Flug online buchen

Flüge online zu buchen ist kinderleicht? Vorsicht: Ein falscher Klick oder Buchstabendreher in den Passagierdaten kann schon teuer werden. Zudem gibt es für Flugbuchungen im Internet kein 14-tägiges Widerrufsrecht. Wir klären Sie kurz und knapp über Ihre Rechte auf.

Stand der Informationen : Januar 2019

So machen Sie es besser


Sie buchen Ihren Flug online? Vermeiden Sie gängige Fehler wie übereilte Neubuchungen oder fehlgeschlagene Kreditkartenzahlungen.

Übereilte Neubuchungen

Ist das Buchungssystem oder der Browser abgestürzt, nachdem Sie die Buchungsanfrage versendet haben? Viele Verbraucher erkundigen sich in dem Fall telefonisch beim Anbieter (z. B. Buchungsportal), ob die Buchung dort auch tatsächlich eingegangen ist. Manche erhalten dann die Auskunft, dass keine Buchung im Buchungssystem vorhanden sei, und buchen daraufhin die Reise über eine andere Seite erneut. Später erhalten sie aber doch noch eine Buchungsbestätigung und müssen den Reisepreis nun zweimal zahlen. Die telefonische Auskunft des Kundenservices lässt sich im Nachhinein leider kaum nachweisen.

Tipp

In der Regel versenden Vermittlungsportale innerhalb von 24 Stunden nach Eingang der Buchungsanfrage eine Eingangsbestätigung. Wenn nicht klar ist, ob die Buchungsanfrage tatsächlich durchgegangen ist, sollten Sie zunächst mindestens einen Tag abwarten und Ihr E-Mail-Postfach inklusive Spamordner im Auge behalten. Zudem gilt: schriftliche Anfragen sind im Nachhinein leichter zu beweisen. Erkundigen Sie sich deshalb per E-Mail nach dem Bearbeitungsstand Ihrer Buchung.

Fehlgeschlagene Kreditkartenzahlungen

Immer wieder erhalten Verbraucher nach Versenden der Buchungsanfrage die Benachrichtigung, dass die Kreditkartenzahlung fehlgeschlagen sei. Hierfür kann es viele Gründe geben:

  • Der Verfügungsrahmen wurde überschritten

  • Scheitern der Identifizierung des Kreditkarteninhabers

  • Fehler im System des Anbieters (z. B. Buchungsportal)

Viele Verbraucher reagieren nicht sofort auf solche Fehlermeldungen. Dass die Buchung erst mit der Kreditkartenzahlung verbindlich wird, ist allerdings ein weit verbreiteter Irrtum. In Wirklichkeit ist eine Buchungsanfrage schon dann rechtlich verbindlich, wenn ein Button betätigt wird, der mit einem eindeutigen Hinweis wie „Jetzt kaufen“ oder „Kostenpflichtig buchen“ beschriftet ist. Online-Buchungsportale wiederum stornieren die Anfrage meist kostenpflichtig, sofern das Zahlungshindernis nicht kurzfristig behoben wird.

Tipp

Prüfen Sie vor der Buchung den Verfügungsrahmen Ihrer Kreditkarte. Achten Sie nach Versendung der Buchungsanfrage auf Benachrichtigungen des Reiseanbieters in Ihrem E-Mailpostfach, inklusive Spamordner. Sollte tatsächlich ein Zahlungshindernis auftreten, für das weder Sie noch Ihre Bank verantwortlich ist, so lassen Sie sich das von Ihrer Bank schriftlich bestätigen. Kontaktieren Sie den Anbieter und bitten Sie ihn, dass Sie den Reisepreis per Überweisung zahlen können.

Preiserhöhungen

Nach Versenden Ihrer Buchungsanfrage sind Sie in der Regel zwar an Ihre Anfrage gebunden. Dennoch liegt noch keine Buchung vor. Die Buchung eines Fluges zu einem bestimmten Preis ist nur dann fest, wenn Sie eine Buchungs- bzw. Reisebestätigung erhalten haben. Verbraucher berichteten uns, dass sie nach ihrer Buchung zwar eine Eingangsbestätigung erhalten haben, aber im Anschluss keine weitere Benachrichtigung. Die Tickets mussten Sie deshalb später zu einem höheren Preis anderweitig kaufen.

Tipp

Prüfen Sie in den AGB des Reiseanbieters die Bearbeitungszeit für eine Buchungsanfrage. Wenn Sie innerhalb dieses Zeitraums keine Buchungs- bzw. Reisebestätigung erhalten haben, kontaktieren Sie den Anbieter per E-Mail. Fordern Sie ihn dann unter Angabe Ihrer Buchungsreferenz dazu auf, die Buchung innerhalb eines Tages zu bestätigen.


Kostenfalle Buchungsportale: Vorsicht vor versteckten Kosten


Bearbeitungsgebühren, Zusatskosten oder Service-Fee: Solche Kosten erwarten hin und wieder Nutzer von Buchungsportalen und werden je nach Zahlungsart berechnet. In Einzelfällen können diese auch mehr als 100 Euro betragen. Am Ende des Zahlungsvorgangs ist häufig eine Kreditkarte voreingestellt, die das Portal selber herausgebracht hat.

Raffiniert ist dies deshalb, weil nur für diese Zahlungsmöglichkeit keine Zusatzkosten anfallen. Ändert der Verbraucher die Zahlungsart, um zum Beispiel mit einer Visa- oder MasterCard-Kreditkarte zu bezahlen, so steigt der Reisepreis.

Gerichte haben sich schon mehrfach mit solchen Praktiken befasst und diese in einigen Fällen für unzulässig erklärt. Nach europäischem Recht muss nämlich seit Juni 2014 mindestens ein kostenloses und gängiges Zahlungsmittel angeboten werden. Weiterhin dürfen dem Verbraucher nur solche Kosten berechnet werden, die dem Unternehmen tatsächlich entstehen.

Von Beginn an hinters Licht geführt wurden Verbraucher oft auch bei vorhersehbaren und unvermeidbaren Zusatzkosten, wie zum Beispiel bei anfallenden Steuern oder Gebühren. Diese Art der Zusatzkosten wurde zu Beginn der Buchung nur selten in den Reisepreis miteinbezogen, weshalb sich die Kosten des Flugtickets beim letzten Buchungsschritt plötzlich um eine beachtliche Summe erhöht.

Endpreis muss sofort angezeigt werden

Der Europäische Gerichtshof hat im Januar 2015 entschieden, dass Fluggesellschaften bei Online-Buchungen den Endpreis sofort anzeigen müssen. Zumindest in einem uns bekannten Fall hat ein Anbieter die oben beschriebene Geschäftspraktik - nachdem ein Gericht sie für rechtswidrig erklärt hat - nicht aufgegeben, sondern nur geringfügig abgeändert.

Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten Sie den Preis noch einmal überprüfen, nachdem Sie Ihr Zahlungsmittel gewählt, und noch bevor Sie die Buchung abgeschlossen haben. Vergleichen Sie zudem diesen Preis mit dem Preis, der bei einer Buchung direkt bei den Fluggesellschaften berechnet wird.


Online Flugbuchung stornieren


Sie wollen Ihre Buchung stornieren und fordern die Erstattung von Steuern und Gebühren? Vorsicht vor zusätzlichen Kosten.

Die Beträge können sich je nach Anbieter auf bis zu 100 Euro belaufen.

In einem Fall hat ein Gericht entschieden, dass eine Klausel in den AGBs eines Anbieters unwirksam ist, wenn diese  Kunden dazu verpflichtet, sich bei einer Stornierung ihrer Buchungen ausschließlich an den Anbieter zu wenden. Zumindest dürfen keine zusätzlichen Kosten berechnet werden.

Wenn Sie Ihre Buchung stornieren wollen, sollten Sie sich deshalb immer direkt an die Fluggesellschaften wenden. In der Praxis verweisen diese ihre Kunden aber wieder oft an den Anbieter oder Vermittler (z. B. Buchungsportal, Reisebüro), da auch über diesen gebucht wurde.

Klären Sie daher schon zu Beginn sowohl mit der Fluggesellschaft als auch mit dem Reiseportal die Kosten und Bedingungen bei Buchungsänderung ab. Wählen Sie, wenn möglich, den günstigeren Weg.

Tipp

Verwahren Sie die Rückmeldung der Fluggesellschaft, die Kostenrechnung des Anbieters (z. B. Reiseportal) und den Zahlungsbeleg. Sofern Sie bei einem Anbieter im EU-Ausland gebucht haben, können Sie Ihren Fall im Nachhinein von den Juristen des EVZ prüfen lassen.

Auch für Buchungsänderungen werden von Anbietern oft Bearbeitungskosten berechnet, beispielsweise wenn es um die Korrektur eines Schreibfehlers geht. Die Konditionen für eine Buchungsänderung über einen Anbieter können zudem von den Konditionen abweichen, die Fluggesellschaften anwenden, wenn sie die Änderung selber vornehmen. So verlangte in einem uns bekannten Fall ein Anbieter die Stornierung des Tickets und den Kauf eines neuen Tickets. Über die Fluggesellschaft wäre die Änderung zu einem geringen Aufpreis möglich gewesen.


Auf vorausgewählte Zusatzleistungen achten


Während des Buchungsvorgangs wird oft der Abschluss diverser Zusatzleistungen empfohlen. In der Regel handelt es sich dabei um die Aufgabe von Gepäck, eine Reiserücktrittsversicherung, Umbuchungsversicherungen, etc.

Derartige Zusatzkosten müssen laut einer EU-Verordnung in der Buchungsmaske so gestaltet sein, dass sie der Verbraucher aktiv anklicken bzw. auswählen muss (Opt-In). In manchen Fällen kann der Buchungsvorgang nicht fortgesetzt werden, wenn man sich nicht durch einen Mausklick für oder gegen ein solches Produkt entscheidet. Häufig sind die Auswahlkästchen für diese Zusatzdienstleistungen schon vorausgewählt und müssen durch Anklicken deaktiviert werden (Opt-out), was nicht zulässig ist.

Sollten Sie sich für die Buchung einer Versicherung entscheiden, so lesen Sie sich die Bedingungen gut durch.


Wichtig sind insbesondere folgende Punkte:

  • Lohnt sich die Versicherung überhaupt preislich, vor allem bei kostengünstigen Flügen?

  • Vertragslaufzeiten

  • Kündigungsfristen


Von besonderer Bedeutung ist zudem der Umfang der Leistungen:

  • Können bei Umbuchungsschutzversicherungen die Umbuchungen nur in zeitlicher Hinsicht durchgeführt werden oder kann auch auf eine andere Flugstrecke umgebucht werden? Bis zu welchem Zeitpunkt sind Umbuchungen vom Versicherungsschutz umfasst?

  • Bis zu welcher Höhe werden Umbuchungskosten erstattet?

  • Wie muss umgebucht werden, damit die Versicherung einspringt? Ist eine Stornierung und Neubuchung erforderlich?

  • Werden von der Reiserücktrittsversicherung die Stornokosten der Fluggesellschaft ersetzt oder nur die Servicekosten eines Buchungsportals?

Zusammenfassung


Prüfen Sie
vor der endgültigen Buchung unbedingt noch einmal:

  • den Preis: Der könnte sich nachträglich erhöht haben, z. B. falls eine voreingestellte Zahlungsart geändert wurde. Vergleichen Sie zudem den Endpreis beim Reiseportal mit demselben Angebot auf der Homepage der Fluggesellschaft.

  • die genauen Flugdaten: Die könnten sich während Ihrer Suche nach dem günstigsten Angebot verändert haben.

  • Planen Sie langfristig und kalkulieren Sie Bearbeitungszeiten, Rückfragen und Verzögerungen in Zusammenhang mit dem Bezahlvorgang ein. Umbuchungen, Namensänderungen, etc. benötigen oft viel Zeit.

  • Lassen Sie sich nicht künstlich unter Zeitdruck setzen. Viele Buchungsportale bauen diesen auf, indem sie ein nur noch reduziertes Angebot oder eine große Nachfrage hervorheben.

  • Behalten Sie ihr E-Mail Postfach und den Spam-Ordner im Auge. So erfahren Sie auch von Änderungen des Flugplans.


Vorsicht bei Zusatzleistungen:

  • Werden bei Stornierung nur die Kosten des Onlineportals oder auch die Flugkosten ersetzt?

  • Falls Sie Ihre Flugroute ändern wollen, geht das oft nur in einem gewissen Zeitraum. Meist können Sie auf einen späteren oder früheren Flug für die ursprüngliche Route umbuchen.

  • Wenn Sie Ihre Buchung stornieren wollen, machen Sie dies falls möglich direkt über die Fluggesellschaften. Buchungsportale berechnen bei der Stornoanfrage oft Bearbeitungskosten.


Kommen Verbraucher trotz aller Schwierigkeiten dann im EU-Ausland an, wollen sie meist entspannen. Doch auch hier warten unerwartete Hürden. Ob Mietwagen, Flug oder Hotelzimmer, unsere ECC-Net: Travel App informiert kostenlos und konkret über Ihre Rechte als Verbraucher. Zudem nennt sie die wichtigsten Sätze, die Sie bei Urlaubskonflikten benötigen, in 25 europäischen Sprachen.

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