Kostenvoranschläge

Der Kostenvoranschlag soll Ihnen als Entscheidungsgrundlage dienen, ob Sie den Auftrag erteilen möchten oder nicht.   

Stand der Informationen: November 2015

Es gibt keine Vorschriften, wie der Kostenvoranschlag auszusehen hat. Damit es im Nachhinein zu keinen Unstimmigkeiten kommt, sollten schon im Vorfeld die voraussichtlich anfallenden Leistungen aufgegliedert, und der dafür zu entrichtende Lohn angegeben werden. Vermeiden Sie Formulierungen wie „Pauschale“ oder „nach Aufwand“.  

Möglichst detailliert sind Arbeitszeiten und ggf. Zuschläge festzuhalten. Auch Fahrt- und Wegezeiten, sowie Materialkosten und eventuelle Kosten für Spezialgeräte oder- Fahrzeuge sollten im Kostenvoranschlag nicht fehlen.

Bedenken Sie: Der Kostenvoranschlag ist nicht verbindlich. Das heißt, kleinere Abweichungen muss der Kunde hinnehmen. Darf die Rechnung den Kostenvoranschlag aber um höchstens 15 % überschreiten. In diesem Fall muss der Handwerker plausibel erklären können, warum die berechneten Kosten nicht eingehalten werden konnten.

Wer „auf Nummer sicher gehen“ möchte, kann alternativ zum Kostenvoranschlag auch einen verbindlichen Festpreis vereinbaren.

 

Rechte des Kunden 

Kostenvoranschlag wurde bewusst zu niedrig angesetzt: Wenn nachgewiesen werden kann, das der Handwerker den Kostenvoranschlag bewusst niedrig gehalten hat, um z. B. einen Mitbewerber zu unterbieten, kann Schadensersatz verlangt werden. Der Kunde muss dann nur das zahlen, was Ihm vom günstigeren Unternehmen in Rechnung gestellt worden wäre.

Die Kostenüberschreitung wurde nicht rechtzeitig mitgeteilt. In diesem Falle hätte der Besteller den Auftrag kündigen und an ein anderes Unternehmen vergeben können. Der entgangene Preisvorteil kann dem Unternehmen in Rechnung gestellt werden. 

Mehrkosten wären vermeidbar gewesen: Zum Beispiel unnötige Fahrten, weil ein Ersatzteil vergessen wurde.  Oder es wurden zwei Mitarbeiter eingestellt, obwohl einer ausgereicht hätte.

Der Kunde hat zudem das Recht, den Vertrag jederzeit bis zur Vollendung des Werkes zu kündigen, wenn die voraussichtlichen Kosten wesentlich überschritten werden. Die Kündigung muss mit der Kostenüberschreitung begründet werden. In diesem Fall muss nur für die Arbeiten und Auslagen gezahlt werden, die bereits ordnungsgemäß durchgeführt wurden. 

 

Darf der Unternehmer für den Kostenvoranschlag eine Vergütung verlangen?

Wenn nicht vorher anders vereinbart, darf der Kostenvoranschlag nichts kosten.

Sollte der Kostenvoranschlag kostenpflichtig sein, muss eindeutig darauf hingewiesen werden. Ein Verweis in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen reicht nicht aus.

Auch Pläne, Zeichnungen oder Berechnungen müssen vom Handwerker in der Regel kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

Tipp: Ein Kostenvoranschlag gibt sowohl Ihnen als auch dem Handwerker Sicherheit. Die Gefahr, durch einen hohen Aufwand und hohe Kosten überrascht zu werden, verringert sich erheblich. Gerade bei aufwendigen  Arbeiten ist es daher ratsam, einen Kostenvoranschlag abzuschließen.

 

 

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