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Online-Tradingplattformen: So schützen Sie sich vor Betrug beim Handel mit Kryptos, CDF & Forex!

Wer träumt nicht vom schnellen Geld? Genau diesen Wunsch machen sich Anbieter von unseriösen Online-Tradingplattformen zu Nutze und locken ahnungslose Anleger im Internet und den sozialen Medien in die Falle. Doch statt der versprochenen hohen Gewinne, endet die vermeintliche Geldanlage der Betroffenen meist in einem finanziellen Totalschaden. Wir erklären Ihnen, woran Sie den Betrug erkennen und wie Sie sich schützen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Online-Trading besteht ein sehr hohes Verlustrisiko.
  • Informieren Sie sich umfassend über die Trading-Plattform.
  • CFD (Differenzkontrakte)- & Forex-Trading (Devisenhandel) eignen sich nicht für Anfänger.
  • Der Handel mit binären Optionen ist für Privatanleger seit 2018 verboten.
  • Vorsicht bei Erfolgsversprechen auf hohe Gewinne ohne Verlustrisiko! Dahinter könnte eine Betrugsmasche stecken.
  • Glauben Sie, Sie sind Opfer von Betrug geworden? Dann melden Sie den Vorfall der jeweiligen europäischen Aufsichtsbehörde und erstatten Anzeige bei der Polizei.

Online-Tradingplattformen: Vorsicht vor unseriösen Anbietern

Uns erreichen immer wieder Beschwerden von Verbraucherinnen und Verbrauchern über Betrugsfälle in Verbindung mit Geldanlagen auf nicht lizensierten Online-Trading-Plattformen im EU-Ausland.

Dabei haben sich die Betrüger verstärkt auf Anlagemöglichkeiten in finanzielle Differenzkontrakte (CFDs), binäre Optionen auf Aktien, Indizes, Rohstoffe und Währungen (Forex-Handel) sowie Kryptowährungen fokussiert.

Forex, CFD oder Krypto: Was ist das?

Im Internet wird häufig mit verschiedenen Möglichkeiten zur Kapitalanlage geworben. Oft dabei anzutreffen sind CDF-Trading,Forex-Handel oder Kryptowährungen. Doch was ist das überhaupt? Im Folgenden erklären wir diese Begriffe.

Was ist CFD-Trading?

Beim CFD-Trading handelt es sich um ein hochspekulatives Finanzprodukt, das nur für sehr erfahrene und sehr gut informierte Anleger geeignet ist.

Der Fokus dabei liegt auf den Schwankungen des Marktes sowie auf den steigenden oder fallenden Kursen einzelner Finanzprodukte und auf Finanzmärkten. Die Abkürzung CFD steht für Contracts for Difference (Differenzkontrakte) und beschreibt den Handel auf steigende (Long) oder fallende (Short) Kurse von Aktien, Indizes, Rohstoffen, Währungen oder Zinsprodukten.

Beim CFD-Handel erwerben Nutzer keine Firmenanteile, wie man es vom klassischen Kauf von Aktien und Wertpapieren kennt. Der Gewinn oder Verlust ergibt sich aus der Differenz von Einstiegs- und Ausstiegskurs (Kauf- und Verkaufspreis) des Basiswerts. Das heißt, sie werden lediglich an der Kursentwicklung eines bestimmten Basiswerts beteiligt.

CFDs gehören somit zur Gruppe der Derivate (Anlageprodukte, die ihren Wert von anderen Wertpapieren ableiten) und zählen damit zu den komplexesten Anlageprodukten am Finanzmarkt.

Was bedeutet Forex-Handel?

Forex steht für „Foreign Exchange Market“ (kurz: FX) und bedeutet übersetzt Devisenmarkt. Mit einem täglichen Handelsvolumen von über 9,6 Billionen US-Dollar ist der Forex-Markt der weltweit größte Finanzmarkt, auf dem Trader (Händler) Währungen handeln.

Dabei kann man sich den Forex-Handel wie den Währungsumtausch im Urlaub vorstellen. Wenn ein Urlauber aus Deutschland zum Beispiel nach Dänemark reist, berechnet sich die Menge der erhaltenen Dänischen Kronen anhand des aktuellen Wechselkurses. Kehrt der Urlauber zurück von seiner Reise, kann er die Dänischen Kronen wieder in Euro umtauschen. Liegt der Kurs niedriger, verliert er Geld. Liegt der Wechselkurs höher, profitiert er vom Umtausch.

Achtung: Beim Trading mit Devisen und Kryptowährungen besteht ein sehr hohes Verlustrisiko. Entsprechend wird sehr fortgeschrittene Expertise und Erfahrung vorausgesetzt. Verbraucher sollten daher auch einen großen Bogen um dieses Anlageprodukt machen.

Was sind Kryptowährungen?

Bei der Kryptowährung handelt es sich um eine digitale Währung, die legal getauscht und gehandelt werden kann. Herausgeber/Unternehmen (sogenannte Emittenten) von Kryptowährungen werden in der EU von der zuständigen Aufsichtsbehörde beaufsichtig und benötigen eine Zulassung von dieser. In Deutschland ist das die BaFin. Dadurch sollen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verhindert werden. Doch auch trotz der Regulierungen innerhalb der EU (Verordnung über Märkte für Kryptowerte/MiCar), sind Kryptowährungen an sich weiterhin unreguliert. Wodurch diese Form des Investments für Anleger ein hohes Risiko mit sich bringen kann.

Beim Handel mit digitaler Währung spekulieren Anleger auf Preisbewegungen am Markt. Die Abwicklung läuft über eine CFD-Trading-Plattform oder an der Börse ab.

Der Handel findet dabei völlig anonymisiert und pseudonymisiert statt, sodass sich hinter dieser Investitionsmöglichkeit Schneeballsysteme oder andere Anlagebetrugs-Modelle verstecken können.

Welche Kryptowährungen gibt es?

Neben der bekanntesten Kryptowährung, dem Bitcoin, gibt es weitere digitale Zahlungsmittel. Darunter 

  • Bitcoin Cash
  • Cardano
  • Dash
  • Doge
  • EOS
  • Ethereum
  • Litecoin
  • Monero
  • NEO

Handel mit binären Optionen: Wie funktioniert das?

Online-Trading mit binären Optionen ist ein reines Spekulationsgeschäft mit einem sehr hohen Verlustrisiko.

Bei diesem Investment spekulieren Anleger auf einen Kursanstieg oder Kursfall eines Vermögenswertes (z. B. Aktie, Währung, Rohstoffe). Getreu dem Motto: All or Nothing (deutsch: Alles oder nichts), also Gewinn oder Verlust. Das Prinzip ist selbst für Laien sofort verständlich – liegt die Vorhersage richtig, bekommen Anleger einen fixen Gewinn, liegen sie falsch, machen sie Verlust. Gerade das macht binäre Optionen aber so gefährlich.

Das Problem: Der Wert von binären Optionen ergibt sich nicht aus Angebot und Nachfrage, sondern der Anbieter legt den Preis selbst fest. Für Kunden lässt sich dieser somit kaum nachvollziehen oder überprüfen.

Wichtig: Der Handel mit binären Optionen ist für Privatanleger seit 2018 in Europa verboten.

Betrug auf Online-Tradingplattformen: So funktioniert die Masche

Immer wieder wenden sich Verbraucher an das EVZ Deutschland und melden Betrug auf unseriösen Online-Tradingplattformen aus dem EU-Ausland. Die Masche läuft dabei immer ähnlich ab:

Beispiel aus unserer Fallarbeit

Martin S. wird auf Instagram auf einen vermeintlichen Broker aufmerksam, der mit dem Online-Trading von Kryptowährungen wie Bitcoin wirbt. Über einen Link im Profil des Brokers gelangt er an dessen WhatsApp-Kontakt. Kurzerhand nimmt Martin eine Sprachnachricht auf und äußert sein Interesse an einer Beratung. Dieser meldet sich auch innerhalb eines Tages bei Martin und erklärt ihm, dass er mittels Krypto-Trading schon mit kleinen Investitionen hohe Gewinne machen kann. Alles, was er dafür machen müsse, wäre Bitcoins im Wert von 100 Euro zu kaufen. Den Betrag müsse er dann nur noch auf das Handelskonto übertragen, auf das er sich registrieren muss. Den Link bekommt er von dem angeblichen Broker.

Dort angemeldet sieht Martin bereits, dass sein Geld übertragen wurde und bereits arbeitet. Als ihm nach einiger Zeit Gewinne angezeigt werden, rät ihm der Broker nochmal 250 Euro zu investieren. Angeblich würden sich die Gewinnsumme dadurch noch mehr erhöhen und den Betrag könne sich Martin dann danach auf sein Konto auszahlen lassen. Er bezahlt. Doch als Martin seine Auszahlung fordert, verweist der angebliche Broker ihn auf den Plattformbetreiber des Handelskonto. Hier sagt man ihm aber plötzlich, dass eine Auszahlung nicht möglich wäre, da sein Konto inaktiv sei. Um dieses zu aktivieren, muss er ein Upgrade von mindestens 850 Euro überweisen. Doch auch nachdem er das Upgrade zahlt, sieht Martin noch nichts von seinen Gewinnen. Im Gegenteil, nach ewigem Hin und Her mit dem Broker verlangt dieser auf einmal noch eine Gebühr von 10 bis 20 Prozent.

Wie im Beispiel von Martin S. läuft die Masche immer ähnlich ab. Sobald sich die Kunden auf der vermeintlichen Trading-Plattform registriert haben, oder ihr Interesse über Soziale Medien oder Messengerdienste gezeigt haben, meldet sich ein vermeintlicher „Broker“ oder ein Call-Center-Mitarbeiter. Manchmal auch umgekehrt: Erst machen die vermeintlichen „Broker“ die Verbraucherinnen und Verbraucher am Telefon neugierig und dann melden diese sich auf der Plattform an.

Diese vermeintlichen Broker beziehungsweise Call-Center-Mitarbeiter sind psychologisch darauf geschult, den Anleger langfristig zu immer größeren Investitionen zu bringen. Angeblich um ‚größtmögliche Gewinne‘ zu erzielen.

Hat der Verbraucher oder die Verbraucherin ein erstes Kapital auf der Trading-Plattform eingezahlt, werden nach kurzer Zeit erste Gewinnentwicklungen im Kundenkonto angezeigt. Das soll den Anleger vom Finanzprodukt überzeugen und diesen mit dem stetig steigenden Gewinn zu neuen Investitionen drängen.

Was die Kundinnen und Kunden jedoch nicht wissen, es handelt sich dabei um eine betrügerische Webseite. Diese dient dazu, fiktive Kontobewegungen und Gewinnerlöse zu simulieren. Eine solche Seite kann man mittlerweile ganz einfach und unkompliziert selbst bauen, ohne besondere technischen Vorkenntnisse. Da niemand eine Website prüft, bevor diese online geht, haben die Kriminellen ein leichtes Spiel.

Tipp: Warnlisten checken!

Prüfen Sie, ob das Unternehmen in den Meldungen oder Warnungen für Verbraucher bei der BaFin aufgeführt ist, um Betrug auf die Schliche zu kommen. Ebenfalls bietet Stiftung Warentest eine Warnliste zu unseriösen Geldanlagen, die regelmäßig aktualisiert wird.

Tatsächlich findet aber gar kein Handel statt. Stattdessen landet das eingezahlte Guthaben auf ausländischen Konten der Betrüger.  Davon bekommen die Anleger erst einmal nichts mit.

Die Probleme fangen meist erst dann an, wenn die Betroffenen ihren angeblichen Gewinn ausgezahlt haben möchten. Sie werden von den vermeintlichen Brokern vertröstet. Nicht selten fordern diese die Betroffenen auf, für die Auszahlung des Gewinns vermeintlich anfallende Steuern oder Bearbeitungsgebühren zu entrichten. Das dient ausschließlich als Hinhaltetaktik der Betrüger, um noch mehr Geld abzugreifen.

Schließlich bricht der Kontakt irgendwann vollständig ab. Das eingezahlte Geld ist weg.

Was tun bei Anlage-Betrug? BaFin und Polizei einschalten!

Sind Sie Opfer dieser Betrugsmasche geworden, sollten Sie den Finanzbetrug der BaFin melden und Strafanzeige bei der Polizei stellen.

Jetzt kostenlose Hilfe holen

Haben Sie eine Frage zu Ihren Verbraucherrechten oder möchten Sie eine Beschwerde gegen einen Anbieter aus dem EU-Ausland, Island, Norwegen oder dem Vereinigten Königreich einreichen? Dann nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf.

Woran erkennen Anleger unseriöse Online-Tradingplattformen?

Auf den ersten Blick sind betrügerische Webseiten nur schwer zu erkennen. Daher sollten sich potentielle Anleger genau über den Trading-Anbieter informieren. Wir haben für Sie Tipps, worauf Sie achten sollten und wie Sie sich vor Betrügern schützen können.

Checkliste: Anbieter betrügerischer Online-Tradingplattformen erkennen und sich schützen

  • Gibt es auf der Webeseite ein vollständiges Impressum? Wer ist mein Ansprechpartner? Wo hat die Firma ihren Hauptsitz?
  • Informieren Sie sich umfassend über den Trading-Anbieter und das Produkt (über Suchmaschinen, Foren, Online-Kartendienste).
  • Ist der Trading-Anbieter in der BaFin-Unternehmensdatenbank aufgelistet oder in einem der Aufsichtsbehörde des jeweiligen EU-Mitgliedsstaates?
  • Seien Sie misstrauisch bei vermeintlichen Geheimtipps aus dem Internet, von Social Media oder Messenger-Diensten zu Erfolgsversprechen auf hohe Gewinne ohne Verlustrisiko. Seriöse Anbieter agieren nicht über Social Media oder Messenger.
  • Lassen Sie sich nicht auf unaufgeforderte Beratungsgespräche im Zusammenhang mit Anlagemöglichkeiten ein (Telefonwerbung, E-Mails).
  • Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen und zu einer Entscheidung drängen.
  • Erteilen Sie niemandem mittels Fernwartungs-Software Zugriff auf Ihre Endgeräte.
  • Vorsicht vor Identitätsdiebstahl: Übermitteln Sie keine Kopien Ihrer Ausweisdokumente. Die Aufforderung dazu erfolgt bei diesen Maschen sehr häufig und dient nicht der Kontoeröffnung.

Achtung: Betrüger geben sich als Aufsichtsbehörde aus und ziehen Anleger über den Tisch

Mitunter geben sich die Betrüger als vermeintliche Aufsichtsbehörde, Schlichter oder Rechtsanwälte aus und machen Opfern in gefälschten Schreiben Hoffnung, ihr verlorenes Geld zurückzubekommen.

Doch Vorsicht: Es drohen nur noch mehr Verluste. So können sich Anleger vor der Betrugsmasche mit vermeintlichen Helfern schützen.

Finanziert durch die Europäische Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die des Autors / der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder des Europäischen Innovationsrates und der Exekutivagentur für kleine und mittlere Unternehmen (EISMEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können dafür zur Verantwortung gezogen werden.

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