Coronavirus in Europa: Welche Rechte habe ich auf Reisen?

Stand der Informationen: 10:00 Uhr

Das Coronavirus hat sich mit großer Geschwindigkeit auf der ganzen Welt ausgebreitet. Vor allem die EU-Mitgliedstaaten Frankreich, Italien und Spanien sowie Großbritannien hat die Pandemie besonders schwer getroffen.

Viele Urlauber stellen sich in Anbetracht der Corona-Krise die Frage, ob sie ihren Urlaub überhaupt noch antreten oder stornieren sollen. Doch: Werden die Kosten für Flugtickets oder Urlaubsreisen erstattet?

Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, da es immer davon abhängt, ob eine Pauschalreise oder eine Individualreise gebucht wurde. Für alle Fälle gilt: Informieren Sie sich rechtzeitig und regelmäßig über die aktuelle Lage.

Doch nicht nur Reisen und Flüge werden abgesagt oder verschoben. Auch zahlreiche Veranstaltungen sind davon betroffen: Von der UEFA Europameisterschaft über Konzerte, Festivals bis hin zu Buch- und Automessen. Antworten auf die häufigsten Fragen zu Ihren Rechten finden Sie auf unserer Seite: Coronavirus & abgesagte Events.

Darüber hinaus ruft die Coronavirus-Pandemie auch Betrüger auf den Plan. Auf unserer Seite Vorsicht Falle erklären wir Ihnen die Maschen und wie Sie sich schützen können.

Coronavirus / Covid-19: Die aktuelle Lage

Weltweite Reisewarnung bis 31. August 2020 verlängert


Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland. Ausgenommen davon sind die meisten EU-Länder, Schweiz, Island, Liechtenstein und Großbritannien. Allerdings wird von nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Vereinigte Königreich (einschließlich die britischen Überseegebiete) wird aufgrund der 14-tägigen Quarantäne dringend abgeraten. Von Reisen nach Irland wird abgeraten. 

Aktuell bestehen Corona-Reisewarnungen für folgende Länder: Finnland, das eine Einreise zu touristischen Zwecken aus Deutschland nicht erlaubt. Außerdem gibt es auch hier eine 14-tägige Quarantäne. Allerdings plant Finnland die Reisebeschränkung für Deutsche Mitte Juli aufzuheben. Schweden, da die Zahl der Neuinfizierten derzeit die kritische Marke überschreitet. Darum müssen Sie sich auch in den meisten deutschen Bundesländern bei der Rückreise aus Schweden in Quarantäne begeben. Prüfen Sie das auf der Website des jeweiligen BundeslandesNorwegen, da eine Quarantäne-Regelung besteht und Deutsche nicht so ohne weiteres einreisen dürfen. 

Keine Reisewarnung besteht für: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande, Griechenland, Kroatien, Lettland, Litauen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Republik Zypern, Island, Liechtenstein und in die Schweiz. 


Unterschied zwischen Reisewarnung und Reisehinweis

Reisehinweise (Sicherheitshinweise) informieren die Menschen über länderspezifische Risiken. Sie können je nach Einschätzung der Lage die Empfehlung enthalten, Reisen einzuschränken oder auf sie zu verzichten. Reisewarnungen werden ausgesprochen, wenn damit zu rechnen ist, dass jedem Reisenden eine konkrete Gefahr für Leib und Leben droht. 


Weitere Infos:

Neue Plattform für Reiseinformationen

Was in den 27 Mitgliedstaaten der EU gilt und welche Reiseempfehlungen ausgesprochen werden, kann auf der Webseite der Europäischen Kommission "Re-open-EU" nachgelesen werden. Dort gibt es z. B. Informationen zu Grenzverfahren, Verkehrsmitteln, Quarantäneregelungen, Abstandsregeln und der Maskentragepflicht.

Informationen zu den Lockerungen in Frankreich

Achtung: Alle bis zum 12. Juni 2020 geplanten Abflüge werden aktuell von den französischen Pauschalreiseveranstaltern nach hinten geschoben.

Von Reisen in die französischen Überseegebiete wird aufgrund von Einreise- und Quarantänebestimmungen durch das Auswärtige Amt dringend abgeraten. 

Für die Einreise nach Frankreich gilt: 


Weitere Informationen zur Einreise nach Frankreich stellt die französische Botschaft bereit sowie das Auswärtige Amt bereit. Informationen, was aktuell in Frankreich gilt, finden Sie auf der Internetseite des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz.

Informationen zu Spanien

Der Alarmzustand in Spanien ist beendet. Die Einreise zu touristischen Zwecken aus den EU-Mitgliedstaaten, aus der Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein ist wieder möglich. Mit Ende des Alarmzustands am 21. Juni 2020 wurde die Quarantäneregelung abgeschafft.  

Aktuell besteht an den EU-Außengrenzen ein Einreiseverbot für Ausländer. Ausnahmen: Bürger aus der EU, Andorra, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz, die sich auf der Rückreise zu ihrem Wohnsitz befinden, Inhaber langfristiger Aufenthaltstitel eines der o. g., die sich auf der Reise dorthin befinden, Grenzpendler, Gesundheits- bzw. Pflegepersonal auf dem Weg zur Arbeit, Mitarbeiter im Warentransport, Flugpersonal, Personen, die zwingende familiäre Gründe oder eine Notsituation nachweisen können oder denen die Einreise aus humanitären Gründen erlaubt wird.

Kreuzfahrt-Touristen dürfen nach wie vor nicht nach Spanien einreisen.

Die Beschränkung auf eine bestimmte Anzahl von Touristen auf den Balearen (Mallorca, Menorca, Cabrera, Ibiza und Formentera) wurde mit Beeindigung des Alarmzustands aufgehoben.

Abweichende Regelungen zu Beschränkungen in den Autonomen Gemeinschaften z. B. auf den Kanarischen Inseln (Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro) sind möglich.

Die Grenzübergänge Ceuta und Melilla sind seit 25. März 2020 geschlossen. Eine Einreise ist an diesen Grenzübergängen nicht möglich, auch nicht in den o. g. Ausnahmefällen.

Das gilt in Spanien:

Landesweit gilt Maskentragepflicht an allen öffentlichen Orten (innerhalb und außerhalb geschlossener Räume), an denen der Sicherheitsabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt generell Maskenpflicht. Ausnahmen: Personen unter 6 Jahren, oder Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können. 

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des spanischen Gesundheitsministeriums, der jeweiligen Autonomen Gemeinschaft oder bei der deutschen Botschaft in Spanien sowie beim Auswärtigen Amt. 

Aktuelle Lage in Deutschland

Aktuell: Deutschland plant eine Gutscheinlösung für abgesagte Pauschalreisen einzuführen. Siehe hierzu: Gutscheinregelungen und andere Erstattungslösungen!


Folgende Regelungen gelten immer noch:

  • Die bestehenden Abstandsregelungen (1,5 m) gelten auch weiterhin.
  • Die Kontaktbeschränkungen wurden auf 29. Juni 2020 verlängert. Allerdings behalten sich manche Bundesländer eigene Regelungen vor. Informieren Sie sich daher auf den Internetseiten des jeweiligen Bundeslandes.
  • Bundesweit gilt Maskentragepflicht. Eine sogenannte "Alltagsmaske", die auch selbst genäht sein kann, ein Tuch oder ein Schal ist ausreichend. Informieren Sie sich bitte auf den Internetseiten der jeweiligen Landesregierungen für welche Bereiche die Maskenpflicht gilt.
  • Wer aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf kommt bzw. aus einem Corona-Hotspot, muss einen negativen Covid-19 Test vorlegen, um nach Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz einzureisen. Ab 29. Juni 2020 gilt ein Beherbergungsverbot im Saarland.

Weitere Infos finden Sie bei der Bundesregierung.

Deutsche Corona-Warn-App ist verfügbar

Ziel der App ist es, festzustellen, ob man Kontakt zu einer mit Covid-19 infizierten Person hatte und ob daraus ein Ansteckungsrisiko entstehen kann. So können Infektionsketten schneller unterbrochen werden. Die App ist ein kostenloses Angebot der deutschen Bundesregierung. Die Nutzung der App erfolgt auf freiwilliger Basis. Sie ist im App Store und bei Google Play zum Download erhältlich.

Weitere Informationen zur Funktionsweise der Corona-Warn-App Deutschland gibt es auf der Internetseite der Bundesregierung.

 

Weitere Reiseinformationen für das Ausland

Belgien hat seine Reisebeschränkungen zum 15. Juni 2020 aufgehoben. Die Einreise ist für Personen aus der EU, aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz sowie aus UK gestattet. Die Quarantänepflicht entfällt. In Brüssel werden am Flughafen Temperaturkontrollen durchgeführt. Wer eine Temperatur hat, die höher als 38 ° C liegt, darf nicht einreisen.

Aktuell gilt:

Es gilt ein Sicherheitsabstand von 1,50 m. Wo dieser nicht eingehalten werden kann, gilt Maskentragepflicht. Darüber hinaus besteht Maskentragepflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Haltestellen, Bahnhöfen, Bahnsteigen und an den Flughäfen. Ausnahmen: Personen desselben Haushalts, Kinder unter 12 Jahren untereinander, im erweiterten persönlichen Umfeld.

Hotels, Cafés und Restaurants sind geöffnet. Ab 1. Juli darf man sich wöchentlich mit bis zu 15 Personen treffen. Schwimmbäder, Theater und Wellnesscenter dürfen wieder öffnen, und es dürfen sich bis zu 50 Besucher darin gleichzeitig aufhalten. Indoor-Veranstaltungen sind bis zu maximal 200 Personen erlaubt, im Freien bis zu 400 Personen. 

Weitere Informationen zur Ausgangsbeschränkung in Belgien finden Sie auf der Internetseite des Föderalen Öffentlichen Dienstes (FÖD).

Ab 1. Juli sind die Regional- und Insel-Flughäfen wieder geöffnet. Es gilt eine Anmeldepflicht für Reisende, die auf dem See-, Luft- oder Landweg einreisen. Die Anmeldung muss spätestens 48 Stunden vor der Abreise mit Hilfe eines Online-Formulars erfolgen. Danach erhalten die Reisenden einen QR-Code, den sie bei der Einreise vorzeigen müssen.

Reisende, die mit dem Flugzeug aus einem Land mit erhöhtem Corona-Risiko einreisen, müssen sich einem Corona-Test unterziehen. Welche Länder (Flughäfen) von dieser Regelung betroffen sind, finden Sie auf der Internetseite der Agentur für Flugsicherung der EU.

Hotels, Campingplätze, Jugendherbergen und Ferienwohnungen sind geöffnet; Bars und Diskotheken geschlossen. Strände dürfen besucht werden. Für Außenpools gilt eine Personenbegrenzung. Innenpools bleiben geschlossen. Ausgrabungsstätten, Open Air-Kinos sowie Museen sind geöffnet.

Darüber hinaus gilt auch in Griechenland die Einhaltung des Sicherheitsabstandes sowie Maskentragepflicht im öffentlichen Verkehr, Taxis und Fähren.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des griechischen Außenministeriums sowie bei den bei den deutschen Vertretungen in Griechenland.

Seit 3. Juni 2020 ist die Einreise für EU-Bürger, Bürgerinnen und Bürger aus dem Schengen-Raum sowie aus UK wieder erlaubt. Die Qurantänepflicht wurde aufgehoben. 

Wer aus einem Drittland einreist, auch wenn die Einreise über die EU, einen Schengen-Staat oder über UK erfolgt, braucht eine Einreiseerklärung. Nach der Einreise muss man diese beim örtlichen, italienischen Gesundheitsamt (Dipartimento di prevenzione dell’azienda sanitaria locale) anmelden und sich 14 Tage in Quarantäne begeben. 

Es gibt immer noch Einschränkungen im Flug-, Zug-, Bus- und Fährverkehr. Bahnreisen zwischen Deutschland und Italien durch Österreich bzw. durch die Schweiz funktionieren noch nicht. Die Fernbusse fahren jedoch wieder zwischen Deutschland und Italien. 

Hotels, Geschäfte, Bars und Restaurants sind wieder geöffnet. Schulen, Kindergärten und Universitäten bleiben erst einmal in ganz Italien geschlossen.

Eine Mund-Nasen-Bedeckung sowie Einweghandschuhe sind oftmals Vorschrift, z. B. in Geschäften und immer dann, wenn der nötige Abstand nicht eingehalten werden kann. In der Lombardei besteht Maskentragepflicht im gesamten öffentlichen Raum sowie eine zusätzliche Handschuh-Pflicht in Geschäften. In Südtirol gilt die Maskenpflicht nur noch, wenn man keinen Sicherheitsabstand von 1 Meter einhalten kann. Die Abstandsregelung gilt im Freien und in geschlossenen Räumen. 

Der Sicherheitsabstand beträgt je nach Region zwischen 1 und 2 Metern.

Weitere Informationen des Auswärtigen Amts zum Coronavirus in Italien.

Für deutsche Touristen gelten keine Einreisebeschränkungen.

Zeeland: Die Lockerung der Regeln wird nach einem Stufenplan erfolgen. Seit 15. Mai können 50 % der Touristenbetten wieder vermietet werden. Private Vermietungen sowie Belegungen in Hotels, Pensionen und B&Bs sind uneingeschränkt zugelassen. Und auch die derzeitigen Beschränkungen für die Nutzung von Zweitwohnungen (nur Eigentümer und Familie) sind seither hinfällig. Am 29. Mai wurde die Beschränkung der Bettenzahl auf 75 % angehoben. Weitere Informationen hält die Internetseite Zeelandveilig.nl bereit.

Die Regelungen, die derzeit in den Niederlanden gelten (1,50 m Abstand; von zu Hause aus arbeiten, wenn es möglich ist; in der Rush Hour die öffentlichen Verkehrsmittel wenn möglich meiden) gelten immer noch. Darüber hinaus gilt ab 1 Juni eine Maskentragepflicht im öffentlichen Nahverkehr (Bus, Zug, Tram, Wasserbus, Metro) für Personen über 13 Jahren. Restaurants und Cafés sind wieder geöffnet. Ebenso Museen, Kinos und Theater.

Weitere Informationen hält die Internetseite der niederländischen Regierung und das Auswärtige Amt bereit.

Wer aus dem Landkreis Gütersloh nach Österreich einreisen möchte, benötigt einen negativen Covid-19 Test, der nicht älter als 4 Tage sein darf.

Die Einreise aus allen EU-Staaten, aus Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino, der Schweiz und dem Vatikanstaat sind wieder gestattet. Personen aus Portugal und Schweden dürfen nicht einreisen.

Es gilt Maskentragepflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxis, Seil- und Zahnradbahnen, Reisebussen, Innenbereichen von Ausflugschiffen, im Gesundheitsbereich einschließlich Apotheken und bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ohne zugewiesenen Sitzplatz und wenn der Sicherheitsabstand von 1 Meter nicht eingehalten werden kann oder keine andere Schutzmaßnahme (Plexiglasscheibe) existiert.  

Seit 15. Mai sind Restaurants, Kaffeehäuser, Bars und Lokale wieder geöffnet. Seit 29. Mai 2020 sind Hotels, Tourismusbetriebe und Sehenswürdigkeiten wieder geöffnet.

Ausführliche Informationen bieten die FAQ des Österreichischen Regierung.

Weitere Informationen rund ums Thema Reisen und Storno-Möglichkeiten gibt es auf der Internetseite des Europäischen Verbraucherzentrums Österreich.

Weitere Informationen zu den Sicherheitshinweisen finden Sie auf der Internetseite des Auswärtigen Amts.

Seit 13. Juni 2020 ist die Einreise aus Deutschland, der Tschechischen Republik, Litauen und der Slowakei wieder erlaubt. Ein negativer Corona-Test ist nicht erforderlich. Grenzkontrollen finden aber noch zur Ukraine, zu Russland und zu Weißrussland statt. Für diese drei Länder gelten noch Einreisebeschränkungen und Quarantäneregelungen. 

Folgendes gilt innerhalb des Landes:

  • Im öffentlichen Nahverkehr beträgt die Personenobergrenze die Hälfte der vorhandenen Sitz- und Stehplätze (weitere 50% der Plätze müssen unbesetzt bleiben) bzw. 100 % aller Sitzplätze im Nahverkehr.
  • Versammlungen und Open-Air Konzerte von bis zu 150 Personen sind erlaubt. 
  • Freiluftkinos und Autokinos sind erlaubt, auch der Unterricht in Kultureinrichtungen.
  • Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen und Universitäten dürfen schrittweise wieder öffnen.
  • Diskotheken und Clubs sind immer noch geschlossen.
  • Maskenpflicht in Geschäften, im öffentlichen Nahverkehr, Kirchen, öffentlichen Einrichtungen, Kinos, Theatern, Konzert- und Kulturhäusern. Darüber hinaus gilt Maskenpflicht, wenn der Sicherheitsabstand von 2 Metern nicht eingehalten werden kann. Ausnahmen: Kinder unter 4 Jahren, Autofahrten alleine und mit Personen des eigenen Haushalts, Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können, Berufe ohne Kundenkontakt, Berufskraftfahrer, wenn eine Trennwand existiert. 
  • Restaurants, Bars, Cafés sind wieder geöffnet. Die Maske darf erst abgenommen werden, wenn man am Tisch sitzt. 
  • Einkaufzentren, Ladengeschäfte sind wieder geöffnet. 
  • Es gilt Handschuhtragepflicht in Geschäften, Banken und Tankstellen.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des  Auswärtigen Amts bzw. auf der Internetseite der deutschen Botschaft in Polen.

Aktuell gelten für Deutsche, die mit dem Flugzeug bzw. auf dem Landweg nach Portugal (Festland) einreisen, keine Einreisebeschränkungen. 

Wer mit dem Flugzeug auf die Azoren einreisen möchte, muss einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden (vor Abflug) sein darf. Ansonsten muss bei der Einreise getestet werden. Man muss so lange in Quarantäne bis das Testergebnis vorliegt. Wer länger als 7 Tage bleibt, sollte sich am 6. Tag erneut testen lassen.

Wer nach Madeira mit dem Flugzeug einreisen möchte, braucht  einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 72 Stunden (vor Abflug) sein darf. Seit 1. Juli 2020 können Reisende  bei der Einreise einen Test durchführen lassen. Eine Selbstisolation bis zum Vorliegen des Testergebnisses wird empfohlen.

Ab 1. Juli 2020 gibt es in Lissabon einen erneuten Lockdown: Die Einwohner von 19 Gemeinden im Großraum der Hauptstadt dürfen dann nur noch das Haus verlassen, um einzukaufen, zur Arbeit zu gehen, zum Arzt zu gehen. Versammlungen von maximal fünf Personen sind in diesen Gemeinden zulässig. Ausnahme: die Bezirke im Zentrum Lissabons. 

Darüber hinaus gilt ein Mindestabstand von 2 Metern sowie Maskentragepflicht in Geschäften und in den öffentlichen Verkehrsmitteln. 

 

Deutsche Staatsangehörige dürfen uneingeschränkt in die Schweiz einreisen. Die Grenzen zu allen EU-Mitgliedstaaten, Liechtenstein, Island (auf dem Luftweg), Norwegen und zum Vereinigten Königreich sind wieder offen.

Die Schweiz verhängt allerdings ab 6. Juli 2020 für Einreisen aus 29 Ländern eine 10-tägige Quarantäne. Zu den Ländern zählen u. a. USA, Schweden, Brasilien und Russland. Wer aus diesen Ländern einreist, muss sich sofort bei den Schweizer Behörden melden und sich in Quarantäne begeben.

In der Schweiz gilt es, einen Sicherheitsabstand einzuhalten. Es besteht keine generelle Masken-Trage-Pflicht. In öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Tragen von Masken empfohlen.

Weitere Informationen gibt es auf den Internetseiten der schweizerischer Behörden und der Regierung.  

Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen touristischen Reisen in die Türkei. Reisen zu Familienangehörigen fallen nicht unter die Reisewarnung. Die Türkei selbst hat das Einreiseverbot für Deutsche am 11. Juni 2020 aufgehoben. 

Das gilt im Land:

Für Menschen über 65 Jahre gilt eine Ausgangssperre von 20 Uhr bis 10 Uhr. Eine Reise zwischen den einzelnen Provinzen ist nur mit vorheriger Genehmigung möglich.

Es gilt Maskentragepflicht auf Marktplätzen, in Supermärkten sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch im öffentlichen Raum zahlreicher Städte, wie beispielsweise Istanbul, Ankara, Izmir und teilweise Antalya. Darüber hinaus muss ein Sicherheitsabstand von 3 Schritten eingehalten werden.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der deutschen Vertretungen in der Türkei und auf der Internetseite des Auswärtigen Amts.

Reisewarnung für die USA & Einreiseverbot seitens der USA

Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen touristischen Reisen in die USA.

Darüber hinaus haben die USA ein Einreiseverbot verhängt: Personen, die sich 14 Tage vor ihrer Einreise in die Vereinigten Staaten in Deutschland oder in einem anderen Teil des Schengen-Raums aufgehalten haben, dürfen nicht in die USA einreisen.

Die Einreise ist nur noch für Personen möglich, die

  • US-Bürger sind.
  • einen ständigen legalen Aufenthalt in den USA (Green Card) haben.
  • Personen, die in einem nahen Verwandtschaftsverhältnis zu einem US-Staatsbürger oder einer Person mit ständigem legalen Aufenthalt in den USA stehen
  • Diplomaten oder Mitarbeiter einer internationalen Organsiation sind.

Weitere Informationen des Auswärtigen Amts zu USA-Reisen.

Großbritannien plant ab 6. Juli 2020 ein Ampelsystem einzuführen. Die Länder sollen dann je nach Infektionsgeschehen in die Kategorien Grün, Gelb und Rot eingeteilt werden. Menschen aus Corona-unbedenklichen Ländern können direkt nach Großbritannien einreisen. Reisende aus roten Ländern, müssen in eine 14-tägige Quarantäne. Deutschland wird – Medienberichten zufolge – den grünen Status bekommen. 

England plant ab 10. Juli 2020 die Quarantäne-Vorschriften für einige Länder aufzuheben. Beispiele: Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien. Eine genaue Liste der Länder, die nicht mehr von den Quarantäne-Vorschriften betroffen sind, soll in Bälde veröffentlicht werden. Diese Regelung gilt aber nur für England. Wales, Schottland, Nordirland haben ihre eigenen Vorschriften.

Alle Einreisenden müssen an der Grenze weiterhin angeben, wo sie sich in den ersten 14 Tagen aufhalten. Diese Regeln gelten sowohl für Briten, die aus dem Urlaub zurück kehren, als auch für ausländische Touristen.

Aktuell gilt:

Wer ins Vereinigte Königreich und nach Nordirland einreisen möchte, muss sich zuvor elektronisch anmeldensowie sich nach der Einreise in eine 14-tägige häusliche Quarantäne  begeben.  Daher rät das Auswärtige Amt von nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Vereinigte Königreich, nach Nordirland sowie in die britischen Überseegebiete dringend ab. 

Die elektronische Anmeldung muss mittels Internet und darf frühestens 48 Stunden vor Einreise erfolgen. Bei der Einreise ist der Nachweis der erfolgten Anmeldung zu erbringen. 

Welche Berufsgruppen von der Quarantäne-Regelung ausgenommen sind, finden Sie auf der Internetseite der  UK-Regierung. Darüber hinaus sind Reisende, die aus Irland, den Kanalinseln sowie von der Isle of Man einreisen und sich 14 Tage vor ihrer Einreise auch dort aufgehalten haben von der Quarantäne-Regelung ausgenommen. Anmelden muss man sich aber trotzdem.

Ein Transit durch das Vereinigte Königreich und Nordirland ist trotz Quarantäne gestattet. Transitreisende müssen sich ebenfalls elektronisch anmelden.

Folgendes gilt innerhalb des Landes:

In England ist es derzeit verboten, andere Personen oder Familienangehörige zu Hause bzw. in geschlossenen Räumen zu treffen und woanders als zu Hause bzw. der eigenen Unterkunft zu übernachten. Sport ist im Freien erlaubt. Es dürfen sich max. 6 Personen treffen, jedoch nur im Freien und nur mit 2 Meter Abstand. Allerdings plant England, die Beschränkungen ab 4. Juli zu lockern: Der Sicherheitsabstand soll auf 1 Meter verringert werden, Hochzeiten mit max. 30 Gästen seien wieder erlaubt. Pubs, Restaurants, Hotels, Bed & Breakfast Unterkünfte, Friseure, Sportplätze, Kinos, Museen, Galerien und Büchereien sollen wieder öffnen. Geschlossen bleiben: Theater, Fitnessstudios, Schwimmbäder und Bowling-Bahnen. 

In Schottland ist es verboten, Personen, die nicht im eigenen Haushalt leben, zuhause bzw. in geschlossenen Räumen zu treffen. Treffen im Freien sind erlaubt für max. 8 Angehörige zweier  Haushalte. Auch hier gilt die 2-Meter-Abstandsregelelung. Sport im Freien ist gestattet. Indoor-Sportanlagen sind aber geschlossen. Ausflüge sind nur im Umkreis von 5 Meilen um den eigenen Wohnort herum erlaubt. Viele Ferienunterkünfte sind geschlossen, ebenso Restaurants, Pubs und Cafés. Diese bieten mitunter einen Abholservice an. Die meisten Geschäfte sind geschlossen. In Schottland gilt seit 22. Juni 2020 im öffentlichen Personennahverkehr Maskentragepflicht, also in U-Bahnen Straßenbahnen, Flugzeugem, auf Fähren und in Taxis. Ausnahme: Kinder unter fünf Jahren.  Lockerungen für den Tourismus soll es voraussichtlich ab 15. Juli geben.

Hinweise zur jeweiligen Situation finden Sie auf den Internetseiten der britischen Regierung sowie auf den Seiten der Regierungen von WalesSchottland und Nordirland.

Ein Paar läuft mit Gepäckstücken über einen Steg in Richtung Meer. Im Hintergrund sind kleine Wohnbungalows aus Stroh zu sehen.

Online Broschüre: Auf Pauschalreise durch Europa

Dank der EU haben Reisende, die eine Pauschalreise gebucht haben, Rechte, z. B. wenn die Reise abgesagt wird oder Mängel aufweist. Wir erklären die Rechtslage kurz und knapp.

Dateigröße: 2,1 MB

Coronavirus: Ihre Rechte im Rahmen einer Pauschalreise

Sie haben eine Pauschalreise gebucht, wenn Sie mindestens zwei Hauptreiseleistungen, zum Beispiel Flug und Hotel, als ein Paket gebucht und bezahlt haben. Zu den Pauschalreisen zählen auch Kreuzfahrten sowie Tagesreisen, die mehr als 500 Euro kosten.

Corona-Krise: Kann ich meine Pauschalreise kostenlos stornieren?

Viele Gerichte akzeptieren Reisewarnungen des Auswärtigen Amts als außergewöhnlichen Umstand. Wie es sich im Falle des Coronavirus verhält, ist noch nicht geklärt.

Verhandeln Sie mit Ihrem Reiseveranstalter und argumentieren Sie mit „unvermeidbaren außergewöhnlichen Umständen“ oder „höherer Gewalt“, also mit Ereignissen, die bei der Buchung nicht vorhersehbar waren. Mit diesem Argument sollte es normalerweise möglich sein, die Reise kostenlos zu stornieren.

Entscheidend ist aber, dass dieser Umstand zum Reisezeitpunkt vorliegt. Wenn Ihre Reise erst in einigen Wochen oder Monaten geplant ist, können Sie nicht ohne Weiteres auf eine kostenfreie Stornierung vertrauen.

Wichtig

Die reine Angst zu erkranken reicht nicht aus, um eine Reise kostenfrei abzusagen.

Pauschalreise zu einem späteren Zeitpunkt: Stornieren oder besser noch abwarten?

Wenn Sie frühzeitig stornieren, sind in der Regel die Stornokosten geringer. Wenn Sie abwarten, sind folgende Szenarien möglich:

  • Die Reise findet statt und die Lage hat sich soweit beruhigt, dass Sie die Reise antreten können. In diesem Fall bleibt alles beim Alten.
  • Die Reise findet statt, Sie möchten diese aber nicht antreten. Dann können hohe Stornokosten auf Sie zukommen.
  • Die Reise wird vom Reiseanbieter storniert. In diesem Fall bekommen Sie ihr Geld zurück.

Sie müssen folglich die Risiken für sich selbst bewerten und entsprechend entscheiden.

Wenn Sie die Reise frühzeitig storniert haben und sich später herausstellt, dass es zum Reisezeitpunkt eine Reisewarnung gegeben hat, stellt sich die Frage, ob Sie Ihre Stornogebühren zurückverlangen können. Schließlich hätten Sie den Reisepreis nicht bezahlen müssen, wenn sie abgewartet und erst später storniert hätten. Rechtlich ist dies bislang nicht eindeutig geklärt. Stornieren Sie die Reise schriftlich, um später einen Nachweis zu haben. Geben Sie die Coronavirus-Pandemie als Storno-Grund an. Außerdem sollten Sie darauf hinweisen, dass Sie im Falle einer andauernden Reisewarnung den vollständigen Reisepreis zurückhaben möchten.

Liegt keine Reisewarnung (mehr) vor, ist es die Kulanzentscheidung des Reiseveranstalters, ob Sie kostenfrei stornieren oder die Reise umbuchen dürfen.

Können Sie Sehenswürdigkeiten nicht besichtigten, die einen wesentlichen Bestandteil der Pauschalreise ausmachen, oder kommt es zu gravierenden Änderungen im Reiseablauf, kann dies ebenfalls einen Grund für einen kostenlosen Reiserücktritt darstellen.

Das kann zum Beispiel bei einer Änderung der Route im Fall einer Kreuzfahrt oder Rundreise der Fall sein. Fragen Sie bei Ihrem Reiseveranstalter nach. Eine wesentliche Änderung liegt auch dann vor, wenn Sie bei Ihrer Einreise zunächst eine 14-tägige Quarantäne antreten müssten.

Sagt hingegen der Reiseveranstalter die Pauschalreise  von sich aus ab, muss er Ihnen den Reisepreis erstatten.

Verlängerter Aufenthalt wegen des Coronavirus: Wer übernimmt die Kosten?

Können Sie nicht zum geplanten Zeitpunkt zurückreisen, weil zum Beispiel der Flug aufgrund des Coronavirus ausfällt, muss der Reiseveranstalter die Kosten für den verlängerten Aufenthalt für bis zu drei Tage tragen.

Was darüber hinaus geht, müssen Sie selbst bezahlen, sofern die Kosten nicht von einer anderen Institution (zum Beispiel Behörden) übernommen werden.

Werden Sie am Urlaubsort unter Quarantäne gestellt, übernehmen in manchen Ländern die Behörden die dadurch entstehenden zusätzlichen Kosten. Das hängt allerdings von den dort jeweils geltenden Gesetzen ab.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie Ihren Reiseveranstalter oder die lokalen Behörden.

Vorzeitiger Reiseabbruch: Bekomme ich mein Geld zurück?

Müssen Sie früher als geplant zurückreisen, können Sie unserer Meinung nach einen Teil des Reisepreises zurückverlangen. Die Höhe hängt von der Zahl der Tage ab, um die Ihre Reise verkürzt wird.

Aber auch hier gilt: Wie die Gerichte diesen Fall letztendlich beurteilen werden, bleibt abzuwarten. Versuchen Sie daher zunächst, mit dem Reiseveranstalter eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Welche Rechte gelten für Individualreisende?

Für individuell zusammengestellte Reisen, wenn Sie zum Beispiel den Flug und das Hotel bei unterschiedlichen Anbietern gebucht und bezahlt haben, gelten andere Regelungen als bei Pauschalreisen.

Es lohnt sich, einen Blick auf die Website des Anbieters zu werfen. Viele Reiseunternehmen bieten aufgrund der Corona-Krise derzeit besondere Stornobedingungen und Umbuchungsregelungen an. Zum Beispiel Lufthansa, Airbnb sowie die Deutsche Bahn.

Wichtig: Auslegungsrichtlinien für Passagierrechte

In Anbetracht der Reisebeschränkungen und Grenzkontrollen in den jeweiligen EU-Mitgliedstaaten, hat die Europäische Kommission Auslegungsrichtlinien zu den Passagierrechten vorgelegt. Diese sollen sicherstellen, dass die Rechte der Reisenden europaweit einheitlich Anwendung finden. Darüber hinaus hat die Europäische Kommission FAQ zum Thema Reiserecht und Corona  zusammengestellt.

Flugreisen: Rechte von Individualreisenden

Bei Flugreisen ist es in vielen EU-Ländern von den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und von der Kulanz der Airline abhängig, ob sich der Flug kostenfrei stornieren lässt. Verhandeln Sie mit der Fluggesellschaft. Viele zeigen sich in der aktuellen Lage kulant und bieten kostenfreie Umbuchungen oder Stornierungen an.

Achten Sie jedoch bei Umbuchungen darauf, was das Angebot genau beinhaltet. Häufig werden nur die Umbuchungsgebühren erlassen. Kostet dann der alternativ ausgewählte Flug mehr als der ursprünglich gebuchte, müssen Sie die Differenz nämlich selbst tragen.

Richtet sich Ihr Vertrag nach italienischem oder spanischem Recht, können Flüge bei höherer Gewalt sogar kostenfrei storniert werden. Das ist dann der Fall, wenn nach den AGB spanisches oder italienisches Recht gelten soll. Steht in den AGB nichts zum anwendbaren Recht, gilt das Recht des Landes, in dem Sie leben, wenn der Flug entweder dort startet oder landet. Ansonsten gilt das Recht des Landes, in dem die Fluggesellschaft Ihren Sitz hat. Egal, welches Landesrecht anwendbar ist, in jedem Fall bekommen Sie die Steuern und Gebühren des Tickets zurück.

Haben Sie Ihren Flug über ein Buchungsportal gebucht, ist bei Problemen die Airline Ihr erster Ansprechpartner, auch wenn Sie den Ticketpreis direkt an das Buchungsportal bezahlt haben. Wir empfehlen Ihnen dennoch, sich schriftlich an die Airline und an das Buchungsportal zu wenden, wenn die Fluggesellschaft nicht oder nicht in angemessener Zeit reagiert.

Individualreisen: Erstattung des Ticketpreises bei Flugausfall

Wurde Ihr Flug annulliert, muss Ihnen der Ticketpreis erstattet oder die Möglichkeit einer anderweitigen Beförderung zum Zielort, zum Beispiel Bahnfahrt oder Umbuchung des Flugs auf einen späteren Zeitpunkt, angeboten werden.

Bislang ungeklärt ist, ob Sie kostenfrei stornieren können, wenn Sie am Zielort in mehrtägige Quarantäne müssten. Sprechen Sie in diesem Fall mit der Airline und bitten Sie um eine kostenlose Umbuchungs- oder Stornierungsmöglichkeit.

Wichtig: angemessene Unterbringung

In den Auslegungsrichtlininen der Europäischen Kommission zu den Passagierrechten wurde auf folgendes hingewiesen:

Stranden Sie über Tage an Ihrem Urlaubs- oder Umsteigeort, muss die Fluggesellschaft Ihnen beistehen. Das bedeutet, dass die Airline Sie auf ihre Kosten angemessen in einem Hotel unterbringen muss, bis Sie nach Hause reisen können.

Diese Auslegungsrichtlinien sind zwar für Gerichte nicht verbindlich, werden aber meist von Richtern bei ihren Urteilen berücksichtigt.

Coronavirus: Handelt es sich um einen außergewöhnlichen Umstand?

Das muss von Fall zu Fall entschieden werden.

Außergewöhnlich sind die Umstände dann, wenn sie sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn die Airline alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen hätte, um den Flug dennoch durchzuführen.

Beruft sich die Fluggesellschaft auf außergewöhnliche Umstände, weil die Gegebenheiten am Zielort die Durchführung des Fluges erheblich erschweren oder unmöglich machen, entfällt der Entschädigungsanspruch.

Ist ein Gebiet oder eine Region komplett gesperrt, können Sie in der Regel davon ausgehen, dass es sich um einen außergewöhnlichen Umstand handelt.

Der Reiseveranstalter, die Fluggesellschaft oder das Hotel bieten mir einen Gutschein an. Muss ich diesen akzeptieren?

In einigen Fällen bieten Reiseveranstalter, Airlines oder Hotels bei einer Stornierung Gutscheine statt der Erstattung des Reisepreises an. Sie müssen den Gutschein nach deutschem Recht nicht akzeptieren, wenn Sie ein Recht zur kostenfreien Stornierung hatten.

Bietet der Reiseveranstalter den Gutschein aus Kulanz an, kann ein Gutschein eine Lösung sein. Beachten Sie bitte, dass Sie bei einem Gutschein nicht unbedingt gegen die Insolvenz des Veranstalters geschützt sind.

Darüber hinaus müssen nun in einigen Ländern Gutscheine angenommen werden, auch wenn Sie normalerweise einen Anspruch auf Erstattung hätten.

Gutscheine und besondere Erstattungsregeln: Das gilt in den jeweiligen EU-Ländern:

Das gilt für Pauschalreise-Stornos in Belgien

Wird eine Pauschalreise zwischen dem 20. März 2020 und dem 20. Juni 2020 storniert, so darf der Reiseveranstalter Ihnen einen Gutschein ausstellen. Sie müssen den Gutschein akzeptieren. Eine Erstattung des Reisepreises erfolgt nicht. Dabei ist es unerherblich, ob Sie selbst oder der Reiseveranstalter die Reise storniert haben.

Der Gutschein muss mindestens 1 Jahr lang gültig sein, den kompletten bezahlten Reisepreis abdecken und keine Zusatzkosten beinhalten. Darüber hinaus muss auf dem Gutschein ausgewiesen werden, dass er aufgrund der Corona-Pandemie ausgestellt wurde.

Wenn Sie den Gutschein annehmen, dann ist dieser gegen die Insolvenz des Reiseveranstalters abgesichert. Sie erhalten dann den vollständigen Reisepreis zurück.

Geregelt ist dies im Ministerialerlasses über die Rückerstattung von stornierten Pauschalreisen vom 19. März 2020.

Ein Pauschalreiseveranstalter darf statt einer Erstattung einen Gutschein anbieten, wenn die Reise wegen des Notstands in Bulgarien storniert wurde. Möchte der Verbraucher den Gutschein nicht annehmen und gibt es keine andere Abmachung zwischen Verbraucher und Reiseveranstalter, muss der Reiseveranstalter innerhalb von 12 Monaten ab der Beendigung des Notstands alle Zahlungen erstatten.

Alle stornierten Pauschalreisen bis vorerst zum 14.04.2020 sind durch einen Garantiefonds gesichert. Das heißt, dass die Reiseveranstalter Verluste aus dem Fonds ausgleichen können. Für Verbraucher bedeutet das, dass sie ihr Geld zurück bekommen. Das gilt auch, wenn bereits ein Gutschein akzeptiert wurde: Dieser kann wieder in eine Erstattung umgewandelt werden.

Freiwillige Gutscheinlösung für Pauschalreisen geplant

Bei stornierten Pauschalreisen dürfen die Reiseveranstalter ihren Kunden demnächst Gutscheine anbieten. Der Bundestag hat am 3. Juli 2020 dem entsprechenden Gesetzentwurf der Bundesregierung zugestimmt. Wann das Gesetz in Kraft tritt, ist noch unklar.

Folgende Regelungen sind vorgesehen:

  • Reiseveranstalter können für vor dem 8. März 2020 gebuchte Reisen, die aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden, anstelle der Erstattung des Reisepreises einen Gutschein anbieten. 
  • Der Reisende hat die Wahl zwischen Gutschein und Erstattung.
  • Für die Ausstellung, Übermittlung sowie für die Einlösung des Gutscheins dürfen dem Kunden keine Kosten entstehen.
  • Der Wert des Gutscheines soll neben der gesetzlichen Insolvenzabsicherung auch noch bis zur vollen Höhe durch eine ergänzende, staatliche Absicherung gesichert sein. 
  • Die Absicherung der Gutscheine ist zeitlich befristet.
  • Wird der Gutschein nicht bis spätestens Ende 2021 eingelöst, muss der ursprüngliche Reisepreis ausgezahlt werden. 

Weitere Informationen zur Gutscheinregelung für Pauschalreisen in Deutschland gibt es auf der Internetseite der Bundesregierung.

In Frankreich dürfen Gutscheine ausgestellt werden. Und zwar für Stornos, die zwischen dem 1. März und dem 15. September 2020 mitgeteilt werden. Dabei ist es unerheblich, ob die Reise von Ihnen oder seitens des Unternehmens storniert wird. Bitte beachten Sie aber, dass das Stornorecht  nur bei außergewöhnlichen und nicht vermeidbaren Umständen oder bei höherer Gewalt am Ort des gebuchten Aufenthalts gilt. Zwar gilt in Frankreich noch bis zum 14.07. der Ausnahmezustand. Allerdings hat sich das Leben in weiten Teilen Frankreichs wieder normalisiert.  Es kommt auf die Umstände des Einzelfalls an. Wir können daher nicht vorhersehen, ob ein Gericht in Ihrem Fall von einem coronabedingten Kündigungsrecht ausgehen wird.

Die Regelung gilt u. a. für folgende touristische Angebote:

  • Pauschalreise
  • Hotelreservierung
  • Mietwagen
  • Fahrradverleih
  • SPA-Behandlungen
  • Skiverleih, Skilift-Pässe

Unserer Auffassung nach fallen Ferienwohnungen von berufsmäßigen Anbietern ebenfalls unter den Begriff der touristischen Leistung (Unterbringung). Demnach dürfen auch sie einen Gutschein ausstellen. Privatanbietern, die ihre Ferienwohnung regelmäßig vermieten, ist es unseres Erachtens ebenfalls erlaubt, einen Gutschein auszustellen. Achtung: Für Airbnb gelten eigene Storno-Regelungen.

Diese Regelung gilt nicht für:

  • Flüge
  • Busreisen
  • Zugreisen

Das Unternehmen muss Sie innerhalb von 30 Tagen darüber informieren, dass ein Gutschein ausgestellt wird. Die Gutscheine sind ab Ausstellung 18 Monate lang gültig.

Wenn nach Ablauf der Gültigkeitsdauer der Gutschein nicht eingelöst wurde, können Sie den kompletten Geldbetrag des Gutscheines zurückverlangen. Wurde nur ein Teilbetrag eingelöst, dann erhalten Sie den noch übrigen Gutscheinbetrag zurück.

Darüber hinaus muss das Unternehmen Ihnen innerhalb von 3 Monaten ein Alternativangebot unterbreiten.

Werden Kulturveranstaltungen zwischen dem  12. März und dem 15. September 2020 abgesagt, darf ebenfalls ein Gutschein ausgestellt werden. Dieser ist dann 12 Monate lang gültig.

Ihrem Vertragspartner gegenüber können Sie sich auf die "Ordonnance Voucher" Nr. 2020-315 vom 25. März 2020 berufen. Weitere Informationen (in französischer Sprache) - siehe unten:

Fluggesellschaften dürfen für Flüge, die zwischen dem 25.02. und dem 30.09.2020 storniert werden, statt der Erstattung des Ticketpreises einen Gutschein ausstellen. Dieser ist mindestens 18 Monate ab dem Ausstellungsdatum gültig und darf für alle Ziele der Airline eingelöst werden. Eine Erstattung dürfen Sie erst verlangen, wenn die 18 Monate abgelaufen sind, ohne dass Sie den Gutschein eingelöst haben.

Dasselbe gilt für Seereisen, also beispielsweise Fähren, nur dass die Regelung hier für Stornierungen zwischen dem 25.02. und dem 31.10.2020 gilt.

Bei Pauschalreisen  zwischden dem 25. Februar und 30. September dürfen Reiseveranstalter Gutscheine innerhalb von 30 Tagen ab der Stornierung ausstellen. Tun sie das nicht innerhalb dieses Zeitraums, haben Sie das Recht, sofort die Erstattung des Reisepreises zu verlangen. Der Gutschein muss mindestens 18 Monate ab der Ausstellung und für ähnliche Reiseleistungen wie die ursprünglich vereinbarten gelten. Nach Ablauf der 18 Monate dürfen Sie die Erstattung verlangen.

Auch für individuell gebuchte Hotels gilt die Gutscheinregelung. Übrigens haben Sie als Verbraucher in Griechenland ein besonderes Stornierungsrecht: Art. 388 des griechischen Zivilgesetzbuchs sagt, dass Hotelbuchungen wegen höherer Gewalt storniert werden dürfen. Dann sind die erbrachten Leistungen zu erstatten. Es gibt aber kein Recht auf eine Erstattung bzw. einen Gutschein, wenn Sie als Verbraucher weniger als 21 Tage vor der geplanten Ankunft stornieren.

Für Pauschalreisen ebenso wie für individuell gebuchte Flugreisen, Reisen mit anderen Transportunternehmen und Unterkünfte gilt folgendes:

Das Notdekret, das die Gutscheinlösung bislang beinhaltet hatte, wurde inzwischen in ein Gesetz überführt. Der Gutschein wird somit zur Lösung schlechthin. Dabei ist es unerheblich, ob Sie oder der Dienstleister die Leistung stornieren.

Eine zeitliche Begrenzung gibt es nicht mehr: Gutscheine dürfen für die gesamte Dauer des Covid-Notstandes ausgestellt werden. Also so lange das Hotel geschlossen bleiben muss / bleibt und / oder der Gast wegen einer Reisebeschränkung nicht anreisen kann.

Der Unternehmer hat seine Pflicht erfüllt, sobald er Ihnen den Gutschein zugeschickt hat. Dabei ist es unerheblich, ob Sie den Gutschein annehmen oder diesen ausdrücklich ablehnen.

Sie haben 12 Monate Zeit, den Gutschein einzulösen.

Selbst wenn die Allgemeinen Geschäftsbedingungen etwas anderes vorsehen, kann ein Gutschein ausgestellt werden. Nehmen Sie daher Kontakt zum Unternehmer auf. Lassen Sie sich die Details schriftlich bestätigen, wenn Sie zum Beispiel eine längere Laufzeit des Gutscheines vereinbart haben oder mit dem Unternehmer dahingehend verblieben sind, dass Sie diesen auf Dritte übertragen dürfen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Europäischen Verbraucherzentrums Italien.

Die irische Regierung hat eine kurzfristige Notfallmaßnahme, die sogenannte „Refund Credit Note“ eingeführt. Reisevermittler und Pauschalreiseveranstalter, die bei der irischen Luftfahrtbehörde lizenziert sind, können einen Gutschein ausstellen, wenn die Buchung aufgrund der Covid-19-Reisebeschränkungen storniert wurde. Die Annahme des Gutscheines ist freiwillig. Wer den Gutschein annimmt, der gegen Insolvenz abgesichert ist, kann später eine neue Pauschalreise buchen.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des ECC Irlands.

Verbraucher, deren Pauschalreise nach dem 1. März 2020 durchgeführt werden sollte, dürfen die Reise innerhalb von 180 Tagen nach Ende des außergewöhnlichen Umstands stornieren. Der Pauschalreiseveranstalter darf den Kunden einen Gutschein anbieten. Der Gutschein muss mindestens über den gezahlten Preis und mit einer Gültigkeitsdauer von mindestens 12 Monaten ausgestellt werden. Wenn bei der Einlösung ein Teilbetrag übrig bleibt, muss der Pauschalreiseveranstalter diesen auszahlen. Der Gutschein ist innerhalb von 14 Tagen nach der Erstattungsanfrage des Verbrauchers oder spätestens 90 Tage vor der geplanten Abreise auszustellen. Der Gutschein ist übertragbar. Wenn der Verbraucher sich für eine Ersatzreise entscheidet, die von der ursprünglichen abweicht, muss diese bis zum Ende des Jahres durchgeführt werden, nach dem die außergewöhnlichen Umstände von COVID-19 geendet haben. Der Verbraucher  muss den Gutschein nicht akzeptieren und kann eine Erstattung des Reisepreises verlangen. Der Pauchalreiseveranstalter ist dann verpflichtet, den Betrag innerhalb von 14 Tagen, nach Ende des außergewöhnlichen Umstands, zu erstatten.

 

 

Für Pauschalreisen dürfen Gutscheine mit einer Gültigkeitsdauer von 12 Monaten ausgestellt werden. Der Verbraucher hat aber das Recht, die Erstattung innerhalb von 14 Tagen zu verlangen, sobald die Einschränkungen aufgrund COVID-19 aufgehoben werden. Bei der Einlösung des Gutscheins muss der Verbraucher die Differenz bezahlen, wenn die neue Reise mehr kostet. Der Betrag, der nicht eingelöst wurde, kann vom Verbraucher nach dem Ablauf der 12 Monate zurückverlangt werden.

Luxemburg hat am 18. März 2020 den Krisenzustand ausgerufen. Dieser Status kann normalerweise bis zu drei Monate aufrechterhalten werden. Während dieses Zeitraumes müssen luxemburgische Pauschalreiseveranstalter keine Reisepreise erstatten. Ganz gleich, ob der Pauschalreisevertrag durch den Reisenden oder den Reiseveranstalter storniert wurde. Geregelt ist dies in der großherzoglichen Verordnung (Grand-Ducal) vom 27. März 2020.

Gutscheinregelungen wie aus anderen EU-Ländern bekannt, gibt es bislang keine.

Bislang gibt es in Malta keine Gutscheinregelung für Pauschalreisen. Der Reiseveranstalter muss den Reisepreis innerhalb von 6 Monaten erstatten.

Das gilt für Pauschalreisen

  • In den Niederlanden dürfen Pauschalreiseveranstalter Gutscheine ausgeben. Sie müssen den Gutschein aber nicht annehmen, wenn Sie nicht möchten.
  • Nehmen Sie den Gutschein an und ist der Pauschalreiseveranstalter Mitglied des ANVR/SGR, dann ist der Gutschein gegen die Insolvenz des Reiseveranstalters geschützt.
  • Wenn Sie den Gutschein jedoch annehmen, ist dieser 1 Jahr lang gültig. Sie müssen die Reise dann innerhalb eines Jahres buchen. Der tatsächliche Reisetermin kann aber auch später sein.
  • Buchen Sie eine Reise, die vom Preis her günstiger ist als der Gutscheinbetrag, erhalten Sie das zuviel bezahlte Geld zurück.
  • Wenn Sie den Gutschein angenommen haben und Ihre Reise aus persönlichen Gründen nicht antreten können, erhalten Sie Ihr Geld zurück. Diese Regelung greift nach 6 Monaten, gerechnet vom Ausstellungsdatum des Gutscheins an.


Das gilt für individuell gebuchte Flüge

In den Niederlanden dürfen Fluggesellschaften zwar Gutscheine anbieten, Passagiere dürfen diese jedoch ablehnen und eine Erstattung des Ticketpreises verlangen.

Verbraucher, deren Flug von KLM storniert wurde und dafür einen Gutschein bekommen hben,  könnenn nun über folgenden Link gemäß den europäischen Regelungen eine Erstattung des Flugpreises beantragen: https://apps.isc.klm.com/refundvoucher/ Wer lieber einen Gutschein haben möchte, kann dies ebenfalls über diesen Link beantragen. In beiden Fällen ist Geduld gefragt. Es kann durchaus zwei Monate dauern, bis Sie Antwort erhalten


Das gilt für Ferienwohnungen und Ferienhäuser

Bei Ferienhäusern bzw. -wohnungen müssen Sie einen Gutschein momentan nicht annehmen. Bitte beachten Sie: Wenn Sie den Gutschein annehmen, sind Sie nicht gegen die Insolvenz des Unternehmens geschützt.

Weitere Informationen (in englischer Sprache) gibt es beim Europäischen Verbraucherzentrum Niederlande.

Pauschalreiseveranstalter dürfen sich für Erstattungen bis zu 3 Monate Zeit lassen. Dies gilt für alle Stornierungen zwischen dem 1. März und dem 14. Juni 2020 sowie für alle ausstehenden Erstattungen.

Seit 01.04.2020 gilt: Wurde die Pauschalreise aufgrund der Corona-Pandemie storniert, kann sich der Reiseveranstalter für die Erstattung 180 Tage Zeit lassen. Möchte der Verbraucher nicht so lange warten, kann er einen Gutschein verlangen. Der Gutschein muss 12 Monate gültig sein. Das gleiche gilt für Hotelreservierungen, die vom Hotelanbieter storniert wurden.

Wenn Sie individuell einen Flug bei einer Airline gebucht haben, diese den Flug absagt und Ihnen dann einen Gutschein anbietet, brauchen Sie diesen nicht anzunehmen, wenn Sie nicht wollen. Die Airline muss Ihnen den Ticketpreis erstatten.

Für individuell gebuchte Unterkünfte und Pauschalreisen, die zwischen dem 13.03.2020 und dem 30.09.2020 wegen COVID-19 storniert werden, können Sie einen Gutschein oder eine Umbuchung verlangen. Egal, ob Sie oder der Unternehmer storniert hat. Diese Regelung gilt dann, wenn gemäß den Vertragsbedingungen eine Erstattung sonst nicht möglich wäre.

Der Gutschein muss bis zum 31.12.2021 gültig sein und ist auf andere Personen übertragbar. Haben Sie den Gutschein bis zu diesem Datum nicht eingelöst, können Sie eine Erstattung verlangen.

Auch die Umbuchungsmöglichkeit muss bis zum 31.12.2021 gewährt werden. Ist der Preis dann geringer als der bereits bezahlte, wird der Rest nicht erstattet. Allerdings können Sie die Differenz für andere Leistungen des Unternehmers nutzen. Konnte bis zum 31.12.2021 nicht umgebucht werden, können Sie eine Erstattung verlangen. Diese muss innerhalb von 14 Tagen ausgezahlt werden.

Ausnahme: Sind Sie als Verbraucher jedoch arbeitslos, dürfen Sie bis zum 20.09.2020 eine Erstattung verlangen, die ebenfalls innerhalb von 14 Tagen erfolgen muss.

Am 30. April ist ein Gesetz in Kraft getreten, das Pauschalreiseanbietern erlaubt, Gutscheine anzubieten, wenn die Reise wegen der Corona-Pandemie storniert wurde. Diese Gutscheine sind 24 Monate gültig und müssen durch den Veranstalter gegen Insolvenz abgesichert sein. Nach Ablauf der 24 Monate darf der Verbraucher den nicht genutzten Betrag zurückverlangen. Man muss einen solchen Gutschein aber nicht akzeptieren, sondern kann auch weiterhin eine Erstattung verlangen. Dafür hat der Reiseanbieter ab Ende der Pandemie 12 Monate Zeit.

Wird Ihre Pauschalreise aufgrund der Coronavirus-Pandemie storniert, dürfen Sie weiterhin die Erstattung des Reisepreises verlangen. 

Es kann sein, dass der Reiseveranstalter oder Reisevermittler von seinen eigenen Leistungsanbietern (z. B. Hotels, Airlines) nicht oder nur teilweise Geld zurückbekommt. Kann er das nachweisen, darf er Ihnen einen Gutschein im Wert des ausstehenden Betrags statt der Erstattung ausstellen.

Der Gutschein muss ab Beendigung des Notstandes ein Jahr lang gültig sein und die volle Höhe des Erstattungsbetrages abdecken. Nach Ablauf der Gültigkeit können Sie eine Erstattung verlangen, wenn Sie den Gutschein nicht eingelöst haben. Gutscheine müssen ausreichend finanziell abgesichert sein, damit die Einlösung auch gewährleistet werden kann."

Für individuell gebuchte Leistungen wie Flüge, Züge und andere Transportmittel, Ferienunterkünfte, Eventtickets gilt folgendes:

Wenn Ihr Vertrag aufgrund der wegen des Notstandes getroffenen Maßnahmen nicht erfüllt werden kann, können Sie den Vertrag kündigen. Dies muss innerhalb von 14 Tagen nach Ende des Notstandes geschehen. Die Unternehmen dürfen Alternativen wie beispielsweise ein Gutschein anstelle einer Erstattung anbieten. Wenn Sie sich innerhalb von 60 Tagen nicht mit dem Erhalt eines Gutscheines einverstanden erklärt haben, dann muss der Unternehmer Ihnen das Geld erstatten. Der Unternehmer darf aber die Kosten, die ihm entstanden sind, einbehalten. Dafür muss er Ihnen aber eine genaue Aufstellung der angefallenen Kosten zur Verfügung stellen.

Tipp: Schauen Sie in die AGB des Unternehmens. Vielleicht gibt es dort eine für Sie günstigere Stornierungs- oder Umbuchungsregelung, auf die Sie sich berufen können. Prüfen Sie auch, ob z. B. ein Transportunternehmen besondere Regelungen anbietet, die eventuell vorteilhafter für Sie sind.

In Tschechien gilt eine sogenannte Schutzperiode für Pauschalreisen vom 20.02.2020 bis zum 31.08.2020. Das bedeutet, dass der Reiseveranstalter einen Gutschein ausstellen darf. Dabei ist es unerheblich, ob der Reiseveranstalter oder der Urlauber die Reise storniert hat. Der Gutschein muss schriftlich ausgestellt werden und darf höchstens bis zum 31.08.2021 gelten. Die Gutscheine sind gegen Insolvenz abgesichert. Für bestimmte Personengruppen gibt es Ausnahmen: So können z. B. Menschen mit Handicap, Menschen über 65 Jahre, Arbeitsuchende, Menschen in Elternzeit und Alleinerziehende, die sich um ein Kind kümmern, den Gutschein ablehnen.

Wurde der Gutschein innerhalb der Schutzperiode nicht eingelöst, muss der Reiseveranstalter den gezahlten Betrag innerhalb von 14 Tagen erstatten.

Kann ich die Hotelreservierung oder das Ferienhaus kostenfrei stornieren?

In zahlreichen EU-Mitgliedstaaten legen die Hotelbetreiber selbst fest, ob die Hotelunterkunft kostenlos storniert werden dürfen, ob Stornogebühren fällig werden oder ob der komplette Betrag bezahlt werden muss. 

Es kommt jedoch immer auf die Rechtslage im jeweiligen Land an. Darf der Hotelbetreiber seine Unterkunft am Zielort auch weiterhin anbieten, tragen Sie häufig das alleinige Risiko, ob Sie an den Zielort und wieder zurückreisen können. Wenn Sie in einem solchen Fall das Hotelzimmer stornieren, ist es durchaus möglich, dass Sie trotz einer bestehenden Reisewarnung die Stornokosten bezahlen müssen.

Gleiches gilt, wenn Sie ein Ferienhaus gebucht haben. Auch hier kommt es auf das Mietrecht des Urlaubslandes und die Vertragsbedingungen an.

Achtung: Ist die kostenfreie Stornierung laut einem Gesetz oder den AGB bei unvorhersehbaren Umständen möglich, kann bei Buchungen nach dem 11. März 2020 hinsichtlich der COVID-19-Pandemie nicht mehr von einem unvorhersehbaren Umstand gesprochen werden. An diesem Datum hat die World Health Organisation den Coronavirus zur Pandemie erklärt. Deshalb war mit Einschränkungen in Bezug auf Reisen zu rechnen. Wer also danach noch eine Unterkunft gebucht hat, kann nicht mehr wegen der Coronavirus-Pandemie als unvorhersehbarem Umstand kostenfrei stornieren.

Stornierungsmöglichkeiten in Italien und Österreich

In Österreich und Italien können Sie sich kurz vor Reiseantritt auf den Wegfall der Grundlage des Vertrags berufen. Ist das im Zielland anders, bitten Sie um einen Gutschein für einen späteren Zeitpunkt. Darauf lassen sich Hotelbetreiber eher ein als auf eine kostenfreie Stornierung.

So machen Sie Ihre Rechte geltend

Versuchen Sie zunächst, selbst eine Lösung mit dem Anbieter zu finden. Tun Sie dies unbedingt schriftlich, um den entsprechenden Nachweis zu haben. Geben Sie dem Anbieter einen angemessenen Zeitraum um Ihnen zu antworten, da momentan viele Verbraucherinnen und Verbraucher die  entsprechenden Anfragen stellen.

Sollte sich keine Lösung finden lassen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten: außergerichtliche Streitbeilegung über uns (Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren), Inanspruchnahme einer Schlichtungsstelle oder die gerichtliche Geltendmachung Ihrer Forderung.

Wichtig: Sie müssen sich für einen Weg entscheiden bzw. können die verschiedenen Möglichkeiten nur zeitlich nacheinander nutzen. Es ist nicht zulässig, sich zeitgleich sowohl an uns als auch an eine Schlichtungseinrichtung als auch an einen Anwalt zu wenden.

Wenn Sie möchten, dass wir uns um eine kostenlose, außergerichtliche Streitbeilegung bemühen oder allgemeine Fragen haben, füllen Sie bitte unser Formular aus. Voraussetzung ist immer, dass Sie in Deutschland ansässig sind und sich Ihre Beschwerde gegen ein Unternehmen aus einem anderen EU-Land, Norwegen, Island oder UK richtet.

Hier finden Sie Informationen zu Schlichtungsstellen in Europa (z. B. für Flugreisen, Ferienhäuser, Pauschalreisen)

Namen und Adressen von Anwälten finden Sie z. B. über das bundesweite amtliche Anwaltsverzeichnis der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK):

Deutschsprachige Rechtsanwälte in anderen EU Ländern gibt es bei E-Justice.

Und eventuell kommt auch ein Europäisches Gerichtsverfahren in Frage (kein Anwalt notwendig). Weitere Informationen finden Sie auf Portal 21. 

Muss ich noch offene Reiserechnungen bezahlen?

Wenn Sie eine Reise geplant und diese noch nicht vollständig bezahlt haben, bleibt die Frage, ob Sie noch offene Rechnungen begleichen müssen. Grundsätzlich gilt, dass Sie einen Vertrag geschlossen haben und diesen auch erfüllen müssen. Infolgedessen müssen Sie die Rechnung auch bezahlen.

Sollten Sie sich mit Ihrem Vertragspartner auf die Verschiebung der Reise auf ein späteres Datum geeinigt haben, klären Sie mit ihm die genauen Zahlungsmodalitäten. Verhandeln Sie z. B.  darüber, bis zu welchem Termin noch offene Restzahlungen beglichen werden müssen. Und lassen Sie sich alles schriftlich bestätigen. Es kann nämlich durchaus vorkommen, dass Ihr Vertragspartner für Reisen, die z. B. erst 2021 stattfinden werden, bereits in diesem Jahr die Restzahlung haben möchte. Wenn Sie das nicht möchten, argumentieren Sie dahingehend, dass auch weiterhin die Zahlungsmodalitäten gelten sollten, die ursprünglich in den AGB vereinbart wurden. Steht in den AGB z. B. "Zahlung der Restbeträge 4 Wochen vor Reisebeginn" und der Reisebeginn ist erst 2021, dann ist auch die Zahlung der Restbeträge erst 4 Wochen vor Reisebeginn 2021 fällig.

Anders ist es, wenn Sie das Recht zur kostenfreien Stornierung haben. Dann brauchen Sie den offenen Rechnungsbetrag nicht mehr zu begleichen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Sie Ihren Vertragspartner darüber informiert haben, dass Sie von Ihrem Recht auf kostenfreie Stornierung Gebrauch machen.

Einreiseverbot wegen Coronavirus

Laut dem deutschen Reiserechtsexperten Prof. Dr. Ernst Führich handelt es sich bei einem behördlich verhängten Einreiseverbot um einen Fall von höherer Gewalt. Pauschalreisen und individuell gebuchte Flüge können infolgedessen kostenlos storniert werden.

Sie können bei individuell gebuchten Leistungen gegenüber der Fluggesellschaft auch mit dem Wegfall der Geschäftsgrundlage für den Vertrag argumentieren, wenn Sie auch einen Aufenthalt in dem betroffenen Land geplant hatten. Dies können Sie beispielsweise durch Hotelbuchungen nachweisen.

Wie bei vielen Fragen zum Thema Coronavirus ist auch diese bislang eine ungeklärte Rechtsfrage. Das letzte Wort bei der Auslegung der Gesetze haben die Gerichte.

Ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen seitens der Airline besteht in einem solchen Fall nicht.

Wann greift meine Reiseversicherung?

Ob der Versicherungsschutz Ihrer Reiserücktritts- oder Reiseabbruchversicherung greift, hängt von den jeweiligen Vertragsbedingungen ab.

Epidemien, Pandemien und Terror sind meist von der Versicherung ausgeschlossen. Normalerweise greift die Reiserücktritts- oder Reiseabbruchversicherung bei Unfällen, schweren Verletzungen (Knochenbrüchen) oder unvorhersehbaren Erkrankungen der versicherten Person.

Erkranken Sie im Ausland, übernimmt normalerweise Ihre Auslandsreisekrankenversicherung die Behandlungskosten. Bitte werfen Sie aber einen Blick in die Geschäftsbedingungen Ihrer Auslandsreisekrankenversicherung.

Manche Versicherer schließen den Versicherungsschutz bei einer Pandemie bezüglich der entsprechenden Krankheit aus. Schauen Sie daher in die Vertragsunterlagen Ihrer Versicherung.

Achtung

Versicherungen verlangen als Nachweis die Vorlage eines ärztlichen Attests. Die reine Angst zu erkranken genügt nicht, um den Versicherungsschutz in Anspruch zu nehmen.

Tipps für die Reisebuchung in Corona-Zeiten

Wer jetzt eine Reise bucht, sollte auf folgendes achten:

  • Überlegen Sie sich, ob eine Pauschalreise für Sie in Frage kommt. Denn bei Pauchalreisen haben Sie die besseren Chancen, die Reise kostenlos zu stornieren, wenn es zu einer zweiten Corona-Welle oder zu einem Lockdown im jeweiligen Land kommt.
     
  • Fragen Sie vor der Buchung Ihrer Pauschalreise, ob bzw. mit welchen Beschränkungen Sie z. B. im Hotel rechnen müssen. Vielleicht darf der Wellness-, der Fitness-Bereich oder der Pool nicht genutzt werden. Hat der Reiseveranstalter Sie vor Ihrer Buchung entsprechend informiert, können Sie das hinterher nicht als Reisemangel reklamieren und eine Minderung des Reisepreises verlangen.
     
  • Fragen Sie nach, wie die Belegung des Restaurants gestaltet ist und ob man dort vorher einen Tisch z. B. zum Abendessen reservieren muss. Nicht, dass Sie Halbpension gebucht haben und es dennoch keinen Platz im Restaurant für Sie gibt. 
     
  • Wenn Sie eine Individualreise buchen, z. B. eine Hotelübernachtung mit eigener Anreise, buchen Sie nur Reiseleistungen, die sich kurzfristig kostenlos oder zu geringen Gebühren stornieren lassen. Lesen Sie sich vor der Buchung die Storno-Regelungen und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters genau durch. 
     
  • Klären Sie vor der Buchung, ob eine Möglichkeit zur kostenlosen Umbuchung besteht. So können Sie die den Urlaub im Falle einer zweiten Welle bzw. eines Lockdowns verschieben.
     
  • Vor allem bei Ferienwohnungen / Ferienhäusern sollten Sie auf die Storno-Regelungen bzw. Umbuchungsmöglichkeiten achten.
     
  • Fragen Sie nach, ob man "Stornierungspakete" hinzubuchen kann. Wenn die Reiseleistung sehr teuer ist, kann es sich mitunter lohnen, für wenige Euro eine Stornierungs-Option hinzuzubuchen.
     
  • Lesen Sie vor Reisebuchung die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes. Denn manche Ländern haben nach wie vor Quarantäne-Regelungen. 
     
  • Nehmen Sie einen ausreichenden Vorrat an Medikamenten mit in den Urlaub, damit Sie ausreichend Medikamente haben, sollten Sie aufgrund eines Lockdowns länger bleiben müssen.