Im Online-Handel

So erkennen Sie unseriöse Versandapotheken oder gefälschte Medikamente innerhalb der EU.

Stand der Informationen: November 2015

Wenn Sie bei einer deutschen Versandapotheke ein Medikament bestellen, vergewissern Sie sich, dass die Apotheke zugelassen wurde. Ein Hinweis ist das EU-weite Sicherheitslogo. Dieses ist seit Oktober 2015 für alle in der EU ansässigen Onlinehändler verpflichtend.

Es ist aber noch keine Garantie dafür, dass die Versandapotheke vertrauenswürdig ist. Wie Sie das Logo richtig nutzen, können Sie auf der Webseite des Deutschen Instituts für medizinische Dokumentation und Information nachlesen.

Bei ausländischen Versandapotheken ist es für den Verbraucher wesentlich schwieriger zu erkennen, ob es sich um einen genehmigten Anbieter handelt oder nicht. Verbrauchern wird geraten, die Medikamentenpreise immer mit mehreren Anbietern zu vergleichen. Kontrollieren Sie auch das Impressum. Fehlt der Name des zuständigen Apothekers, eine Anschrift und eine Telefonnummer für Rückfragen, ist vom Kauf abzuraten.

Vor dem Kauf sollten Sie die Arzneimittelangaben genau prüfen. Handelt es sich um das gewohnte Präparat? Stimmt die Dosierung? Bestellen Sie nur die Medikamente, die Sie wirklich brauchen. Top-Angebote und Rabattaktionen verleiten schnell zu weiteren Käufen.

Skeptisch sollten Sie sein, wenn Ihnen Arzneimittel ohne Verpackung und Beipackzettel geliefert werden. Bezahlen sie am besten nur per Rechnung. So können Sie in aller Ruhe prüfen, ob es sich um das gewünschte Medikament handelt. Wenden Sie sich an einen Apotheker Ihres Vertrauens, wenn Sie nach der Zulieferung Bedenken haben. 

Von Präparaten wie Lifestyle-Pillen gegen Übergewicht, Medikamente gegen Erektionsstörungen, Haarausfall sollten Sie grundsätzlich die Finger lassen. Hier ist die Gefahr, eine Fälschung in die Hände zu bekommen, besonders groß.

Um das Inverkehrbringen gefälschter Arzneimittel zu erschweren, werden in der Europäischen Union Sicherheitsmerkmale auf Verpackungen eingeführt. So soll die Echtheit der jeweiligen Packung gewährleistet werden.

Ob und welche Medikamente im Internet gekauft werden können, ist in der EU sehr unterschiedlich geregelt. In Frankreich sind zum Beispiel seit Januar 2013 rezeptfrei Medikamente online erhältlich. Allerdings darf der Verkauf nur durch Präsenzapotheken erfolgen, d. h. örtliche Apotheken, die über eine offizielle Zulassung für den Versandhandel durch die französische Apothekerkammer und die regionale Aufsichtsbehörde verfügen.

In Deutschland dürfen Arzneimittel von Apotheken mit Sitz in anderen EU-Mitgliedsstaaten – je nach Land - per Internet bezogen werden, wenn die Apotheken dem deutschen Recht vergleichbare Sicherheitsstandards anwenden.

Dies gilt für Apotheken aus den Niederlanden (wenn gleichzeitig eine Präsenzapotheke besteht), aus Schweden (nur für verschreibungs-pflichtige Medikamente) sowie aus Tschechien (nur für verschreibungsfreie Medikamente). Und in Großbritannien können sowohl verschreibungsfreie als auch verschreibungspflichtige Medikamente online bestellt werden.

Wenn Sie bei einem ausländischen Versandhändler ein verschreibungspflichtiges Medikament kaufen, müssen Sie dem Verkäufer zunächst das Rezept zuschicken und anschließend den vollen Preis bezahlen.

Mit dem Medikament erhalten Sie eine Rechnung, die Sie zur Kostenerstattung bei Ihrer deutschen Krankenkasse einreichen. Einige Medikamente, die in Deutschland verschreibungspflichtig sind, erhalten sie bei ausländischen Apotheken sogar rezeptfrei.

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