Fahrgastrechte bei Fernbusreisen

Die Fahrgastrechte gelten für Fernbusreisen, bei denen die geplante Strecke mehr als 250 Kilometer beträgt und deren Ankunfts- oder Abfahrtsort innerhalb der EU, Island, Liechtenstein oder Norwegen liegt. Für Fahrten mit einer Strecke unter 250 Kilometer gelten die Busgastrechte nur eingeschränkt.

Mehrere weiße Reisebusse stehen nebeneinander.

Online-Broschüre: Fahrgastrechte bei Fernbusreisen

Welche Rechte habe ich, wenn mein Fernbus Verspätung hat oder ausfällt? Ihre Rechte kurz und knapp in unserer Online-Broschüre.

Dateigröße: 1 MB

Meine Rechte bei Busreisen

Die Rechte bei Busreisen greifen immer dann, wenn es bei der Abfahrt von einem Busbahnhof zu einer Verspätung kommt oder der Bus annulliert wird. Verspätet sich die Abfahrt aus Gründen, die das Busunternehmen nicht beeinflussen kann, zum Beispiel bei Unwetter oder Stau, gelten die Rechte nur eingeschränkt.

Wichtig: Bei einer Verspätung kommt es immer auf die Abfahrt, nicht die Ankunft, an!

Beträgt die Verspätung bei Abfahrt von einem Busbahnhof und einer planmäßigen Fahrdauer von mehr als 3 Stunden mehr als 90 Minuten, haben Sie einen Anspruch auf einen kleinen Imbiss und Getränke, sofern diese im Bus oder im Busbahnhof verfügbar sind oder beschafft werden können.

Falls erforderlich, muss das Busunternehmen auch die Unterbringung in einem Hotel (bis zu zwei Nächte und maximal 80 Euro pro Nacht) organisieren. Dies gilt nicht bei widrigen Wetterbedingungen oder Naturkatastrophen.

Kommt es zu einer Abfahrtsverzögerung von einem Busbahnhof oder Bushaltestelle von mehr als 120 Minuten oder muss die Fahrt annulliert werden, muss Ihnen das Busunternehmen folgendes zur Wahl stellen:

  • Fortsetzung der Fahrt zum frühest möglichen Zeitpunkt
  • Weiterfahrt mit geänderter Streckenführung ohne Aufrpeis
  • Erstattung des Fahrpreises, ggf. kostenlose Rückfahrt zum Abfahrtsort

Das Busunternehmen muss Ihnen die Wahl zwischen Fortsetzung der Fahrt zum frühest möglichen Zeitpunkt, Weiterfahrt mit geänderter Streckenführung ohne Aufpreis, Erstattung des Ticketpreises und ggfs. Rückfahrt zum Abfahrtsort anbieten. Tut es das nicht, dann können Sie den Ticketpreis sowie zusätzlich 50 % des Ticketpreises als Entschädigung verlangen. Das gilt aber nur, wenn sich die Abfahrt von einem Busbahnhof um mehr als 120 Minuten verzögert.

Fernbus: Annulierung der Fahrt bei einer planmäßigen Fahrtdauer von mehr als 3 Stunden

Wurde die Fernbusreise mit Abfahrt von einem Busbahnhof und einer planmäßigen Fahrtdauer von mehr als 3 Stunden annulliert, dann muss das Busunternehmen ihnen kotenlos einen Imbiss und Erfrischungen anbieten, sofern diese im Bus oder Busbahnhof verfügbar sind oder sich beschaffen lassen. Sofern es notwendig ist, muss das Busunternehmen ein Hotelzimmer (2 Nächte pro Fahrgast und max. 80 Euro pro Nacht) organisieren. Gilt nicht: Bei widrigen Wetterbedingungen oder Naturkatastrophen.

Fernbus: Reisegepäck beschädigt oder verloren

Vor allem bei langen Strecken mit Zwischenstops kann es zu Verwechslungen, Gepäckdiebstahl oder Gepäckverlust kommen. Entsprechende Schadenersatzansprüche sind in der Fahrgastrechteverordnung nicht geregelt, können aber nach allgemeinem Zivilrecht bestehen. Urteil des Amtsgerichts München: Bei grober Fahrlässigkeit haftet das Busunternehmen für den Gepäckverlust. Begründung: Es wurden keine Sicherungsmaßnahmen zum Schutz gegen Verlust des Gepäcks im Frachtraum getroffen.

Hatte der Bus einen Unfall und wurde das Gepäck dabei beschädigt oder ging verloren, muss das Busunternehmen Ihnen den Schaden ersetzen. Ersetzt wird normalerweise der Zeitwert des Gepäcks (Koffer mit Inhalt). Jedes EU-Land darf die Höhe des Schadenersatzes begrenzen. Weniger als 1.200 Euro pro Gepäckstück dürfen es nicht sein. Deutschland hat keine Begrenzung festgelegt.

Mobilitätshilfen, Rollstühle oder medizinische Hilfsgeräte werden bei Verlust in Höhe des Wiederbeschaffungswertes ersetzt. Bei Beschädigung werden die Reparaturkosten übernommen. Das gilt unabhängig davon, ob es sich um einen Unfall handelt oder ob das Unternehmen oder der Busbahnhofsbetreiber am Verlust bzw. an der Beschädigung schuld ist.

Wie kann ich mich vor Gepäckdiebstahl schützen?

Bei Langstrecken mit mehreren Zwischenstopps kann es zu Verwechslungen oder gar Diebstahl kommen. In der Praxis zeigt sich leider immer wieder, dass Geschädigte vor allem bei Gepäckdiebstahl oft auf ihren Kosten sitzen bleiben.

Daher empfehlen wir:

  • Kofferinhalt und Gepäckstück vor der Fahrt abfotografieren,
  • Wertsachen immer am Körper oder im Handgepäck verstauen,
  • Koffer mit Aufklebern, Kofferband oder Bändern kennzeichnen, um Verwechslungen zu erschweren,
  • ein sichtbares Namensschild am Gepäck anbringen,
  • bei Zwischenstopps die Gepäckausgabe beobachten,
  • Reise- oder Hausratversicherung abschließen.


Bei einem Diebstahl muss umgehend das Fahrpersonal informiert und Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle erstattet werden. Reisende erhalten europaweit Hilfe unter der Notrufnummer 112.

Busreisen mit Handicap

Bei Busreisen dürfen Busunternehmen, Reiseveranstalter und Reisevermittler (z. B. Reisebüros) die Buchung oder Beförderung von Personen mit eingeschränkter Mobilität oder Behinderung nicht grundsätzlich ausschließen. Es sei denn aus Sicherheitsgründen, aufgrund der Bauart des Fahrzeugs oder der Infrastruktur. Wird Ihre Buchung oder Beförderung abgelehnt, können Sie auf die kostenlose Mitfahrt einer Begleitperson bestehen, wenn durch deren Hilfe Sicherheitsvorschriften eingehalten und Barrieren überwunden werden können.

Während der Busfahrt erhalten Sie Hilfe beim Ein- und Aussteigen, falls außer dem Fahrer noch weiteres Personal an Bord ist.

Hilfeleistungen an Busbahnnhöfen, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit eingeschränkter Mobilität ausgerichtet sind, sind bei der Europäischen Kommission gelistet.

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte die Hilfeleistung mindestens 36 Stunden im Voraus beim Busunternehmen, Busbahnhofsbetreiber, Reiseveranstalter oder Reisevermittler angemeldet werden.