Ihre Rechte bei Mängeln

Entspricht die vollendete Arbeit nicht den Vereinbarungen, haben Sie das Recht, die Abnahme zu verweigern.

Stand der Informationen: November 2015

Erwecken Sie in dem Fall nicht den Eindruck, mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Zahlen Sie nur unter Vorbehalt und halten Sie die Mängel im Abnahmeprotokoll fest.

Gewährleistungsrechte

Sollten Sie mit der abgelieferten Arbeit zunächst einverstanden gewesen sein und anschließend stellt sich heraus, dass das Werk nicht das Versprochene hält, können Sie von Ihren Gewährleistungsrechten Gebrauch machen.  

Die gesetzliche Gewährleistungsfrist ist recht unterschiedlich und hängt davon ab, was der Handwerker hergestellt hat. Sie beträgt zwei Jahre nach der Herstellung, Wartung oder Veränderung einer Sache. Fünf Jahre für Mangelansprüche bei einem Bauwerk. Sofern keine der Sonderregeln greifen, gilt die 3-jährige Verjährungsfrist. Ein Blick in § 634 a BGB liefert eine detaillierte Aufstellung.

Anspruch auf Nachbesserung

Ob das Werk Mängel hat, hat nach der Abnahme der Kunde nachzuweisen. Er kann die Behebung des Mangels verlangen. Hierfür muss er weder den Makel exakt bezeichnen, noch die Mangelursache zutreffend angeben. Es reicht die Anzeige der Symptome aus.

Der Unternehmer muss dafür sorgen, dass der Mangel beseitigt wird. Wie er hier vorgeht, also ob er den Mangel ausbessert oder das Werk neu herstellt, ist ihm überlassen.

Wichtig: Unterschreiben Sie keinen zweiten Auftrag! Der Handwerker darf Ihnen die Kosten der Nachbesserung nicht in Rechnung stellen.

Ausnahmen

Keinen Anspruch auf Nachbesserung oder Austausch haben Sie, wenn unverhältnismäßige Kosten entstehen oder Mängel nicht beseitigt werden können. Beispiel: die Farbgebung eines verlegten Teppichs weicht nur geringfügig von der vereinbarten Farbe ab. Dann kann wegen des großen Aufwandes nicht verlangt werden, dass der Teppich neu verlegt wird. Die Rechnung darf aber gekürzt werden.

Tipp: Fordern Sie schriftlich, dass der Mangel beseitigt wird! Eine Anmerkung reicht nicht aus. Es muss deutlich werden, was ausgebessert werden soll. Setzen Sie eine Frist. Die Fristlänge hängt davon ab, wie  lange der Unternehmer benötigt, um organisatorische Vorbereitungen zu treffen. Für die Beseitigung eines Mangels sind in der Regel ein bis zwei Wochen angemessen.  Gehen Sie „auf Nummer Sicher“ und versenden Sie die Aufforderung mit Einschreiben/Rückschein.

Der Ablauf der Frist gibt dem Kunden die Möglichkeit, vom Vertrag zurückzutreten, den Lohn zu mindern oder Schadensersatz zu verlangen.

Vertrag auflösen oder weniger bezahlen?

Wenn Sie die Frist zur Beseitigung eines Mangels  gesetzt haben und die Frist ungenutzt verstrichen ist, haben Sie das Recht, vom Vertrag zurücktreten oder den Lohn zu senken.  

Den Vertrag auflösen können Sie aber nur bei wesentlichen Mängeln. Die Folge ist, dass der Handwerker den gezahlten Lohn zurückerstatten und Sie im Gegenzug die eingesetzten Materialien zurückgeben müssen. Ist dies nicht möglich, wie zum Beispiel bei festverklebten Fliesen, müssen Sie dem Handwerker den Wert des mangelhaften Werks bezahlen.

Anstatt den Vertrag aufzulösen, kann es praktikabler sein, den Lohn zu mindern. Als Anhaltspunkt dienen hier die Kosten, die notwendig wären, um den Mangel zu beseitigen. Sie können den Betrag vom vereinbarten Lohn abziehen.

Wichtig: Sie müssen sich entscheiden, ob Sie zurücktreten oder weniger bezahlen. Kombiniert werden können die beiden Rechte nicht. Wenn Sie von dem einen oder anderen Gebrauch machen, entfällt der Anspruch auf Nachbesserung oder Austausch.

Kann ich den Mangel selbst beseitigen?

Ja. Sie haben das Recht zur selbständigen Beseitigung eines Mangels. Beispiel: die Fliesen sind größtenteils richtig verlegt, an einigen Stellen sind aber Ausbesserungsarbeiten notwendig.  

Sie fordern den Fliesenleger unter Fristsetzung auf, die Mängel zu beseitigen und es geschieht nichts. Dann können Sie den Makel entweder selbst beseitigen, oder einen anderen Handwerker damit beauftragen. Die Kosten sind vom ursprünglich beauftragten Handwerker zu tragen.  

Wenn Sie den Mangel selbst beseitigen, können Sie sich Fahrt- und Materialkosten sowie Ihren Aufwand an Arbeitszeit ersetzen lassen.

Die selbständige Mängelbeseitigung ist nicht möglich, wenn der Handwerker die Nachbesserung zu Recht verweigert; zum Beispiel wenn der Aufwand außer Verhältnis zur Beeinträchtigung steht.

Gut zu wissen: Bei Problemen mit Handwerkern aus dem EU- Ausland kann Ihnen das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland helfe.

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