Anlagebetrug beim Online-Trading: Der Traum vom schnellen Geld

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Der Traum vom schnellen Geld treibt zahlreiche Anleger in den finanziellen Ruin. Im Fokus stehen unseriöse Online-Trading-Plattformen, die ihre Leistungen vermeintlich aus dem europäischen Ausland über das Internet und soziale Medien bewerben. Die Betrüger locken ihre Kunden mit dubiosen Anlageprodukten und hohen Gewinnversprechen in die Falle.

Die hochspekulativen Geldanlagen enden für die Betrugsopfer meist mit einem finanziellen Totalschaden. Nach Einschätzungen von Europol handelt es sich um ein europaweites Betrugsphänomen. Laut Bundeskriminalamt (BKA) belief sich der Gesamtschaden bei Betrug und Untreue im Zusammenhang mit Kapitalanlagen im Jahr 2018 auf über 285 Millionen Euro.

Zusammenfassung

  • CFD (Differenzkontrakte)- & Forex-Trading (Devisenhandel) eignen sich nicht für Anfänger.
  • Beim Online-Trading besteht ein sehr hohes Verlustrisiko.
  • Der Handel mit binären Optionen ist für Privatanleger seit 2018 verboten.
  • Schenken Sie Erfolgsversprechen auf hohe Gewinne ohne Verlustrisiko keinen Glauben.
  • Informieren Sie sich umfassend über die Trading-Plattform.
  • Ist der Trading-Anbieter ein von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder in einem anderen EU-Land lizensiertes Unternehmen?
  • Opfer der Betrugsmasche sollten den Vorfall der jeweiligen europäischen Aufsichtsbehörde melden und Strafanzeige bei der Polizei stellen.

Was ist CFD-Trading?

Beim CFD-Trading handelt es sich um ein hochspekulatives Finanzprodukt, das nur für erfahrene und gut informierte Anleger geeignet ist.

Der Begriff CFD steht für Contracts for Difference (Differenzkontrakte) und beschreibt den Handel auf steigende (Long) oder fallende (Short) Kurse von Aktien, Indizes, Rohstoffen, Währungen oder Zinsprodukten.

Der Gewinn oder Verlust ergibt sich aus der Differenz von Einstiegs- und Ausstiegskurs (Kauf- und Verkaufspreis) des Basiswerts.

Die Nutzer erwerben beim CFD-Handel keine Firmenanteile, wie man es vom klassischen Aktien- und Wertpapierkauf kennt, sondern werden lediglich an der Kursentwicklung eines bestimmten Basiswerts beteiligt.

CFDs gehören somit zur Gruppe der Derivate, die zu den komplexesten Anlageprodukten am Finanzmarkt zählen.

Was bedeutet Forex-Handel?

Forex steht für „Foreign Exchange Market“ (kurz: FX) und bedeutet übersetzt Devisenmarkt. Der Forex-Markt ist mit einem täglichen Handelsvolumen von über 6,5 Billionen Dollar der weltweit größte Finanzmarkt, auf dem Trader (Händler) Währungen handeln.

Den Forex-Handel kann man sich vorstellen wie einen Währungsumtausch im Urlaub.

Wenn ein Urlauber aus Deutschland zum Beispiel nach Dänemark reist, berechnet sich die Menge der erhaltenen Dänischen Kronen anhand des aktuellen Wechselkurses.

Kehrt der Urlauber zurück von seiner Reise, kann er die Dänischen Kronen wieder in Euro umtauschen. Liegt der Kurs niedriger, verliert er Geld. Liegt der Wechselkurs höher, profitiert er vom Umtausch.

Beim Trading mit Devisen und Kryptowährungen besteht ein sehr hohes Verlustrisiko. Entsprechend wird eine gewisse Expertise und Erfahrung vorausgesetzt. Trading-Anfänger sollten daher einen großen Bogen um das Anlageprodukt machen.

Was sind Kryptowährungen?

Bei der Kryptowährung handelt es sich um eine digitale Währung, die legal getauscht und gehandelt werden kann. Allerdings werden Kryptowährungen nicht durch Aufsichtsbehörden oder Banken reguliert.

Beim Handel mit digitaler Währung spekulieren Anleger auf Preisbewegungen am Markt. Die Abwicklung läuft über eine CFD-Trading-Plattform oder an der Börse ab.

Der Handel findet dabei völlig anonymisiert und pseudonymisiert statt, sodass sich hinter dieser Investitionsmöglichkeit Schneeballsysteme oder andere Anlagebetrugs-Modelle verstecken können.

    Welche Kryptowährungen gibt es?

    Neben der bekanntesten Kryptowährung, dem Bitcoin, gibt es weitere digitale Zahlungsmittel:

    • Ethereum
    • Bitcoin Cash
    • Ripple
    • Dash
    • Litecoin
    • Monero
    • NEO

    Wie funktioniert der Handel mit binären Optionen?

    Beim Online-Trading mit binären Optionen handelt es sich um ein reines Spekulationsgeschäft mit einem sehr hohen Verlustrisiko.

    Der Handel mit binären Optionen ist für Privatanleger seit 2018 verboten.

    Anleger spekulieren bei diesem Investment auf einen Kursanstieg oder Kursfall. Getreu dem Motto: Cash or Nothing (Gewinn oder Verlust). Das Prinzip ist selbst für Laien sofort verständlich, was binäre Optionen gerade deshalb so gefährlich macht.

    Das Problem dabei: Der Wert von binären Optionen ergibt sich nicht aus Angebot und Nachfrage, sondern der Anbieter legt den Preis selbst fest. Für Kunden lässt sich dieser somit kaum nachvollziehen oder überprüfen.

    Unseriöse Trading-Anbieter: Anlagebetrug im Internet

    In den vergangenen Monaten erreichten uns vermehrt Betrugsfälle in Verbindung mit Geldanlagen auf nicht lizensierten Online-Trading-Plattformen im EU-Ausland.

    Die Betrüger haben sich verstärkt auf Anlagemöglichkeiten in finanzielle Differenzkontrakte (CFDs), binäre Optionen auf Aktien, Indizes, Rohstoffe und Währungen (Forex-Handel) sowie Kryptowährungen fokussiert. Die Abzockmasche ist dabei immer dieselbe.

    Meist fangen die Probleme mit dem ersten vermeintlichen Gewinn an. Wer den Absprung nicht rechtzeitig schafft, steht in vielen Fällen vor einem finanziellen Desaster.

    Europol, die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA), die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), sowie das Bundeskriminalamt und die Landeskriminalämter warnen vor den hochspekulativen Finanzgeschäften.

    Immer dieselbe Masche: Vermeintlicher Online-Broker zahlt Geld nicht aus

    Sobald sich die Kunden auf der vermeintlichen Trading-Plattform registriert haben, erfolgt eine Kontaktaufnahme durch einen "Broker" oder Call-Center-Mitarbeiter. Das Ziel ist es, den Anleger davon zu überzeugen, langfristig immer größere Investitionen zu tätigen, um größtmögliche Gewinne zu erzielen.

    Hat der Verbraucher sein Kapital eingezahlt, werden nach kurzer Zeit erste Gewinnentwicklungen im Kundenkonto angezeigt. Hierdurch soll der Anleger vom Finanzprodukt überzeugt werden und weitere Investitionen tätigen.

    Was der Kunde jedoch nicht weiß, mithilfe einer Betrugssoftware können die Plattformbetreiber fiktive Kontobewegungen und Gewinnerlöse simulieren.

    Tatsächlich findet gar kein Handel statt. Stattdessen überweisen die Betrüger das eingezahlte Guthaben auf ausländische Konten. Anleger bekommen hiervon erst einmal nichts mit.

    Wer sich seinen angeblichen Gewinn schlussendlich auszahlen lassen möchte, wird von den "Brokern" hingehalten und aufgefordert, vermeintlich anfallende Steuern und Bearbeitungsgebühren zu entrichten. Die Hinhaltetaktik dient ausschließlich dem Zweck, noch mehr Geld zu erlangen.

    Schließlich bricht der Kontakt irgendwann vollständig ab. Das eingezahlte Kapital ist weg.

    Bei Anlagebetrug: BaFin und Polizei einschalten

    Sind Sie Opfer der Betrugsmasche geworden, sollten Sie den Finanzbetrug der BaFin melden und Strafanzeige bei der Polizei stellen.

    Wie können Anleger unseriöse Online-Broker erkennen?

    Betrügerische Webseiten sind auf den ersten Blick nur schwer zu erkennen. Daher sollten sich potentielle Anleger genau über den Trading-Anbieter informieren. Mit unserer Checkliste erhalten Sie Tipps, worauf Sie achten sollten und wie Sie sich vor Betrügern schützen können.

    Checkliste: Betrügerische Trading-Anbieter erkennen und sich schützen

    • Informieren Sie sich umfassend über den Trading-Anbieter und das Produkt (Suchmaschinen, Foren, Online-Kartendienste).
    • Ist der Trading-Anbieter ein von der BaFin oder in einem anderen EU-Land lizensiertes Unternehmen?
    • Seien Sie misstrauisch bei Erfolgsversprechen auf hohe Gewinne ohne Verlustrisiko.
    • Lassen Sie sich nicht auf unaufgeforderte Beratungsgespräche in Zusammenhang mit Anlagemöglichkeiten ein (Telefonwerbung, E-Mails).
    • Erteilen Sie niemandem mittels Fernwartungs-Software Zugriff auf Ihre Endgeräte.
    • Vorsicht vor Identitätsdiebstahl: Übermitteln Sie keine Kopien Ihrer Ausweisdokumente. Die Aufforderung dazu erfolgt bei diesen Maschen sehr häufig.

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