Betrug mit Coronavirus: Achtung vor dreister Abzocke

Skrupellose Betrüger nutzen die Angst vieler Verbraucher in der Corona-Krise aus, um mit zahlreichen Betrugsmaschen und kriminellen Geschäftspraktiken das schnelle Geld zu verdienen.

Die Abzock-Methoden reichen von Medikamenten, die angeblich in der Lage seien eine Covid-19-Infektion zu verhindern oder zu heilen, bis hin zu Fake-Shops, die behaupten Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel und Schutzkittel zu verkaufen. Aber auch der Versand von Phishing-Mails ist bei Cyberkriminellen sehr beliebt, um Passwörter auszuspionieren und Identitätsdiebstahl zu betreiben.

Wir erklären die gängigsten Betrugsmaschen, die bereits in mehreren EU-Ländern traurige Berühmtheit erlangt haben und geben Tipps, wie Sie sich vor der Abzocke schützen können.

Betrug mit Fake-Shops: Vorsicht bei Zahlung per Vorlasse

Behörden und Verbraucherschutzverbände in ganz Europa haben in der Corona-Krise einen rasanten Anstieg von Fake-Shops im Internet registriert. Die Betrüger werben gezielt mit Desinfektionsmitteln oder Atemschutzmasken. Die Ware kann nur per Vorkasse bezahlt werden. Spätestens hier sollten bei Ihnen die Alarmglocken angehen. Wer bezahlt, erhält die Ware nie. Das Geld ist verloren.

Mit unseren Tipps zum Online-Einkauf, erkennen Sie seriöse Online-Shops.

Wichtig

Nur weil die Sprache auf einer Webseite Deutsch ist, bedeutet das nicht, dass der Händler aus Deutschland kommt. Oft haben Online-Shops ihren Sitz im Ausland. Schauen Sie daher ins Impressum.

Abzocke: Angebote zu überhöhten Preisen

Wer auf der Suche nach Atemschutzmasken oder Desinfektionsmitteln ist, steht im stationären Handel meist vor leeren Regalen.

Die aktuelle Situation machen sich einige Online-Anbieter europaweit zu Nutze und verkaufen schwer erhältliche Waren zu überhöhten Preisen (bis zu 600 Prozent Preiserhöhung). Dabei wird sehr gerne mit Verknappung geworben, um Verbraucher zum Kauf zu animieren.

Phishing Mails: Kreditkarten- und Identitätsdiebstahl

Diese Masche wird sehr gerne von Internet-Betrügern angewendet, um an hochsensible Daten, wie zum Beispiel Passwörter oder Kreditkarteninformationen, zu kommen.

Dabei erhalten Verbraucher häufig eine vermeintliche E-Mail von der Hausbank. Darin wird behauptet, dass die Bankfiliale zum Schutz der Mitarbeiter geschlossen werde. Kunden sollten über einen Link in der E-Mail ihre Daten überprüfen, um den Service der Bank weiterhin nutzen zu können.

Eingegebenen Daten können von den Kriminellen ausgelesen und für betrügerische Zwecke missbraucht werden.

Fake-Mails der Weltgesundheitsorganisation WHO

Bei dieser Phishing-Methode erhalten Sie eine E-Mail mit einem Link, der angeblich wichtige Informationen der Weltgesundheitsorganisation zur Corona-Pandemie enthält. Die Empfänger werden dazu aufgefordert den Link anzuklicken und weitere Daten einzugeben.

Die WHO warnt vor solchen Phishing-Mails auf ihrer Internetseite. Verbraucher sollten keinesfalls Links anklicken oder persönliche Daten eingeben.

Tipp

  • Öffnen Sie keine Anhänge, deren Absender Sie nicht kennen.
  • Klicken Sie auf keine Links von unbekannten Absendern oder wenn Sie unsicher sind.

Abzocke mit Medikamenten: Angeblicher Schutz vor Covid-19-Erkrankung

Seien sie vorsichtig, wenn Online-Händler Medikamente anbieten, die angeblich eine Covid-19-Infektion verhindern oder heilen können. Um eine gewisse Seriosität zu vermitteln, verweisen die Betrüger gerne auf offizielle Experten, Regierungsbehörden, internationale Institutionen, aber auch auf selbsternannte Ärzte und Fachleute.

Es gibt bisher weder einen Impfstoff noch Medikamente oder Wunder-Mittel, die gegen die Lungenkrankheit Covid-19 schützen.

Wichtig

Der Versandhandel mit Arzneimitteln ist innerhalb der Europäischen Union streng reguliert. Ausländische Versandapotheken dürfen Medikamente nur dann nach Deutschland versenden, wenn ihnen nach nationalem Recht der Versandhandel gestattet ist und sie mit deutschem Recht vergleichbare Standards gewährleisten. 

Welche Länder diese Kriterien erfüllen und wie Sie seriöse Versandapotheken in anderen Mitgliedstaaten erkennen, erklärt das Bundesgesundheitsministerium.

Der Enkeltrick

Beim Enkeltrick geben sich die Betrüger am Telefon als Verwandte aus, die sich angeblich noch im EU-Ausland befinden, nicht nach Hause reisen können und sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Sie bitten um Geld, da sie finanzielle Unterstützung für die Behandlungskosten bräuchten. Wenn man darauf eingeht, kommt ein Bote vorbei, um das Geld abzuholen.

So können Sie sich schützen:

  • Öffnen Sie nicht die Tür und geben Sie Fremden kein Geld
  • Überweisen Sie auch kein Geld, ohne sicherzugehen, dass es sich tatsächlich um ihren Enkel handelt. Fragen Sie bei der Familie des Enkels nach, ob sich dieser tatsächlich in Schwierigkeiten befindet.