Online-Portabilität

"Dieses Video ist in Ihrem Land nicht verfügbar" - kennen Sie diese Situation? Sie wollen im Rahmen eines bestehenden Abos ein Video, ein E-Book oder einen Musiktitel abrufen und die Inhalte werden blockiert, weil Sie sich in einem anderen Land aufhalten. Damt ist jetzt Schluß.

Stand der Informationen: März 2018

Dank einer EU-Verordnung, die am 1. April 2018 in Kraft getreten ist, können Sie Ihre im Inland erworbenen Abonnements auch im Ausland nutzen. Wenn Sie sich vorübergehend in einem anderen Mitgliedsstaat der EU aufhalten (Urlaub, Geschäftsreise), müssen auch dort Ihre heimischen zahlungspflichtigen Abos verfügbar sein, mit denen Sie z. B. Ihre Lieblingsserie schauen oder Ihre Lieblingsmusik hören. Die Verordnung soll die grenzüberschreitende Portabilität von digitalen Inhalten innerhalb der EU verbessern.

Sie werden dann EU-weit folgende Inhalte abrufen können, die Sie im Heimatland erworben haben:

  • Streamingdienste, wie z. B. Netflix, Amazon Prime oder Spotify,

  • Abonnements zum Download von E-Books,

  • Sendungen der privaten TV-Sender auf Abruf,

  • Live-Übertragungen von Sportveranstaltungen, z. B. über Sky Go, Eurosport oder DAZN.


Die Dienste müssen unter denselben Bedingungen wie im Heimatland zur Verfügung stehen: selber Inhalt, selbe Produktauswahl, selbe Anzahl von Endgeräten und dieselben Funktionen. Auch Verträge, die schon vor dem 01. April 2018 abgeschlossen wurden, profitieren von der Neuregelung.

Vorsicht!

  • Die grenzüberschreitende Portabilität muss nur für Bezahldienste sichergestellt sein. Anbieter von kostenfreien Inhalten dürfen wählen, ob sie ihre Inhalte nur im Inland oder auch im Ausland bereitstellen. Dies gilt z.B. auch für Inhalte der öffentlich-rechtlichen Sender.

  • Die Neuregelungen sind nur auf vorübergehende Aufenthalte in anderen Mitgliedstaaten der EU anwendbar. Eine Person, die in Deutschland lebt, hat jedoch auch weiterhin nicht das Recht ein Abonnement für einen französischen Bezahlfernsehsender abzuschließen und dauerhaft im Inland zu nutzen.

  • Der Begriff "vorübergehend" wird von der Verordnung nicht definiert. Die Anbieter von Diensten können Nutzern, die sich z. B. wegen eines Umzugs dauerhaft im Ausland befinden, den Zugang zu den Inhalten verweigern. Sie sind berechtigt, den gewöhnlichen Aufenthalt etwa anhand der Rechnungsadresse, des Zahlungsmittels, der IP-Adresse oder des Internetproviders zu bestimmen.

Nützliche Links

  • Geoblocking: Beseitigung von Hindernisse im elektronischen Handel
  • Verordnung zur grenzüberschreitenden Portabilität von Online-Inhaltediensten.
  • Pressemitteilung der EU-Kommission zur grenzüberschreitenden Portabilität von Online-Inhaltediensten.
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