Brexit: Studieren in Großbritannien

Großbritannien ist aufgrund der vielseitigen Universitätslandschaft ein beliebtes Studienland. Doch wie sieht es mit Studiengebühren, finanziellen Förderungen und vor allem mit dem Bleiberecht nach dem Brexit aus?

Studieren in Großbritannien: Was passiert nach dem Brexit?

Studierende aus EU-Ländern, die vor dem Ende der Übergangsphase am 1. Januar 2021 ihr Studium im Vereinigten Königreich aufgenommen haben, brauchen keinen Aufenthaltstitel bei der britischen Ausländerbehörde zu beantragen.  Wer länger als bis zum 31. Dezember 2020 bleiben möchte, weil das Studium zum Beispiel noch nicht beendet ist, muss aber eine Aufenthaltsgenehmigung gemäß des EU Settlement Schemes beantragen.

Weitere Informationen gibt es beim UK Council for International Students Affairs (UKCISA) und beim British Council.

Was passiert mit den Studiengebühren nach dem Brexit?

In den meisten Ländern Großbritanniens gibt es Studiengebühren (tuition fees). Auch für Studierende aus der EU. Für einen undergraduate Studiengang (ähnlich dem Bachelor) können diese in England zwischen 6.000 und 9.250 GBP pro Jahr betragen, in Wales zwischen 6.000 und 9.000 GBP.

In Nordirland liegen die Studiengebühren bei maximal 4.160 GBP.

In Schottland würden die Studiengebühren eigentlich bei 1.820 GBP liegen, aber diese werden zum Beispiel von der SAAS (Student Awards Agency for Scotland) übernommen. Somit zahlen Studierende aus der EU für ihr Studium in Schottland keine Studiengebühren.

Für postgraduate Studiengänge (ähnlich dem Master) können die Universitäten die Gebühren frei festlegen. An staatlichen Hochschulen liegen diese in UK zwischen 6.482 und 17.247 GBP.

Studierende, die zum Wintersemester im Studienjahr 2019/2020 und 2020/2021 ihr Studium aufnehmen, erhalten in England, Wales und Nordirland den sogenannten "home fee status". Das heißt, sie zahlen die gleichen Studiengebühren wie britische Studierende. Wer als Studierender aus der EU sein Studium im Studienjahr 2021/2022 aufnimmt, erhält keinen "home fee status".

Studierende aus EU-Ländern mit Studienstart im Wintersemester 2019/20 und 2020/21 sind an schottischen Hochschulen für undergraduate Studiengänge von den Studiengebühren befreit.

Wer sein Studium bereits begonnen hat, behält ebenfalls den "home fee status". Und zwar bis zum Ende des Studiums, auch wenn dieses länger als 31. Dezember 2020 dauert.

Für Studierende aus der EU, die im Studienjahr 2019/2020 (September bis Juli) oder im Studienjahr 2020/2021 in England, Wales, Schottland und Nordirland studieren, bleiben die bisherigen, britischen finanziellen Förderungen bestehen.

Weitere Infos gibt es auf folgenden Internetseiten:

Studieren in Großbritannien: BAföG trotz Brexit?

Während der Übergangsphase ändert sich bis 31. Dezember 2020 nichts. Es wird also weiterhin BAföG bezahlt. Nach Beendigung der Übgergangsphase bleibt die Förderung für die Dauer von grundsätzlich bis zu einem Jahr möglich.

Auslandssemester in Großbritannien: Ist Erasmus+ nach dem Brexit noch möglich?

Deutsche Studierende, die im Rahmen des Erasmus+ Programmes nach Großbritannien gehen, zahlen normalerweise keine Studiengebühren. Das wird sich auch bis Ende des Studienjahres 2020 / 2021 (September bis Juli) nicht ändern. Denn: Der Budget-Zeitraum des Erasmus+ Programmes läuft bis 2020. Was danach geschieht, bleibt abzuwarten. Weitere Informationen zum Erasmus+-Programm gibt es auf der Internetseite der Europäischen Kommission.