Verbot zahlreicher Einwegplastikverpackungen in der EU

Ab 3. Juli 2021 wird europaweit die Herstellung zahlreicher Einwegplastik-Produkte verboten.

Wir erklären Ihnen, welche Produkte betroffen sind, welche erlaubt bleiben und was Sie selbst tun können, um Einwegplastik zu vermeiden und nachhaltig zu handeln.

Welche Produkte werden ab dem 3. Juli 2021 verboten?

Der Countdown läuft. Ab 3. Juli 2021 wird europaweit die Herstellung zahlreicher Einwegplastik-Produkte verboten.

Darunter fallen unter anderem:

  • Besteck,
  • Geschirr,
  • Trinkhalme,
  • Rühr-, Watte- und Luftballonstäbchen,
  • Einweg-Essensverpackungen aus Styropor.


Allerdings dürfen Produkte, die sich derzeit im Handel befinden, noch verkauft werden.

Denn für diese wurden bereits Ressourcen aufgewendet.

Diese einfach zu vernichten wäre ökologisch nicht sinnvoll.

Auch Privatpersonen und Restaurants dürfen vorhandene Vorräte noch aufbrauchen.

Was soll mit dem Verbot von Einweg-Kunststoff-Verpackungen erreicht werden?

Ziel ist es, den Müll im Allgemeinen, den Meeresmüll im Besonderen zu reduzieren.

Und zwar, indem die Produktion der zehn Einweg-Kunststoff-Artikel, die 70 % des Meeresmülls ausmachen, verboten werden.

Für die nun vom Herstellungsverbot betroffenen Produkte gibt es bereits nachhaltige und dennoch wirtschaftliche Ersatzprodukte, etwa aus Papier, Pappe und Holz.

Welche Einweg-Plastik-Produkte werden nicht verboten, müssen aber speziell gekennzeichnet werden?

Allerdings sind nicht alle Artikel untersagt: Erlaubt bleiben Hygieneprodukte wie Tampons, Binden oder Feuchttücher, aber auch Zigaretten mit kunststoffhaltigen Filtern sowie Einweg-Getränkebecher.
 

„Ein großer Schritt in die richtige Richtung, auch wenn die Einweg-Getränkebecher, die einen erheblichen Teil des Mülls ausmachen, weiterhin erlaubt bleiben“, so Karolina Wojtal, Co-Leiterin und Pressesprecherin des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland.

„Auch für Reisende innerhalb Europas wird es von nun an einfacher, plastikhaltige Produkte zu erkennen. Denn diese bedürfen ab dem 03. Juli europaweit einer einheitlichen Kennzeichnung.

Sie erhalten den Schriftzug 'Produkt enthält Kunststoff' sowie zwei sprachunabhängige Piktogramme.

Das blaue Piktogramm zeigt eine Meeresschildkröte, darüber Plastikmüll. Hiermit soll auf Umweltschäden hingewiesen werden.

Das rote Piktogramm zeigt, wie kunststoffhaltige Artikel nicht zu entsorgen sind.“

Was kann jeder tun, um Plastikmüll zu Hause und auf Reisen zu vermeiden?

  • Nehmen Sie zum Einkaufen Ihre eigene Tasche oder einen Einkaufskorb mit. So entfällt der Kauf einer Plastik-Tüte.
  • Kaufen Sie unverpacktes Obst und Gemüse. Verwenden Sie zum Transport Mehrweg-Beutel.
  • Halten Sie in Ihrer Handtasche einen kleinen Faltbeutel für unerwartete Einkäufe bereit.
  • Nutzen Sie Glas- oder PET-Mehrweg- statt Einwegplastikflaschen. Mehrwegflaschen aus Glas können nämlich bis zu 50 Mal befüllt werden. PET-Mehrwegflaschen bis zu 25 Mal. In vielen Ländern gibt es öffentliche Trinkwasserbrunnen, an denen Sie Ihre Flasche auffüllen können.
  • Verwenden Sie Stückseife im Karton statt Flüssigseife in der Plastik-Flasche.
  • Wenn Sie Flüssigduschgel verwenden, setzen Sie Nachfüllverpackungen ein.
  • Nutzen Sie waschbare Putz- und Spüllappen, keine Einwegtücher.
  • Fragen Sie, ob Sie beim Abholservice Ihres Essens eigene Behälter mitbringen können. Übrigens: Ab 2023 sind Lieferdienste und Restaurants dazu verpflichtet, Mehrwegbehälter anzubieten. Allerdings dürfen kleine Unternehmen die Speisen auch in Behälter abfüllen, die die Kunden mitgebracht haben.

Wie sind die Regelungen in Sachen Kunststoffverpackung in anderen EU-Ländern?

Das Verbot bestimmter Einweg-Plastikverpackungen greift europaweit, dennoch dürfen die Mitgliedstaaten auch darüber hinausgehen oder ergänzende Maßnahmen ergreifen.  

So hat Frankreich bereits im Januar 2021 Einweg-Essensverpackungen aus Styropor gänzlich verboten.

Luxemburg plant, Kunststoffherstellern Ziele zur Reduktion von Kunststoffabfällen aufzuerlegen: zu Beginn 20 %, ab 2026 zusätzlich 10 % pro Jahr.

Die Niederlande werden ab 1. Juli Pfand für kleine Plastikflaschen mit einer Füllmenge unter einem Liter erheben. Bislang gibt es das nur für große Flaschen.

Und Dänemark hat im Januar 2020 sein Recyclingsystem auf Saft- und Smoothie-Flaschen erweitert.