs angekündigt, dass wir heute eine Expertin eingeladen haben zum Thema: Jugendschutz und Videospiele. Und ich freue mich ganz besonders heute die Elisabeth Secker von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) begrüßen zu dürfen. Schön, dass Du da bist Elisabeth.

[00:01:10] Elisabeth: Ja, vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr heute mit euch zu sprechen.

[00:01:14] Jonas: Ja, wir uns auch. Du bist Geschäftsführerin und auch Mitglied im Board der International Age Rating Coalition, kurz IARC. Ich als Gamer habe das vorher noch nie gehört, aber da werden wir nachher vielleicht auch noch mal kurz darauf kommen, was das genau ist. Aber vielleicht erst mal zur USK. Was ist das überhaupt? Und was ist denn eure Aufgabe?

[00:01:33] Elisabeth: Ja, die USK ist die Selbstkontrolle der Gamesbranche in Deutschland. Das heißt, unsere Hauptaufgabe ist die Prüfung zur Alterseinstufung von digitalen Spielen in Deutschland. Wir beraten Eltern aber auch rund um das Thema Apps und Games. Wir haben praktische Tipps, ein Lexikon mit Gaming-Begriffen. Und ganz wichtig: Die USK ist anerkannt nach den Jugendschutzgesetzen in Deutschland.

[00:01:56] Madeline: Hallo auch von mir. Wie lange gibt es denn die USK schon?

[00:02:00] Elisabeth: Die USK gibt es mittlerweile schon seit 27 Jahren. Gegründet wurde die USK 1994, da hat man erstmals angefangen, Spiele zu prüfen. Mit einem neuen Jugendschutzgesetz 2003 ist das Ganze dann gesetzlich bindend geworden. Seit dem haben wir auch eine Kooperation mit dem Staat gemeinsam. Das heißt, die USK ist zuständig, um das gesamte Verfahren rund um die Altersfreigabe zu organisieren. Und die Entscheidung über die Altersfreigabe treffen dann aber unabhängige Jugendschutz-Sachverständige zusammen mit dem staatlichen Vertreter.

[00:02:35] Madeline: Man hört ja auch immer wieder, also wenn man sich Werbung oder so anschaut, kennt man die USK, aber man hört manchmal auch den Begriff PEGI (Pan European Game Information). Könntest Du uns dazu noch etwas erklären? Ist das das Gleiche oder was ist der Unterschied?

[00:02:50] Elisabeth: Ja, ist eine sehr, sehr spannende Frage. Jugendschutz in Deutschland ist einfach ein ganz hohes Gut und Deutschland hat mit die strengsten Jugendschutzregelungen weltweit. Der Unterschied zwischen PEGI und USK ist vom Grundansatz her,...eigentlich haben PEGI und USK eine große Gemeinsamkeit. Nämlich Eltern eine Orientierung zu geben im Hinblick auf Altersfreigaben von Computer- und Videospielen. Aber der Unterschied ist, dass die Altersfreigaben in Deutschland gesetzlich bindend sind. Das heißt, an den Altersfreigaben in Deutschland ist auch der Staat mit beteiligt. Währenddessen PEGI ein freiwilliges, europäisches Alterseinstufungssystem ist, dass aber in Deutschland keine Rechtskraft besitzt. Wir sagen manchmal selber spaßeshalber, wir sind das gallische Dorf innerhalb Europas und haben da sozusagen ein anderes Einstufungssystem.

[00:03:40] Jonas: Das heißt also, USK ist verbindlich für Händler und Händlerinnen, die in Deutschland Spiele verkaufen?

[00:03:47] Elisabeth: Ganz genau. Also in Deutschland gilt das Gesetz, wenn Spieleanbieter ihre Spiele an Minderjährige in Deutschland verkaufen wollen, im klassischen Handel, dann müssen sie ein Alterskennzeichen, eine Altersfreigabe beantragen bei der USK. Das heißt, alles, was in den klassischen Handel kommt oder auch in der Öffentlichkeit gezeigt wird, geht durch den Prüfprozess der USK. Du hast es ganz zu Beginn, Jonas, angesprochen. Das IARC-System die International Age Ratin Coalition. Natürlich hat sich in den letzten Jahren der Markt stark verändert. Man ist vom Retail-Markt ganz hingekommen zu Games auch online zu veröffentlichen, ganz viele Online-Plattformen. Da haben wir gemerkt, da klafft eine große Lücke. Da haben wir auch eine große Kooperation mit PEGI, aber auch anderen Rating-Organisationen weltweit und haben ein gemeinsames Alterseinstufungssystem für diese Online-Spiele-Plattformen entwickelt. Und das ist eben das IARC-System, aber da können wir gerne später noch mal im Detail drüber sprechen.

[00:04:43] Jonas: Gerne. Wie läuft denn so ein Alterseinstufungsprozess bei euch ab? Ich habe so vor meinem inneren Auge, wenn ich an USK denke, ihr zockt irgendwie den ganzen Tag. Habt irgendwie mit den geilsten Job, den man sich vorstellen kann, weil ihr einfach immer die neuesten Spieletitel schon vor Veröffentlichung bekommt. Aber da ist wahrscheinlich noch ein bisschen mehr dahinter, oder?

[00:05:02] Elisabeth: Ja, absolut. Also erstmal prüfen wir natürlich nicht nur die ganzen AAA-Spiele, die sich jeder natürlich wünscht, die vor Release schon zu haben, sondern bei uns kommt alles Mögliche rein. Und tatsächlich ist aber auch ein großer Unterschied, auch eine Besonderheit der USK, bei uns gilt der Grundsatz: Spiele werden gespielt. Also Spiele werden durchgespielt. Der Prozess läuft so ab, dass ein Anbieter sein Spiel bei uns einreicht, uns alle Materialien zuschickt. Und USK-Sichterinnen und -Sichter, die sind meistens Studenten, die wir da haben, die diese Spiele auch wirklich durchspielen. Die haben sozusagen in unserem Gaming-Testraum die Möglichkeit, das Ganze dann zu spielen. Schreiben einen Bericht darüber und präsentieren dieses Spiel dann vor einem Gremium aus unabhängigen Jugendschutzepert:innen und eben einem staatlichen Vertreter. Und da kommt dann eine Diskussion zustande und das ist auch ein Unterschied zu PEGI. Also, bei uns wird Jugendschutz auch immer noch debattiert und dann wird entschieden, welche Altersfreigabe, welche Altersgruppe kann man ein Spiel zumuten und wie sieht dann letztlich auch das Alterskennzeichen aus.

[00:06:06] Madeline: Jedes Jahr kommen unheimlich viele Spiele auf den Markt. Sei es für verschiedene Konsolen oder für den PC. Das müssen ja unheimlich viele Spielstunden sein, wenn das Spiel auch durchspielen muss. Wie viele Tester oder wie viele Zeitstunden in Anspruch?

[00:06:29] Elisabeht: Das ist ganz, ganz unterschiedlich und hängt auch stark vom Spiel ab. Es gibt Spiele oder Spieleinreichungen bei der USK, da braucht der Tester oder die Testerin nicht länger als eine halbe Stunde. Und dann gibt es natürlich die großen Titel. Da kann es schon mal bis zu 60 Stunden gehen. Das ist jetzt auch ein extremer Fall, aber da ist die ganze Bandbreite mit drin. Die USK hat aktuell circa 1500 Prüfverfahren im Jahr. Und dem gegenüber, und da kommen wir auch jetzt gleich schon wieder zum IARC-System, stehen natürlich auch ganz, ganz viele Online-Spiele. Das sind nicht nur große Spiele, sondern auch natürlich Apps mit gemeint. Und da haben wir auch schon seit einigen Jahren gemerkt, da wird man natürlich nicht mehr den ganzen vielen Inhalten her, wenn man da irgendwie alles durchspielt, sondern da haben wir ein anderes Verfahren entwickelt, wo Anbieter Fragebogen ausfüllen zu ihrem Spiel. Und ein Alterskennzeichen dann eben aus den Kriterien der USK und auf Grundlage der geltenden Gesetze entsteht.

[00:07:28] Madeline: Du hast gerade IARC noch mal angesprochen. Vielleicht für diejenigen, für das nicht ein Begriff ist, könntest Du vielleicht noch mal zusammenfassen, was IARC eigentlich ist?

[00:07:39] Elisabeth: Sehr gerne. Also IARC ist ein Zusammschluss von internationalen Rating-Institutionen weltweit. Die USK ist da mit dabei. Zusammen mit PEGI, dem europäischen Einstufungssystem, aber auch den Amerikanern, der ESRB (Entertainment Software Rating Board). Südkorea ist mit dabei, Brasilien ist mit dabei, Australien ist mit dabei. Wir sind da eine große Anzahl an Partner:innen. 2015 hat das Ganze so richtig gestartet, dass wir eben auch Alterseinstufungssystem brauchen für große Spieleplattformen. Da haben wir beispielsweise den Google-Play-Store als Partner oder den Nintendo eShop, Microsoft Xbox ist mit dabei, der Sony Playstation Store ist mit dabei. Und für diese Plattformen haben wir gemeinsam einen Fragebogen entwickelt, wo der Entwickler, der das Spiel dort anbietet, einen Fragebogen durchläuft und daraus ein entsprechendes Alterskennzeichen generiert wird. Die Besonderheit an IARC ist, dass wir in Deutschland, in den deutschen Stores, USK-Kennzeichen ausspielen können. Und in Amerika die gewohnten Kennzeichen der ESRB oder sonst im restlichen Europa eben die PEGI-Kennzeichen angezeigt werden. Die Alterseinstufungssysteme sind ja weltweit auch ein bisschen unterschiedlich. Wir haben in Deutschland die Altersstufen: 0, 6, 12, 16, 18. Bei PEGI geht es mit einer 3 los. Da sieht man schon, es gibt einige Unterschiede. Und da war die Idee eben zu sagen, wir brauchen ein System, das weltweit funktioniert, weil die Plattformen weltweit tätig sind. Und wir Verbrauchern und Verbraucherinnen auch eine bestmögliche Orientierung geben wollen, die sie aber auch im eigenen Land kenne. Und deswegen haben wir das IARC-System gegründet.

[00:09:16] Jonas: Du hast jetzt eben schon die unterschiedlichen Alterskennzeichen angesprochen und hast auch angesprochen, Jugendschutz wird groß geschrieben bei uns in Deutschland. Wie sieht es jetzt aus, wenn ich als Elternteil, meinem Kind vielleicht doch mal sage, was jetzt vielleicht noch minderjährig ist, ich kaufe Dir jetzt mal ein USK-16-Spiel oder vielleicht sogar ein USK-18-Spiel. Darf man das oder gibt es da irgendwie rechtliche Konsequenzen mit denen man rechnen muss?

[00:09:39] Elisabeth: In Deutschland gilt das Eltern-Privileg. Das heißt, Eltern oder Erziehungsberechtige haben das Privileg, ihrem Kind auch Spiele zugänglich zu machen, die noch nicht für ihre Altersstufe freigegeben sind. Die Bedingung ist dabei, dass die Erziehungspflicht nicht grob verletzt wird und man jetzt auch nicht anderen jüngeren Kindern, Einblick in die Spiele gewährt. Aber Eltern dürfen selber entscheiden, welche Spiele machen sie ihrem Kind zugänglich. Und ich glaube, das ist auch wichtig und richtig so. Dass Eltern auch, sag ich mal, ihrem 15-jährigen schon zutrauen dürfen ein USK-16-Spiel zu spielen. Aber selbstverständlich raten wir dazu, die Alterskennzeichen der USK auch ernst zu nehmen. Das hat ja auch alles einen Grund, warum da eine USK 12 oder USK 16 steht und eben entsprechend dann auch die Alterskennzeichen zu beachten.

[00:10:25] Madeline: Würdest Du denn sagen, dass im internationalen Vergleich Deutschland eher strenger bewertet oder eher großzügiger? Kann man das überhaupt so beantworten?

[00:10:36] Elisabeth: Ich glaube, das lässt sich nicht pauschal beantworten, weil Jugendschutz ja immer was ist, was gesellschaftlich debattiert wird. Jugendschutz ist ja ein lebendiges Konstrukt in dem Sinne und hängt auch viel damit zusammen, was ist so die Historie, wie ist so die Kultur in einem Land. Deswegen wird es aus meiner Sicht auch nie so einen globalen, einheitlichen Jugendschutz mit einheitlichen Altersstufen weltweit geben können, sondern da muss es auch Unterschiede geben. Wir merken natürlich ganz stark auch mit unseren Partner:innen zusammen. In den USA, das ist eh allgemein bekannt, da ist Sexualität eher was, wo man grundsätzlich eher eine höhere Alterseinstufung ist. Da ist so ein nackter Frauenkörper schon was, was zu einer hohen Alterseinstufung führt. Währenddessen beispielsweise bei Gewaltdarstellungen viel lockerer damit umgegangen wird. Und da haben wir in Deutschland schon natürlich die Tendenz, dass Gewalt durchaus ein viel, viel größeres Thema ist als beispielsweise Sexualität. Bei den Australieren sehen wir, Drogen ist ein riesen Thema. Die haben da eine ganz große Spezifikation. Also das ist sehr, sehr unterschiedlich und von den jeweiligen Regionen abhängig.

[00:11:36] Madeline: In Deutschland gab es jetzt letztens eine Reform des Jugendschutzgesetzes. Insgesamt ging es darum eine transparentere und einheitlichere Kennzeichnung für Spiele und Filme zu haben. Dass Kaufanreize in Spielen entsprechend gekennzeichnet werden, damit man beim Kauf weiß, dass das eben beim Spiel integriert ist. Auch offene Chats müssen gekennzeichnet werden und es gilt das Konzept der Anbietervorsorge. Internetdienste für Kinder müssen altersgerechte Voreinstellungen haben und Hilfs- und Beschwerdesysteme müssen im Spiel eingebettet sein. Es gibt dann ein Altersverifikationssystem bei Spielen, die ab 18 Jahren sind. Und die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wird ausgebaut zur Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ). Das ist also eine Reform, die besonders umfangreich ist, die jetzt gekommen ist. Also nur kurz zusammengefasst: Was sagst Du zu dieser Reform? Welche Änderungen sind besonders relevant für die USK? Und muss an manchen Stellen nachjustiert werden oder seit ihr eher zufrieden mit diesen Veränderungen, mit dieser Reform?

[00:12:53] Elisabeth: Kurz vornweggeschickt, es gibt ja zwei Jugendschutzgesetze in Deutschland. Es gibt auch noch einen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag der Länder. Das Jugendschutzgesetz, das jetzt reformiert wurde, war noch aus dem Jahr 2003. Und wenn man sich vorstellt, dass es in diesem Jahr Facebook noch nicht gab, wir eigentlich nur mit CD-Roms gehandhabt haben, dann zeigt sich da natürlich ganz schnell, dass es wirklich veraltet war und modernisierungsbedürftig. Insofern haben wir grundsätzlich das sehr begrüßt, dass der Bundesgesetzgeber gesagt hat, wir möchten das jetzt mal anpacken und auch ein Stück weit reformieren. Wir hätten uns noch ein bisschen mehr gewünscht, dass man das noch ein bisschen mehr harmonisiert und wirklich so ein gemeinsames Gesetzeswerk von Bund und Ländern hinbekommt. Und deswegen ist es jetzt für uns und die USK natürlich sehr wichtig, dass wir das auch in der Umsetzung jetzt praktisch miteinander verzahnen. Was der Bundesgesetzgeber gemacht hat ist tatsächlich auch schon auf dem, wo die Selbstregulierung schon jahrelang eigentlich dran gearbeitet hat, nämlich Alterskennzeichen auch im Online-Bereich zu etablieren. Das hat der Bundesgesetzgeber jetzt aufgenommen, auch im neuen Gesetz. Da sind wir sehr dankbar darüber, weil das aus unserer Sicht auch der richtige Ansatz ist, Alterskennzeichen im Online-Bereich zu etablieren. Da hat sich tatsächlich etwas getan. Und ein anderer Punkt, den Du auch angesprochen hast, ist das Thema, wie gehen wir eigentlich mit diesen ganzen Phänomenen um, die um das Thema Games-Nutzung oder Online-Nutzung sonst noch so vorhanden sind. Das sind zum Beispiel das Thema, Risiken in Chats. Oder wie geht man mit In-App-Käufen um? Wie geht man mit einer exzessiven Spielnutzung um? Und all das hat der Gesetzgeber jetzt auch in einem neuen Gesetz adressiert und Anbieter zu Vorsorgemaßnahmen verpflichtet. Das heißt, die meisten dieser Phänomene sollen jetzt stärker sichtbar gemacht werden durch Zusatzhinweise. Wir haben das auch schon ganz lange im Online-Bereich schon gemacht. Das IARC-System hat schon seit einigen Jahren sehr erfolgreich, beispielsweise auf Nutzerinteraktionen und Chats in Spielen hingewiesen. Damit auch einfach Eltern sensibilisiert. Guckt mal her, da ist ein Spiel. Da ist aber auch ein Chat enthalten. Trefft doch noch mal die ein oder andere Einstellung, wenn ihr wollt, dass euer Kind entsprechend auch sicher ist. Das Gesetz hat jetzt auf einer wichtigen Vorarbeit der USK aufgebaut und das alles aufgegriffen worüber wir sehr froh sind. Und jetzt müssen wir aber auch versuchen, das Ganze noch mal in der Praxis umzusetzen. Wir arbeiten jetzt gerade im Moment daran, auch solche Zusatzhinweise für den Retail-Markt zu etablieren und da eben darauf aufzubauen.

[00:15:25] Jonas: Man sieht schon, das ist wirklich sehr umfangreich. Und jetzt habe ich noch so eine kleine persönliche Frage. Wenn man den ganzen Tag mit Videospielen, Jugendschutz beschäftigt ist, hat man dann abends überhaupt noch Lust selbst Hand an die Maus oder den Controller zu legen und noch eine Runde zu zocken?

[00:15:39] Elisabeth: Tatsächlich ist es so, dass ich in meiner Freizeit wirklich wenig zum Zocken komme. Wenn, dass ist es nur irgendwie so ein kleines Mobile-Spiel vielleicht noch mal auf dem Weg zur Arbeit oder zurück. Aber tatsächlich ist es abends so, dass man doch die Zeit mit der Familie verbringt und dann mal auch den Controller weglegt.

[00:15:56] Jonas: Familie ist auch noch ein schönes Stichwort. Und zwar, was wären denn so Deine Tipps an Eltern. Woruf sollte man achten, wenn mein Kind Medien konsumiert oder Videospiele und Spiele-Apps nutzt?

[00:16:07] Elisabeth: Der wichtigste Tipp für Eltern ist, Kinder und ihre Faszination für das Thema Games erst mal ersnt zu nehmen. Ich glaub da lässt sich einiges, wenn man im Gespräch dann auch mit seinen Kindern ist, viel schneller lösen als beispielsweise durch jegliche Regulierung. Das heißt, Medienkompetenz ist da ein ganz, ganz wichtiges Stichwort. Aber, und das ist auch ein wichtiger Baustein aus unserer Sicht für einen modernen Jugendschutz, beispielsweise die technischen Einstellungen der Konsole irgendwie wahrzunehmen. Viele In-App-Käufe, die jetzt ungewollt sind, lassen sich schon dadurch vermeiden, dass ich beispielsweise die Käufe auf meinem Endgerät, ob das jetzt eine Konsole ist oder ein Mobilgerät ist, lassen sich entsprechend auch einstellen. Es gibt tolle Jugendschutzsysteme und technische Parental-Control-Systeme der Anbieter, die dann so entsprechende Einstellungen auch möglich machen. Ich kann dann Spielzeiten einstellen, ich kann die Kommunikation, die Chats, einstellen. ich kann beispielsweise Limits für Käufe einstellen und das hilft schon sehr, um entsprechend dann auch damit umzugehen.

[00:17:06] Jonas: Super! Das sind doch super Tipps. Vielen Dank an Dich, Elisabeth.

[00:17:09] Elisabeth: Sehr gerne.

[00:17:10] Jonas: Wir werden natürlich auch alle Infos von eurer Seite, ihr habt ja zum Beispiel ein super USK-Lexikon, wo ein paar Gaming-Begriffe erklärt werden, ihr habt einen Elternratgeber. Da werden wir natürlich alles in die Shownotes packen, damit ihr auch wisst, wo ihr euch informieren könnt, wenn ihr euch zum Thema Gaming interessiert. Ansonsten vielen lieben Dank. Das hat super viel Spaß gemacht.

[00:17:30] Elisabeth: Ganz herzlichen Dank auch von mir. Fand ich auch super.

[00:17:33] Jonas: Und in unserer nächsten Folge geht es um das Thema Perma-Bans. Also um dauerhafte Accountsperrung von zum Beispiel Online-Spielen. Was kann ich da tun? Und kann ich da überhaupt was tun? Dafür haben wir in der nächsten Folge den Alex mit dabei. Der ganz, ganz viele Fälle davon behandelt bei uns im EVZ Deutschland. Deswegen unbedingt reinschalten und bis zum nächsten Mal.

[00:17:53] Elisabeth: Tschüss.

[00:00:00] Jonas: Hallo und herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Hilfe, mein Toaster brennt! Heute geht es um das Thema Gaming. Genauer gesagt um das Thema In-App-Käufe, In-Game-Käufe und Lootboxen. Vor allem letztere müssen sich immer ein bisschen gefallen lassen, dass sie mit Glücksspiel verglichen werden. Ob das stimmt und worauf man achten sollte, darum geht es heute. Deswegen bleib dran.

[00:00:18] Intro

[00:00:30] Jonas: Bevor wir aber anfangen mit der Folge, noch ganz liebe Grüße gehen raus an Nina. Nina ist heute nämlich leider nicht da. Sie genießt ihren wohlverdienten Sommerurlaub. Da wollen wir liebe Grüße an Dich schicken. Erhol Dich gut und komm gesund und munter zurück. Nichtsdestotrotz freue ich mich heute bei mir als Gast zu haben die Madeline.  

[00:00:51] Madeline: Hi.

[00:00:53] Jonas: Schön, dass Du da bist. Dass Du Dir die Zeit genommen hast. Du bist Juristin bei uns. 

[00:00:57] Madeline: Genau! Ich freue mich hier zu sein.

[00:00:58] Jonas: Und bist auch leidenschaftliche Gamerin.

[00:01:00] Madeline: Ja, sehr gerne.

[00:01:01] Jonas: Was zockst Du denn gerne?

[00:01:02] Madeline: Also, aktuell spiele ich tastächlich sehr gerne: It takes two. Ich bin nicht der Ego-Shooter-Typ, weil ich einfach nie reingekommen bin, in Zielen und es stresst mich. Nee, ich bin so der Adventure oder Strategie-Typ.

[00:01:19] Jonas: Das ist doch das mit diesen zwei kleinen Figürchen, wo Du so in dieser Erdwelt bist. Oder ich weiß nicht genau.

[00:01:25] Madeline: Mhm. Genau. Es ist ein total süßes Universum. Alles total niedlich gemacht und man hat ganz viele verschiedene Spielmechaniken. Und ja, das Spiel ist auch relativ lang erstaunlicherweise. Ich habe zuerst gedacht das wäre super schnell durchgespielt und so, aber nee. Und die Levels, das Level-Design ist einfach total schön.

[00:01:40] Jonas: Ich hab es ab und zu mal auf Twitch gesehen, auf YouTube. Da haben viele Youtuber und Streamer zusammen gezockt und haben Squad-Stream gemacht. Cool! Hast Du sonst eine Lieblings-Plattform?

[00:01:52] Madeline: Ich finde die Switch echt gut. Ich finde die Switch echt eine gelungene Konsole. Gerade auch weil sie mit Freunden oder Familie auch gut zu nutzen ist. Aber ansonsten muss ich sagen, komme ich immer zum PC zurück letztendlich.

[00:02:03] Jonas: Ja. Der PC ist halt schon das Urgestein des Gamings. Heute geht es aber nicht um unsere Lieblingsspiele, sondern um das Thema In-App-Käufe und vorallem auch die Gefahr natürlich für Kinder und Jugendliche, die da mal schnell in der Kostenfalle landen können. Was genau sind eigentlich In-App-Käufe?

[00:02:19] Madeline: In-App-Käufe, im Prinzip sagte es schon der Name, das sind Käufe, die man innerhalb der App oder innerhalb des Spiels tätigt. Das kann man heutzutage auf der Konsole, auf dem Handy, auf dem PC kennt man es. Das gibt es zum Beispiel bei den bekannten Spielen FIFA oder Clash of Clans gibt es diese Käufe. Also entweder es sind Pay-to-Win-Käufe. Also man zahlt, um schneller weiterzukommen, um bessere Waffen zu haben, um einen Vorteil zu haben. Vielleicht die Spiel-Währung zu kaufen, sich reich zu kaufen sag ich mal. Oder es sind einfach In-App-Käufe, die der Ästhetik dienen. Dem individuellen Design des Charakters. Also es sind Käufe, die man innerhalb des Spiels dann tätigt.

[00:02:56] Jonas: Pay-to-Win, Du hast es eben angesprochen, also In-App-Käufe und Pay-to-Win, das läuft ja immer so ein bisschen Hand in Hand. Es steht auch immer wieder in der Kritik. Du kaufst Dir natürlich auch in gewissem Maße einen bestimmten Spielvorteil.

[00:03:07] Madeline: Ganz genau. Und wenn man aktuell die Ausgaben anschaut sieht man, dass die Unternehmen letztendlich mehr Gewinn durch diese In-App-Käufe machen, als durch den Kauf des Spiels an sich. Deswegen gibt es ja inzwischen auch sehr, sehr viele vermeintlich kostenlose Spiele. Kostenlose Handy-Spiele sind sehr beliebt, wo man dann im Prinzip auch das Spiel kostenlos durchspielen könnte, aber da werden dann halt im Spiel Elemente, Anreize eingebaut damit der Spieler dann entweder frustriert wird oder in irgendeiner Weise halt animiert wird zum Kauf.

[00:03:40] Jonas: Ich denke man kennt das, ohne jetzt wertend zu sein. Egal, welches Spiel ich kenne es zum Beispiel extrem bei Candy Crush. Level 300 irgendwas. Dann sitzt Du eine Woche dran und denkst: Ah! So scheiße. Ich komme einfach nicht weiter. Und dann irgendwie eine Woche später, wie als ob nichts gewesen wäre, kommst Du durch. Also da werden schon, unabhängig von Candy Crush, das betrifft alle bzw. die meisten Free-to-Play-Spiele, wie man solche kostenlose Spiele nennt. Da werden einfach Frustmomente gesetzt, um eben auch so einen Anreiz zu bieten. Kauf doch lieber ein Level mehr oder noch ein Extra-Leben dazu, sodass Du es einfach nochmal probieren kannst.

[00:04:15] Madeline: Die Preise sind auch total gering. So ein paar Cent oder ein paar Euro. Ach, das kann man doch mal schnell ausgeben für ein Level, für ein Leben. Das werden dann horrende Summen am Ende des Monats, wenn man nicht aufpasst, weil man eben denkt, das ist eine kleine Summe. Das kann ich mal schnell ausgeben. Und dann wird mit Angeboten gelockt: "Jetzt 20 Prozent günstiger!", "Nur noch 3 Stunden! Schlag jetzt zu!"

[00:04:37] Jonas: Ich finde es ein bisschen schade, weil ich ja selbst oder weil wir beide ja selbst gerne zocken. Und ich finde, es ist schon eine komische Entwicklung. Du hast tatsächlich sehr viele kostenlose Spiele auf dem Markt. Sei es ein Call of Duty, Fortnite. Da gibt es so viele Beispiele. Candy Crush, Clash Royale und wie sie alle heißen. Und ich finde es irgendwie ein bisschen, Du hast es angesprochen, dass die Entwickler mittlerweile viel mehr Geld durch diese In-App-Käufe einnehmen. Ich glaube 2019 ware es 2,25 Milliarden Euro alleine in Deutschland. Und früher hast Du Dir ein Spiel gekauft. Hattest da einfach alles mit dabei, weil man muss sich ja auch im Klaren sein. Solche In-App-Käufe bzw. In-Game-Käufe, was eben das Pendant dazu ist, wenn Du es im Spiel kaufst. Die meisten Inhalte sind ja schon in dem Spiel mit drin. Aber Du kaufst Dir einfach nur noch so diesen Code dazu, dass eben dieses Ding freigeschaltet wird. Und ich finde, das ist irgendwie eine komische Entwicklung.

[00:05:27] Madeline: Ja, und es ist unheimlich lukrativ. Deswegen geht es auch immer weiter in die Richtung. Was ich schade finde ist, wenn ein Spiel entwickelt wird. Also die Entwickler:innen, die müssen natürlich entweder darauf achten: Ich möchte ein super Spielerlebnis haben. Ich möchte, dass man das Spiel kauft. Auch wenn aktuell die Spiele 60 Euro kosten ungefähr. Möchte ich, dass das Spielergebnis so gut ist und ich da mein Augenmerkt draufsetze damit die Leute das spielen wollen, sich kaufen wollen. Vorallem sich gegenseitig davon erzählen. Oder möchte ich die Anreize stellen, dass es dadurch luktariv wird, dass In-App-Käufe getätigt werden. Weil wenn ich darauf angewiesen bin, weil für das Spiel an sich kein Geld ausgegeben wurde, dann ist mein Augenmerk natürlich darauf die Frustration zu erhöhen oder halt die Käufe zu produzieren.

[00:06:18] Jonas: Wir schauen, wo das hin das führt, aber die Entwicklung vieler Studien zeigen ja in die Richtung, dass es eben immer mehr in diese Richtung geht: In-App-Käufe und In-Game-Käufe. Aber gut. Deswegen sind wir jetzt heute hier, um ein bisschen darüber zu sprechen. Ein bisschen aufzuklären, wie kann ich mich schützen. Vor allem Kinder und Minderjährige, die da eben sehr schnell betroffen sind. Wir haben alle unser Handy dabei. Das ist eigentlich die Spielplattform schlechthin. Du kannst in den App-Store gehen. Egal, ob bei Apple oder Android. Mit einem Klick hast Du in den meisten Fällen ein kostenloses Spiel heruntergeladen. Und dann geht es eigentlich los. Wenn Du da Deine Kreditkarteninformationen hinterlegt hast, dann ist das ja meistens nicht mal mehr ein Klick, sondern Du hast Deinen Finger drauf und nach dem Fingerscan ist die Kohle weg. Wie kann man sich denn da am besten schützen bzw. gibt es da irgendwelche Tipps oder Ratschläge?

[00:07:06] Madeline: Ich würde zuerst kurz einen Schwänker zum Widerrufsrecht machen, weil grundsätzlich ist es ja so, wenn ich online etwas einkaufe. Jetzt mal nicht in einer App, sondern ich kaufe mit irgendwie ein Pulli oder so auf einer Online-Plattform. Der kommt an und der passt mir nicht oder gefällt mir nicht. Dann habe ich ja normalerweise 14 Tage Widerrufsrecht in der kompletten Europäischen Union. Ohne Grund kann ich die Ware einfach zurücksenden und bekomme den Kaufpreis erstattet. Jetzt ist es aber so, dass es Ausnahmen vom Widerrufsrecht gibt. Unter anderem können die für digitale Inhalte das Widerrufsrecht ausgeschlossen sein. Warum? Naja, wenn ich einen In-App-Kauf getätigt habe und dann direkt diesen digitalen Inhalt auf meinem Handy habe oder direkt nutzen kann, dann kann ich es ja nicht mehr zurückgeben. Das heißt: Das Unternehmen hat quasi die Macht darüber verloren, ob ich das Produkt weiternutze oder zurückgebe. Das ist ein bisschen schwierig. Deswegen, sobald man darauf zugreift normalerweise ausgeschlossen. Ich sage normalerweise, weil der Verkäufer darauf hinweisen muss. Der hat eine Informationspflicht, dass der Käufer oder die Käuferin Bescheid weiß, wenn ich jetzt dieses Spiel kaufe oder herunterlade und Zugriff darauf habe, dann habe ich kein Widerrufsrecht mehr. Bei den meisten Plattformen ist es so, dass man erst das Spiel kauft und es dann herunterlädt. Bei In-App-Käufen ist es meistens nicht so. Da hat man es direkt und da muss man dann Zugestimmt haben. Sei es mit Häkchen oder wie auch immer, dass man eben dann auf dieses Widerrufsrecht verzichtet oder es eben nicht hat. Aber wenn man es zuerst kauft und dann erst herunterladen muss, dann ist es meistens so, dass man bevor man es herunterlädt es noch zurückgeben kann. Und dann noch das Widerrufsrecht hat. Das war jetzt der juristische Schwenker. Ich entschuldige mich.

[00:08:40] Jonas: Kein Problem. Also, vielleicht nochmal kurz zusammengefasst: Wenn ich mir jetzt auf einer Konsole oder auf dem PC ein Spiel herunterlade und ich es noch nicht angezockt habe, kann ich es noch zurückgeben.  

[00:08:50] Madeline: Ja, man muss aber darauf hingewiesen worden sein, dass das Widerrufsrecht dann erlischt. Es ist aber meistens so bei den großen Anbietern. Die wissen das und dann setzt man sein Häkchen und hat das dann auch akzeptiert.

[00:09:01] Jonas: Und das heißt: Wenn ich jetzt aber 1-2 Minuten schon so mal angetestet habe, dann ist eigentlich schon schluss und dann kommt es auf die Kulanz an. Oder man muss halt schauen, ob der Anbieter / Anbieterin entsprechend eben...

[00:09:16] Madeline: Man hat dann kein Recht mehr, sondern muss wirklich diskutieren und schauen, ob das Unternehmen vielleicht auf eine Kulanzlösung sich einlässt, aber das funktioniert genauso bei Streaming. Wenn man jetzt einen Film kauft und anfängt den anzuschauen, dann kann man ihn schon nicht mehr zurückgeben. Wenn man noch nicht angefangen hat den anzuschauen, gilt im Prinzip noch das Widerrufsrecht. 

[00:09:32] Jonas: Also heißt nur für gekaufte Filme dann? Weil wenn du Streaming, wie Netflix oder so, da hast Du ja ein Abo. Aber, wenn Du einen Film kaufst oder ausleihst?

[00:09:43] Madeline: Bei Amazon zum Beispiel kann man ja Filme kaufen. Und wenn man da noch nicht angefangen hat den Film anzuschauen, dann kann man ihn im Prinzip zurückgeben.

[00:09:50] Jonas: Ah. Das ist doch mal eine hilfreiche Info, die man vielleicht so noch nicht gewusst hat. Und wenn wir jetzt nochmal auf die In-App-Käufe zurückkommen. Wir haben ja gesagt, es ist wirklich sehr leicht dort Geld auszugeben, weil es eben auch kleine Beträge sind. Und man da relativ schnell auf den Knopf drücken kann und dann ist das Ding gekauft. 

[00:10:11] Madeline: Ja, gerade bei Handys.

[00:10:13] Jonas: Gerade bei Handys. Genau. Wir haben das ja jeden Tag dabei und wenn dann eben irgendwie mal noch Mamas oder Papas Kreditkarte hinterlegt ist, dann ist das natürlich nochmal ein ganz anderes Problem. Aber wie sieht es denn da rechtlich aus? Muss ich als Elternteil dafür geradestehen, wenn mein Kind oder der Jugendliche oder die Kinder - je nachdem wie viele man hat - muss man dann dafür geradestehen und die Rechnung bezahlen?

[00:10:36] Madeline: Bei Minderjährigen ist es grundsätzlich so, dass die Altersschwelle sieben Jahre ist. Das heißt: Bevor man sieben ist kann man eigentlich keinen Vertrag wirksam abschließen. Und ab sieben Jahren, das nennt man beschrenkt geschäftsfähig. Das bedeutet, ab sieben braucht man trotzdem noch die Zustimmung oder die Genehmigung der Eltern oder des Elternteils, um einen wirksamen Vertrag abzuschließen. Also wenn jetzt ein unter siebenjähriges Kind ein eigenes Konto hat bei einer App oder so und sich dann einen In-App-Kauf oder irgendwas kaufen möchte, dann ist das grundsätzlich nicht wirksam. Und über sieben bräuchte es dann eigentlich das Einverständnis der Eltern. Wenn es aber ein Handy zur Verfügung gestellt bekommt und dann irgendwie eine Prepaidkarte hat oder so, dann wird man davon ausgehen, wenn es das mit seinem Taschengeld jetzt quasi kauft, dass das Einverständis vorliegt. Viel schwieriger wird es, und das hast Du bereits angesprochen, wenn dann das Handy und der Account der Eltern benutzt wird. Also man gibt kurz sein Handy ans minderjährige Kind und dann wird eingekauft was das Zeug hält. Wir haben hier auch tatsächlich Fälle und es geht oftmals, also wie gesagt. Das sind an und für sich kleinere Beträge. Ein paar Euro. Aber am Ende des Monats kommt dann die Rechnung und dann sind es über 1000 Euro. Da gibt es mehrere Fälle. Immer wieder hört man es auch in den Medien, wo es dann um 2000, 3000 Euro plötzlich sind und den Eltern wird heiß und kalt, weil denen nicht bewusst war, was das Kind auf dem Handy macht. Ich meine, klar leiht man mal kurz sein Handy, wenn man irgendwie Wartezeit hat oder es liegt halt rum und das Kind schnappt sich das Handy. Das ist jetzt nicht unwahrscheinlich. Das kommt schon vor. Das Wichtigste ist natürlich immer ein Passwortschutz oder am besten gar nicht erst Zahlungsdaten hinterlegen.

[00:12:15] Jonas: Und vielleicht auch gar nicht den Kindern Bescheid sagen, was das Passwort ist.

[00:12:17] Madeline: Das ist ganz, ganz, ganz wichtig tatsächlich. Wenn das Kind unbeaufsichtigt einen Kauf tätigt. Im Prinzip ist es dann so: Gut, es ist der Account der Eltern, aber über sieben braucht es eigentlich die Zustimmung, die Genehmigung der Eltern. Und deswegen, wenn das mal vorkommt kann man da widersprechen. Und da sollte man sich beeilen. Sobald man sieht, dass ich die Rechnung bekommen habe, sei es am Ende des Monats oder direkt, dass ich mich beim Unternehmen melde und sage, das war nicht ich. Das war mein minderjähriges Kind. Ich stimme dem Kauf nicht zu. Ich möchte entweder erstattet werden oder die Rechnung nicht bezahlen. Je nachdem, welche Fallkonstellation wir haben. Das sollte man auf jeden Fall so deutlich kommunizieren. Das Problem ist, dass die Unternehmen meist in erster Linie das ablehnen und sich darauf berufen: Das war Ihr Account und Ihr Zahlungsmittel. Ich kann ja nicht wissen, wer...

[00:13:02] Jonas: Wer den Kauf tätigt.

[00:13:04] Madeline: Genau. Wer auf der anderen Seite des Bildschirms sitzt. Aber wenn das mal vorkommt, und wir haben wirklich oft solche Fälle, dann kann man im Prinzip der Rechnung widersprechen oder die Erstattung verlangen. Problem ist, wenn man davon ausgehen konnte, dass die Eltern einverstanden waren. Wann ist das der Fall? Das ist erstmal, wenn ein Passwortschutz vorhanden war und die Eltern dem Kind das Passwort gegeben haben für eine Zahlung. Dann wird es schwierig. Oder die Kreditkartendaten einfach gegeben haben. Dann wird es total schwierig, weil dann wussten ja die Eltern, dass das Kind irgendwie eine Zahlung machen will. Und dann zu sagen im Nachhinein: Ja, ne. Eigentlich wollte ich das doch nicht. Das wird total schwierig. Auch von der Beweislage ist das sehr, sehr schwierig in dem Fall. Und außerdem, und das ist leider meistens der häufigere Fall, wenn man seine Rechnungen nicht regelmäßig anschaut, seine Kontobewegungen nicht regelmäßig anschaut - das sollte man natürlich immer tun - und dann erst nach Monaten ankommt, wo regelmäßig Zahlungen getätigt wurden vom Kind und dann widersprechen möchte. Dann kann man auch sagen, wenn das regelmäßig passiert. Da sollte man schon ein Auge darauf haben. Und dann kann man sich nicht nach Monaten melden und dann widersprechen. Das sollte schon zügig passieren.

[00:14:12] Jonas: Ok. Man kann jetzt nicht einfach sagen, ich hab mir jetzt die letzten zehn Wochen ein paar In-App-Käufe gegönnt und da habe ich jetzt aber kein Bock mehr drauf und möchte das Geld zurück. Das geht dann natürlich nicht. Wenn da eine Regelmäßigkeit dahinter ist, dann geht auch das Unternehmen davon aus, dass da absichtlich eingekauft wurde.

[00:14:28] Madeline: Genau. Ein Ausrutscher kann durchaus passieren. Das ist auch der Rechtsprechung zum Glück bewusst. Wir haben einen guten Minderjährigen-Schutz in Deutschland bei den Gerichten. Aber wenn das regelmäßig passiert. Man geht halt davon aus, wenn das einmal passiert, dass die Eltern entweder einen Passwortschutz einbauen oder darauf achten. Oder mit dem Kind regeln, dass das nicht mehr passiert. Es genug aufklären. Aber wenn es dann noch häufiger passiert, dann waren die Eltern einfach fahrlässig und irgendwo einverstanden.

[00:14:56] Jonas: Also regelmäßig die Rechnung checken. Schauen, ob irgendwelche Kontobewegungen stattgefunden haben, die nicht hätten stattfinden sollen.

[00:15:04] Madeline: Und am besten im Vorfeld keine Zahlungsmittel einspeichern oder halt ein Passwortschutz. Und das Passwort bitte nicht weitergeben. Ansonsten kann man, wenn man so ein paar Käufe dulden möchte. Dann kann man das mit Prepaidkarten machen. Dann schenkt man eine Prepaidkarte. Die kann man im Einzelhandel oder in Tankstellen kaufen. Und dann hat man so einen beschränkten Betrag, wie 15 Euro oder 10 Euro und das darf das Kind dann frei ausgeben. Aber dann hat man immer noch eine gewisse Kontrolle.

[00:15:30] Jonas: Jetzt kommen wir noch zu einem Thema, was auch in der Gaming-Szene nicht ganz so gern gesehen wird. Und zwar das Thema Lootboxen. Ist ja aber auch nicht nur in der Gaming-Szene, sondern es gibt viele Kritker, die dieser Spielmechanik glücksspielähnliche Funktionsweisen nachsagen.

[00:15:45] Madeline: Jonas, willst Du erzählen, was Lootboxen sind? 

[00:15:48] Jonas: Lootboxen sind Beutekisten, die man sich kaufen kann, entweder für echtes Geld oder wenn man bestimmte In-Game-Währung sich freigespielt hat. Und da bekommt man dann manchmal sehr seltene Items (Gegenstände). Warum sage ich manchmal? Es liegt daran, dass es bestimmte Prozent-Chancen gibt, dass man eben ganz, ganz spezielle und einzigartige Items bekommt. Und daher wahrscheinlich auch eher diese Einordung in Richtung Glücksspiel. Nur weil Du Dir eine Lootbox kaufst, heißt das nicht, dass Du direkt den Gegenstand oder den Skin oder das Item bekommst, was Du haben willst. Sondern es kann sein, dass Du dafür mehrmals ordentlich Geld ausgeben musst.

[00:16:28] Madeline: Genau. Wenn man zum Beispiel den einen seltenen Fußballspieler haben möchte und seine perfekte Fußballmannschaft zusammenstellen möchte, dann kann man da ordenltich Geld ausgeben. Und, wie Du schon gesagt hast, ähnlicher Mechanismus wie beim Glücksspiel. Man hat eine gewisse Chance. Geld ausgeben muss man immer. Egal, ob man gewinnt oder nicht. Und so funktioniert das eigentlich auch. Nur, dass Spiele oftmals auch für Minderjährige erlaubt sind. FIFA.

[00:16:54] Jonas: FIFA ist ab 0. USK 0. Das ist ein Sportspiel.

[00:16:57] Madeline: So, und da gibt es durchaus Lootboxen. Es ist schon die Kritik laut, dass man sagt, dass man in dem Alter bereits mit solchen Mechaniken, so ein bisschen Manipulation böse gesagt, konfrontiert wird. Das ist fragwürdig. Tatsächlich sehen das Belgien und die Niederlande auch so. Die haben nämlich Lootboxen jetzt offiziell als illegales Glücksspiel kategorisiert. Also die Spiele gibt es dann immer noch in Belgien und in den Niederlanden, aber ohne die Lootboxen-Funktion. Oder aber die Lootboxen sind durchsichtig bevor man sie kauft, sodass man genau weiß wofür man Geld ausgibt. Da wurden nur die Spielmechanismen geändert, was übrigens auch bedeutet, dass das durchaus möglich ist. Das Spiel wurde nicht komplett rausgenommen vom niederländischen und belgischen Markt.

[00:17:38] Jonas: Ich glaube sogar, dass die den Ultimate-Team-Teil, wo man diese Spielerkarten in dem Fall kaufen kann, dass der einfach nur deaktiviert wurde. Und, dass die Spieler in Holland und Belgien keinen Zugang mehr zu dem Spiel-Typ haben. Also die können kein Ultimate-Team mehr spielen, aber sie können das ganz normale FIFA zocken.

[00:17:55] Madeline: Also wir nennen FIFA als Beispiel natürlich, gilt das für alle anderen Spiele genauso. FIFA ist nur ein bekanntes Spiel und ab 0 Jahren spielbar im Prinzip, ohne Altersberschränkung. Deswegen zeigt es die Problematik ganz gut auf.

[00:18:10] Jonas: Es ist ja auch bei vielen Battle-Royale-Spielen mittlerweile der Fall, dass Du entsprechend Lootboxen kaufen kannst. Einfach um da noch ein paar Beispiele zu nennen: Fortnite. Ist auch sehr bekannt bei Kindern und Jugendlichen. Ist eigentlich nichts anderes als ein rundenbasierter Shooter, wo der letzte Überlebende das Spiel gewinnt. Und da kann man eben auch ganz viele Inhalte, In-App-Käufe machen. Ich weiß gar nicht, ob es noch fürs Smartphone erhältlich ist, aber auf der Nintendo Switch, also auf eigentlich allen spielbaren Plattformen: Switch, Playstation, Xbox, PC. Kostenlos runterladen und dann kann man eigentlich kostenlos loszocken, wie Du es vorhin angesprochen hast. 

[00:18:47] Madeline: Vermeintlich kostenlos!

[00:18:50] Jonas: Man kann aber auch sehr viel Geld dabei ausgeben.

[00:18:51] Madeline: Ganz genau. Und bei Lootboxen...in Deutschland ist es umstritten bei Jurist:innen. Es ist nicht als Glücksspiel kategorisiert. Illegal ist es nur dann, wenn man offiziel ein Glücksspiel betreibt, braucht man eine Glücksspiellizenz. Und die ist teuer. Und das Spiel darf nur ab 18 Jahren sein. Und es wäre natürlich für die Spielbranche natürlich fatal.

[00:19:17] Jonas: Wird das irgendwie mal angegangen von der Politik, oder?

[00:19:20] Madeline: Das ist eine gute Frage. Es ist wirklich sehr, sehr umstritten. Es gibt zwei Teams, um in FIFA-Sprache zu bleiben. Wie es sich entwickelt kann man wirklich nicht vorhersagen. Wie gesagt, Niederlande und Belgien haben es jetzt eiskalt durchgesetzt und es funktioniert. Die Spiele sind immer noch verfügbar in einer gewissen Art und Weise. Es ist denkbar, aber ich glaube das ist auch ein politisches Thema. Dass man halt auch schaut, das ist eine riesen wirtschaftliche Branche und die Einstufung ist einfach strittig.

[00:19:51] Jonas: Es bleibt spannend. Du hast es gesagt. Es gibt europäische Beispiele, wo es klappt. Und die Spiele sind immer noch verfügbar. Aber wir wissen auch, dass Entwickler auch daran interessiert sind so gut es geht Geld zu verdienen. Die Frage ist halt immer nur, wie es dann im Endeffekt umgesetzt wird. Jetzt vieleicht nochmal zum Abschluss. Hast Du noch ein paar Tipps, die Du uns mit auf den Weg geben kannst. Wie kann ich mich vor In-App-, In-Game-Käufen schützen?

[00:20:18] Madeline: Entweder keine Zahlungsmittel hinterlegen. Ich sage es zum achten Mal, aber wirklich. Das ist die beste Lösung. Und ansonsten, klar. Wenn es um Minderjährige, um Kinder geht, Aufklärung. Einfach offen darüber reden. Ob das Kind so einen Kauf tätigen möchte und warum. Wir reden gerade auch sehr kritisch über Lootboxen und In-App-Käufe, aber verteufeln wollen wir es auch nicht. Wir spielen beide gerne, Jonas und ich. Wir sehen auch die riesen Vorteile. Gerade während Corona war das eine total gute Möglichkeit mit Freunden in Kontakt zu bleiben mit Online-Spielen. Heutzutage muss man nicht mal mehr seine PCs rumschleppen für eine LAN-Party, sondern man kann schön daheim bleiben und zusammen spielen. Und das macht unheimlich Spaß. Und gerade mit Corona. Mit dem Lockdown war das auch eine schwierige Zeit. Und da kann man gut Dampf ablassen. Das war auch eine der Hobbys, die noch weniger eingeschränkt waren zum Glück. Deswegen. Verteufeln wollen wir das nicht. Wir wollen aber auch darauf hinweisen, dass es ein paar Fallen gibt. Natürlich gibt es auch Spielsucht. Das ist jetzt nicht unser Thema, aber das muss auch jedem bewusst sein, dass es Gefahren gibt, wie bei allem. Ich trinke auch gern abends ein Glas Rotwein und dennoch muss man sich im Klaren sein.

[00:21:28] Jonas: Es kommt einfach immer auf die Menge drauf an.

[00:21:29] Madeline: Genau. Dass es aufs Maß ankommt. Wenn man Käufe vermeiden möchte, wie gesagt, Kommunikation, Transparenz, miteinander reden. Das ist glaube ich das A und O. Und dann Passwortschutz ist eine riesen Hilfe. Und dann bitte nicht Passwort: 123 oder das Geburtsdatum, sondern ein richtiges Passwort. Ein schützendes Passwort. Und dann steht dem Spielspaß eigentlich nichts mehr im Wege.

[00:21:50] Jonas: Ich fande den einen Punkt, um den nochmal kurz aufzugreifen, das Thema man sollte sich damit auseinandersetzen und miteinander reden. Ich denke da ist auch ein wichtiger Aspekt Medienkompetenz. Also, dass die Erziehungsberechtigten, sich auch entsprechend mal damit auseinandersetzen. Ich kenne die Generation: meine Eltern, meine Großeltern. Die sind damit nicht aufgewachsen. Muss man einfach so offen und ehrlich sagen. Wir sind jetzt so die Generation, die das die ganze Jugendzeit mitgenommen hat. Und wahrscheinlich sind wir in ein paar Jahren auch nicht mehr so up to date, wo uns dann unsere Kinder vielleicht mal anschauen und sagen: Wie kannst Du nicht wissen, wie das funktioniert. Man sollte sich tatsächlich, auch wenn es auf den ersten Blick ein bisschen abstrakt für jemanden ist, der sich nicht damit auskennt. Aber man sollte sich auf jeden Fall die Medien anschauen, die das eigene Kind nutzt. Sich da auf jeden Fall austauschen. Du hast gesagt, miteinander in Kommunikation treten. Man sollte sich immer austauschen: Um was geht es denn in dem Spiel? Was spielst Du eigentlich gerne?

[00:22:49] Madeline: Was gefällt Dir daran? Und es gibt auch ganz viele Spiele, die man gemeinsam spielen kann. Also das auch nicht von vornherein ablehnen, sondern auch schauen, wie man da interagieren kann. Und das kann auch unheimlich viel Spaß machen. Auch wenn man es selber noch nicht kennt. Dann lernt man es eben kennen.

[00:23:02] Jonas: Man kann immer was dazu lernen. Dann bedanke ich mich bei Dir für diese tolle Folge. hat super viel Spaß gemacht.

[00:23:08] Madeline: Ich danke Dir.

[00:23:10] Jonas: Und in unserer nächsten Folge geht es um das Thema: Jugendschutz und Gaming. Also wir bleiben in dieser Gaming-Schiene jetzt erstmal drin und freuen uns dann, wenn Du nächstes Mal wieder reinhörst. Bis dann. Ciao.

[00:23:21] Madeline: Tschüss.

[00:00:00] Jonas: Hallo und herzlich Willkommen zu einer neuen Folge: Hilfe, mein Toaster brennt! Schön, dass Du wieder eingeschaltet hast. Heute geht es um das Thema: Bezahlen im EU-Ausland. Also, macht es Sinn mit Bargeld zu verreisen oder sollte ich vielleicht doch eine Kreditkarte mitnehmen? Und was ist wenn ich zum Beispiel in einem Land bin, dass gar keinen Euro hat? Soll ich dann in Euro zahlen oder in der Landeswährung? Das und viel mehr gibt's heute. Also, bleib dran.

[00:00:18] Intro-Musik

[00:00:32] Jonas: Wie immer sitzt die Nina neben mir. Schön, dass Du da bist. Und als heutigen Gast haben wir den Patrick am Start.

[00:00:38] Patrick: Hallo.

[00:00:39] Jonas: Hallo. Du bist hier Jurist. Du reist selber gerne. Schön, dass Du Dir heute Zeit genommen hast. Und Du erzählst uns heute ein bisschen was zum Thema: Bezahlen im EU-Ausland.

[00:00:47] Patrick: Genau. Freue mich.

[00:00:50] Nina: Eine Sache. Das ist so ein Mythos. Den müssen wir jetzt gleich mal vorab klären. Also, ich war vor Kurzem mit Freunden in Italien. Gefühlt erzähle ich das in jeder Podcastfolge. Also ich war mit Freunden in Italien und ein Freund von mir hatte ganz viel Bargeld dabei. Wo ich mir schon so gedacht habe: Ey, machen das nicht irgendwie nur unsere Eltern, dass sie da so mit mega viel Bargeld reisen? Und die Begründung war dann, wenn wir auf der Autobahn Maut zahlen und er das mit der Karte bezahlt könnte die ja eingezogen werden. Kann sowas wirklich passieren?

[00:01:23] Patrick: Also ich würde jetzt einfach mal behaupten, dass nein. Weil, wenn die Karte eingezogen werden würde, dann müsste ja hinter dem Automaten irgendwo ein Fach sein, wo lauter abgelegte Karten dann drin liegen würden, die die Mautbetreiber-Gesellschaft dann einsackt und vielleicht wieder herausgeben müsste an irgendwelche Banken. Nee, also Spaß beiseite. Was passieren kann ist, dass die Karte halt einfach nicht akzeptiert wird, weil entweder der Magnetstreifen nicht funktioniert. Also man muss da ja auch keine PIN eingeben an der Mautstation. Und, dass die Zahlung einfach nicht durchkommt und dann kommt die Karte wieder raus. Da muss man drauf achten. In Italien geht dann die Schranke trotzdem auf und man bekommt dann einen Zettel von der Mautstation, wo es heißt: Bitte bezahlen Sie dann an der nächsten Station.

[00:02:00] Nina: Und mit der Begründung macht es aber dann ja doch Sinn auch Bargeld mitzunehmen. Oder nicht? Falls eben meine Karte nicht funktioniert.

[00:02:07] Patrick: Es ist in der Tat so, dass sogar der ADAC sagt, man soll dann lieber mit Bargeld bezahlen. Es kann ja sein, dass die Karte nicht akzeptiert wird. Und, wenn man dann nicht merkt, dass man eben auf dem Zettel, den man dann bekommt draufsteht: Bitte bezahlen Sie an der nächsten Mautstation, dann kann es sein, dass man ein Jahr später eine Mahnung bekommt, weil man nicht bezahlt hat. In dem Moment, wo die Karte wieder rauskommt merkt man das nicht. Die Schranke geht auf, man fährt weiter. Da merkt man gar nicht, dass die Zahlung nicht durchgekommen ist. Und wer kontrolliert hinterher seinen Kontoauszug, um zu sehen, ob auch tatsächlich alle Mautbeträge abgebucht wurden. Also in dem Fall kann es sinnvoll sein, eben mit Bargeld zu bezahlen, aber ich denke das ist auch eher die Ausnahme. In den meisten Fällen wird auch die Karte funktionieren und akzeptiert werden. Also man muss nicht unbedingt mit Bargeld bezahlen. Man kann sich natürlich aber auch in die längere Schlange stellen, wo es ein bisschen länger dauert und das Geld abgezählt dann da reinwerfen.

[00:02:52] Jonas: Wir sind jetzt schon beim guten Stichwort: Bargeld. Das ist ja so das Ding von uns Deutschen. Wir haben immer gern Bargeld bei uns. Wir drei sind da jetzt vielleicht mal ein Sonderfall. Wir wohnen alle drei in Frankreich und kennen eigentlich nur noch die kleine schöne Plastikkarte mit der man alles bezahlen kann. Was ist für Dich der große Vorteil, wenn man jetzt nur mit Karte zahlt? Oder würdest Du grundsätzlich sagen, es macht schon Sinn Bargeld mit dabei zu haben, aber eine Kreditkarte oder Bankkarte kann trotzdem immer hilfreich sein, wenn man im Ausland ist.

[00:03:23] Patrick: Ich würde sagen, ganz wichtig ist, dass man einen gewissen Mix dabei hat. Also nicht nur Bargeld. Ein bisschen Bargeld für kleine Läden, die vielleicht keine Karte akzeptieren, aber gerade im Ausland, wie Du ja auch sagtest, es ist so ein Ding von uns Deutschen, dass wir überall mit Bargeld bezahlen müssen. Es ist in vielen Ländern, in Frankreich auf alle Fälle, nicht üblich, dass man viel mit Bargeld bezahlt. Man wird da auch teilweise komisch angeschaut. Größere Beträge werden sowieso nicht bar akzeptiert. Also da würde ich auf alle Fälle auch auf die Karte setzen und vielleicht auch auf die Kreditkarte. Die ist international einfach viel gängiger und auch anerkannter. Und man bekommt auch weniger Problemme, als wenn man mit der deutschen Girokarte irgendwo bezahlt. Da kann es halt sein, dass es teilweise zu Problemen kommt. In der Regel ist die auch akzeptiert, aber gerade was Gebühren angeht, weil es ein deutsches System ist, sind die Gebühren eher hoch als wenn man jetzt Kreditkarten benutzt. Ansosnten kann man sich schon innerhalb Europas darauf verlassen, dass eine Karte überall akzeptiert wird. Es besteht also kein Grund groß Bargeld mit sich rumzuschleppen. Außer vielleicht, wenn man jetzt gerade so in kleineren Läden ist, die eben kein Kartenlesegerät haben. Was aber gerade auch im Ausland gar nicht so oft der Fall ist. Also auch da kann man seine Kleinstrechnungen auch durchaus mit der Karte bezahlen und Bargeld wird gar nicht so gerne gesehen.

[00:04:35] Jonas: Und wie ist das, wenn ich jetzt wirklich nicht auf mein Bargeld verzichten kann und ich jetzt zum Beispiel in Polen bin. Die zahlen ja nicht mit Euro, sondern in Sloti. Soll ich dann, wenn ich am Bankautomaten bin, in Euro. Also Du bekommst ja einen Umrechnungskurs zwischen Euro und Sloti. Wie lasse ich mir das ausbezahlen? Ich kenne das zum Beispiel aus den USA. Du bist an der Kasse und wirst dann gefragt: Möchten Sie in Euro oder Dollar bezahlen? Also lieber in der Landeswährung zahlen oder in Euro bezahlen? 

[00:05:00] Patrick: Da kann man grundsätzlich sagen: Immer in der Landeswährung bezahlen, weil da bekommt man den tagesaktuellen Kurs. So wie das Geld dann auch an der Börse umgerechnet wird. Wenn man in Euro bezahlt, dann lässt sich der Kartenbetreiber oder eben die Bank den Service auch bezahlen. Die geben einem einfach einen schlechteren Umrechnungskurs. Dann bekommt man halt statt 4 Sloti, 3 Sloti raus, was man dann auch gar nicht unbedingt bemerkt, wenn man jetzt nicht gut im Kopfrechnen ist und den Umtauschkurs im Kopf hat. Man denkt sich dann vielleicht: Ah in Euro bezahlen ist schon ganz praktisch. Da wird mir 100 Euro abgebucht, wenn ich da drauf drücke. Aber ich bekomme halt auch viel weniger Landeswährung mit dem Betrag, weil der Wechselkurs einfach schlechter ist. Also da kann man einfach sagen: Immer in der Landeswährung abheben und man muss auch sagen, das ist ein gutes Zubrot von den Banken im Ausland oder den Automatenbetreibern. Und der Abhebe-Prozess ist auch so gestaltet, dass man instinktiv eben auf Euro klicken will. Wenn man sich das mal anschaut. Da wird dann auch mit rot und grün gearbeitet oder mit rechts und links. Wo man halt instinktiv eher hinklickt, da ist es meistens teurer.

[00:05:58] Nina: Genau das ist mir auch in der Schweiz passiert. Da wollte ich Geld abheben, ich weiß gar nicht was das war. Ich glaube für... irgendwas wollten wir da machen. Eine Aktivität, die wir gerade eben dann doch bar bezahlen sollten und wo das nicht per Karte ging. Jedenfalls hab ich dann natürlich auf Euro geklickt, weil ich einfach - wie schon sagsts - das Bekannte auf dem Geldautomaten dann ausgewählt habe. Und dann natürlich erst im Nachhinein erfahren, dass ich das anders hätte machen sollen. Ja, wird mir nicht mehr passieren. Du hast schon angedeutet, den Unterschied zwischen der EC- / Girokarte-Karte. Und dann gibt es noch die Kreditkarte. Und du meintest, auf Reisen greife ich auf jeden Fall eher auf die Kreditkarte zurück, oder? Mit der anderen kann es teuer werden. Kannst Du nochmal den Unterschied erklären?  

[00:06:44] Patrick: Also es ist in der Tat so. Das Wichtigste beim Reisen - würde ich sagen - ist eine gute Kreditkarte. Da gibt es so viele Angebote. Auch Reisekreditkarten, die letztendlich kostenlos sind. Wo man insbesondere auch drauf schauen muss, ob man am ausländischen Bankautomaten kostenlos Geld abheben kann. Es ist ja so, dank der Europäischen Union kostet das Abheben überall gleich viel. Wenn ich in Deutschland bei einer Bank Geld abhebe und das kostet mich was, dann kostet mich das auch im Ausland Geld, zum Beispiel ich habe meine Sparkassenkarte. Dann kann ich bei der Sparkasse kostenlos Geld abheben. Wenn ich allerdings zur Volksbank gehe oder zur Deutschen Bank, dann kostet mich das 3,95 Euro. Und genauso ist das dann im Ausland. Nur im Ausland gibt es keine Sparkasse, das heißt ich gehe halt immer zu einer fremden Bank und ich zahle dann auch immer 3,95 Euro. Jetzt ist es aber so, wenn man eine Kreditkarte hat, dann steht ja auch oft am Automaten das Visa-Zeichen oder das Mastercard-Zeichen. Da gibt es dann Verträge oder Abkommen, wo es oftmals kostenlos ist mit der Kreditkarte abzuheben. Unabhängig davon, ob man bei der Deutschen Bank, Sparkasse oder eben im Ausland bei der BNP Paribas oder bei der Santander Bank abhebt. Deswegen, gerade im Ausland lohnt sich dann eben doch eine Kreditkarte zu haben, wo man dann auch alle Automaten nutzen kann.

[00:07:52] Jonas: Ich denke auch ein ganz großer Vorteil von Kreditkarten ist, wenn man zum Beispiel einen Mietwagen buchen möchte oder ein Hotel reservieren möchte, dann geht das meist auch nur mit der Kreditkarte. Auch einer richtigen Kreditkarte und keiner Pre-Paidkreditkarte, wo man einfach nur Geld draufzahlt. Da habe ich nicht so gute Erfahrungen mit gemacht. Aber ich denke das ist auch so ein Appell, den man den Leuten mitgeben kann, dass so eine Kreditkarte nicht nur Nachteile hat, sondern eben auch sehr komfortabel ist, was so Reservierungen angeht. Würdest Du das auch so unterschreiben?

[00:08:21] Patrick: Das würde ich genauso unterschreiben. Auch zum Beispiel, wieder zu dem Thema zurückzukommen. Wenn der Automat vielleicht doch Mal die Karte schlucken sollte oder sie geklaut wird, dann hat man zumindest noch eine Zweitkarte. Also eine Kreditkarte und eine Girokarte. Insofern ist man dann auch auf Nummer sicher. Gerade auch beim Mietwagen. Wir haben da viele Fälle, wo Leute vor Ort beim Mietwagenverleih stehen, das Auto vielleicht vorher schon reserviert haben, auch mit ihrer Girokarte vorher bezahlt haben. Und vor Ort heißt es dann: Ja, jetzt brauchen wir noch eine Kreditkarte als Sicherheit. Für den Fall, dass es eben zu Schäden kommt. Und dann sagen die Leute: Aber ich habe doch gar keine Kreditkarte oder ich kenne den PIN von der Kreditkarte nicht, weil ich hab die halt irgendwann einmal von der Bank bekommen. Die liegt jetzt hier halt in meinem Portemonnaie, aber den PIN habe ich nie benutzt. Weiß ich auch nicht. Dann ist halt gerade bei so kleineren Mietwagen-Vermietern so, dass dann das Auto eben nicht übergeben wird, weil halt die Sicherheit nicht geleistet wird.

[00:09:11] Jonas: Ja, auch mal ein Appell an meine Freunde, weil die haben alle keine Kreditkarte. Da darf ich immer reservieren. Besorgt euch eine Kreditkarte.

[00:09:18] Nina: Macht es denn grundsätzlich Sinn, dass ich vor einer Reise immer Kontakt zu meiner Bank aufnehme und dann auch mal nachfrage, kann ich in dem Land kostenlos abheben? Was muss ich da beachten? Also, dass man das so vorher ankündigt? 

[00:09:32] Patrick: Kann man machen. Also grundsätzlich würde ich mal sagen, kann man auch in das Preis-/Leistungsverzeichnis seiner Bank schauen. Da steht das auch drin. Also das ist meistens das, was man so in den AGB akzeptiert hat, was man so an Gebühren bezahlt von Abhebungen an Automaten. Bei eigenen Automaten, bei Fremd-Automaten. Was sinnvoll sein kann ist, wenn man eine längere Zeit ins Ausland geht. Es gibt ja auch Computerprogramme von den Banken, die Auffälligkeiten beobachten. Wenn jetzt auf einmal viele Abhebungen von jemandem, der sein Dorf nie verlassen hat, jetzt auf ein Mal in Süd-Spanien auftauchen, dann kann es sein, dass da intern bei der Bank dann mal ein Alarm losgeht und die Karte vorsorglich gesperrt wird. Weil man eben davon ausgeht, dass das hier ein Kartenmissbrauch sein kann. In so einem Fall kann es tatsächlich sinnvoll sein, dass man seiner Hausbank Bescheid sagt und sagt: Apropos, ich bin jetzt dann auch mal längere Zeit weg und ich werde größere Summen, Transaktionen in dem und dem Land vornehmen. Das bin ich. Also kein Grund zur Sorge. Das wäre so ein Fall. Aber, wenn man jetzt ganz normal in den Urlaub fährt oder auch öfter mal unterwegs ist, dann sollte das auch kein Problem sein.

[00:10:31] Jonas: Ich kenne das nur von meiner Kreditkarte. Das ist eigentlich relativ einfach einzustellen. Bei mir war Europa schon vollständig ausgewählt. Also ich kann sowieso in ganz Europa bezahlen, aber ich konnte dann selbst noch definieren, wenn ich jetzt irgendwo in Afrika unterwegs bin oder ich irgendwelche Länder in Nordamerika ausschließen will, da kann man sich je nach Bank natürlich entsprechend auch darauf einstellen. Wenn ich jetzt weiß, ich mache einen Urlaub in Australien, dann lasse ich es halt freischalten oder wie Du gesagt hast. Dann sage ich vielleicht kurz dem Bankberater Bescheid, dass ich mich in Australien aufhalte.

[00:11:02] Patrick: Man sollte allerdings auch nicht zu vorsichtig sein und gleich alle Länder sperren bis auf Deutschland. Weil dann ist man doch mal über das Wochenende in den Niederlanden oder in Dänemark und man merkt nicht mehr, was man vor 5 Jahren eingegeben hat. Dann funktioniert die Karte nicht. Das sollte man natürlich dann auch bedenken.

[00:11:18] Nina: Das Thema kontaktlos bezahlen hatten wir noch gar nicht. Wie gesagt, wir drei wohnen in Frankreich, da ist es relativ gängig. Ich hab schon mal eine einzelne Briefmarke per Karte bezahlt, was ich am Anfang komisch fand. Und dann noch kontaktlos bezahlt. Da halte ich die Karte ja einfach ans Gerät hin. So eine Sekunde. Dann piepst es und alles ist gut. Damit habe ich dann schon bezahlt. Ich muss dann auch keine PIN eingeben. Ich glaube, manche sind da noch ein bisschen skeptisch. Patrick, ist das irgendwie gefährlich? Gibt es da Risiken beim kontaktlos Bezahlen? Und, muss ich da irgendwie mit Gebühren rechnen?

[00:11:50] Patrick: Also ich würde mal sagen, das Leben ist immer lebensgefährlich, aber jetzt mit dem kontaktlosen Bezahlen gibt es keine besonderen Risiken. Im Gegenteil. Wahrscheinlich ist es sogar weniger gefährlich als jetzt einen 50 Euro Schein im Geldbeutel zu haben. Wenn der geklaut wird, sind die 50 Euro weg. Wenn die Kreditkarte im Geldbeutel geklaut wird, dann ist man eigentlich auch abgesichert. Allgemein kann man sagen, dass wenn eine Abbuchung stattfindet, die nicht autorisiert wurde, dann muss die Bank das auch erstatten. Man sollte halt regelmäßig seine Kontoauszüge checken und schauen, ob die Abbuchung von mir autorisiert wurde. War ich das? Und wenn nicht, dann kann ich die reklamieren und das wird dann auch in der Regel problemlos erstattet. Aber spätestens wenn mein Portemonnaie geklaut wird, sperre ich meine Karte oder schaue mal nach, was in der Zwischenzeit mit der Karte passiert ist. Und in der Regel dürfte dann auch nichts passieren. Und das kontaktlose Bezahlen selber geht auch nur bis zu einem Maximalbetrag. Und in gewissen Abständen muss man das auch wieder mit der PIN bestätigen. Man kann also nicht unendlich oft mit der Karte kontaktlos überall bezahlen. Das ist dann auch gedekelt bei 150 Euro. Da muss man dann mal wieder eine PIN eingeben, um zu bestätigen, dass man auch noch Inhaber dieser Karte ist. Also, dass man seine Karte bei sich hat. Insofern würde ich sagen, kontaktloses bezahlen, mir wäre da auch kein Fall bisher bekannt, wo mal jemand mit auf die Nase damit gefallen ist. Im Gegenteil. Das ist einfach total praktisch, wenn man am Automaten steht und für 1,50 Euro einen Kaffee zieht und man hat das Münzgeld eben nicht dabei. Man hält einfach die Karte davor und erhält die Ware oder auch beim Parkscheinautomaten oder generell bei Automaten. In Deutschland habe ich immer mal wieder das Problem, dass ich die Münzen und Scheine nicht dabei habe und eben kein Feld ist für das kontaktlose Bezahlen. Wo ich mir dann auch wieder denke, dass ist auch wieder ein Beispiel, warum man vielleicht im Ausland oder im Urlaub - also wenn man in Deutschland Urlaub machen sollte - dann doch Bargeld mitnehmen sollte, weil eben die Karte hier nicht akzeptiert wird. Aber,...

[00:13:38] Nina: Also sich dann vorher kurz über die Gepflogenheiten des Landes informieren, was da so üblich ist. Acuh über das Thema Trinkgeld kann man sich natürlich vorher informieren. Wie viel man da gibt. Das ist einfach total unterschiedlich von Land zu Land. Aber ist mir auch schon so gegangen, dass ich dann in Deutschland in meiner Lieblings-Bar stand mit meinem Bierchen in der Hand und dann habe ich die Karte gezückt, wo ich mir gedacht habe: Nee, nee. Das werden die hier niemals akzeptieren. Und dann hatte ich zum Glück Münzen. Und Du meintest, die Karte bietet diese zusätzliche Sicherheit, sich auch Zahlungen, die nicht ich gemacht habe, falls sie mir doch mal geklaut wird, kann ich die rückgänig machen? Stichwort: Chargeback. Was muss man hierzu wissen?

[00:14:18] Patrick: Es gibt da mehrere Gründe, warum ich eine Abbuchung rückgängig machen kann. Immer dann, wenn ich die Zahlung nicht autorisiert habe. Also wenn jemand meine Karte geklaut hat oder mit irgendwelchen technischen Tricks mein Konto belastet. Das ist eine nicht autorisierte Abbuchung. Die kann ich immer rückgänig machen. Da gibt es einen Betrag von 50 Euro. Den mir die Bank berechnen kann, wenn ich dann die Karte sperre bzw. missbräuchliche Abbuchungen erfolgt sind. In der Regel bekomme ich selbst die erstattet. Und dann gibt es noch die Möglichkeit bei zwar autorisierten Abbuchungen, aber doch bei betrügerischen Händlern auf der anderen Seite. Das man eben dieses Chargeback machen kann. Das ist eine Besonderheit bei der Kreditkarte. Ähnlich wie der Paypal-Käuferschutz. Also wenn das wirklich Betrüger auf der anderen Seite sind und ich habe mit Kreditkarte bezahlt, dann kann ich das einfach rückgänig machen. Oder aber auch bei einer Insolvenz ist die Möglichkeit, Dein Geld zurückbuchen zu lassen über die Kreditkarte. Man hat jetzt auch gerade gesehen in den letzten zwei Jahren mit der Corona-Krise. Die, die ihre Flugtickets und auch Hotelreservierungen mit Kreditkarte vorgenommen haben, die hatten es im Zweifel leichter ihr Geld zurückzubekommen, wo dann eben die Airlines erst mal gemauert haben: Nee, wir erstatten es jetzt nicht oder wir erstatten es, aber es dauert noch. Die sind dann einfach zu ihrer Kreditkarten-Firma gegangen und haben gesagt: Hier, Flug wurde storniert. Corona. Können Sie in der Zeitung nachlesen, das ist nachweisbar. Ich habe einen Anspruch auf Erstattung des Geldes. Die Airline will mir das nicht erstatten. Bitte buchen sie das zurück. Und das hat auch funktioniert. Oder bei den großen Insolvenzen. Air Berlin vor ein paar Jahren. Die, die da eine Kreditkarte hatten, die haben darüber ihr Geld wieder bekommen. Die, die per Überweisung bezahlt haben. Ja, die konnten sich dann beim Insolvenzverwalter anmelden und haben dann in 5 Jahren vielleicht 2,63 Euro bekommen, was ihr Anteil war von der Insolvenzmasse. Also auch da ist Kreditkarte schon durchaus vorteilhaft.

[00:16:05] Jonas: Ich hatte das auch letztes Jahr tatsächlich mit meinem Flug in die USA, der storniert wurde aufgrund von Corona. Und da ging auch das Geld relativ schnell dann zurück aufs Konto. Das ist wirklich eine praktische Sache. Jetzt aber noch einmal kurz zum Thema Betrug oder wenn die Karte geklaut wird oder das Portemonnaie oder die Karte. Du hattest vorhin ein cooles Beispiel, dass wenn Du 50 Euro dabei hast und die werden Dir aus dem Portemonnaie geklaut, dann sind sie weg. Bei der Kreditkarte, die kann man dann sperren lassen. Da gibt es eine allgemeine Sperrrufnummer: 116 116. Da kann man dann auch eben die Karte sperren lassen, wenn sie geklaut wurde. 

[00:16:39] Patrick: Genau. Es gibt diese allgemeine Sperrnotrufnummer von den Banken. Da kann man anrufen und dann kommt so eine Computerstimme. Da gibt man seine Daten ein und dann wird das Ganze gesperrt und hinterlegt. Oder man kann auch direkt bei seiner Bank anrufen und sagen: Hier, meine Karte wurde geklaut. Bitte sperrt das Konto. Da kann es auch sinnvoll sein, wenn man eine gute Bank hat bzw. viele Banken bieten das an, dass man dann auch so eine Art Reiseversicherung hat, dass die dann eben schnell Bargeld noch schicken oder schnell eine Ersatzkarte zukommen lassen, wenn es in dem Portfolio mit drin ist. Daher kann es sich auch lohnen, bei der eigenen Bank noch nachzufragen, was man denn jetzt machen soll. Klar, das sperren kann man über die allgemeine Sperrnotrufnummer machen. Die ist ja auch schön eingängig von der Kürze, aber doch mal bei der Bank fragen, ob die einem irgendwie helfen kann, wenn man denn Hilfe braucht. Vielleicht hat man ja noch das Sackerl Bargeld dabei und ist darauf nicht angewiesen

[00:17:30] Nina: Hat noch ein paar Scheinchen in dem Hotelzimmer in den Socken versteckt oder so.

[00:17:33] Patrick: Genau.

[00:17:34] Nina: Hast Du noch einen abschließenden Tipp für uns, den wir jetzt noch nicht erwähnt haben, wenn ich im Urlaub bezahlen möchte? Patrick schüttelt den Kopf. Das hast Du jetzt nicht gehört, aber hat den Kopf geschüttelt. Es ist alles losgeworden, was Du uns heute sagen wolltest. Das ist ja toll. Wir haben natürlich auf unserer Webseite auch sehr viele Infos zu dem Thema. Die machen wir euch alle in die Shownotes. Außerdem gibt es sehr bald von uns auch zwei Broschüren zu dem Thema, die es auch online geben wird. Und die könnt ihr euch dann natürlich auch sehr gerne anschauen und von unserer Webseite evz.de dann auch runterladen. Und ja, ich hoffe die Tipps haben Dir geholfen. Dann kannst Du völlig selbstbewusst in Deinem nächsten Urlaub Dein Kärtchen an das Gerät halten und musst Dir keine Gedanken mehr machen.

[00:18:22] Jonas: Und noch ein bisschen Werbung in eigener Sache. Wenn Dir der Podcast gefallen hat oder wenn Du sagst, ein Freund oder ein Bekannter von mir könnte die Info gebrauchen, dann verbreite das gerne weiter. Bewerte uns gerne bei Apple Podcasts oder wo auch immer. Wir sind jetzt auch auf Youtube. Also wir freuen uns über jegliches Feedback, weil das hilft uns auch weiter zu wachsen und Dir die bestmögliche Qualität zu bieten.

[00:18:45] Nina: Danke Patrick, dass Du heute mit dabei warst. 

[00:18:47] Patrick: Danke. Gerne.

[00:18:48] Nina: Und wir hören Dich hoffentlich beim nächsten mal. Mach's gut.

[00:00:00] Nina: Hallo zu einer neuen Folge "Hilfe, mein Toaster brennt!". Du weißt mit Sicherheit, was Greenwashing ist. Zu Deutsch: Grünfärberei. Wir unterhalten uns heute darüber, ob das beim Reisen eigentlich auch vorkommen kann und wie man Greenwashing beim nachhaltigen Reisen sofort erkennt.

[00:00:18] Intro-Musik

[00:00:33] Jonas: Ja und wir begrüßen unseren heutigen Gast Julia. Schön, dass du da bist.

[00:00:37] Julia: Hallo. Schön, dass ich heute mal mit dabei sein darf.

[00:00:40] Jonas: Ja, du bist unsere Expertin. Du bist Juristin hier bei uns beim EVZ Deutschland. Was bedeutet für dich nachhaltig reisen? Also für mich war das jetzt immer so Greenwashing. Nina hat's vorhin angesprochen gehabt. Für mich war das immer nur so: Wie kompensiere ich am besten zum Beispiel meine Anreise beim Flug oder mit der Bahn? Was bedeutet für dich nachhaltig reisen?

[00:00:58] Julia: Ja ganz genau so ging es mir vorher eigentlich auch. Bevor ich mich mit dem Projekt nachhaltig reisen befasst hatte, war es eigentlich immer so, dass ich vor allem an die Anreise gedacht habe. Dass man zum Beispiel Flugreisen vermeiden sollte oder nach Möglichkeit mit der Bahn verreist statt mit dem Auto. Aber jetzt im Zuge der Recherche, ja, hab ich festgestellt, dass es häufig auch darauf ankommt: Wie ist die Unterkunft? Ist sie umweltfreundlich? Was gibt es da für Möglichkeiten, Energie einzusparen? Und so weiter. Also, dass einfach der Blick darauf jetzt ganz anders gelegt ist.

[00:01:30] Nina: Das sind wir dann jetzt auch schon genau in unserem heutigen Thema drin. Wir wollen uns heute auf die Unterkunft konzentrieren und wie ich da möglichst, ja, die Umwelt und Umweltschutz achten kann. Übrigens eine Folge zum Thema nachhaltig reisen hatten wir vor Kurzem auch schon. Die heißt "Hilfe, ich will im Urlaub nicht an CO2 denken!". Hör da auch sehr gerne rein, wenn dich das Thema interessiert. So, Julia, kannst du uns ganz kurz erklären: Was ist eigentlich Greenwashing? Und was ist jetzt speziell Greenwashing beim Reisen oder bei der Unterkunft beim Reisen?

[00:02:06] Julia: Ja, unter Greenwashing, also zu Deutsch Grünfärberei, versteht man die Praktiken von Unternehmen, die sich als umweltfreundlich darstellen, obwohl dem gar nicht so ist. Das Ganze erfolgt zu Marketingzwecken und Verbraucher werden eben durch falsche Angaben in die Irre geführt. Speziell für die Unterkünfte bedeutet das, dass beispielsweise vorgegeben wird: Wir nutzen Öko-Strom. Oder wir vermeiden Plastik usw. Aber das Ganze entspricht nicht der Realität. Und vor Ort sieht dann der Verbraucher, dass sich das Ganze ganz anders darstellt als geworben wurde.

[00:02:43] Nina: Ich finde auch, also ich hab selber das Gefühl, dass ich mehr und mehr, wenn ich eine Reise buchen möchte, dass mir da so Begriffe unterkommen wie Öko-Lodge, wie Bio-Hotel. Und da habe ich mich auch schonmal gefragt, ob sich einfach jeder so nennen kann oder ob man bestimmte. so was man erfüllen muss, um sich diese Attribute zu geben.

[00:03:04] Julia: Ja ganz genau das ist das Problem. Die Unterkünfte können sich die Kriterien selbst festlegen. Und das wird teilweise nicht von einer externen Stelle überprüft und darin liegt eben genau die Gefahr.

[00:03:18] Jonas: Wenn ich jetzt bei einer Hotelreservierung bin und mir nicht ganz sicher bin. Woran erkenne ich denn, dass es wirklich nachhaltig ist?

[00:03:25] Julia: Also zuallererst sollten Verbraucher immer kritisch sein und sich fragen: Wie transparent ist eigentlich das Engagement für die Nachhaltigkeit wirklich? Gibt es zum Beispiel auf der Seite weitere Informationen über das Projekt? Wer ist der Veranstalter, der sich dort engagiert? Außerdem können Verbraucher auch mal auf der Website ins Impressum schauen und dort bekommen sie dann weitere Informationen: Darüber steckt ein unternehmerisches Interesse dahinter oder ist es eine gemeinnützige Einrichtung? Oder auch beispielsweise, wenn man gar keine Kontaktdetails findet ist das natürlich sehr unseriös. Außerdem sollte man auch den Preis im Blick behalten. Bei einem sehr günstigen Angebot ist natürlich etwas schwierig dann zu vermuten, dass ich sehr der Anbieter wirklich für Nachhaltigkeit einsetzt. Bei meiner Recherche war es allerdings so, dass ich mich besonders auf die Labels und Siegel konzentriert hatte und festgestellt habe, dass die unter Umständen das für Reisen in Deutschland und Europa Orientierung bieten können.

[00:04:30] Jonas: Und gibts da irgendwie einheitliche Siegel? Gibt's da irgendwie ein europäisches Siegel, wo man sagen kann, das steht immer für Nachhaltigkeit? Da kann man sicher sein, dass das Unternehmen auch entsprechend ökologisch ist?

[00:04:42] Julia: Das ist genau das Problem. Man spricht hier eigentlich von einem Label-Dschungel. Es gibt unzählige Labels. Und eben keine einheitlichen Kriterien. Das heißt, es kann, dass sich der Anbieter das Label einfach selbst verleiht und es keine Stelle gibt, die das unabhängig überprüft.

[00:05:00] Nina: Das ist ja schon richtig krass. Also dann hat das Label ja gar keinen Wert, wenn ich mir das selber vergebe. Und wie muss ich mir das konkret vorstellen: Also gehe ich da zum Beispiel auf die Webseite des Hotels und das steht dann da irgendwo dieses Label. Weil ich denke da jetzt gleich eher an so Online-Shop, wo vielleicht oben dieses Trsuted Shops-Logo steht oder so. Ist das irgendwie ähnlich oder ist es da ganz anders.

[00:05:20] Julia: Ja es kann sein, dass die Unterkunft das Label auch auf der Website schon darstellt, dass man direkt sieht, OK, hier wird sich für Nachhaltigkeit eingesetzt. Es kann aber auch genau der umgekehrte Fall sein. Wenn es beispielsweise eine sehr kleine Unterkunft ist, dann gibt es häufig auch kein Label, obwohl sie vielleicht sogar eines haben, oder es ist einfach etwas versteckt. Also man kann hier nicht das so pauschal beantworten, dass auch nur Unterkünfte mit Labels wirklich nachhaltig sind.

[00:05:50] Nina: Wie kommt es da denn überhaupt dazu, dass es da so viele unterschiedliche Siegel gibt?

[00:05:55] Julia: Das kommt daher, dass es eben auch keine Stelle gibt, die dort Vorgaben macht. Wie schon gesagt hatte: Teilweise wird sich auch selbst ein Label verliehen und so gibt es auch verschiedene Bereiche für Labels, gerade jetzt zum Thema Nachhaltigkeit. Nicht nur in der Reisebranche. Man kennt das ja auch beispielsweise im Bereich Kleidung usw. Dort gibt es ja auch die Nachhaltigkeits-Labels.

[00:06:20] Jonas: Du hast gerade eben gesagt, das ist wie so ein Label-Dschungel. Woran erkenne ich denn jetzt als Verbraucher:in, dass es sich da um ein seriöses Umwelt-Label handelt.

[00:06:29] Julia: Genau an dieser Stelle können Label-Portale helfen. Es gibt da verschiedene Anbieter. Besonders zu nennen ist hier das Label-Portal der Verbraucher Initiative e.V. Diese geben einen sehr guten Überblick zu Labeln in den verschiedensten Kategorien. Unter anderem auch zum Thema Tourismus. Aber die Suche kann auch in anderen Bereichen weiter verfeinert werden. Man kann etwa speziell für die EU suchen.

[00:06:54] Jonas: Und wir schon packen euch das natürlich wieder alles runter in die Show Notes. Dann kannst du da draufklicken und kannst dir einfach selbst mal einen Überblick verschaffen, was für Labels es gibt und welche seriös sind.

[00:07:06] Nina: Und Julia beim Durchforsten dieser Label-Portale: Ist dir da ein Label aufgefallen, wo man wirklich jetzt mal sagen kann: Darauf kann ich vertrauen. Wenn ich das wo sehe, dann ist das wirklich eine nachhaltige Unterkunft, Herberge, Hotel, wie auch immer. Ja, wie heißt das? Wie sieht es aus, wie erkenne ich das? Und, was sich mich dann fragen würde: Gibt es das jetzt in Deutschland? Wenn ich jetzt in ein anderes Land reisen möchte, wenn ich meinen Urlaub in, weiß ich nicht, Italien, Kroatien, Spanien verbringen möchte. Gibt’s da überhaupt die gleichen Label oder gibt’s irgendwas in Europa einheitliches?

[00:07:39] Julia: Wenn man in der Europäischen Union verreisen möchte, dann ist besonders das EU Ecolabel zu nennen. Das ist das europäische Umweltzeichen. Vielleicht habt ihr das auch schon mal gesehen. Das erkennt man daran, dass das so eine Blume und die Blüte selbst besteht aus den Sternen, die man von der EU-Flagge kennt.

[00:08:01] Nina: Kurzer Fun Fact: Ich hab das tatsächlich auf unserem Toilettenpapier hier im EVZ mal entdeckt.

[00:08:07] Julia: Genau. Also das Label wird nicht nur im Bereich Tourismus vergeben, sondern eben auch an Produkte und seit dem Jahr 2000 auch an Dienstleistungen.

[00:08:17] Jonas: Ich persönlich verbinde mit Nachhaltigkeit auch immer so direkt teuer. Aber stimmt das? Muss das immer teuer sein, damit es auch wirklich nachhaltig ist?

[00:08:24] Julia: Also wenn man jetzt von Fernreisen ausgeht, dann ist das schon meistens so, dass diese im Luxus-Segment angesiedelt sind. Aber es besteht natürlich auch mit kleinerem Geldbeutel die Möglichkeit, beispielsweise aufs Camping umzusteigen und einfach sich auch mal ein Zelt auszuleihen anstatt sich sofort das ganze Equipment zu kaufen. 

[00:08:46] Nina: Klar, Camping ist und bleibt einfach eine der umweltfreundlichsten Möglichkeiten, um wo zu übernachten. Da brauche ich jetzt vielleicht gar nicht unbedingt ein Siegel oder muss mir nicht groß Gedanken über Greenwashing machen. Da kommt einfach ein Hotelkomplex mit beheiztem Pool und dauerhaft laufender Klimaanlage wird da niemals rankommen. Wobei man da dann ja auch vor Ort einfach mal so bewusst drauf achten kann: Wird da eigentlich was für die Umwelt umgesetzt? Wird da auch auf dem Campingplatz Wasser gespart? Vielleicht sogar das Personal auch mal ansprechen. Und Julia, du meintest ja, das EU Ecolabel wird zum Beispiel auch an Campingplätze vergeben?

[00:09:27] Julia: Ja, ganz genau. Das ist eben der Vorteil. Wenn man vor Ort ist, kann man dort auch eben schauen: Erkenn ich dieses Label mit der Blume wieder? Wenn man vor Ort schaut, ob man den Campingplatz nutzen möchte oder nicht und mach sich einfach auch selbst ein Bild: Wie nachhaltig ist das hier vor Ort?

[00:09:45] Nina: Einen Tipp hast du uns auch vorher schon verraten: Man kann natürlich auch in der Recherche vorher nach Erfahrungen von anderen Reisenden suchen, richtig?

[00:09:53] Julia: Genau, das kann immer Aufschluss geben. Dort berichten viele auch auf Seiten speziell für Nachhaltigkeit von ihren Erfahrungen und all das kann auch helfen, eine Reise auszuwählen im Vorfeld. 

[00:10:07] Nina: Ja, ich hoffe, die ganzen Infos zu Gütesiegeln und Labeln helfen dir, wenn du das nächste Mal eine Unterkunft für deine Reise buchst. Vielleicht achtest du mal vermehrt drauf. Und auch wenn du dich mal für das Luxushotel entscheidest und dann sicher deine Gründe dafür hast. Natürlich kann man auch da was für die Umwelt tun und mit kleinen Gesten vor Ort dann doch wirklich was bewirken.

[00:10:33] Jonas: Wenn du der Meinung bist, dass wir jetzt vielleicht den ein oder anderen Tipp vergessen haben, kannst du uns das natürlich gerne auch nochmal schreiben an podcast@evz.de. Ansonsten vielen Dank an dich Julia

[00:10:42] Julia: Ja, gerne.

[00:10:42] Jonas: Ich hoffe, es hat Spaß gemacht. Und wir freuen uns, wenn du auch wieder bei der nächsten Folge zu "Hilfe, mein Toaster brennt!" reinhörst. Bis dann, ciao!

[00:00:00] Nina: Hallo und herzlich Willkommen zu "Hilfe, mein Toaster brennt!", unserem Verbraucher-Podcast. Und ihr wisst ja: Verbraucherschutz, das betrifft uns alle. Heute geht es um Fake Shops. Ich hoffe, das ist euch noch nie passiert und damit euch das nie passiert, hört euch diese Folge an. Das sind diese bösen Shops, wo di bezahlst und nie irgendwas bekommst.

[00:00:16] Intro-Musik

[00:00:30] Jonas: Ja und wer sich die vorherigen Folgen angehört hat, der weiß, dass wir jetzt schon seit über einem Monat auf unsere Bestellung warten. Wir haben nämlich ein Selbstexperiment gemacht. Wir haben ein Einhorn bestellt. Nina, wie sieht's aus? Was gibt’s denn da Neues? Was ist der Status Quo?

[00:00:42] Nina: Nichts Neues gibts! Es ist immer noch nicht da unser Plüsch-Einhorn. Wir haben mal über das Thema Dropshipping gesprochen in einer Folge. Wenn du dazu mehr wissen möchtest, hör dir unbedingt die Folge "Hilfe, meine Kuscheldecke stinkt!" an. Da erklären wir, was das ist. Und dann haben wir eben gedacht, yo, wir bestellten jetzt auf so einer Seite, die Dropshipping bestreibt vermutlich. Und gucken mal, ob das funktioniert. Bisher nicht so sehr. Es ist noch nicht da das Einhorn. Ich hab da mal hingeschrieben und gefragt, wann es denn ungefähr ankommt und warum sich das verzögert. Und ich hab auch nochmal geschrieben, dass ich es dringend brauche. Und dann gabs noch was Kurioses. Mir wurde ja eine andere Summe abgezogen. Ich hab hier die Mail auch nochmal vor mir. Da stand in der Bestellbestätigung stand da, dass das Plüsch-Einhorn, das übrigens leuchten soll und rosa ist, dass das 39,99 Euro kostet. Das war der Endpreis. Da stand dann noch so Versand null Euro, Steuern null Euro. Also war irgendwie alles mit drin. Abgezogen wurden mir aber 70 Cent mehr. 

[00:01:43] Jonas: Und warum, weiß kein Mensch. 

[00:01:44] Nina: Weiß man nicht. Also es sind jetzt auch nur 70 Cent, aber es kann ja trotzdem nicht sein, dass mir einfach eine andere Summe abgezogen wird. Das hab ich auch dann nochmal nachgefragt per E-Mail und bis heute keine Antwort.

[00:01:54] Jonas: Tja, vielleicht handelt es sich ja um einen Fake Shop. 

[00:01:56] Nina: Vielleicht

[00:01:56] Jonas: Wobei wir schon beim Thema wären.  

[00:01:58] Nina: Das stimmt.

[00:01:58] Jonas: Was ist eigentlich ein Fake Shop, Nina?

[00:02:00] Nina: Ein Fake Shop ist ein Online Shop. Das kennen wir alle. Wir haben alle schon online gekauft. Das ist aber ein Online Shop, den es entweder gar nicht gibt oder irgendwas betrügerisches macht wie meine Daten abgreifen und auf jeden Fall kein Shop, der mir wirklich was verkaufen will. 

[00:02:16] Jonas: Oder der dir was verkauft und dann hast du vielleicht ein Produkt von minderwertiger Qualität oder, wir haben's gerade eben gehört, bestes Beispiel: Da hat jemand ein Kopfkissen bestellt und eine Sonnenbrille bekommen. Also 

[00:02:29] Nina: Warum nicht, ist ja fast so ähnlich.

[00:02:30] Jonas: Es kam wenigstens was an.

[00:02:31] Nina: Und das war dann wohl eine Sonnenbrille, auf der stand Ray Ban drauf. War aber sehr offensichtlich nicht von Ray Ban. Also das war eine Billig-Sonnenbrille.

[00:02:40] Jonas: Wie kann ich denn einen Fake Shop jetzt eigentlich erkennen? Es gibt ja Online-shops wie Sans am Meer. Gibt es da irgendwelche Kriterien?

[00:02:45] Nina: Es gibt ein paar Kriterien, aber es ist oft super schwer, die zu erkennen. Ich würde jetzt mal behaupten, es kann wirklich jedem einzelnen von uns passieren, dass er mal bei einem Fake Shop bestellt und damit auf die Schnauze fällt. Wir haben es auch schon öfter mal erwähnt. Ganz wichtig: Guck ins Impressum. Das ist mal ein Tipp. Ist es vollständig? Gibt es überhaupt ein Impressum? Und steht da eine Adresse? Dann mach ich das manchmal so, dass ich sogar auf Google Maps gehe und gucke, was ist das für eine Adresse? Gibts die? Oder kommt mir da irgendwas komisch vor? Weil wenn die Adresse irgendwie eine Wiese ist, ja, dann ist das seltsam. 

[00:03:18] Jonas: Ja wir sind schon mittlerweile richtig paranoid, seitdem wir hier arbeiten. 

[00:03:22] Nina: Voll.

[00:03:23] Jonas: Früher einfach eingekauft und heute so: Oh, ich muss nochmal schnell bei Google Maps gucken. Gibts den Shop überhaupt?

[00:03:27] Nina: Ja, also Freunde halten mich auch für so ein bisschen bekloppt manchmal. Aber ist halt so. 

[00:03:33] Jonas: Ja, wir haben halt tagtäglich damit zu tun und dann wirst du halt echt so ein bisschen sensibilisiert. 

[00:03:37] Nina: Wenn man nur mit Juristen arbeitet den ganzen Tag. Ist voll praktisch. Weil zum Beispiel Juliane, die du auch schonmal in einer Folge gehört hast, mit der werde ich mich jetzt auch nochmal zusammensetzen und dann schreiben wir da hin, an den Shop, in dem wir das Einhorn bestellt haben. ich weiß gar nicht, was ich da sonst schreiben würde.

[00:03:53] Jonas: Ich glaube auch, dass manchmal, wenn du wirklich jemanden hast, der auch juristisch irgendwie was argumentieren kann, dann sind Online-Shop-Betreiber:innen, die sind dann so ein bisschen eingeschüchtert habe ich manchmal das Gefühl und dann kriegst du eher eine Antwort, als wenn wir jetzt als Otto Normalverbraucher schreiben. 

[00:04:08] Nina: Deshalb kannst du dich da bei Problemen immer an uns wenden, wenn der Shop in einem anderen EU-Land, Island, Norwegen oder UK sitzt. Bei Fake Shops ist es leider ein bisschen schwieriger, weil Fake Shops, juristisch gesehen ist das Betrug, was da gemacht wird. Und an wen wende ich mich denn dann?

[00:04:23] Jonas: Da geht's eigentlich nur in eine Richtung und zwar zur Polizei. Strafanzeige stellen und das Beste hoffen. Meistens handelt es sich da natürlich um Kriminelle. Die wissen natürlich, dass sie sich da nicht korrekt verhalten und die sind dann meistens aber auch über alle Berge. Es kommt natürlich drauf an. Wir können nur den Tipp geben: Wenn sowas sein sollte. Wenn du irgendwie was online einkaufen willst, du hast es schon gesagt, ins Impressum schauen ist schonmal eins. aber auch da kann man natürlich Copy and Paste machen und irgendein anderes Unternehmen eintragen. Was aber auf jeden Fall sinnvoll ist: Achte auf die Zahlungsarten. Was für Zahlungsarten gibt es? Und da empfehlen wir immer, egal, ob das jetzt eine Online-Bestellung ist oder im Laden. Bezahl am besten per Kreditkarte. Weil da hast du auch die Möglichkeit, dein Geld zurückbuchen zu lassen, wenn die Ware mal nicht ankommen sollte. 

[00:05:11] Nina: Kurzer Exkurs dazu, das heißt Chargeback. Und das kannst du bis acht Wochen nach dem Kauf machen. Das heißt, wenn du das Gefühl hast du könntest betrogen worden sein, dann schnell deine Bank kontaktieren bzw. das Kreditkartenunternehmen. Manchmal ist es so, dass wissen wir aus der Fallarbeit, das haben uns die Juristen schon öfter mal erzählt. Dass es manchmal vorkommt, dass die Bank sagt: Was ist das? Weiß ich gar nicht so recht, ob das geh, ob wir das machen können, was das ist. Bestehe da drauf. Also sag wirklich, ne, ich möchte das Geld zurückbuchen und sag auch den Begriff Betrug und dass du davon ausgehst, es handelt sich um Betrug und du möchtest, dass das Geld zurückgebucht wird. Dann ja, klappt das hoffentlich.

[00:05:55] Jonas: Viele unseriöse Shops bieten das zwar an. Die sagen zwar, yo, du kannst mit Kreditkarte bezahlen, du kannst per Überweisung bezahlen. Wenn es dann aber zum Zahlvorgang kommt, dann ist auf einmal komischerweise die Kreditkarte nicht mehr da. Und wenn das der Fall sein sollte und wenn du sagt, oh, das ist jetzt aber ein super Schnäppchen, dann überleg lieber zwei- oder dreimal und da sollten spätestens die Alarmglocken angehen. 

[00:06:18] Nina: Auch wenn da steht, das ist der letzte Tag, an dem dieses Angebot gilt oder es gibt nur noch zwei Stück. Es lohnt sich einfach nicht, wenn du dich dann nur ärgerst und es komplett schiefgeht und du dein Geld verlierst. 

[00:06:27] Jonas: Das Problem ist, wenn du eine Überweisung machst, dann ist das Geld futsch sobald es beim Unternehmen eben auf dem Konto ist. Da ist dann nix mehr mit Geld zurückholen. 

[00:06:35] Nina: Und Shops, die nur Vorkasse anbieten sowieso niemals, da raten wir ganz stark davon ab. Bei ganz großen seriösen Unternehmen, mit denen du schon viele gute Erfahrungen gemacht hast, da kann es auch mal gut gehen, aber die haben das gar nicht. also die haben immer mehrere Bezahlmöglichkeiten, das geht gar nicht anders. 

[00:06:52] Jonas: So siehts nämlich aus. Ein weiterer Punkt, auf den man sich meist verlassen kann, sind Qualitätssiegel. Nina, kannst du uns was dazu sagen?

[00:06:58] Nina: Manchmal findest du auf der Seite des Online-Shops irgendwo in der Ecke so ein Siegel. Das ist dann schonmal nicht schlecht. Aber so ein Siegel kann ich auch faken und das ist wirklich easy. Ich kann mir das Bild einfach irgendwie runterladen, kopieren und auf die Seite stellen. Da empfehlen wir den Klick-Test. Wenn du da draufklickst auf das Siegel, solltest du auf die Seite des Unternehmens kommen, dass diese Siegel vergibt. Da könntest du dann nochmal den kompletten Check machen, ob diese Seite seriös und echt ist und ins Impressum gehe und so weiter. Aber ja, bisschen Zeit in so eine kleine Recherche investieren. Du kannst den Shop natürlich auch einfach mal googeln oder den Shop googlen mit dem Wort Erfahrung. Und dann ploppen ja oft auch so Seiten à la Trustpilot auf, die Kommentare sammeln, was andere User und Käufer da für Erfahrungen gemacht haben. 

[00:07:46] Jonas: Und bei den Erfahrungen natürlich ganz wichtig: Nicht nur auf die positiven gucken, sondern auch auf die negativen. Es gibt aber auch viele Shops, die zeigen nur positive Bewertungen an. Da sind manche Verbraucher:innen, die eben auch darauf achten und eben sagen, OK, da vergebe ich jetzt auch mal fünf Sterne, aber ich vergeben einen negativen Kommentar rein. Also da sollte man immer sich alles am besten in Ruhe durchlesen. Sowohl die Fünf-Werte-Besternung, äh, die Fünf-Sterne-Bewertung, als auch eben die schlechteren Bewertungen. Das man sich da einfach so einen Gesamtüberblick verschafft.

[00:08:14] Nina: Die Fünf-Werte-Besternung, find ich auch cool. Aber genau, Kommentare werden ja genau so auch gefaked. Wenn mir in den Kommentaren irgendwas seltsam vorkommt: Es ist immer der gleiche Text oder es ist so standardmäßig formuliert. Ich mein, User machen Rechtschreibfehler und formulieren mal auch irgendwie sehr mündlich oder so. Richtig gute Faker faken natürlich auch sowas. Also, ja, muss man super skeptisch sein.   

[00:08:39] Jonas: Da gibts ja auch wieder die Möglichkeiten, wenn du jetzt zum Beispiel von einem siehst, OK, der hat eine super Bewertung geschrieben, das hört sich aber schon wieder so Richtung Werbung an oder es hört sich irgendwie nicht so ganz plausibel an, dann kann man meist auch diese Profil anklicken und wenn dieser User oder diese Userin an dem Tag vielleicht oder in der Woche zehn Bewertungen zu zehn unterschiedlichen Produkten macht, dann kann das schon ein Indiz sein, dass da irgendwie was nicht stimmen kann. 

[00:09:02] Nina: Dass es gekauft ist. Es gibt ja immer mehr auch Anbieter, mit denen ich überhaupt so einen Online-Shop mir erstellen kann. Deswegen sehen die auch oft so professionell aus. Deswegen erkennt man oft auf den ersten Blick nicht, dass es ein Fake Shop ist. Und vor allem sieht es manchmal dann vielleicht sogar so aus wie ein Shop, bei dem ich vielleicht schon eine gute Erfahrung gemacht habe, weil die vielleicht das gleiche Baukasten-System für ihren Online-shop benutzen. Das Design habe ich dann vielleicht schonmal gesehen. Und manche gehen ja sogar so weit, dass sie Seiten wie vielleicht die von zum Beispiel Amazon, dass sie die so eins zu eins und gut und detailliert nachbauen, dass ich nicht sofort sehe, dass es fake ist. 

[00:09:40] Jonas: Oder das eben in der URL sich sowas ähnliches anhört wie Amazona, dann sind da irgendwie Schreibfehler drin oder sonst irgendwas. 

[00:09:46] Nina: Oder es ist irgendwie .org statt .de. 

[00:09:50] Jonas: Genau, das muss jetzt auch nicht Amazon sein. Das war jetzt nur ein Beispiel. Ich weiß nicht mal, ob es so eine Seite gibt. aber es gibt viele Seiten, die eben an Original-Seiten sich orientieren und dann eben in der URL kleine Tippfehler absichtlich einbauen, damit wenn man's man falsch eintippt, dass man eben auf der Fake Shop-Seite landet. Ansonsten gibt es abschließend noch die Möglichkeit, sich über unabhängige Tester ein Gesamtbild über Produkte zu machen. Das eignet sich vor allem bei größeren Produkten, die man sich anschaffen will. Da kann man die Stiftung Warentest empfehlen, Ökotest, aber auch Watchlist Internet hat viele Informationen zu Abofallen, zu Betrugsseiten, zu Betrugsmaschen. Und dann gibts noch eine Seite, ich muss gerade überlegen, das sind die Marktwächter von der Verbraucherzentrale. Gruß geht raus an die Kolleginnen und Kollegen. Die machen auch einen super Job, was eben digitale Inhalte angeht, Online-Shop-Betrüger und so weiter. 

[00:10:39] Nina: Ich muss zugeben, ich bin auch schonmal auf Online-Shops gelandet, wo ich vorher noch nie eingekauft hab und wo ich mir nicht so ganz sicher war. Es ist halt auch immer ein Abwägen. Also ich dachte mir dann, weiß nicht, wenn es sich vielleicht so um fünfzehn, zwanzig Euro handelt, dann ist das Risiko vielleicht relativ gering. Andererseits kann es genauso gut vorkommen, dass meine Kreditkartendaten gestohlen werden. Wie gesagt, Kreditkarte ist ein sehr sicheres Zahlungsmittel, aber es kann trotzdem passieren. Identitäts- oder Bankdatendiebstahl. Also eigentlich sollte man das dann wirklich nicht machen. Bei teuren Produkten, gerade bei Markenprodukten, einfach immer auf die offiziellen Trader gehen. Es kann auch sein, dass du wirklich dann eine Ware bekommst, aber die ist dann gefälscht und es ist einfach keine gute Qualität. 

[00:11:26] Jonas: Unser Motto ist immer: Wenn der Preis zu gut ist, um wahr zu sein, dann muss irgendwo ein Haken dahinter sein. Es gibt nichts Kostenloses im Internet. Es gibt immer irgendwo einen Haken. Entweder zahlt man mit seinen persönlichen Daten, wenn man sich zum Beispiel bei einem Newsletter anmeldet, und ja, im Internet gibts nichts geschenkt.

[00:11:39] Nina: Die Welt ist böse. 

[00:11:40] Jonas: Im Internet gibt's nix geschenkt, im Leben gibt's nix geschenkt. Deshalb immer die Augen offenhalten, sich ausreichend informieren.

[00:11:51] Nina: Die paar Minuten sind's wert und dann kriegst du auch keine Fake-Rayban-Sonnenbrille statt deinem Kopfkissen. 

[00:11:56] Jonas: Und wir warten weiterhin auf unser Einhörnchen mal gucken. 

[00:11:58] Nina: Genau. Nächstes Update in einer der nächsten Folgen. vielleicht dauert es noch ein bisschen.

[00:12:02] Jonas: Wenn du Fragen hast oder Anregungen, Feedback, wir freuen uns immer.

[00:12:05] Nina: Oder Fake Shop Erfahrungen. 

[00:12:08] Jonas: Dann eine Mail an uns, an podcast@evz.de. Ansonsten verlinken wir natürlich alle Quellen und alles, wo man sich noch informieren kann in unseren Show Notes. Und dann freuen wir uns, wenn du nächstes Mal wieder reinschaust.

[00:12:18] Nina: Mach's gut!

[00:12:19] Jonas: Tschu-hus!

[00:00:00] Nina: Willkommen zu einer neuen Folge "Hilfe, mein Toaster brennt!". Heute wollten wir mal eine bisschen andere Folge machen. Es wird um das Thema nachhaltig Reisen gehen. Wir beschäftigen uns dieses Jahr ganz schön viel damit hier im EVZ. Das Ding ist, wir haben super viel dazu recherchiert, wir haben echt einige Sachen raugefunden. Aber richtig spannend fand ich auch so diese Gespräche, die wir zwischen den Recherchen hatten, so beim Kaffeetrinken oder wenn wir uns mal privat mit den Kollegen ausgetauscht haben. Deswegen dachten wir uns, wir wollen euch da ein bisschen dran teilhaben lassen. Und wir wollen uns mal gemeinsam austauschen. Heute mit Sabine, die den Podcast heute mit Jonas und mir machen wird und, ja, ich freu mich drauf.

[00:00:39] Intro-Musik

[00:00:52] Jonas: Hallo, Nina, und hallo, Sabine! Schön, dass du die Zeit hattest, heute mal uns bei unserem Podcast zu begleiten. Du bist zwar Juristin hier bei uns. Aber Nina hat es ja schon angedeutet gehabt. Heute geht es so ein bisschen fernab von dem Juristischen oder um das Rechtliche und wir wollten einfach mal so nen Erfahrungsaustausch mit dir machen. Du bist da sehr stark drin im Thema nachhaltig reisen. Aber wie kommts? Willst du dich mal dem Zuhörer vorstellen? Was ist deine Vita? Und, ja, warum bist du unsere Expertin zum Thema nachhaltig reisen. 

[00:01:20] Sabine: Ja, also erstmal hallo Jonas und Nina natürlich. Schön, dass ich heute auch mal mit dabei sein darf und mit euch ein bisschen plaudern darf. Ich bin natürlich nicht zufällig beim Thema nachhaltig reisen hier gelandet, sondern ich hab das eigentlich schon immer gemacht. Schon früher, schon als ich kleiner war und auch als Studentin. Ich hab lange in Dänemark gelebt und gearbeitet, in Lettland, ich hab Reisegruppen in Paris begleitet und war auch eine Weile in Brüssel bei der EU und hab die Länder dann schon immer anders als ein Tourist kennengelernt, sondern so fast schon als Einheimischer. Und, na ja, bin dann einfach anders durch die Länder gezogen auch durch die lange Dauer als man das heute so für eine Urlaubsreise machen würde. Und, ja, da denke ich, dass ich da bisschen was zu erzählen habe. Auch wie man das auch beim Reisen nutzen kann.  

[00:02:07] Nina: Ein Aspekt, der klang an, den finde ich jetzt schon total spannend, muss ich sagen. Du meintest, du hast zum Beispiel in Dänemark gelebt. Wir haben uns auch viel unterhalten über das Thema länger bleiben. Wie siehst du das? Warum ist das nachhaltiger? Weil das klingt jetzt erstmal gar nicht so nach Reisen, finde ich, wenn du sagst, du hast da gelebt, aber ist es ja irgendwie doch und es ist eine ganz andere Erfahrung als die touristische. 

[00:02:29] Sabine: Wenn ich jetzt irgendwo eine kurze Reise mache und ich fliege hin, ist es nicht nachhaltig, weil dann einfach das, was der Flug an Belastung mitbringt, einfach in keinem Verhältnis zur Aufenthaltsdauer steht. Bei meinem Aufenthalt in Dänemark hätte sich die Frage insofern gar nicht gestellt. Ich war eineinhalb Jahre dort. Ich hätte durchaus fliegen können, aber da die Bus- und Bahnverbindungen von Deutschland nach Dänemark natürlich hervorragend waren, habe ich sozusagen nicht nur die nachhaltige Anreise- und Abreiseform da gewählt, sondern ich hab da einfach dort gelebt in einer normalen Wohnung und hab mich verhalten wie Einheimische und das war in sich schon nachhaltig.  

[00:02:60] Jonas: Für mich ist es, wenn ich an nachhaltig reisen denke, verbinde ich das immer gleich so: Es wird teuer, weil du musst aufs Fliegen verzichten, du bist wahrscheinlich irgendwie in einem Öko-Hotel, was auch ein bisschen teurer ist. Wie würdest du jetzt aus deiner Sicht nachhaltig reisen definieren? Weil es kann ja auch schon eine nachhaltige Reise sein, wenn ich trotzdem auf das Flugzeug angewiesen bin, aber dann eben vor Ort darauf achte, dass ich mich nachhaltig, irgendwie, dass ich in lokale Geschäfte gehe etc. pp. Wie würdest du nachhaltig reisen denn definieren?

[00:03:31] Sabine: Also ich denke, das kann man jetzt gar nicht so pauschal sagen, das ist nachhaltig und das nicht. Das ist also kein Schwarz-Weiß-Thema. Da gibt es Kleinigkeiten, die in sich schon nachhaltig sind und das ist auch schon ganz gut wie ich finde. Es gibt natürlich Andere, die komplett alles nachhaltig machen. Zum Beispiel nachhaltige Anreise oder Reiseform überhaupt wählen. Ins Land, durch das Land. Vor Ort natürlich den Klassiker, den wir hier zu Hause ja schon lange kennen, da spricht ja kaum noch einer drüber: Die Trennung von Müll zum Beispiel oder die Stromverwendung. Das sind auch schon Sachen, die ins tägliche Leben übergegangen sind und da zählt auch jede Kleinigkeit auch die man vielleicht gar nicht mehr so merkt. 

[00:04:08] Nina: Kannst du da Beispiele geben? Welche Kleinigkeiten? Worauf achtest du zum Beispiel konkret?

[00:04:12] Sabine: Ja bei mir ist es schon, ich geb zu, ich bin kein Fan von Fliegen. Ich lege sehr viel Wert da schonmal auf die Form der Fahrt. Ich fahre sehr gerne mit dem Bus und ich zahle auch jedes Mal die CO2-Kompensation, die da angeboten wird. Das mache ich einfach auch so vom Herzen heraus, das ist mir sehr wichtig. Oder mit dem Zug, ich fahre Rad und ich habe einen Rucksack dabei und gehe auch viel zu Fuß. Und ich suche mir auch Orte aus, die eben entsprechend darüber auch gut zu erreichen sind. Da ist mein Schwerpunkt drauf. Und die Übernachtung natürlich, aber über die Übernachtung, da werden wir sicherlich noch sprechen.

[00:04:47] Jonas: Du hast das Thema CO2-Kompensation angesprochen. Es gibt ja mittlerweile auch immer mehr Airlines, die CO2-Kompensation anbieten. Viele werben auch mit Gütesiegeln oder mit irgendwelchen Siegeln. Wie viel sind diese Siegel wert? Ist das einfach nur Marketing oder bringt diese CO2-Kompensation tatsächlich was?

[00:05:06] Sabine: Ich sag mal so: Ich gucke nicht, ob ein Hotel oder eine Unterkunft ein Siegel hat, denn viele nachhaltige Unterkünfte haben überhaupt kein Siegel. Das Vorhandensein eines Siegels kann etwas aussagen, muss aber nicht. Es ist immer die Frage, wie viel wert hat das Siegel. Aber Unterkunft kein Siegel hat, heißt das nicht, dass sie nicht nachhaltig ist. Also gucke ich mir genau an: Was erwartet mich dort? Was sagen andere Reisende? Und das ist mir eigentlich viel wichtiger wie die Erfahrungen Anderer sind. 

[00:05:33] Nina: Magst du mal erzählen von deiner letzten Erfahrung in einem, ja, ich würde jetzt mal sagen nachhaltigen Hotel. Das hast du mir vorher schonmal kurz erzählt, deswegen weiß ich das. Und ich glaube gerade auch so beim Frühstück hattest du da positive Erfahrungen. Wie war das dort?

[00:05:48] Sabine: Ja, also ich kann mich da noch erinnern. Das war nett, als ich wiederkam und wir haben uns da so en bisschen ausgetauscht beim Kaffee und ich habe schon gemerkt, dass da die Kollegen ganz interessiert waren, was ich da gemacht habe. Das war nicht nur das Frühstück, aber das Frühstück ist halt nochmal richtig aufgefallen und da hatte ich überhaupt keinen Müll auf dem Tisch. Da gibt es ja immer diese...

[00:06:03] Nina: Mann kennt das ja, genau, diese Mini-Mülleimer, die da am Tisch stehen und die eigentlich gar nicht so schön aussehen.

[00:06:08] Sabine: Ja erstmal sehen sie nicht so schön aus und alleine schon das Vorhandensein. Es ist ja nicht notwendig, dass da jetzt permanent Abfall produziert wird beim Frühstück. Und ich hatte überhaupt keinen. Also da wurde das Frühstück einfach in so kleinen Gläsern serviert. Jetzt durch die Pandemie-Zeit gibt es ja auch ein paar Vorschriften. Es muss ein bisschen gesichert sein, abgepackt sein und das war's, aber in Gläsern. Das war alles wiederverwendbar und es gab überhaupt keinen Müll und ich hatte auch auf dem Tisch eine kleine Liste, auch hinter Glas verpackt, das heißt, die konnte lange wiederverwendet werden, wo die Lieferanten aufgeführt waren. Das kam also alles aus der Region. Also auch schon kurze Anreise und Lieferwege für die Hersteller.

[00:06:46] Nina: Jonas, ich glaube du bist jemand, der schon auch, dem schon auch Komfort wichtig ist auf der Reise. Wie würdest du das finden, wenn man dir sagt, du bist jetzt hier im Hotel und morgens deinen Kaffee, den gibts nicht im Zimmer, zum Beispiel, den gibts auf dem Gang, weil das Gute daran ist dann einfach, dass man nur eine Kaffeemaschine für mehrere Menschen am Gang hat und nicht so viel Elektroschrott vielleicht hat. Das hat so gewisse Vorteile. Wie würdest du das finden?

[00:07:12] Jonas: Also ich bin tatsächlich immer offen für alles. Du hast es gesagt, ich bin was Urlaub angeht vielleicht nicht so der klassische nachhaltige Urlauber. Ich hatte damals so eine lustige Story. Da wollte ich in Miami ein Airbnb mieten und bin dann vor dem Gebäude aufgetaucht und hab mir gesagt: Ne, hier kann ich nicht übernachten und hab mir dann ein Hotel gebucht. Weil ich mir einfach gesagt habe: Ich kann hier nicht übernachten. Ich weiß nicht, das Viertel das war eine Katastrophe, sah auf den Bildern schöner aus als in echt. Und ich saß nur davor, bin ausgestiegen und ich hab wirklich ohne Witz innerhalb von zwei Sekunden ich hab ne Seite aufgerufen, hab nach Hotels gesucht und bin einfach in das nächstbessere Hotel gegangen, weil ich konnte das einfach nicht. Aber um auf deine Frage zurückzukommen: Also mich würde das absolut nicht stören, wenn mir der Kaffee jetzt auf dem Flur gebracht wird. Ich bin jetzt hier kein Luxustourist, aber ich würde auch nicht von mir behaupten, dass ich jetzt der nachhaltigste Urlauber bin. Also Schande über mich. Aber ich bin da eher so der Pauschalurlauber, der gerne irgendwie ein schönes Hotel hat, am besten all inclusive. Was nicht heißt, dass ich nur am Strand sitze, sondern ich miete mir dann vor Ort auch immer einen Mietwagen und klappere dann eben auch die ganzen Lokalitäten vor Ort ab. Ich geh gerne dann dort in Restaurants was essen. Ja, also von daher würde mich das jetzt glaube ich nicht so sehr stören. 

[00:08:23] Nina: Ich kam da jetzt natürlich nicht zufällig drauf. Auch das hat mir Sabine vorher schon verraten, dass sie eben die Erfahrung gemacht hat. Plötzlich steht da der Kaffee im Flur. Was man jetzt erstmal denkt, das bedeutet jetzt weniger Komfort. Ja, wie fandest du das? Fandest dus gut?

[00:08:36] Sabine: Also ich bin ja jemand, der keine Kaffeemaschine auf dem Zimmer braucht. Ich habe gerne Kaffee oder Tee oder einen Wasserkocher auf dem Zimmer, klar, vor allem, wenn ich jetzt in kälteren Monaten reise, aber dann gehe ich halt auf den Flur und hole mir das. Das macht mir also gar nichts. 

[00:08:48] Nina: Wie ist das dann? Begegnet man dann seinen Hotelnachbarn im Pyjama?

[00:08:52] Sabine: Ja, das kann durchaus passieren. Das ist mir auch passiert. Ich war selber auch also im Pyjama und das sind so ganz nette Begegnungen eigentlich. Also irgendwie ist das auch lustig. 

[00:09:04] Nina: Du hast das als was positives gesehen und dir nicht gedacht: Ach Mann jetzt sind die hier so öko drauf, dass ich da im Pyjama rausgehen muss.

[00:09:09] Sabine: Ne, ich hatte ja gar nicht so das Gefühl nach öko. Das war ein sehr angenehmes Hotel. Das war sehr gut ausgestattet. Das hat überhaupt nicht den Anschein als würde da irgendwie Komfort fehlen. Das war also komplett da. Ich bin halt auf den Flur gegangen in meinem Pyjama und hab mir dort meinen Kaffee geholt und auch dort wenig Müll und auch das Wasser in Glasflaschen. Da gab es nirgendwo Plastik. Alles wiederverwertbar. Also für mich einfach ganz nette Situation.

[00:09:36] Jonas: Ist auch nett, ne. Kann man seinen Nachbarn mal oder vielleicht auch seinen Partner fürs Leben kennenlernen. 

[00:09:40] Sabine: Das könnte man sich so vorstellen. Kommt natürlich drauf an, mit wem der Andere dann reist. Also insofern situationsabhängig.

[00:09:50] Jonas: Was mich jetzt mal interessieren würde: Wie gehts du denn vor, wenn du eine nachhaltige Reise buchst? Auf was achtest du? Oder woran erkennt man, dass vielleicht ein Hotel besonders nachhaltig ist. 

[00:09:59] Sabine: Also tatsächlich ist es so, dass ich eine Reise nicht unter diesem Kriterium jetzt buche ich muss jetzt nachhaltig reisen. Es hat sich herausgestellt, dass ich immer irgendwie nachhaltig reise und das ist einfach so mein Reisestil, der halt zufällig auch nachhaltig ist. Und das vielleicht mal so als Hintergrund. Ich schau aber jetzt schon nach und das sieht man auch, dass immer mehr Hotels die Nachhaltigkeitskriterien auch aufführen. Das war früher nicht so, obwohl immer auch schon Nachhaltigkeitsaspekte da waren. Zum Beispiel Handtücher wechseln, das kennen wir alle. Und Glasflaschen zum Beispiel, weniger Plastik. Und das kann man jetzt auch nachlesen, das mache ich auch. Und als ich jetzt vor Kurzem in Arau war, da habe ich mit einem Hotelangestellten darüber gesprochen, was das Hotel nachhaltig macht. Hab ein paar Informationen bekommen.

[00:10:50] Nina: Was hast du da erfahren?

[00:10:52] Sabine: Ja das war ganz interessant, dass ich gar nicht so viel erfahren habe, wie ich mir das vorgestellt hatte, weil das Hotel auch damit geworben hatte. Und es wurde mir versprochen, dass da mal recherchiert wird und dass das dann im Nachhinein erst erfolgt mit den Informationen.

[00:11:07] Nina: Ach du hast da was angestoßen.

[00:11:09] Sabine: Ich habe da ein bisschen was angestoßen bei den Hotelangestellten und hab erfahren, dass es vor allem die Überkette des Hotels war und dass es an den Lieferketten auch liegt, dass man es gar nicht am Hotel selbst merkt. Nachhaltigkeit heißt ja nicht immer nur, dass ich das jetzt direkt im Hotelzimmer habe oder wie bei mir am Frühstückstisch in dem anderen schönen Hotel, sondern dass es auch im Hintergrund ablaufen kann, was der Gast jetzt so gar nicht sieht.   

[00:11:34] Nina: Ich finde auch, also wenn du sagst, du achtest jetzt nicht total bewusst drauf schon beim Buchungsvorgang, dass da jetzt viele Begriffe wie öko oder was fallen. Also ich muss zum Beispiel sagen, ich fahre total gerne Zug. Und das hat zum Teil Gründe wie: Ich muss mein Gepäck nicht wiegen, ich kann so viel mitnehmen wie ich möchte. Ich finde das manchmal anstrengend, also Flughäfen sind ja auch oft so ne Sache du musst da erst hinkommen. Die sind ja nicht mitten in der Stadt und dann denke ich mir: Da ist die Zeitersparnis auch gar nicht so groß, weil da muss ich ja vorher einchecken und solche Sachen. Und dann ist es natürlich auch vielleicht nachhaltiger mit der Bahn zu fahren. Aber das ist für mich gar nicht der primäre Grund und wie gesagt, nachhaltig reisen hat ja manchmal auch ganz andere Vorteile und meine primäre Idee dahinter ist jetzt nicht, ich will jetzt super umweltfreundlich sein, aber es ist natürlich ein gutes Gefühl, wenn man weiß, es ist auch irgendwie umweltfreundlich. 

[00:12:23] Jonas: Wenn ich da vielleicht kurz einhaken darf. Ich bin auch tatsächlich begeisterter Zugfahrer. Aber man muss auch sagen, dass vor allem auf Kurzstrecke, finde ich, dass doch Preise manchmal allgemein von Zügen manchmal sehr hoch sein kann, weshalb ich auch hin und wieder, auch wenn es nicht nachhaltig ist, gerne mal doch lieber das Flugzeug nehme als den Zug. Aber ich hatte jetzt zum Beispiel auch eine tolle Reise, da bin ich nach London gegangen und da habe ich dann den Eurostar genommen, weil es einfach viel bequemer ist, wie du gesagt hast, Nina, man hat einfach sein Gepäck dabei, fährt, keine Ahnung, drei, vier Stunden von Paris nach London bzw. von Straßburg-Paris-London. Und dann bist du mitten in der Stadt, hast dein Gepäck, du musst keine Einreisekontrolle mehr machen. Es hat schon seine Vorteile. Aber ich finde einfach, dass manchmal die Preise und das ist ja auch meistens so das Hindernis für viele Leute. Es gibt Menschen, die jetzt nicht so viel Geld haben, die dann einfach sagen: OK, für mich das Flugzeug ist halt einfach günstiger als jetzt mit vier Kindern Zug zu fahren. 

[00:13:19] Sabine: Ja, auf jeden Fall. Also ein Preis ist immer ein Thema. Besonders im Bereich Nachhaltigkeit. Haben ja auch Umfragen ergeben, dass Preis eines der wichtigsten Kriterien ist, um nachhaltig zu leben, weil Nachhaltigkeit oft leider immer noch teuer ist. Das sieht man ja auch bei Bio-Lebensmitteln, die oftmals teurer sind als die Nicht-Bio-Lebensmittel. Es gibt doch ein paar Tipps. Also Nina, du hast es ja auch schon gesagt. Man muss das auch mal ein bisschen überschlagen. Also Bus und die Bahn, die kommen sehr zentral an fast immer. Ein Bus ist also meistens richtig günstig. Wer das kann, Beinfreiheit und so weiter. Aber, dass man zentral ankommt, hat ja schonmal. Ich meine, ich muss ja dann auch irgendwie vor Ort mich weiterbewegen und da fallen dann nochmal Kosten an, die da eben nicht anfallen. Da kann man schon günstiger wegkommen mit diesen Verkehrsmitteln. Es ist sehr bequem. Es ist im Schnitt auch schneller. Also wenn ich jetzt innerhalb von Europa reise. Und es gibt ein paar Buchungstipps. Also mit früh und spät hat das gar nicht so viel zu tun. Da können die Preise auch spät nochmal nach unten gehen. Aber ich hab so einen kleinen Tipp, den kann ich ja vielleicht mal verraten. Wenn ich jetzt an einen Ort will, irgendwie jetzt im Nachbarland. Nachhaltig reisen ist ja auch regional reisen. Also für uns in Baden-Württemberg heißt das Frankreich, Schweiz. Wenn ich dort an einen Ort will, gerade in der Schweiz fällt mir das immer wieder auf, und der ist mir ein bisschen teuer. Dann gucke ich, ob vielleicht ein bisschen weiter weg eine größere Stadt liegt. Und da hab ich gemerkt, dass das Ticket in diese Stadt insgesamt deutlich günstiger ist und dann steige ich eben an meinem Wunschort aus und hab ein günstigeres Ticket dafür. Also da kann man schonmal ein bisschen spielen bei der Buchung. 

[00:14:56] Nina: Was ich bei dir auch raushöre, ist oft so dieses: "Der Weg ist das Ziel". Ich hab so das Gefühl die Anreise ist für dich schon die Reise und du stückelst das manchmal so ein bisschen das Ganze. Da sist ja auch eine Idee, dass ich sage, OK, der Ort, wo ich hinmöchte, ist weit weg. Gibt es da einen schönen netten Zwischenstopp und dann geht meine Reise vielleicht schon ein bisschen früher los und ich steig vorher schon aus. 

[00:15:15] Sabine: Bei der Rückreise mache ich das. Da lege ich Zwischenstopps ein. Und das habe ich schon immer so gemacht, weil ich einfach nicht sofort nach Hause möchte. Also ich brauche immer so ein bisschen, ja, so ein Nachhausekommen in Etappen. Ich bin dann oft schon so ein bisschen sentimental und traurig, wenn ich so einen schönen Urlaubsort verlassen muss und wenn ich dann sage "Hm, jetzt habe ich aber noch so einen Zwischenaufenthalt". Hatte ich jetzt, ne. Ich war in den Bergen in Meiringen. Da gehts ja um Sherlock Holmes. Das ist so eine Sherlock Holmes Stadt. Und da ich Freund von dem bin, habe ich mir das ein bisschen angeguckt. Ich war schon bisschen traurig, dass ich wieder abreisen musste und hab gedacht, hm, ich mach einen Zwischenstopp auf der Heimreise am Thuner See. Und da hab ich mich drauf gefreut und war nicht ganz so traurig. 

[00:15:52] Jonas: Ich finde das eine echt coole Idee. Also ich bin da noch nie drauf gekommen bei meiner Rückreise Zwischenstopps einzulegen. Bei mir ist immer die Rückreise: Gucken, dass man so gut wie möglich nach Hause kommt. Und ich hatte dann oft die Situation, dass der Flieger vielleicht ein paar Minuten zu spät gelandet ist und ich dann aus dem Flugzeug raus bin, mein Gepäck packen musste und dann aber sowas von zur Bahn gesprintet bin. Und dann ist ja eigentlich schon die komplette Entspannung weg, weil du dir denkst: Echt Scheiße, ich bin jetzt hier frisch aus dem Urlaub eigentlich mega entspannt und jetzt ist schon wieder dieser komplette Stressfaktor auf hundert hochgesprintet innerhalb von den ersten Sekunden, dass du zurück aus dem Urlaub bist. Ich finde das cool. Ich glaube ich werde mir das auch mal in Zukunft ein bisschen zu Herzen nehmen und da drauf achten irgendwie so entspannt zurückzureisen. 

[00:16:34] Sabine: Ja, Jonas, genau, das ist eben auch der Punkt. Also du bleibst bis zu Hause entspannt und ich hab das sogar früher bei Flugreisen gemacht. Bin tatsächlich noch nicht sofort zurückgeflogen, sondern hab auch beim Flug von Spanien nach Hause noch einen Zwischenstopp in Norditalien eingelegt und hab mir da vielleicht noch Pisa angeguckt oder so, das fällt mir jetzt gerade ein. Und ich bi immer sehr entspannt nach Hause gekommen. Gerade mit dem Zug bietet sich das an.  Übrigens auch ein Nachhaltigkeitsaspekt, weil viele Urlauber sehen sich dann doch gerne Sehenswürdigkeiten in der Umgebung an und merken eigentlich gar nicht, wie viel sie da doch noch, da gehts ja wieder um das Thema CO2-Belastung. Man möchte im Urlaub nicht immer an CO2-Belastung denken. Aber manchmal hilft das, dass man sich das vor Augen hält. Dann fahr ich dort noch hin und fahr wieder zurück und fahr dort noch hin und das summiert sich dann. Wenn ich jetzt sowieso die gleiche Strecke fahre nach Hause und ich mache unterwegs einen Stopp, dann hat das überhaupt keine Auswirkungen auf die CO2-Belastung und ich hab einfach nochmal so einen netten Zwischenstopp. Und manchmal mach ich das sogar so, das sich dann an meinem Heimreisetag tatsächlich nochmal beim Umstieg, manchmal muss man ja noch umsteigen in einer größeren Stadt, da auch nochmal zwei Stunden haltmache, dann ohne Übernachtung, aber dort mir dann noch einen kleinen Stadtbummel. Einfach nochmal zu einem Ort, den ich mag, den ich vielleicht schon kenne. Manchmal steig ich auch aus, weil ich mir einfach was kaufen möchte. Ich hab ja so eine Kleinigkeit hier auch mitgebracht, dass wir so einen kleinen Kaffeeklatschmachen können. 

[00:17:55] Nina: Vielleicht können wir das kurz mal bisschen beschreiben, genau. Vor uns steht schon fieserweise ein sehr lecker aussehender Teller. 

[00:18:02] Sabine: Ja, das sind zwei Spezialitäten, die ich jetzt auch mitgebracht habe aus der Schweiz.  

[00:18:06] Nina: Jonas kostet gleich mal. Was kostet Jonas da gerade, Sabine?

[00:18:11] Sabine: Das sind Birnen-Wecken.

[00:18:13] Nina: Ah, ich dachte da ist Schokolade drin.  

[00:18:16] Sabine: Es sieht ein bisschen aus wie Schokolade. Es ist aber getrocknetes Obst.

[00:18:19] Jonas: Schmeckt aber sehr gut.

[00:18:20] Sabine: Das französische das wäre jetzt die andere. Weil das sind ja unsere Nachbarn. Das ist ja eure Aufgabe, das französische. Ich hab jetzt das andere aus der Schweiz mitgebracht. Manchmal hab ich einfach nochmal einen Stopp in Luzern zum Beispiel, einfach nur um die zu kaufen, weil die dort auch hergestellt werden. 

[00:18:38] Nina: Essen ist ja auf jeden Fall ein wichtiger Punkt von Reisen und von Urlaubmachen. Inwiefern passt das für dich zum nachhaltigen Reisen?

[00:18:46] Sabine:  Nachhaltigkeit hat ja ganz viele Aspekte und es ist nicht immer nur, dass Nachhaltigkeit gleich Holzbett bedeutet, sondern es sind einfach auch ganz nette Sachen, die jeder ganz unbewusst macht. Einfach die Spezialitäten vor Ort probiert und mit Einheimischen in Kontakt kommt. Und da gehts eben darum auch Essen, also Lebensmittel, aus der Region. Nicht nur überhaupt diese zu wählen. Da gehts wieder um Anreisewege und wie bei uns auch, alles was aus der Region ist, das wissen wir alle, das ist irgendwie bio, das ist nachhaltig. 

[00:19:19] Nina: Ich beiße jetzt hier auch mal rein in das Birnen-Teilchen.  Wenn wir hier so über Reisen sprechen, und man muss dazusagen: Heute ist einer der heißesten Tage dieser Woche. Wir sitzen hier in einem sehr kleinen Studio. Und ich hätte jetzt Lust, sofort in irgendeinen Bus, wie auch immer, die Bahn zu steigen und irgendwo hinzufahren, jetzt wo wir schon über Reisen sprechen. Aber ich finds sehr toll, dass du uns ein bisschen Reise jetzt auch mitgebracht hast.

[00:19:39] Sabine: Mit Essen und so gehts mir auch, also wenn ich das dann zu Hause habe, dann habe ich sofort auch den Urlaub wieder aufgerufen so für mich und dann erinnere ich mich sofort daran, was ich in dem Moment auch gemacht habe oder vielleicht auch an dem Tag. Hier war es zum Beispiel so, bei den anderen Sachen, die hier noch liegen, die kleinen ganz süßen Teile. Da hatte ich eine ganz lange Wanderung an dem Tag hinter mir und bin dann wirklich in ein original einheimisches Restaurant gegangen und hab mir das dann dort bestellt und das war so eine Riesenportion. Das war so wie eine Pizza und es war eigentlich ein Dessert. Und ich habs auch nicht geschafft. Ich hab dann Teile tatsächlich mir einpacken lassen. Übrigens auch ein Punkt, dass man das dann einfach nicht wegschmeißt, sondern mitnimmt und daran denke ich jetzt gerade. Das weckt schon mehr Erinnerungen, als wenn ich im Urlaub das esse, was ich auch um die Ecke im Supermarkt kaufen kann bei mir zu Hause.  

[00:20:31] Nina: Wollen wir vielleicht zum Ende eine kurze Runde machen und jeder sagt nochmal, was für ihn nachhaltig reisen bedeutet oder vielleicht einen kleinen Tipp für Leute, die da noch zögerlicher sind. Sabine, hast du ein abschließendes Wort für uns?

[00:20:44] Sabine: Ich finde, es ist es einfach wert, mal auszuprobieren. Mal neue Dinge auszuprobieren. Und so ein bisschen auch vor Ort mit Einheimischen in Kontakt zu kommen, die Dinge vor Ort sich anzuschauen. mal zu probieren. Darum geht's ja auch bei der Nachhaltigkeit. Es hat ja auch einen sehr sozialen Aspekt. Und einfach mal zu schauen, wie das so auf einen wirkt. Und ich glaube, dass viele überrascht sein werden, was das für schöne Erlebnisse sein können. 

[00:21:09] Jonas: Ich werde mir auf jeden Fall zu Herzen nehmen deinen Tipp mit dem entspannt zurückreisen. Das finde ich sehr cool. Werde ich auf jeden Fall bei meiner nächsten Reise berücksichtigen. Aber Nina, was hast du denn mitgenommen?

[00:21:19] Nina: Vielleicht muss man für Reisen oder um so ein kleines Reisegefühl zu haben auch gar nicht mal unbedingt weg sein. 

[00:21:25] Sabine: Eine Sache wollte ich unbedingt noch erzählen, Jonas. Vor allem buche ich ja tatsächlich bei privat. Privatzimmer beim Eigentümer im Haus. Das ist halt auch ein bisschen so meine Welt. Dann komm ich auch so an und lern dann die Leute kennen und komme gut ins Gespräch und lerne dann noch viel mehr von der Stadt oder dem Ort, an dem ich bin. 

[00:21:44] Nina: Hattest du nicht so eine Ach-du-Schreck-Erfahrung wie Jonas, dass du gleich wieder kehrtgemacht hast. 

[00:21:48] Sabine: Hatte ich auch schon. Hatte ich übrigens mal in Wien, weiß ich noch, auf der Durchreise nach Ungarn, und wir sind sofort wieder weitergefahren und haben dann lieber die Nacht nicht geschlafen als dort, also ich kenn das auch. Aber das hatte jetzt gar nichts mit dem Thema Nachhaltigkeit zu tun. Das war einfach eine schlechte Unterkunft, die kann einen immer treffen. Also auch in einem ganz tollen Hotel. Das war gar nicht das Kriterium. Aber wenn ich jetzt beim Gastgeber bin zu Hause bei dem. Da hatte ich jetzt gerade zwei ganz tolle Erfahrungen mit Blumenwiesen davor so für die Bienen und das ist ja auch so ein Thema im Moment, ne? Und das war so naturnah auch. Und die ganzen Informationen, die ich natürlich da so bekomme, so Insider-Informationen, krieg ich im Hotel eigentlich so nicht. Der Kontakt zu den Menschen dort ist halt viel näher. 

[00:22:32] Jonas: Das sind doch schöne abschließende Worte. Ich möchte mich auf jeden Fall nochmal bei dir bedanken für die leckeren Süßigkeiten, die du mitgebracht hast. für deine Zeit. Und zum Thema nachhaltig reisen haben wir auch ganz ganz viele Infos wieder auf unserer Webseite zum Thema Reisen mit dem Zug durch Europa zum Beispiel. Da gibt es schöne Alternativen zum Beispiel den Nachtzug, wenn man viel Zeit hat. Aber auch das Thema Kreuzfahrten. Worauf kann man da achten, wenn man nachhaltig reisen möchte? Also da gerne mal reinklicken. Wir packen wie immer alles in die Show Notes. Und wir freuen uns, wenn du nächstes Mal wieder reinhörst. Bleib gesund und bis zum nächsten Mal!

[00:00:00] Jonas: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge "Hilfe, mein Toaster brennt!". Heute geht es um das Thema Influencer-Marketing. Wir hatten es ja in der letzten Folge schon anklingen lassen. Wir haben ein Selbstexperiment gemacht. Da hat Nina ein Plüscheinhorn bestellt. Ob das angekommen ist oder ob wir Probleme hatten, darum geht's heute und wir freuen uns, dass du eingeschaltet hast. Also let's go.

[00:00:18] Intro-Musik

[00:00:30] Nina: Heute haben wir wieder einen Gast und zwar ist Amelie heute bei uns. Hallo, Amelie!

[00:00:35] Amelie: Hallo!

[00:00:36] Nina: Auch Amelie ist Juristin bei uns im EVZ. Und, ja, sie wird heute so ein bisschen ihre Expertenmeinung einbringen. Sie beschäftigt sich viel mit dem Thema Influencer-Marketing uns sie ist auch selber auf Instagram unterwegs, hat sie mir vorher erzählt.  

[00:00:48] Jonas: Bevor wir jetzt aber in das Thema Influencer-Marketing mehr einsteigen, vielleicht noch ein kurzes Update. Ich hab ja eingangs schon erwähnt: Wir haben ein Selbstexperiment in unserer letzten Folge gemacht. Und zwar haben wir ein Plüscheinhorn bestellt. Nina hat es am 10. Juni bestellt, wir haben bis heute noch keine Lieferung erhalten. Nina hat sich gestern, glaube ich, war das, vorgestern, hast du denen eine Mail geschrieben und hast gefragt: Yo, Leute, wann kommt denn mein heiß ersehntes Einhorn endlich an. Wir haben bis jetzt noch keine Rückmeldung bekommen. Dir wurde aber mehr abgezogen als in der Bestellbestätigung stand. Ich glaub es hat vierzig Euro oder 39,99 Euro gekostet. Wie viel hast du denn jetzt schlussendlich bezahlt?

[00:01:26] Nina: Das war schon mal relativ kurios. Also genau wie du sagtest. Vor ungefähr, ja ein bisschen mehr als zehn Tagen, haben wir das bestellt und zwar einer Seite, die Dropshipping betreibt. Was das ist, falls du da nochmal nachhören möchtest, dann höre die gerne unsere letzte Folge an. Da erklären wir, was Dropshipping ist. Jetzt wurden mir siebzig Cent mehr abgezogen als das Teil eigentlich hätte kosten sollen. Das hab ich auf meinem Kontoauszug gesehen. Also ich weiß jetzt auch nicht, warum. Das war für mich nicht ersichtlich. Und es kam eben bis heute leider noch nicht an und ich habe auch nie mitgeteilt bekommen, wann es ankommen soll. Amelie, wie ist denn das. Eigentlich muss doch immer dabeistehen, wann die Lieferung ankommt, oder?

[00:02:05] Amelie: Ja genau, also man muss den Verbraucher transparent darüber informieren, wann die Ware ankommen soll. Bei dir war das ja so, dass man in den FAQ dann gefunden hat, dass die Lieferzeiten zwei bis vier Wochen betragen.  

[00:02:17] Nina: Das stand da, richtig, und die musste ich aber auch wirklich suchen die Info, ne, also ich bin dann nochmal auf die Seite gegangen und hab da alles durchforstet und dann hab ich diese Info erst gefunden.

[00:02:26] Amelie: Aus meiner Sicht ist es nicht ausreichend. Du wurdest ja nicht darüber informiert und bis heute hast du keine Information, wann das geliefert wird. 

[00:02:32] Nina: Deswegen habe ich da jetzt hingeschrieben und hab gesagt es wäre dringend. Ich möchte bitte meine Lieferung so bald wie möglich bekommen. Das ist nämlich ein Geschenk. Und ich hab auch nachgefragt, wie es zu dem Preis kam. Amelie, kannst du mir das erklären? Warum wurde mir da jetzt mehr abgezogen? Woran könnte das liegen? Wir wissen es ja nicht.

[00:02:48] Amelie: Also ehrlich gesagt finde ich auch den Unterschied nicht so hoch. Deswegen finde ich es schwer zu erkennen, warum du dann 70 Cent mehr bezahlt hast. Aber vielleicht liegt es daran, dass der Verkäufer in UK sitzt und mit Brexit kann es ja sein, dass vielleicht Gebühren gefallen sind. Das sehen wir dann in der Rechnung, wenn das Einhorn ankommen sollte. 

[00:03:07] Nina: Da bin ich sehr gespannt, was in der Rechnung steht oder ob mir auf die Mail vielleicht doch eine Antwort gegeben wird. Wir halten dich auf dem Laufenden.

[00:03:13] Jonas: So viel zum Einhorn. Aber was ist denn jetzt eigentlich Influencer-Marketing, Amelie? Was kann ich mir darunter vorstellen?

[00:03:19] Amelie: Stell dir mal vor, dass du digital aktiv bist und eine Seite hast mit Bildern von deinem Hund, was du mit dem Hund machst, wo du spazieren gehst, welche Spielzeuge du für den Hund kaufst. Und das möchtest du einfach zeigen, was du da machst, weil du denkst, dass Informationen für andere Leute auch wichtig sein können oder interessant sein können. Und mit der Zeit hast du auch immer mehr Follower, weil die Leute sich wirklich für deinen Hund interessieren und auch selber einen Hund haben und einfach austauschen wollen. Nach einer gewissen Zeit kann man ja auch sehen, dass du quasi so eine Community hast. Und die Marken sehen das und denken sich: Ok, jetzt möchte ich für mein Produkt werben. Ich habe ein Spielzeug für Hunde entwickelt und das wäre vielleicht ganz gut, wenn ich jetzt Werbung mit einem Influencer machen würde. Und dann kommst du dann ins Spiel, weil du schon diese Community hast und weil die dann genau wissen, dass die Werbung viel mehr Impact haben wird auf andere Leute, weil du die Community schon hast.

[00:04:12] Jonas: Also kann ich mir darunter eigentlich vorstellen, dass ist wie früher so die klassische Fernseh-Werbung nur jetzt eben auf Social Media. 

[00:04:20] Amelie: Schon, ja. Was wichtig da ist, ist einfach, dass die Zielgruppe schon da ist. Wenn du einen Werbespot machst, dann weißt du ja nicht, wer die anguckt. 

[00:04:28] Jonas: Und so kannst du‘s jetzt halt zielgruppenspezifischer wahrscheinlich ausspielen.

[00:04:30] Amelie: Ja dann weißt du ja auch, dass sie Leute viel mehr Engagement dafür haben. Also da wirst du viel mehr Chancen haben, dein Produkt zu verkaufen, weil jemand das für dich wirbt, der auch das dann an die Leute, die daran interessiert sind, dann weitergibt. 

[00:04:42] Nina: Der Vergleich mit dem Fernsehspot den finde ich interessant, weil, wenn sowas im Fernsehen läuft, dann ist es ja total klar, also dann ist es uns ja allen total klar, dass jetzt gerade Werbung ist. Das das jetzt gerade ein Werbeblock ist. Es ist total klar, dass mir da jemand was verkaufen möchte. Bei Influencern ist es ja so, das ist ja eher neu, dass die das kennzeichnen müssen und sogar richtig dazuschreiben müssen, dass sie jetzt gerade Werbung machen. 

[00:05:05] Amelie: Das ist ja auch genau das Problem mit Influecern. Beim Werbespot ist es ja schon alles geregelt. Und bei Influencern muss man ja überlegen, wie die bestehenden Rechtslagen eigentlich, äh, -grundladen, sorry, überhaupt für Instagram oder Influencer-Marketing allgemein dann gelten. Und das wird ja immer neu entscheiden bei den Gerichten. Die Entscheidungen sind ja immer unterschiedlich. Das hängt ja auch sehr viel daran, ob man erkennen kann, dass das eine Werbung ist. Das hast du ja auch gerade angesprochen. Wenn du einen Werbespot siehst, dann siehst du ja auch, dass das Werbung ist und dann bist du ja eher kritisch. Aber wenn du dann diese Webseite, also diese Instagram-Webseite hast, dann hast du vielleicht am Anfang auch eine subjektive Meinungsäußerung gemacht, aber es ist ja deine Meinung, das bleibt ja normal. Ab dem Moment, wo du dann für jemanden wirbst und das nicht sagst, dann können ja auch deine Follower das nicht mehr wissen, ob du da wirklich neutral darüber berichtest oder ob du dann wirklich, ja, ein Interesse daran hast, dass die Leute das Produkt dann kaufen.  

[00:06:02] Nina: Gerade weil sich bei Influencern ja doch privates und eben diese Werbepostings mischen, oder? Du hast das Beispiel gegeben. Ein Influencer, der so ein Hunde-Konto hat oder so einen Hunde-Account. Der zeigt vielleicht sein Privatleben und dann ist ja ein Posting dabei, wo er ein Spielzeug oder irgendwas Anderes bewirbt und in einem anderen Posting spricht er vielleicht auch über ein Hundespielzeug, aber gar nicht mal, weil er eine Kooperation mit der Marke hat, sondern weil er das einfach wirklich gut findet aus seiner Erfahrung. Also es ist halt super schwer zu unterscheiden, oder?

[00:06:31] Amelie: Das ist sehr schwierig. Da sind ja auch zum Beispiel manche Seiten, wo man genau weiß, dass die Leute fast immer Werbung machen. Da geht man davon aus, dass man die Werbung nicht kennzeichnen soll, weil der Verbraucher erwarten kann, dass der Instagrammer dann irgendwie was wirbt. Aber bei dieser Seite mit dem Hund: Vielleicht ist es auch nicht so eine große Seite und dann bist du ja auch daran gewöhnt, über dein Leben zu erzählen, über das Leben von dem Hund zu erzählen. Und dann auf einmal kommt eine Werbung und da ist es wichtig, dass die Verbraucher, also dass die anderen Follower, dann quasi wissen, dass du dafür eine Gegenleistung bekommen hast. Ja weil ansonsten können sie diese Werbung gar nicht wahrnehmen und dann auch nicht kritisch darauf reagieren. Das heißt, sie können dann beeinflusst werden, das Produkt zu kaufen ohne zu wissen, dass jemand dafür gezahlt hat, dass du das zeigst. 

[00:07:16] Jonas: Wir haben uns ja auch bewusst dazu entschieden, nach der Dropshipping-Folge hier auf das Thema einzugehen. Aber was hat denn jetzt Dropshipping mit Influencer-Marketing zu tun?

[00:07:24] Amelie: Also da haben viele Influencer für Dropshipping geworben. Einfach ein Produkt bekommen oder eine Zahlung bekommen, damit sie dann das Produkt einfach in Szene setzen. Und das ist ja sehr oft nicht erkenntlich, dass das eine Werbung ist. Ich habs ja schon erwähnt mit der Meinungsäußerung. Also in der Regel kriegst du ja ein Produkt oder kaufst dir was und dann testest du auch das Produkt, um zu wissen, ob das wirklich gut ist und dann hast du halt die Wahl, ob du dann sagst, dass es ist gut ist oder schlecht und dann kannst du halt bisschen erläutern, was da gestimmt hat oder nicht gestimmt hat. Aber bei Dropshipping zum Beispiel haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Produkte oft nicht so gut sind oder nicht von so einer guten Qualität sind. Und wenn du dann dafür gezahlt wirst, dann nimmst du dir vielleicht auch nicht die Zeit, das Produkt zu testen und gibst dann eine Informationen weiter, die vielleicht nicht stimmt. Ja oder du wirst ja auch dafür gezahlt. Von daher wirst du ja auch gar keine falsche Bewertung dann abgeben. 

[00:08:17] Nina: Hier nochmal der kleine Tipp: Zum Dropshippign gibts eben alles in unserer vorherigen Folge. Also hör da gerne nochmal rein, wenn du dich dazu mehr informieren möchtest. Amelie, jetzt wollte ich dich noch fragen: Welche Tipps gibst du denn jemandem, der über, sagen wir mal, Instagram oder Youtube oder wie auch immer über einen Influencer ein tolles Produkt entdeckt und das kaufen möchte. Was für Tipps gibst du da. Also nicht einfach blind kaufen, ich glaube, das haben wir jetzt verstanden. 

[00:08:41] Amelie: Ich würde als Verbraucher immer davon ausgehen, dass das kein guter Rat der netten Freundin ist, sondern wirklich dass das eine Werbung sein kann. Und dann würde ich immer nachschauen, wie das Produkt wirklich ist, welche Erfahrung Leute gemacht haben, wo das Unternehmen ist, wie die Rechte von den Verbrauchern dann in den AGB zum Beispiel dargestellt werden. Wird das Widerrufsrecht erwähnt? Kann man im Rahmen der Gewährleistung dann das Produkt zurückschicken kostenlos? Das sind halt so diese üblichen Tipps, die man dann immer findet, die dann auch im Artikel über Dropshipping zum Beispiel zu finden sind. 

[00:09:14] Jonas: Ich fand eigentlich das, was du gerade eben auch angesprochen hattest mit "das ist jetzt kein Tipp von einer Freundin" oder von deinem virtuellen Freund eine ganz interessante Aussage. Weil es ist ja wirklich so. Es ist ja wirklich um große Youtube-Persönlichkeiten oder Instagram-Persönlichkeiten so ein richtiger Personenkult. Die haben ja, wie du vorhin angesprochen hast, so eine Community. Und da sind eben auch sehr viele junge Leute, die davon angesprochen werden und sich einfach denken: OK, wenn mein Idol sowas hat, dann möchte ich das auch unbedingt haben. Da machst du dir vielleicht gar nicht so viele Gedanken: Ist das jetzt wirklich ein gutes Produkt? Hat das eine gute Qualität? Sondern ich kann mir gut vorstellen, dass da einfach viele auch blind nachkaufen, weil es eben das große Idol ist, dem man so ein bisschen nacheifern will.

[00:09:54] Amelie: Ich glaube man ist dann auf dieser emotionalen Ebene und man weiß ja, vielleicht werde ich auch so glücklich wie diese Person, wenn ich das genauso mache. Aber die Kinder, die sind ja auch schutzwürdig und da gelten noch mehr Regeln. Das heißt, man darf auch Kinder im Internet zum Beispiel nicht zum Kauf auffordern, das ist auch wichtig zu erwähnen.

[00:10:10] Nina: Natürlich ist uns bewusst, dass man auch echt gute Empfehlungen über Social Media finden kann. Also so wie ich das jetzt raushöre, die Message ist einfach: Sei skeptisch, genauso wie du es bei einer Fernsehwerbung wärst und achte so ein bisschen drauf, will mir hier jemand was verkaufen oder nicht?

[00:10:26] Jonas: Hast du vielleicht schon mal die Erfahrung gemacht, dass du bei einem Influencer gekauft hast und dann nicht so zufrieden warst oder vielleicht auch zufrieden gewesen bist? Lass es uns wissen. Schreib uns da gerne an podcast@evz.de. Ansonsten nochmal ein großes Danke an Amelie. Du warst ja ein bisschen aufgeregt vor der ersten Folge. Du hast das super gemacht. Vielen Dank dafür. 

[00:10:42] Amelie: Dankeschön. 

[00:10:43] Jonas: Und in unserer nächsten Folge geht es um das Thema nachhaltiges Reisen. Hör da gerne rein. Die Corona-Maßnahmen sind ja jetzt wieder etwas abgeschwächt. Und wir freuen uns, wenn du da wieder reinhörst. Bis dann, ciao!

[00:00:00] Nina: Willkommen zu "Hilfe, mein Toaster brennt!". Wir haben heute unsere Folge mit einem Gast. Wir freuen uns sehr. Und wir stellen euch auch gleich vor, wer das ist. Die Folge heute heißt "Hilfe, meine Kuscheldecke stinkt". Warum die so heißt, das werdet ihr noch erfahren. Vielleicht ist dir das schonmal passiert, dass du online etwas gekauft hast und das kam ewig, wochenlang nicht an. Oder es blieb im Zoll hängen. Oder es kam an, aber war überhaupt nicht wie auf dem Bild und hatte total schlechte Qualität. Vielleicht war das Dropshipping. Was das ist für ein Geschäftsmodell und was du dazu wissen musst, das erklären wir die heute. 

[00:00:35] Intro-Musik

[00:00:49] Nina: Das ist unsere erste Folge, in der nicht nur Jonas und ich sind, sondern heute ist auch Juliane dabei. Hallo, Juliane!

[00:00:55] Juliane: Hallo.

[00:00:55] Nina: Wir freuen uns, dass du da bist. 

[00:00:57] Jonas: Ja, schön, dass du da bist. Juliane ist Juristin bei uns und hat zusammen mit mir und noch vielen anderen das tolle Projekt "Dropshipping" gemacht. Jetzt wirst du dich fragen: Was ist Dropshipping überhaupt? Juliane, kannst du uns mal einen kleinen Überblick geben: Um was handelt es sich da überhaupt?

[00:01:12] Juliane: Also es handelt sich dabei um ein Geschäftsmodell. Stellt euch vor, ihr kauft im Internet bei einem Online-Shop ein. Ihr bestellt Schuhe oder eine andere Ware. Und, ja, dort habt ihr einen Verkäufer. Aber dieser Verkäufer hat zum Beispiel kein eigenes Lager. Der gibt dann einfach nach dem Bestellvorgang eure Bestellung direkt an seinen Lieferanten weiter und dies ist für euch auf den ersten Blick gar nicht so erkennbar. Also der Verkäufer nimmt eigentlich nur die Bestellung entgegen und wickelt die Zahlung mit euch ab. 

[00:01:41] Jonas: Ok, wie kann ich mir das jetzt vorstellen. Also ich bin sehr sehr Internet-affin würde ich mal von mir behaupten. Ich geh gerne online kaufen. Kann man das als normaler Online-Shopper erkennen? Also ich habe das Wort vorher nicht mal gekannt.

[00:01:50] Juliane: Es ist schwierig bis gar nicht zu erkennen. Erst, wenn die Ware ankommt, dann kriegt man vielleicht einen Hinweis darauf, dass die aus Asien kommt, obwohl der Verkäufer in UK sitzt. 

[00:02:02] Nina: Du hattest doch da auch einen Fall, hast du uns erzählt. Von einer Verbraucherin, die sich an dich gewendet hat. Wie war das da nochmal?

[00:02:07] Juliane: Ja die Verbraucherin hatte eine Kuscheldecke für ihre Tochter bestellt. Und diese Kuscheldecke, das war ein Geschenk für Weihnachten. Diese hatte sie bei einem Verkäufer aus UK bestellt. Die Decke kam nicht pünktlich an, also Weihnachten war schon vorbei. Dann wollte die Verbraucherin von dem Vertrag Abstand nehmen und ihr Geld zurückbekommen. Darüber hat sie dann halt auch den Verkäufer informiert, aber letztlich kam dann im Februar die Decke. 

[00:02:31] Nina: Also deutlich nach Weihnachten und nicht mehr als Geschenk geeignet.

[00:02:33] Juliane: Genau. Und die Verbraucherin wollte die Decke nicht und als das Paket dann ankam, dann war sie völlig überrascht, dass da halt andere Schriftzeichen zu sehen waren, also es kam aus Asien und ja, sie musste leider einen sehr unangenehmen Geruch feststellen. Also die Decke hat wirklich gestunken, hat sie mir berichtet.

[00:02:50] Nina: Also so, Fail-Kauf, ne.

[00:02:53] Juliane: Sie hat halt eine schöne Schafswolldecke erwartet, die halt einen netten Spruch beziehungsweise ein paar nette Worte, mit ein paar netten Worten bedruckt war. Aber letztlich hat sie dann minderwertige Qualität erhalten, weil die Decke hat halt extrem gerochen, gestunken.

[00:03:07] Jonas: Was macht man dann am besten in so einem Fall? Weil du hattest ja vorhin gesagt zum Streckengeschäft, du bestellst eigentlich im Online-Shop, bezahlst dort auch, aber bekommst dann die Ware eigentlich von dem Lieferanten. Wenn es da zu Problemen kommt: Wer ist denn da mein Ansprechpartner?

[00:03:18] Juliane: Der Ansprechpartner ist weiterhin der Verkäufer, also der Online-Shop-Betreiber. Und diesen kann man dann über seinen Entschluss, den Vertrag rückgängig zu machen, informieren. Da muss man sich aber vorher dann auf der Webseite oder in den E-Mails informieren, an wen man diese Nachricht auch schicken muss. An wen man diesen Entschluss mitteilen muss. 

[00:03:39] Nina: Es ist halt nicht ganz so einfach als wenn ich einfach einen klaren Ansprechpartner hätte. Da ist halt noch eine dritte Person, der Lieferant, involviert. Kann man das so sagen?

[00:03:47] Juliane: Also das Vertragsverhältnis besteht ja in der Regel nur zwischen dem Verbraucher und dem Verkäufer oder zwischen Käufer und Verkäufer. Und der Lieferant, der wurde von dem Verkäufer beauftragt, die Ware dann an den Käufer zu schicken. 

[00:04:00] Nina: Man muss auch nochmal dazusagen: Wir haben uns ja solche Webseiten vorher zusammen angeschaut vor dem Podcast. Also wie gesagt, man erkennt nicht, dass es sich um Dropshipping handelt. Aber wir wussten es ja, weil diese Verbraucherin zum Beispiel zu dir kam, Juliane, und durch ihre Berichte konnten wir herausfinden: OK, das ist sehr wahrscheinlich Dropshipping. Ja und die Seite ist auch schön gemacht. Das Produkt sah auch in Ordnung aus. Da stand auch noch so: Finden Sie das perfekte Geschenk. Und da stand auch noch, dass es nur heute total günstig ist, ja, und wir haben am nächsten Tag nochmal geguckt. 

[00:04:29] Jonas: Stand lustigerweise auch drei Tage vorher auch schon drauf. 

[00:04:30] Nina: Richtig, das steht da jeden Tag. Aber das weiß man ja nicht, wenn man da einmal draufgeht. 

[00:04:34] Juliane: Das ist sehr schwierig zu erkennen, ja, und die Seiten sind optisch halt auch immer sehr schön gestaltet und letztlich, ja, man könnte dann zwar sagen: Lies dir die Kommentare durch, schau nach den Bewertungen. Aber letztlich ist das auch kein guter Tipp, weil auch diese Kommentare nicht immer echt sind beziehungsweise man oft nur einen Kommentar abgeben kann, wenn man fünf Sterne vergibt. Und negative Kommentare dann sehr selten dort zu finden sind. Also man sollte halt einfach vorsichtig sein, bevor man bestellt. Man sollte sich die Webseite genau angucken. Man sollte wirklich auf Schreibfehler achten oder die AGB sich einfach kurz anschauen, die Widerrufsbelehrung. Und dann Google-Bildersuche kann man auch machen. 

[00:05:14] Jonas: Also so diese Standard-Sachen einfach mal.

[00:05:16] Juliane: Genau. Dann Google-Bildersuche.

[00:05:18] Jonas: Kartendienste mal abchecken, ob das Unternehmen auch wirklich da sitzt, wo die Adresse von dem Online-Shop angegeben ist. Ist da ein Häuschen vielleicht nur? Oder ist da noch ein Lager mit dabei oder sonst irgendwas? Weil wir hatten schon oft die Fälle, dass dann wie gesagt irgendwie nur so ne Stelle war, wo du nur Pakete abgeben konntest oder ein Postfach oder sonst irgendwas. 

[00:05:37] Juliane: Oder in dem Fall von meiner Verbraucherin: Die wollte dann natürlich die Decke, das Paket, zurückschicken. Und dann hat sie die Widerrufsadresse, die im Widerrufsformular angegeben war, bei der Post halt auch angegeben. Und dann sagte die Postbeamtin zu ihr, dass dort eine Zustellung nicht möglich sei, dass die Adresse irgendwie nicht existieren würde. Und zudem war halt die Rücksendeadresse in den USA in Kalifornien gelegen. Und gar nicht in Asien oder in Europa. 

[00:06:02] Nina: Musste sie die Portokosten selbst tragen? Das kann ja auch auf einen zukommen, oder?

[00:06:07] Juliane: Das ist in der Regel der Fall, wenn der Verkäufer vorher darüber aufgeklärt hat, dass im Falle eines Widerrufs die Kosten zu tragen sind. Und ja, in diesem Fall hätte sie die hohen Portokosten selber zahlen müssen.

[00:06:20] Jonas: Das hört sich alles momentan so super gefährlich an für Verbraucher. Ist es eigentlich nur nachteilig dieses Dropshipping für Verbraucher oder gibt es da auch positive Aspekte? Beziehungsweise muss ich jetzt Angst haben, wenn ich online einkaufe, dass ich irgendwie immer bei einem Dropshipper lande?

[00:06:31] Juliane: Dropshipping ist ein legales Geschäftsmodell und es birgt natürlich auch Vorteile für Verbraucher. Also es gibt manchmal gute Angebote und die Möglichkeit, ein Schnäppchen zu machen, da ja der Verkäufer keine Lagerkosten hat und auch keine Mitarbeiter bezahlen muss in der Regel. Dann kann er auch günstigere Preise anbieten. Allerdings muss man vielleicht auch wissen, dass der Verkäufer häufig viel Gewinn macht. Der kauft die Produkte günstig ein und verkauft sie dann halt etwas teurer weiter. 

[00:06:59] Nina: Übrigens, damit wir hier nicht nur reden, haben wir den Selbsttest gemacht. Es war sehr witzig. Wir standen da zu viert oder fünft um meinen PC rum und haben gemeinsam per Dropshipping etwas eingekauft. Und zwar ein rosa Plüscheinhorn, das auch Licht macht und dieses Licht an die Decke werfen kann. Und da stand so: Es ist ein huggable, also ein umarmbares, Plüscheinhorn. Es sah echt süß aus und wir wollen jetzt einfach mal gucken: Sieht das wirklich dann so aus wie auf dem Bild? Kommt es überhaupt wirklich an? Vielleicht läuft ja auch alles super. Ich bin total gespannt, also in den nächsten Folgen werden wir dich da auch auf dem Laufenden halten, was da so passiert. 

[00:07:36] Jonas: Ob da was kommt oder nicht oder ob es im Zoll hängen bleibt oder oder oder. Du hast ja nicht mal eine Bestätigung bekommen, wann es kommen soll. 

[00:07:42] Nina: Ich wurde nirgendwo darüber informiert, wann es ankommt, richtig. Vielleicht dauert es ein paar Wochen. 

[00:07:46] Jonas: Ja, wir lassen uns überraschen. Auf jeden Fall eine coole Sache. Wir sind gespannt, ob die vierzig Euro, die wir investiert haben, gute vierig Euro gewesen sind oder nicht. Falls dir sowas mal passiert sein sollte, kannst du dich natürlich immer gerne an uns wenden. Wenn es diesen Shop natürlich, Juliane, das haben wir vielleicht vergessen kurz anzusprechen. Es kommt ja auch immer mal wieder vor, dass diese Shops mysteriöserweise nach ein, zwei Wochen verschwinden. Kann man da als Verbraucher überhaupt noch irgendwas was machen? Kriegt man da sein Geld zurück oder wirds dann kompliziert?

[00:08:15] Juliane: Also der Anspruch, sein Geld zurückzubekommen, der besteht ja dann, wenn man den Widerruf erklärt hat und der dann auch zugegangen ist an den Verkäufer. Nur es ist in der Praxis sehr schwierig, wenn die Person, die dann den Online-Shop betreibt, nicht mehr greifbar ist. Es gibt dann noch so Verfahren, wenn mit Kreditkarte gezahlt wurde: Chargeback-Verfahren. Oder halt wenn per Paypal der Kaufpreis gezahlt wurde, kann man Paypal-Käuferschutz einschalten. Diese Verfahren sind dann an gewisse Fristen auch gebunden, aber es kann unter Umständen sehr schwierig und mühsam sein, sein Geld dann tatsächlich wiederzubekommen, auch wenn man darauf Anspruch hat. Aber ja, bei Bedarf helfen wir auch gerne weiter. Wir haben viele Fälle, die sich überraschenderweise dann auch positiv lösen lassen können. Und ja, also weiterhelfen können wir in der Regel schon. Nur es gibt vereinzelt Fälle, wo das dann leider mal nicht der Fall ist.  

[00:09:06] Nina: Juliane, kannst du uns noch einmal sagen: Was wären so deine drei wichtigsten Punkte zum Thema Dropshipping? Worauf sollte ich achten?

[00:09:11] Juliane: Man sollte darauf achten, dass im Impressum ein Ansprechpartner angegeben ist: Wer betreibt den Shop? Und sich die Webseite ganz genau ansehen. Also das man vielleicht auch bevor man die Bestellung tätigt, Preise vergleicht. Wenn man das Produkt eingibt, das man kaufen möchte, dann schaut wie es auf anderen Websites angeboten wird oder ob der Kaufpreis der gleiche ist. Oder ob es vielleicht günstiger ist. Man sollte sich, ja, Bewertungen anschauen und wenn man merkt, dass die vielleicht nicht sehr authentisch sind, dann sollte man doch eher von dem Kauf Abstand nehmen. Und wichtig ist einfach, sich ganz genau anzuschauen, was man da kauft, bevor man da irgendwelche Daten eingibt. 

[00:09:51] Jonas: Stichwort Preisvergleich war auch ganz gut. Wir haben ja auch nochmal bei unserer Recherche, bei unserem Selbst-Experiment andere Seiten angesteuert und geguckt, gibts dieses wunderschöne Einhorn auch noch irgendwo anders? Und lustigerweise haben wir das Stofftierchen auch für etwas günstigere zehn Euro gefunden. Also da wirklich...

[00:10:07] Nina: Oder zehn Dollar. Aber auch für siebzig Euro auf einer anderen Seite.

[00:10:11] Jonas: Also da wirklich immer gerne mal die Suchmaschinen nutzen und vergleichen. Juliane hat es auch vorhin angesprochen die Google-Bildersuche. Da kannst du einfach die URL vom Bild reinklatschen und bekommst dann entsprechend die Seiten von Google angezeigt, wo es denn dieses Bild noch so gibt. 

[00:10:25] Juliane: Einen Tipp habe ich noch. Es kann auch sein, dass auf der Webseite ganz wenige Produkte angeboten werden und diese Produkte auch gar nicht so zusammenpassen. Also wie zum Beispiel auf der Seite, wo wir auch unseren Test-Kauf gemacht haben. Da gab es dann Produkte, die einerseits für Weihnachten waren, obwohl ja Weihnachte immer nur saisonbedingt ist, und Decken, Kissenbezüge. Sachen, die halt gar nicht unbedingt - und Hundedecken - also Sachen, die gar nicht wirklich zusammenpassen. 

[00:10:54] Nina: Es waren alle Artikel gleichzeitig reduziert. Und sind jeden Tag reduziert mit dem Hinweis, dass das nur heute gelten würde. 

[00:11:01] Juliane: Genau und dann waren wir noch auf einer anderen Seite und dort war hat auch schon derselbe Aufbau von der Webseite. Nur mit anderen Farben. Es gib so Baukasten-Systemen, mit denen man ganz schnell so Websites erstellen kann, und dort waren halt auch die Preise immer alle reduziert. Es war derselbe Aufbau nur andere Produkte. Und ja, es ließ sich eigentlich auch dasselbe feststellen, dass Produkte willkürlich kombiniert wurden und dass es halt keine große Auswahl gab.

[00:11:30] Nina: Auf unserer Webseite könnt ihr übrigens auch nochmal einiges nachlesen zum Thema Dropshipping. Den Link den packen wir euch in die Show-Notes.

[00:11:36] Jonas: Wie es mit unserem Selbstexperiment ausgegangen ist, das erzählen wir in der nächsten Folge. Da geht es dann ums Thema Influencer-Marketing.

[00:11:42] Nina: Falls es bis dahin schon da ist.

[00:11:43] Jonas: Falls es bis dahin schon da ist, wir wissen es nicht. Schön, dass du reingehört hast. Wir freuen uns, bis zum nächsten Mal, ciao, ciao.

[00:00:00] Nina: Hallo zu einer neuen Folge „Hilfe, mein Toaster brennt!“. Unsere letzte Folge war für alle die, die ein bisschen lost sind in Corona-Regelungen beim Reisen. Ich gehöre da dazu, ich gebs zu.

[00:00:10] Jonas: Ich übrigens auch.

[00:00:12] Nina: Der Jonas auch. Wahrscheinlich sehr viele Menschen. Hört da gerne rein. Da haben wir Euch alles erzählt darüber, was ich wissen muss, bei der Einreise, wie finde ich heraus, was eigentlich in meinem Urlaubsland so gilt. Heute geht es darum: Wie buche ich meine Reise so, da gibt es nämlich ein paar Kniffe. Also wie buche ich so, dass ich im Fall der Fälle, wenn Corona-mäßig was dazwischenkommt, dass ich da nicht mein ganzes Geld verliere.

[00:00:35] Intro-Musik

[00:00:51] Nina: Denkst Du bei dem Wort Pauschalreise auch an Rentner am Pool, all-inclusive Cocktails und solche Dinge? Also ich lange Zeit schon. Bis ich angefangen habe, hier zu arbeiten und mir erklärt wurde, dass eine Pauschalreise im rechtlichen Sinne eigentlich gar nichts mit dem allen zu tun hat. 

[00:01:09] Jonas: Und eigentlich ist die Pauschalreise besser gestellt als eine Individualreise. So, jetzt ist aber die Frage: Was ist eine Pauschalreise? Pauschalreise ist immer dann, wenn Du zum Beispiel zwei Reiseleistungen zusammenhängend in einer Reise gebucht hast. Das ist in den meisten Fällen: Du buchst einen Flug mit einem Hotel. Das ist eine Pauschalreise. Kurz und knapp erklärt. Oder Du machst eine Kreuzfahrt-Reise. Das ist auch eine Pauschalreise. 

[00:01:31] Nina: Ich hatte mal einen Surf-Urlaub gebucht. Da war es mir überhaupt nicht bewusst, dass das eine Pauschalreise war, aber es war eine. Denn da hab ich ja quasi den Sportkurs, also das Surfen, gebucht und ich hatte da eine Unterkunft dabei. 

[00:01:42] Jonas: Kurz und knapp: Pauschalreise immer zwei Reiseleistungen in einer Buchung. Und dann bist Du meistens besser gestellt wie, wenn Du Deinen Flug und Dein Hotel zum Beispiel extra buchst. 

[00:01:51] Nina: Genau, das wäre dann die Individualreise. 

[00:01:53] Jonas: Das ist dann die Individualreise. Also ich persönlich hatte immer so denselben Gedanken, wenn ich an Pauschalreise gedacht habe, dann habe ich mir gedacht, oh Gott, das ist so ein typischer Familienurlaub mit entweder hast Du viele Familien um Dich rum oder Du hast viele Personen im Rentenalter um Dich rum. 

[00:02:07] Nina: Und Du siehst so gar nichts vom Land.

[00:02:08] Jonas: Genau, Du hockst da am Pool, trinkst Deine all-inclusive Getränke und sitzt dann halt da am Pool und langweilst Dich. Aber das ist überhaupt gar nicht der Fall, sondern eine Pauschalreise kann immer unterschiedlich sein. Eine Pauschalreise kann auch sein, dass Du Dir ein Zugticket mit einem Konzertticket zusammen buchst. Es muss einfach immer nur zwei Reiseleistungen zusammen sein. Warum ist denn das jetzt auch besser als die Individualreise, Nina?

[00:02:32] Nina: Bei einer Pauschalreise kann ich in ganz vielen Fällen kann ich die kostenlos stornieren, was bei der Individualreise nicht der Fall ist. Jetzt in Corona-Zeiten kam es zum Beispiel vor, gerade am Anfang der Pandemie, dass Flüge ausgefallen sind. Und dann hatte ich vielleicht neben dem Flug auch ein Hotel vor Ort gebucht. Und wenn man die getrennt gebucht hat, dann sagt das Hotel vor Ort so: Na ja, es ist ja jetzt nicht meine Schuld, dass Dein Flug nicht geht. Also Du musst jetzt trotzdem für mich bezahlen. Bei der Pauschalreise entweder musst Du dann umgebucht werden auf einen anderen Flug. Das muss dann der Reiseveranstalter für Dich machen oder Du kannst eben sagen: OK, ich reise jetzt nicht, und Du bekommst Dein Geld zurück.   

[00:03:12] Jonas: Was ja momentan auch sehr lukrativ ist bei einer Pauschalreise. Es gibt ja sogenannte Zusatzoptionen, die Du dazubuchen kannst. Also Versicherungen, Corona-Versicherungen. Dann gibt es diese Flexi-Tarife.

[00:03:23] Nina: Da zwar aufpassen, da sagen wir auch gleich noch was dazu.

[00:03:25] Jonas: Ja, genau. Die Flexi-Tarife oder eben die stornierbaren Tarife. Man muss trotzdem immer aufpassen. Die Pauschalreise kann trotzdem immer Stornokosten mit sich ziehen. Meistens ist es so: Je später Du stornierst, desto teurer wirds halt. 

[00:03:36] Nina: Und dann ist noch eine Sache, wenn ich jetzt buche und nach meiner Buchung wird eine Reisewarnung für das Land ausgerufen, dann kann das bei der Pauschalreise auch als Grund zählen, dass ich da jetzt kostenlos oder mit wenig Kosten die Reise absagen kann. 

[00:03:50] Jonas: Dann würde ich sagen gehen wir mal zum Thema stornierbare Tarife. Was ist da wichtig zu beachten, wenn ich da sage, OK, ich hab mich dazu entschieden, ich will Urlaub machen. Warum sollte ich da so einen stornierbaren Tarif dazubuchen? Oder sollte ich überhaupt einen dazubuchen?

[00:04:02] Nina: Das ist dann jetzt eben gerade bei den Individualreisen relevant. Man sieht das immer mehr. Also ich finde man sieht schon sehr, dass sich die Anbieter da auch angepasst haben. Oft ist das ein bisschen teurer, der stornierbare Tarif. Kann aber echt Sinn machen, jetzt gerade momentan. Da geben wir Dir den Tipp: Guck Dir die Bedingungen an. Also wenn ich bis wirklich kurz vor der Reise stornieren kann und das dann kostenlos ist, ist das gut. Da solltest Du einfach noch mal reinlesen, bevor Du so eine Option wählst. 

[00:04:32] Jonas: Ja, ich denke das Thema Reinlesen ist so während Corona mit das wichtigste, was man eigentlich als Tipp mitgeben kann. Lied Dir wirklich alles genau durch, damit Du da einfach auf der sicheren Seite bist. Es gibt hin und wieder Klauseln, die man vielleicht schnell mal übersieht. Und dann kann es zum Beispiel sein, dass Du nicht mehr eben in diese Kategorie reinfällst, dass Du kostenlos stornieren kannst und dann hast Du dieses Zusatzpaket mehr oder weniger umsonst dazugebucht. Und ja, so eine Reise ist ja meistens auch relativ teuer. Deswegen wirklich mehr denn je darauf achten, was steht wirklich in den Vertragsbedingungen drin. Vielleicht auch noch wichtig. Thema Krankenversicherung beziehungsweise Auslands-Krankenversicherung. Es ist zwar so, dass man mit der europäischen Versicherungskarte, die wir alle mehr oder weniger jetzt haben. Es ist einfach auf der Rückseite Deiner Krankenversicherungskarte. Da ist so eine EU-Flagge mit drauf. Die dient normalerweise dazu, dass Du alle Leistungen in Anspruch nehmen kannst, die Bürger in Deinem Urlaubsland auch in Anspruch nehmen könnten. Gilt natürlich nur für die EU. Aber auch da ist einfach wichtig zu wissen, dass die nicht alle Kosten übernimmt. Zum Beispiel Du gehts jetzt in Österreich in den Alpen spazieren. Es passiert irgendwie was Schlimmes. Da ist dann eben die Gefahr dabei, dass Du in einem schwer zugänglichen Terrain bist und vielleicht sogar mit einem Helikopter abgeholt werden musst. Sowas wird natürlich nicht von der gesetzlichen Krankenkasse abgedeckt.

[00:05:44] Nina: Das wird super teuer.

[00:05:46] Jonas: Das kann schon mal. Ich glaub, ich hab mal irgendwo eine Zahl gesehen. Das kann schon bis in die zehn- bis fünfzehntausend Euro kostet so ein Heli-Transport, glaube ich.

[00:05:54] Nina: Da kann echt eine Auslandsreise-Krankenversicherung, so heißt das offiziell, kann da Sinn machen. Oft zahlst Du einmalig im Jahr. Das ist auch gar nicht so teuer. Ich glaube, es gibt schon einige, die ganz gut sind, so ab 15 Euro rum. Und wichtig ist auch das Thema Rücktransport. Da ist da oft mit drin. Und dann gibt es da Unterscheidungen. Es gibt nämlich den medizinisch notwendigen Rücktransport.

[00:06:19] Jonas: Genau. Da ist einfach. Also nagelt uns jetzt nicht auf den Wortlaut fest. Aber der Unterschied ist einfach, nur bei einem medizinisch notwendigen Rücktransport ist zum Beispiel, wenn Du wirklich in einer gefährlichen Situation bist, dass Du wirklich intensivmedizinisch betreut werden musst. Da würde das dann eben entsprechend greifen. Würde jetzt aber zum Beispiel nicht greifen, wenn Du zum Beispiel im Urlaub bist, positiv getestet wurdest, aber keine Symptome hast. Weil dann ist es kein notwendiger Rücktransport und dann würdest Du auch nicht von dieser Versicherung profitieren.

[00:06:47] Nina: Und es geht einfach drum, dass wenn ich im Urlaub krank bin, habe ich oft einfach keinen Bock dort zu bleiben.

[00:06:51] Jonas: Oder Du sprichst vielleicht auch die Sprache nicht.

[00:06:53] Nina: Richtig, da will ich halt einfach nach Hause und mich zu Hause auskurieren. Dafür macht diese Versicherung Sinn. Ja und was ist jetzt eigentlich, wenn ich im Urlaub dann, Horror-Szenario, und dann mein Test positiv ausfällt. 

[00:07:05] Jonas: Das Problem, wenn Du positiv getestet bist ist das gleiche wie in Deutschland aktuell, je nach Land natürlich unterschiedlich, aber Du wirst Dich dann erst mal in Quarantäne begeben müssen. Das ist egal, ob Du Symptome hast oder nicht. Du bist dann dazu verpflichtet, je nachdem, wie das in dem jeweiligen Land geregelt ist, in Quarantäne zu gehen. Es wird unterschiedlich gehandhabt. Soweit ich weiß gibt es auf Mallorca glaube ich staatlichen Einrichtungen, die sind in der Nähe des Flughafens. Da wirst Du dann auf Kosten des Staates untergebracht. Es gibt aber auch den Fall in Island, da musst Du pro Nacht sechzig Euro für Deine Unterkunft bezahlen. Also das ist immer unterschiedlich. Da einfach der Tipp: Vorher damit auseinandersetzen und schauen, wie sind die Regeln im jeweiligen Land. Das kannst Du am besten auf der Seite des Auswärtigen Amt machen. Da sind die aktuellsten Informationen. Und da bekommst Du einfach alle Überblicke zu Deinem jeweiligen Reiseland. 

[00:07:51] Nina: Es kann sein, dass ich meine Quarantäne auch in meinem Ferienhaus oder meinem Hotel machen darf. Könnte jetzt sogar auch ganz angenehm sein. Aber man muss einfach gucken. Kann ich mir das auch leisten, dass ich da dann noch länger bleibe? Kann ich überhaupt so lange von meiner Arbeit auch fernbleiben?

[00:08:06] Jonas: Du hast vielleicht einen Rückflug.

[00:08:07] Nina: Oh ja, und die nehmen mich dann vielleicht nicht mehr mit, wenn ich denen mit so einem positiven Test da winke. 

[00:08:12] Jonas: Genau und da ist eben der Vorteil, da Du es ja vorher schon angesprochen hattest, dass viele Pauschalreise-Zusatzoptionen oder Corona-Pakete genau so einen Fall abdecken, dass wenn Du jetzt mal positiv sein solltest, dass da die Police einfach greift und sagt: OK, wir kümmern uns dann um Deinen Rückflug. Anders sieht es aus, wie wir es vorher auch schon gesagt haben, bei der Individualreise. Da hast Du auf eigenes Risiko natürlich Deine Reise gebucht und dann musst Du auch auf eigene Kosten Deinen Rückflug organisieren. 

[00:08:36] Nina: Wenn wir schon bei Versicherungen sind: Dann gibt es noch die Reiserücktritt- und, langes Wort, Reiserücktritt- und Reiseabbruchversicherung. Die kann, also wieder kann, auch bei Corona Sinn machen, je nach Bedingungen. Da habe ich dann einfach die Möglichkeit, die Reise abzusagen und ich bekomme das Geld zurück, oder die zwischendrin abzubrechen. 

[00:08:58] Jonas: Da ist aber auch wichtig: Immer ins Kleingedruckte schauen. Weil: Viele Versicherungen haben einen Pandemie-Ausschluss. Das bedeutet, dass eben jetzt während Corona diese Versicherungen nicht greifen würde. Daher unbedingt nachschauen: Ist da eine Pandemie mit abgedeckt mit der Versicherung oder eben nicht? Weil wenn nicht, dann hast Du das Problem, dass Du eine Versicherung hast, von der Du nicht profitierst und hast dann unnötige Kosten für Deine Versicherung plus noch für Deine Reisekosten. 

[00:09:22] Nina: Was ist jetzt, wenn ich keine Versicherung habe. Da könnte man sich denken, na ja, ich bin ja Corona-positiv, da will mich ja keiner bei sich haben, da kann ich ja mein Hotel sicher stornieren. Ja, rechtlich ist das leider genau so, als hätte ich eine Grippe oder mir ein Bein gebrochen. Es ist quasi mein Problem und das Hotel stellt ja trotzdem mir seinen Service zur Verfügung. Das heißt da habe ich dann wenig Möglichkeiten, da irgendwas zurückzukriegen. 

[00:09:46] Jonas: Was man vielleicht beim Thema Versicherungen auch nicht vergessen sollte, ist: In der Regel solltest Du spätestens dreißig Tage vor Deinem Urlaub oder bevor Deine Reise losgeht, solltest Du die abgeschlossen haben. Du solltest nicht sagen: OK, ich hab jetzt einen positiven Corona-Test, dann mache ich mir morgen halt meine Versicherung und in zwei Tagen fliege ich dann. Da wirst Du dann natürlich nicht abgedeckt sein. Wenn Du sie aber rechtzeitig gebucht hast, dann sollte das im Regelfall, wenn die Konditionen entsprechend passen, überhaupt kein Problem sein. 

[00:10:13] Nina: Und dann gibts Versicherungen, die klingen bisschen so wie „Hey, hier ist Deine Corona-Komplettabsicherung, da musst Du Dir überhaupt keine Sorgen mehr machen“. Da sind auch einige wichtige Punkte drin oft in diesen Paketen, aber es ist jetzt auch nicht alles abgedeckt. Zum Beispiel gibt es vielleicht auch Menschen, die vielleicht nicht mehr reisen möchten, weil sie Angst haben, dass sie sich vor Ort anstecken. Das ist vielleicht auch ein bisschen psychologisch, die da gar keine Lust mehr drauf haben. Das ist dann da oft nicht mit abgedeckt. Also ich kann dann nicht einfach so sagen „Ne, ich reise jetzt nicht mehr“. Obwohl es so klingt, Corona-Absicherung. 

[00:10:45] Jonas: Ja wir haben jetzt echt viel über Versicherungen geredet. Das ist auch wirklich ein super komplexes Thema. Wir haben es schon in der Folge davor gesagt, Nina und ich sind selbst manchmal ein bisschen überfordert, weil wir nicht mehr alle Regelungen im Kopf haben, weil sich ja alles immer so schnell ändert. Falls Du noch Fragen haben, solltest zu dem Thema Reisen und Corona, kannst Du gerne auf unserer Webseite vorbeischauen unter www.evz.de. Ansonsten haben wir ein supercooles Themenspecial mit gutefrage, wo einfach alles zum Thema Reisen in der EU geklärt wurde bzw. wo wir ganz ganz viele Fragen beantwortet haben. Da kannst Du gerne mal reinschauen. Wir packen die ganzen Links in die Show Notes. Und falls Du selbst individuell noch Fragen haben solltest und sagst: Ey, Mist, ich hab mir ne Reise gebucht, aber ich habe vielleicht irgendwie was vergessen oder ich bin mir unsicher. Oder ich will reisen, aber ich weiß nicht, was ich beachten soll. Dann auch gerne über unsere Seite unser Frage-Formular für uns ausfüllen, da bekommst Du dann kostenlose Hilfe von unseren Juristen. Die können sich dann individuell Deinen Fall anschauen und können Dir Tipps geben, worauf Du achten solltest.

[00:11:39] Nina: Genau das ist ein schöner gelber Button, den findest Du sofort auf unserer Seite. Noch zwei kleine Tipps zum Schluss: Bevor Du buchst, ruf auch ruhig mal im Hotel an und frag nach, ob auch alle Bereiche offen sind. Weil es wäre ja echt schade, wenn Du Dich voll freust auf den Pool oder das Buffet und dann sagen die Dir ne, wegen Corona-Maßnahmen können wir momentan kein Buffet machen oder wir müssen den Pool oder die Sauna zu haben. Also dann weißt Du einfach, was auf Dich zukommt und ob Du trotzdem dann hinreisen möchtest. Und Du kannst auch vor der Buchung gleich schon fragen, ob denn im Fall der Fälle eine kostenlose Umbuchung möglich wäre. Also ob Du Deine Reise auch verschrieben könntest. 

[00:12:17] Jonas: Joa und in diesem Sinne würde ich sagen.

[00:12:20] Nina: Hören wir uns bald!

[00:00:00] Jonas: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge „Hilfe, mein Toaster brennt!“. Nina und ich haben uns heute was besonders überlegt. Und zwar haben wir so viele Fragen zum Thema Reisen in letzter Zeit bekommen, so viele Verbraucheranfragen. Und da haben wir einfach gedacht, wir klären mal auf, was ist eigentlich jetzt wichtig, während der Pandemie zu beachten.

[00:00:17] Nina: Reisen und die Reiseplanung wird ja doch minimal erschwert momentan und es gibt echt viele Unsicherheiten. Muss ich denn dann in Quarantäne, wenn ich wieder zurückkomme? Kann ich nur mit einem negativen Test einreisen? Muss ich geimpft sein? Ja, wir erklären euch jetzt alles, was ihr wissen müsst.

[00:00:29] Jonas: Let's go.

[00:00:30] Intro-Musik

[00:00:47] Nina: Jonas, wie sieht's denn bei Dir aus, hast Du schon Sommerurlaub gebucht?

[00:00:50] Jonas: Also meine Urlaubsplanung liegt aktuell ein bisschen brach. Nicht, weil ich nicht reisen möchte, sondern eher, weil es mir einfach viel zu umständlich ist momentan meine Reise vorzubereiten, weil sich ja doch einiges relativ kurzfristig noch ändern kann. Ich hatte ja letztes Mal das Problem, dass ich eigentlich im März letzten Jahres zu meiner Schwester in die USA fliegen wollte. Das ist leider ins Wasser gefallen, weil das tatsächlich kurz vor Corona war. Deswegen kurz und knapp: Nein, dieses Jahr nicht. Aber ich verteufel jetzt auch keinen, der Urlaub machen will, weil ich kann's verstehen, weil ich hab auch auf gut Deutsch die Schnauze voll, die ganze Zeit zu Hause zu sitzen. Aber wie sieht's denn bei Dir aus?  

[00:01:23] Nina: Also ich versteh Dich voll, man ist ja schon frustriert, finde ich. Ich denke, im Sommer werde ich auf jeden Fall verreisen. Also es wird auf jeden Fall innerhalb Europas sein. Ich würde voll gerne mit Freunden nach Italien fahren zum Beispiel. Ja, und ich denke, das werde ich dann auch machen.

[00:01:38] Jonas: Kann ich nachvollziehen. Mit fehlt auch so ein bisschen die Meeresluft, die Sonne. Aber wie gesagt, mir ist es tatsächlich zu kompliziert und vielleicht auch wichtig vorne weg: Die Folge soll überhaupt nicht dazu dienen, dass wir jetzt hier mit erhobenem Zeigefinger sagen „nö, nö, aber reisen darfst Du jetzt nicht“. Sondern wir möchten wirklich nur die wichtigsten Infos mit auf den Weg geben, sodass, wenn man sich dafür entschieden hat, dass man zu sich selbst sagt, für mich ist das jetzt absolut ok, dass ich reise, dass man da die wichtigsten Fragen klären, worauf man jetzt achten sollte. Und das Gute vorweg: Man muss ja nicht geimpft sein, um reisen zu dürfen. Das ist ja jetzt auch in den Medien sehr oft vielleicht falsch verstanden worden, dass viele sagen, ja ok, ich bin jetzt gar nicht geimpft, ich habe noch gar keine Zweitimpfung, ich darf ja jetzt überhaupt nicht reisen, aber das stimmt ja so gar nicht, Nina.

[00:02:15] Nina: Das ist echt die gute Nachricht. Reisen ist möglich. Also klar, es ist anders, als es vor der Pandemie war und es gibt so ein paar Sachen zu beachten, aber es ist auf jeden Fall möglich, vor allem in Europa. Und das mit dem Impfen, also das sagen wir deswegen, weil wir relativ oft die Frage bekommen haben: Kann ich jetzt eigentlich nur reisen, wenn ich geimpft bin. Ich glaube manche haben da so das Gefühl, wenn man jetzt geimpft ist, dann hat man total viele Vorteile uns ist besser gestellt. Ja, man kann es natürlich auch so sehen: Wer geimpft ist, der bekommt so ein Stück Normalität zurück, weil es dann einfach nicht mehr gerechtfertigt ist, dass eine geimpfte Person sich an ganz viele Corona-Maßnahmen halten muss. So kann man es eben sehen. Und es ist nämlich so, also wenn ich jetzt noch nicht geimpft wurde, dann kann ich ja zum Beispiel einen Corona-Test machen und kann dann auch Zugang zu einem Urlaubsland, Zugang zu einem Ladengeschäft, zu einem Museum, also das sind jetzt einfach so Beispiele, also ich kann das eben ausgleichen, dadurch dass ich einen negativen Corona-Test da vorlege und das ist dann gleichwertig. 

[00:03:13] Jonas: Ja ich denke, wir fangen einfach mal mit so einer Checkliste an, die man auf jeden Fall beachten sollte. Also bevor Du Dich entscheidest, ich möchte Urlaub machen, dann solltest Du auf jeden Fall immer auf die Seiten vom Auswärtigen Amt gehen, da gibt es immer super aktuelle Seiten beziehungsweise Informationen zum jeweiligen Reiseland.

[00:03:28] Nina: Das ist echt der Place to be, also guck da echt immer mal wieder drauf.

[00:03:33] Jonas: Genau, am besten vor der Reise, während der Reise, da kannst Du wirklich alle Infos zusammengefasst finden. Zum Beispiel: Was für Testpflichten gelten, weil es ist ja immer unterschiedlich von Land zu Land. In manchen Ländern reicht der Schnelltest, in anderen brauchst Du einen PCR-Test zum Einreisen, also da wirklich intensiv mit auseinandersetzen, auch mal die Nachrichten zu dem jeweiligen Urlaubsland vielleicht verfolgen, einfach damit man weiß, ok, vielleicht muss ich mich ja auf eine Ausgangssperre einlassen oder vielleicht sind irgendwelche Restaurants geschlossen und so weiter und so fort. Deswegen eigentlich unser erster Tipp: Ausführlich übers Reiseland informieren.

[00:04:10] Nina: Und wirklich immer kurz vorher nochmal gucken und wie Jonas gerade schon meinte, auch während der Reise. Es kann nämlich sein, dass während Du dort bist, dass sich dann die Regeln ändern. Wenn Du jetzt zum Beispiel, also ich hab ja vorhin gesagt, Italien wäre momentan so auf meiner Liste. Wenn ich jetzt google: Was gilt gerade in Italien. Dann finde ich da sicher auf gute Infos, nur weiß man dann oft nicht so recht, wenn ich da auf irgendeinen Artikel komme, ob das aktuell ist. Deshalb sagen wir: Geh wirklich auf die Seite des Auswärtigen Amts, weil da wird das immer aktualisiert. Eine andere Frage ist dann noch: Was ist natürlich bei der Rückreise? Also muss ich, wenn ich wieder zurückkomme aus dem Urlaubsland, muss ich da dann erst mal in Quarantäne? Ja, da hat man dann vielleicht nicht so Lust drauf, wenn ich mich dann erst mal mich hier einsperren muss. 

[00:04:58] Jonas: Auch da der Tipp: Auch hier bietet das Auswärtige Amt ausführliche Informationen, was Du bei der Einreise beachten musst. Also, ob Du einen negativen Test brauchst. Kommt ja auch immer drauf an, kommst Du jetzt aus einem Risikogebiet, kommst Du aus einem Hochrisikogebiet. Kommst Du aus einem Virusvariantengebiet. Ich glaube wir wissen alle mittlerweile, da kann sich wirklich so schnell so viel ändern. Wir packen alles, was wir Dir hier sagen, noch mal in die Show Notes rein. Da siehst Du wirklich alle Informationen, die es braucht. Sowohl für die Einreise in Dein jeweiliges Urlaubsreiseziel, als auch eben die Tipps für die Rückreise, was Du beachten musst.

[00:05:29] Nina: Ich verstehe auch alle total, die da mittlerweile den Überblick verloren haben. Also mir selber gehts da auch sehr sehr oft so. Es gibt ja jetzt die Bundesnotbremse, die überall in Deutschland gilt gleichzeitig oder parallel gelten die Regelungen der Bundesländer. Manchmal wirds ja auch noch lokaler und es gibt noch eigene Regelungen in Städten. Also das sind so die drei Ebenen, auf denen Du für Deutschland auch immer mal wieder nachgucken kannst, was da so gilt. Also Du kannst eben auch da auch auf die entsprechenden Internetseiten gehen der Ministerien auf diesen verschiedenen Ebenen. 

[00:06:01] Jonas: Du hast  ja gerade eben gesagt, wir checken ja teilweise selber nicht mehr wirklich durch. Ich meine wir beide wohnen jetzt in Frankreich und gehen auch ab und zu neben Home-Office manchmal noch ins Büro, wenn es die Personenanzahl zulässt und selbst wir haben dann ja irgendwann mal sowas von dem Überblick verloren. Wir müssen uns jetzt auch alle zwei Tage testen lassen. Und das ist ein Hin und Her gewesen. Ab und zu durften Grenzgänger einkaufen gehen, dann durften wir wieder nicht einkaufen gehen. Dann wird wieder nur ein dreißig Kilometer Radius und so weiter und so fort. Also wir sind da teilweise auch wirklich so komplett überfordert mit der Situation.

[00:06:32] Nina: Und ich nehme zum Beispiel die Straßenbahn morgens, um zur Arbeit zu kommen, und da will die deutsche Seite, also Baden-Württemberg, möchte ja eine OP-Maske im öffentlichen Nahverkehr. In Frankreich ist die Stoffmaske noch ok. Also wir könnten theoretisch an der Grenze schnell mal auch die Maskenart wechseln. Also manchmal ist es echt ein bisschen komisch fast schon und es ist echt schwierig, da alles mitzuverfolgen. 

[00:06:54] Jonas: Auch aktuell immer mal wieder reinschauen, weil es ist ja wirklich so dynamisch die Situation, da kann sich innerhalb von Stunden auch mal wieder was ändern, wenn da wieder irgendwie der Inzidenzwert hochgeht. 

[00:07:05] Nina: Das ist für mich auch so der Unterschied. Ich weiß nicht, wie Du das siehst, Jonas, im Vergleich zum Reisen vorher. Ich denk man muss halt jetzt so ein bisschen mehr Zeit da rein investieren, dass man sich das alles wirklich mal durchliest und da am Ball bleibt. Das, ja, ist vielleicht ein bisschen nerviger.

[00:07:19] Jonas: Auf jeden Fall. Also früher war's ja, also früher, wie sich das schon anhört. Das hört sich ja schon komisch an, ist aber eigentlich nur ein Jahr her. Wir sind das halt einfach so gewohnt. Wenn Du jetzt gesagt hast, ok ich hab jetzt Bock einen Last-Minute-Urlaub zu machen. Ich flieg jetzt, keine Ahnung, Costa Brava nach Spanien oder wie auch immer. Da hast Du halt Deinen Flug gebucht, bist mit Deinem Ausweis ins Flugzeug gesessen und warst halt dann in zwei, zweieinhalb Stunden am Strand gelegen und das ist jetzt halt nicht mehr so leicht. 

[00:07:44] Nina: Kann ich mich jetzt eigentlich im EU-Ausland, meinem Urlaubsland, auch einfach so testen lassen. Weil ich muss ja davon ausgehen, dass ich vielleicht einige Aktivitäten vor Ort nur mit einem negativen Test machen kann.

[00:07:58] Jonas: Also da kommt es auch wieder aufs Land drauf an. Frankreich, da haben wir ja vorhin kurz drüber geredet, da bekommen wir auch mehr oder weniger immer alles mit, da wurde ja jetzt beschlossen oder die haben sich überlegt, dass sie Schnelltests anbieten wollen für Touristen, dass die sich einfach testen lassen können und einfach auf Nummer sicher gehen können ok, ich bin negativ. Und wenn sie halt positiv sind, dann ist das wie in Deutschland auch, dann ist der Urlaub vorbei, weil dann besteht je nach Land oder wie eben die Regeln sind, auch eine Quarantänepflicht. 

[00:08:25] Nina: Genau, da musst Du Dich dann tatsächlich an die Quarantäne-Regeln von vor Ort halten, solltest Du tatsächlich positiv sein. Wollen wir natürlich nicht hoffen. Aber ich finde das richtig super, muss ich sagen. Also Frankreich will das eben mindestens den ganzen Sommer lang durchziehen. Ich hoffe, dass dahin der Trend geht, dass man sich in ganz vielen Ländern als Touri einfach so kostenlos testen lassen kann. Und Frankreich, das hab ich vorhin noch gelesen, die wollen sogar PCR-Tests kostenlos möglich machen für Touris, sodass man auch guten Gewissens wieder nach Hause fahren kann. Eben in dem Wissen, dass man sich nicht angesteckt hat vor Ort.

[00:08:59] Jonas: Stimmt! Die PCR-Tests sind da ja eigentlich normalerweise nicht kostenlos, die kosten ja um die hundert, 160 Euro, ich weiß es gar nicht genau. 

[00:09:06] Nina: Also Frankreich ist da richtig gut, die zahlen einem da relativ viel. Aber dass es jetzt eben auch, ja, dass ich da einfach spontan vorbeilaufen und mich testen lassen kann, so stelle ich mir das zumindest vor, das ist schon echt eine tolle Sache. 

[00:09:19] Jonas: Ja und man merkt ja auch, dass aktuell schon so ein bisschen Licht am Ende des Tunnels ist. Man sieht die Zahlen gehen runter. Es kommen immer mehr Lockerungen. Und es gibt ja jetzt diese 24-Stunden-Regel für Schweiz und Österreich, wie ist das da genau geregelt?

[00:09:32] Nina: Das ist nicht für Schweiz und Österreich. Also Deutschland hat diese 24-Stunden-Regel festgelegt. Das bedeutet, dass ich als Deutscher in ein einfaches Risikogebiet für 24 Stunden reisen kann und ich muss dann bei meiner Rückkehr nicht in Quarantäne.

[00:09:51] Jonas: Also heißt, ich kann jetzt auch wieder für so einen Wander- oder Spaziergang auch mal wieder über die Grenze Richtung Österreich Schweiz.

[00:09:57] Nina: Richtig genau, deshalb dachtest Du wahrscheinlich an Schweiz und Österreich, das sind so Beispiele. Also das kann sich natürlich jederzeit ändern, wenn die jetzt anders eingestuft werden theoretisch. Also die sind momentan Risikogebiete. Da kann ich jetzt eben also für einen Tagesausflug kann ich da hinfahren. Ich finde, das ist schon so ein Hoffnungsschimmer, so ein bisschen Normalität. Ja, wie finde ich das raus, ob das Land jetzt gerade Risikogebiet oder was anderes ist? Also in Europa sind, das schon mal vorne weg, quasi alle Länder noch Risikogebiet, aber auch da ist wieder die Antwort: das Auswärtige Amt. 

[00:10:30] Jonas: Oder das RKI meine ich. Die geben auch.

[00:10:32] Nina: Genau, die beide wissen das. Und ja, anders ist es bei Virusvarianten und bei Hochinzidenzgebieten. Da muss ich schon eine Quarantäne bei der Rückkehr machen. 

[00:10:40] Jonas: So, wir haben ja jetzt viel über Europa gesprochen. Wir haben aber auch die Tage echt viele Fragen zum Beispiel: Wie sieht es denn jetzt aus, wenn ich außerhalb von der EU meinen Urlaub geplant habe, also so was wie Türkei, USA. Kann ich das machen ohne Probleme, oder habe ich da verschärfte Regelungen. Es gibt ja jetzt zum Beispiel ich glaube in den USA ist es sogar so, dass für Europäer immer noch diese Regel gilt, dass man gar nicht erst einreisen darf. 

[00:11:01] Nina: Da gibt es Ausnahmen zwar für Austauschstudenten, aber ansonsten hast Du völlig recht. So sieht es da momentan aus. Auch da können wir Dir wieder sagen: Guck das am besten individuell für Dein Land nach. Ja und ich denke davon muss man dann die Entscheidung abhängig machen, ob man da wirklich einreisen will in dieses Land oder ob einem das zu kompliziert ist oder ob das überhaupt möglich ist. Also es gelten die Regeln des Landes, wo ich hinfahren oder hinfliegen möchte. 

[00:11:28] Jonas: So jetzt gibt es ja vielleicht neben den Leuten, die jetzt nicht mit dem Flugzeug reisen wollen und sich sagen, ok, ich habe nen Karawan, dann fahre ich nach Holland oder mache einen Roadtrip über Österreich oder fahre über die Schweiz nach Italien. Da gibt es ja auch eine supercoole Seite. Die heißt Re-open EU.

[00:11:44] Nina: Die ist richtig cool. Vor allem habe ich da ja oft mehrere Länder Route und da ist es ja noch mal schwieriger den Überblick zu behalten, was in welchem Land jetzt gilt. Und manche sind ja dann vielleicht nur Transitländer und ich halte mich da gar nicht so wirklich auf.

[00:12:00] Jonas: Und mit der Website kannst Du ja mehr oder weniger so eine Art Reiseplan machen. Also Du gibst ein. Ok, mein Startland ist Deutschland. Und dann gibst Du ein ich fahre jetzt über Schweiz nach Italien und dann bekommt man eben für jedes Land die entsprechenden Regelungen ausgespielt. 

[00:12:14] Nina: Es kann sein, dass die Schweiz jetzt vielleicht nicht drin ist, weil kein EU-Land. Vielleicht auch doch. Guckt einfach mal nach. Also auf jeden Fall sind da ganz ganz viele Länder mit dabei. Und ihr könnt dann sogar nachgucken, was für eine Maskenpflicht zum Beispiel vor Ort gilt in dem Land, also welche Maske ich da tragen muss und wo. Und auch so Sachen wie der Mindestabstand der da so gilt.

[00:12:34] Jonas: Oder eben die Ausgangsbeschränkung. 

[00:12:37] Nina: Und es wird auch regelmäßig aktualisiert. Es können mal so kleine Übersetzungsfehlerchen drin sein, haben wir schon gesehen, aber es ist immer aktuell. 

[00:12:44] Jonas: So jetzt kann ich mir gut vorstellen oder wir haben es ja auch von den Verbrauchern recht häufig gehört, dass viele jetzt auch bewusst darauf verzichten, ein Hotel zu buchen, weil sie eben damit rechnen müssen, ok, vielleicht ist der Pool geschlossen wegen Hygienemaßnahmen oder ich kann nicht in den Wellness-Bereich mir eine Massage machen lassen, weil es einfach nicht möglich ist, da sie Abstandsregeln einzuhalten. Daher switchen jetzt viele Leute um auf das Thema Ferienwohnung. Kann ich das jetzt, ohne dass ich Angst haben muss buchen oder gibts da auch Kniffe, die ich beachten sollte.

[00:13:14] Nina: Das erste, was man da mal nachgucken kann, ist das Stichwort Beherbergungsverbot. Ein Beherbergungsverbot bedeutet dann in dem Sinne, dass man keine Touristen übernachten lassen darf. Das merkt man dann vermutlich alleine schon daran, dass die Ferienwohnung gar nicht zur Verfügung steht. Da kann man sich einfach mal informieren, was in meinem Urlaubsland gilt. Ansonsten muss man sich auch im Urlaub natürlich an Kontaktbeschränkungen halten. Es kann also sein, dass ein Land vorschreibt: Es dürfen nur so und so viele Personen an einem Ort sein. Oder wenn mehrere Personen zusammen in einer Wohnung sind, dann müssen sie Maske tragen.

[00:13:53] Jonas: Ich denke, was uns auch letztes Jahr so ein bisschen gelehrt hat: Wir haben ja viele Anfragen gehabt bezüglich Ferienwohnungen. Da ging es hauptsächlich um Dänemark. Da hatte viele zwar die Buchungsbestätigung, dass sie in Dänemark Urlaub machen können, es hat aber ein Einreiseverbot geherrscht. Und dann haben wir immer wieder die Fälle gehabt, dass die Leute trotz dessen die Unterkunft bezahlen mussten. Da sollte man sich wirklich bewusst sein: Es ist immer ein Risiko, wenn man individuell ein Ferienhaus bucht und sagt, OK, ich guck, dass ich meine Anreise irgendwie selbst organisiere. Da wäre es dann sicherer Richtung Pauschalreise zu gehen, weil man da einfach ein bisschen besser abgesichert ist. Aber darauf gehen wir in Teil zwei von unserem Podcast ein, weil das würde sonst hier den Rahmen sprengen. Deswegen auch gerne mal in die nächste Folge reinhören. 

[00:14:34] Nina: Absolut, da bekommt ihr dann noch die ganzen Infos, was bei der Reisebuchung so zu beachten ist und wie ich gerade in Corona so buche, dass kein Risiko habe, dabei total viel Geld zu verlieren. Man weiß es ja nicht. Vielleicht werde ich krank, vielleicht gibt es einen Lockdown. Man weiß es ja nicht. 

[00:14:53] Jonas: Alles ist möglich. Theoretisch ist alles möglich. Falls Du noch mehr Infos zum Thema Reisen haben willst, dann können wir Dir unsere Webseite ans Herz legen. Da berichten wir über alles rund ums Thema Corona und Reisen. Und wir hatten vor Kurzem erst eine Aktion mit „GuteFrage“. Das ist ein Forum, in dem man Fragen stellen kann. Da hatten wir ein Themenspecial zu dem Thema eben. Reisen in der EU. Da würden wir auch noch mal den Link in die Show Notes packen und da werden alle Fragen, die wir so mehr oder weniger hier abgehandelt haben, beantwortet.

[00:15:23] Nina: Genau und vielleicht ist ja auch genau die Frage dabei, die Du Dir stellst und dann kannst Du da natürlich sehr gerne unsere Antwort nachlesen. Und wenn Du sonst Anregungen oder noch ganz andere Fragen hast, dann schreib uns sehr sehr gerne an podcast@evz.de. Das bekommen der Jonas und ich. Und wir freuen uns darauf.

[00:00:00] Nina: Hallo, wir sind, Nina.

[00:00:02] Jonas: Und Jonas.

[00:00:03] Nina: Willkommen zu unserem Podcast "Hilfe, mein Toaster brennt!". Heute geht's bei uns um den Brexit. Was ändert sich für mich, jetzt da das Vereinigte Königreich kein EU-Land mehr ist. Ändert sich überhaupt irgendwas für mich? Und was muss ich beachten, wenn ich der Insel einen Besuch abstatten möchte?

[00:00:18] Intro-Musik

[00:00:35] Nina: Jonas, warst du eigentlich schonmal in England? 

[00:00:37] Jonas: Ich bin tatsächlich letztes Jahr in London gewesen. Das müsste noch kurz vor Corona gewesen sein. Ich glaueb so gegen Ende Januar war das letztes Jahr. 

[00:00:48] Nina: Dann hast du ja ein gutes Timing erwischt. 

[00:00:49] Jonas: Ja, auf jeden Fall. Vom Brexit an sich habe ich gar nicht so viel miterlebt. Aber ich finde trotzdem London ist eine coole Stadt, gehe ich immer gerne mal wieder hin. Ich glaube ich war jetzt zum zweiten Mal erst, aber  ich finds echt ne tolle Stadt. Tolle Menschen. Gibt's immer irgendwas zu sehen. 

[00:01:05] Nina: Auf jeden Fall. Jetzt war ja Brexit, wie wir alle wissen. Denken wir uns jetzt mal Corona und die Reisebeschrämkungen weg. Würdest du denn jetzt nochmal hinfahren, Jonas?

[00:01:15] Jonas: Also ich würde tatsächlich immer wieder hingehen. Jetzt mit der Einreise wird sich ja einiges ändern. Also man kann jetzt noch bis Ende September 2021 mit dem Personalausweis einreisen. Danach wird's ein bisschen komplizierter. Sprich ab 1. Oktober 2021 geht's nämlich nur noch mit dem Reisepass wie man das zum Beispiel bei der Reise in die USA oder nac Australien kennt.

[00:01:41] Nina: Richtig, also ab Oktober diese Änderung. Ein Visum wird für die Reise weiterhin nicht nötig sein udn ist auch momentan nicht nötig. Das braucht man nur dann, wenn man länger bleiben möchte, also ab einem Aufenthalt von mehr als sechs Monaten. Da müssen EU-Bürgerinnen und Bürger ein Visum beantragen. Das kann jetzt zum Beispiel der Fall sein, wenn du in UK arbeiten möchstest oder dort vielleicht ein Praktikum machen möchtest.  

[00:02:08] Jonas: So mit der Einreise haben wir jetzt schon mehr oder weniger alles geklärt.  Jetzt stellen wir uns mal vor an unserem London-Beispiel wir sind jetzt eingereist. Die Corona-Restriktionen denken wir uns jetzt mal weg. Wie ist das wenn ich jetzt zum Beipsiel vor Ort einen Mietwagen haben möchte. Kann ich da einfach immer noch meinen EU-Führerschein benutzen, Nina?

[00:02:26] Nina: Hier keine Änderung. Der EU-Fürherschein wird anerkannt weiterhin. Aurofahren ist also in UK kein Problem. Übrigens kann man einen Mietwagen im Vereinigte Königreich ab dem Alter von 21 mieten und wenn man mindestens ein Jahr lang den Führerschein schon hatte.  

[00:02:43] Jonas: Wie sieht es denn dann mit Urlaubsfotos aus. Wir kennen das ja alle jetzt so bei Reisen innerhalb der EU, sei es nach Italien, Frankreich. So Urlaubsbilder an Freunde und Verwandte ist ja immer schnell gemacht oder mal ne kurze Instagram-Story. Muss ich dann jetzt irgendwie mit Roaming-Gebühren rechnen, wenn ich in UK meinen Urlaub verbringe und irgendwie mit Familie, Freunden chatten will?

[00:03:04] Nina: Richtig, denn das Roaming, das war ja so eine EU-Sache, dass das innerhlab der EU abgeschafft wurde und ich habe das Gefühl, da haben wir uns auch alle total schnell dran gewöhnt, dass ich jetzt einfach rumreisen und weiterhin meine mobilen Daten nutzen kann ohne, dass ich Angst haben muss, draufzuzahlen. Also ich muss sagen, mir fällt das auch erst wieder auf, wenn ich mal in einem Land bin wie vielleicht in der Schweiz oder außerhlab Europas, dass dann ja wieder Mehrkosten auf mich zukommen können. So wie ist das jetzt mit UK und dem Roaming, muss ich da jetzt wieder Gebühren zahlen? Hier ist die Antwort jetzt jein. Also es stimmt, dass UK aus der Roaming-Regelung für die EU nun rausfällt, denn sie sind ja kein EU-Land mehr, logisch. Aber viele deutsche Telefon-Anbieter haben gesonderte Roaming-Verträge mit britischen Betreibern. Das heißt dann wiederum konkret: Es fallen keine Gebühren an. Wichtige große Betreiber haben vor der deutschen Presseagentur auch mal gesagt, das sie an diesen Extra-Verträgen jetzt auch erstmal nichts ändern wollen. Also sie wollen jetzt nicht plötzlich wieder anfangen, Roaming-Gebühren zu erheben. 

[00:04:08] Jonas: Genau, was viele auch immer wieder verwechseln: Roaming bedeutet nicht, dass du von zu Hause aus, also wenn du jetzt in Deutschland wohnst, kannst du nicht ins Ausland anrufen, weil das ist kein Roaming. Roamign ist wirklich immer nur dann, wenn du dich im Ausland, im EU-Ausland befindest und nach Hause telefonieren willst. Häufig haben wir nämlich das Problem, dass uns viele Leute angerufen haben und gesagt haben hey, ich habe eine Rechnung bekommen, die ist viel zu hoch, ich hab doch Roaming. Da war eben das Problem, dass die Leute von Deutschland aus ins Ausland angerufen haben und das zählt eben nicht als Roaming. Also wenn du da einfach eine Nummer sicher gehen willst, ruf am besten deinen Betreiber an, frag  nach, wie sind die Konditionen, um da einfach auf der richtigen Seite zu sein.

[00:04:51] Nina: Jetzt haben wir uns so bisschen eine Reise zusammengesponnen, also wir sind eingereist, wir haben einen Mietwagen gemietet udn wir haben das mti dem Roaming geklärt. Ja, beim Stichwort Brexit geht es jetzt ja nicht nur um Reisen. Man hört auch oft Begriffe wie Zoll, Abgaben, teurere Produkte. Kann mich der Brexit also auch betreffen, wenn ich gar nicht nach UK reisen will und wie?

[00:05:12] Jonas: Ja, zum Beispiel beim Online-Shopping, da kann es ganz ganz oft vorkommen, dass du als deutscher Verbraucher eine deutsche Seite angezeigt bekommst. Das kann unterschieldiche Faktoren haben. Zum Beispiel, dass deine Browser-Sprache erkannt wird oder auch anhand von deiner IP-Adresse, dass dir da der deutsche Content ausgespielt wird. Da würden wir aber trotzdem immer raten, werf einen Blick ins Impressum. Das ist immer so der erste Schritt, wo ich langgehen würde. Da sieht man einfach mit wem habe ich es eigentlich zu tun. An wen zahle ich mein Geld. Wer ist der Betreiber des Online-Shops. Wenn ich sehe, dass dann der Shop in der EU sitzt, dann werte ich das meistens so für ein positives Zeichen, einfach weil du dann bestimmte Rechte hast, die eben an EU-Standards geknüpft sind. Und darunter fällt zum Beipsiel das 14-tägige Widerrufsrecht. Das kenne vielleicht die meisten vom Online-Shopping, dass sie einen Retouren-Schein zurückgeben können bzw. mit einem Retouren-Schein die Ware zurückschicken können ohne einen Grund angeben zu müssen. Und das ist eben ein sehr sehr tolles Recht, was wir hier haben. Einfach, um auf der sicheren Seite zu sein. Dass wenn du merkst, OK, das Produkt hat mit jetzt nicht gepasst, zum Beispiel ein T-Shirt, die Schuhe waren zu groß, dann kannst dus einfach problemlos zurückschicken.

[00:06:21] Nina: Muss ich denn jetzt damit rechnen, dass wenn ich auf einer britischen Webseite, in einem britischen Web-Shop einkaufe, dass mir da jetzt Zollkosten im Nachhinein draufgeschlagen werden. Das fragen sich viele. Laut Boris Johnson hieß es keine Importzölle, weder in die eine noch in die andere Richtung. Ja die Aussage stimmt so teilweise. Wenn ich Waren kaufe, die nicht in UK hergestellt wurden und der Wert über 150 Euro liegt, dann muss ich oftmals Zoll bezahlen. Außerdem berechnen die Firmen mir meist auch noch die Kosten, die sie für die Zollformalitäten ausgeben müssen und die Mehrwertsteuer kommt auch noch ab einem Warenwert von 22 Euro noch dazu. Es könnte also sein, dass der Lieferant dann Geld von mir kassiert, bevor er mir die Ware gibt, die ich bestellt habe da in diesem britischen Online-Shop. Oder ich bekomme vielleicht ein Schreiben vom Zollamt. 

[00:07:21] Jonas: Und wer das Ganze umgehen möchte, dem können wir den Tipp geben: Schau doch mal, ob du ein ähnliches Produkt auch bei einem Anbieter findest, der seinen Sitz in der EU hat. Wir habens vorhin mal ganz kurz angedeutet, also kurz im Impressum nachschauen, wo der Shop eigentlich sitzt. Trotzdem kann es vorkommen, dass da Zollgebühren erhoben werden. Darüber muss man aber schon vor dem Kauf entsprechend informiert werden.

[00:07:41] Nina: Ich hoffe, wir konnten einige deiner Fragen zum Brexit beantworten. Schau auf jeden Fall gerne mal auf unserer Seite evz.de vorbei. Da erfährst du noch viel viel mehr zum Thema. Zum Beispiel: Wie läuft das eigentlich, wenn ich im Vereinigten Königreic bin und zum Arzt muss. Gilt da meine europäische Krankenversicherungskarte.

[00:08:02] Jonas: Falls ihr Anregungen habt oder Feedback zu unserem Podcast, dann freuen wir uns natürlich über eine Mail an Nina und mich. Ihr könnt uns immer erreichen unter podcast@evz.de. Wir freuen uns schon auf eure Einsendungen und freuen uns, euch auch in der nächsten Folge wieder begrüßen zu dürfen. Bis dann ciao!

[00:00:00] Nina: Hallo und herzlich willkommen zu unserem Podcast: "Hilfe, mein Toaster brennt!" Ich bin Nina.

[00:00:05] Jonas: Ich bin Jonas. Und heute geht's ums Phishing.

[00:00:08] Nina: Also, klar, ne! Nicht jetzt Fische, Wasser und so, sondern Daten-Phishing.

[00:00:13] Jonas: Eine Phishing-Mail tut so, als wäre es eine echte Mail, zum Beispiel von Amazon, von DHL oder von Deiner Online-Bank, will in echt aber eigentlich nur an Deine Kontaktdaten. Wie Du sie erkennst und wie Du Dich schützen kannst, das erklären wir Dir heute.

[00:00:23] Intro-Musik

[00:00:39] Nina: Jonas, was war so der realistischste Phishing-Versuch, der Dir untergekommen ist? Also, wo Du sagst: "Ok, das hätte ich jetzt schon irgendwie glauben können, dass die Mail, SMS oder wie auch immer echt ist?"

[00:00:52] Jonas: Den hatte ich erst vor ein paar Wochen. Da habe ich eine Mail von meiner angeblichen Online-Bank bekommen. Die wollten, dass ich irgendwie meine Kontaktdaten irgendwie anpasse oder korrigiere. Ich habe es erst gar nicht so richtig realisiert. Bis ich dann gecheckt habe, dass ich mein E-Mail-Konto gar nicht mit meinem Online-Banking verknüpft von der Arbeit. Das war schon eine sehr gute Fälschung, aber wenn man wirklich drauf achtet und ich bin dann auch ein bisschen stutzig geworden und habe es dann auch relativ schnell gecheckt, dass die mir da irgendwie was unterjubeln wollten. Und bei Dir?

[00:01:28] Nina: Es war eigentlich so ähnlich. Also es ging auch über meine berufliche Mail-Adresse von hier. Da habe ich die Nachricht bekommen, ein Paket würde auf mich warten und es stecke irgendwie im Schweizer Zoll fest. Das Ding ist, es kommt schon Mal vor. Wir haben Kollegen überall in der EU. Und es kommt schon Mal vor, dass wir da was zugeschickt bekommen. Also es hätte theoretisch sein können. Nur ausgerechnet in der Schweiz haben wir keine Kollegen. Da habe ich dann schon verstanden, dass kann jetzt nicht sein.

[00:01:58] Jonas: Und jetzt aktuell ist ja auch so eine Masche mit DHL, wie ich mitbekommen habe. Deine Mama hatte da letztens irgendein Problem, ne?

[00:02:04] Nina: Also meine Mama - ich habe sie sogar vorher gefragt - ich darf ihren Beispiel-Fall verwenden. Es ist so, sie war eine der Personen, die so eine SMS bekommen haben: "Ihr DHL-Paket ist bereit. Sie müssen nur noch hier klicken." Sie hat halt tatsächlich was bestellt und hat dann da drauf geklickt. Leider hatte es nichts mit dem wirklichen Unternehmen zu tun, sondern es hat sich dann eine Malware bei ihr auf dem Handy installiert. Und die sah wirklich täuschend echt aus, wie die DHL-App. Sie hatte dann ein Icon auf dem Handy, das wirklich so aussah wie die App, aber es war eben keine. Man konnte die dann auch nicht öffnen. Es war vermutlich eine Art Software, die dann eben Daten gezogen hat.

[00:02:50] Jonas: Und die Mail bzw. nicht die Mail, sondern die App hat sie dann wahrscheinlich auch nicht über den entsprechenden Online-App-Store heruntergeladen, sondern über einen Link wahrscheinlich, der in der Mail drin war, oder?

[00:03:00] Nina: Ganz genau. Das ging dann über einen Link. Und klar, im Nachhinein ist man immer schlauer. Im Nachhinein haben wir uns das dann noch mal angeguckt und der Link sah auch schon ziemlich komisch aus. Ja, dann hatte sie halt diese angebliche App auf ihrem Handy und hat die nicht mehr weg bekommen. Gemerkt haben wir es dann so, dass sie auf einmal ganz viele Anrufe in Abwesenheit hatte. Also auf einmal 100 verpasste Anrufe. Da haben wir dann gemerkt, dass da irgendwas abgeht, was sie nicht macht, sondern was jemand aus der Distanz steuert.

[00:03:30] Jonas: Du hast es ja jetzt gerade vorhin schon angesprochen gehabt. Deine Mutter hatte jetzt das Beispiel, sie hatte ja wirklich was bestellt gehabt. Und jetzt hat sie vielleicht auch auf eine Nachricht von DHL gewartet, um zu wissen, wann ihre Lieferung ankommt. Wie erkenne ich denn jetzt so einen Phishing-Versuch oder eine Phishing-Mail?

[00:03:45] Nina: Eine andere Masche ist ja auch noch dieses ich bekomme eine Nachricht vom Zoll. Und angeblich hängt mein Paket, das aus den Niederlanden kommt oder vielleicht aus Großbritannien oder aus der Schweiz, im Zoll fest und ich soll noch was bezahlen, damit ich das bekommen kann. Also als Erstes sollte man sich natürlich fragen: Kann das sein? Macht es Sinn? Habe ich wirklich was bestellt? Kann es wirklich sein, dass mir DHL oder wie auch immer, jetzt schreibt?

[00:04:13] Jonas: Was ich auch krass fande, was Du mir vorhin auch gesagt hattest: Es gibt jetzt vermehrt einen Scam-Versuch mit Office-Einladungen. Also so Termin-Besprechungen, die eigentlich gar nicht von Deinem Kollegen oder Kollegin geschickt werden, sondern das sind irgendwie so dubiose Einladungen und da versteckt sich dann auch irgendwie so eine Art Phishing hinten dran, ne?

[00:04:33] Nina: Das ist bei Outlook so. Richtig. Das Ding ist, wenn ein Kollege von mir gehackt wurde, kann es sein, dass die Mail-Adresse von demjenigen verwendet wird, sodass ich denke: "Ach, das ist ja eine Einladung von meinem Kollegen." Aber in Wirklichkeit steckt der gar nicht dahinter. Da ist es natürlich ratsam, wenn man da einfach mal kurz hingeht zu dem Kollegen und fragt: "Hey, kann das sein? Hast Du mir da eine Einladung geschickt?", wenn man da Zweifel hat. Was wir klar sagen, nicht auf ablehnen drücken. Oft wollen nämlich diejenigen, die dahinterstecken, herausfinden, ob die Mail-Adresse aktiv genutzt wird oder nicht. Also am besten löschen und gar nicht reagieren.

[00:05:08] Jonas: Ein Indiz, was auch relativ schnell ins Auge springt, ist das Thema Rechtschreibung. Also viele von den Mails sind in nicht wirklichem Deutsch verfasst, beziehungsweise schon in richtigem Deutsch verfasst, aber die haben dann zum Beispiel so Begrifflichkeiten, die man nie sagen würde. Du hattest zum Beispiel irgendwie was mit Online-Packung oder so was?

[00:05:25] Nina: Richtig! Da stand dann: "Ihre DHL-Packung steht bereit." Das würde man ja so nicht sagen. Das klingt irgendwie nach Google-Translate. Paket halt.

[00:05:35] Jonas: Ganz oft in den E-Mails ist auch auffällig, dass die gar nicht die direkte Anrede von Dir nutzen, sondern es steht meistens drin: "Sehr geehrte Dame", oder "Sehr geehrter Herr, bitte kontaktieren Sie uns unter folgendem Link oder so was." Also ganz oft ist einfach zu sehen, wenn Du nicht mit Deinem direkten Namen angesprochen wirst. Dann könnte es eben ein Indiz dafür sein, dass es sich da um eine Phishing-Mail handelt.

[00:06:01] Nina: Da hat eine Kollegin uns auch noch eine Geschichte erzählt. Sie hat ein Paypal-Konto und hat sich damals als sie sich angemeldet hat, Vor- und Nachname vertauscht. Und das heißt, wenn sie echte Paypal-Mails bekommt, dann beginnen die mit: "Hallo, Nachname" also sagen wir mal, "Hallo, Meier". Und dadurch weiß sie, das ist wirklich Paypal, weil so habe ich mich da damals aus Versehen angemeldet. Und wenn dann mal eine Mail kommt in der steht: "Hallo, Vorname", also wenn einfach die Anrede richtig ist, weil manchmal kommen die ja auch mit unserem Namen, dann weiß sie sofort: Das ist Fake.

[00:06:35] Jonas: Jetzt gibt es ja aber nicht nur Phishing-Versuche über E-Mail, sondern das geht auch über SMS, über MMS. MMS, gibt's das überhaupt noch? Ich weiß gar nicht, ob es noch MMS gibt. SMS gibt's aber auf jeden Fall. Und da kann man auch einfach drauf achten: Kann das Unternehmen meine Nummer haben? Wenn ja, woher soll es die haben? Es ist nicht immer gleich eindeutig, weil die immer auch mit einer deutschen Vorwahl anfangen. Also der +49. Da einfach drauf achten, hast Du die Nummer wirklich an das Unternehmen weitergegeben. Weil wenn das nicht der Fall ist, dann könnten sie Dich ja nicht entsprechend über Deine Handynummer kontaktieren.

[00:07:09] Nina: Wir haben es schon angedeutet: Sieht der Link komisch aus, also ich nehme jetzt schon wieder das Beispiel DHL. Wenn mir die DHL einen Link schickt, dann erwarte ich ja so was wie: www.dhl.de. Wenn da aber jetzt irgendwas steht wie: www.xy12, dann lieber nicht draufklicken.

[00:07:29] Jonas: Und vielleicht noch abschließend zu dem Thema: "Wie erkenne ich eine Phishing-Mail oder eine Phishing-SMS?" Geh am besten davon aus, dass Deine - zum Beispiel, wenn wir jetzt von einer Online-Bank reden - die würde Dir niemals per SMS oder per Mail eine Abfrage über Deine Benutzerdaten und Deine Zugangsdaten stellen. Die warnen meistens auch auf ihren Webseiten unter der entsprechenden Kategorie, zum Beispiel aktuelle Phishing-Mails. Da zeigen sie auch mit Screenshots, was für Phishing-Mails gerade im Umlauf sind. Da am besten auch einfach mal drauf schauen. So habe ich das auch bei mir beim Online-Banking gehandhabt, dass ich einfach nochmal meiner Bank geschrieben habe. Ich habe denen einen Screenshot geschickt von der Phishing-Mail und haben ihnen gesagt, mir kommt das irgendwie komisch vor. Ich habe da eine Mail an meine berufliche E-Mail bekommen und die waren auch wirklich dankbar dafür, weil die nehmen das dann entsprechend bei sich auf und können das dann eben auch an die Kunden weiter kommunizieren.

[00:08:19] Nina: Gleiches beim Zoll. Das ist super unprofessionell, wenn die Dir jetzt eine Mail oder SMS schreiben würden. Eben abgesehen davon, dass sie die Daten von Dir vielleicht gar nicht haben. Es kann natürlich mal sein, dass ein Paket im Zoll hängen bleibt. Aber da würde Dir der Zoll dann eher einen Brief schreiben.

[00:08:34] Jonas: Ja, und wie geht man jetzt am besten mit so einer Nachricht um? Am besten löschen! Also viele E-Mail-Programme filtern auch automatisch solche Phishing-Mails raus, indem sie im Spam-Ordner landen. Die sind da auch relativ gut und lernen mit Deinem Verhalten dazu. Heißt: Wenn die den Absender nicht kennen oder dem E-Mail-Programm schon komisch vorkommt, dann landen die meist automatisch schon im Spam-Ordner. Da sind sie auch am besten aufbewahrt und kannst sie dann direkt löschen und hast im besten Fall Deine Ruhe.

[00:09:02] Nina: Wie Jonas das gemacht hat, Du kannst vorher einen Screenshot machen. Dann kannst Du nämlich einfach - wenn Dir angeblich ein Kollege oder Bekannter was geschickt hat - kannst Du dem das zeigen und fragen: "Hey, ist das wirklich von Dir oder ist das Spam?" Du kannst es eben an die Bank, an die Stelle, von der es angeblich kommt, weiterleiten. Denn dadurch können auch ganz viele andere Leute dann informiert werden, dass diese Masche gerade im Umlauf ist und dass man aufpassen sollte. 

[00:09:25] Jonas: Am besten man sollte gar nicht wirklich drauf reagieren. Also wenn Du jetzt so eine Mail bekommen hast, wo Du vielleicht denkst: "Ok, das kommt mir komisch vor", dann nicht dem Absender zurückschreiben. Weil die wissen dann, dass Dein Konto aktiv ist. Und es ist auch sehr realistisch, dass solche Kontaktdaten irgendwie schwarz im Netz auch verkauft oder weiterverbreitet werden, wo sich dann die Betrüger untereinander austauschen und sagen: Hey, bei dem Kontakt, der hat reagiert. Da kann man vielleicht noch mal nachgreifen. Deswegen am besten wirklich gar nicht darauf antworten. Auch bei diesen Einladungen, das hat Nina vorhin schon gesagt. Nicht auf ablehnen drücken, sondern einfach direkt löschen, wenn Du denkst, das ist komisch. Wenn es eine wirkliche Einladung ist, dann wird Deine Kollege, denke ich, schon noch mal auf Dich zukommen. Und Dich bitten, dass Du Dich über Outlook bei der Veranstaltung registrierst.

[00:10:11] Nina: Anhänge niemals öffnen. Das ist sowieso klar. Und keine Daten angeben. Auch klar, wenn jetzt zum Beispiel nach Deinen Kontodaten gefragt werden würde. Wenn irgendwie eine Zahlungsaufforderung dabei ist, nicht zahlen. Also immer erst mal skeptisch sein. Erst mal nachfragen, erst mal nachprüfen. Die Zeit wirklich investieren und nicht einfach so da irgendwas unternehmen. So, jetzt natürlich die Frage: Ich hab das jetzt doch gemacht. Ups. Ich hab da irgendwo draufgeklickt. Hab vielleicht die Malware auf dem Handy. Den Virus. Ja, was tue ich dann, Jonas, wenn es eigentlich schon zu spät ist?

[00:10:45] Jonas: Na, am besten, Du machst Dein Handy erst mal in den Flugmodus. So können keine Daten weitergegeben werden. Und der entsprechende Hacker kann nicht von weiter weg auf Dein Handy zugreifen. Versuchen die App so schnell wie möglich wieder vom Handy runterzubekommen. Ich würde tatsächlich sogar empfehlen, einen kompletten Reset zu machen vom Handy. Auf Werkseinstellung zurücksetzen.

[00:11:07] Nina: Vorher die Daten sichern.

[00:11:08] Jonas: Genau! Vorher natürlich die Daten sichern und dann eben wieder das Backup wieder aufspielen bevor man eben die Malware oder den Virus runtergeladen hat.

[00:11:15] Nina: Bei meiner Mama habe ich mich dann so, also diese typische Situation von: "Nina, hilf mir mal. Ich hab da was auf dem Handy." Da habe ich mich dann mal als Hobby-ITlerin versucht. Wir sind dann gleich in den Flugmodus. Dann hab ich ein bisschen geguckt, welche Anti-Viren-Apps es gibt, die eine Malware runterbringen können vom Handy. Wir haben ein paar davon ausprobiert. Die haben auch alle diese angebliche DHL-App als Eindringling erkannt, aber die konnten das irgendwie nicht löschen. Also tatsächlich mussten wir dann einen kompletten Reset machen. Ja, und danach hab übrigens ich zum Beispiel auch diese ganzen SMS bekommen. Im Prinzip genau derselbe Wortlaut, wie das, was meine Mama bekommen hat. Also die haben sich dann ganz klar durch ihr Handy, meine Nummer holen können. Ich habe dann diese Nummern, die mir dann SMS geschickt haben alle blockiert. Und habe die Nachrichten sofort gelöscht. Und das ging vielleicht ein paar Tage so, aber seitdem habe ich jetzt auch wieder Ruhe. Also, die haben wohl verstanden, dass ich nicht darauf reagiere.

[00:12:19] Jonas: Es gibt auch noch die Möglichkeit, einer Drittanbietersperre. Drittanbietersperre ist nichts anderes, als dass Du eben über Deinen Mobilfunkanbieter beantragen kannst, dass Du keine Abbuchung über Deine Handyrechnung autorisieren lassen willst. Das ist seit 2012 gesetzlich vorgeschrieben, dass man das dem Kunden entsprechend kostenlos einstellen kann. Da musst Du Dich aber am besten an Deinen Handyprovider oder an den Anbieter von Deinem Mobilfunkvertrag wenden. Da kannst Du meistens unter der Kundenhotline einfach eine Drittanbietersperre beantragen und dann kann eben keine Zahlung ohne Dein Einverständnis über die Handyrechnung abgebucht werden.

[00:12:55] Nina: Guck auch mal ab und zu auf Dein Konto, auf Dein Bankkonto. Checke ab und zu Deine Handyrechnung. Wenn Dir da Abbuchungen auffallen, die nicht von Dir kommen, mach da auch am besten einen Screenshot. Und geh zu Deiner Bank, geh zu Deinem Telefonanbieter. Ja, manchmal kann man da noch was tun. Manchmal ist es möglich wieder Geld zurückzubekommen. Das sind dann wahrscheinlich Kosten, die dadurch entstanden sind, dass jemand anderes gerade Dein Handy lenkt.

[00:13:22] Jonas: Ja, und Nina hat es vorhin gesagt. Ist das Kind schon in den Brunnen gefallen und Du hast vielleicht schon eine Abofalle ausgelöst, dann würden wir Dir ganz stark unsere letzte Folge: "Hilfe, ich habe Potenzpillen bekommen!" empfehlen. Da erklären wir alles, wie Du Dich gegen Abofallen schützen kannst. Wie Du da wieder rauskommst. Da einfach mal reinhören. Da sind viele gute Tipps mit drin. Ist auch ein lustiges Thema. Und das Allerletzte, was man vielleicht noch sagen kann: Wenn Dir dadurch ein Schaden entstanden ist, dass Du irgendwie eine riesen Rechnung bekommen hast ungerechtfertigterweise, dann empfehlen wir natürlich auch entsprechend zur Polizei zu gehen und da eine Strafanzeige zu stellen. Weil das ist dann wirklich eine Betrugsmasche. Das ist eine Straftat und da dann auch wirklich den Weg zur Polizei suchen.

[00:14:01] Nina: In den Shownotes setzen wir Dir noch einige Links zu aktuellen Phishing-Maschen. Wir listen noch mal die ganzen Tipps auf, was Du tun kannst. Also klick Dich da gerne durch damit Du da auf dem Laufenden bist.

[00:14:12] Jonas: Und in unserer nächsten Folge, um da noch einen kleinen Spoiler zu geben, da geht's um das Thema Brexit. Also: Wie betrifft es Dich? Betrifft er Dich überhaupt?

[00:14:20] Nina: Stichwort: Reisen. Stichwort: Online-Shopping

[00:14:23] Jonas: Genau, ist eine coole und interessante Folge. Wir würden uns freuen, wenn Du wieder reinhörst. Und in diesem Sinne wünschen wir Dir noch einen schönen Tag.

[00:14:31] Nina: Mach's gut.

[00:00:00] Jonas: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge "Hilfe, mein Toaster brennt!". Neben mir sitzt wie immer die Nina. Halli hallo.

[00:00:07] Nina: Hallo, Jonas!

[00:00:08] Jonas: Was hast du uns denn heute für ein cooles Thema mitgebracht?

[00:00:11] Nina: Unsere Juristen, die berichten uns immer wieder, dass es vorkommt, dass Menschen einfach so eine Rechnung bekommen, obwohl sie nichts gekauft haben. Dass einfach so ein Päkchen vor der Tür steht, sie haben aber nicht bestellt. Oder das sogar ein fieser Inkasso-Bief mit einer Zahlungsaufforderung kommt.

[00:00:27] Jonas: Ja und das verrückte an den Fällen ist, das kann wirklich jedem passieren. Also wir hatten da schon Fälle mit Polizisten, mit Minderjährigen, also es trifft da wirklich alle gesellschaftlichen Schichten durchweg. Und wie man sowas erkennt und was man auf gar keinen Fall tun sollte, darum gehts heute.

[00:00:44] Intro-Musik

[00:01:02] Nina: Vorne weg haben wir uns gedacht, wir stellen euch mal ein ganz kurioses Phänomen vor, das so bei uns eintrudelt. Es melden sich immer wieder Menschen bei uns, die sagen: Ich hab da so komische Pillen bekommen: Potenzpillen. Die haben den interessanten Namen Horse Power Plus. Ich hab hier sogar welche. Jonas grinst, weil ich hab ihn schon vorgewarnt, dass ich irgendwann rascheln werde mit dem Zeug. Ey, es ist echt witzig. Ich habe jetzt hier eine Packung vor mir, das ist so ein weißes Plastik. Dann ist da so ein Schildchen, so ein Etikett draufgeklebt. Da steht eben "Horse Power Plus", der Name, drauf. "XXXL-Formula" mit drei X.

[00:01:45] Jonas: Was ich super lustig fand war dieses draufgezeichnete Lineal.

[00:01:51] Nina: Unten genau auf dem Etikett ist noch so ein Lineal angedeutet. Von 19 bis 26 Zentimeter. Und sowas wurde bei diesen Fällen einfach so verschickt an Menschen und zwar von einer Firma aus Lettland. Aliaz Cooperation nennen sich die. Die werben ganz viel über Social Media udn die biten auch so Produkte wie Diätpillen oder Anti-Pickelmasken an.

[00:02:16] Jonas: Ja und das Problem ist, man erkennt gar nicht so auf den ersten Blick, dass es sich dabei irgendwie um eine Abofalle handeln könnte zum Beispiel. Wir haben letztes Jahr und dieses Jar nicht so viele, aber letztes Jahr kann ich mich noch erinnern da sind so viele Anrufe reingekommen. Also täglich bestimmt so an die zehn, zwanzig Leute, die sich da an uns gewandt haben udn gesagt haben: Ich hab hier was zugeschickt bekommen. Ich hab das nie bestellt. Es gab auch welche, die haben es bestellt die haben es auch gesagt, aber da war nicht gekennzeichnet, dass es ein Abo ist, sondern einfach nur so ein Probepaket. Ja und dann ist auf einmal Rechnung nach Rechnung ist eingetrudelt zu Hause. Manche haben auch Probleme mit ihrem Partner bekommen oder mit den Eltern.

[00:03:00] Nina: Ich versteh gar nicht, warum.

[00:03:03] Jonas: Weiß ich auch nicht. Und ja, das ist natürlich nicht OK. Also wenn so etwas angeworben wird oder beworben wird, dass es sich da um eine Probebestellung handelt, dann kann es nicht sein, dass da auf einmal eine Abofalle kommt. Wie kommts überhaupt dazu, Nina? Worauf muss man achten? Was passiert da genau? Erklär mal dem Zuhörer, was da eigentlich passiert.

[00:03:26] Nina: Genau, also das ist jetzt eben so ein spezieller Fall, den wir hatten. Dass mir jetzt einfach was zugeschickt wird, was ich nie wollte, das kann wirklich jedem passieren uns das kommt auch immer wieder vor. Was tue ich denn da dagegen? Natürlich kommt das Produkt meistens nicht einfach so, sondern da ist dann eine Rechnung dabei. Da steht dann ben drauf, klar, ich soll zahlen, für das, was ich da angeblich bestellt habe. Ganz ganz wichtig: Sowas nicht ignorieren. Das ist echt der Tipp, den wir geben. Das nicht einfach so stehen lassen, sondern da hinschreiben, per Mail, per Brief, und ganz klar sagen: Ich habe das nicht bestellt, ich wehre mich gegen diese Rechnung und bitte schicken Sie mir auch nicht mehr unaufgefordert Ware zu. Speziell für die netten Potenzpillen, da haben wir auf unserer Internetseite Musterschreiben, die man verwenden kann. Auf evz.de. Da einfach mal zum Beispiel Aliaz als Suchebgriff eingeben, dann findest du die ganz schnell.

[00:04:25] Jonas: Notfalls packen wir es auch einfach unten in die Shownotes rein, da kannst du ganz schnell draufklicken.

[00:04:30] Nina: Richtig und du kannst dieses Schreiben auch nehmen und für deinen Fall abwandeln, je nach dem, was du eben geschickt bekommen hast.

[00:04:36] Jonas: Was gilt jetzt, wenn ich zum Beispiel keine Ware bestellt hab, sondern einfach nur eine Rechnung von einem Inkasso-Unternehmen bekomme. Also ganz wichtig: Viele, das finde ich auch immer so verblüffend, wenn das Wort Inkasso irgendwo fällt, zucken irgendwie alle zusammen, verkrampfen, kriegen irgendwie Magenschmerzen, was ja auch verständlich ist. Keiner will irgendwie Schulden irgendwo haben oder sonst irgendwas und das nutzen diese Leute natürlich auch gezielt aus. Also es ist klar, dass wenn man mit so einem Inkasso-Schreiben kommt, da denkt man sich vielleicht: Ah Mist, ich will jetzt auch nicht, dass das vielleicht mein Partner mitbekommt oder dass die Familie das mitbekommt udn dann lässt man sich, ja, irgendwie in so eine Drucksituation versetzen.

[00:05:15] Nina: Vor allem bei sowas wie, wenn man angeblich Potenzpillen bestellt haben soll, da ist ja auch so ne Schamgrenze da.

[00:05:22] Jonas: Genau und woran man jetzt zum Beispiel erkennen könnte oder was ein Indiz sein könnte, dass es einfach ein unseriöses Schreiben ist, ist wenn einfach viel zu viele Schreiben kommen. Wenn vielleicht auch irgendwie damit gedroht wird, dass ein Schufa-Eintrag demnächst kommt, dass ein Gerichtsvollzieher vor der Tür stehen wird.

[00:05:37] Nina: Völliger Quatsch, das wird nicht passieren.

[00:05:39] Jonas: Ganz wichtig, nicht bezahlen, aber Nina hat's vorhin auch schon gesagt: Auch nicht ignorieren. Also in so nem Fall immer drauf reagieren. Einen Brief am besten oder per Mail in dem Fall, weil viele von den Unternehmen auch im Ausland sitzen. Das Inkasso-Unternehmen ist meistens aus Deutschland, aber die Auftraggeber dahinter, die kommen meistens irgendwie aus Großbritannien, aus Lettland, Tschechien, Niederlande. Das sind jetzt so unsere Erfahrungen.

[00:06:00] Nina: Manchmal schreiben die auf Englisch, aber oft kommt das dann doch auch auf Deutsch bei einem an.

[00:06:06] Jonas: Da am besten prüfen. Mal im Internet schauen. Habe ich wirklich, beziehungsweise, was ist das für ein Inkasso-Unternehmen? Hat das eine Zulassung? Da gibt es bestimmte Suchmaschinen, die packen wir euch auch in die Show-Notes unten rein. Es gibt diverse Webseiten, die warnen vor solchen Maschen, unter anderem der Marktwächter oder Watschlist. Packen wir euch alles unten in die Beschreibung mit rein. Gerne mal durchgucken und einfach mal prüfen: Ist das wirklich seriös, was ich bekommen hab.

[00:06:32] Nina: Wir sprechen jetzt hier von unseriösen Firmen und unseriösen Inkasso-Unternehmen. Wenn ich mal wirklich was vergessen habe zu zahlen, dann kann es natürlich auch mal ein echtes, also echtes im Sinne von seriöses Inkasso-Schreiben bei mir ankommen. Vielleicht habe ich auch mal eine Ware zurückgeschickt uns aus irgendeinem Grund kam die dann doch nicht wieder an bei dem Hersteller. Dann kann das schonmal sein, dass da so ein Prozess losgetreten wird. Dass ich dann vielleicht auch mal ein mahnendes Schreiben bekomme. Also erstmal prüfen: Kann es denn wirklich sein? Schulde ich denn wirkloch irgendwem was?

[00:07:06] Jonas: Es ist immer ganz schwierig, wenn man sowas alleine machen will, weil das ist schon ein sehr zeitintensiver Prozess, bis man da die Firma wirklich erreicht. Da gibt es nämlich manchmal auch den Fall, dass man die Firma nicht erreichen kann über die angegebenen E-Mailadressen. Also es ist schon sehr kräftezehrend und deswegen am besten immer Hilfe suchen.

[00:07:27] Nina: Gerade bei den Aliaz-Fällen können wir zum Beispiel sagen, also bei diesen Potenzpillen-Fällen: Wer sich an uns wendet, dem können wir helfen. 

[00:07:35] Jonas: Wir haben vorhin auch nochmal mit Sabine gesprochen, eine von unseren Juristinnen. Sie hat gemeint sie kennt keinen Fall, den sie nicht lösen konnte hier im Haus.

[00:07:41] Nina: Sie hat auch noch einen Tipp gegeben, den ich sehr wertvoll fand. Auch keine Teilbeträge zahlen. Manche denken sich vielleicht: Ich zeige jetzt meinen guten Willen und ich zahle schonmal einen Teil von dieser Summe, die da gefordert wird, damit das einfach nur abgeschlossen ist dieses Thema. Manche Firmen denken sich sogar: Ich bin jetzt mal ganz entgegenkommend, ich biete demjenigen jetzt eine Ratenzahlung an. Du kannst erst nur einen Teil zahlen und den Rest später. Auf gar keinen Fall drauf eingehen! Weil wenn du das machst, dann wird das so ausgelegt, dass du zustimmst. Ah ja, ich schulde ja doch irgendwie Geld, ich muss das ja doch irgendwie zahlen. Deswegen auf keinen Fall auf so ein Möchtegern-Entgegenkommen da eingehen.

[00:08:24] Jonas: Das kann natürlich sein, dass die Leute über bestimmte Dinge, die ihr im Internet gemacht habt, auf eure Daten aufmerksam geworden sind.

[00:08:34] Nina: Genau so kommt das überhaupt erst dazu.

[00:08:36] Jonas: Es kann zum Biespiel sein: Du hast auf einem unseriösen Online-Shop bestellt. Vielleicht hast du auch irgendwie aus Versehen mal auf einen Werbebanner auf Social Media gedrückt. Oder es kann natürlich auch sein, dass irgendeiner im Bekanntenkreis gehackt wurde und irgendwie mal auf einen unseriösen Link geklickt hat und dann dort eben die Kontaktdaten ausgelesen wurden und die Leute sich dann eben an deiner Emailadresse zu schaffen gemacht haben.

[00:09:01] Nina: Auch ausßerhalb des Internets kann es passieren. Vielleicht hast du mal oder vielleicht haben zum Beispiel deine Großeltern mal an einem Gewinnspiel teilgenommen. Da setzt man einmal irgendwo kreuzt man was falsches an und schon kann sowas passieren. Also wir wollen damit sagen, und das ist kein erhobener Zeigefinger jetzt, also natürlich passt einerseits auf auf eure Daten. Andererseits wollen wir vor allem sagen: Es kann wirklich jedem passieren.

[00:09:25] Jonas: Und was besonders auffalend ist, ist einfach dass diese Abzock-Masche, man kanns ja eigentlich nicht anders nennen, dass das auch in dieses aktuelle Corona-Bild reinpasst. Viele Leute sind zu Hause, bestellen wahrscheinlich online. Und die Leute dahinter denken sich dann halt: OK, wir schicken jetzte einfach mal einige Testmails raus. Irgendeinen werden wir schon erwischen und wenn sich nur zehn Leute melden und dann da bezahlen, dann haben die sich natürlich schon eine goldene Nase daran verdient. Also deswegen immer hinterfragen: Habe ich das auch wirklich bestellt.

[00:09:56] Nina: Wir haben ja gesagt widerspreche dieser Forderung, also schreibe da hin an die Firma und sage das ist nicht rechtens, das ist nicht in Ordnung so. Und da kannst du dann auch, wenn du dem Inkasso-Schreiben, dem Inkasso-Unternehmen, entschuldigung, schreibst, kannst du auch das Unternehmen, das angeblich Geld von dir haben will, das kannst du dann auch mit in Kopie setzen.

[00:10:18] Jonas: Ja und Nina du hast uns jetzt heute noch einen kuriosen Fall mitgebracht und zwar gehts da um Liebenshotlines aus Tschechien.

[00:10:27] Nina: Richtig. Fürs Ende haben wir euch noch ein zweites Phänomen mitgebracht, mit dem wir hier so zu tun haben. Du hast es schon gesagt Jonas. Da flattern dann bei einigen Leuten sind da und es passiert vermutlich immer noch, da flattern Schreiben ein, die behaupten, man hätte so eine Love-Hotline in Anspruch genommen. Und man solle doch bitte zahlen. Das waren dann oft so um die 90 Euro laut unserer Erfahrung. Das Geld soll man auf ein tschechisches Konto überweisen oder nach Tschechien schicken per Einschreiben, wie auch immer, wird dann das so beschrieben. Ja das ist nicht neu. Sowas passiert immer mal wieder so eine Masche. Die Firma, die dahinter steckt, die ändert immer mal wieder ihren Namen. Das ist dann oft so, dass dann relativ schnell sie letzte Mahnung, die nächste Mahnung eintrudelt. Die werden dann da immer vehementer. Da kam es auch immer mal wieder vor: Diese Firma hatte da eine Mailadresse und wenn man da hingeschrieben hat, dann kam die auch einfach wieder zurück. So diese Mailadresse gibt es überhaut nicht, also auch ganz kurios. Die haben aber ganz viele Mailadressen. Irgendeine von denen funktioniert dann. Also wenn ihr dann da hinschreibt und sagt: "Nein, stopp, hier, ich habe keinen Service in Anspruch genommen" probiert das so lange also eine der Mailadressen muss dann gehen.

[00:11:48] Jonas: Ja was man dagegen tun kann. Wenn du nicht angerufen hast, dann musst dus auch nicht bezhalen, so das ist mal der erste Hinweis. Wenn ich eine Dienstleistung nicht in Anspruch genommen habe, kann aich dafür auch nicht eine Rechnugn ins Haus bekommen, die ich bezahlen muss. So wenn du aus Versehen mal eine falsche Nummer angerufen haben solltest, musst dus auch nicht bezahlen außer den Verbindungskosten natürlich. So wenn du den Service natürlich bewusst genutzt hast, dann ist klar, dann musst dus bezahlen. Aber dann musst du auch vorher erst darauf hingewiesen werden, was die Kosten sind und was d auf dich zukommt, wenn du den Service nutzt. Wenn du das Gefühl hast, dass dich da jetzt wirklich jemand über den Tisch gezogen hat, dann kannst du natürlich auch Strafanzeige bei der Polizei stellen. Ansonsten immer schriftlich beschweren, dass du einfach keine rechnungen mehr haben willst.

[00:12:32] Nina: Auch hier wieder Schamgrenze und so, ne, Love-Hotliens, aber zöger da wirklich nicht und kontaktiere uns.

[00:12:40] Jonas: Ja und wenn du Lob, Kritik oder Anregungen hast zu unserem Podcast, das hilft uns wirklich weiter, dann schreib uns doch gerne an podcast@evz.de. Nina und ich lesen wirklich alles durch. Wir haben uns auch tatsächlich sehr viel Feedback schon eingeholt zu unseren ersten beiden Folgen. Wir sind nicht enterbt worden von unseren Müttern.

[00:12:57] Nina: Puh, ja, wir hatten aber ein bisschen Schiss.

[00:13:00] Jonas: Ansonsten natürlich alle Infos wie immer detailliert auf unserer Webseite haben wir auch eine extra Rubrik "Vorsicht Falle". Da warnen wir so über die aktuellen Betrugmaschen.

[00:13:10] Nina: Da könnt ihr, genau, auch andere Maschen, Fälle, Phänomene nachlesen, die so rumgehen, die so passieren können.

[00:13:17] Jonas: Ja und ansonsten würde ich sagen bis zum nächsten Mal und wir freuen uns auf dich. Ciao!

[00:13:20] Nina: Bis dann!

[00:00:00] Nina: Hallo, wir sind Nina.

[00:00:02] Jonas: Und Jonas.

[00:00:04] Nina: Willkommen zu unserem Podcast: „Hilfe, mein Toaster brennt!“.

[00:00:07] Jonas: Heute geht es bei uns um die Frage: Was gilt, wenn ich etwas einkaufe, meine Meinung ändere und es dann zurückgeben will.

[00:00:13] Nina: Spoiler: Es macht einen Unterschied, ob du online oder im Geschäft einkaufst.

[00:00:18] Intro-Musik

[00:00:34] Jonas: Nina, was war denn dein letzter Fail-Kauf, den du zurückgegeben hast?

[00:00:38] Nina: Das war bei mir ein Pullover. Den habe ich online gesehen und hab mir den in einem Online-Shop bestellt. Die Farbe wurde als Beige beschrieben, aber es war für mich eher ein braun. Für mich hat das von der Farbe her nicht gepasst und ich wollte den tatsächlich nicht behalten und habe ihn dann wieder zurückgeschickt.

[00:01:11] Jonas: Und genau das klären wir heute, was eigentlich rechtlich gilt? Und was du machen kannst, wenn du in einem Geschäft einkaufst.

[00:01:17] Nina: Nochmal vorneweg: Bei uns geht es heute darum, was ist, wenn ich als Kunde die Meinung ändere. Also, wenn ich ein Produkt kaufe und dann entscheide, ah ich möchte es eigentlich doch nicht haben. Was anderes ist es nämlich, wenn ich etwas kaufe das kaputt ist.

[00:01:31] Jonas: Und falls du da noch nicht reingehört haben solltest, empfehlen wir dir ganz stark unsere erste Folge, die genauso heißt wie unser Podcast: „Hilfe, mein Toaster brennt!“. Da erklären wir nämlich genau diese Fragen und alles zu deinem Recht auf ein funktionierendes Produkt.

[00:01:44] Nina: Nehmen wir mal an, es ist kein Corona. Ich gehe in die Innenstadt eine Runde shoppen und kaufe mir dort eine Jacke in einem Geschäft. Zu Hause probiere ich sie dann noch mal an und denke mir: Mist, die Farbe ist doch nicht so mein Ding. So ähnlich wie mit meiner Online-Bestellung. Oder die Größe ist doch ein bisschen klein. Dann gehe ich wieder zurück in den Laden und gebe die Jacke einfach zurück, oder?

[00:02:09] Jonas: Wir kennen das ja alle bei großen Modeketten. Da kannst du deinen Einkauf häufig auf Kulanz zurückgeben. Das ist aber nicht, weil es dein Recht ist, sondern ein freiwilliger Service des Geschäfts. Das kannst du nicht immer machen, zum Beispiel bei Sonderangeboten. Da kennt man es ganz häufig. Dann ist ausgeschrieben: „Vom Umtauschrecht ausgeschlossen“. Da kannst du es dann nicht zurückgeben.

[00:02:34] Nina: Es kann auch sein, dass kleinere individuellere Läden es nicht anbieten, dass du Sachen umtauschen kannst, weil es eben kein generelles Recht ist, sondern eben dieser freiwillige Service. Geh daher nicht davon aus, dass du alles, was du kaufst, im Laden einfach umtauschen kannst. Unsere Botschaft ist: Frag am besten vorher nach, welche Umtauschpolitik gilt da so.

[00:03:05] Jonas: Gerade bei Bekleidungsgeschäften oder auch bei anderen ist der Service zum Standard geworden. Es wird sogar oft damit geworben, zum Beispiel "Probieren Sie die Ware zu Hause aus. Sie haben so und so lange Zeit, um die Ware umzutauschen". Das kennen wir alle. Manchmal steht es unten auf dem Kassenbon: "Rückgaberecht innerhalb von 14 Tagen". Dann muss aber auch das Geschäft die Ware zurücknehmen und kann nicht einfach sagen: "Nee, machen wir nicht". Wenn das so kommuniziert wird: auf Aushängen im Geschäft, über Durchsagen, auf dem Kassenzettel, dann muss das wie gesagt auch so gelten. Wenn du dich ganz doll absichern willst, dann mache am besten ein Foto von der Info und berufe dich beim Umtausch darauf. 

[00:03:39] Nina: Also wie gesagt, im Zweifelsfall im Laden nachfragen und frag am besten auch nach den Umtauschbedingungen. Denn es ist nicht so, dass wenn ein Geschäft sagt: "Grundsätzlich ok. Machen wir. Umtausch ist kein Problem". Dann ist es nicht so, dass du da immer dein Geld zurückbekommst. Es kann sein, dass dir manche einen Gutschein anbieten. Manche wollen, dass man den Kassenbon vorlegt. Ansonsten ist kein Umtausch möglich. Das kann unterschiedlich sein und daher solltest du dich vorher einfach kurz informieren.

[00:04:08] Jonas: Zusammengefasst: Wenn du im Laden einkaufst, hast du kein grundsätzliches Rückgaberecht. Viele Geschäfte bieten das aber wie gesagt freiwillig auf Kulanz an, wenn du deine Meinung zum Produkt geändert hast. Wenn das Teil kaputt ist, kannst du da natürlich auch was im Laden machen, beziehungsweise deine Gewährleistungsrechte in Anspruch nehmen.

[00:04:24] Nina: Wie ist das nun, wenn ich online einkaufe? Wir haben ja jetzt über Geschäfte und Läden gesprochen. Hier ist es so, dass du überall in der EU ein 14-tägiges Widerrufsrecht hast. Das heißt, du hast 2 Wochen Zeit, um die Meinung zu ändern und die Ware einfach wieder zurückzuschicken.

[00:04:43] Jonas: Hintergrund ist der: Wenn du online kaufst, kannst du die Ware ja nicht anfassen, anprobieren oder testen, wie wenn du jetzt in einem Geschäft bist. Im Laden geht das natürlich entspannt. Da kannst du dich im Umkleideraum anschauen, die Ware testen, ob alles passt. Das kannst du, wenn du es online bestellst natürlich nicht machen.

[00:05:01] Nina: So, wenn ich jetzt eine Sache eben zurückschicken möchte, ist eines sehr wichtig. Ich muss den Widerruf - so heißt eben dieses Zurückschick-Recht - erklären. Wir geben da immer den Tipp: am besten schriftlich. Das einfachste ist eine Mail zu schreiben an den Online-Shop, wo ich eingekauft habe. Da reicht oft ein ganz einfacher Satz wie: "Hiermit widerrufe ich folgende Ware, die ich dann und dann gekauft habe". Falls du da Inspiration brauchst, kannst du gerne sehr gerne auf evz.de - unsere Internetseite - gehen und einfach mal in die Suche "Widerruf" eingeben. Da findest du dann nämlich Vorlagen für solche Widerrufsschreiben.

[00:05:41] Jonas: Hast du so was wirklich schon mal gemacht? Hast du selbst schon mal einen Widerruf geschrieben? Also ich habe, ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich so was jemals gemacht habe.

[00:05:48] Nina: Das ist das Ding, ne? Weil so ist die Regel. So haben unsere Juristen das vorher erklärt.

[00:05:53] Jonas: Und wir haben uns erstmal nur angeguckt, ne? Haben gedacht: hä?

[00:05:55] Nina: Richtig! Also, wenn ich bei so großen Shops, sagen wir mal Amazon, Zalando, Asus bestelle, dann habe ich ehrlich gesagt noch nie so eine Widerrufs-Mail geschrieben. Du?

[00:06:03] Jonas: Also, ich kenne das nur so, dass ich mein Widerrufs-Formular entweder schon in dem Paket mit drin habe, was mir geschickt wird; da kreuze ich das an, pack's rein und damit hat sich die Sache erledigt oder ich gehe eben auf die Seite und guck unter Versand, Widerrufsbelehrung, wo ich mir meinen Retourenschein ausdrucken kann. Aber einen Widerruf selbst habe ich jetzt auch noch nie gemacht.

[00:06:24] Nina: Behalte das auf jeden Fall im Hinterkopf mit dem Widerruf schriftlich erklären. Das ist so die grundsätzliche Regel. Manche Shops haben das einfach vereinfacht, ne? Das ist auch ein Service für den Kunden. Und wenn du dann auf der Seite unter dem Reiter "Widerruf" oder "Retoure" nachliest: Ja, bei uns funktioniert das so; du klebst das Retouren-Etikett drauf, kreuzt online oder wie auch immer an, was du zurückschicken möchtest, dann kannst du davon ausgehen, dass das auch so reicht.

[00:06:54] Jonas: Der Verkäufer muss dir den Kaufpreis dann natürlich auch zurückerstatten, wenn du was zurückschickst. Dafür hat er wiederum zwei Wochen Zeit. Also du hast 14 Tage Widerrufsrecht, er hat dafür 14 Tage Zeit, dir dein Geld zurückzugeben. Er ist allerdings nicht verpflichtet, die Portokosten fürs Zurückschicken zu übernehmen. Ganz wichtig: große Anbieter machen das oft freiwillig. Viele haben das Zurückschick-Verfahren sogar total vereinfacht. Das haben wir ja vorhin schon gesagt mit dem Retourenschein. Du darfst aber nicht davon ausgehen, dass es immer kostenlos ist, der Rückversand. Kosten können aber auch entstehen, wenn du in einem Land außerhalb der EU bestellst. Aktuelles Beispiel Großbritannien. Die sind jetzt erst vor Kurzem aus der EU ausgetreten. Da kann es natürlich vorkommen, dass du Portokosten bezahlen musst, weil es eben außerhalb der EU ist. Das kann ein bisschen teurer werden. Es kann sein, dass ab sofort Zollgebühren auf dich zukommen. Das Gleiche gilt natürlich auch für die Schweiz, was kein EU-Mitgliedstaat ist. Also da einfach aufpassen. Sich vorab informieren, wie da die Versandbedingungen sind, wenn du was zurückschickst.

[00:07:54] Nina: Ein paar Dinge gibt es noch zu beachten. Wenn du jetzt eben online was bestellt hast und überlegst, ob du das behalten möchtest oder nicht, dann kannst du das Produkt natürlich testen. Stell dir dabei vor, du bist im Laden. Also ich mein damit, wenn es ein Kleidungsstück ist, dann kannst du das natürlich anprobieren. Das ist völlig in Ordnung. Du darfst aber zum Beispiel nicht Schuhe draußen auf der Straße tragen oder die Etiketten abreisen. Das geht dann nicht. Das kannst du dann nicht einfach zurückschicken, beziehungsweise du kannst es dann zurückschicken, dann könnte aber der Shop auf dich zukommen und sagen: "Wir möchten, dass du doch einen Teil von dem Produkt zahlst als Wertersatz, weil du hast es ja schon zum Teil genutzt". Vielleicht hast du schon einmal mal den Begriff "Zalando-Partys" gehört. Also einfach Kleidung bestellen, die in der Disco oder in der Bar tragen, im Alltag nutzen und dann einfach wieder zurückschicken. Das geht nicht. Dann kann es wirklich sein, dass ich diesen Wertersatz zahlen muss.

[00:08:51] Jonas: Auch bei CDs und DVDs musst du darauf achten, dass du die Versiegelung nicht aufmachst. Sobald du die aufmachst, erlischt das Widerrufsrecht. Gilt auch für verderbliche Lebensmittel, zum Beispiel Blumensträuße, Medikamente. Du kannst dir jetzt zum Beispiel nicht einen Ring gravieren lassen mit deinem Jahresdatum mit deiner Liebsten und dann sagen der gefällt mir nicht und dann zurückschicken, weil es eben ein individuell angefertigtes Stück ist, was du nicht einfach wieder zurückgeben kannst. Dasselbe gilt auch für Fußballtrikots, wenn du da eine Beflockung hinten drauf machst mit deinem Namen. Für die Gamer unter euch, ich kenne das zum Beispiel bei digitalen Inhalten. Da erlischt das Widerrufsrecht meistens schon viel früher. Also gar nicht erst bis 14 Tage, sondern wenn du so ein bis zwei Stunden gezockt hast. Wenn du jetzt zum Beispiel ein Online-Spiel herunterlädst, dann kannst du nicht einfach sagen ich gebe das jetzt wieder zurück.

[00:09:42] Nina: Übrigens gilt das Ganze mit dem Zurückschicken nicht nur online. Das gilt fast immer, wenn ich was nicht klassisch im Laden gekauft habe. Also es gilt auch bei Straßen-Käufen. Manchmal hat man da ja das Gefühl, dass einem was angedreht wird. Das gilt bei Haustürkäufen, wenn da jetzt jemand mit dem Staubsauger vorbeikommt. Dann habe ich zwei Wochen Zeit zu sagen: "Nee, ich möchte den nicht behalten. Ich möchte mein Geld zurück". Das gilt auch bei Katalog-Bestellungen, wenn ich über das Telefon was einkaufe und momentan in den Corona-Zeiten gilt das auch bei Click & Collect. Ich habe ja vielleicht da vorher sogar schon bezahlt, habe mir das online ausgesucht das Produkt und dann fahre ich hin. Ja, und vielleicht ist es dann in Wirklichkeit gar nicht so, wie ich das wollte. Und dann habe ich eben auch dieses Widerrufsrecht.

[00:10:25] Jonas: Was ich auch super lustig fand, zur Vorbereitung auf die Folge haben Nina und ich uns ja ein bisschen unterhalten zu dem Thema. Und wir haben mehr oder weniger das gleiche Problem zu Hause. Unsere Mütter sind sehr Online-Shopping affin.

[00:10:39] Nina: Sie machen auch manchmal Dinge, die man nicht machen sollte. Wir haben euch ganz doll lieb übrigens. Wollte ich jetzt nur noch mal einwerfen.

[00:10:48] Jonas: Ja, haben wir! Aber sie sind manchmal, ja. Also meine Mutter. Ich kenne das nur von meiner Mama. Die hat sich letztens irgendwie Schuhe irgendwann mal bestellt auf einer Seite, deren Sprache Französisch war. Also Meine Mutter versteht Französisch. Ich würde jetzt aber behaupten, sie spricht nicht perfekt. Und dann war ich schon so ein bisschen irritiert. Weil, warum hast du da eingekauft? Warum kaufst du nicht auf einer deutschen Seite ein, Mama? Hat sie gemeint: "Ja, weil das sei super günstig. Ich habe da einen super Deal gemacht". Und dann habe ich mir mal die Seite angeguckt und das hat einfach so nach Scam gerochen, wo ich mir gedacht hab: Oh, Mama. Warum?!

[00:11:21] Nina: Und hat sie die Schuhe jemals bekommen?

[00:11:23] Jonas: Sie hat, das ist tatsächlich lustig. Es wurde irgendwann der Käuferschutz bei PayPal von ihr aktiviert. Weil ich ihr gesagt habe: "Mama, komm beschwer dich". Weil sie hat irgendwie einen Monat oder so gewartet. Nichts bekommen. Keine Rückmeldung bekommen vom Shop. Dann habe ich ihr gesagt: "Ok, dann mach jetzt mal den Käuferschutz bei PayPal". Wusste sie natürlich auch nicht, was das ist. Weil meine Mutter einfach denkt, das Internet ist Friede, Freude, Eierkuchen. Alles, was dort steht, ist richtig. Und alle sind lieb und nett. Bis ich ihr halt mal erklärt habe: "Ok, Mama. Da sind auch Leute, die wollen dich scamen. Die wollen dich verarschen. Die wollen dich irgendwie abziehen". Und die Schuhe kamen dann, aber tatsächlich irgendwie auch erst nach dem Käuferschutz 30 Tage später oder so was.

[00:12:01] Nina: Oh, je! Es soll auch Mütter geben (ich definiere das jetzt nicht näher), die davon ausgehen, dass man überall alles wie auf Amazon einfach so wieder zurückschicken kann. Und dann kommen doch manchmal eben Portokosten. Wir haben das ja vorhin mal kurz erklärt. Kann halt so sein. Und dann verscherbeln sie die Sachen innerhalb der Familie weiter. Ich mein jetzt eher verschenken. Sie suchen halt andere Abnehmer für diese Waren zu finden, weil es dann doch irgendwie ihnen zu kompliziert ist, das wieder zurückzuschicken. Vielleicht kennt das ja jemand und hat das schon mal erlebt. Mütter dieser Welt, Väter dieser Welt, alle Menschen dieser Welt, die online einkaufen: Guckt einfach mal vorher kurz, was das für eine Seite ist. Was das für ein Shop ist. Gibt es da ein Impressum? Wirkt das alles seriös auf mich und eben: Wird da erklärt, wie der Widerruf funktioniert, falls ich das einfach doch zurückschicken will?

[00:12:54] Jonas: Genau! Ganz wichtig einfach: Wenn man schon nicht versteht, was der Inhalt auf der Seite ist, vielleicht weil man die Sprache nicht spricht. Einfach umschauen, ob man nicht vielleicht noch eine andere Alternative findet, wo man einfach ein bisschen sicherer fährt. Das so der Tipp an euch da draußen. Und an dich, Mama. Ich hab dich lieb.

[00:13:12] Nina: Mehr zum Thema gibts übrigens auf unserer Internetseite auf evz.de. Da könnt ihr nochmal alles nachlesen. Wir haben das auch in den Shownotes verlinkt. Und ja, solltest du jetzt trotzdem noch ein Problem mit einem Händler haben, der deinen Widerruf einfach nicht akzeptieren will, dann kannst du dich auch kostenlos an uns (das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland) wenden. Das geht immer dann, wenn der Laden, wo du eingekauft hast, in einem anderen EU-Land sitzt.

[00:13:38] Jonas: Genau. Und damit würde ich sagen: Tschö mit ö.

[00:13:41] Nina: Bis zum nächsten Mal.

[00:00:00] Nina: Hallo wir sind Nina.

[00:00:02] Jonas: und Jonas.

[00:00:03] Nina: Willkommen zu unserem Podcast „Hilfe, mein Toaster brennt!“.

[00:00:07] Jonas: Heute geht es bei uns um das Thema Gewährleistung. Unser Podcast heißt ja „Hilfe, mein Toaster brennt!“ und bei der Gewährleistung geht’s genau darum. Es geht nämlich darum: Was kann ich tun, wenn ich etwas gekauft habe und das dann kaputt geht.

[00:00:20] Intro-Musik

[00:00:37] Jonas: Nina, was ist denn eigentlich das letzte Teil, das du gekauft hast und kaputt gegangen ist?

[00:00:42] Nina: Das letzte waren Kopfhörer, glaube ich. Also so nicht jetzt Air Pods oder so, sondern so wirklich Billig-Kopfhörer. Das hat sich dann so bisschen gerächt. Also ich bin auch noch so jemand, der mit Kabel Musik hört. 

[00:00:59] Jonas: Old School

[00:00:59] Nina: Bisschen Old School, ja genau. Ja und die sind dann, also erst hab ich auf einer Seite nichts mehr gehört mit denen und dann gar nicht mehr und dann habe ich die ehrlich gesagt weggeworfen und hab mir neue gekauft. 

[00:01:09] Jonas: Und wie lange hattest du die?

[00:01:11] Nina: Ich hatte die echt nur ein paar Monate, ich kanns dir gar nicht sagen. Es war schon...

[00:01:17] Jonas: Ärgerlich.

[00:01:18] Nina: Ärgerlich.

[00:01:18] Jonas: Dais ist ägerlich.

[00:01:19] Nina: Und bei dir?

[00:01:20] Jonas: Bei mir wars tatsächlich mein Staubsauger. Der hat während dem ersten Lockdown im Märze letzes Jahr, glaube ich, hat der den Geist aufgegeben. Ich stand auf einmal da und der ging nicht mehr an.

[00:01:30] Nina: Und hattest ne staubige Wohnung, toll.

[00:01:33] Jonas: Ja, ne, ich hab ihn dann auch wegegworfen und einfach einen neuen gekauft.

[00:01:35] Nina: Ja das ist eben immer mega ärgerlich. Wenn wir jetzt nochmal beim Toaster bleiben, wie in unserem Titel. Stell dir mal vir, du hast jetzt dieses Teil zu Hause, also diesen Toaster, und der ist eben kaputt. Die gute Nachricht vorne weg: Du musst das nicht einfach so hinnehmen. Du bekommst nämlich entweder muss dir der Toaster repariert werden. Oder dit muss ein anderes Gerät gegeben werden, das funktioniert.

[00:02:01] Jonas: So siehts in der Theorie aus. In der Praxis ist es allerdinsg ein bisschen komplizierter. Manchmal geht es vielleicht kaputt und dann möchte man das reparieren lassen, aber es geht gar nicht mehr, weil vielleicht das ein Auslauf-Modell war oder weils keine Ersatzteile mehr gibt. In dem Fall kann man tatsächlich sein Geld zurückfordern. Es gibt aber auch noch so ne Zwischenlösung. Bei der behalte ich den Toaster, weil er vielleicht doch noch irgendwie mit eingeschränkten Funktionen funktioniert udn bekomme dann eien Teilerstattung von meinem Geld zurück.

[00:02:31] Nina: Wichtig ist dafür, dass man den Kassenzettel vorlegen muss. Also persönlich mach ich das jetzt so: Wenn ich mir ein Elektrogerät kaufe oder ein Teil ab einem bestimmten Wert, dann hebe ich mir auf jeden Fall den Kassenbon auf, steck den in irgendeine Schublade oder so. Also den würde ich dann nicht wegwerfen. Bei kleineren Summen ist das vielleicht nicht so schlimm. Also das muss irgendwie jeder für sich selbst entscheiden, wie er das managt mit seinen Kassenbons. Ganz paranoide Menschen. Zu denen, ja genau, zu denen ich dazugehöre, ich gebe dat zu. Ähm ne dann einfach mit dem Smartphone schnell ein Foto machen von dem Beleg, dann hast du den immer, du kannst den nicht verlieren und der kann nicht ausbleichen oder so.

[00:03:12] Jonas: Du bist aber gar nicht alleine, weil ein alter Kumpel von mir der hat mir auch immer gesagt Jonas, mach immer Fotos von Kasenbons. Der hat in einem Möbelhaus gearbeitet und immer gesagt: Immer Fotos machen.

[00:03:24] Nina: Und, machst du das?

[00:03:25] Jonas: Nö.

[00:03:26] Nina: Toll.

[00:03:29] Jonas: Jetzt ist es vielleicht aber so, dass ich den Toaster schon eine ganze Weile hab. Und irgendeann geht er einfach nicht mehr, da sist ja auch normal. Wie lange kann ich den denn dann reparieren lassen oder um Ersatz bitten? Die kurze Antwort: Sechs Monate. Wenn der Toaster innerhalb von einem halben Jahr kaputtgeht, kannst du da immer noch was machen. Danach wirds allerdings bisschen komplizierter und das erklärt dir die Nina.

[00:03:51] Nina: Genau. Also die lange Antwort ist: zwei Jahre. Also Gewährleistunsgrechte, also das, was wir hier so erklären, das gilt tatsächlich zwei Jahre lang. Aber wirklich nur in der Theorie. Also in der Praxis sinds sechs Monate, merk dir das auf jeden fall, ein halbes Jahr. Nach diesen sechs Monaten, wenn die vorbei sind, dann muss ich als Kunde nämlich erst beweisen können, dass der Defekt schon immer da war. Also schon als ich den Toaster gekauft hab und ich muss quasi beweisen, dass ich den jetzt nicht selber aktiv kaputt gemacht hab oder durch die Abnutzung das entstanden ist. Das kann man in der Praxis einfach nicht beweisen, das ist unmöglich.

[00:04:32] Jonas: Deshalb ganz ganz wichtig: Wenn du jetzt zum Beispiel irgendwie ein Geschenk gekauft hast im Voraus, ja, wir kennen das ja, Weihanchten kaufen wir alles immer relativ oder die meisten.

[00:04:43] Nina: Weiß gar nicht. Vielleicht auch gar nicht so viele Leute. Mache. Manche Menschen machen das.

[00:04:49] Jonas: Manche Menschen machen das, die dann im Voraus irgendwie schon Geschenke eingekauft haben, schon schön eingepackt haben udn dann wird das unterm Weihnachtsbaum aufgemacht und upps, geht nicht. Deswegen immer vorher schonmal checken, ob das Gerät funktioniert so wie es funktionieren soll, ob ale Teile dabei sind, weil wenn dann wirklich diese Sechsmonatsfrist abgelaufen ist, dann habt ihr eben das Problem, dass ihr beweisen müsst, dass es schon von vorne herein nicht ging.

[00:05:15] Nina: Geh mit deinem kaputten Toaster oder kaputten Geschenk oder was auch immer, immer da hin, wo du es gekauft hast. Also wenn dus im Laden gekauft hast, dann geh genau wieder in den Laden. Wenn dus online bestellt hast, dann geh auf die Seite des Shops. Online ist es oft sogar so, dass es eine Rubrik gibt für Kundensupport. Da kannst du dann hinschreiben udn erklären was passiert ist oder du kannst im Impressum die Mailadresse raussuchen des Shops. Bei Online-Käufen ist es sowieso immer gut, wenn man mal ins Impressum geguckt hat, ob da einem irgendwas komisch vorkommt.

[00:05:51] Jonas: Und ganz wichtig: Lass dir ja nicht einreden, dass du dich an den Hersteller wenden musst und der Verkäufer nichts damit zu tun hat. Das ist nämlich einfach nur eine falsche Aussage, das stimmt so nicht. Also wenn du in einem Elektroladen zum Beispiel einen Toaster gekauft hast und der kaputt geht, dann ist der Elektroladen dein Ansprechpartner und nicht der Hersteller. 

[00:06:09] Nina: Richtig. Wie mache ich das konkret, also ich bin jetzt bei dem Verkäufer, beschreibe kurz, was das Problem ist. Bei einem Online-Shop kannst du ein Foto mitschicken von dem kaputten Toaster oder wie auch immer. Und dann ist es auch gut als Kunde zu sagen, was du willst, wenn du weißt, was du möchtest. Also du kannst dann gleich dazuschreiben: Deshalb bitte ich um ein anderes Gerät, das funktioniert oder ich hätte gerne mein Geld zurück. 

[00:06:34] Jonas: Das alles gilt übrigens auch für gebrauchte Waren. Manche Verkäufer sind da ein bisschen fies und lassen den Kunden unterschreiben, dass sie bei einer gebrauchten Sache auf ihre Gewährleistungsrechte verzichten. Ttatsächlich gilt das aber einfach nicht. Gewährleistungsrechte hat man immer. Die kann man nicht einfach mit einer Unterschrift weggeben. Die sind gesetzlich vorgeschrieben und daran muss sich auch einfach der Verkäufer halten und kann nicht einfach sagen: Mit eurer Unterschrift tretet ihr eure Rechte ab.

[00:07:00] Nina: Eine Ausnahme gibt es tatsächlich und zwar bei Mangelexemplaren, also wenn eine Ware als Mangel-, als B-Ware gekennzeichnet ist, dann kann man jetzt nicht sagen, das war ja kaputt. Also wenn ich jetzt zum Beispiel in Buch kaufe, das als Mangelexemplar gekennzeichnet war, dann kann ich mich später nicht beschweren, dass da eine Seite schief bedruckt war und ich deshlan Geld zurückmöchte, das geht dann nicht. 

[00:07:24] Jonas: Noch ein Tipp und der geht an die ganzen Online-Shopper da draußen. Sagen wir mal, du hast dir irgendwas online bestellt, ein T-Shirt, und es ist aber kaputt. Dann hast du im Prinzip aus das Recht die Ware umzutauschen oder Ersatz zu fordern. Es geht aber noch einfacher. Und zwar gibts das sogenannte Widerrufsrecht. Das hast du 14 Tage lang. In dem Zeitraum kannst du die Ware einfach ohne einen Grund angeben zu müssen zurückschicken. Wir kennen das alle, das ist der Fall, den man beim Online-Shopping machen kann, aber auch nur beim Online-Shopping.

[00:07:50] Nina: Mehr dazu erklären wir euch auf jeden Fall mal in einer nächsten Folge. Und jetzt noch was, vielleicht hast du dir das schon gedacht beim Zuhören. Wir haben jetzt über Gewährleistung geredet. Was ist mit einer Garantie? Also was ist, wenn ich eine Garantie auf mein Produkt habe, die schützt mich ja auch davor, dass ich was tun kann, wenn was kaput geht. Ja, eine Garantie ist tatsächlich etwas anderes. Da sist was freiwilliges, was der Händler oder der Hersteller uns zur Verfüfung stellt. Der Händler kann auch selber festlegen, wie lange die Garantie geht und die Inhalte, quasi die Leistungen, die da inbegriffen sind, sind auch sehr variabel. 

[00:08:29] Jonas: Ja, manchmal bietet der Händler die Garantie einfach so kostenlos an. Das ist schön, weil dann hast du einen freiwilligen Zusatz-Service, der eben dir weitere Garantie-Rechte gibt. Manchmal soll man die Garantie aber auch dazukaufen. Ich hatte das tatsächlich mal. Ich hab mir eine neue Waschmaschine gekauft und dann hat mir der Elektroladen gesagt: Sie können noch gerne fünf Jahre Garantie hinzukaufen. Ich weiß nicht, wie viel es gekostet hätte. 120 Euro oder sowas. Da muss man einfach abwägen: Ist es mir das wert? Was deckt denn die Garantie überhaupt ab? Häufig idt auch der Fall, dass zum Beispiel bei Smartphones der Akku gar nicht in die Garantie mitreinfällt, wei ein Akku ist ein Verschleißteil und der geht einfach zu oft kaputt. Da sagen sich die Hersteller: Darauf gebe ich jetzt keine Garantie. Also deswegen einfach immer lesen, was sind die Garantiebedingungen? Machen die Sinn? Ist es mir das wert extra noch was auf den Kaufpreis draufzulegen? Das sit einfach eine Entscheidung, die man für sich selvst treffen muss.

[00:09:27] Nina: Richtig, wir machen das ja alle nicht so gerne, aber trotzdem einfach mal das Kleingedruckte lesen und nicht vergessen: Dieses Recht auf Umtausch oder auf Geld zurück das hat man ja sowieso gesetzlich sechs Monate lang. Die Garantie lohnt sich wirkloch nur, wenn die Leistung darüber hinausgeht. 

[00:09:42] Jonas: Solltest du trotz unserer Tipps nicht auf einen grünen Zweig mit dem Verkäufer kommen, hast du übrigens noch eine Option. Unsere Juris, also unser Juristenteam, hilft dir nämlich kostenlos, wenn du selbst nicht weiterkommst. Wir sind eine europäische Einrichtung, deshalb helfen wir immer dann, wenn der Verkäufer in einem anderen EU-Land sitzt.

[00:09:57] Nina: Geh dafür einfach auf unsere Internetseite auf evz.de. Da findest du oben in einer Ecke einen gelben Button. Da klickst du einfach drauf und dann kannst du deinen Fall, dein Problem bei uns einreichen.

[00:10:09] Jonas: Übrigens ging es hier bei uns jetzt um kaputte Dinge. Also um Mängel. Wenn ich einfach die Meinung ändere und deshalb meinen gekauften Gegenstand oder die gekaufte Ware, was auch immer, umtauschen möchte, dann sieht das anders aus.

[00:10:21] Nina: Dazu bald mehr in einer nächsten Folge. Wenn du Anregungen an uns hast, Feedback, wie auch immer, dann schreib uns gerne an podcast@evz.de.

[00:10:30] Jonas: Mehr zum Thema Einkaufen, Gewährleistung und Garantie kannst du natürlich auch auf unserer Seite nachlesen.

[00:10:36] Nina: Wir freuen uns auf dich beim nächsten Mal. Tschüss!