Eingeschränkte Mobilität

Personen mit Behinderung oder eingeschränkter Mobilität muss an Flughäfen und an Bord von Flugzeugen geholfen werden, vorausgesetzt, der Flug startet oder endet in der EU.

Stand der Informationen: Dezember 2015

Grund dafür ist die EU-Verordnung 1107/2006. So dürfen Fluggesellschaften und Reiseveranstalter die Flugbuchung oder den Transport aufgrund von Behinderung oder eingeschränkter Mobilität nicht verweigern.


Außerdem sind folgende, kostenlose Hilfeleistungen an EU-Flughäfen Pflicht:

Vor dem Flug:
Die betroffenen Fluggäste sollen an der Information abgeholt, zum Check-In und durch sämtliche Kontrollen begleitet sowie bis zum Passagierwarteraum betreut werden.

Während des Fluges:
Fluggesellschaften müssen z.B. die Beförderung von Rollstühlen oder von Blindenhunden kostenlos anbieten. Zudem muss sich das Bordpersonal darum bemühen, dass Behinderte oder Personen mit eingeschränkter Mobilität einen Sitzplatz nach ihren Bedürfnissen erhalten.

Nach dem Flug:
Passagiere erhalten Hilfe, um ihren Anschlussflug zu erreichen oder zum Bus bzw. Taxi zu gelangen. Auch beim Tragen des Gepäcks muss Unterstützung gewährt werden.

Bedenken Sie:
Flugreisende, die den Betreuungsservice in Anspruch nehmen möchten, sollten dies gemäß EU-Verordnung mindestens 48 Stunden vor Abflug bei der Fluggesellschaft oder dem Reiseveranstalter anmelden. Auch die Beförderung von elektrischen Rollstühlen oder anderem Gefahrgut muss 48 Stunden vor Abflug gemeldet werden.

Wenden Sie sich an:

  • die Leitung des Flughafens, wenn Sie z.B. Hilfeleistungen nicht erhalten haben, obwohl Sie diese rechtzeitig angemeldet hatten.
  • die Airline, wenn es Probleme beim Flug (verspätet, überbucht, gestrichen), beim Gepäck (beschädigt, verspätet, verloren) oder beim Check-In z.B. eines elektrischen Rollstuhles gab.
  • den Reiseveranstalter, wenn es Probleme bei einer Pauschalreise gab.

 

Sofern die Leitung des Flughafens oder die Airline nicht innerhalb von 6 Wochen auf Ihr Schreiben reagiert oder Sie sich nicht einigen können, versuchen Sie den Streit außergerichtlich zu lösen.

Wenden Sie sich dazu an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp), sofern die Airline der söp angeschlossen ist. Ist die Airline nicht angeschlossen, wenden Sie sich an die Schlichtungsstelle Luftverkehr beim Bundesamt für Justiz

Startet Ihr Flug von Deutschland aus und wurden Sie aufgrund Ihrer eingeschränkten Mobilität benachteiligt, können Sie sich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wenden.

 

Weitere Informationen zu Ihren Rechten und wie Sie diese durchsetzen, bietet unsere Broschüre: Fluggastrechte - Clever Reisen.

Bildernachweis: © Pressmaster / shutterstock.com

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