Thomas-Cook-Pleite: Das müssen betroffene Kunden jetzt wissen

Der britische Tourismuskonzern "Thomas Cook Group plc" hat am 23. September 2019 Insolvenz angemeldet. Nur zwei Tage später stellten auch die deutschen Töchter Thomas Cook GmbH, Thomas Cook Touristik GmbH, Bucher Reisen & Öger Tours GmbH, Thomas Cook Airport Service GmbH, Thomas Cook Vertriebs GmbH und Neckermann einen Insolvenzantrag.

Seit Ende November läuft das Insolvenzverfahren. Laut Bundesregierung sollen Kunden nicht auf den entstandenen Schäden sitzen bleiben. Um davon zu profitieren, müssen die Betroffenen ihre Forderung sowohl beim Versicherer (KAERA AG) als auch beim Insolvenzverwalter anmelden.

Vorsicht vor Betrugsmasche

Der zuständige Insolvenzverwalter warnt auf seiner Webseite vor betrügerischen E-Mails, die Verbrauchern eine Gelderstattung versprechen.

Meistens steht im Betreff: "Wichtig: Erstattung Ihrer Thomas-Cook-Reise".

Die Schreiben stammen nicht von Thomas Cook. Geben Sie auf keinen Fall Ihre persönlichen Daten an und ignorieren Sie diese E-Mails.

Ist mein Reiseveranstalter von der Thomas-Cook-Insolvenz betroffen?

Gehen Sie zunächst sicher, dass Ihr Reiseveranstalter wirklich betroffen ist. Die Information hierzu finden Sie in Ihren Reisedokumenten / AGB.

Wenn Sie sich unsicher sind, bei welchem Veranstalter die Pauschalreise gebucht wurde, nehmen Sie kostenlos Kontakt mit uns auf.

Offiziell bestätigt sind die Insolvenzanträge folgender Gesellschaften

  • Thomas Cook Group plc
  • Thomas Cook GmbH
  • Thomas Cook Touristik GmbH
  • Bucher Reisen & Öger Tours GmbH
  • Thomas Cook Airport Service GmbH
  • Thomas Cook Vertriebs GmbH
  • NeckermannUrlaubswelt GmbH
  • Thomas Cook Austria AG
  • Thomas Cook Nederland B.V.
  • Thomas Cook France
  • Tour Vital Touristik GmbH
  • Thomas Cook International AG (TCI)
  • Thomas Cook Airlines Balearics

Mein Reiseveranstalter ist von der Pleite betroffen: Bekomme ich mein Geld zurück?

  • Schriftlich den Reiseveranstalter kontaktieren und um die Erstattung bereits gezahlter Anteile bitten.
  • Wer per Kreditkarte gezahlt hat, kann bei seiner Bank ein sogenanntes Chargeback beantragen. Bankkunden haben allerdings keinen Rechtsanspruch auf die Rückbuchung. Eventuell nimmt die Bank diese aber aus Kulanz vor. Auch besteht die Gefahr, dass der Insolvenzverwalter das Geld wieder zurückfordert.
  • Pauschalreisende sind über den Insolvenzschutz abgesichert. Der Sicherungsschein befindet sich in Ihren Reiseunterlagen. Falls Sie über eine der deutschen Thomas-Cook-Gesellschaften gebucht haben, wurde als Abwicklungsstelle der Dienstleister KAERA AG genannt. Dieser Versicherer haftet nur bis zu einer gesetzlich vorgeschriebenen Gesamtsumme für alle Reisenden von 110 Millionen Euro. Aufgrund der sehr hohen Zahl an Betroffenen muss davon ausgegangen werden, dass diese Summe nicht ausreichen wird. Dann erhalten Reisende nur einen Anteil ihrer Kosten zurückerstattet.
  • Die Bundesregierung hat in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, dass sie für die Schäden, die nicht ersetzt werden, einspringen wird. Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz informiert hier über die genauen Voraussetzungen. Insbesondere ist wichtig, dass man seine Forderungen beim Versicherer (KAERA AG) und beim Insolvenzverwalter anmeldet.