Ticketbörsen: Wie sicher sind Fansale, Viagogo, Ticketbande & Co?
Fansale, Viagogo oder Ticketbande – Ticketwebseiten gibt es viele. Aber wie sicher ist der Kauf über solche Plattformen eigentlich? Tatsächlich gibt es einige Risiken zu beachten! Dieser Artikel erklärt den wichtigen Unterschied zwischen Ticketbörsen und Ticketportalen und wie man sich vor Betrug schützen kann.
Was sind Ticketbörsen?
In den meisten Fällen gibt es Tickets fürs Theater, das Fußballspiel oder das Konzert direkt beim Veranstalter. Und das ist der sicherste Weg. Doch es existieren auch andere Möglichkeiten:
TicketBÖRSEN
Zu dieser Kategorie zählen Portale wie Viagogo, Ticketswap oder auch Ebay. Auf diesen Internetseiten können Privatpersonen und auch gewerbliche Anbieter Eintrittskarten für Veranstaltungen (weiter-)verkaufen. In aller Regel tun sie das, ohne vom Veranstalter beauftragt worden zu sein. Daher werden Verkäufe auf Ticketbörsen nicht vom offiziellen Ticketanbieter geprüft oder überwacht.
Anders sieht das bei TicketPORTALEN aus. Dort werden Eintrittskarten im Auftrag des Veranstalters angeboten. Eventim, Ticketmaster oder ADticket bieten dadurch mehr Sicherheit bei Käufen.
Einige Beispiele für Ticketbörsen und Ticketportale:
Ticketbörsen (Wiederverkauf)
Ebay
Ebay Kleinanzeigen
Fansale*
TicketSwap
Ticombo
Ticketmaster Resale*
Viagogo
Ticketportale (Erstverkauf)
ADTicket
Biletto
Eventim
MyTicket
Reservix
Ticketmaster
* „Fansale“ und „Ticketmaster Resale“ sind zwar Ticketbörsen, werden aber von offiziellen Ticketportalen betrieben. Fansale ist die Wiederverkaufsplattform von Eventim und Ticketmaster bietet mit der hauseigenen Resale-Plattform ebenfalls eine Ticketbörse an. Diese Portale sind in der Regel sicherer als unabhängige Ticketbörsen, da die Gültigkeit der Tickets leichter überprüft werden kann.
Sonderfall Ticketsuchportale (z.B. Ticketbande.de)
Der Anbieter „Ticketbande“ aus den Niederlanden ist kein Ticketportal und auch keine Ticketbörse, sondern ein TicketSUCHportal. Per Auftrag werden dort Tickets von Dritten gesucht. Bleibt die Suche erfolglos, muss dennoch eine Servicegebühr bezahlt werden!
„Ticketbande“ gibt zwar eine Erfolgsrate von über 99 Prozent an, doch liegen dem EVZ durchaus Beschwerden über nicht gelieferte Tickets vor. Die Erklärung des Unternehmens: „Bitte beachten Sie, dass wir [Ticketbande B.V.] eine Plattform für Ticketanbieter und Privatverkäufer sind. Wir sind kein Ticket-Dienstleister, demnach verkaufen und versenden wir keine Tickets! Ihren Ticketanbieter können Sie Ihrer Auftragsbestätigung entnehmen!“
Im Vergleich zu offiziellen Ticketportalen besteht bei TicketSUCHportalen also ein erhöhtes Risiko, keine, ungültige oder falsche Tickets zu erhalten.
Risiken beim Kauf über Ticketbörsen
Der Kauf über Ticketbörsen hat Nachteile:
- Ticketbörsen sind lediglich Vermittler und nicht Anbieter der Tickets. Das bedingt ein höheres Risiko bei Problemen.
- Kosten liegen oft deutlich über dem Originalpreis.
- Schlimmstenfalls wird der Einlass verweigert. So zum Beispiel, wenn Tickets auf einen anderen Namen ausgestellt, also personalisiert sind, oder vom Veranstalter wegen unerlaubten Weiterverkaufs gesperrt wurden.
- Möglicherweise werden Karten zu spät oder gar nicht geliefert. Und auch wenn etwas geliefert wird, können sie in Ausnahmefällen sogar gefälscht sein.
Sind Ticketbörsen seriös?
Eine Pauschalaussage ist schwer. Aber grundsätzlich gilt: Je mehr Zwischenstationen ein Ticket passiert, umso schwieriger wird es, wenn es Probleme gibt. Deshalb empfiehlt das Europäische Verbraucherzentrum, Tickets möglichst direkt beim Veranstalter oder über das offiziell beauftragte Ticketportal zu kaufen.
Es gibt aber auch seriöse Ticketbörsen und ernsthafte Anbieter auf diese Plattformen. Es ist aber Vorsicht geboten. Unsere Checkliste führt auf, worauf es zu achten gilt:
Checkliste: Sicher unterwegs auf Viagogo, Fansale, Ticketswap und Co
- Anbieter prüfen: Offizieller Anbieter (Ticketportal) oder Wiederverkaufsplattform (Ticketbörse)? Letztere bieten meist weniger Sicherheit.
- Vor dem Kauf Bewertungsportale prüfen: Von welchen Erfahrungen berichten andere auf Google, Trustpilot oder Trusted Shops? Wiederholen sich schlechte Bewertungen oder gar Maschen?
- Nur per Kreditkarte, Lastschrift oder über Zahlungsdienstleister mit Käuferschutz zahlen. Diese bieten unter Umständen die Möglichkeit, im Betrugsfall Geld zurückzufordern (Chargeback).
- Offiziellen Vorverkauf abwarten: Hat der noch gar nicht begonnen, doch es werden bereits Karten angeboten? Besser Finger weg!
- Frühzeitig informieren: Newsletter oder gesetzte Ticketalarme geben rechtzeitig Bescheid, wann Eintrittskarten in den offiziellen Vorverkauf gehen.
- Vorher anmelden: Besonders bei sehr beliebten Veranstaltungen kann es Sinn machen sich schon ein paar Tage vorher auf der Plattform anzumelden. Zum Verkaufsstart sind Internetseiten nicht selten überlastet.
- Veranstaltung ausverkauft? Manchmal bietet der Veranstalter eine offizielle Plattform für bereits verkaufte Tickets an. Einige Fußballvereine betreiben mittlerweile sogar eigene Ticketbörsen. Dort können Fans untereinander Tickets zum Originalpreis kaufen und verkaufen.
Probleme mit einer Ticketbörse oder einem Ticketportal?
Das Europäische Verbraucherzentrum kann bei Problemen rechtlich unterstützen – und das völlig kostenlos. Gibt es Probleme mit einer Ticketwebseite aus einem anderen EU-Land, dem Vereinigten Königreich, Island oder Norwegen, hilft das Juristen-Team des EVZ gern. Potenzielle Plattformen:
- Biletto (Dänemark)
- Fnac Spectacles (Frankreich)
- FootballTicketNet (Spanien)
- Global-Tickets (Niederlande)
- Online Ticket Shop (Niederlande)
- See Tickets (Vereinigtes Königreich)
- StubHub (Spanien)
- Ticketbande (Niederlande)
- Ticketstream (Tschechien)
- Ticketswap (Niederlande)
- Tixwaves (Niederlande)
Nicht helfen darf das EVZ-Juristenteam deutschen Anbietern wie Eventim oder Ticketmaster wie auch bei der schweizerischen Plattform Viagogo. In diesen Fällen wenden Sie sich bitte an die Verbraucherzentralen.
Häufig gestellte Fragen zu Ticketbörsen (FAQ)
Ticketbörsen sind Online-Plattformen, auf denen Eintrittskarten für Veranstaltungen wie Konzerte, Sportereignisse oder Theateraufführungen ge-, aber auch verkauft werden können. Tickets werden dort von Händlern oder Privatpersonen angeboten, die die Karten vorher woanders gekauft hatten und nun weiterverkaufen wollen.
Bei den Ticketportalen handelt es sich um Anbieter, die direkt von den Veranstaltern mit dem Verkauf der Tickets beauftragt werden. Sie garantieren die Echtheit und Gültigkeit der Tickets und bieten oft auch einen Kundenservice an. Ticketbörsen dagegen sind nur Vermittler zwischen Verkäufern und Käufern der Tickets. Sie übernehmen keine Haftung für die Qualität oder Verfügbarkeit der Eintrittskarten und haben in der Regel keinen Einfluss auf die Preise.
Es gibt verschiedene Gefahren beim Kauf über Ticketbörsen:
- Sie können gefälschte oder ungültige Tickets erhalten, die vom Veranstalter am Einlass nicht akzeptiert werden.
- Sie können überhöhte Preise bezahlen, die weit über dem ursprünglichen Ticketpreis liegen.
- Sie können Opfer eines Betrugs werden, wenn der Verkäufer das Geld kassiert, aber keine Karten liefert oder sich nicht mehr meldet.
- Wenn die Veranstaltung abgesagt wird, kann es Probleme mit der Rückerstattung des Kaufpreises geben. Meistens wird nur der auf dem Ticket angegebene Preis erstattet und nicht der zu viel bezahlte Preis.
Es gibt einige Tipps, wie Sie sich vor diesen Risiken schützen können:
- Kaufen Sie Tickets möglichst direkt beim Veranstalter oder über offizielle Vorverkaufsstellen (= Ticketportale).
- Informieren Sie sich gut über den Betreiber des Ticketportals und seine Geschäftsbedingungen sowie über den Verkäufer des Tickets und dessen Bewertungen.
- Vergleichen Sie immer den Originalpreis des Tickets mit dem Preis auf der Ticketbörse.
- Wählen Sie immer eine sichere Zahlungsmethode, die Ihnen im Falle eines Problems einen Käuferschutz oder die Möglichkeit einer Rückbuchung bietet. Zum Beispiel können Sie bei Kreditkartenzahlung einen Chargeback oder bei Lastschrift eine Rückbuchung beantragen.
- Sie sollten immer eine Bestätigung oder einen Beleg für Ihren Kauf erhalten und die Tickets so schnell wie möglich überprüfen.
Wenn Sie Probleme mit Ihrem Ticketkauf haben, können Sie folgende Schritte unternehmen:
- Wenden Sie sich an die Ticketbörse und bitten Sie um Hilfe oder Vermittlung.
- Wenn dies nicht hilft oder die Ticketbörse keine Verantwortung übernimmt, können Sie sich an das Europäische Verbraucherzentrum oder an eine Verbraucherzentrale wenden und sich beraten lassen.
- Lassen Sie sich beraten, welche außergerichtlichen und gerichtlichen Schritte Ihnen zur Verfügung stehen. Prüfen Sie auch, ob Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, die in einem solchen Fall die Kosten übernehmen könnte.
Personalisierte Tickets sind Eintrittskarten, die auf einen Namen ausgestellt sind und nur von dieser Person benutzt werden können. Die Personalisierung soll verhindern, dass Tickets auf dem Zweitmarkt zu überhöhten Preisen weiterverkauft werden.
Wer Eintrittskarten weiterverkaufen möchte, braucht in diesen Fällen die Zustimmung des Veranstalters oder der offiziellen Vorverkaufsstelle. Nur so kann das Ticket auf einen anderen Namen umgeschrieben werden. Das kann mit Kosten oder Auflagen verbunden sein. Einige Veranstalter bieten inzwischen sogar eigene, verpflichtende Wiederverkaufsplattformen an. Deshalb ist es ratsam, in einem solchen Fall einen Blick in die ABG zu werfen. Dort steht, was es beim Weiterverkauf zu beachten gilt.
Ticketbörsen können einige Vorteile haben:
- Ticketbörsen bieten Ihnen eine Möglichkeit, an Tickets zu kommen, die bei den offiziellen Vorverkaufsstellen ausverkauft sind.
- Sie bieten Ihnen eine Möglichkeit, Tickets zu verkaufen, die Sie selbst nicht mehr nutzen können oder wollen.
Ticketbörsen können auch einige Nachteile haben:
- Sie bergen ein höheres Risiko für Betrug, Fälschung oder Enttäuschung als offizielle Vorverkaufsstellen.
- Sie verlangen oft hohe Gebühren für den Kauf oder Verkauf von Tickets sowie für den Versand oder die Abholung.
- Künstliche Verknappung und Spekulation mit Eintrittskarten haben grundsätzlich negativen Einfluss auf den Ticketmarkt.
Seriöse Ticketbörsen:
- haben ein Impressum mit vollständigen Kontaktdaten und eine Datenschutzerklärung auf ihrer Webseite.
- bieten Ihnen sichere Zahlungsmöglichkeiten und einen Kundenservice an.
- informieren transparent über ihre Gebühren und über ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).
Gefälschte Eintrittskarten zu erkennen, ist kein leichtes Unterfangen. Noch schwieriger ist es bei digitalen Eintrittskarten. Es gibt jedoch einige Hinweise, an denen Sie gefälschte Tickets erkennen können:
- Oft eine schlechte Druckqualität oder Rechtschreibfehler auf dem Papier oder im Barcode.
- Viele Tickets haben Sicherheitsmerkmale wie Hologramme, Barcodes oder QR-Codes, die Sie mit einer App oder einem Scanner überprüfen können. Wenn Sie digitale Tickets erhalten haben, vergewissern Sie sich, dass diese nicht kopiert oder weitergegeben wurden.
- Gefälschte Tickets haben oft keine individuelle Nummerierung oder Personalisierung.
Weitere Fragen zum Ticketkauf?
Wenn Sie weitere Fragen zu Ihren Rechten beim Ticketkauf haben, dann finden Sie Antworten auf 17 häufige Fragen in unserem Online-Tickets FAQ.
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