Nachhaltig reisen: Klimafreundlich mit der Bahn durch Europa
Reisen innerhalb der EU sind unkompliziert. Viele Menschen wählen trotzdem für kurze Strecken noch Auto oder Flugzeug – obwohl Bahn und Fernbus klimafreundlicher sind. Wir erklären, wie klimafreundlich Bahnreisen heute wirklich sind und welche Maßnahmen die Deutsche Bahn sowie andere europäische Bahngesellschaften ergreifen, um CO₂-Emissionen zu senken.
Das Wichtigste in Kürze
- Fernverkehrszüge und Fernbusse zählen weiterhin zu den klimafreundlichsten Verkehrsmitteln in Europa.
- Auto und Flugzeug verursachen pro Personenkilometer deutlich höhere Treibhausgas-Emissionen.
- Laut Deutscher Bahn liegt der Fernverkehr bei weniger als 1 g CO₂e pro Personenkilometer.
- Europäische Bahngesellschaften investieren verstärkt in erneuerbare Energien, energieeffiziente Züge und alternative Antriebe – mit dem Ziel, den Schienenverkehr langfristig klimaneutral zu gestalten.
Welches ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel?
Im direkten Vergleich der Verkehrsmittel schneidet der Fernverkehr der Bahn deutlich besser ab als Auto und Flugzeug. Maßgeblich für die Klimabilanz sind dabei unter anderem der eingesetzte Strommix, die Auslastung der Züge und deren Energieeffizienz.
Laut einer im April 2025 veröffentlichten Statistik der Deutschen Bahn verursacht der DB-Fernverkehr in Deutschland weniger als 1 g CO₂-Äquivalent pro Personenkilometer. Die Angabe bezieht sich auf den elektrischen Fernverkehr und berücksichtigt den durchschnittlichen Energieverbrauch je Fahrgast.
Zum Vergleich liegen die Emissionen bei:
- Fernbus: rund 30 g CO₂e pro Personenkilometer
- Pkw: etwa 164 g CO₂e
- Flugzeug: rund 297 g CO₂e pro Personenkilometer
(Quelle: Deutsche Bahn, Infografik „Verkehrsträger im Fernverkehr“)
Auf der Website der Deutschen Bahn können Reisende zudem mit dem DB CO₂-Kompass die Emissionen ihrer Bahnreise berechnen und direkt mit anderen Verkehrsmitteln vergleichen.
Mehr zum Thema Nachhaltigkeit und Reisen: Fliegen und Nachhaltigkeit: CO2-Kompensation bei Flugreisen
Umweltschutz der europäischen Bahngesellschaften
Obwohl Züge auf vielen europäischen Strecken bereits vergleichsweise nachhaltig unterwegs sind, verfolgen die Bahngesellschaften das Ziel, ihren CO₂-Ausstoß weiter zu reduzieren.
In Dänemark sollen ab 2027 erwartete 153 elektrische Züge in Betrieb gehen. Mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Milliarden DKK handelt es sich um die größte Investition in der Geschichte der dänischen Bahn (DSB). Der CO₂-Ausstoß pro Passagier soll dadurch deutlich sinken.
Die französische Staatsbahn SNCF setzt stark auf Kreislaufwirtschaft und geht damit über die reine CO₂-Reduktion hinaus. Rund 95 % der ausgemusterten Materialien – etwa Schienen oder Kupfer – werden recycelt oder wiederverwendet. Zudem testet die SNCF alternative Antriebe wie Bio-Diesel-Züge mit Rapsöl-Kraftstoff sowie hybride Batterie- und Wasserstoff-Regionalzüge.
Das niederländische Bahnstromnetz fährt bereits seit 2017 vollständig mit grüner Energie – zunächst mit 100 % Windstrom, seit 2025 mit einer Kombination aus Wind- und Solarenergie. Auch im Busverkehr kommen dort Kraftstoffmischungen aus aufbereitetem Frittieröl zum Einsatz.
Der Eurostar, der London mit dem europäischen Festland verbindet, hat sich mit der Unterzeichnung der UIC-Klimaschutzverpflichtung das Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu werden. Dazu zählen energieeffizientere Züge, erneuerbare Energieversorgung sowie Maßnahmen zur Abfallreduzierung und zur Vermeidung von Einwegplastik an Bord.
Auch in Polen wird der Umweltschutz im Bahnsektor vorangetrieben: Neben Energie-Innovationen auf der Schiene werden zunehmend Bahn- und Betriebsgebäude mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet.
Wie umweltfreundlich ist die Deutsche Bahn?
Auch die Deutsche Bahn treibt den Klimaschutz konsequent voran. Ziel ist es, bis 2040 klimaneutral zu werden. Bereits heute liegt der Anteil erneuerbarer Energien im Bahnstrommix bei rund 70 Prozent (Stand 2024).
Spätestens 2038 sollen alle Züge auf elektrifizierten Strecken vollständig mit Ökostromfahren. Der Fernverkehr nutzt bereits seit 2018 ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien. Darüber hinaus werden zahlreiche Bahnhöfe vollständig mit Ökostrom versorgt.
Zusätzlich setzt die Deutsche Bahn auf energieeffiziente Technologien wie die Rückspeisung von Bremsenergie sowie auf alternative Antriebe. Auf nicht elektrifizierten Strecken kommen schrittweise Batterie- und Wasserstoffzüge zum Einsatz, um auch dort den CO₂-Ausstoß deutlich zu reduzieren.
Sie haben ein Problem mit der Bahn?
Nutzen Sie unseren kostenlosen Online-Ratgeber!
Dieser beantwortet mit wenigen Klicks Ihre Fragen zu den Bahngastrechten.
Das könnte Sie auch interessieren
Finanziert durch die Europäische Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die des Autors / der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder des Europäischen Innovationsrates und der Exekutivagentur für kleine und mittlere Unternehmen (EISMEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können dafür zur Verantwortung gezogen werden.
War dieser Artikel hilfreich?