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Bargeldlose Zahlung hat ihren Preis

Kreditkarte

Beim Einkaufsbummel ist der spontane Erwerb schöner Dinge verlockend. Die Hemmschwelle dazu ist besonders dann gering, wenn man mit seiner ec-Karte zahlt. Denn wieviel Geld man ausgibt, ist bei einer Kartenzahlung nicht so greifbar wie bei Barzahlung. Der Griff zur Karte schmerzt weniger als der Griff zu den Scheinen. Oftmals fehlt es an einem genauen Überblick über den Kontostand.

Doch den Kontostand sollte man gerade dann immer im Blick haben, wenn man die Zahlung von Überziehungszinsen vermeiden möchte. Je nach kontoführender Bank fallen die Kosten unterschiedlich hoch aus. Wer eine gelegentliche Überziehung seines Kontos nicht ausschließen kann, sollte sich einen Kreditrahmen einräumen lassen. Denn die Zinsen für solch einen eingeräumten Überziehungskredit liegen zumeist deutlich niedriger als Zinsen für sogenannte geduldete Überziehungskredite. Geduldete Überziehungskredite sind solche Überziehungen, die nicht mit der Bank vereinbart wurden oder den vereinbarten Rahmen überschreiten.

Sowohl innerdeutsch als auch europaweit ergibt sich ein buntes Bild von verschiedenen Angeboten. In Ländern, die durchschnittlich eher teure Anbieter beheimaten, sind häufig auch günstige Überziehungszinsen aufzufinden und umgekehrt. Der europaweite Durchschnittszins beträgt bei vereinbarten Überziehungen 12,10 % p.a.

Deutschland, Belgien, Griechenland und Österreich liegen im Durchschnitt. Deutlich günstiger erscheinen zum Beispiel Luxemburg mit einem durchschnittlichen Zinssatz von 7,58 % p.a und Tschechien mit 8,66 % p.a. Irland liegt dagegen mit 11,00 % p.a. nur geringfügig unter dem Schnitt. Tendenziell teurer sind Großbrittanien mit 14,40 % p.a., Ungarn mit 16,33 % p.a. und Lettland mit 18,67 % p.a.

Im Falle von Zinsen für geduldete Dispositionskredite zeigt sich jedoch ein anderes Ergebnis. Der durchschnittliche Zinssatz beträgt bei diesen 19,04 % p.a., er liegt also deutlich höher als der durchschnittliche Zinssatz bei vereinbarten Dispositionskrediten. Dieser Wert trifft aber für kein einzelnes Land zu, sondern ergibt sich aus einer Schere von tendenziell teureren oder günstigeren Angeboten.

In die günstigere Sparte sind Belgien (14,72 % p.a.), Deutschland (14,91 % p.a.), Griechenland (14,80 % p.a.), Luxemburg (13,00 % p.a.) und Slowenien (12,50 % p.a.) einzuordnen. Durchschnittlich teurer erscheinen Großbritannien (27,46 % p.a.) und Ungarn (29,09 % p.a.).
Stand: 11.11.2008
Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein