Ihre Rechte

Um eine Pauschalreise handelt es sich dann, wenn sie länger als 24 Stunden dauert und zu einem Gesamtpreis verkauft wird.

Stand der Informationen: Juli 2017

Innerhalb der EU haben Verbraucher die gleichen Rechte, wenn Sie eine Pauschalreise bei einem inländischen oder ausländischen Anbieter buchen. Rechtliche Grundlage hierfür ist die sogenannte Pauschalreiserichtlinie, die wir hier für Sie zusammengefasst haben.

Sinn und Zweck der Richtlinie

Die Richtlinie soll die Rechtsvorschriften in den einzelnen Mitgliedstaaten so angleichen, dass Verbraucher Pauschalreisen, Pauschalurlaubsreisen und Pauschalrundreisen in sämtlichen Mitgliedstaaten „zu vergleichbaren Bedingungen“ buchen können, wie es einleitend in der Richtlinie heißt. Dafür soll es „ein Minimum an gemeinsamen Regeln“ geben. Ziele der Richtlinie sind also „Vorteile aus garantierten Mindestleistungen bei Pauschalreisen“ für Verbraucher, ein freier Dienstleistungsverkehr und grenzüberschreitender Wettbewerb.

Was sie besagt, was sie regelt

Der europäische Rechtstext gibt vor, wie Angebote in Prospekten beschrieben sein müssen, welche Verpflichtungen Anbieter bzw. welche Ansprüche Verbraucher haben und wie weit die Haftung reicht, wenn vertraglich zugesicherte Leistungen nicht oder nur mangelhaft erfüllt werden oder die Reise gar nicht stattfindet.

So dürfen Prospekte „keine irreführenden Angaben“ enthalten (Art. 3). Welche Angaben ein Vertrag enthalten muss, ist im Anhang der Richtlinie geregelt. Anbieter dürfen vertraglich festgelegte Preise 20 Tage vor Reiseantritt nicht mehr erhöhen und außerdem z. B. nur dann teurere Treibstoffkosten, Landegebühren oder Wechselkurse geltend machen, wenn sie sich solche möglichen Änderungen zuvor im Vertrag vorbehalten haben; dem Kunden muss Name und Erreichbarkeit eines Ansprechpartners am Ort genannt werden, der ihm bei Schwierigkeiten hilft (Art. 4).

Der Anbieter, der Vermittler bzw. der Vertreter am Ort ist verpflichtet, sich im Fall von Beanstandungen „nach Kräften um geeignete Lösungen“ zu bemühen (Art. 6). Der Verpflichtung des Veranstalters, den Vertrag ordnungsgemäß zu erfüllen, steht eine Mitwirkungspflicht der Verbraucher gegenüber, eventuelle Mängel auch deutlich und nachvollziehbar zu beanstanden. So müssen Kunden ihrerseits Mängel an Ort und Stelle dem Leistungsträger mitteilen (Art. 5).

Verbraucher sind durch diese Grundsätze geschützt: Wer eine Pauschalreise nicht antreten kann, darf sie unter bestimmten Umständen an einen Dritten übertragen (ebenfalls Art. 4). Anbieter müssen ihren Kunden nachweisen, dass sie Entschädigungen auch im Konkursfall leisten können (Art. 7) – Stichwort hierzu nach deutschem Recht ist der „Sicherungsschein“ (§ 651k BGB in Verbindung mit § 9 BGB Informationsverordnung InfoV).

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