Thomas Cook insolvent: Was Reisende wissen müssen

Der britische Tourismuskonzern Thomas Cook Group plc hat am Montag, den 23.09.2019, Insolvenz angemeldet. Am 25.09.2019 stellten auch die deutschen Töchter Thomas Cook GmbH, Thomas Cook Touristik GmbH, Bucher Reisen & Öger Tours GmbH, Thomas Cook Airport Service GmbH, Thomas Cook Vertriebs GmbH und Neckermann einen Insolvenzantrag. Am 27.11.2019 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.

Stand der Informationen: 13. Dezember 2019


Ihre Pauschalreise ist von der Thomas Cook Pleite betroffen?

Gehen Sie zunächst sicher, dass Ihr Reiseveranstalter wirklich betroffen ist:

Wer ist der Reiseveranstalter?

Reisende finden diese Information in den Reisedokumenten / AGB (meist ganz oben). Hier ist die Gesellschaft, die die Reise veranstaltet ausdrücklich genannt.

Offiziell bestätigt sind die Insolvenzanträge folgender Gesellschaften:

  • Thomas Cook Group plc
  • Thomas Cook GmbH
  • Thomas Cook Touristik GmbH
  • Bucher Reisen & Öger Tours GmbH
  • Thomas Cook Airport Service GmbH
  • Thomas Cook Vertriebs GmbH
  • NeckermannUrlaubswelt GmbH
  • Thomas Cook Austria AG
  • Thomas Cook Nederland B.V.
  • Thomas Cook France
  • Tour Vital Touristik GmbH
  • Thomas Cook International AG (TCI)
  • Thomas Cook Airlines Balearics

Verbraucher, die unsicher sind, ob sie bei einer ausländischen Tochter von Thomas Cook (bzw. auf deren Internetseite) eine Pauschalreise gebucht haben, können sich kostenlos vom Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland beraten lassen.

Wenn Ihr Reiseveranstalter von der Insolvenz betroffen ist

Betroffene sollten sich schriftlich (per E-Mail reicht aus) beim Reiseveranstalter, Insolvenzverwalter, Versicherer und potentiell bei ihrem Kreditkartenanbieter melden. Weiterhin hat die Bundesregierung den Ersatz aller übrigen Schäden angekündigt.

  1. Schriftlich den Reiseveranstalter kontaktieren und um die Rückerstattung bereits gezahlter Anteile bitten.
  2. Dieselben Ansprüche auch beim Insolvenzverwalter Ihres Reiseveranstalters stellen. Für die meisten Thomas Cook Gesellschaften ist dieser hier zu finden.
  3. Wer per Kreditkarte gezahlt hat, kann bei seiner Bank ein sogenanntes Chargeback beantragen. Bankkunden haben allerdings keinen Rechtsanspruch auf die Rückbuchung; eventuell nimmt die Bank diese aber aus Kulanz vor. Auch besteht die Gefahr, dass der  Insolvenzverwalter das Geld wieder zurückfordert.
  4. Pauschalreisende sind über einen Versicherer abgesichert, der für genau solche Insolvenzfälle einspringt. Der Sicherungsschein befindet sich unter den Reiseunterlagen. Für Kunden, die über die deutschen Thomas Cook Gesellschaften gebucht haben, wurde als Abwicklungsstelle der Dienstleister KAERA AG genannt: www.kaera-ag.de. Dieser Versicherer haftet nur bis zu einer gesetzlich vorgeschriebenen Gesamtsumme für alle Reisenden von 110 Millionen Euro. Aufgrund der sehr hohen Zahl an Betroffenen muss davon ausgegangen werden, dass diese Summe nicht ausreichen wird. Dann erhalten Reisende nur einen Anteil ihrer Kosten zurückerstattet.
  5. Am 11.12.2019 hat die Bundesregierung in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass sie für die Schäden, die nicht ersetzt werden, einspringen wird. Weitere Informationen, wohin man sich genau wenden muss, sollen Beginn 2020 folgen.


Vorsicht vor Betrugsmasche

Der Insolvenzverwalter warnt auf seiner Website vor betrügerischen E-Mails, die Verbrauchern eine Gelderstattung versprechen. Im Betreff soll "Wichtig: Erstattung Ihrer Thomas Cook-Reise" stehen. Die Schreiben stammen NICHT von Thomas Cook. Geben Sie keine persönlichen Daten an und ignorieren Sie diese E-Mails.