Mit dem Fernbus durch Europa

Angesagte Reiseziele sind nicht mehr nur mit der Bahn oder per Flugzeug, sondern auch kostengünstig mit dem Fernbus erreichbar. Doch wie sieht es aus, wenn nicht alles nach Plan läuft, der Bus Verspätung hat oder sogar ausfällt oder es Probleme mit meinem Gepäck gibt? Hier finden Sie die wichtigsten Regelungen, damit einer entspannten Reise nichts mehr im Wege steht.

Stand der Informationen : Dezember 2018

Fahrgastrechte: Meine Rechte, wenn ich mit dem Fernbus fahre

Fernbusse sind EU-weit gang und gäbe – national und grenzüberschreitend. Doch welche Rechte haben Verbraucher?

Dank Europa profitieren Busreisende von der Fahrgastrechteverordnung für den Busverkehr. Darin wird europaweit einheitlich die Frage der Entshädigung geregelt, wenn sich der Reisebus verspätet, ausfällt, das Gepäck verloren geht  oder ein Unfall passiert.

Wann gelten diese Busgastrechte?

Die Fahrgastrechte gelten für Strecken, die länger als 250 km sind und sich der Ankunfts- oder Abfahrtsort innerhalb der EU oder Island, Liechtenstein oder Norwegen befindet. Zudem muss es sich um einen sogenannten Linienverkehrsdienst handeln, d. h. es feste Fahrpläne und Haltestellen gibt.

Wichtig: Bei einer Reisestrecke unter 250 km gelten die Fahrgastrechte nur eingeschränkt.

Verspätung und Annullierung des Fernbusses

Sollte sich ihr Bus bei der Abfahrt verspäten oder sogar annulliert werden, stehen Ihnen nach der Verordnung entsprechende Rechte zu.

Ausnahme: Verspätet sich die Abfahrt aus Gründen, die das Fernbusunternehmen nicht beeinflussen kann, z. B. Naturkatastrophe, gelten Ihre Rechte nur eingeschränkt. Die Beweislast liegt allerdings beim Reiseveranstalter.

Verspätung von mehr als 90 Minuten mit dem Fernbus

Hatte die Abfahrt mehr als 90 Minuten Verspätung, steht Ihnen ein kleiner Imbiss und Getränke zu, sofern diese verfügbar sind oder beschafft werden können.

Auch der Transfer und die Unterbringung in einem Hotel (bis zu zwei Nächten) müssen organisiert werden, falls erforderlich.

Verspätung von mehr als 120 Minuten mit dem Fernbus

Hat sich die Abfahrt um mehr als 120 Minuten verspätet oder wurde die Fahrt gar annulliert, können Sie eine anderweitige Beförderung zum Ziel oder den vollständige Rückerstattung des Fahrpreises verlangen. Außerdem haben Sie einen Anspruch auf eine kostenlose Rückbeförderung zum Abfahrtsort, sofern Sie bereits unterwegs waren.

Weigert sich das Busunternehmen, können Sie den vollständigen Fahrpreis zurück verlangen, darüber hinaus eine Entschädigung von 50 % des Fahrpreises.

Achtung: Falls Sie eine Busfahrt mit dem IC Bus gebucht haben, gelten für Sie die Bahnfahrgastrechte und nicht die Busgastrechte. Bei einer Fahrt mit dem Bus einer Fluggesellschaft können ebenfalls andere Rechte gelten.

Broschüre "Mit dem Bus durch Europa" kostenlos zum Download

Ausführliche Infos zu Ihren Fahrgastrechten bei Busreisen durch Europa erhalten Sie in unserer kostenlosen Broschüre. Klicken Sie, um die Broschüre online lesen oder sie herunterladen zu können.

Gepäck im Fernbus

Schutz vor Diebstahl

Vor allem bei längeren Strecken mit mehreren Zwischenstopps kann es zu Verwechslungen oder gar Diebstahl kommen. Bei einem Diebstahl bleiben die Geschädigten oft auf ihren Kosten sitzen.

Daher empfehlen wir:

  • Fotografieren Sie das Gepäck und den Inhalt vor der Fahrt,

  • Tragen Sie Ihre Wertsachen (z. B. Geldbeutel, Ausweis, Smartphone etc.) immer am Körper oder im Handgepäck,

  • kennzeichnen Sie Ihren Koffer mit Aufklebern / Bändern, um Verwechslungen zu erschweren,

  • Beobachten Sie bei Stopps die Gepäckausgabe,

  • Schließen Sie eine Reise- oder Hausratversicherung ab.

Gepäck weg im Fernbus- was tun?

Sollte Ihr Gepäck gestohlen worden sein, melden Sie den Diebstahl umgehend dem Fahrpersonal und erstatten Sie umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeidiensstelle!

Melden Sie sich zeitnah beim Fundbüro Ihres Fernbusanbieters. Dokumentieren Sie Ihren Kofferinhalt z. B. durch Quittungen, Kaufbelege, Fotos vom Kofferinhalt etc.

Beschädigtes oder verlorenes Gepäck im Fernbus

Falls das Gepäck beschädigt wurde, liegt die Beweislast beim Fahrgast d. h, Sie müssen beweisen, dass das Busunternehmen für den Schaden verantwortlich ist. Haben Sie Ihr Gepäckstück bereits erhalten und es unbeaufsichtigt gelassen, haften Sie für den Schaden.

Wichtig: Die Entschädigung für beschädigtes Gepäck liegt bei maximal 1.200 Euro je Gepäckstück. Bei Rollstühlen oder anderen Mobilitätshilfen gibt es keine Höchstgrenze. Maßgeblich ist der Wiederbeschaffungswert oder die Reparaturkosten.

Mit eingeschränkter Mobilität im Fernbus

Sie wollen einen Fernbus nutzen und Ihre Mobilität ist aufgrund einer Behinderung oder altersbedingt eingeschränkt?

Bei Busreisen dürfen Reiseveranstalter und Verkehrsunternehmen die Buchung oder Beförderung von Passagieren mit Behinderung oder eingeschränkter Mobilität nicht grundsätzlich ausschließen. Laut EU-Verordnung müssen diesen Fahrgästen beim Ein-, Aus- und Umsteigen in Bussen des Linienfernverkehrs (ab 250 km) und an besonders ausgestatteten Busbahnhöfen in Europa kostenlose Hilfeleistungen bereitgestellt werden.

Ein solcher Bedarf muss aber mindestens 36 Stunden vor Nutzung beim Busunternehmen oder beim Bahnhofsbetreiber angekündigt werden.  

Eine Begleitperson kann kostenlos mitreisen, wenn diese dazu dient, Sicherheitsvorschriften zu erfüllen oder sonstige Mobilitätsbarrieren zu überwinden.

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