Greenwashing im Tourismus: So erkennen Sie Grünfärberei

Lesezeit: 2 Minuten

Dass immer mehr Menschen beim Reisen auch an die Umwelt denken, ist gut und wichtig. Allerdings gibt es auf dem Reisemarkt schwarze Schafe, die sich mit nachhaltigen Begriffen schmücken, hinter denen nur heiße Luft steckt.

Die Rede ist vom sogenannten Greenwashing.

Wir erklären, was das ist, wie Sie Reiseanbieter auf Greenwashing hin prüfen und was die EU tut, um gegen das dubiose Marketing vorzugehen.

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Zusammenfassung: Greenwashing beim Reisen

  • Greenwashing bedeutet: Ein Unternehmen stellt sich nachhaltig dar, obwohl es das nicht ist.
  • Gütesiegel können helfen, vertrauenswürdige Anbieter zu finden.

Was ist Greenwashing?

Als Greenwashing (Grünfärberei) bezeichnet man Praktiken, bei denen sich ein Unternehmen als umweltfreundlich darstellt, obwohl dem nicht so ist.

Oft ist es für Betriebe einfacher, sich durch Öffentlichkeitsarbeit und Marketing in ein nachhaltiges und grünes Licht zu rücken, statt wirklich umzudenken.

Verbraucher werden durch die falschen Aussagen getäuscht und in die Irre geführt.

Beispiel:

Ein Anbieter für Fernreisen wirbt, er setze sich für die Erhaltung natürlicher Lebensräume ein. So wird der Eindruck erweckt, dass man mit seiner Reise etwas Gutes tue.

In Wahrheit wäre die umweltfreundlich Lösung die, gar nicht erst so weit zu reisen und auf das Flugzeug zu verzichten.

Im schlimmsten Fall lügt das Unternehmen und es engagiert sich gar nicht wirklich für die Natur.

Tipps: So erkennen Sie Greenwashing

  • Wie transparent ist das Engagement: Ist es einfach, an weitere Informationen über das Projekt zu kommen, für das sich der Veranstalter (angeblich) engagiert?
  • Schauen Sie ins Impressum: Wer steckt hinter dem Nachhaltigkeits-Projekt? Besteht ein unternehmerisches Interesse oder handelt es sich um eine gemeinnützige Einrichtung? Sind keine Kontaktdetails zu finden, ist das unseriös
  • Seien Sie beim Preis realistisch: Ist es bei einem sehr günstigen Angebot wirklich möglich, dass der Anbieter sich nebenher angemessen für die Umwelt einsetzt (Stichwort CO2-Kompensation bei Billigflügen)?
  • Orientieren Sie sich an offiziellen Labeln und Gütesiegeln wie dem EU Ecolabel oder dem TourCert-Label (CSR)

Was tut die EU gegen Greenwashing?

Europäischer Grüner Deal (European Green Deal)

2019 hat die Europäische Kommission den sogenannten European Green Deal (den Europäischen Grünen Deal) beschlossen. Ziel ist es, Treibhausgase so weit zu reduzieren, dass der Kontinent Europa klimaneutral wird.

Der Green Deal besagt unter anderem: Unternehmen, die nachhaltige Aussagen machen, sollen diese anhand eines gemeinsamen Standardvorgehens belegen müssen.

Für Verbraucher:innen ist es oft nicht möglich, grüne Versprechen eigenhändig zu überprüfen. Noch schwieriger ist dies bei Anbietern aus anderen EU-Ländern.

Gütesiegel und Label bei Reisen

Einer der Ansätze der EU sind hier Gütesiegel und Labels, die europaweit gelten und regelmäßig überprüft werden.

So zum Beispiel, dass EU Ecolabel oder Europäische Umweltzeichen, das neben Produkten auch an vertrauenswürdige und umweltfreundliche Reiseanbieter verliehen wird.

Auch in Deutschland darf eine Werbung Verbraucher natürlich nicht in die Irre führen.

Zum Beispiel darf ein Produkt nicht als umweltfreundlich beworben werden, das zwar vielleicht eine umweltfreundliche Substanz enthält, daneben aber auch viele umweltbelastende.

Auch unzulässig sind Werbeaussagen, die zwar stimmen, aber selbstverständlich sind und die Kaufentscheidung beeinflussen (z. B. "Wir halten uns an den Mindestlohn").

Da sich jeder Arbeitgeber gesetzlich daran halten muss, ist dies nicht weiter erwähnenswert).

Außerdem darf ein Produkt nicht mit vagen und unklaren Aussagen beworben werden (z. B. nur "ökologisch" ohne weitere Erklärung) und es darf nicht mit weniger umweltfreundlichen Produkten verglichen werden.