Ihre Rechte beim Einkauf

Händler müssen Verbraucher vor dem Kauf umfangreich informieren. Zusatzleistungen müssen diese zudem ausdrücklich zustimmen.

Stand der Informationen: Oktober 2015

Worüber müssen Händler informieren?

  • Der Verbraucher muss über die wesentlichen Eigenschaften der Ware oder der Dienstleistung, die erworben werden soll, informiert werden. Zu den wesentlichen Eigenschaften gehören zum Beispiel die Produktbezeichnung, Qualitätsmerkmale, die für das Produkt typisch sind, eventuelle Fehler, die den Wert des angebotenen Produkts mindern, zum Beispiel bei Gebraucht- oder Retouren-Waren, Hersteller, Typenbezeichnung und wichtige technische Daten.
  • Der Händler muss den Gesamtpreis der Waren und Dienstleistungen einschließlich aller Steuern und Abgaben angeben sowie auf Zahlungs- und Lieferbedingungen hinweisen, zum Beispiel, ob das Möbelhaus den Schrank liefert, zu welchem Preis oder ob er vom Verbraucher abgeholt werden muss.
  • Für Waren, die nicht sofort im Laden mitgenommen werden können und die bestellt und eventuell extra nach den Wünschen des Kunden angefertigt werden müssen, muss der Händler den Liefertermin nennen. Eine ungefähre Angabe von Wochen oder Tagen reicht hierfür nicht aus.
  • Der Verbraucher muss über die Bedingungen von Kundendienstleistungen und Garantien informiert werden, zum Beispiel durch einen gut sichtbaren Aushang im Geschäft, durch einen Hinweis auf dem Produkt oder der Produktverpackung.
  • Der Verbraucher muss über die gesetzlichen Bestimmungen über die Haftung bei Mängeln informiert werden.
  • Gegebenenfalls muss der Händler den Verbraucher über die Laufzeit des Vertrags oder die Bedingungen der Kündigung unbefristeter Verträge oder sich automatisch verlängernder Verträge in Kenntnis setzen.

Der Händler muss dem Verbraucher diese Informationen mitteilen, bevor der Verbraucher die Ware oder Dienstleistung erwirbt. Ein Hinweis auf der Rechnung oder der Quittung ist nicht ausreichend. Wenn der Händler diesen Informationspflichten nicht nachkommt, kann er sich schadensersatzpflichtig machen, sollte dem Verbraucher durch die mangelnde Information ein Schaden entstanden sein.

Diese Informationspflichten gelten in dem Umfang nicht bei Einkäufen des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Hygieneartikel).

Zusätzliche Zahlungen

Der Händler kann Kosten für Nebenleistungen nur verlangen, soweit er den Verbraucher hierüber vorab informiert hat. Dies bezieht sich auf alle Kosten für Leistungen, die über die Hauptleistung hinausgehen, zum Beispiel die Kosten für eine Rücktrittsversicherung bei der Buchung einer Reise.

Der Verbraucher muss solchen zusätzlichen Zahlungen ausdrücklich zustimmen, sonst entfällt der Anspruch des Händlers auf diese Zusatzzahlungen (der eigentliche Vertrag bleibt jedoch bestehen).

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