Versicherungen

Wir erklären Ihnen im Falle eines Umzugs alles Wichtige zur Kranken-, Haftpflicht-, Hausrats, KFZ-, Unfall- und Lebensversicherung.

Stand der Informationen : Mai 2018

Grundsätzlich ist der Wohnsitz und nicht die Staatangehörigkeit ausschlaggebend. Eine Wahlmöglichkeit gibt es nicht. Wenn Sie Ihren Wohnsitz ins EU-Ausland verlegen, fallen Sie in der Regel aus der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung heraus.

Es gibt allerdings Ausnahmen. Sie stehen in Zusammenhang mit der persönlichen und wirtschaftlichen Situation. Deutsche Erasmus-Studenten beispielsweise bleiben für die Dauer ihres Auslandsaufenthaltes grundsätzlich weiter in Deutschland krankenversichert. Gleiches gilt eingeschränkt auch für Auslandspraktikanten, Rentner, Grenzgänger und Arbeitnehmer, die nur kurzzeitig ins Ausland versetzt werden.

Das Thema der Absicherung im Krankheitsfall ist eines der wichtigsten beim Umzug ins EU-Ausland. Da die Regelungen und Ausnahmen vielfältig sind, sollten Sie sich rechtzeitig informieren, welche Lösung für Sie ganz persönlich am besten ist. Wenden Sie sich hierfür an Ihre deutsche Krankenversicherung oder die Kontaktstelle für grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung unter www.eu-patienten.de

Private Krankenversicherung:

Innerhalb der Europäischen Union kann Ihr Vertrag fortgeführt werden. Ihr Versicherer hat dann aber lediglich die Leistungen zu erbringen, die er auch in Deutschland erbringen müsste.

Haftpflichtversicherung

Hier ist ebenfalls der Wohnsitz maßgeblich. Zwar versichern die meisten deutschen Haftpflichtversicherer ihre im Deutschland wohnenden Kunden auch im EU-Ausland. Wird jedoch der Wohnsitz ins Ausland verlegt, so wird die Versicherung wahrscheinlich den Versicherungsvertrag kündigen. Dies ist durchaus legal, insbesondere dürfte ein Hinweis hierauf in den meisten Versicherungsbedingungen zu finden sein. Es bringt nichts, der Versicherung einfach nicht mitzuteilen, dass sich der Wohnsitz nun im Ausland befindet. Denn im Schadensfall ist man im Zweifel dann nicht geschützt. Daher sollten Sie sich frühzeitig nach Haftpflichtversicherungen im neuen Wohnsitzland erkundigen.

Hausratsversicherung

Hausratsversicherungen sind im Ausland relativ wenig bekannt. Während Versicherungen in Deutschland eher einzeln verkauft werden, bieten Versicherungen im Ausland meist ganze Pakete an, die dann mehrere Einzelversicherungen umfassen (wie z. B. auch die Hausratsversicherung).

Grundsätzlich kann eine Versicherung natürlich auch von Ihrer Seite gekündigt werden. Die Voraussetzungen hierfür sind in Ihren Versicherungsbedingungen angegeben. Doch letztlich hängt diese Frage auch stark davon ab, wie lange der geplante Auslandsaufenthalt dauern soll.

Ideal wäre es, wenn Ihre bisherige Versicherung den Versicherungsschutz auch für das im EU-Ausland zugelassene Fahrzeug anbieten würde. Doch leider gibt es praktisch keine Versicherung, die dies ihren Kunden ermöglicht. Das heißt, Sie müssen Ihre Versicherung kündigen und eine neue Versicherung in Ihrer neuen Heimat abschließen. Ihre deutsche Versicherung muss Ihnen eine Versicherungsbestätigung aushändigen. Mit dieser Bestätigung kann Ihre neue Versicherung im Ausland erworbene Schadenfreiheitsrabatte berücksichtigen.

Ordentliche Kündigung

Die ordentliche Kündigungsfrist beträgt einen Monat zum Ende des Versicherungsjahres (in der Regel 31.12.), das heißt, die schriftliche Kündigung muss dem Versicherer bis spätestens 30.11. vorliegen. Ist ein anderer Versicherungszeitraum vereinbart, gilt ein demensprechender anderer Kündigungstermin.

Außerordentliche Kündigung

Grundsätzlich begründet Ihr Umzug ins EU-Ausland kein Recht zur außerordentlichen Kündigung. Allerdings endet der Versicherungsschutz mit dem Tag, an dem Sie das Fahrzeug in Deutschland abmelden. Bestehen Sie gegenüber dem Versicherer auf Beendigung der Versicherung im Falle Ihres Umzugs ins Ausland. Denn manch Versicherer möchte den Versicherungsvertrag lediglich «ruhend stellen».

Die Kündigung muss schriftlich erfolgen. Wollen Sie auf „Nummer sicher“ gehen, schicken Sie die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein an Ihren Versicherer.

Schadensfreiheitsrabatte

Ihre Versicherung ist verpflichtet, Ihnen eine Versicherungsbestätigung auszuhändigen. Mit dieser Bestätigung kann Ihre neue Versicherung im Ausland erworbene Schadenfreiheitsrabatte berücksichtigen. Beachten Sie, dass die Versicherungen die  Schadensfreiheitsrabatte nicht einheitlich berücksichtigen. Es lohnt sich daher, die Angebote mehrerer Versicherer einzuholen und zu vergleichen.

Private Unfallversicherung

Einer Fortführung des Vertrages im EU-Ausland dürfte in aller Regel nichts im Wege stehen. Das gilt zumindest, wenn die Versicherungsbedingungen keine räumliche und zeitliche Begrenzung vorsehen. Insoweit ist es erst einmal nur wichtig sicherzustellen, dass die Versicherungsprämie rechtzeitig eingezahlt und der Versicherer über den Umzug ins Ausland informiert wird. Komplizierter könnte es allerdings im Versicherungsfall werden. Medizinische Untersuchungen und Begutachtungen würden in Deutschland stattfinden.

Sie haben aber auch das Recht zur fristgemäßen Kündigung. Das heißt, spätestens drei Monate vor Ablauf der Versicherungsperiode muss Ihr Kündigungsschreiben beim Versicherer eingehen.

Die Einzelheiten ergeben sich aus den Versicherungsbedingungen. Ob es für Sie besser ist, den bestehenden Vertrag beizubehalten oder sich im EU-Ausland neu zu versichern, können Sie letztlich nur im Kontakt zur privaten Unfallversicherung und einem Preis- und Leistungsvergleich klären.

Risikolebensversicherung

In aller Regel bietet diese Versicherung weltweit und unbefristet Versicherungsschutz. Demzufolge ist sie auch nach Ihrem Umzug ins EU-Ausland sinnvoll. Allerdings können Sie durchaus auch auf Versicherungsklauseln stoßen, denen zufolge nach einem halben Jahr im Ausland den Versicherungsschutz verloren geht. Wer also einen längeren Aufenthalt im EU-Ausland plant und beim Versicherungsschutz auf Nummer sicher gehen will, sollte das rechtzeitig klären. Eine Risikolebensversicherung können Sie zum Ende des Versicherungsjahres oder – sofern vereinbart – zum Schluss eines kürzeren Beitragszahlungsabschnittes kündigen. In jedem Fall können Sie also nach einem Jahr aus dem Vertrag aussteigen. Welche Kündigungsfrist Sie einhalten müssen, ergibt sich aus dem Kleingedruckten in Ihrem Vertrag.

 

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