Weihnachtsgeschenke im Internet kaufen

Kein Gedränge in Geschäften, kein Stress mit Ladenöffnungszeiten – Weihnachtshopping im Netz hat seine Vorteile. Hinzu kommt, dass man in den meisten Fällen ein gesetzliches Widerrufsrecht hat, das heißt die Ware kann ohne Angabe von Gründen innerhlab von zwei Wochen zurückgeschickt werden. Hier erfahren Sie, was Sie wissen müssen.

Stand der Informationen: November 2018

Beachten Sie die Widerrufsfrist

Die Widerrufsfrist beträgt europaweit einheitlich 14 Tage. Bedenken Sie diese Frist, damit sie nicht am Heiligabend bereits verstrichen ist. Andererseits sollten Sie auch nicht zu spät bestellen. Aufgrund eines erhöhten Paketaufkommens kann es zur Weihnachtszeit zu Verzögerungen bei der Lieferung kommen.

Oft ist es so, dass Onlineshops speziell für Weihnachtseinkäufe eine längere Widerrufsfrist anbieten. Wollen Sie von einem solchen Angebot profitieren, sollten Sie es durch Ausdrucken oder einen Screenshot dokumentieren, damit Sie sich im Zweifel später darauf berufen können.

Beim Onlinekauf beginnt die Widerrufsfrist, sobald Sie die Ware erhalten haben. Der*die Händler*in muss den*die Verbraucher*in zuvor ordnungsgemäß über die Widerrufsfristen informiert haben. Andernfalls verlängert sich die Widerrufsfrist auf ein Jahr und 14 Tage.

Überprüfen Sie, ob es auch wirklich ein Widerrufsrecht gibt

Nichtt alle im Internet bestellten Waren können innerhalb von zwei Wochen zurückgegeben werden. Kein Widerrufsrecht besteht zum Beispiel bei online bestellten Veranstaltungstickets oder gebuchten Reisen. Gleiches gilt für Waren, die speziell auf Wunsch des Kunden gefertigt wurden (z.B. Fotoalben mit Familienbildern oder gravierter Schmuck) oder Waren, die leicht verderblich sind. DVDs oder CDs dürfen Sie nur dann zurückgeben, wenn sie nicht entsiegelt wurden. Mehr zu den Ausnahmen beim Widerrufsrecht finden Sie im Artikel "Widerruf beim Onlinekauf".

Erklären Sie den Widerruf, am besten schriftlich

Viele Verbraucher*innen haben sich angewohnt, Weihnachtsgeschenke kommentarlos zurückzuschicken. Doch Vorsicht: Eine gesetzliche Regelung verlangt, dass Sie den Widerruf schriftlich per Brief, E-Mail, Fax oder telefonisch erklären. Bei einem telefonischen Widerruf sollten Sie jedoch bedenken, dass der Widerruf im Nachhinein nur schwer beweisbar ist. Stellt der Händler auf seiner Website ein Muster-Widerrufsformular zur Verfügung, können Sie auch hiermit den Widerruf erklären. An diese Form sind Sie aber nicht gebunden.

Tipp: Bitten Sie den*die Händler*in um eine Bestätigung Ihres Widerrufs.

Behandeln Sie die Ware pfleglich

Beachten Sie, dass der*die Händler*in möglicherweise von Ihnen Wertersatz verlangen kann, wenn Sie die Ware beschädigen oder zu ausgiebig testen. Natürlich dürfen Sie die Ware begutachten. Was dies genau heißt, kommt auf den Einzelfall an. Bekleidung dürfen Sie beispielsweise anprobieren, nicht jedoch länger tragen oder verschmutzen. Wer einen Elektrorasierer benutzt und anschließend die Bestellung widerruft, wird dagegen sicherlich 100% Wertersatz leisten müssen, da der Rasierer nicht weiterverkauft werden kann. Als Anhaltspunkt gilt: Sie dürfen die Ware zumindest im selben Umfang ausprobieren wie dies auch im Ladengeschäft möglich ist.

Worauf muss ich achten, wenn ich das Paket zurückschicke?

Prüfen Sie zunächst, an welche Adresse die Ware zurückgeschickt werden soll. Verpacken Sie das Produkt bei Rücksendung ordnungsgemäß – wenn möglich in der Originalverpackung. Versenden Sie auch kleinere Gegenstände am besten als Paket und nicht als Brief, damit Sie einen Einlieferungsschein erhalten. Mit diesem lässt sich im Zweifelsfall belegen, dass Sie das Paket auch tatsächlich zurückgeschickt haben. Gerade bei teuren und empfindlichen Waren empfiehlt es sich darüber hinaus, Fotos anzufertigen, damit Sie den Zustand der Ware bei Versand und die ordnungsgemäße Verpackung belegen können.

Wer trägt die Kosten der Rücksendung?

Die Kosten der Rücksendung trägt seit dem 13. Juni 2014 der*die Verbraucher*in. Hierüber muss der Onlineshop auf seiner Webseite aber korrekt informieren.

Die frühere Regelung entfällt, wonach der*die Händler*in bei einem Wert von über 40 € die Rücksendekosten auf jeden Fall tragen muss. Bedenken Sie also, egal ob der Preis der Ware über oder unter 40 € liegt, müssen Sie die Rücksendekosten bezahlen.

Häufig ist es jedoch so, dass Händler auf freiwilliger Basis weiterhin die Kosten übernehmen.

Was, wenn die Ware nicht bis Heiligabend geliefert wird?

Achten Sie noch vor Abschluss des Onlinekaufs darauf, ob ein verbindlicher Liefertermin angegeben wird. Gerät der*die Händler*in in Lieferverzug, können Sie selbstverständlich, wie oben beschrieben, die Bestellung widerrufen. Sie erhalten in diesem Fall Ihr Geld zurück.

Wenn Ihnen verbindlich zugesagt worden ist, dass Sie die Ware bis Heiligabend erhalten, können Schadensersatzansprüche bestehen. Dies könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie wegen der Nichtlieferung noch auf die schnelle ein teures Ersatzprodukt kaufen mussten.

Bei weiteren Infos steht Ihnen das EVZ Deutschland gerne zur Verfügung. 

Was gilt bei Geschenkgutscheinen?

Gekaufte Geschenkgutscheine sind gerade zur Weihnachtszeit beliebt. Zum einen, weil sich der Beschenkte das Geschenk selbst aussuchen kann, zum anderen weil viele Waren nach Weihnachten günstiger angeboten werden. Käufer sollten jedoch bedenken, dass Gutscheine in den meisten Fällen eine Befristung haben. Nach Ablauf der Befristung kann der*die Händler*in die Einlösung verweigern. In diesem Fall muss der Händler aber den Wert des Gutscheins auszahlen. Diese Verpflichtung gilt jedoch nicht unbegrenzt. Denn nach drei Jahren verlieren Gutscheine in der Regel ihre Gültigkeit, da der*die Händler*in sich dann auf Verjährung berufen kann.

In anderen Ländern sind die Regeln noch strenger. In Frankreich zum Beispiel können Geschenkgutscheine ersatzlos verfallen, wenn sie nicht innerhalb der angegebenen Frist eingelöst werden.

Tipps zum Schutz vor Betrug

  • Vorsicht vor unschlagbar günstigen Angeboten. Auch wenn es im Internet Waren häufig zu attraktiven Preisen gibt, zu verschenken hat niemand etwas. Lassen Sie sich also nicht vom Preis blenden und zu einer unüberlegten Handlung hinreißen.
  • Überprüfen Sie den Shop vor der Bestellung. Ist das Impressum korrekt angegeben? Wo hat der Shop seinen Sitz? Ist er telefonisch erreichbar? Was sagt eine Internetrecherche über den Shop aus? Gibt es negative Bewertungen? Ist die Seite auf schlechtem Deutsch verfasst, enthält sie viele Rechtschreibfehler?
  • Schauen Sie sich die URL des Onlineshops genau an. Wird das, was in der URL versprochen wird, auch tatsächlich im Shop verkauft oder handelt es sich um ganz andere Produkte?
  • Sichern Sie Ihre Zahlung ab. Wenn Sie den Shop nicht kennen oder es um viel Geld geht, ist es ratsam nicht im Vorfeld per Banküberweisung zu bezahlen. Denn einen einmal überwiesenen Betrag können Sie grundsätzlich nicht zurückbuchen.
  • Bei Zahlungen per Lastschrift haben Sie dagegen bei Betrugsfällen die Möglichkeit, sich den Betrag innerhalb von acht Wochen zurückbuchen zu lassen. Erkundigen Sie sich im Vorfeld bei Ihrer Bank nach den Konditionen. Für den Kauf im Internet könnte auch eine Prepaid Kreditkarte interessant sein. Denn hier haben Sie die Gewissheit, dass nur so viel Geld abgebucht werden kann, wie Sie auf die Karte geladen haben.
  • Einen Käuferschutz bieten auch einige Online-Zahlungsdienste, wie z. B. Paypal. Auf diese Weise können Sie sich bei Nichtlieferung den Kaufpreis zurückerstatten lassen. Hier sollten Sie bestehende Fristen im Auge behalten, innerhalb der Sie den Käuferschutz aktivieren können.
  • Das Risiko der Nichtlieferung bezahlter Ware lässt sich auch durch den Kauf auf Rechnung oder per Nachnahme umgehen.
  • Achten Sie auf empfehlenswerte Gütesiegel wie Trusted Shops, s@fer Shopping (TÜV Süd), EHI Geprüfter Online-Shop  oder  internet privacy standards (nähere Informationen unter www.internet-guetesiegel.de).
  • Bei Bezhalung mit Kreditkarte: Sie können Abbuchungen, die Sie nicht genehmigt haben, widersprechen. Bei Kreditkartenbetrug oder Fehlbuchungen sollte Ihnen in der Regel der abgebuchte Betrag zurückerstattet werden. Diese Rückbuchung nennt man auch „Chargeback“. LEsen Sie dafür auch unseren Artikel "Bezahlen im Internet".
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