Ist kostenloses Streaming legal oder illegal?

Die Nutzung kostenloser Streaming-Dienste war für Nutzer lange Zeit eine Grauzone. Seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) ist das Streamen von Serien, Filmen oder Live-Übertragungen von Sportevents auf illegalen Streaming-Portalen strafbar. Wer erwischt wird, muss mit einer Strafe von mehreren hundert Euro rechnen.

Was ist Streaming?

Beim Streamen handelt es sich um die Wiedergabe von digitalen Inhalten wie Filme, Serien oder Musik. Der Vorteil besteht darin, dass die Daten nicht erst vollständig heruntergeladen und dauerhaft auf dem Endgerät gespeichert werden müssen. Stattdessen werden im Hintergrund fortlaufend Datenpakete übertragen, sodass die Inhalte sofort zur Verfügung stehen. 

Aber Streaming ist nicht gleich Streaming. Man kann zwischen zwei Arten unterscheiden: dem Video on Demand (VoD) und dem Live-Streaming.

Video on Demand (VoD)

Das Video-on-Demand-Format (auf Abruf) erfreut sich großer Beliebtheit im Bereich Filme und Serien. Zu den bekanntesten Anbietern zählen Netflix oder Amazon Prime Video. Durch VoD können Sie selbst entscheiden, wann, wo, wie und was Sie anschauen möchten. 

Wer zwischendurch etwas erledigen muss, kann jederzeit pausieren, zurück- und vorspulen oder den Stream beenden und zu einem späteren Zeitpunkt an der abgebrochenen Stelle weiterschauen.

Live-Stream

Das Live-Streaming ist mehr oder weniger selbsterklärend und vergleichbar mit einer klassischen Live-Übertragung im TV. Die Inhalte werden in Echtzeit gestreamt. Der Zuschauer hat also nicht die Möglichkeit, den Anfangs- oder Endpunkt selbst auszuwählen. Je nach Streaming-Plattform besteht aber auch hier die Möglichkeit, die Übertragung zu pausieren und zurückzuspulen. 

Das Format ist vor allem bei Sportveranstaltungen, Events oder Gaming-Content im Einsatz.

Tipp

Voraussetzung für einen problemlosen Stream ist eine stabile Internetverbindung mit ausreichend Bandbreite und Datenvolumen.

Wann ist kostenloses Streaming illegal?

Neben den legalen Streaming-Anbietern wie Netflix und Co. bieten zahlreiche Plattformen die aktuellsten Filme und Serien kostenlos an. Die Nutzung solcher Angebote war lange Zeit eine Grauzone. Dem hat der Europäische Gerichtshof jedoch ein Riegel vorgeschoben. 

Wer bewusst die neuesten Filme und Serien sowie Live-Übertragungen von Sportveranstaltungen streamt, obwohl er weiß, dass diese nur über kostenpflichtige Streaming-Dienste angeschaut werden dürfen, macht sich demnach strafbar.

Der reine Besuch einer solchen Seite, ohne den Stream zu nutzen, ist hingegen erlaubt.

    Wie erkenne ich einen illegalen Stream?

    Dass es sich um einen illegalen Stream handelt, ist an folgenden Kriterien zu erkennen:

    • Fehlendes Impressum auf der Seite
    • Kein Kundenservice
    • Dubioser Firmensitz, zum Beispiel auf einer Karibikinsel
    • Aktuelle Kinofilme und Serien kostenlos abrufbar
    • Filme, die von der Kinoleinwand abgefilmt wurden

    Was passiert, wenn ich illegal streame?

    Der EuGH sah es im Filmspeler-Urteil als erwiesen an, dass die Nutzer von illegalen Streaming-Seiten eine Verletzung des Urheberrechts begangen haben.

    Das bedeutet, dass jeder, der solche Dienste bewusst nutzt, eine Straftat begeht. 

    Über die IP-Adresse, die von den illegalen Streaming-Plattformen in der Regel für kurze Zeit gespeichert werden, können Rechteinhaber die Nutzer zurückverfolgen. Daher besteht immer die Gefahr einer Abmahnung oder Schadensersatzforderung.

    Hohe Geldstrafen für illegales Streaming

    Die Nutzung von illegalen Streaming-Seiten ist nicht nur gefährlich, sondern kann sehr schnell mehrere hundert Euro teuer werden. Schadensersatzansprüche verjähren erst nach zehn Jahren:

    • Abmahngebühren bis 150 Euro pro Verfahren
    • Schadensersatzforderungen zwischen 5 bis 10 Euro pro Stream
    • Anwaltskosten der Gegenseite

    Post vom Anwalt: Was tun bei einer Streaming-Abmahnung?

    Sollte Ihnen eine Streaming-Abmahnung ins Haus flattern, sollten Sie zunächst Ruhe bewahren. Wichtig: Ignorieren Sie keinesfalls das Mahnschreiben. Stattdessen können Sie wie folgt vorgehen.

    Lesen Sie die Mahnung sorgfältig durch

    Prüfen Sie das Schreiben auf Seriosität. Vergleichen Sie, ob die angegebene IP-Adresse mit Ihrer übereinstimmt. Es kann durchaus vorkommen, dass Sie es mit Betrügern zu tun haben, die an Ihre persönlichen Daten oder die Bankverbindung kommen wollen.

    Daher sollten Sie vor allem bei Mahnschreiben, die per Mail verschickt wurden, misstrauisch werden. Öffnen Sie bei solchen Nachrichten niemals den Anhang. Häufig verstecken sich Malware, Spyware, Viren & Co. dahinter.

    Rechtlichen Rat einholen

    Handelt es sich um ein seriöses Schreiben, sollten Sie sich im zweiten Schritt rechtlichen Rat einholen.

    Die Überweisung der geforderten Abmahngebühren oder Schadensersatzleistungen, die vorbehaltlose Unterzeichnung der beigelegten Unterlassungserklärung oder falsch geführte Verhandlungen und Kontaktaufnahmen mit der abmahnenden Kanzlei Ihrerseits, können Ihnen nämlich als Schuldeingeständnis ausgelegt werden.

    Piktogramm: Computer

    Online Broschüre: Sicher streamen

    Bedrohungen durch illegale Video-on-Demand-Dienste: Schützen Sie sich vor Malware, Datenmissbrauch, Abofallen & Co.

    Dateigröße: 515 KB

    Unseriöse Streaming-Portale locken in Abofalle: Wie erkenne ich illegale Streaming-Seiten?

    Schon seit längerem befindet sich die Streaming-Branche im Aufwind. Dazu hat auch die erhöhte Nachfrage während der Corona-Pandemie beigetragen. Laut einer Prognose des Unternehmens Statista soll die Anzahl der Nutzer von Video-Streaming-Diensten im Jahr 2024 knapp 183 Millionen betragen.

    Diesen Umstand nutzen auch zahlreiche Betrüger, um Verbraucher mit unseriösen Streaming-Angeboten in Abofallen zu locken. Wer im Internet nach Streaming-Diensten für Serien oder Filme sucht, findet neben den bekannten Marktführern häufig auch unbekannte Webseiten mit besonders verlockenden Preisen. Hier lautet die Devise: Ist der Preis zu gut, um wahr zu sein, sollten Sie die Finger davonlassen.

    Tipps, um Abofallen zu vermeiden

    • Schauen Sie vor der Anmeldung genau hin!
      Vergleichen Sie die Angebote mit etablierten Streaming-Anbietern und lassen Sie sich nicht vorschnell durch Gratisversprechen verleiten.
    • Macht der Streaming-Dienst einen seriösen Eindruck?
      Häufig gibt es auf Betrugsseiten zahlreiche Grammatik- und Rechtschreibfehler. Zudem werden immer wieder Werbe-Banner für Glücksspiel oder pornografische Inhalte angezeigt.
    • Gibt es Anzeichen für ein unseriöses Angebot?
      Wenn Sie den Anbieter nicht kennen, jedoch bereits die neuesten Serientitel und Filme beworben werden, sollte Sie das stutzig machen.

    Wo kann ich legal streamen?

    Im Internet gibt es zahlreiche legale Streaming-Angebote. Der Streaming-Markt ist hart umkämpft. Daher ist es gar nicht so leicht, den passenden Anbieter zu finden. Vergleichen Sie am besten die Angebote. Die meisten Streaming-Dienste bieten ihren Neukunden einen kostenlosen Probemonat an. Dadurch können Sie die Plattform und das Angebot auf Herz und Nieren testen.

    Wir geben einen Überblick über die bekanntesten Streaming-Plattformen.

    Wichtig

    Ein Verbraucher, der in Deutschland lebt, hat weiterhin nicht das Recht ein Pay-TV-Abonnement im europäischen Ausland abzuschließen und zu nutzen.

    Filme & Serien

    Wer die aktuellsten Filme und Serien nicht verpassen möchte, hat die Qual der Wahl. Je nach Anbieter erwarten Sie exklusive Titel. Der Preis für ein Abo liegt zwischen 6 bis 16 Euro pro Monat. Die bekanntesten Anbieter sind:

    • Netflix
    • Amazon Prime Video
    • Disney+
    • AppleTV+
    • Joyn (Maxdome)
    • Sky

    Musik

    Die CD wird langsam aber sicher von Streaming-Diensten verdrängt. Laut den Analysten von Counterpoint-Research verzeichneten die Musik-Streamingdienste weltweit 358 Millionen Abonnenten für das Jahr 2019. Die Preise für ein Abo beginnen bei knapp 10 Euro pro Monat. Anbieter sind unter anderem:

    • Spotify
    • Apple Music
    • Deezer
    • Amazon Music UnlimitedYouTube Music
    • Tidal
    • Audible

    Sport

    Sie möchten kein Fußballspiel Ihrer Lieblingsmannschaft verpassen? Dann werden Sie vielleicht bei folgenden Anbietern fündig. Preislich liegen die Abos zwischen 6 bis 20 Euro pro Monat. Die größten Anbieter auf dem Markt sind:

    • DAZN
    • Sky
    • Eurosport Player
    • F1 TV
    • Sport Digital

    Kann ich meinen Streaming-Dienst im Ausland nutzen?

    Seit April 2018 können Sie Ihre zahlungspflichtigen online Streaming-Dienste auch im EU-Ausland nutzen. Die Vorschriften sollen die grenzüberschreitende Online-Portabilität von digitalen Inhalten innerhalb der EU verbessern. Das ungeliebte Geoblocking ist somit Geschichte.

    Das gilt allerdings nur für vorübergehende Aufenthalte, zum Beispiel Urlaube, Geschäftsreisen oder Praktika. Laut der EU-Kommission müssen Nutzer von Streaming-Abos keine Einschränkungen beim Streamen im Ausland befürchten, solange sie ihren festen Wohnsitz in einem anderen EU-Land haben.

      Sie können im Urlaub oder während der Geschäftsreise unbekümmert:

      • Serien, Filme oder Musik über Streaming-Anbieter nutzen.
      • Livestreams von Sportveranstaltungen anschauen.
      • Video-On-Demand-Angebote abrufen.
      • E-Books lesen.

      Kann ich öffentlich-rechtliche Sender im Ausland streamen?

      Das grenzüberschreitende Online-Streaming muss nur für kostenpflichtige Dienste, zum Beispiel Netflix, Amazon Prime, DAZN, sichergestellt werden.

      Anbieter von kostenfreien Inhalten dürfen hingegen selbst entscheiden, ob sie ihr Angebot nur im Inland oder auch im Ausland bereitstellen. Das gilt unter anderem für die öffentlich-rechtlichen Sender und deren Mediatheken.