Vorsicht Betrug: Angebliches Millionenerbe

Mit seriös wirkenden Briefen und Faxen versuchen vermeintliche Rechtsanwälte aus dem Ausland deutsche Verbraucher von einem Erbe in Millionenhöhe zu überzeugen. Wer sich darauf einlässt, erhält statt eines Vermögens einen Schaden, der bis zum finanziellen Ruin führen kann.

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, einen steinreichen Erbonkel aus Amerika zu haben oder von einem Unbekannten zum Alleinerben einer Millionensumme eingesetzt zu werden? Diese heimliche Sehnsucht machen sich auch Betrüger zu Nutze. Immer wieder erhalten Verbraucher von vermeintlich seriösen Firmen die frohe Nachricht, Millionen geerbt zu haben (Beispielschreiben). Manchmal geben sich diese Personen als Anwalt des Verstorbenen aus, manchmal auch als privater Erbensuchdienst, der gegen eine Gewinnbeteiligung einen neuen Besitzer für ein herrenloses Vermögen sucht.

Vermeintliche Erben werden aufgefordert, vorab Geldbeträge zu zahlen

Das Lockmittel ist eine vermeintliche Millionenerbschaft, die so bald wie möglich angetreten werden müsse, da sonst das Geld an den Staat fallen würde. Sobald der vermeintliche Erbe sich darauf eingelassen hat, werden von ihm unter den verschiedensten Vorwänden immer neue Geldbeträge gefordert. Angefangen mit Verwaltungsgebühren von wenigen hundert Euro, gefolgt von noch zu entrichtenden Steuern von mehreren tausend Euro bis hin zu Gutachterkosten für völlig Abwegiges wie ein vorgeschriebenes Antiterrorgutachten.

Solange der Verbraucher zahlt, finden die Betrüger immer neue Gründe, warum das Erbe noch nicht ausgezahlt werden kann. Die nicht enden wollenden Forderungen werden dabei häufig durch offiziell aussehende Dokumente belegt. Die Millionenerbschaft vor Augen zahlen viele Opfer immer weiter, teilweise solange, bis es ihnen finanziell nicht mehr möglich ist. Statt Millionär zu werden haben sie sich ruiniert. 

Betrüger geben real existierende Kanzleien an

Häufig geben sich die Betrüger für real existierende Anwaltskanzleien aus (z. B. Baker McKenzie Barcelona). Bei Internet-Recherchen stellt man dann fest, dass es die Kanzlei tatsächlich unter der aufgeführten Adresse gibt, was bei potenziellen Opfern Vertrauen weckt. Erst bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass angegebene Daten wie Telefonnummer oder E-Mail-Adresse nicht mit denen auf der Homepage der Kanzleien übereinstimmen.

Schreiben ignorieren und Betrugsfälle der Polizei melden

Das Europäische Verbraucherzentrum rät daher bei solchen angeblichen Glücksbotschaften zu äußerster Vorsicht. Wenn etwas zu gut scheint, um wahr zu sein, ist es das in der Regel auch. Entsprechende Briefe, Faxe und E-Mails sollten ignoriert und am besten gleich entsorgt werden. Auch sollte niemals Geld überwiesen oder Kontodaten herausgeben werden, wenn Zweifel bestehen. Wer einmal reingefallen ist, sollte von zusätzlichen Zahlungen Abstand nehmen und direkt die Polizei verständigen.