Ambulante Vorsorgekur

Dies ist eine präventative Maßnahme, die der Vermeidung einer Krankheit oder der Linderung dienen soll.

Stand der Informationen: Dezember 2013

Ein gesetzlich Krankenversicherter kann diese im Abstand von drei Jahren beantragen. Wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt, können Patienten auch vor Ablauf der drei Jahresfrist eine neue Kur beantragen. Die Dauer richtet sich nach den medizinischen Erfordernissen. Generell werden zwei bis dreiwöchige Behandlungsprogramme festgelegt.

Verordnet wird die ambulante Vorsorgekur vom behandelnden Arzt, wenn beim Patienten Risikofaktoren nachgewiesen werden, die durch eine Vorsorgeleistung geheilt oder gelindert werden können. Am häufigsten werden ambulante Vorsorgekuren bei rheumatischen Beschwerden und Atemwegserkrankungen bescheinigt, aber auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Erkrankungen des Verdauungstraktes.

Wenn der Krankenversicherte eine Verordnung des behandelnden Arztes vorweisen kann, übernimmt die Krankenkasse die Kosten der ärztlichen Behandlungen und etwa 90 % der Kurmittel.  Für die übrigen Kosten wie die Unterkunft, die Fahrtkosten oder auch die Kurtaxe wird dem Versicherten üblicherweise ein pauschaler Zuschuss gewährt. Dieser ist von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich und beträgt bis zu 13 Euro pro Tag.

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein ?

Die Kosten für eine Vorsorgekur im europäischen Ausland übernehmen die Krankenkassen üblicherweise nur, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • am Kurort wird vom medizinischen Personal deutsch gesprochen.
  • es handelt sich um ein anerkanntes Heilbad an einem anerkannten Kurort.
  • der Kurort wurde als "medizinisch sinnvoll" anerkannt.
  • die Qualität der Behandlung darf der in Deutschland um nichts nachstehen.

Die Vorsorgekur muss vor der Buchung und vor Beginn der Maßnahme bei der Krankenkasse beantragt werden. Bei einigen Krankenkassen ist ein Antragsformular erhältlich, das zusammen mit dem Arzt auszufüllen ist. Den Antrag reicht man anschließend bei der Krankenkasse ein. Wird dieser bewilligt, erhält der Patient die Zusage für die Kostenübernahme. Hierbei bekommt er einen Abrechnungsschein zugeschickt, der bei der Buchung der Kur vorzulegen ist.

Hat die Krankenversicherung einen festen Vertrag mit einem Partner im Ausland abgeschlossen, muss sich der Patient um nichts kümmern. Die Kasse rechnet direkt mit dem jeweiligen Kurpartner vor Ort ab. Es ist möglich, dass Krankenkassen eine Bearbeitungsgebühr für den Mehraufwand berechnen. Dieser liegt je nach Kasse zwischen 6 und 10 % des Gesamtpreises.

Hat die Krankenkasse keinen Kooperationsvertrag abgeschlossen, muss der Patient aller Voraussicht nach die anfallenden Kosten am Kurort selbst bezahlen. Diese werden ihm im Nachhinein aber erstattet.

Spezielle Angebote und wichtige Unterlagen

Generell gilt: Die Krankenkassen erstatten nur die Kosten in der Höhe, die eine Vorsorgekur in Deutschland auch gekostet hätte. Sollten Programme in Anspruch genommen worden sein, die über den vertraglich vereinbarten Rahmen hinausgehen, wie zum Beispiel Wellnessangebote, sind diese aus eigener Tasche zu zahlen. Um böse Überraschungen zu vermeiden, ist es ratsam vor einer Kur im Ausland die Kosten mit der Krankenkasse abzuklären.

Zur Vorsorgekur sollte der Patient aktuelle Unterlagen seines Krankheitsbildes mitnehmen, wie zum Beispiel Röntgenbilder, diagnostische Ergebnisse oder Angaben zu dauerhaft verwendeten Arzneimitteln. Der Patient muss bei einer ambulanten Kur Urlaub beim Arbeitgeber beantragen.

Wenn die ambulante Kur nicht ausreicht

Sollte eine ambulante Vorsorgekur aus medizinischen Gründen nicht ausreichen, kann die Krankenkasse auch eine stationäre Vorsorgekur genehmigten. Unterkunft und Verpflegung würden in diesem Falle komplett übernommen werden. Lediglich ein Eigenanteil von 10 Euro pro Tag fiele für den Patienten an.

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