Datenschutz: So schützen Sie Ihre persönlichen Daten im Internet

Wer freut sich schon über ungebetene Gäste in seinen vier Wänden? Die Antwort: Niemand. Ähnlich verhält es sich beim Thema Datenschutz. Hier geht es darum, sich bestmöglich vor unerwünschten "Eindringlingen" zu schützen. Wir geben Tipps, wie Sie Ihre Daten besser schützen können und was es beim Surfen im Internet zu beachten gilt.

Eines gleich vorweg: Einen 100 prozentigen Schutz gibt es bei einem sich so schnell veränderbaren Medium wie dem Internet nicht. Nichtsdestotrotz können Sie - mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen - einen bestmöglichen Schutz Ihrer Daten erreichen.

Wodurch zeichnet sich ein gutes Passwort aus?

Passwörter sind wie Zahnbürsten: Man sollte sie sorgfältig auswählennicht teilen, regelmäßig wechseln und unbedingt benutzen

Wenn Sie Ihre Daten im Internet so gut wie möglich schützen möchten, sollten Sie folgende Punkte in Ihrem zukünftigen Passwort berücksichtigen.

  • Verwenden Sie mindestens acht Zeichen.
  • ZiffernGroß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen (!?_&-#) nutzen.
  • Nehmen Sie keinen Bezug auf persönliche Daten (zum Beispiel Geburtsdatum, Adresse oder den eigenen Namen).
  • Vermeiden Sie Begriff aus dem Wörterbuch.
  • Ein Kennwort sollte für jedes Benutzerkonto nur einmal verwendet und regelmäßig geändert werden (am besten alle drei bis sechs Monate).

      Wie erstelle ich ein sicheres Passwort?

      Grundsätzlich kann jeder ein sicheres Passwort erstellen. Es gibt jedoch zahlreiche Tools (Passwort-Manager und Passwort-Generatoren), die Ihnen unter die Arme greifen können.

        Wir geben einen Überblick, wie es mit der Passwort-Erstellung klappt.

        • Formulieren Sie einen einfach zu merkenden Satz, zum Beispiel einen Musiktitel wie "Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an!" Die Anfangsbuchstaben jedes Wortes sowie die Zeichen und Ziffern ergeben dann Ihr Passwort. In diesem Fall also: M66J,dfdLa!
        • Im Internet gibt es übrigens nützliche Hilfsmittel zum Herunterladen, mit denen man sichere Passwörter erstellen kann (Passwort-Generatoren).
        • Nutzen Sie - wenn möglich - die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Sie dient als Nutzeridentifikation und bietet somit einen weiteren Schutz vor Hackern.
        • Speichern Sie Ihr Passwort niemals auf Ihrem PC ab, sondern höchstens auf einem anderen Medium (zum Beispiel Notizblock).
        • Geben Sie Ihr Passwort nicht an Dritte weiter!
        • Verwenden Sie keine gängigen Tastaturfolgen wie „wertzuiopü“ oder logische Zahlenreihen wie 12345678 - auch wenn das die beliebtesten (und damit am leichtesten zu knackenden) Passwörter sind.

        Auf eine verschlüsselte Verbindung achten

        Kein System ist hundertprozentig sicher. Es hilft aber, eine gesicherte Verbindung zur Übermittlung von sensiblen Daten zu wählen - gerade bei Bankverbindungen und persönlichen Angaben.

        Achten Sie deshalb beim Surfen im Netz auf die „https-Verschlüsselung" in der Adresszeile. Besteht eine sichere Verbindung, wird diese durch ein Schloss-Symbol im Browser dargestellt.

        Bei E-Mail-Programmen sollte eine SSL-Verschlüsselung vorhanden sein. Bei den meisten Anbietern ist das heutzutage Standard.

        Ausloggen nicht vergessen

        Loggen Sie sich immer aus Ihren Benutzer-Accounts aus, um anderen Personen den Zugang zu Ihren Daten und Kunden-Konten zu verwehren. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie sich in öffentlich zugängliche WLAN-Hotspots einwählen oder sich in Internet-Cafés aufhalten. 

        Browser-Chronik löschen

        Die Chronik des Browsers setzt sich aus Cookies, Cache, Suchbegriffen sowie der Seiten- und Download-Chronik zusammen. Wir empfehlen den Browser so einzustellen, dass beim Beenden der Sitzung die komplette Chronik und sonstige Daten (Offline-Daten, Passwörter usw.) gelöscht werden. So verhindern Sie, dass das eigene Surf-Verhalten und persönliche Daten über mehrere Sitzungen hinweg nachvollzogen werden können.

        Wenn Sie dies regelmäßig machen, ist es auch nicht mehr so wichtig, sogenannte permanente Cookies aus Sicherheitsgründen abzulehnen. Dies können Sie natürlich trotzdem zusätzlich tun, wenn Sie während einer Sitzung eine Zurückverfolgung und / oder Auswertung Ihres Surfverhaltens verhindern wollen.

        Werfen Sie einen Blick in die Datenschutzerklärung

        Zu lang? Zu kompliziert? Zu unverständlich? Dennoch sollten Sie immer einen Blick in die Datenschutzerklärung werfen, um nachvollziehen zu können, welche Ihrer Daten vom Unternehmen erhoben werden.

        Vor dem Abschluss eines Kaufvertrags im Internet werden Sie immer dazu aufgefordert ein Häkchen zu setzen, dass Sie die Datenschutzerklärung und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) durchgelesen haben.

        Wenn wir ehrlich sind: In den wenigsten Fällen liest man sich diese jedoch durch. Dennoch sollten Sie sich immer mit der Datenschutzerklärung vertraut machen, sodass Sie sich im Anschluss folgende Fragen beantworten können:

        • Wer ist die „verantwortliche Stelle“ für die Datenverarbeitung im Unternehmen?
        • An wen kann ich mich bei Fragen wenden?
        • Ist nachvollziehbar, welche Daten zu welchem Zweck und in welchem Umfang gespeichert werden?
        • Ist ersichtlich, ob und an wen die Daten weitergegeben werden?
        • Werden persönliche Daten auch außerhalb der EU verwendet?
        • Wenn ja, was passiert dort mit meinen Daten?

        Wichtig

        Stimmen Sie der Datenschutzerklärung nur zu, wenn Sie mit dem Inhalt auch wirklich einverstanden sind. Ansonsten sollten Sie überlegen, sich nach einem anderen Anbieter umzusehen, bei dem Sie selbst entscheiden können, welche und wie viele persönliche Daten Sie preisgeben wollen.