„Schufafreie“ Sofortkredite und Prepaid-Kreditkarten

Vorsicht bei Online-Werbung für Sofortkredite. Es drohen Kostenfallen.

Stand der Informationen: März  2017

Vor allem in den Sozialen Medien machen zurzeit Anbieter aus dem EU-Ausland Werbung für angeblich kostenlose Sofortkredite. So wird beispielsweise der Eindruck erweckt, sofort eine Kreditkarte, einschließlich dazu passendem Kredit zu erhalten. Und dies sogar bei einer negativen Schufa-Auskunft, Arbeitslosigkeit oder geringem Einkommen. Wer so vorgeht, legt es offenkundig darauf an, gezielt einkommensschwache Verbraucher über den Tisch zu ziehen: Zum einen ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein Kreditinstitut ein Darlehen vergibt, trotz ungewisser Bonität. Zum anderen fehlen deutliche und unmissverständliche Hinweise auf die Kosten, die fällig werden, wenn man auf solch ein Angebot eingeht. Vor allem aber wird letztlich erst durch mehr oder minder unübersichtliche Fußnoten und Vertragsklauseln die Katze aus dem Sack gelassen: Für rund 90 Euro gibt es lediglich eine sogenannte Prepaid-Kreditkarte. Mit ihr kann nur so viel ausgegeben werden, wie zuvor eingezahlt worden ist. Ohne Guthaben oder ohne die Gewährung eines Kredits ist so eine Prepaid-Kreditkarte nichts anderes als ein wertloses Stück Plastik. Meist kommen hier Käufern erste Zweifel auf. Wer dann die Bezahlung der Plastikkarte verweigert, bekommt es schnell mit Inkassobüros und Rechtsanwälten zu tun. Die teils überzogenen Mahngebühren fallen meist genauso hoch aus wie die Anschaffungskosten für die Prepaid-Kreditkarte.

Käufern steht Widerrufsrecht zu

Grundsätzlich steht einem Verbraucher, der im Internet einen Vertrag schließt, ein vierzehntägiges Widerrufsrecht zu. Innerhalb dieser Frist kann der Käufer sich ohne Angaben von Gründen vom Vertrag lösen. Die Frist beginnt auch erst, wenn der Anbieter den Verbraucher über das Widerrufsrecht informiert. Wenn Sie widerrufen, sollten Sie dies per E-Mail mit Lese- und Übermittlungsbestätigung tun. Wird der Widerruf dennoch abgelehnt, können sich Verbraucher an das EVZ Deutschland in Kehl wenden.

Unsere Tipps

Beachten Sie unsere Tipps, um gar nicht erst in eine Kostenfalle zu tappen:

  • Seien Sie aufmerksam bei der Bestellung von vermeintlich kostenlosen Finanzprodukten, da hier die Button-Lösung nicht gilt.
  • Seien Sie skeptisch bei Angeboten, die zu schön sind, um wahr zu sein. Prüfen Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters.
  • Prüfen Sie das umworbene Produkt auf Preisvergleichswebseiten im Internet wie www.biallo.de, verivox.de oder check24.de
  • Suchen Sie im Internet nach Erfahrungsberichten anderer Verbraucher.
  • Sollten Sie eine Kreditkarte per Nachnahme erhalten, die Sie nicht bestellt haben: Nehmen Sie diese nicht an und zahlen Sie nicht.
  • Erklären Sie gegenüber dem Anbieter den Widerruf, wenn Sie Ihre Bestellung rückgängig machen wollen.


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