Brexit: Studieren in Großbritannien

Mehr als 3 Millionen EU-Bürger leben in Großbritannien. Darunter circa 135.000 Studierende. Doch was ist nach dem Brexit? Wie sieht es mit Studiengebühren, finanziellen Förderungen und vor allem mit dem Bleiberecht aus?

Studieren in Großbritannien: Was passiert nach dem Brexit?

Studierende aus EU-Ländern, die vor dem Ende der Übergangsphase am 1. Januar 2021 ihr Studium in Großbritannien aufgenommen haben, brauchen kein Visum.

Wer länger als bis zum 31. Dezember 2020 bleiben möchte, weil das Studium zum Beispiel noch nicht beendet ist, muss eine Aufenthaltsgenehmigung gemäß des EU Settlement Schemes beantragen.

Wenn nach der Übergangsphase kein Abkommen zwischen Großbritannien und der EU ausgehandelt wurde, gelten neue Einwanderungsregeln für EU-Bürger (European Temporary Leave to Remain). Das bedeutet, dass Studierende nach einem 3-monatigen Aufenthalt in Großbritannien eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen müssen. Diese berechtigt sie dann dazu, 36 Monate lang in Großbritannien zu bleiben. Wie die Regelung für Studierende aussieht, die länger als 36 Monate bleiben möchten ist noch nicht bekannt.

Weitere Informationen gibt es beim UK Council for International Students Affairs (UKCISA) und beim British Council.

Was passiert mit den Studiengebühren nach dem Brexit?

In den meisten Ländern Großbritanniens gibt es Studiengebühren (tuition fees). Auch für Studierende aus der EU. Für einen undergraduate Studiengang (ähnlich dem Bachelor) können diese in England zwischen 6.000 und 9.250 GBP pro Jahr betragen, in Wales zwischen 6.000 und 9.000 GBP.

In Nordirland liegen die Studiengebühren bei maximal 4.160 GBP.

In Schottland würden die Studiengebühren eigentlich bei 1.820 GBP liegen, aber diese werden zum Beispiel von der SAAS (Student Awards Agency for Scotland) übernommen. Somit zahlen Studierende aus der EU für ihr Studium in Schottland keine Studiengebühren.

Für postgraduate Studiengänge (ähnlich dem Master) können die Universitäten die Gebühren frei festlegen.

Studierende, die im Studienjahr 2019/2020 (September bis Juli) und 2020/2021 in Großbritannien studieren, behalten auch nach dem Brexit ihren home fee status. Das heißt, sie zahlen die gleichen Studiengebühren wie britische Studierende. Auch wenn das Studium erst nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU endet.

Wer das Studium bereits begonnen hat, behält ebenfalls den home fee status. Und zwar bis zum Ende des Studiums, auch wenn dieses erst nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU endet.

Weitere Infos gibt es auf der Internetseite Universities UK, bei der UCAS und beim UKCISA.

Studium: Erhalte ich weiterhin finanzielle Unterstützung der britischen Regierung?

Für Studierende aus der EU, die im Studienjahr 2019/2020 (September bis Juli) oder im Studienjahr 2020/2021 in England, Schottland, Wales und Nordirland studieren, bleiben die bisherigen finanziellen Förderungen bestehen.

Studieren in Großbritannien: BAföG trotz Brexit?

Während der Übergangsphase ändert sich bis 31. Dezember 2020 nichts. Es wird also weiterhin BAföG bezahlt. Was danach geschieht, bleibt abzuwarten.

Auslandssemester in Großbritannien: Ist Erasmus+ nach dem Brexit noch möglich?

Deutsche Studierende, die im Rahmen des Erasmus+ Programmes nach Großbritannien gehen, zahlen normalerweise keine Studiengebühren. Das wird sich auch bis Ende des Studienjahres 2020 / 2021 (September bis Juli) nicht ändern. Denn: Der Budget-Zeitraum des Erasmus+ Programmes läuft bis 2020. Was danach geschieht, bleibt abzuwarten.