Praktikant

Sie machen ein Praktikum, Au-Pair oder FSJ im EU-Ausland? Ihr Versicherungsschutz hängt von der Bezahlung ab.

Stand der Informationen: Dezember 2013

Ein Auslandsaufenthalt lohnt sich für Sie umso mehr, wenn Sie dabei Ihr eigenes Geld verdienen können. Doch wenn Sie vorhaben, nach dem Abi, in den Schul- oder Semesterferien im Ausland für eine bestimmte Zeit zu arbeiten, sollten Sie sich gut informieren. Auch in Sachen Krankenversicherungsschutz.

Je nach Ihrem Status, Zeitpunkt und Dauer Ihres Arbeitseinsatzes darf ihr Lohn eine Höchstgrenze nicht überschreiten, um in der deutschen Krankenversicherung verbleiben zu können. Überschreitet die Bezahlung diese Grenze, fallen Sie aus der Familien- oder Pflichtversicherung der deutschen Krankenversicherung heraus. Dann können Sie sich zwar immer noch freiwillig versichern, aber dies gilt es zu vermeiden. Hier erfahren Sie wie!

Es kann sein, dass Sie im Praktikumsland nach den dortigen Bestimmungen in der örtlichen gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert sein müssen. In diesem Fall würden Sie aus der deutschen gesetzlichen Krankenkasse herausfallen. Erkundigen Sie sich daher rechtzeitig bei der Krankenkasse im Praktikumsland nach den jeweiligen Verdiensthöchstgrenzen. Diese können höher oder niedriger als in Deutschland sein. Welche Höchstgrenzen  in Deutschland gelten, erfahren Sie im Folgenden:

Auslandspraktikum für Schüler

Sie sind Schüler und möchten ein Praktikum im EU-Ausland absolvieren? Als Schüler können Sie häufig über Ihre Eltern familienversichert bleiben. Damit dies auch während Ihres gesamten Auslandseinsatzes möglich ist, gilt Folgendes zu beachten:

  • Wenn Ihr Praktikum vergütet wird, dürfen Sie aktuell nicht mehr als 400 € im Monat verdienen.

Praktikum für Studierende

Sie planen während Ihres Studiums in Deutschland ein Auslandspraktikum? Als Student sind Sie entweder familienversichert oder durch eine „eigene“ Studentenversicherung abgesichert. Damit Sie weiter in Ihrer Krankenversicherung verbleiben, ist zu beachten:

  • Sie müssen während des gesamten Praktikumszeitraums an Ihrer deutschen Uni immatrikuliert bleiben. Ob Sie Ihren Wohnort während des Praktikums ins EU-Ausland verlegen oder nicht, ist dabei allerdings unerheblich.
  • Falls Sie familienversichert sind und das Praktikum während des Semesters stattfindet, darf die monatliche Bezahlung nicht 375 € überschreiten, bei einem Minijob darf sie höchstens 400 € im Monat betragen
  • Findet das Praktikum während der Semesterferien statt und dauert längstens zwei Monate, gelten keine Höchstgrenzen.  

Weder Schüler oder Studierende?

Bei einem freiwilligen Praktikum oder Minijob im EU-Ausland sind Sie  - auch bei Arbeitslosigkeit - normalerweise in der deutschen gesetzlichen Krankenkasse entweder familienversichert oder über die Agentur für Arbeit weiterhin pflichtversichert. Falls dies nicht gehen sollte, können Sie sich ggf. freiwillig gesetzlich versichern – die Arbeitsagentur oder Ihre Krankenkasse würde Sie in diesem Fall beraten.  Damit Sie Ihren Versicherungsstatus nicht verlieren, gilt Folgendes:

  • Die Bezahlung für Ihr Praktikum darf nicht über 400 €  im Monat liegen

Freiwilliges soziales Jahr in Europa

Bei einem „Freiwilligen Sozialen Jahr“ (FSJ) sind Sie in aller Regel in der deutschen gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert, da die Trägerorganisation die Kosten der Krankenversicherung übernimmt. Häufig schließt sie außerdem eine zusätzliche private Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung für den Aufenthalt im EU-Ausland ab. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse und der Trägerorganisation.

Au-Pair im EU-Ausland

Wenn Sie nicht länger als ein Jahr als Au-pair im EU-Ausland bleiben und weiterhin Ihren Hauptwohnsitz in Deutschland haben, können Sie während dieser Zeit in der deutschen gesetzlichen Krankenkasse familienversichert bleiben. Erkundigen Sie sich rechtzeitig bei Ihrer Krankenkasse und der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland.

  • Damit dieser  Versicherungsschutz bestehen bleibt, dürfen Sie als Au Pair nicht mehr als 365 € im Monat verdienen.

Generell gilt: Sofern Sie in der deutschen gesetzlichen Krankenkasse versichert bleiben können, haben Sie im EU-Ausland Anspruch auf dieselbe medizinische Versorgung wie Einheimische des Ziellandes, die dort gesetzlich versichert sind. Hier können unter Umständen erhebliche Unterschiede zum deutschen Leistungsstandard bestehen.

Ohne Probleme möglich sind jedenfalls ambulante Behandlungen: Sie erfordern keine Genehmigung durch Ihre gesetzliche Krankenkasse. Dies gilt auch für stationäre Behandlungen im Notfall. Nicht ganz einfach ist dagegen die Kostenerstattung. Erkundigen Sie sich deshalb nach den Möglichkeiten, eine private (Zusatz) Krankenversicherung abzuschließen.

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