Fluggesellschaft insolvent: Besteht ein Anspruch auf Entschädigung?

Verbraucher, die ihren Flug direkt bei der Airline oder über einen Vermittler, zum Beispiel Reisebüro oder Online-Portal, gebucht haben, bleiben in den meisten Fällen auf den Kosten sitzen. Mögliche Ansprüche können erst mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim zuständigen Insolvenzverwalter angemeldet werden. Pauschalreisende hingegen sind rechtlich geschützt und haben einen Anspruch auf einen Ersatzflug und auf Erstattung möglicher Folgekosten.

Airline-Pleite: Welche Rechte habe ich?

Individualreisende, die ihren Flug direkt über die Airline gebucht, können ihre Ansprüche auf einen Ersatzflug oder Kostenrückerstattung nur gegenüber der Airline geltend machen. Das bedeutet: Kann die Fluggesellschaft Ihre Ansprüche aufgrund des vorläufigen Insolvenzverfahrens nicht erfüllen, können Sie nur noch auf eine Entschädigung im Insolvenzverfahren hoffen. Die Praxis zeigt allerdings, dass Fluggäste meist auf ihren Kosten sitzen bleiben.

Bei Flügen, die bei sogenannten „Vermittlern“ (zum Beispiel Reisebüro oder Online-Portal) gebucht wurden, bestehen Ansprüche ebenfalls nur gegenüber der Fluggesellschaft. Auch hier müssen Sie auf das Insolvenzverfahren hoffen, wenn die Airline den Ansprüchen nicht nachkommt.

Pauschalreisende, die zum Beispiel Flug und Hotel als zusammenhängende Reise gebucht haben, sind über einen Sicherungsschein abgesichert und können daher ihre Ansprüche beim Reiseveranstalter geltend machen. Dieser hat im Falle einer Airline-Insolvenz dafür zu sorgen, dass die Reise stattfindet. Anders als Verbraucher, die Reiseleistungen einzeln buchen (Individualreise), gehen Pauschalreisende kein finanzielles Risiko ein.