Insolvenzen

Was tun und an wen wenden, wenn die Fluggesellschaft, bei der Sie bereits ein Ticket gebucht haben, insolvent geht?

Stand der Informationen: Oktober 2017

Aktuell: Lufthansa schließt Kaufvertrag mit Air Berlin

Die Lufthansa hat mit Air Berlin einen Kaufvertrag unterzeichnet. Zuvor hatte  Air Berlin hat angekündigt, ihren Flugbetrieb Ende Oktober einzustellen. Ob bei Air Berlin gebuchte Flüge zukünftig von der Lufthansa  durchgeführt werden, ist im Moment völlig offen. Wir raten Verrauchern daher, vorerst abzuwarten.

Generell gilt: Forderungsansprüche für Flüge, die vor dem 15. August (Insolvenzantrag) gebucht wurden, können erst mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens angemeldet werden. Für Flüge, die nach dem 15. August gebucht wurden, hat Air Berlin eine Erstattung in Aussicht gestellt.  Informationen zu Air Berlin finden Verbraucher im Infoblatt von Air Berlin und auf der Website des vorläufigen Sachverwalters.

Was erwartet Reisende insolventer Airlines?

Forderungsansprüche, die zum Beispiel aufgrund von Flugausfall, -verspätung oder Gepäckverlust entstehen, werden wohl nicht mehr direkt bedient. Diese Ansprüche können erst mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim zuständigen Insolvenzverwalter angemeldet werden. Ob Sie etwas zurückerhalten, hängt von der Masse und der Anzahl der Gläubiger ab.

Wo und wie können Reisende insolventer Airlines ihre Ansprüche geltend machen?

  • Haben Verbraucher direkt bei der Airline gebucht, bestehen ihre Ansprüche auf einen Ersatzflug oder Erstattung nur gegenüber der Airline. Kann die Airline diese Ansprüche aufgrund des vorläufigen Insolvenzverfahrens nicht erfüllen, bleibt Verbrauchern nur, auf eine Entschädigung im Insolvenzverfahren zu hoffen.
  • Bei Flügen, die bei sogenannten „Vermittlern“, also z. B. einem Reisebüro oder einem Online-Portal gebucht wurden, ist ebenso die Airline verantwortlich. Ansprechpartner für die Verbraucher ist zwar der Vermittler. Dieser bemüht sich bei  Air Berlin um eine Umbuchung oder Erstattung. Er haftet allerdings nicht selbst, sondern diese Ansprüche bestehen nur gegenüber der Airline. Auch hier muss der Verbraucher auf das Insolvenzverfahren hoffen, wenn Air Berlin den Ansprüchen nicht nachkommt.
  • Verbraucher, die eine Pauschalreise gebucht haben, also zum Beispiel Flug und Hotel zusammen, können ihre Ansprüche hingegen beim Reiseveranstalter geltend machen. Dieser hat dafür zu sorgen, dass die Reise stattfindet. Anders als Verbraucher, die Reiseleistungen einzeln buchen, gehen Pauschalreisende kein finanzielles Risiko ein.

    Wichtige Verbraucherhinweise

    Um das Schadensrisiko so klein wie möglich zu halten, beachten Sie bitte folgende Tipps:

    • Vermeiden Sie nach Möglichkeit, Gepäck aufzugeben. Sollte der Koffer verloren gehen, beschädigt werden oder zu spät ankommen, werden Sie höchst wahrscheinlich auf dem Schaden sitzen bleiben.
    • Wird Ihr Flug annulliert, fragen Sie die Airline nach einer Umbuchung. Wenn die Airline eine Umbuchung ablehnt oder Ihnen nicht rechtzeitig antwortet, bleibt Ihnen nur, ein Ersatzflug zu buchen. Diesen müssen Sie zunächst selbst bezahlen. Die Kosten für den Ersatzflug können Sie nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens anmelden. Dasselbe gilt auch für Hotelübernachtungen, die wegen Flugverspätungen oder -annullierungen erforderlich werden.
    • Wenn sich Ihr Flug verspätet hat, fragen Sie bei der Airline nach Gutscheinen für Mahlzeiten und Erfrischungsgetränke.


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