Vereine, Abonnements & Co

Bevor Sie endgültig ins Ausland umziehen, müssen Sie sich die verschiedenen Verträge anschauen, die noch auf Ihren Namen laufen.

Stand der Informationen : Mai 2018

Wer ins Ausland umzieht, kann seinen Vertrag zum Ende der vereinbarten Laufzeit oder außerordentlich kündigen. Die vereinbarte Laufzeit beträgt in der Regel zwölf bzw. 24 Monate. Die - meist schriftliche - Kündigungsform und die Kündigungsfrist entnehmen Sie den AGB Ihres Vertrages.

Außerordentliche Kündigung

Dieses Sonderkündigungsrecht steht Ihnen dann zu, wenn Umstände vorliegen, die es Ihnen nicht ermöglichen, den Vertrag innerhalb der normalen Frist zu beenden. Ein Umzug ins Ausland fällt in diese Kategorie. Aber auch hier müssen Sie schriftlich kündigen und sich an eine angemessene Frist halten.

Wenn Sie definitiv ins EU-Ausland umziehen, müssen Sie Strom, Gas und Rundfunkgebühren in Deutschland kündigen, um nicht doppelt zu bezahlen.

Kündigung des Strom- oder Gasvertrags

Beziehen Sie Strom / Gas im Rahmen der sogenannten Grundversorgung (Stadtwerke), können Sie Ihren Vertrag innerhalb einer Frist von zwei Wochen kündigen, wie in der Grundversorgungsverordnung geregelt ist.

Anders sieht es aus, wenn man einen Laufzeitvertrag mit einem alternativen Strom-/Gasanbieter abgeschlossen hat. Hier richtet sich die Kündigungsfrist nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Häufig findet sich dort eine sogenannte Umzugsklausel. Die Mehrzahl der Strom-/Gasanbieter gewährt im Falle eines Umzugs ein Sonderkündigungsrecht oder definiert den Umzug als vertragsauflösende Bedingung. Der Kunde kann den Vertrag also beenden.

Den Versorgungsvertrag müssen Sie grundsätzlich schriftlich kündigen. In Einzelfällen kann Ihr Versorgungsvertrag eine abweichende Regelung enthalten.

Kündigung Ihres Rundfunkbeitrags

Wenn Sie aufgrund Ihres Umzugs ins Ausland Ihre Wohnung in Deutschland aufgeben, müssen Sie selbstverständlich keine Rundfunkgebühren mehr bezahlen. Melden Sie also Ihre Wohnung beim Beitragsservice ab, damit Sie keine unnötigen Zahlungsaufforderungen erhalten.

Gut zu wissen: In den meisten Ländern der EU muss ebenfalls eine Gebühr für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bezahlt werden. Wie, das ist ganz unterschiedlich. In Frankreich z.B. werden die Gebühren automatisch über die Steuer eingezogen. Klären Sie daher vorab, ob die Beitragsrechnung automatisch bezahlt wird oder ob Sie Ihre Geräte anmelden müssen.

Kündigung von Zeitschriften-Abos

Derartige Abonnements können in der Regel nur ordentlich gekündigt werden – sprich zu den im Vertrag vorgesehenen Zeiten. Da die meisten Abonnements eine Vertragslaufzeit von zwölf bzw. 24 Monaten haben, kann es sein, dass Sie auch nach Ihrem Umzug weiterhin für Ihr Abonnement zahlen müssen.

Viele Abos verlängern sich automatisch nach Ablauf des Bezugszeitraums - sehen Sie also in Ihrem Vertrag (oder den AGB) nach - hier müssen Verpflichtungszeitraum und Kündigungsfrist konkret angegeben sein. Man darf als Abonnent nicht länger als zwei Jahre an einen Abovertrag gebunden werden, und die frist des automatisch verlängerten Vertrags darf ein Jahr nicht überschreiten.

Ob und unter welchen Umständen eine vorzeitige Beendigung des Vertrages möglich ist, ergibt sich aus den konkreten Vertragsbedingungen. Eine außerordentliche Kündigung muss im Gegensatz zu einer ordentlichen Kündigung immer begründet werden. Gibt es keine derartige Regelung in Ihrem Vertrag, ist es immer noch möglich, dass der Anbieter Sie aus Kulanz vorzeitig aus dem Vertrag entlässt. Das kann vor allem dann funktionieren, wenn Sie die Abmeldung vom Wohnort in Deutschland belegen können und im Idealfall bereits im Ausland neu gemeldet sind.

Kündigung eines "Pendlertickets"

Derartige Abonnements können in der Regel nur ordentlich gekündigt werden, also zu den im Vertrag vorgesehenen Zeiten. Oftmals ist es aber auch möglich mit dem Anbieter zu verhandeln und das Abonnement vorzeitig zu beenden. Viele Verkehrsbetriebe regeln in den AGB auch, dass man sein Abo an Dritte abtreten kann.

Kündigung der Bahncard

Die Bahncard muss schriftlich gekündigt werden (Post, Fax, E-Mail), was Sie auch formlos am Bahncard-Service erledigen können. Die generelle Frist zur Kündigung beträgt sechs Wochen zum Ende der Laufzeit der Bahncard, während die Grundlaufzeit jeder Bahncard bei einem Jahr liegt.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte und weiß, dass er seine Bahncard nur ein Jahr lang nutzen will, kann den Vertrag auch gleich nach Erhalt kündigen. Der Vertrag läuft dann in jedem Fall ein Jahr, man geht aber nicht das Risiko einer automatischen Vertragsverlängerung ein, weil man den Stichtag verpasst hat.

  • Artikel schließen