EU-Führerschein

Seit dem 19. Januar 2013 werden europaweit nur noch einheitliche Führerscheine ausgestellt. So sieht es die dritte Führerscheinrichtlinie der EU vor.

Stand der Informationen: März 2016

Der einheitliche Führerschein ist je nach Mitgliedstaat zehn bis 15 Jahre gültig. In Deutschland beträgt die Gültigkeit 15 Jahre. Alte Führerscheine bleiben weiterhin gültgwerden im EU-Ausland auch anerkannt müssen aber bis spätestens 19. Januar 2033 gegen den EU-Führerschein ausgetauscht  werden.

Wer also seinen Führerschein nach dem 19. Januar 2013 verliert, erwirbt oder aus sonstigen Gründen neu beantragen muss, erhält den zeitlich befristet gültigen neuen EU-Führerschein. Mit der Neuregelung soll erreicht werden,

  • dass die momentan in der EU gültigen 110 Führerschein-Arten aus dem Verkehr gezogen werden,
  • dass Fahrverbote auch in anderen Staaten anerkannt werden können,
  • dass durch die Neubeantragung alle zehn bis 15 Jahre gewährleistet wird, dass das Lichtbild aktuell ist und die Führerscheine in regelmäßigen Intervallen dem Stand der Technik angepasst werden können (Chipkarte, Sicherheitsfeatures etc.) und
  • dass mit der Neubeantragung die Fahrtauglichkeit neu evaluiert werden kann. Von dieser Möglichkeit hat Deutschland vorerst keinen Gebrauch gemacht.

a) in Deutschland

Jeder Autofahrer, der in Deutschland den Verkehr gefährdet, kann Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg erhalten. Bei acht Punkten droht der Verlust der Fahrerlaubnis.

Die Vorschriften über Entzug, Aussetzung und Aufhebung der Fahrerlaubnis sowie das Punktesystem gelten für alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen. Ist die Fahrerlaubnis entzogen, so erlischt bei einer ausländischen Fahrerlaubnis das Recht zum Fahren innerhalb Deutschlands.

b) im Ausland

Bei einen Verkehrsverstoß in einem anderen Land hängen die Folgen von den nationalen polizeilichen und verwaltungstechnischen Praktiken ab, die von Staat zu Staat freilich stark variieren.

In einer Entscheidung vom 23.04.2015 stellte der Europäische Gerichtshof (EuGH) klar, dass ein Land auch dann ein Fahrverbot aussprechen kann, wenn der Führerschein in einem anderen EU-Land ausgestellt wurde. Zum Urteil

Wenn man nach einem Verkehrsdelikt den Führerschein entzogen bekommen hat, wird für einen Neuerwerb nicht selten eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU / umgangssprachlich „Idiotentest“) verlangt.

Viele stellen sich daher die Frage, ob es möglich ist, den Führerschein in einem anderen Land einfach neu zu machen, ohne die MPU ablegen zu müssen.

Dies ist eigentlich nicht möglich, da mittlerweile mehrere Europäische Gerichtsentscheide und Richtlinien dem Führerscheintourismus enge Grenzen setzen. So kann zum einen der Führerschein nur in dem Land erwerben werden, in dem man auch wohnt. Zum anderen können die Mitgliedstaaten einen ausländischen Führerschein ablehnen, wenn die Fahrerlaubnis im eigenen Land entzogen wurde und die Vorausetzungen für eine Neuerteilung nicht vorliegen, wie z. B. ein angeordnete MPU.

Mit der dritten Führerscheinrichtlinie hat die Europäische Union auch neue Bezeichnungen für nationale Führerscheine eingeführt. So ersetzen nunmehr Buchstaben mit verschiedenen Unterklassen die bisher in Deutschland gültigen Klassen 1 bis 5.

  • 1 A - Motorräder
  • 2 B - Personenkraftwagen (PKW)
  • 3 C - Lastkraftwagen (LKW)
  • 4 D - Kraftomnibusse
  • 5 E - Anhänger
  • 6 AM - Kleinkrafträder (Mopeds)
  • 7 T und L - Zugmaschinen und selbstfahrende Arbeitsmaschinen für land- und forstwirtschaftliche Zwecke

Jeder von einem Mitgliedstaat ausgestellte Führerschein muss, sofern noch gültig, von den anderen Mitgliedstaaten anerkannt werden, auch wenn der Führerschein alt ist und nicht dem Gemeinschaftsmodell entspricht.

  • Artikel schließen