Schlag gegen Online-Betrüger: Aliaz Cooperation SIA muss 90.000 Euro Strafe zahlen

Das lettische Unternehmen Aliaz lockt europaweit Verbraucher in eine Abofalle. Über 740 Verbraucherbeschwerden liegen allein beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland vor. Den unlauteren Geschäftspraktiken wurde nun ein Riegel vorgeschoben.

Auf Werbeanzeigen, die in sozialen Medien und auf pornografischen Webseiten zu finden sind, wirbt das Unternehmen mit angeblichen Potenzmitteln, Diätpillen und Kosmetika. Verbrauchern wird der Anschein vermittelt, eine Gratisprobe oder ein kostenpflichtiges, aber einmaliges Testpaket zu bestellen. Wer seine Daten angibt, rutscht jedoch in ein Abonnement. Rechnungen und Mahnungen belaufen sich schnell auf mehrere hundert Euro. Wer nicht zahlt, erhält Inkassoschreiben.

Gezielte Irreführung und Verstoß gegen gesetzliche Informationspflichten

Das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net) informierte die zuständigen Durchsetzungsbehörden über die fragwürdigen Praktiken. Die lettische CPC-Behörde PTAC schreitet nun ein. In einer Pressemitteilung vom 2. September heißt es, Aliaz Cooperation SIA verstoße gegen gesetzliche Bestimmungen, etwa beim Widerrufsrecht oder der Impressumspflicht.

Hervorgehoben wird insbesondere, dass Kunden gezielt getäuscht werden, etwa im Hinblick darauf, dass es sich nicht nur um eine einmalige Lieferung handelt und welche Kosten auf den Verbraucher zukommen. Auch die Inhaltsstoffe der Produkte werden nicht angegeben. Beanstandet wird zudem das aggressive Eintreiben der ungerechtfertigten Forderungen.

PTAC verhängte gegen Aliaz nun eine Geldstrafe von 90.000 Euro und schöpfte damit den maximal möglichen Betrag von 100.000 Euro fast vollständig aus. Zudem wurde das Unternehmen dazu verpflichtet, die unlauteren Geschäftspraktiken unverzüglich einzustellen und in Zukunft ähnliche Praktiken zu unterlassen.

Effektive Zusammenarbeit zwischen ECC-Net und Behörden

Das EVZ Deutschland sieht in der Entscheidung einen wichtigen Schritt im Kampf gegen den Internetbetrug. Dieser konkrete Fall zeigt auch die große Bedeutung des Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren als Frühwarnsystem für solche verbotenen Geschäftspraktiken.

Durch die intensive Zusammenarbeit des ECC-Net mit den Behörden konnten ausreichend Nachweise für die Verstöße gesammelt und diese effektiv verfolgt werden.

Musterschreiben und kostenlose Hilfe

Verbraucher, die Opfer der Aliaz Cooperation geworden sind, erhalten auf der Internetseite des EVZ Deutschland Musterschreiben, mit denen sie sich gegen die Zahlungsaufforderungen wehren können. Auch die Juristen des EVZ helfen kostenlos, aus der Abofalle wieder herauszukommen.

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