Fernabsatzvertrag: Verträge schließen per E-Mail & Co.

Häufig schließen wir Verträge ab, ohne dass wir diese schriftlich unterzeichnen müssen. Wer einen Mobilfunkvertrag abschließt oder eine Hotelreservierung macht, muss nicht unbedingt ein Schriftstück unterzeichnen, damit der Vertrag wirksam wird. In den meisten Fällen reicht ein kurzes Telefonat, eine E-Mail oder Online-Formular, um die Bestellung aufzugeben. Kommt es in solchen Fällen zu einem Vertragsschluss, handelt es sich um sogenannte Fernabsatzverträge.

Definition: Was ist ein Fernabsatzvertrag?

Verträge, die zwischen einem Unternehmen und einem Verbraucher über Fernkommunikationsmittel, zum Beispiel Briefe, Kataloge, Telefon, Fax, E-Mails, Online-Formulare oder SMS, geschlossen werden, sind sogenannte Fernabsatzvertäge.

Informationspflichten bei Fernabsatzverträgen

Der Händler muss Sie vor Vertragsschluss über folgende Inhalte informieren:

  • Wesentliche Eigenschaften der Ware / Dienstleistung,
  • Name der Firma / des Geschäftsführers und andere wichtige Angaben wie Postadresse oder Handelsregisternummer,
  • Gesamtpreis der Ware / Dienstleistung inklusive Steuern und Abgaben,
  • Versandkosten und Lieferzeiten,
  • Vertragslaufzeit,
  • Information zum Widerrufsrecht.
     

Nach Vertragsschluss - und spätestens mit Erhalt der Ware - muss Ihnen der Händler eine Vertragsbestätigung mit den oben genannten Vertragsinhalten zur Verfügung stellen, zum Beispiel per E-Mail (Kaufbestätigung, Bestellbestätigung, AGB, Widerrufsbelehrung).

Fernabsatzverträge kündigen: 14 Tage Widerrufsrecht

Ähnlich wie beim Kauf im Internet, haben Sie bei Fernabsatzverträgen keine Möglichkeit, die Ware oder Dienstleistung vorab zu prüfen und sich einen Eindruck vom Anbieter zu machen. Aus diesem Grund haben Sie - mit wenigen Ausnahmen - ein 14-tägiges Widerrufsrecht.

Cold-Calling: unerwünschte Werbeanrufe

Wenn Sie unerwünschte Werbeanrufe erhalten, macht sich der Verkäufer strafbar. Denn diese sind gesetzlich verboten und nur mit Ihrem vorherigen Einverständnis zulässig.

In der Praxis gibt es dafür meistens Formulare oder Textfelder auf der Webseite des jeweiligen Anbieters, auf denen angegeben werden kann, ob Sie Werbeanrufe erhalten möchten oder nicht.

Erhalten Sie unerwünschte Anrufe?

Betroffene Verbaucher können ihre Beschwerde bei der Bundesnetzagentur einreichen.