Student

Ein Auslandsstudium hat viele Vorteile. Doch was ist, wenn man im fremden Land mal zum Arzt oder ins Krankenhaus muss?

Stand der Informationen: November 2013

Wege ins EU-Ausland gibt es viele: Fällt die Wahl auf eine Universität in Europa, führt in den allermeisten Fällen kein Weg an Erasmus vorbei. Hier gilt: Als Erasmus-Student bleiben Sie auch während Ihrer Zeit im Ausland in ihrer deutschen gesetzlichen Krankenversicherung versichert.

Es gibt also keinen Anlass, sich im Land Ihrer Partneruniversität (z. B. in Spanien) zu versichern. Denn Sie sind in diesem Fall weiter an einer deutschen Universität eingeschrieben und studieren – meist für ein oder zwei Semester – an einer Partneruniversität im EU-Ausland. Danach geht es wieder zurück in die alte Heimat und Sie setzen Ihr Studium an einer deutschen Hochschule fort.

Leistungsansprüche

Einzige Umstellung: Für die Dauer Ihres Auslandsaufenthaltes haben Sie nur Anspruch auf die Leistungen, wie sie gesetzlich Versicherten im Land Ihrer Partneruniversität zustehen. Dies kann zur Folge haben, dass Ihnen nicht alle Leistungen zur Verfügung stehen wie Sie es aus Deutschland gewohnt sind. Je nach Land und nationaler Bestimmung können also erhebliche Leistungsunterschiede bestehen.

Ambulante Behandlungen sind aber in jedem Falle ohne vorherige Genehmigung durch Ihre gesetzliche Krankenkasse möglich. Dies gilt auch für stationäre Behandlungen im Notfall. Nicht ganz einfach ist jedoch die Erstattung der Kosten. Die Einzelheiten zu diesen Themen finden Sie in den Artikeln zur Kostenerstattung.

Erkundigen Sie sich deshalb nach den Möglichkeiten, eine private (Zusatz-) Krankenversicherung für Ihren Aufenthalt im EU-Ausland abzuschließen.

Ohne Erasmus im EU-Ausland studieren

Komplizierter kann es werden, wenn Sie als deutscher  Versicherter „auf eigene Faust“ – also außerhalb von Partnerprogrammen wie Erasmus - ein komplettes Studium („Vollstudium“) im EU-Ausland aufnehmen oder Ihr Studium - etwa nach einem Erasmus-Jahr - dort fortführen.

In diesen Fällen kann es passieren, dass Sie aus der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland herausfallen und Sie sich in dem Land versichern müssen, wo Sie fortan an einer Hochschule eingeschrieben sind und folglich auch Ihren Lebensmittelpunkt haben.

Der Wohnsitz zählt

Ein Verbleib in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung ist nur möglich, wenn Sie Ihren ersten Wohnsitz in Deutschland beibehalten und regelmäßig zur Uni ins EU-Ausland pendeln. Verlagern Sie ihren Wohnsitz ins EU-Studienland, ist der Verbleib in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung nur noch schwer möglich. In diesem Falle müssten Sie Ihrer Kasse nachweisen können, dass der eigene Lebensmittelpunkt trotzdem in Deutschland besteht (z.B. ständige Wochenendaufenthalte bzw. vollständiges Verbringen der Semesterferien bei den Eltern).

Informieren Sie sich im Vorhinein bei Ihrer Krankenkasse, wie dies in Ihrem persönlichen Fall geklärt wird. Sollten Sie trotz Vollstudiums o.ä. im EU-Ausland in der deutschen gesetzlichen Krankenkasse versichert bleiben können, gelten die gleichen Regelungen und Tipps wie für Erasmus-Studenten.

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