FAQ: Abgesagte Großveranstaltungen wegen Coronavirus

Stand der Informationen: 08.31 Uhr

Um die Verbreitung der Krankheit Covid-19 einzudämmen, werden zahlreiche Veranstaltungen in Europa abgesagt oder verschoben: von den Olympischen Spielen über die Fußball-EM und den Eurovision Song Contest bis hin zu Konzerten, Festivals, Besuchermessen und mehr.

Viele Verbraucher sind verunsichert: Bekomme ich das Geld für mein Event-Ticket zurück? Was, wenn ich am Nachholtermin verhindert bin? Muss ich einen Gutschein akzeptieren? Was gilt bei Geisterspielen? Alle Antworten hier.

 

Wichtiger Hinweis

Die Informationen geben den jeweils aktuellen Stand wieder. Die Gegebenheiten können sich jedoch schnell ändern. Wir bemühen uns, diese immer wieder schnellst möglich zu aktualisieren.

Grundsätzlich gilt nach deutschem Recht: Wenn eine Veranstaltung ausfällt, haben Verbraucher Anspruch darauf, den Ticketpreis zurückzubekommen.

Aktuell wird für Deutschland jedoch eine Gutschein-Lösung diskutiert, bei der Verbraucher statt einer Kostenerstattung einen Gutschein akzeptieren sollen. Die Einführung dieser Regelugn steht noch aus. Wir werden Sie in diesem Artikel rechtzeitig über die aktuelle Rechtslage informieren.

Zahlreiche Veranstaltungen in Europa müssen abgesagt werden, um die Verbreitung der Krankheit Covid-19 einzudämmen.

Für Deutschland wird derzeit eine Gutschein-Lösung diskutiert, bei der Verbraucher statt einer Kostenerstattung einen Gutschein akzeptieren sollen. Die Einführung dieser Regelung steht noch aus (Stand 6. April 2020, 8:31 Uhr). Wir werden Sie in diesem Artikel rechtzeitig über die Änderung informieren. Bis dahin gilt folgende Regelung:

Fäll eine Veranstaltung aufgrund der Coronakrise aus, haben Verbraucher nach deutschem Recht Anspruch darauf, den Ticketpreis zurückzubekommen. Denn: Der Veranstalter kann die vertraglich vereinbarte Leistung nicht erbringen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Veranstalter den Ausfall zu vertreten hat oder nicht.

Wenden Sie sich am besten schriftlich, zum Beispiel per E-Mail, an den Veranstalter und bitten um Erstattung des Ticketpreises. Tipp: Setzen Sie eine Frist von 14 Tagen. In manchen Fällen übernimmt der Tickethändler die Abwicklung. Schreiben Sie im Zweifelsfall an beide.

Einige Künstler und Kultureinrichtungen wie Theater, Opernhäuser oder private Kinos rufen Verbraucher dazu auf, den Ticketpreis bewusst nicht zurückzufordern und ihn als Spende an die Einrichtung anzusehen.

Für Deutschland wird derzeit eine Gutschein-Lösung diskutiert, bei der Verbraucher in einem solchen Fall statt einer Kostenerstattung einen Gutschein akzeptieren sollen. Die Einführung dieser Regelung steht noch aus (Stand 6. April 2020, 8:31 Uhr). Wir werden Sie in diesem Artikel rechtzeitig über die Änderung informieren. Bis dahin gilt folgende Regelung:

Wird ein Event verschoben und Sie haben am Ersatztermin keine Zeit, können Sie den Eintrittspreis sowie zusätzliche Kosten wie Versand- oder Vorverkaufsgebühren zurückverlangen.

Wenden Sie sich am besten schriftlich, zum Beispiel per E-Mail, an den Veranstalter und bitten um Erstattung der Kosten. Tipp: Setzen Sie eine Frist von zwei Wochen. In manchen Fällen übernimmt der Tickethändler die Abwicklung. Schreiben Sie im Zweifelsfall an beide.

Macnhmal wird einen Nachweis dafür, verlangt dass der Verbraucher am neuen Termin verhindert ist. Das ist aus Sicht des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland nichts rechtens. Für einige Situationen wie zum Beispiel eine private Familienfeier ist es zudem nur schwer möglich, einen Nachweis zu erbringen.

Fällt eine Veranstaltung aus, haben Verbraucher Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises. Dies gilt auch für sogenannte Geisterspiele, die zwar nicht abgesagt, aber ohne Publikum ausgetragen werden.

Schwieriger zu beurteilen ist die Lage dann, wenn der Kunde eine Dauerkarte hat. Unserer Ansicht nach haben Kunden mit Dauerkarte Anspruch auf anteilige Erstattung des Dauerkartenpreises. 

Tipp: Verlangen Sie den Preis für die ohne Publikum ausgetragenen Events anteilig vom Veranstalter zurück. Kontaktieren Sie ihn per E-Mail, um einen schriftlichen Nachweis zu haben.

Leider haben Sie in dieser Situation keinen Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises. Denn: Die Veranstaltung findet statt.

Anders sieht es aus, wenn die Veranstaltung abgesagt wird. Hier können Sie den Ticketpreis vom Veranstalter zurückverlangen.

Wenn die Veranstaltung stattfindet, Sie aber aus Angst vor einer Ansteckung nicht mehr daran teilnehmen möchten, besteht kein Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises.

Die Rechtslage kann sich hier schnell ändern, da immer mehr Veranstaltungen gar nicht erst stattfinden dürfen.

Für Deutschland wird derzeit eine Gutschein-Lösung diskutiert, bei der Verbraucher statt einer Kostenerstattung einen Gutschein akzeptieren sollen. Die Einführung dieser Regelung steht noch aus (Stand 6. April 2020, 8:31 Uhr). Wir werden Sie in diesem Artikel rechtzeitig über die Änderung informieren. Bis dahin gilt folgende Regelung:

Nein, Sie sind nicht verpflichtet, Gutscheine zu akzeptieren. Sie können darauf bestehen, Ihr Geld zurückzubekommen.

Das gilt auch, wenn ein Nachholdatum festgelegt wird und Sie an diesem Datum verhindert sind.

In Belgien, Frankreich und Italien beispielsweise gibt es bereits Rechtsänderungen, wonach auch Gutscheine akzeptiert werden müssen.

Die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus könnten einige Eventveranstalter so hart treffen, dass diese Konkurs anmelden müssen.

Rein rechtlich haben Sie einen Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises. In der Praxis stehen bei einer Insolvenz die Chancen jedoch schlecht, dass Sie das Geld tatsächlich zurückbekommen.

Fällt eine Veranstaltung aufgrund des Coronavirus aus, haben Sie einen Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises.

Wenden Sie sich dafür an den Veranstalter, am besten schriftlich, zum Beispiel per E-Mail. In manchen Fällen übernimmt der Tickethändler die Abwicklung der Erstattung. Kontaktieren Sie im Zweifelsfall beide.

Nein, Sie haben keinen Anspruch auf Erstattung von weiteren Ausgaben wie Flug, Bahn oder Hotel, wenn der Anbieter nicht von sich aus storniert.

Diese Kosten können Sie nur dann zurückbekommen, wenn der Veranstalter den Ausfall des Events zu vertreten hat. Muss eine Veranstaltung aufgrund des Coronavirus abgesagt werden, trifft den Veranstalter keine Schuld.

Allerdings: Einige Unternehmen wie Bahn- oder Flugunternehmen bieten Kunden im Angesicht des Coronakrise Kulanzlösungen an. Beispielsweise können nicht-stornierbare Tarife nun doch storniert oder in Gutscheine umgewandelt werden. Tipp: Fragen Sie nach!

 

Eine Ticketversicherung ist vergleichbar mit einer Reiserücktrittsversicherung. Sie sichert das Risiko ab, dass der Ticketinhaber eine Veranstaltung aus persönlichen Gründen nicht besuchen kann. Zum Beispiel aus gesundheitlichen Günden oder aufgrund eines Unglücksfalls.

Wichtig: Lesen Sie sich vor Abschluss einer Ticketversicherung genau durch, in welchen Fällen Sie abgesichert sind!

Eine Reiserücktrittsversicherung zahlt nur dann, wenn der Reisende selbst erkrankt. Die Angst davor, sich während eines Events anzustecken, reicht nicht aus, um den Ticketpreis zurückzubekommen.

Einige Versicherungen schließen Pandemien in ihren Versicherungsbedingungen aus. Die Weltgesundheitsorganisation hat das Coronavirus als Pandemie eingestuft. Das bedeutet: Eine Versicherung, die bei Pandemien nicht greift, muss ihnen den Ticketpreis für ein aufgrund des Coronavirus abgesagten Events nicht zurückzahlen. Erkranken Sie jedoch selbst und können die Veranstaltung deshalb nicht besuchen, greift die Versicherung sehr wohl. 

Olympische Spiele 2020 wegen Corona-Pandemie verschoben

Die japanische Regierung hat am 24. März 2020 mitgeteilt, dass sie das Internationale Olympische Komitee (IOC) um eine Verschiebung der Olympischen Spiele in das Jahr 2021 gebeten habe. Das IOC kam dieser bitte nach. Grund für die Verschiebung ist die aktuelle Coronakrise.

Die Olympischen Spiele sollen nun von 23. Juli 2021 bis 8. August 2021 in Tokyo stattfinden. Die Paralympischen Spiele von 24. August 2021 bis 5. September 2021.

Fußball-EM verschoben

Die UEFA EURO 2020 wurde wegen der Ausbreitung von Covid-19 verschoben. Das Turnier soll nun voraussichtlich ein Jahr später vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 stattfinden.

Die UEFA hat angekündigt, dass Fans, die aufgrund der Verschiebung nicht mehr am Turnier teilnehmen können, den Ticketpreis in voller Höhe erstattet bekommen.

Voraussetzung hierfür ist, dass die Tickets über das offizielle Ticketportal der UEFA gekauft wurden.

Weitere Informationen zum genauen Ablauf der Ticketerstattung will die UEFA nach eigenen Angaben Mitte April 2020 auf Ihrer Webseite bereitstellen.

EM-Tickets nicht über offizielle Verkaufsplattform gekauft: Welche Rechte habe ich?

Unserer Ansicht nach besteht in diesem Fall kein Anspruch gegenüber der UEFA.

Den Weiterverkauf von EM-Tickets über Drittanbieter schließt die UEFA generell aus. Zudem sind alle Eintrittskarten personalisiert - also auf den Namen des Erstkäufers ausgestellt - und können nicht umgeschrieben werden.

Das bedeutet: Haben Sie Ihre Karten über eine Ticketbörse auf dem Zweitmarkt gekauft, verstoßen Sie gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der UEFA.

Ganz unabhängig von der Verschiebung der Fußball EM 2020 hätten Sie mit einem nicht über die UEFA gekauften Ticket keinen Zugang zum Stadion bekommen.

Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam abgesagt

Auch der Eurovision Song Contest (ESC) wird dieses Jahr nicht stattfinden. Einen Nachholtermin gibt es nicht.

Ob Fans den Ticketpreis zurückverlangen können oder die Tickets für das kommende Jahr gültig bleiben, ist noch nicht geklärt. Der Veranstalter möchte per E-Mail Kontakt zu Verbrauchern aufnehmen und sie über das weitere Vorgehen informieren.

Auch auf der Webseite des ESC sollen Informationen veröffentlicht werden.

Tennis-Turnier Wimbledon findet nicht statt

Aufgrund der anhaltenden Corona-Krise könne das Tennis-Turnier Wimbledon 2020 nicht stattfinden, so die Veranstalter am Mittwoch, den 1. April 2020. Das Sportevent hätte im Juni und Juli stattfinden sollen. Als Ersatztermin wird der 28. Juni bis 11. Juli 2021 genannt.