Verträge schließen per E-Mail und Co.

Viele Unternehmen bieten ihren Kunden an, telefonisch, per Fax per E-Mail oder per Brief zu bestellen. Außerdem verwenden einige Online-Händler auch Prospekte oder Kataloge, in denen sie Verbrauchern Formulare zum Ausfüllen und Einsenden zur Verfügung stellen. Auch in vielen Hotels kann man eine Reservierungsanfrage per E-Mail stellen und die Buchung wird dann per E-Mail bestätigt.

Stand der Informationen : Juli 2019

Verträge bei denen der Händler Fernkommunikationsmittel (z. B. Briefe, Kataloge, Telefon, Fax, E-Mails, SMS) benutzt sind sogenannte Fernabsatzverträge.

In diesen Fällen hat der Kunde ähnlich wie beim Kauf im Internet keine Gelegenheit, die Ware oder Dienstleistung vorab zu prüfen und sich ein Bild vom Anbieter zu machen. Daher gelten hier wie beim Einkaufen im Internet besondere Rechte für den Verbraucher und Pflichten für den Unternehmer.

Informationspflichten


Der Händler muss vor Vertragsschluss informieren über:

  • Wesentliche Eigenschaften der Ware / Dienstleistung
  • Name der Firma / des Geschäftsführers und andere wichtige Angaben wie Postadresse oder Handelsregisternummer
  • Gesamtpreis der Ware / Dienstleistung inklusive Steuern und Abgaben
  • Versandkosten und Lieferzeiten
  • Vertragslaufzeit
  • Information zum Widerrufsrecht

Nach Vertragsschluss, aber spätestens wenn der Käufer die Ware erhält, muss ihm der Händler eine Vertragsbestätigung mit dem Vertragsinhalt und den genannten Informationen so zur Verfügung stellen, dass auf diese dauerhaft zugegriffen werden kann (z. B. auf Papier oder per E-Mail).

Widerrufsrecht bei Verträgen per E-Mail und Co.


Der Verbraucher kann seine Bestellung innerhalb einer 14-tägigen Frist ohne Angabe von Gründen rückgängig machen: Hier gelten die gleichen Voraussetzungen wie beim Widerruf beim Onlinekauf.

Zusätzlich zu beachten beim Vertragsabschluss über das Telefon

Wenn ein Unternehmer einen Verbraucher anruft, muss er gleich zu Beginn des Telefonats offenlegen, wer er ist, in wessen Auftrag und warum er anruft.

Cold-Calling – unerwünschte Werbeanrufe


Falls ein Händler anruft, um mit einem neuen Produkt oder einer Dienstleistung zu werben, ist das nur zulässig, wenn der Verbraucher vor dem Gespräch ausdrücklich erklärt hat, dass er Werbeanrufe erhalten möchte. In der Praxis gibt es dafür meistens Formulare oder Textfelder auf der Homepage, auf denen angegeben werden kann, ob man angerufen werden möchte oder nicht.

Hat der Verbraucher vorher nicht eingewilligt und solche Anrufe erhalten, handelt es sich um unerwünschte Werbeanrufe.

Diese sind gesetzlich verboten. Betroffene Verbaucher können sich in diesem Fall bei der Bundesnetzagentur beschweren.

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