Flug online buchen

Flüge online zu buchen ist kinderleicht? Vorsicht: Ein falscher Klick oder Buchstabendreher in den Passagierdaten kann schon teuer werden. Zudem gibt es für Flugbuchungen im Internet kein 14-tägiges Widerrufsrecht. Hier erfahren Verbraucher kurz und knapp ihre Rechte.

Stand der Informationen : Juli 2019

Darauf sollten Verbraucher bei der Flugbuchung achten


Wer seinen Flug online bucht, sollte gängige Fehler vermeiden, wie beispielsweise übereilte Neubuchungen.

Übereilte Neubuchungen

Ist das Buchungssystem oder der Browser abgestürzt, nachdem die Buchungsanfrage versendet wurde? Viele Verbraucher erkundigen sich in dem Fall telefonisch beim Anbieter (z. B. Buchungsportal), ob die Buchung dort auch tatsächlich eingegangen ist. Manche erhalten dann die Auskunft, dass keine Buchung im Buchungssystem vorhanden sei und buchen daraufhin die Reise über eine andere Seite erneut. Später erhalten sie aber doch noch eine Buchungsbestätigung und müssen den Reisepreis nun zweimal zahlen. Die telefonische Auskunft des Kundenservices lässt sich im Nachhinein leider kaum nachweisen.

Unser Tipp bei Flugbuchungen

In der Regel versenden Vermittlungsportale innerhalb von 24 Stunden nach Eingang der Buchungsanfrage eine Eingangsbestätigung. Wenn nicht klar ist, ob die Buchungsanfrage tatsächlich durchgegangen ist, sollten Verbraucher zunächst mindestens einen Tag abwarten und das E-Mail-Postfach inklusive Spamordner im Auge behalten. Zudem gilt: schriftliche Anfragen sind im Nachhinein leichter zu beweisen. Wer online seine Reise bucht sollte sich deshalb per E-Mail nach dem Bearbeitungsstand der Buchung erkundigen.

Fehlgeschlagene Kreditkartenzahlungen

Immer wieder erhalten Verbraucher nach Versenden der Buchungsanfrage die Benachrichtigung, dass die Kreditkartenzahlung fehlgeschlagen sei. Hierfür kann es viele Gründe geben:

  • Der Verfügungsrahmen wurde überschritten,

  • Scheitern der Identifizierung des Kreditkarteninhabers,

  • Fehler im System des Anbieters (z. B. Buchungsportal).

Häufig reagieren Betroffene nicht sofort auf solche Fehlermeldungen. Dass die Buchung erst mit der Kreditkartenzahlung verbindlich wird, ist allerdings ein weit verbreiteter Irrtum. In Wirklichkeit ist eine Buchungsanfrage schon dann rechtlich verbindlich, wenn ein Button betätigt wird, der mit einem eindeutigen Hinweis wie „Jetzt kaufen“ oder „Kostenpflichtig buchen“ beschriftet ist. Online-Buchungsportale wiederum stornieren die Anfrage meist kostenpflichtig, sofern das Zahlungshindernis nicht kurzfristig behoben wird.

Unser Tipp bei einer fehlgeschlagenen Kreditkartenzahlung

Verbraucher sollten schon vor der Buchung den Verfügungsrahmen der Kreditkarte prüfen. Auch das E-Mail-Postfach und der Spam-Ordner sollten in den darauffolgenden Tagen regelmäßig geprüft werden. Tritt tatsächlich ein Zahlungshindernis auf, für das weder der Verbraucher noch die Bank verantwortlich ist, ist es hilfreich, eine schriftliche Bestätigung der Bank einzuholen. In diesem Fall können Kunden den Reiseanbieter kontaktieren und darum bitten, den Reisepreis per Überweisung zu begleichen.

Fehlende Preissicherheit bei Online-Flugbuchung über Reiseportal

Nach Versenden der Buchungsanfrage an das Reiseportal sind Verbraucher in der Regel an das Angebot gebunden. Dennoch liegt noch keine verbindliche Buchung bei der Airline vor. Die Flugbuchung zu einem bestimmten Preis ist nur dann fest, wenn der Kunde eine Buchungs- bzw. Reisebestätigung erhalten hat.

Verbraucher berichteten uns dennoch, dass sie nach ihrer Buchung zwar eine Eingangsbestätigung ihrer Anfrage erhalten haben, aber im Anschluss keine Reisebestätigung. Daher gingen sie davon aus, dass die finale Buchung nicht stattgefunden hat. In der Folge schauten sich die Verbraucher nach einer anderen Flugverbindung um. Im schlimmsten Fall kam die Bestätigung durch das Reiseportal im Nachhinein doch noch zustande obwohl der Verbraucher einen neuen Flug bei einem anderen Anbieter gebucht hatte. Die Folge: eine Doppelbuchung.

Unser Tipp

Es ist immer ratsam die Bearbeitungszeit für eine Buchungsanfrage in den AGB des Reiseanbieters zu prüfen. Erhält man innerhalb des angegebenen Zeitraums keine Buchungs- bzw. Reisebestätigung, können Verbraucher den Anbieter per E-Mail kontaktieren. Unter Angabe der Referenznummer kann dazu aufgefordert werden, die Buchung innerhalb eines Tages zu bestätigen. Zudem sollte man immer den Spam-Ordner im Auge behalten, in den sich die Buchungsbestätigung gerne einmal verirren kann!


Kostenfalle Buchungsportale: Vorsicht vor versteckten Kosten


Bearbeitungsgebühren, Zusatskosten oder Service-Fee: Solche Kosten erwarten hin und wieder Nutzer von Buchungsportalen und werden je nach Zahlungsart berechnet. In Einzelfällen können diese auch mehr als 100 Euro betragen. Am Ende des Zahlungsvorgangs ist häufig eine Kreditkarte voreingestellt, die das Portal selber herausgebracht hat.

Raffiniert ist dies deshalb, weil nur für diese Zahlungsmöglichkeit keine Zusatzkosten anfallen. Ändert der Verbraucher die Zahlungsart, um zum Beispiel mit einer Visa- oder MasterCard-Kreditkarte zu bezahlen, so steigt der Reisepreis.

Gerichte haben sich schon mehrfach mit solchen Praktiken befasst und diese in einigen Fällen für unzulässig erklärt. Nach europäischem Recht muss nämlich seit Juni 2014 mindestens ein kostenloses und gängiges Zahlungsmittel angeboten werden. Weiterhin dürfen dem Verbraucher nur solche Kosten berechnet werden, die dem Unternehmen tatsächlich entstehen.

Von Beginn an hinters Licht geführt wurden Verbraucher oft auch bei vorhersehbaren und unvermeidbaren Zusatzkosten, wie zum Beispiel bei anfallenden Steuern oder Gebühren. Diese Art der Zusatzkosten wurde zu Beginn der Buchung nur selten in den Reisepreis miteinbezogen, weshalb sich die Kosten des Flugtickets beim letzten Buchungsschritt plötzlich um eine beachtliche Summe erhöht.

Endpreis muss sofort angezeigt werden

Der Europäische Gerichtshof hat im Januar 2015 entschieden, dass Fluggesellschaften bei Online-Buchungen den Endpreis sofort anzeigen müssen. Zumindest in einem uns bekannten Fall hat ein Anbieter die oben beschriebene Geschäftspraktik - nachdem ein Gericht sie für rechtswidrig erklärt hat - nicht aufgegeben, sondern nur geringfügig abgeändert.

Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten Sie den Preis noch einmal überprüfen, nachdem Sie Ihr Zahlungsmittel gewählt, und noch bevor Sie die Buchung abgeschlossen haben. Vergleichen Sie zudem diesen Preis mit dem Preis, der bei einer Buchung direkt bei den Fluggesellschaften berechnet wird.


Online Flugbuchung stornieren


Sie wollen Ihre Buchung stornieren und fordern die Erstattung von Steuern und Gebühren? Vorsicht vor zusätzlichen Kosten.

Die Beträge können sich je nach Anbieter auf bis zu 100 Euro belaufen.

In einem Fall hat ein Gericht entschieden, dass eine Klausel in den AGBs eines Anbieters unwirksam ist, wenn diese  Kunden dazu verpflichtet, sich bei einer Stornierung ihrer Buchungen ausschließlich an den Anbieter zu wenden. Zumindest dürfen keine zusätzlichen Kosten berechnet werden.

Wenn Sie Ihre Buchung stornieren wollen, sollten Sie sich deshalb immer direkt an die Fluggesellschaften wenden. In der Praxis verweisen diese ihre Kunden aber wieder oft an den Anbieter oder Vermittler (z. B. Buchungsportal, Reisebüro), da auch über diesen gebucht wurde.

Klären Sie daher schon zu Beginn sowohl mit der Fluggesellschaft als auch mit dem Reiseportal die Kosten und Bedingungen bei Buchungsänderung ab. Wählen Sie, wenn möglich, den günstigeren Weg.

Tipp

Verwahren Sie die Rückmeldung der Fluggesellschaft, die Kostenrechnung des Anbieters (z. B. Reiseportal) und den Zahlungsbeleg. Sofern Sie bei einem Anbieter im EU-Ausland gebucht haben, können Sie Ihren Fall im Nachhinein von den Juristen des EVZ prüfen lassen.

Auch für Buchungsänderungen werden von Anbietern oft Bearbeitungskosten berechnet, beispielsweise wenn es um die Korrektur eines Schreibfehlers geht. Die Konditionen für eine Buchungsänderung über einen Anbieter können zudem von den Konditionen abweichen, die Fluggesellschaften anwenden, wenn sie die Änderung selber vornehmen. So verlangte in einem uns bekannten Fall ein Anbieter die Stornierung des Tickets und den Kauf eines neuen Tickets. Über die Fluggesellschaft wäre die Änderung zu einem geringen Aufpreis möglich gewesen.


Auf vorausgewählte Zusatzleistungen achten


Während des Buchungsvorgangs wird oft der Abschluss diverser Zusatzleistungen empfohlen. In der Regel handelt es sich dabei um die Aufgabe von Gepäck, eine Reiserücktrittsversicherung, Umbuchungsversicherungen, etc.

Derartige Zusatzkosten müssen laut einer EU-Verordnung in der Buchungsmaske so gestaltet sein, dass sie der Verbraucher aktiv anklicken bzw. auswählen muss (Opt-In). In manchen Fällen kann der Buchungsvorgang nicht fortgesetzt werden, wenn man sich nicht durch einen Mausklick für oder gegen ein solches Produkt entscheidet. Häufig sind die Auswahlkästchen für diese Zusatzdienstleistungen schon vorausgewählt und müssen durch Anklicken deaktiviert werden (Opt-out), was nicht zulässig ist.

Sollten Sie sich für die Buchung einer Versicherung entscheiden, so lesen Sie sich die Bedingungen gut durch.


Wichtig sind insbesondere folgende Punkte:

  • Lohnt sich die Versicherung überhaupt preislich, vor allem bei kostengünstigen Flügen?

  • Vertragslaufzeiten

  • Kündigungsfristen


Von besonderer Bedeutung ist zudem der Umfang der Leistungen:

  • Können bei Umbuchungsschutzversicherungen die Umbuchungen nur in zeitlicher Hinsicht durchgeführt werden oder kann auch auf eine andere Flugstrecke umgebucht werden? Bis zu welchem Zeitpunkt sind Umbuchungen vom Versicherungsschutz umfasst?

  • Bis zu welcher Höhe werden Umbuchungskosten erstattet?

  • Wie muss umgebucht werden, damit die Versicherung einspringt? Ist eine Stornierung und Neubuchung erforderlich?

  • Werden von der Reiserücktrittsversicherung die Stornokosten der Fluggesellschaft ersetzt oder nur die Servicekosten eines Buchungsportals?

Zusammenfassung


Prüfen Sie
vor der endgültigen Buchung unbedingt noch einmal:

  • den Preis: Der könnte sich nachträglich erhöht haben, z. B. falls eine voreingestellte Zahlungsart geändert wurde. Vergleichen Sie zudem den Endpreis beim Reiseportal mit demselben Angebot auf der Homepage der Fluggesellschaft.

  • die genauen Flugdaten: Die könnten sich während Ihrer Suche nach dem günstigsten Angebot verändert haben.

  • Planen Sie langfristig und kalkulieren Sie Bearbeitungszeiten, Rückfragen und Verzögerungen in Zusammenhang mit dem Bezahlvorgang ein. Umbuchungen, Namensänderungen, etc. benötigen oft viel Zeit.

  • Lassen Sie sich nicht künstlich unter Zeitdruck setzen. Viele Buchungsportale bauen diesen auf, indem sie ein nur noch reduziertes Angebot oder eine große Nachfrage hervorheben.

  • Behalten Sie ihr E-Mail Postfach und den Spam-Ordner im Auge. So erfahren Sie auch von Änderungen des Flugplans.


Vorsicht bei Zusatzleistungen:

  • Werden bei Stornierung nur die Kosten des Onlineportals oder auch die Flugkosten ersetzt?

  • Falls Sie Ihre Flugroute ändern wollen, geht das oft nur in einem gewissen Zeitraum. Meist können Sie auf einen späteren oder früheren Flug für die ursprüngliche Route umbuchen.

  • Wenn Sie Ihre Buchung stornieren wollen, machen Sie dies falls möglich direkt über die Fluggesellschaften. Buchungsportale berechnen bei der Stornoanfrage oft Bearbeitungskosten.


Kommen Verbraucher trotz aller Schwierigkeiten dann im EU-Ausland an, wollen sie meist entspannen. Doch auch hier warten unerwartete Hürden. Ob Mietwagen, Flug oder Hotelzimmer, unsere ECC-Net: Travel App informiert kostenlos und konkret über Ihre Rechte als Verbraucher. Zudem nennt sie die wichtigsten Sätze, die Sie bei Urlaubskonflikten benötigen, in 25 europäischen Sprachen.

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