Darum geht es

Sie wollen einen Handwerker aus einem EU-Nachbarland beauftragen? Oder in der EU, Liechtenstein, Norwegen oder Island ein Auto mieten?

In der EU gilt nicht nur der freie Verkehr für Waren und Personen, sondern auch für Dienstleistungen. Dank der EU-Dienstleistungsrichtlinie haben in all diesen Ländern Verbraucherinnen und Verbraucher die Möglichkeit aus einer großen Auswahl von Dienstleistungen zu konkurrenzfähigen Preisen frei zu wählen.

Da die Vorschriften in den einzelnen EU-Ländern teilweise voneinander abweichen können, benötigen Verbraucherinnen und Verbraucher verlässliche Informationen, was bei der grenzüberschreitenden Inanspruchnahme von Dienstleistungen in der EU zu beachten ist.

Zu diesem Zweck wurde das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) mit den folgenden Aufgaben betraut:

  1. Information zu den rechtlichen Anforderungen an den Verbraucherschutz in der EU
  2. Beratung und Hilfestellung in Einzelfragen
  3. Praktische Unterstützung im Streitfall
  • Reisebüros, Freizeitparks und Fitnesscenter
  • Mietwagenfirmen und Umzugsunternehmen
  • Handwerker und Architekten
  • Rechtsanwälte und Steuerberater
  • Sachverständige und Gutachter
  • Privatschulen und -dozenten
  • Fahrschulen
  • Strom-, Gas- und Wasserlieferanten
  • Bestattungsunternehmen
  • Finanzen (Banken, Versicherungen, Altersvorsorge, Anlageberatung)
  • Gesundheit (medizinische Versorgung durch Ärzte, Heilpraktiker, Physiotherapeuten, etc.)
  • Kommunikation (Telefon-, Internet, Kabelfernsehen, etc.)
  • Glücksspiel
  • Sicherheit (Transport und Aufbewahrung von Geld und Wertsachen)
  • Staatliche Grundversorgung

1. Einheitlicher Standard und Regelung

Das Europäische Parlament und der Europäische Rat haben mit der Richtlinie dafür gesorgt, dass die nationalen Rechtsvorschriften zu Dienstleistungen aneinander angeglichen werden. Damit wird ein einheitlicher Deinstleistungsstandard in allen EU-Ländern, Liechtenstein, Norwegen und Island sichergestellt. Zudem wurden in der Richtlinie bestimmte Informationspflichten des Unternehmers gegenüber dem Verbraucher festgelegt (z.B. Kontaktdaten, AGB, Vertragsklauseln, anwendbares Recht und/oder Gerichtsstand).

2. Weniger Verwaltungsaufwand

Seit der Umsetzung der Richtlinie benötigen Verbraucherinnen und Verbraucher keine Genehmigung von der Behörde Ihres Wohnsitzlandes, um eine Dienstleistung in oder aus dem EU-Ausland zu nutzen.

3. Diskriminierungsverbot

Aufgrund ihrer Nationalität oder ihres Wohnsitzes dürfen Verbraucherinnen und Verbraucher nicht diskriminiert werden. Das heißt: die Verweigerung einer Dienstleistung oder ein höherer Preis oder schlechtere Vertragsbedingungen allein aufgrund der Nationalität ist verboten. Ausnahmen gelten nur bei objektiv gerechtfertigten Gründen. Ein solcher Grund kann beispielsweise der deutlich höhere Kostenaufwand bei einer Lieferung ins Ausland sein. Mehr Informationen zum Thema Diskriminierung finden Sie auf unseren Internetseiten: Shopping ohne Grenzen?

4. Besondere Beratungsstellen für Verbraucherinnen und Verbraucher

In jedem EU-Mitgliedsstaat sowie in Liechtenstein, Norwegen und Island gibt es eine Kontaktstelle für Dienstleistungen. Diese Informiert die Verbraucherinnen und Verbraucher über die rechtlichen Rahmenbedingungen und Rechtsschutzmöglichkeiten in den anderen EU-Mitgliedstaaten. Dort erhalten sie auch Kontaktdaten von Verbänden und Organisationen, die sie darüber hinaus unterstützen.