Online-Apotheken im Ausland: Medikamente sicher bestellen

  Aktualisiert am  30 Juli 2026

Online-Apotheken boomen und stellen eine praktische Alternative für den Medikamentenkauf in der Apotheke vor Ort dar. Doch woran erkenne ich eine seriöse Online-Apotheke? Welche Arzneimittel kann ich bei ausländischen Versandapotheken bestellen? Wie schütze ich mich vor gefälschten Medikamenten?

Wie Sie Arzneimittel sicher im europäischen Ausland online bestellen, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das EU-Sicherheitslogo, das Impressum und realistische Preise sind die ersten Anhaltspunkte.
  • Stammt das Produkt aus einem zugelassenen Herkunftsland?
  • Fälschungen zu erkennen, ist für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht einfach. Misstrauisch werden sollten Sie, wenn die Verpackung oder der Beipackzettel fehlen oder das Angebot unrealistisch günstig ist.

Kann ich rezeptfreie und rezeptpflichtige Medikamente im Ausland bestellen?

Grundsätzlich ja. Es hängt aber davon ab, in welchem EU-Mitgliedstaat Sie einkaufen möchten.

Während es in einigen Ländern erlaubt ist, verschreibungspflichtige Medikamente online zu kaufen, funktioniert dies in anderen nicht. In Deutschland können Sie rezeptpflichtige Medikamente bei zugelassenen Online-Apotheken bestellen. Voraussetzung ist, dass Sie das Rezept einreichen.

Unser Tipp: Bestellen Sie nur Medikamente, die Sie wirklich brauchen. Gegen Angebote und Rabattaktionen ist nichts einzuwenden, sofern Sie nur so viel einkaufen, wie Sie auch verbrauchen können.

Möchten Sie Arzneimittel von einer Online-Apotheke in einem anderen EU- oder EWR-Staat beziehen, ist dies möglich, wenn die ausländische Apotheke nach dem jeweiligen nationalen Recht für den Versandhandel zugelassen ist und mit dem deutschen Recht vergleichbare Standards einhält.

Nach Auskunft des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gilt dies derzeit nur für Apotheken aus folgenden Ländern:

  • Island
  • Niederlande (nur bei gleichzeitiger Präsenzapotheke)
  • Schweden (nur verschreibungspflichtige Medikamente)
  • Tschechien (nur rezeptfreie Medikamente)

Wenn Sie bei einer Online-Apotheke aus einem dieser Länder bestellen möchten, achten Sie möglichst genau darauf, dass die jeweilige Apotheke im nationalen Versandhandelsregister eingetragen ist und das EU-Sicherheitslogo trägt. Nur dann können Sie sicher sein, dass die Apotheke bzw. der Online-Händler über eine Versanderlaubnis und eine gültige Lizenz verfügt.

Einige Medikamente, die in Deutschland streng verschreibungspflichtig sind, können im Ausland rezeptfrei in der Apotheke erworben werden. Die Liste der rezeptpflichtigen Medikamente ist von Land zu Land unterschiedlich. Beim Versand nach Deutschland müssen sich die Online-Apotheken aber an deutsches Recht halten. Für ein in Deutschland verschreibungspflichtiges Medikament, das nach Deutschland geliefert werden soll, müssen Online-Apotheken also ein Rezept verlangen.

Medikamente vor Ort im Ausland kaufen

Lesen Sie auch, was Sie beim Kauf von Medikamenten in ausländischen Präsenzapotheken beachten müssen.

Eine Frau hält eine Blister-Packung und eine Dose mit Medikamenten in der Hand und hält in der anderen Hand ein Smartphone.
Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie unsicher sind, welches Präparat aus dem Ausland Ihrem Medikament entspricht. (Bild: stock.adobe.com/yavdat)

Woran erkenne ich eine seriöse Online-Apotheke?

Viele Online-Apotheken aus dem Ausland, wie zum Beispiel docmorris.de, online-apotheke-cz.de, holland-apo.de. oder shop-apotheke.com, richten sich mit Werbeanzeigen gezielt an deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher.
Das entscheidende Indiz für die Seriosität einer Online-Apotheke ist das EU-weite Sicherheitslogo. Wenn Sie bei einer Online-Apotheke aus einem anderen EU-Mitgliedstaat ein Medikament bestellen möchten, vergewissern Sie sich am besten zuerst, dass die Apotheke zugelassen ist.

Wenn Sie auf das Logo klicken, müssen Sie auf ein Verzeichnis mit allen zugelassenen Versandapotheken des jeweiligen Landes weitergeleitet werden. Alternativ erfolgt die Weiterleitung auf eine offizielle Ministeriumsseite, welche die Zulassung der Online-Apotheke bestätigt.

Das Sicherheitslogo ist seit Oktober 2015 für alle in der EU ansässigen Online-Apotheken verpflichtend.
Welche Versandapotheken national tätig sein dürfen zeigt Ihnen eine Liste der European Medicines Agency (EMA). Nach Deutschland liefern dürfen aktuell nur Apotheken aus oben genannten Ländern.

Werfen Sie wie bei jedem Online-Shop unbedingt auch einen Blick ins Impressum, um mehr über den Anbieter zu erfahren. Fehlt der Name des verantwortlichen Apothekers, eine Adresse und eine Telefonnummer für Rückfragen, ist ein Kauf nicht ratsam.

Vergleichen Sie auch die Preise der Medikamente mit denen anderer Versandhändler. Denn sehr günstige Preise können ein Hinweis auf Fake-Produkte sein, vor allem, wenn es sich um Großpackungen oder Kombiprodukte (bundle) handelt.

Wie erkenne ich gefälschte Medikamente?

Gefälschte Arzneimittel stellen eine Gefahr für die Gesundheit dar, sodass Sie beim Medikamentenkauf besonders wachsam sein sollten. Stimmen die Angaben zum Medikament? Handelt es sich um das gewohnte Präparat? Passt die Dosierung?

Geht es um ein für Sie neues Produkt, können eine fehlende Rezeptpflicht, Wunderversprechungen und ungewöhnliche Zahlungsmethoden Anhaltspunkte sein. Werden Ihnen Medikamente ohne Verpackung und Beipackzettel geliefert, müssen Sie auch skeptisch werden.

Wenden Sie sich an einen Apotheker Ihres Vertrauens, wenn Sie nach der Lieferung Zweifel haben. Sie können verdächtige Arzneimittel auch dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) oder dem Paul Ehrlich Institut melden. Auf europäischer Ebene stellt die EMA ein Online-Formular und weitere Kontaktdaten zur Meldung von Arzneimittelfälschungen zur Verfügung.

Um das Inverkehrbringen gefälschter Arzneimittel zu erschweren, wurden in der Europäischen Union Sicherheitsmerkmale auf der Verpackung von verschreibungspflichtigen Medikamenten eingeführt (z. B. ein Klebesiegel als Erstöffnungsschutz, ein quadratischer „Data Matrix Code“ oder eine individuelle Packungsnummer). So können die Echtheit und die Unversehrtheit der jeweiligen Packung überprüft werden.

Weitere Informationen finden Sie bei Stiftung Warentest und in einem Dokument der EU-Kommission mit Fragen und Antworten zur Umsetzung der Sicherheitsvorschriften.

Gut zu wissen

Bei Lifestyle-Produkten gegen Übergewicht, Medikamenten gegen Erektionsstörungen oder Haarausfall, die im Internet oft über unrealistische Werbeanzeigen angeboten werden, ist die Gefahr einer Fälschung besonders groß. Beschwerden beim EVZ Deutschland zeigen zudem, dass Verbraucher beim Kauf dieser Produkte häufig in eine Abofalle tappen.

Rechnung für verschreibungspflichtige Medikamente bei der Kasse einreichen

Wenn Sie ein verschreibungspflichtiges Medikament bei einer ausländischen Online-Apotheke kaufen, kann die deutsche Krankenkasse es häufig erstatten. Zuerst braucht die Apotheke das Rezept. Dazu müssen Sie entweder das Originalrezept per Post einsenden oder ein E-Rezept online einlösen, sofern dies angeboten wird.

Bei der Bestellung zahlen Sie oft den vollen Preis und nicht nur die sogenannte Zuzahlung. Mit dem Medikament erhalten Sie dann Ihr Rezept zusammen mit einer Rechnung zurück, die Sie beide bei Ihrer Krankenkasse zur Erstattung einreichen können. Einige Online-Apotheken rechnen direkt mit den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland ab. Informieren Sie sich vor Ihrer Bestellung.

Bei der Bestellung müssen Sie meist Ihre Telefonnummer angeben. Der Apotheker muss bei möglichen Wechselwirkungen der bestellten Medikamente oder besonderen Vorsichtsmaßnahmen bei der Einnahme von sich aus Kontakt zu Ihnen aufnehmen, um Sie zu informieren.

Ausführliche Informationen rund um den Online-Kauf von Arzneimitteln finden Sie auf den Internetseiten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Was sind „kontrollierte Medikamente“?

Der Begriff „kontrolliertes Medikament“ wird in der Schweiz für Substanzen verwendet, die strengen Vorschriften unterliegen. Dazu gehören insbesondere Wirkstoffe, die in Deutschland als Betäubungsmittel bezeichnet werden oder dem Betäubungsmittelrecht unterliegen (z. B. Morphin). Im Österreichischen ist auch von Suchtmitteln die Rede. Für diese Medikamente gibt es besondere Dokumentationspflichten und Vorschriften für die Verschreibung, Aufbewahrung und Abgabe.

Da diese Medikamente im Englischen „controlled substances“ genannt werden, kann die Verwendung des Begriffs in einem Text für deutsche Verbraucher auf eine wortwörtliche Übersetzung hinweisen. Im deutschen Recht wird er nicht verwendet.

Was ist eine „internationale Apotheke“?

Als „Internationale Apotheke“ bezeichnen sich häufig Apotheken, die Beratungen in mehreren Sprachen anbieten. Im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften können sie manchmal Medikamente aus dem Ausland beschaffen. Gemeint sein können auch Versandapotheken aus dem Ausland. „Internationale Apotheke“ ist also keine geschützte Bezeichnung.

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