CO2-Kompensation bei Fluggesellschaften aus dem EU-Ausland

Im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln ist das Fliegen sehr umweltbelastend. Wenn Sie auf einen Flug jedoch nicht verzichten können, beispielsweise aufgrund einer langen Strecke ins EU-Ausland, sollten Sie über eine CO2-Kompensation nachdenken. Es gibt unzählige Angebote, die sich sowohl beim Preis als auch bei der Berechnung der Emissionen unterscheiden. Diese Seite gibt Ihnen einen schnellen Überblick rund um das Thema und zeigt Ihnen, worauf Sie achten sollten, wenn Sie Ihren öklogischen Fußabdruck verbessern wollen.

Was ist eine CO2-Kompensation?

Eine CO2-Kompensation ermöglicht Ihnen, die Emissionen, die durch Ihren Flug verursacht werden, wieder auszugleichen. Kompensation bedeutet, dass an anderer Stelle dieselbe Menge CO2 eingespart wird, in der Regel durch Klimaprojekte. Dabei geht es meistens um:

  • Die Förderung erneuerbarer Energien: z. B. der Bau von Windenergie- und Solarkraftwerken oder Biogasanlagen.
  • Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz: z. B. effizientere Öfen oder verbesserte Müllverwertung in Entwicklungsländern.
  • Die Aufforstung von Wäldern oder der Schutz von Mooren.

Genauere Informationen zu den einzelnen Klimaschutzprojekten gibt’s auf den Webseiten der jeweiligen Anbieter von CO2-Kompensation. Hier finden sich meist auch Informationen und Nachweise zu den zertifizierten Projekten.

Wie funktioniert CO2-Kompensation?

Zunächst muss die Menge der Emissionen Ihres Fluges berechnet werden. Hierfür verwenden Sie am besten einen CO2-Rechner. Diesen bieten viele Fluggesellschaften und Kompensationsdienstleister an.

Dann kaufen Sie bei dem Anbieter ein Verschmutzungsrecht - häufig als Zertifikat bezeichnet. Dies können Sie auf der jeweiligen Webseite erledigen.

Für einen Hin- und Rückflug ohne Zwischenstopp von Berlin nach Barcelona für eine Person beträgt der CO2-Ausstoß etwa eine Tonne. Je nach Anbieter liegt die Höhe der Spende zwischen 1 bis 17 Euro. Diese kommen dem Klimaprojekt des jeweiligen Anbieters zugute, wodurch CO2 eingespart wird. Häufig können Sie zwischen verschiedenen Klimaprojekten wählen.

Nachdem Sie die Kompensationszahlung geleistet haben, erhalten Sie ein Dokument, in dem die Höhe Ihrer CO2-Kompensation bestätigt wird.

Bedenken Sie: Eine Kompensation ist immer nur die zweitbeste Lösung, da jeder Flug der Umwelt schadet. Flugzeuge stossen nämlich nicht nur CO2 aus, sondern auch Stickoxide, Rußpartikel, Aerosole und Wasserdampf, wodurch die Atmosphäre zusätzlich erwärmt wird. Umweltschonender ist es, wenn Sie mit der Bahn oder mit dem Bus reisen.

Häufige Fragen zum CO2-Ausgleich beim Fliegen

Ein CO2-Rechner soll es Ihnen ermöglichen, die Menge der Emissionen, die Sie verursacht haben, zu berechnen, also den ökologischen Fußabdruck Ihrer Reise. Die CO2-Menge entscheidet über die Höhe der Kompensationszahlung. Viele Fluggesellschaften und unabhängige Organisationen betreiben auf ihren Internetseiten eigene CO2-Rechner. Je mehr Informationen Sie vor der Berechnung angeben müssen, desto genauer ist das Ergebnis.

Wichtige Informationen sind:
 

  • Startflughafen / Zielflughafen
     
  • Zwischenstopps
     
  • Anzahl der Flüge/Personen
     
  • Flugzeugtyp (optional)
     
  • Flugklasse: Sitzklasse, Linien- oder Charterflug
     

Genaue Werte soll nach Aussage von Experten der CO2-Rechner des Bundesumweltamts liefern.

Ja! Vorausgesetzt, dass die Projekte tatsächlich durchgeführt worden sind und einen zusätzlichen Nutzen für das Klima bringen. Achten Sie daher auf Standards. Wichtig ist, dass das Projekt nur durch eine Kompensation verwirklicht wird. Denn Projekte, die losgelöst von Kompensationszahlungen zustandekommen, sind kein echter Ausgleich von CO2-Emissionen.

Beispiel: Ein Projektbetreiber in Nepal baut eine Biogasanlage, für die er eine staatliche Förderung erhält. Die Anlage wird also auch ohne eine CO2-Kompensation errichtet. Ihre Zahlung würde nur dazu führen, den Gewinn des Projektbetreibers zu steigern.

Standards sollen garantieren, dass Emissionen ausgeglichen werden und dass Klimaschutzprojekte tatsächlich CO2 einsparen. Standards sind somit Gütesiegel für Klimaschutzprojekte. Auf den Internetseiten einiger Kompensationsdienstleister sind die Projekte, die anhand der Standards geprüft und zertifiziert wurden, ausgewiesen. Achten Sie also auf Bezeichnungen wie „CDM Gold Standard Projekte“ oder „VER Gold Standard Projekte“. Es gibt verschiedene Standards mit unterschiedlichen Kriterien, unter anderem:

Internationale Standards

  • Gold Standard: Die Klimaschutzprojekte erfüllen besonders hohe Anforderungen. Sie sparen CO2 und tragen zugleich zur nachhaltigen Entwicklung vor Ort bei. 
  • Clean Development Mechanism (CDM): Das ist der Standard auf der Grundlage des Kyoto-Protokolls. Die Vereinten Nationen haben die Prüfkriterien festgelegt. So muss jedes Klimaschutzprojekt vom CDM-Exekutivrat, einer Behörde der Vereinten Nationen, kontrolliert werden. Zertifikate für Projekte mit CDM-Standard lauten auf „CER: Certified Emissions Reduction“. Sie bescheinigen die CO2-Einsparungen.
  • Verified Carbon Standards (VCS): Die Projekte werden von Sachverständigen überprüft. Ein zentrales Anerkennungsverfahren fehlt allerdings laut Umweltbundsamt (näheres in dem Ratgeber „Freiwillige CO2-Kompensation durch Klimaschutzprojekte“). Die Zertifikate für Projekte mit dem VCS-Standard heißen VER (Verified/Voluntary Emissions Reductions).

Nationale Standards

Einige Nichtregierungsorganisationen und Staaten haben Standards entwickelt, um nationale Projekte zur Kompensation von CO2 zu bewerten.  

Beispielsweise:

Zusatzstandards

Zusatzstandards prüfen nicht in erster Linie die CO2-Einsparung, sondern die Auswirkungen des Klimaschutzprojekts auf andere Bereiche. Denn Klimaprojekte können auch Schäden verursachen, zum Beispiel, weil durch den Bau eines Wasserkraftwerks Bewohner umgesiedelt werden müssen oder die Natur zerstört wird. Zusatzstandards sollen belegen, dass dies nicht vorkommt. Es gibt unter anderem folgende Zusatzstandards

  • Social Carbon
  • Climate, Community and Biodiversity Standard
  • Plan Vivo Standard

Diese gibt es nur in Kombination mit den klassischen Standards wie dem Gold Standard.

Bei den Airlines und den unterschiedlichen Klimaschutzunternehmen gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede was die Kosten der Kompensation angeht. Hierfür gibt es mehrere Gründe:

  • Unterschiedliche Berechnungsmethoden: Anbieter von CO2-Kompensation stufen den gleichen Flug als unterschiedlich schädlich ein. Entscheidend ist zum einen die CO2-Menge, zum anderen der Umstand, dass Kohlenstoffdioxid in großen Höhen freigesetzt wird, wo es besonders schädlich ist. Anbieter müssen beides bei der Berechnung der Kompensationszahlung berücksichtigen. Gerade was den Ausstoß in der Höhe angeht, gibt es bei den Anbietern verschiedene Rechenmethoden (RFI-Faktor).
     
  • Qualität und Kosteneffizienz des Projekts: Bei manchen Anbietern von CO2-Kompensation finden sich hierzu detaillierte Angaben. Dies kann ein Jahres- oder Finanzbericht sein, in dem das Verhältnis von Einnahmen und zugesagter CO2-Reduzierung dargelegt wird.
     
  • Das Land, in dem das Klimaprojekt verwirklich wird. In Entwicklungsländern fallen in der Regel geringere Kosten an.
     
  • Anzahl der Zertifikate aus einem Projekt: Mit steigender Menge sinkt der Stückpreis.
     
  • Unterschiedliche Strategien: Einige Anbieter setzen sich neben der Kompensation der Emissionen auch für soziale Aspekte ein, wie beispielsweise die Bekämpfung von Hunger und Armut, für Bildung oder die soziale Verträglichkeit, zum Beispiel gerechtere Arbeitslöhne. Dies alles kann zu einem höheren Preis des CO2-Ausgleichs führen.

Ihre Kompensation ist unter folgenden Voraussetzungen steuerlich absetzbar:

1. Die Organisation, an die Sie die Kompensation zahlen, muss gemeinnützig sein, wie beispielsweise atmosfair, klima-kollekte, PrimaKlima oder myclimate. Schauen Sie in das Impressum und die AGB, um herauszufinden, wer die Internetseite betreibt und ob es sich um eine gemeinnützige Organisation handelt. Hier einige Anhaltspunkte:  

  • gGmbH: Eine gemeinnützige GmbH
     
  • e. V.: Eingetragener Verein. Doch Vorsicht, nicht jeder eingetragene Verein ist gemeinnützig. Informationen darüber, ob Sie Ihre Zahlung steuerlich absetzen können, finden Sie häufig auf der Internetseite des Vereins. Fragen Sie ansonsten nach.
     
  • Stiftungen. Auch hier gilt: Nicht jede Stiftung ist gemeinnützig. Schauen Sie auf der Webseite, ob Sie Informationen darüber finden, ob Sie Ihre Zahlung steuerlich absetzen können. Fragen Sie im Zweifel nach.
     
  • Organisationen im EU-Ausland. Hier ist es meist schwieriger, eine Zahlung von der Steuer abzusetzen. Sie müssen die Gemeinnützigkeit der Organisation nachweisen. Der Bundesfinanzhof hat in seiner Entscheidung die Kriterien festgelegt: Sie müssen Unterlagen vorlegen, die eine genaue Prüfung der Geschäftsführung der Organisation ermöglichen, beispielsweise einen Tätigkeits- oder Rechenschaftsbericht. Die Organisation muss diesen Bericht bei der ausländischen Aufsichtsbehörde eingereicht haben. Die Entscheidung, ob die Organisation gemeinnützig ist, trifft dann Ihr Finanzamt in Deutschland.

2. Sie müssen Ihre Zahlung belegen können. Für Beträge bis 200 Euro reicht in der Regel ein Kontoauszug bzw. ein Einzahlungsbeleg. Für höhere Beträge benötigen Sie eine Spendenbescheinigung.

3. Die Zahlung muss einen Betrag von 36 Euro übersteigen.

4. Ihre Spende übersteigt nicht 20 Prozent Ihres Einkommens.

Biokraftstoff: Einige Airlines bieten an, gegen Zahlung eines Aufpreises bei ihren Flügen CO2-neutrales Kerosin, sogenannten "Sustainable Aviation Fuel" (SAF) zu verwenden. Diese Möglichkeit wird in der Regel bei der Buchung angeboten.

Der Treibstoff wird aus pflanzlichen Produkten wie beispielsweise Palmfett gewonnen. Ein Problem hierbei ist, dass Äcker für den Anbau von Nahrungsmitteln verloren gehen. Andere Anbieter setzen auf Biokraftstoffen aus Frittierfett und Industrieabfällen. In allen Fällen ist die Herstellung noch sehr teuer und erfordert viel Energie.

Je nach Höhe der Zahlung wird eine gewisse Menge an Biosprit dem Kerosin beigemischt. Der Bioskraftstoff, den Sie kaufen, wird in aller Regel aber nicht bei Ihrem eigenen Flug verwendet.  

Effizientere Flugzeuge: Neue Flugzeuge verbrauchen in der Regel weniger Kerosin als alte. Der Einsatz eines Airbus A350 beispielsweise kann den CO2-Ausstoß um 25 Prozent senken.

Climeworks: In einem aufwendigen technologischen Verfahren wird CO2 aus der Luft entzogen und dauerhaft unterirdisch gelagert.

Worauf muss ich bei der freiwilligen Kompensation von Emissionen achten?

Sie sollten Geld für einen CO2-Ausgleich nur an seriöse Kompensationsdienstleister zahlen. Schließlich wollen Sie sicher sein, dass das Kohlendioxid Ihres Fluges auch wirklich kompensiert wird und die Zahlung dort ankommt, wo sie ankommen soll.

Werfen Sie also einen genauen Blick auf die Internetseite des Anbieters der Kompensation. Die folgende Checkliste gibt Ihnen Anhaltspunkte, wie Sie seriöse von unseriösen Anbietern unterscheiden können.

Checkliste: Darauf sollten Sie achten

  • Es wird klar und verständlich zu den Klimaschutzprojekten informiert, die mit Ihren Zahlungen unterstützt werden.
     
  • Sie werden darüber aufgeklärt, dass die Vermeidung von Emissionen am wichtigsten ist und der Umwelt am wenigsten schadet. Nach dem Prinzip „Vermeiden-verringern-kompensieren“.
     
  • Es werden detaillierte Informationen zum Flug abgefragt (Startflughafen, Zielflughafen, Zwischenstopps, Flugzeugtyp). Nur so kann die Menge der CO2-Emissionen korrekt berechnet werden. Verwenden Sie im Zweifel den CO2-Rechner des Umweltbundesamtes.
     
  • Achten Sie auf Standards / Gütesiegel. Wenn es zum Beispiel einen Hinweis auf den Gold Standard gibt, können Sie von einem geprüften Klimaprojekt ausgehen.
     
  • Stellen Sie sicher, dass Sie eine Bestätigung Ihrer Zahlung erhalten (häufig in Form eines PDF-Dokuments).
     
  • Möchten Sie mit Ihrer Zahlung noch andere Ziele verfolgen? Beispielsweise Bildung, Gleichberechtigung, Armutsbekämpfung, Gesundheit. Achten Sie auf Zusatzstandards, die diese Ziele berücksichtigen.

CO2-Kompensation über Fluggesellschaften

Bei einigen Fluggesellschaften können Kunden einen CO2-Ausgleich entweder während oder nach der Buchung vornehmen lassen. Wir haben die Internetseiten von europäischen Airlines mit den höchsten Passagieraufkommen in der EU unter die Lupe genommen (Stand 16.06.2020).

Die Airlines kooperieren in der Regel mit externen Partnern, sei es mit Wirtschaftsunternehmen oder gemeinnützigen Anbietern von CO2-Kompensation. Um ihren Kunden eine Kompensation zu ermöglichen, gehen die Airlines unterschiedlich vor. Es gibt im Wesentlichen folgende Verfahren:
 

  • Die Emissionen des Fluges werden nicht berechnet. Die Airline finanziert pro Jahr einen festen Betrag für Klimaschutzprojekte.
     
  • Die Airline gleicht den CO2-Ausstoß bei Flügen automatisch aus.
     
  • Verbraucher können die Höhe der Kompensationszahlung frei wählen. Die Zahlung geht an eine unabhängige Klimaschutzorganisation.
     
  • Die Fluggesellschaft bietet ihren Kunden unabhängig von der tatsächlich verursachten CO2-Menge an, einen festen, relativ niedrigen Betrag als Kompensation zu zahlen.
     
  • Die Airline berechnet mit einem CO2-Rechner die Menge an Kohlenstoffdioxid, die durch den Flug verursacht wird. Dabei arbeitet sie mit einem externen Kompensationsanbieter zusammen.
     
  • Die Emissionen werden berechnet. Eine Kompensationszahlung wird aber nicht angeboten.
     
  • Die Airline bietet ihren Kunden bei der Buchung alternativ oder zusätzlich die Möglichkeit an, Biokraftstoff zu kaufen.

Im Rahmen der Buchung oder danach können Kunden von Air France freiwillig einen Betrag an die gemeinnützige Organisation „A Tree for You“ zahlen. Ein CO2-Rechner ermittelt den Kompensationsbetrag. Die Kunden können aber auch einen anderen Betrag wählen.

Nach Aussage von Air France werden seit Januar 2020 die Emissionen von Flügen innerhalb von Frankreich automatisch kompensiert. Finanziert werden sollen u. a. Klimaschutzprojekte zum Pflanzen von Bäumen, zum Schutz der Wälder und zur Energiewende.

Zum CO2-Rechner von Air France

Passagiere können eine Kompensation sowohl während der Buchung als auch nachträglich vornehmen lassen. Mithilfe des CO2-Rechners von Climate Austria können sie den CO2-Ausstoß ihrer Reise berechnen. Climate Austria ist ein Produkt der Kommunalkredit Public Consulting GmbH, welche zu Klimaschutzprojekten berät und Förderungsprogramme, vor allem im Umwelt- und Klimaschutzbereich, durchführt. Sie können wählen, ob sie die vorgeschlagene Summe zahlen wollen oder einen hiervon abweichenden Betrag. Auch können die Kunden wählen, ob österreichische oder internationale Klimaschutzprojekte gefördert werden sollen.

Zum CO2-Rechner

Passagiere können während des Buchungsprozesses oder nachträglich eine Spende an die gemeinnützige Organisation Pure Leapfrog zahlen. Die Emissionen der konkreten Reise werden nicht berechnet. Der einzelne Kunde kann selbst entscheiden, wie hoch die Spendensumme sein soll.

Flüge innerhalb des Vereinigten Königreichs kompensiert British Airways seit Januar 2020 nach eigenen Angaben automatisch. Spenden über die Seite von British Airways sollen folgenden Projektarten zugutekommen:

  • erneuerbare Energien
  • Regenwaldschutz
  • Aufforstungsprogramm für Wälder

Zum CO2-Rechner von Britisch Airways

Eine CO2-Kompensation des Fluges kann während der Buchung oder nachträglich vorgenommen werden.

Eurowings arbeitet mit der Schweizer Klimaschutzstiftung myclimate zusammen. Passagiere können den verursachten Ausstoß an Kohlendioxid mithilfe des CO2-Rechners berechnen und diesen mit einem freiwilligen Beitrag ausgleichen.

Zum CO2-Rechner von Eurowings

Easyjet bietet seinen Kunden keine Möglichkeit an, den CO2 Ausstoß ihres konkreten Fluges während oder nach der Buchung auszugleichen. Das Unternehmen hat allerdings Ende 2019 bekannt gegeben, dass es etwa 30 Millionen Euro pro Jahr für Kompensationen ausgeben will. Die Airline gibt an, sogenannte Emissionsminderungszertifikate von den Unternehmen EcoAct und First Climate, die auf Nachhaltigkeitsberatung und CO2-Kompensation spezialisiert sind, zu kaufen. Durch die Zahlungen sollen Klimaschutzprojekte folgender Art unterstützt werden:

  • Die Wiederaufforstung von Wäldern in Südamerika und Afrika
  • Ein Projekt in Indien, welches die Sonnenenergie für Menschen nutzbar macht. Hierdurch soll der fossile Energieverbrauch verringert werden.
  • Die Reparatur von Brunnen in Uganda und Eritrea, das den Menschen den Zugang zu sauberen Trinkwasser gewährleisten soll. Hierdurch ist ein Abkochen des Wassers nicht mehr notwendig, was wiederum die CO2-Emissionen reduzieren soll.

Seit 2008 können Passagiere bei der Buchung den Kompensationsservice CO2ZERO hinzubuchen. Der CO2-Kompensation ist nur während der Buchung möglich, nicht im Nachhinein. Die Berechnung der Emissionen übernimmt die Nachhaltigkeitsabteilung des Wirtschaftsprüfungsunternehmens KPMG. Bei der Prüfung wird der „Gold Standard“ herangezogen. Mit der Zahlung der Kompensation sollen nach Aussage von KLM nachhaltige Umweltschutzprojekte in Ghana, Mali, Uganda und Kenia gefördert werden.

Nähere Informationen zur Berechnung des Kompensation nach Reiseziel finden Kunden auf der Webseite von KLM.

Passagiere können die Emissionen ihrer Reise berechnen lassen und während oder nach der Buchung kompensieren. Es kann gewählt werden, ob der Flug durch das Pflanzen von Bäumen kompensiert werden soll oder durch den Ersatz von Kerosin durch CO2 neutrale, synthetische Kraftstoffe (SAF= Sustainable Aviation Fuel). Auch ist es möglich, von beiden Kompensationsmöglichkeiten Gebrauch zu machen.

Lufthansa arbeitet mit der schweizerischen Klimaschutzorganisation myclimate zusammen.

Zum CO2-Rechner von Lufthansa

Die Fluggesellschaft bietet die Kompensation des CO2-Ausstoßes des gebuchten Fluges während des Buchungsvorgangs an. Norwegian Air arbeitet mit dem Umweltunternehmen CHOOOSE zusammen. Die Kompensation soll Projekten zu Gute kommen, die von den Vereinten Nationen sowie dem Gold Standard zertifiziert sind. Hierzu gehören beispielsweise ein Windenergie-Projekt in Vietnam oder ein Projekt in Thailand, das Deponiegas in Energie umwandelt.

Passagiere können bei der Buchung ihres Fluges freiwillig wählen, ob sie einen Beitrag zur Minimierung des CO2-Ausstoßes zahlen möchten. Die Mindestsumme liegt unabhängig von der Flugstrecke bei drei Euro. Kunden können aber auch einen höheren Beitrag wählen.

Über einen CO2-Rechner lässt sich die Menge des verursachten CO2 ermitteln. Es wird jedoch keine Geldsumme errechnet, die zur Kompensation erforderlich ist.

LOT teilt auf seiner Webseite mit, dass die Fluggesellschaft ein Abkommen mit der staatlichen Forstverwaltung Polen unterzeichnet hat. Mit dem sogenannten DestinationECO Programm soll u. a. die natürliche Regeneration als auch die Aufforstung in den polnischen Wäldern verbessert werden.

Passagiere, die bei Ryanair einen Flug buchen, können am Ende des Buchungsvorgangs wählen, ob sie freiwillig eine Kompensation bezahlen. Diese liegt für einen Hin- und Rückflug innerhalb Europas in der Regel bei einem Euro. Die Spende soll an eine der folgenden Klimaschutzorganisationen gehen:

SAS Kunden haben die Möglichkeit, während des Buchungsvorgangs Bio-Treibstoff für ihre Flugreise zu erwerben. Laut der Fluggesellschaft sollen die Emissionen damit um bis zu 80 Prozent reduziert werden.

SAS gibt an, für Passagiere unter 26 Jahren sowie für diejenigen, die am Euro-Bonus-Programm teilnehmen, eine Kompensation zu zahlen.

Zum CO2-Rechner von SAS

Passagiere können im Rahmen der Buchung die CO2-Emissionen ihrer Reise freiwillig ausgleichen. Die Höhe der Kompensation wird nach der Methode der International Civil Aviation Organization (ICAO) berechnet. Laut TAP Air werden die Einnahmen an Projekte gespendet, die von den Vereinten Nationen zertifiziert sind.

Folgende europäische Airlines bieten derzeit keinen CO2-Ausgleich an (Stand: 16.06.2020): Aegan Airlines (GR), Air Europa (ES), Finair (FI), Iberia (ES), Olympic Air (GR), Wizz Air (HU).

Greenwashing: Darauf sollten Sie bei einer Kompensation über eine Fluggesellschaft achten

Beim Greenwashing wird Kunden suggeriert, dass sie klimafreundlich fliegen, obwohl dies nicht der Fall ist. Vor allem Fluggesellschaften, die eine CO2-Kompensation anbieten, wird häufig vorgeworfen, dass sie sich somit ein besonders umweltfreundliches Image verleihen wollen.

Dies trifft beispielsweise zu, wenn die Höhe der angebotenen Kompensation zu niedrig angesetzt und dadurch nicht die Menge an CO2 ausgeglichen wird, die tatsächlich durch den Flug anfällt.

Wichtig

Es muss nachvollziehbar sein, wie die Airline die Höhe der CO2-Menge und der Kompensation berechnet. Bietet die Airline zum Beispiel einen Pauschalbetrag an, ist dies nicht transparent. Kritisch sind auch die Verfahren, bei denen der Verbraucher die Höhe der Kompensation frei wählen kann.

Auch hier kann nicht davon ausgegangen werden, dass die tatsächlich verursachte CO2-Menge ausgeglichen wird. Richten Sie sich im Zweifel nach den Werten des CO2-Rechner des Umweltbundesamts. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass nicht alle Airlines klar und verständlich über die Klimaschutzprojekte informieren.

CO2-Kompensation über ein Flugbuchungsportal

Bei 22 von uns geprüften Flugbuchungsportalen bieten derzeit (Stand 16.06.2020) nur zwei ihren Kunden die Möglichkeit, ihren ökologischen Fußabdruck zu verbessern.

Zum einen das Buchungsportal Skyscanner, welches Flüge, die weniger als die durchschnittliche Menge an Emissionen ausstoßen besonders kennzeichnet. Zum anderen der Vermittler easyvoyage, bei dem Reisende die Trefferliste nach Flügen mit geringerem Emissionausstoß filtern können.

Emissionen über eine unabhängige Organisation kompensieren

Es gibt weltweit eine Vielzahl von freien Anbietern, die ebenfalls CO2-Kompensationen anbieten. Je nach Anbieter wird hierbei ein Ausgleich für einzelne Flüge, aber auch weitergehende Kompensationen für andere Lebensbereiche angeboten, zum Beispiel Autofahren, Heizung, Strom, Ernährung.

Hier eine Auswahl:

Arktik GmbH  (DE) • Atmosfair  (DE) • BUND Moorland-Projekt  (DE) • carbon footprint  (UK) • ceroCO2  (ES) • CHOOOSE  (NO), • CleanCO2  (ES) •  ClimateAustria  (AT) • climatecare  (UK) • Climeworks  (CH) • co2logic  (BE) • CO2OL  (DE) • CO2Web  (IT) • Compensate  (FI) • Compte CO2  (FR) • Ecogood  (DE) • Fair Climate Fund  (NL) • Fondation GoodPlanet  (FR) • Greenmiles  (DE) • Greenseat  (NL) • Greentripper  (BE) • Ilmastoapu.fi  (FI) • Klima-Kollekte  (DE) • myclimate  (CH) • Primaklima  (DE) • Trees for All  (NL)

Wo treten Probleme bei der CO2-Kompensation auf?

Einige Kompensationszahlungen sparen kein CO2 ein. Hierfür kann es folgende Gründe geben:

Dies kann passieren, wenn der Anbieter keine detaillierten Flugdaten abfragt und die Kompensation zu niedrig ansetzt. In diesem Fall wird am Ende nicht die Menge an Emissionen kompensiert, die Sie durch den Flug tatsächlich verursacht haben. Verbrauchern wird dennoch suggeriert, dass sie klimafreundlich fliegen würden. Diese Methode wird als Greenwashing bezeichnet.

Experten empfehlen, im Zweifel den CO2-Rechner des Bundesumweltamts zu verwenden.

Es kann sein, dass Ihre Zahlung gar nicht zum Klimaschutz beiträgt. Dies kann beispielsweise sein, wenn ein Staat das Klimaschutzprojekt bereits finanziell unterstützt, die Windkraft- oder Solaranlage in einem bestimmten Land also auch ohne Ihre Zahlung errichtet worden wäre.

Verbraucher können nicht immer prüfen, ob die Zahlung einen zusätzlichen Beitrag zum Klimaschutz leistet oder nicht. Standards sollen hier helfen. Zuverlässig ist zum Beispiel der Gold Standard.

Ein Zertifikat ist ein Verschmutzungsrecht, das nur einmal verkauft werden darf, um auch tatsächlich zur Kompensation beizutragen. Es kann jedoch sein, dass Sie von dem Anbieter ein Zertifikat kaufen, das zuvor bereits anderweitig vergeben wurde, z. B. an den Staat, der damit seine Klimabilanz aufbessern möchte oder eine andere Privatperson, die so wie Sie ihren Flug kompensieren möchte. In diesem Fall spricht man von einer Doppelzählung des Zertifikats.

Beispiel: Eine Biogasanlage spart permanent Kohlendioxid ein. Pro Tonne erhält der Betreiber jeweils ein Zertifikat. Ein anderer Staat produziert CO2 durch den Betrieb eines Kohlekraftwerks. Dieser Staat kauft von dem Betreiber der Biogasanlage Zertifikate, um das CO2 des Kohlkraftwerks zu kompensieren. Wenn Sie nun die Emissionen Ihres Fluges ausgleichen wollen, können Sie die Zertifikate, die der Staat erworben hat, nicht mehr nutzen.

Für Verbraucher ist es kaum möglich, zu überprüfen, ob das Zertifikat bereits verwendet worden ist. Es gibt nämlich kein zentrales Register, in dem die Zertifikate registriert werden. Standards sollen hier helfen. Zuverlässig ist zum Beispiel der Gold Standard.

Klimaschutzprojekte sind sinnvoll, wenn CO2 dauerhaft der Atmosphäre entzogen wird. Nur so können Sie Ihren ökologischen Fußabdruck verbessern. Gerade bei Projekten, welche die Anpflanzung von Bäumen beinhalten, kann dies ein Problem darstellen. Denn einerseits binden Bäume CO2, das sich in der Atmosphäre befindet (Photosynthese), andererseits gelangt Kohlendioxid wieder in die Atmosphäre, z. B. wenn das Holz gefällt und verbrannt wird oder durch Schädlingsbefall bzw. Verwitterung zerstört wird. Achten Sie bei der Auswahl des Projekts daher auf die Standards. Gute Standards wie beispielsweise der Gold Standard sollen garantieren, dass etwa aufgeforstete Wälder geschützt werden.