Bestellen

Wer im Internet bezahlen will, sollte sich vorher über die Voraussetzungen informieren. Welche Pflichten haben Händler im eCommerce, und welche Tücken lauern beim Bestellvorgang?

Stand der Informationen: Oktober 2018

Das muss Ihnen der Online-Händler vor dem Kauf mitteilen


Online-Händler aus der EU müssen Kunden beim Bestellvorgang über einige Dinge in Kenntnis setzen. Achten Sie deshalb bei der Bestellung über einen Online-Shop auf Transparenz und die Vollständigkeit folgender Angaben:

  • Wesentliche Eigenschaften der Ware bzw. der Dienstleistung
  • Name der Firma / des Geschäftsführers und andere wichtige Angaben wie Postadresse oder Handelsregisternummer (EU-weite Impressumspflicht)
  • Gesamtpreis der Ware bzw. der Dienstleistung inklusive Steuern und Abgaben
  • Versandkostencheuen
  • Laufzeit von Verträgen
  • Kündigungsbedingungen (Widerrufsbelehrung)
  • Lieferzeiten

Klären Sie auch, ob auf der Webseite die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und eine Widerrufs- oder Rückgabe-Belehrung zu finden sind.

Weitere Pflichten des Händlers

Ebenso ist der Händler verpflichtet, bei sämtlichen Bestellungen über das Internet, Telefon, Fax oder Brief, den Verbrauchern eine Vertragsbestätigung zukommen zu lassen, beispielsweise per E-Mail, und das spätestens mit der Lieferung der Ware bzw. noch vor Erbringung der Dienstleistung.  

Weiterhin muss der Händler bereits vor Abgabe der Bestellung mitteilen, welche Zahlungsmittel er akzeptiert. Beabsichtigt ein Verbraucher über ein virtuelles Konto (PayPal, Click and Buy etc.) zu zahlen, so muss er vorab darüber informiert werden, ob er den Kauf mit dieser Zahlungsmethode abwickeln kann.

Liefert ein Händler die Ware nicht bis zur Wohnungstür, sondern nur bis zur „Bordsteinkante“, muss er den Verbraucher schon zu Beginn des Bestellvorgangs darauf hinweisen. Dies kann ziemlich wichtig sein, wenn man sperrige oder schwere Waren wie z. B. eine Waschmaschine geliefert bekommt.

Außerdem müssen Händler auf bestehende Schlichtungs- und Einigungsstellen hinweisen, um Verbrauchern schneller und einfacher zu ihrem Recht zu verhelfen, beispielsweise wenn die gekaufte Ware defekt ist.


Tücken beim Bestellvorgang


Dank der sogenannten Button-Lösung sind Abofallen im Internet rückläufig. Prüfen Sie Ihre Bestellung vor dem Bezahlvorgang immer auf Voreinstellungen und versteckte Kosten.

Voreinstellungen

Häufig werben Online-Händler beim Verkauf von Ware mit Zusatzleistungen wie z. B. Versicherungen für Smartphones, Garantieerweiterungen oder Rücktrittsversicherungen beim Kauf von Eintrittskarten.

Ein besonderes Ärgernis stellen voreingestellte Häkchen dar, durch die Verbrauchern Zusatzleistungen „untergeschoben“ werden sollen. Ist die Leistung unerwünscht, müssen diese Häkchen nämlich erst weggeklickt werden.

Kommen Vereinbarungen über Zusatzleistungen durch solche Voreinstellungen zustande, so sind sie allerdings nicht wirksam. Zusatzleistungen müssen von Verbrauchern bewusst gebucht werden. Diese Regel gilt beispielsweise auch für die Reiserücktrittsversicherung bei der Buchung einer Reise.

Button-Lösung

In der Vergangenheit haben bestimmte Online-Händler nicht oder nur unzureichend darauf hingewiesen, dass ihr Waren- oder Dienstleistungsangebot kostenpflichtig ist. Insbesondere bei Dienstleistungen, die von anderen Händlern kostenlos angeboten wurden und bei denen Verbraucher nicht damit gerechnet hatten, wurden Kosten berechnet.

Die Button-Lösung soll den Verbraucher ausreichend informieren. Sie sieht vor, dass die Schaltfläche, über welche die Bestellung ausgelöst wird, gut lesbar beschriftet sein muss, und zwar mit dem Hinweis „Zahlungspflichtig bestellen“ oder mit einer ebenso klaren Formulierung. Denkbar sind Hinweise wie: „Kaufen“, „Kostenpflichtig bestellen“ oder „Zahlungspflichtigen Vertrag abschließen“.

Dank der Verbraucherrechterichtlinie gilt diese Regelung europaweit, also sowohl beim Shoppen auf deutschen Internetseiten als auch bei Online-Shops aus dem EU-Ausland. Der Button kann dann selbstverständlich in einer anderen Sprache beschriftet sein.

Stress vermeiden

Überprüfen Sie noch einmal genau, welche Produkte sich in Ihrem Warenkorb befinden, wie hoch die Lieferkosten sind und bei einer Bestellung außerhalb der EU, welche Steuern eventuell noch auf den Preis aufgeschlagen werden.

Drucken Sie sich Ihre Bestellung bzw. Ihren Kaufvertrag (ggf. auch die detaillierte Produktbeschreibung) sowie die AGB und Widerrufsbelehrung aus oder speichern Sie sie auf Ihrem Computer ab, da es durchaus vorkommt, dass die Angaben im Nachhinein verändert werden.

Tipps für sicheres Online-Shopping


Vergleichen Sie die Kosten, wählen Sie Händler mit Bedacht und geben Sie nicht mehr Daten preis als nötig!

Vergleichen Sie – nicht nur die Preise!

Sie haben ein Produkt gefunden, das Ihnen gefällt? Vergleichen Sie die Preise nicht nur mit anderen Angeboten im Internet, sondern auch mit den Preisen in den Ladengeschäften Ihrer Umgebung. Denn im Internet ist längst nicht alles billiger. Ebenso wenig sind große Supermärkte und Discounter immer preisgünstiger als die kleinen Fachhändler.

Beziehen Sie auch die zusätzlichen Leistungen und den gebotenen Service ein. Üblicherweise kommen zu den Preisen für im Internet angebotene Waren noch Versandkosten hinzu. Die können gerade bei Waren, die aus dem Ausland kommen, ganz beträchtlich sein.

Wählen Sie Ihren Händler mit Bedacht!

  • Informieren Sie sich vor dem Kauf über den Händler! Überprüfen Sie daher, ob auf der Webseite der Name der Firma / des Geschäftsführers und andere wichtige Angaben wie Postadresse oder Handelsregisternummer zu finden sind. Die Impressumspflicht besteht EU-weit.
  • Hüten Sie sich vor Händlern, auf deren Webseiten lediglich eine E-Mail-Adresse, ein Postfach oder eine teure Telefonnummer zur Kontaktaufnahme genannt werden.
  • In Zweifelsfällen und falls keine teure Telefonnummer rufen Sie den Händler an und erkundigen Sie sich bei ihm nach zusätzlichen Produktinformationen, nach dem Kundenservice oder auch den Lieferbedingungen.
  • Scheuen Sie nicht davor zurück, sich auf anderen Webseiten oder in Foren danach zu erkundigen, welche Erfahrungen vorherige Käufer mit dem Händler gemacht haben. Denken Sie aber daran, dass in Foren auch rein subjektive Eindrücke geschildert werden können. Findige Unternehmer nutzen in der Zwischenzeit solche Foren auch, um Werbung für sich zu machen oder schlechte Meinungen über Mitbewerber zu verbreiten! Schauen Sie am besten in unterschiedlichen Foren nach!

Geben Sie bei der Online-Bestellung nur die absolut notwendigen Daten ein!

Ganz ohne Angabe von Daten geht es natürlich nicht: Um die bestellte Ware auszuliefern, braucht der Händler natürlich eine Adresse und einen Namen. Oft wird jedoch nach zahlreichen anderen Daten gefragt. Überlegen Sie sich, ob Sie diese wirklich angeben wollen.

Unterscheidet der Händler nicht zwischen freiwilligen und zwingenden Angaben und fragt trotzdem vieles ab, sollten Sie darüber nachdenken, bei einem anderen Online-Shop einzukaufen.

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