Bezahlen im Internet

Wer online Waren kaufen will, sollte sich über die europaweit empfehlenswerten Bezahlarten im Klaren sein. Wir geben eine informative Übersicht.

Stand der Informationen : November 2018

Bezahlung per Banküberweisung


Der große Vorteil der Banküberweisung besteht darin, dass Sie dem Verkäufer Ihre Bankdaten nicht preisgeben müssen. Es gibt jedoch auch einen großen Nachteil: Bei einer Fehlüberweisung z. B. wegen einem Zahlendreher, ist Schnelligkeit gefragt. Melden Sie den Fehler umgehend Ihrer Bank, dass Sie die Überweisung zurückbuchen möchten.

Wurde das Geld noch nicht von Ihrem Konto abgebucht und dem Empfängerkonto noch nicht gutgeschrieben, kann die Bank die Überweisung stoppen.

Wurde der Betrag bereits von Ihrem Konto abgebucht, wird es schwierig. Ist das Geld schon auf das  Empfängerkonto gebucht worden, kann die Bank das Geld nicht mehr zurückbuchen.

IBAN und BIC

Bei einer SEPA-Überweisung innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums in Euro benötigen Sie die IBAN des Empfängers. Diese besteht aus einem Ländercode (bei Banken in Deutschland DE) und einer zweistelligen Prüfziffer sowie je nach Land aus bis zu 30 weiteren Zeichen.

Bei Fremdwährungen oder Überweisungen in Drittstaaten benötigen Sie in der Regel noch den BIC (Swift-Code) der Empfängerbank. Er besteht aus 8 oder 11 Zeichen.

Fehlüberweisung

Achten Sie grundsätzlich darauf, dass Sie sich nicht verschreiben, sonst besteht die Gefahr, dass der Geldbetrag einem anderen Konto gutgeschrieben wird. Die Bank kann das Geld nicht zurückbuchen.

Wenn Sie sich verschrieben haben und es kein Konto mit dieser IBAN gibt, wird die Bank den Geldbetrag auf Ihr eigenes Konto zurückbuchen. Hierfür können Bearbeitungskosten anfallen.

Alternative Zahlungsmöglichkeiten

Manch ausländischer Internetshop bietet seinen Kunden alternative Zahlungsmöglichkeiten wie Sofortüberweisungen an. Bei diesen Überweisungen ist neben der Bank des Käufers ein weiteres Unternehmen eingebunden. In beiden Fällen erhält der Verkäufer eine Zahlungsbestätigung, sobald der Käufer die Zahlung in Auftrag gegeben hat.

Bei der Sofortüberweisung müssen Sie Ihre Bankdaten und die für die Zahlung erforderliche TAN-Nummer an den Online-Zahldienst weiterleiten. Manche Banken verweigern dies aber aus Datenschutzgründen. Informationen finden Sie dazu in den jeweiligen AGB.

Wenn Sie ein ausländisches Bezahlverfahren wie das niederländische iDEAL nutzen wollen, benötigen Sie ein Konto in dem Land. Dies ist besonders ärgerlich, wenn keine andere Zahlungsart angeboten wird. Wenden Sie sich in diesem Fall an das EVZ Deutschland.

SEPA-Lastschriftverfahren


Dass der Käufer dem Händler eine Erlaubnis erteilt, das Geld von seinem Konto abzubuchenf, ist beim Online-Einkauf in der EU eher unüblich. In Deutschland und in den Niederlanden ist das Lastschriftverfahren im Internet zwar recht weit verbreitet. In den meisten europäischen Ländern sieht das aber anders aus.

Gerade bei grenzüberschreitenden Zahlungen ist die SEPA-Lastschrift keine gute Alternative. Zudem müssen Sie dem Empfänger Ihre sensiblen Bankdaten übermitteln. Spannend bleibt deshalb die Frage, ob sich das Lastschriftverfahren europaweit genauso durchsetzen wird wie die Überweisung.

Ein Vorteil ist, dass der Käufer die Zahlungen wieder rückgängig machen kann. Die Frist dafür beträgt sechs Wochen bei nationalen Zahlungen und acht Wochen bei einer SEPA-Lastschrift. Der Verbraucher muss somit weniger befürchten, dass er für sein Geld keine Gegenleistung bekommt.

Kreditkarte


Sie wollen online mit Kreditkarte bezahlen? Je nach Anbieter kostet das Gebühren. Achten Sie zudem auf eine gesicherte Verbindung!

Ein Vorteil bei der Zahlung mit Kreditkarte ist, dass Sie Abbuchungen widersprechen können, die Sie nicht genehmigt haben. Bei Kreditkartenbetrug oder Fehlbuchungen sollte Ihnen in der Regel der abgebuchte Betrag zurückerstattet werden. Diese Rückbuchung nennt man auch „Chargeback“.

Bei Erhalt Ihrer Abrechnung sollten Sie diese sorgfältig auf Unregelmäßigkeiten prüfen und – falls erforderlich – schnell tätig werden. Eine Rückbuchung ist nämlich höchstens 13 Monate nach der Abbuchung möglich. Danach können Sie Ihr Geld nicht mehr zurückverlangen.


Achtung:
Kreditkartendaten sind sensible Informationen. Unbefugte Dritte können diese für einen Einkauf auf Ihre Kosten missbrauchen. Geben Sie die Daten deshalb an niemanden weiter, dem Sie nicht vertrauen.

Wichtig ist auch, dass Sie für die Datenübertragung nur eine gesicherte (also verschlüsselte) Verbindung nutzen. Solche Verbindungen erkennt man an dem Kürzel https:// oder an dem Vorhängeschloss-Symbol in der rechten unteren Bildschirmecke.

Besonders sichere Kontrollsysteme sind „Verified by Visa“, „Secure Code“ (MasterCard) und „SafeKey“ (American Express). Diese Verfahren können Sie nur in bestimmten Online-Shops nutzen.

Strengere Regeln

Wenn Sie mit einer Kreditkarte zahlen, müssen Sie Ihre Kreditkartendaten angeben.

Darüber hinaus müssen Sie sich als der Besitzer dieser Karte identifizieren, beispielsweise durch ein Passwort, eine TAN-Nummer, einen Fingerabdruck oder einen Netzhautscan. In der Regel gibt Ihnen Ihre Bank die Möglichkeiten vor, wie Sie sich identifizieren können.

Tipp: Für alle Arten von Kreditkarten können je nach Anbieter unterschiedlich hohe Kosten anfallen. Bevor man sich also für einen Vertrag mit einem bestimmten Anbieter entscheidet, sollte man sich überlegen, welche Leistungen man möchte oder braucht und die Preise hierfür vergleichen.

Informieren Sie sich auch, ob Sie in dem entsprechenden Online-Shop Zusatzkosten entrichten müssen, wenn Sie mit der Kreditkarte bezahlen. Dies ist unter Umständen nicht direkt erkennbar.

Virtuelle Konten


Sie wollen z. B. mit PayPal oder Skrill bezahlen? Dafür müssen Sie auch Ihre Konto- oder Kreditkartendaten hinterlegen.

Wenn Sie online im EU-Ausland einkaufen, können Sie in vielen Online-Shops mit virtuellen Konten bezahlen. Manche Händler bieten sogar nur diese eine Option an. Über einen Link gelangen Sie dabei von der Seite des Verkäufers direkt auf die Seite des Anbieters.

Hier müssen Sie sich mit Ihren Log-in Daten identifizieren und können dann die Zahlung in Auftrag geben. Abgewickelt werden diese Dienste entweder durch eine direkte Zahlung oder über ein vorher eingezahltes Guthaben.

Beruhigend ist dabei, dass zwischen dem Käufer und dem Verkäufer aus Sicherheitsgründen keine Konto- oder Kreditkarteninformationen ausgetauscht werden. Darüber hinaus sind diese Verfahren recht schnell. Der Verkäufer erhält direkt im Anschluss an die Bezahlung eine Benachrichtigung, dass der gezahlte Betrag seinem Konto gutgeschrieben wird.

Achten Sie aber in jedem Fall darauf, dass Ihr Konto ausreichend gedeckt ist. Wenn dies nicht der Fall ist, können hohe Kosten auf Sie zukommen. PayPal verschickt zudem in der Regel ein Mahnungsschreiben per E-Mail und schaltet gleich im Anschluss ein Inkassounternehmen ein.

Sollte Sie dies zu Unrecht treffen, kontaktieren Sie Ihr Europäisches Verbraucherzentrum. Da PayPal seinen europäischen Sitz in Luxemburg hat, sind derartige Streitigkeiten nämlich meist grenzüberschreitend.

Käuferschutz

Lässt das bestellte Paket ewig auf sich warten oder entspricht der Inhalt nicht der Beschreibung? Falls Sie einen Zahlungsdienst nutzen, der einen Käuferschutz anbietet, sollten Sie diese Option wahrnehmen und keine eigenmächtige Rückbuchung vornehmen. Regeln und Bedingungen für das Verfahren finden Sie in den AGB des jeweiligen Anbieters.

Der Käuferschutz garantiert in bestimmten Fällen eine Rückzahlung des gezahlten Betrags. Er muss allerdings erst beantragt und genehmigt werden. Für bestimmte Dienstleistungen (Gutscheine, Massagen) ist der Käuferschutz zudem meist ausgeschlossen.

Kosten

Teilweise verlangen Anbieter für ihre Dienste eine finanzielle Beteiligung. Das Konto selbst ist vielleicht kostenlos. Beim Geldempfang fallen aber oft Zusatzkosten an. Gleiches gilt bei Überweisungen ins Ausland oder in Fremdwährungen! Ein Blick in die Preisliste des Anbieters schützt vor bösen Überraschungen.

Tipps für sicheres Bezahlen im Internet


Vorsicht bei Abrechnungen über das Smartphone

Wenn Sie Dienstleistungen über Ihr Mobiltelefon nutzen, bezahlen Sie oftmals über Ihre Handyrechnung. Das heißt, Ihr Mobilfunkanbieter bucht die Beträge für den Anbieter der Dienstleistung von Ihrem Konto ab. Einmal abgebucht, haben Sie kaum eine Möglichkeit, Ihr Geld wieder zu bekommen.

Viele unseriöse Anbieter, die den Preis ihrer Dienstleistungen verschleiern, nutzen diese Zahlungsart, um an Ihr Geld zu kommen. Sie können dies vorab unterbinden, wenn Sie über Ihren Mobilfunkanbieter eine Drittanbietersperre einrichten lassen.

Ist ein Händler berechtigt, bestimmte Zahlungsmittel nicht zu akzeptieren?

Bereits vor der Bestellung muss der Händler mitteilen, welche Zahlungsmittel er akzeptiert. Er muss Verbraucher im Voraus informieren, ob zum Beispiel mit einem virtuellen Konto (PayPal, Skrill, etc.) bezahlt werden kann.

Darf ein Händler für bestimmte Zahlungsmittel Zusatzkosten verlangen?

Manche Händler verlangen Zuschläge für bestimmte Zahlungsmittel, zum Beispiel wenn Verbraucher mit Kreditkarte oder PayPal bezahlen wollen. Solche Zusatzkosten sind nur noch dann zulässig, wenn dem Verbraucher alternativ eine weitere, kostenlose und gängige Zahlungsart zur Verfügung gestellt wird (zum Beispiel die Banküberweisung).

Außerdem darf ein Händler nur ihm selbst tatsächlich entstehende Kosten für solche Transaktionen an den Verbraucher weitergeben. Diese Regelung gilt generell für alle Verträge, also auch bei Flug- und Reisebuchungen.

Vermeiden Sie Vorauszahlungen!

Oft kommt es vor, dass ausländische Webseiten Sie dazu auffordern, den Preis des Produktes im Vorhinein zu begleichen (Anzahlung / Vorkasse). Hier besteht die Gefahr, dass Sie zahlen, aber die Ware nicht erhalten. Wenn Sie per Rechnung bezahlen, sind Sie hingegen auf der sicheren Seite. Sie zahlen in diesem Fall, nachdem Sie die Ware erhalten haben. Wenn das nicht möglich ist, sollten Sie eine Zahlungsart wählen, bei der Sie Ihr Geld zurückbuchen können, zum Beispiel mittels Lastschrift oder bei Zahlungsarten mit integriertem Käuferschutz.

Weitere nützliche Tipps

  • Überprüfen Sie, ob für einzelne Zahlungsarten zusätzliche Kosten entstehen. Sie können sicherstellen, dass Sie für die Überweisung innerhalb des Europäischen Wirtschftsraumes in Euro nicht mehr Gebühren zahlen als bei einer inländischen Überweisung, indem Sie sich vom Händler dessen IBAN geben lassen.
  • Zahlen Sie nur dann per Kreditkarte, wenn Sie sich auf einer sicheren Webseite befinden (erkennbar an einem Vorhängeschloss-Symbol im Rahmen des Browserfensters und an dem „s“ hinter „http“ bei https://www...). Außerdem sollten Sie Ihre Kartenprüfnummer (dreistellige Ziffer im Unterschriftsfeld auf der Rückseite Ihrer Kreditkarte) niemals dem Händler persönlich schicken, sondern nur in die dafür vorgesehenen Felder eintragen.
  • Legen Sie sich für Internetgeschäfte eine zusätzliche Kreditkarte zu, die nur einen geringen Verfügungsrahmen hat. Das Risiko minimiert sich somit auf eine bestimmte Summe!
  • Sollten Sie feststellen, dass Sie betrogen worden sind, kontaktieren Sie unmittelbar Ihre Bank. Sollten Sie per Kreditkarte gezahlt haben, können Sie sich auf diesem Weg innerhalb bestimmter Fristen oftmals Ihr Geld zurückholen. Erkundigen Sie sich am besten schon einmal vorsorglich bei Ihrer Bank nach den näheren Bedingungen.
  • Vertrauen Sie einem Dritten Ihr Geld nur an, wenn Sie sich über ihn erkundigt haben. Das gilt insbesondere für einige Treuhanddienste.
  • Vorsicht auch vor Überweisungen via Geldtransferdienst bei unbekanntem Empfänger!
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