Gewährleistungsrechte bei Gebrauchtwagen

Auch im EU-Ausland gibt es Gewährleistungsrechte. Denken Sie dennoch über eine zusätzliche Garantie nach.

Stand der Informationen: Dezember 2017

Die Gewährleistungsrechte gelten für alle Mängel, die beim Kauf bestanden haben, auch wenn sie sich erst später zeigen. Liegt ein Gewährleistungsfall vor, können Sie sich innerhalb von zwei Jahren nach dem Kauf auf Ihre Rechte berufen. Ansprechpartner für die Reparatur (oder den Austausch) des Fahrzeugs ist allein der Verkäufer. Dieser kann bei Gebrauchtwagenverkäufen allerdings die Gewährleistung auf ein Jahr beschränken. Dies muss im Kaufvertrag festgehalten werden.

Wichtig: Nicht jeder Defekt am Auto ist ein Mangel, für den Gewährleistungsrechte gelten. Altersbedingter Verschleiß wird zum Beispiel nicht als Mangel angesehen.

Außerdem ist zu beachten: Tritt der Defekt mehr als sechs Monate nach dem Fahrzeugkauf auf, muss der Käufer beweisen, dass dieser schon zum Zeitpunkt der Übergabe des Fahrzeugs vorhanden war.

Was ist zu tun, wenn die Reparatur anfällt?

Tritt während der Gewährleistungsfrist ein Mangel auf, muss sich der Käufer zuallererst an den Verkäufer wenden. Repariert der Käufer das Fahrzeug selbst bzw. lässt es auf eigene Faust in einer Werkstatt reparieren, kann dies zum Verlust seiner gesetzlichen Gewährleistungsrechte führen.

Gerade wenn das Fahrzeug im Ausland gekauft wurde, also nicht in unmittelbarer Nähe, kann sich die Reparatur als problematisch herausstellen. Denn der Käufer muss das defekte Fahrzeug zurück in die Werkstatt des Verkäufers bringen. Zwar trägt der Verkäufer von Gesetz wegen die Kosten für den Transport. In der Praxis muss der Käufer jedoch regelmäßig die Kosten dafür vorstrecken. Zudem bleibt er auf diesen Kosten sitzen, wenn sich herausstellt, dass gar kein Gewährleistungsfall vorliegt (s.o.). Von daher kann eine Gebrauchtwagengarantie durchaus praktisch sein.

Die Gebrauchtwagengarantie

Mit einer Gebrauchtwagengarantie ist die Reparatur des Autos in der Regel auch in der Heimat des Käufers erlaubt. Im Gegensatz zur gesetzlichen Gewährleistung stellt hier jedoch der Garantiegeber die Regeln auf. So sind z. B. die Europa-Garantie, die Car-Garantie oder die A1 Euro-Garantie an Bedingungen geknüpft. Dies gilt sowohl hinsichtlich des Garantieumfangs als auch hinsichtlich der Abwicklung. Um böse Überraschungen zu vermeiden, lohnt es sich, einen Blick in die Garantiebedingungen zu werfen.

 Dort heißt es oft, dass…

  • …der Verbraucher verpflichtet ist, im Schadensfall zunächst den Garantiegeber zu informieren.  Wer das nicht tut, verliert möglicherweise seinen Garantieanspruch.
  • …einige Fahrzeugteile von der Garantie ausgeschlossen sind, z. B. Autobatterie und andere  Verschleißteile.
  • …die Materialkosten nicht in voller Höhe erstattet werden, sondern nur der  Zeitwert. Dieser richtet sich nach Alter bzw. Kilometerstand.

Die Herstellergarantie

Wenn Sie für das gebrauchte Fahrzeug noch eine Herstellergarantie haben, sollten Sie sich vergewissern, ob diese auch im Ausland gilt. Fragen Sie auch nach, ob hierdurch der Garantieumfang eingeschränkt wird.

Hier finden Sie Merkblätter zum Autokauf, zur Überführung und zur Zulassung in Deutschland, Dänemark, Belgien, Frankreich, Italien, Österreich und in den Niederlanden.

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