Zahlungen ins Ausland

Sie wollen eine Geldüberweisung in ein anderes EU-Land vornehmen? Oder Sie wollen ein SEPA-Lastschriftverfahren einrichten, z. B. um die Stromrechnung für Ihr Apartment im Nachbarland zu bezahlen? Wir geben Ihnen wichtige Informationen und erklären, warum Sie Bargeldtranfer besser meiden sollten.

SEPA-Überweisung

Dank SEPA sind Überweisungen ins EU-Ausland recht unkompliziert. Wird die Überweisung innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums in Euro vorgenommen, benötigen Sie nur die IBAN des Empfängers. Diese besteht aus einem Ländercode (bei Banken in Deutschland DE) und einer zweistelligen Prüfziffer, sowie je nach Land aus bis zu 30 weiteren Zeichen.

Bei Fremdwährungen oder Überweisungen in Drittstaaten benötigen Sie den BIC (Swift-Code) der Empfängerbank. Er besteht aus 8 oder 11 Zeichen. Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht verschreiben, sonst besteht die Gefahr, dass der Geldbetrag einem anderen Konto gutgeschrieben wird. Die Bank kann das Geld nicht zurückbuchen. In diesem Fall sollten Sie Ihre Bank schriftlich auffordern, alle verfügbaren Informationen herauszugeben, die nötig sind, um die Erstattung des Zahlungsbetrags zu beantragen. Wenn Sie sich verschrieben haben und es kein Konto mit dieser IBAN gibt, wird die Bank den Geldbetrag auf Ihr eigenes Konto zurückbuchen. Hierfür können unter Umständen Bearbeitungskosten anfallen.

Kosten

Ihre Bank darf Ihnen für eine grenzüberschreitende SEPA-Überweisung keine höheren Kosten berechnen als für eine innerstaatliche Überweisung. Hierfür müssen aber folgende drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie führen die Überweisung in Euro oder Schwedischen Kronen aus
  • Der Überweisungsbetrag darf 50.000 € nicht übersteigen
  • Sie überweisen den Geldbetrag in einen anderen Staat des Europäischen Wirtschaftsraums (Überweisungen in die Schweiz, Andorra, Monaco und San Marino können teurer sein)

Bitte beachten Sie, dass für Überweisungen in Nicht-Euro-Staaten für die Währungsumrechnung Gebühren anfallen könnten.

Wie lange dauert eine grenzüberschreitende Überweisung?

Grenzüberschreitende SEPA-Überweisungen in Euro müssen innerhalb eines Bankarbeitstages ausgeführt werden. Dies ist in der Europäischen Zahlungsdienste-Richtlinie festgelegt.

Was passiert bei einer Fehlbuchung?

Lassen Sie sich die Kontodaten des Empfängers am besten schriftlich geben. So schleichen sich weniger Fehler ein. Nach einer Fehlbuchung kann es äußerst kompliziert werden, sein Geld zurückzubekommen. Solange IBAN und BIC existieren, überprüft die Bank des Empfängers nicht unbedingt, ob der Zahlungsempfänger wirklich der Kontoinhaber ist. Wenn Sie also einen Geldbetrag auf ein falsches Konto überweisen, müssen Sie sich anschließend mit dem tatsächlichen Empfänger auseinandersetzen und Ihn direkt um die Rückzahlung des Geldes bitten. Ihr Geldinstitut muss Ihnen alle verfügbaren und nötigen Informationen herauszugeben, damit Sie die Erstattung des überwiesenen Betrags beim Empfänger geltend machen können. Die Aufforderung zur Auskunft müssen Sie schriftlich stellen.  

Das Geld wird nur automatisch zurückgebucht, wenn die Zahlung zum Beispiel wegen einer falschen Ziffer keinem bestehenden Konto zugeordnet werden kann. Auch dies kann aber mit Kosten verbunden sein.

Sepa-Lastschrift

Als Zahlungsmittel zwar hilfreich, doch es gibt Unternehmen, die bei dieser Methode kein ausländisches Konto akzeptieren.

Im Alltag kommen Verbraucher um Lastschriftverfahren (Einzugsermächtigungen und Abbuchungsverfahren) kaum herum. Versicherungen, Strom-, Gas-, Telefon- und Internetanbieter akzeptieren nur selten "Zahlungen per Überweisung". Wer eine längere Zeit im Ausland lebt, muss deshalb oftmals dort ein Konto eröffnen. Mithilfe des SEPA-Lastschriftverfahrens sollten solche Zahlungen aber auch über das Konto der heimischen Bank möglich sein.

Wie funktioniert das SEPA-Lastschriftverfahren?

Lastschriftverfahren können seit Ende 2009 grenzüberschreitend durchgeführt werden. Auf diesem Weg können Sie z. B. auch Stromrechnungen für ein Ferienhaus in Frankreich bezahlen werden. Hierfür müssen Sie dem Stromanbieter den Zugriff auf Ihr Konto gestatten. Man spricht dabei von der Erteilung einer Einzugsermächtigung bzw. eines SEPA-Mandats.

Welche Arten von SEPA-Lastschriftverfahren gibt es?

Für Gewerbetreibende untereinander gibt es die SEPA-Firmenlastschrift. Als Verbraucher steht Ihnen die SEPA-Basislastschrift zur Verfügung. Im Gegensatz zur SEPA-Firmenlastschrift besteht bei der SEPA-Basislastschrift die Möglichkeit, eine Zahlung rückgängig zu machen. Hier gilt eine Frist von acht Wochen, gerechnet ab der Kontobelastung. Sollte der Betrag unautorisiert von Ihrem Konto abgebucht worden sein – das ist der Fall, wenn Sie dem Zahlungsempfänger kein Mandat für den Geldeinzug erteilt haben oder Sie das Lastschriftmandat widerrufen haben – können Sie sogar noch bis zu 13 Monate nach der Abbuchung die SEPA-Lastschrift widerrufen.

Welche Hindernisse gibt es noch?

Alle deutschen Banken haben inzwischen das SEPA-Lastschriftverfahren eingeführt. Unternehmen im EU-Ausland weigern sich jedoch noch häufig, Geldbeträge von einem deutschen Konto einzuziehen. Sie sollten daher mit dem Unternehmen vorab klären, ob es Zahlungen über Ihr deutsches Konto akzeptiert. Wenn nicht, können Sie sich an das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland wenden.  

Schecks und Bargeldtransfer

In Deutschland ist es schon seit vielen Jahren nicht mehr üblich, Geldbeträge per Scheck zu bezahlen. In anderen EU-Staaten wie Frankreich, ist der Scheck jedoch ein gängiges Zahlungsmittel, zum Beispiel um Mieten und Gehälter zu bezahlen.

Sollte ich meine deutschen Schecks im EU-Ausland einlösen?

Sie haben Schecks von Ihrer deutschen Bank? Wir empfehlen Ihnen nicht, damit im Ausland zu bezahlen. Grund hierfür sind die hohen Gebühren, die ausländische Banken bei der Einlösung in Rechnung stellen.

Wird es in Zukunft keine Schecks mehr geben?

Zur Schaffung des SEPA-Raums schufen die Banken die SEPA-Überweisung, das SEPA-Lastschriftverfahren sowie einheitliche technische Standards für die SEPA-Kartenzahlung. Einen SEPA-Scheck gibt es dagegen nicht. Man geht davon aus, dass der Scheck als papierbasiertes Zahlungsmittel nicht zukunftsfähig ist. Zudem gibt es schwerwiegende technische Probleme bei der Einlösung ausländischer Schecks.

Bargeldtransfer (Western Union & Co.)

Elektronische Transferdienste ermöglichen, Geldbeträge ohne große Verzögerung an eine andere Person im EU-Ausland zu “überweisen”. Der Empfänger benötigt hierfür kein Bankkonto. Dies bietet sich zum Beispiel an, wenn sich Ihr Kind im Ausland befindet und Sie ihm Geld schicken wollen.

Hierfür müssen Sie den Geldbetrag bei einer Western Union oder Money Gram Filiale einzahlen und erhalten dafür eine Referenznummer, die Sie dem Zahlungsempfänger mitteilen. Der Zahlungsempfänger kann dann mit dieser Nummer das Geld in bar bei einer Western Union oder Money Gram Filiale an seinem Aufenthaltsort abholen. Für solche Bargeldtransfers werden in der Regel hohe Gebühren berechnet.

Sie sollten niemals einen Bargeldtransfer an eine Person durchführen, die Sie nicht kennen. Einem Zahlungsempfänger ist es nämlich möglich, seine Identität zu verschleiern. Daher wird das Verfahren oftmals von Betrügern ausgenutzt.