Der Lohn des Handwerkers

Schon mit Abschluss des Werkvertrages hat der Handwerker einen Anspruch auf seinen Lohn. Dennoch gilt: Kein Erfolg - kein Geld.

Stand der Informationen: November 2015

Fordern darf der Handwerker den Lohn erst, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind und Sie das fertige Werk „abgenommen“ haben. Das bedeutet, dass alle vereinbarten Leistungen erbracht und Sie mit dem Ergebnis einverstanden sein müssen.

Die Abnahme

Bei einer Abnahme schauen Sie sich die vom Handwerker hergestellte Arbeit genau an. Sind Sie zufrieden, geben Sie Ihr Einverständnis.

Häufig legt Ihnen der Handwerker ein Abnahmeprotokoll vor. Prüfen Sie den Inhalt. Hat das fertige Werk Mängel, sind diese hier zu vermerken.

Wird Ihnen kein Abnahmeprotokoll vorgelegt, sollten leichte Mängel nichtsdestotrotz aufgelistet und  vom Unternehmer gegengezeichnet werden. Verweigern Sie bei größeren Fehlern die Abnahme.

Wichtig: Wegen unwesentlicher Mängel darf die Abnahme nicht verweigert werden. Was ein unwesentlicher Mangel ist, hängt vom Einzelfall ab. (Das OLG Hamm entschied zum Beispiel in einem Urteil aus dem Jahre 2003, dass Haustürschwellen aus Naturstein in kleinen statt in großen Platten bei geringfügiger optischer Beeinträchtigung als unwesentlicher Mangel zu bewerten seien).

Mehrere unwesentliche Mängel können übrigens als ein wesentlicher Mangel beurteilt werden.

Bedenken Sie: Ein Abnahme kann auch stillschweigend erfolgen, indem Sie die gestellte Rechnung bezahlen oder eine reparierte Sache  wieder in Gebrauch nehmen.   


Die Rechnung

In der Regel wird Ihnen der Handwerker eine Rechnung zukommen lassen. Diese muss so transparent verfasst sein, dass auch Sie als Laie sie nachvollziehen können. Verlangen Sie eine Rechnung, die alle Einzelheiten enthält. Überprüfen Sie auch die abgerechneten Arbeitszeiten. Diese schlagen erfahrungsgemäß als einer der größten Kostenpunkte zu Buche. Sind bei der Abnahme Mängel festgestellt worden, die es noch zu beseitigen gilt, können Sie den Lohn kürzen. Lassen Sie sich hier im Zweifel beraten.

 

Abschlagszahlungen

Bei größeren Aufträgen kann der Handwerker auch die Bezahlung von einzelnen Arbeiten verlangen. Hierfür vereinbart er mit Ihnen eine sogenannte Abschlagszahlung. Diese müssen Sie zahlen, sobald eine mit Ihnen vorher vereinbarte Tätigkeit beendet wurde und Sie mit dem Ergebnis einverstanden sind. Eine Abschlagszahlung kann auch für Bauteile in Betracht kommen, die eigens angefertigt werden müssen.  

 

Was ist, wenn bei Vertragsschluss nicht über den Lohn gesprochen wurde?

In diesem Fall gilt die Vergütung als stillschweigend vereinbart (§ 632 BGB). Insbesondere dann, wenn die Herstellung des Werkes nur gegen einen Lohn zu erwarten ist, etwa bei der Beauftragung eines Handwerkers aus dem Branchenbuch. Anders sieht es aus, wenn man den Nachbar um eine Gefälligkeit bittet. In diesem Fall muss kein Lohn gezahlt werden.   

Richtet sich die Tätigkeit nach bestimmten Preisfestsetzungen, wie z. B. die „Verordnung über die Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen“, ist diese Vergütung zu zahlen. Ist dies nicht der Fall, sollten sich die Vertragspartner an die allgemein üblichen Löhne orientieren. Das heißt: es gilt das als vereinbart, was üblicherweise für diese Leistung an diesem Ort bezahlt werden müsste. Nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Handwerksinnung.

Tipp: Legen Sie bei Vertragsabschluss schriftlich fest, was die Leistung des Handwerkers genau umfasst  und was Sie dafür bezahlen sollen. Diese Vereinbarung ist dann für beide Seiten verbindlich. Klären Sie auch, ob eventuell ein Preisnachlass möglich ist.

 

 

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